Mediation – was ist das genau?

Die Methode der Mediation wird inzwischen auch in Deutschland immer bekannter. In den USA inzwischen weit verbreitet, ist sie dort eine professionelle Methode, um in Konfliktfällen

zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen.

Der Name

Quelle

Als Grundlage für diesen Artikel nutzten wir das Buch  "Mediation" von G. Altmann, H.Fiebiger und R. Müller

In der deutschen Sprache wird “Mediation” vom Wortklang her schnell mit “Meditation” verwechselt. Damit ordnen manche Menschen die Mediation der Esoterik zu und wollen gar nicht viel damit zu tun haben. Tatsächlich aber hat Mediation mit Esoterik nichts zu tun. Im Fremdwörterlexikon findet sich folgende Übersetzung des Wortes: “Vermittlung” oder “vermittelndes Dazwischentreten”. Und damit ist der Kern der Sache schon gut getroffen.

Mediation ist eine Methode zur Konfliktlösung

Zusammengefasst ist die Mediation eine Methode, durch die Konfliktparteien eine Lösung finden sollen, die für beide befriedigend ist. Entscheidend dabei ist, dass immer eine Dritte Person beteiligt ist. Diese Person hat selbst keine Entscheidungsgewalt, sondern wirkt als Vermittler zwischen den Parteien.

Die Rolle des Mediators

Der Mediator ist eine neutrale Person, die zunächst überhaupt erst einmal einen Verhandlungsraum eröffnet und die Konfliktparteien zu gemeinsamen Gesprächen und Verhandlungen an einen Tisch bringt. Weiterhin hat der Mediator die Aufgabe, verdeckte Konflikte und vor allem die hinter dem Konflikt liegenden Bedürfnisse und Hintergründe sichtbar zu machen. Ein Mediator braucht Fähigkeiten im kommunikativen und sozialen Bereich, die Fähigkeit zum systemischen Denken und ein gewisses Maß an Durchsetzungsvermögen – um nur einiges zu nennen. Psychologisches Wissen ist hier von großer Hilfe.

Mediation ist Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne des “Win-Win-Prinzips”

Ziel einer Mediation ist es, die Konfliktparteien dazu zu befähigen, selbst Lösungen zu entwickeln, die für beide Seite gewinnbringend sind. Es geht um echte Win-Win-Lösungen. Win-Win bedeutet, dass beide Parteien einen Nutzen von der Lösung haben und nicht nur ein schlechter Kompromiss erreicht wird. Dafür müssen konsequent die Wünsche, Forderungen, Ängste und Vorbehalte beider Parteien herausgearbeitet werden. Nur so ist es möglich, eine Lösung zu finden, die beide Parteien befriedigt.

Kennzeichen der Mediation: Ausrichtung in die Zukunft

Eine Mediation ist immer zukunftsweisend. Es geht darum, Lösungen für die zukünftige Zusammenarbeit zu bekommen. Die Vergangenheit ist nur in soweit von Bedeutung, wie die Informationen für das Verstehen des Konfliktes und der Anliegen beider Parteien vonnöten ist. Im Gegensatz dazu wird z.B. in einem Gerichtsverfahren die Vergangenheit in das Zentrum der Beachtung gestellt. Hier wird vergangenes Verhalten beurteilt oder verurteilt. In der Mediation geht es nicht um ein Urteil – wer recht hat oder nicht, ist im Grunde unerheblich. Es geht einzig darum, eine für die Zukunft tragfähige und alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Damit ist die Mediation ein sehr zielgerichtetes Verfahren.

Ursprung der Mediation

Das Verfahren der Mediation kommt im wesentlichen aus den USA, wo diese alternative Methode der Konfliktlösung vor allem in den letzten 20 Jahren immer stärker und breiter eingesetzt und damit auch immer professioneller wird. Für Tarifverhandlungen nutzte man das Verfahren in den USA bereits in den 40er Jahren. In Deutschland befasst man sich mit dem Verfahren erst seit ca. zehn Jahren. Leider wird es nur sehr zögerlich eingesetzt.

Einsatzgebiete der Mediation

In den USA wird das Verfahren der Mediation in den verschiedensten Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens eingesetzt. In Deutschland beschränkte sich der Einsatz bis vor kurzem vor allem auf Familienstreitigkeiten im Zuge von Scheidungen. Diese sogenannte Familien-Mediation soll vor allem in Fragen der Verteilung des Sorgerechts für Fairness sorgen. Ein weiterer Bereich, in dem die Mediation genutzt wird, ist die Umwelt-Mediation, bei der es darum geht, sinnvolle Maßnahmen in Umweltfragen zu finden. Immer häufiger wird aber auch über weitere Einsatzgebiete diskutiert. Die Mediation kann in allen Konfliktsituationen erfolgreich genutzt werden – ob das nun Auseinandersetzungen unter Kollegen, Partnerschaftsprobleme oder auch Konflikte zwischen Unternehmen, Organisationen oder Parteien sind.

