Darum mangelt es dir an Konsequenz

Kosequenz

Ich muss nur noch diese eine Mail bearbeiten. Dann habe ich endlich alles erledigt. Wird auch langsam Zeit …

Doch als wäre ich eine völlig fremdgesteuerte Marionette, tippen meine Finger plötzlich nicht mehr an der Antwort auf diese eine letzte Mail. Sondern lieber „www.spiegel.de“.

Ich surfe willenlos im Internet rum und verplempere stattdessen so meine Zeit …

Ich nehme mir fest vor, nach den fetten Feiertagen wieder weniger Süßkram zu essen.

Doch stattdessen greife ich bei der erstbesten Gelegenheit schon wieder zu Mutterns Keksen.

Vielleicht ist dir das so oder ähnlich auch schon ergangen. Womöglich leider auch schon viel zu oft.

Manchmal zweifle ich da an meinem eigenen Verstand: Wie kann es sein, dass ich einen festen Vorsatz schon nach 3 Minuten wieder komplett vergessen habe bzw. einfach nicht danach handle?

Zwischen dem, was ich denke, und dem, was ich tue, gibt es oft meilenweite Unterschiede.

Gute Entscheidung = Gutes Leben

Eine gute Entscheidung ist eine Wahl, die du hinterher nicht bereuen musst. Mit Herz und Verstand. Systematisch. Alles Wichtige berücksichtigen. Deine Entscheidung in 7 Tagen.

Aber Neurowissenschaftler haben für dieses inkonsequente Verhalten endlich eine plausible Erklärung gefunden.

Eine Theorie, die erklärt, wieso wir Menschen oft eine so große Abweichung zwischen Willen und Handeln haben. Wieso wir so inkonsequent sind. Und was wir dagegen tun können.

Die Theorie des modulären Geistes

Einfach ausgedrückt besagt diese Theorie Folgendes: Es gibt kein einzelnes „Ich“, sondern viele unterschiedliche „Ichs“. In jedem von uns.

Das klingt jetzt erstmal ein wenig abgefahren. Das ist aber laut Psychologie-Professor Robert Kurzban der stückweisen Entwicklung unseres Gehirns im Verlaufe der Evolution geschuldet.

Die Grundidee kommt dir vielleicht auch schon bekannt vor. Zum Beispiel aus solchen Konzepten wie dem „inneren Team“ bzw. der „inneren Konferenz“.

Wir halten also fest: Wir haben alle unterschiedliche Persönlichkeitsanteile in uns.

Und genau das sorgt eben dafür, dass dein Verhalten manchmal so inkonsequent ist.

Denn jeder einzelne dieser Persönlichkeitsbestandteile übernimmt ab und an mal das Ruder in dir und entscheidet dann, wo es langgeht.

Du bist wie ein Smartphone

Bildlich gesprochen kannst du dir das so vorstellen: Dein Gehirn funktioniert wie ein Smartphone, bei dem allerdings immer nur eine App gleichzeitig geöffnet sein kann.

Mal ist die „Ich-will-Unterhaltung-App“ geöffnet, mal die „Diszipliniert-sein-App“. Beide gleichzeitig können aber nicht laufen.

Wenn du also mal dringend diese eine Mail bearbeiten möchtest, aber stattdessen im Internet surfst, dann hat gerade deine Ich-will-Unterhaltung-App die Kontrolle übernommen und sagt dir: „Ich brauche Spaß und Ablenkung … und zwar sofort! Ich habe keine Lust auf diese drögen To-dos!“

Und genauso gibt es auch eine „Schlemmer-App“, die dir sagt: „Oooh, das sieht aber gut aus! Greif zu, jetzt sofort!“, oder auch eine „Flirt-App“, die dir sagt: „Los, schmeiß dich ran.“

All diese „Apps“ und Persönlichkeitsbestandteile in dir haben ihre eigenen Motive und Pläne.

Manchmal eben auch welche, die genau gegenteilig sind.

Und deshalb ist es vollkommen logisch, dass du dich manchmal total inkonsequent verhältst.

Das bedeutet aber auch: Du brauchst nicht an deinem eigenen Verstand zu zweifeln, wenn dein Verhalten manchmal vollkommen dem widerspricht, was du eigentlich möchtest.

Schreib dich glücklich…

Es gibt eine bestimmte Art, ein Tagebuch zu schreiben. Eine Art, die dich wirklich voran bringt. Ein Tagebuch, das dich heilen kann. Pure Selbsterkenntnis. Und jede Menge Spaß: Projekt: Tagebuch.

Denn in Wirklichkeit bist du nicht undiszipliniert oder faul.

Du bist beides.

Aber diszipliniert und fleißig bist du auch.

Alles – nur eben phasenweise. Je nachdem, welche App gerade läuft bzw. welcher Anteil in dir gerade das Sagen hat.

Was bringt dir diese Erkenntnis?

O. k., also du, ich, wir alle haben unterschiedliche Persönlichkeitsanteile in uns, die jeweils ihre eigenen Motive und Pläne verfolgen.

Was bringt dir dieses Wissen jetzt?

An erster Stelle hilft es dir vielleicht dabei, dich selbst und dein Verhalten etwas besser zu verstehen. Warum du tust, was du tust, und was da gerade genau in dir abläuft. Das ist alles ein Teil von dir selbst.

An zweiter Stelle hilft dir diese Erkenntnis vielleicht dabei, ein weniger sanfter und gnädiger mit dir selbst zu sein. Dich selbst mehr zu akzeptieren. Und dein manchmal etwas inkonsequentes Verhalten anzunehmen.

So dass du dich selbst also nicht mehr als „zu blöd und zu faul“ abstempelst, sondern dich und dein Verhalten als ein komplexes System betrachtest, was es faktisch nunmal ist.

Und als Drittes kann dir diese Erkenntnis dabei helfen, mit deinen unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen in Zukunft so umzugehen, dass sie dich weniger ausbremsen.

Wie kannst du diese Erkenntnis für dich nutzen?

Die große Preisfrage an dieser Stelle lautet:

Wie kannst du dafür sorgen, dass häufiger die Persönlichkeitsanteile am Ruder sind, die deinen Wünschen und Zielen zuträglich sind?

Wie kannst du dafür sorgen, dass nicht die falsche App zur falschen Zeit läuft und du stundenlang im Internet rumsurfst, obwohl du eigentlich arbeiten wolltest?

Ein erster wichtiger Schritt besteht darin, zu erfahren, welche „Ichs“ überhaupt in dir stecken.

Lern dich selbst besser kennen

Bisher dachtest du vielleicht: „Ich weiß ja genau, was ich will. Was meine Wünsche und Ziele sind.

Aber manchmal habe ich eben auch diese ‚schwachen Momente‘ …“

Was, wenn diese „schwachen Momente“ aber gar keine schwachen Momente sind?

Was, wenn da nur ein anderer Persönlichkeitsanteil in dir sich endlich mal Gehör verschafft hat?

Wenn du das Ganze mal aus dieser Perspektive betrachtest, ergeben sich ein paar interessante Fragen:

  • Was will dieser Persönlichkeitsanteil von dir zum Ausdruck bringen?
  • Was sind seine guten Absichten?
  • Warum fördert dieser Teil von dir bestimmtes Verhalten (was einem anderen Teil von dir vielleicht ganz und gar widerstrebt)?

Wenn du dich also lieber im Internet ablenkst, statt deine letzte Mail fertig zu schreiben, dann könnte da z. B. dein Genießer-Ich am Werk sein, das dir sagen möchte: „Du hast jetzt genug gearbeitet. Jetzt hab auch mal wieder Spaß!“

Dein Genießer-Ich möchte dafür sorgen, dass es dir gut geht. Und dass du zwischendurch auch mal entspannst. Solche Verhaltensweisen unterstützt dein Genießer-Ich.

Vielleicht hat in dem Moment aber auch dein Wissbegieriges Ich übernommen, das dir sagen will: „Was du hier grad machst, ist total langweilig. Ich brauch Futter fürs Hirn!“

Dein Wissbegieriges Ich möchte, dass du genug Abwechslung bekommst und immer Neues dazulernst.

Vielleicht ist es bei dir aber auch ganz anders.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Finde also heraus, welche einzelnen Persönlichkeitsanteile in dir wohnen. Und wie sie dir helfen möchten. Denn dann kannst du auch dafür sorgen, dass sie alle bekommen, was sie brauchen. Zum Beispiel Entspannung oder auch Abwechslung.

Jedem „Ich“ geben, was es braucht

Wenn es dir gelingt, deine einzelnen Persönlichkeitsanteile zu identifizieren, dann wirst du nach und nach immer mehr Bewusstsein dafür entwickeln, welcher Teil in dir gerade das Sagen hat.

Du wirst in Erfahrung bringen, was dieses „Ich“ gerade von dir will und wie du es ihm geben kannst.

So kannst du dafür sorgen, dass alle Anteile in dir öfter an einem Strang ziehen. Ohne ständige innere Kämpfe mit dir selbst.

Wenn du dieses Bewusstsein für die unterschiedlichen Anteile in dir schulst, wirst du auch nicht mehr das Gefühl haben, unbewusst oder ferngesteuert zu handeln.

Um in der Metapher mit dem Smartphone zu bleiben:

Du verstehst, welche App gerade läuft. Und du lernst dadurch, den Wechsel zwischen den einzelnen Apps in dir immer besser zu steuern. Um dich selbst mehr in die Richtung zu bringen, die du gerade brauchst.

Wenn du eine genaue Anleitung haben möchtest, wie du mit den einzelnen Persönlichkeitsanteilen in dir ins Gespräch kommen kannst, dann schau dir noch mal den folgenden Artikel über das „innere Team“ an.

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