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Die Mediation ist keineswegs nur “ein bisschen Konfliktmanagement” oder “etwas Gesprächsmoderation”. Das Verfahren ist in der Praxis sehr viel komplexer und fordert die Mitarbeit aller Beteiligten.

Der klassische Ablauf einer Mediation

Wie eine Mediation im Einzelnen verläuft, ist stark abhängig vom Mediator (dem Moderator in einer Mediation) und auch von der Konfliktsituation. Im Allgemeinen wird der Mediator den Konfliktparteien zuerst erläutern, was eine Mediation ist und mit welcher Zielsetzung dieses Verfahren eingesetzt wird. Er wird auch einige Spielregeln für das Verfahren nennen und erläutern. In vertraulichen Einzelgesprächen geht es dann darum, dass der Mediator Informationen über den Konflikt und die Parteien sammeln.  Im Rahmen dieser Gespräche werden auch schon gemeinsame Verhandlungsgespräche mit allen Beteiligten vorbereitet.  Am Ende einer Mediation steht ein abschließendes Treffen, in denen Vereinbarungen getroffen und konkrete Beschlüsse gefasst werden. Im schlimmsten Fall wird die Mediation an dieser Stelle abgebrochen, ohne dass eine Einigung erreicht wurde. 

Methodenvielfalt nutzen

Im Rahmen einer Mediation können sowohl für die vertraulichen Einzelgespräche als auch für die Verhandlungen der Parteien miteinander verschiedenste Methoden genutzt werden:

  • Moderationsmethode / Metaplan,
  • Fragetechniken,
  • Methoden wie das  6-Hut-Denken,
  • Ideenbrainstorming und andere Kreativitätstechniken,
  • Mind Mapping,
  • Rollenspiele und vieles mehr.

Die Aufgabe des Mediators ist es, die Prozesse innerhalb des Konflikts und die

Beweggründe beider Seiten sichtbar zu machen. Dafür kann er alle zur

Verfügung stehenden Methoden und Medien nutzen.

Auswahl des Mediators

Die Mediation ist ein professionelles Verfahren, das einen professionellen Mediator erfordert. Diese Tätigkeit verlangt eine Vielzahl von Fähigkeiten und Kenntnissen und kann in der Regel nicht einfach von “irgendjemanden” ausgeübt werden.  Wenn Sie vielleicht denken  “Frau Ludwig versteht sich mit allen gut, dann kann sie doch diese Mediation machen.”, dann ist das keine gute Idee. Es ist ganz entscheidend, dass der Mediator eine neutrale Position inne hat und nicht selbst Teil des Systems ist, in dem der Konflikt stattfindet. Nur so besteht die Chance, dass beide Seiten den Mediator als Vermittlerperson akzeptieren. Und diese Akzeptanz ist eine Grundvoraussetzung für die Mediation.

Anforderungen an den Mediator

Folgende Kenntnisse und Fähigkeiten sind u.a. für eine Mediation notwendig:

  • Wissen um Konflikte, deren Verläufe und Konfliktmanagement,Kommunikative Fähigkeiten, Fertigkeiten zur Interpretation und Fähigkeiten zur Klärung,
  • Verhandlungstechniken,
  • Krisenmanagement und De-Eskalationstechniken,
  • die Fähigkeit, sich einerseits in die Beteiligten hineindenken zu können, andererseits aber den Blick von außen zu wahren,
  • situationsbezogenes Spezialwissen und
  • ggf. juristisches Knowhow.

Was letztlich herauskommt, ist immer offen

Wie erfolgreich eine Mediation letztendlich ist, bleibt zunächst offen. Es gibt hier keine Garantien. Zwar wird der Erfolg in einem großen Maße von den Fähigkeiten des Mediators beeinflusst, hängt aber letztlich von den beteiligten Personen selbst ab. Wie groß ist hier die Bereitschaft zur Kommunikation? Wollen die Beteiligten den Konflikt überhaupt beenden oder gibt es möglicherweise Vorteile für einzelne Personen, wenn Sie den Konflikt weiterführen? Inwieweit sind die Beteiligten bereit, sich – sofern nötig – zu ändern? Das Verfahren der Mediation erfordert Eigenverantwortlichkeit von den Beteiligten. Hier müssen nicht nur Entscheidungen, Vorschriften oder Sanktionen akzeptiert und getragen werden, sondern es ist die aktive und konstruktive Mitarbeit jedes Einzelnen gefordert. Im Idealfall können auf diese Weise Konflikte nicht nur aus der Welt geschafft werden, sondern die Beteiligten finden gemeinsam eine Lösung, die eine wirkliche Verbesserung für alle Beteiligten mit sich bringt.

 

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