Mehr Wissen in den Kopf?

Voller Vorfreude hatte sie dieses Fachbuch gekauft und es noch am selben Abend angefangen zu lesen. Die anfängliche Begeisterung hielt allerdings nicht lange – irgendwie war das alles auf den ersten Seiten doch nicht so spannend wie erwartet. Und seltsamerweise wurde sie an diesem Abend noch etwas schneller müde als sonst. Am nächsten Tag wurde es auch nicht interessanter und an den folgenden auch nicht, obwohl sie sich mit viel Selbstdisziplin schon bis Kapitel drei vorgearbeitet hatte. Nach einer Woche landete das Buch neben der Wohnzimmerlampe auf einem Stapel mit 6 anderen Büchern, denen es ebenso ergangen war.

Anderer Fall. Im Büro hatte er einen Artikel gelesen, der eigentlich ganz fesselnd war und voller nützlicher Informationen steckte. Drei Tage später unterhielt er sich mit einem Kollegen über das Thema und erwähnte diesen Artikel. Aber nach ein, zwei Kleinigkeiten, die ihm dazu einfielen, war sein Kopf leer und er stellt erschrocken fest, dass er praktisch alles vergessen hatte, was er an interessanten Informationen gelesen hatte.

Wie kommt das?

Warum haben wir als Erwachsene so große Schwierigkeiten mit der Wissensaufnahme?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich einfach: Die meisten Menschen haben ihre natürliche Lernfähigkeiten weitgehend verloren, wenn es um das Abspeichern von Sachinformationen geht. Als Folge davon empfinden viele es als anstrengend, zeitraubend und langweilig, sich neue Informationen einzuprägen …

Dabei konnten wir das alle mal fast perfekt. Wir sind alle als kleine Forscher und Entdecker auf die Welt gekommen, wie der Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther es formuliert.

Kleine Kinder haben extrem gut funktionierende Lernfähigkeiten. Bis sie in die Schule kommen. Dort scheint etwas zu passieren, was diese Lernfähigkeiten massiv schädigt. Jedenfalls geht das Tempo, mit dem sich Kinder neue Inhalte abspeichern, in den ersten Schuljahren extrem zurück.

Warum? Weil die wesentlichen Aspekte von natürlichen, erfolgreichen Lernprozessen außer Kraft gesetzt werden. Der natürliche Ablauf eines Lernprozesses geht nämlich so:
Ich habe ein Ziel, um das zu erreichen, brauche ich ein bestimmtes Wissen, also gehe ich auf die Suche nach den nötigen Informationen/Fähigkeiten, nehme sie auf, verarbeite sie, passe sie vielleicht an meine eigene Situation etwas an und dann
tue ich etwas mit diesen Informationen, um meinem Ziel näher zu kommen oder es zu erreichen.

Beispiel: Ein Dreijähriger möchte den Keks auf dem Tisch, lernt das Wort Keks, spricht mit Mama, die holt ihm den Keks vom Tisch und das Ziel ist erreicht.

Und selbst wenn es keinen süßen Keks am Ende gibt – erfolgreiche Lernprozesse fühlen sich gut an, sind ein EMOTIONAL belohnter Vorgang. Das übrigens ist auch die wahre Ursache dafür, dass Kinder dauernd lernen möchten – es fühlt sich gut an und davon hätten wir alle gerne so viel wie möglich.

Dann kommt die Schule. Und plötzlich funktioniert diese Kette nicht mehr, das Lernen verändert sich.

Die Inhalte haben plötzlich nichts mehr mit unseren Zielen zu tun.

Meist noch nicht einmal mehr irgendetwas mit unserem Leben.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Dadurch fällt die emotionale Belohnung des Lernprozesses weitgehend weg.

Damit überhaupt noch etwas dabei herauskommt, muss die innere Motivation ersetzt werden durch andere Faktoren – also zum Beispiel Druck, Strafe, Konkurrenz. Das Lernen ist auch kein ganzheitlicher Vorgang mehr, der zum Beispiel den Körper miteinbezieht, sondern reduziert sich aufs Zuhören, Schreiben und ab und zu mal etwas sagen dürfen.

Wenn Sie jetzt sagen, das sei aber doch gar nicht mehr so schlimm, dann sage ich: nicht mehr überall, aber für die meisten Teilnehmer meiner Workshops zum Beispiel sah die Schulzeit wirklich so aus und die Folgen sind nicht nur, dass wir als Erwachsene nicht mehr schnell lernen können, sondern auch, dass die Idee des Lernens nicht mehr positiv besetzt ist, sondern negativ. Und das ist eigentlich das Schlimmste von allem.

Aber auch die täglichen Folgen, mit denen sich die meisten Erwachsenen konfrontiert sehen, sind unangenehm. Direkt nach dem Lesen eines kurzen Textes kann sich der durchschnittliche Leser noch an 50 % des Inhalts erinnern; das heißt, die Hälfte der Informationen ist direkt danach schon wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Befragt man Testpersonen zwei Tage später, können sie gerade noch 10 % der Informationen wiedergeben. Das Gedächtnis funktioniert also bei der Informationsaufnahme durch Lesen wie ein Wassertank mit einem Leck, aus dem beständig die meisten Daten wieder heraustropfen, bis am Ende gar nichts oder nur noch ein kleiner Rest übrig bleibt.

Das Gehirn funktioniert arbeitsteilig

1981 erhielt Prof. Roger Sperry aus Kalifornien den Nobelpreis für eine wichtige Entdeckung, die weltbekannt geworden ist: Die zwei Hälften unseres Gehirns nehmen schwerpunktmäßig unterschiedliche Funktionen wahr. Die linke beschäftigt sich eher mit Dingen wie Logik, Zahlen, Analysen, Linearität, Wörtern usw. und die rechte eher mit Bildern, ganzheitlichem Bewusstsein, Gefühlen, Phantasie und räumlicher Wahrnehmung zum Beispiel. Mittlerweile gibt es auch Studien, die belegen, dass eine Gehirnhälfte durchaus auch mal Aufgaben der anderen übernehmen kann, aber übrig bleibt die Erkenntnis, dass unterschiedliche Bereiche des Gehirns auch unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Stellen Sie sich nun einmal vor, Sie würden aufgefordert, in einem großen Raum hin und her zu laufen. Mit zwei gesunden Beinen natürlich kein Problem … In einem zweiten Durchgang aber wäre Ihnen für die gleiche Aufgabe ein Arm und ein Bein auf den Rücken gebunden. Wie gut könnten Sie jetzt laufen? Rein rechnerisch halb so gut, also 50 % – aber in Wirklichkeit natürlich noch sehr viel schlechter.

Dieses Beispiel ist übertragbar auf unser Gehirn, denn wie gesagt, in unserer westlichen Gesellschaft werden die Funktionen der linken Gehirnhälfte sehr stark betont und besonders in der Schule, aber auch im Geschäftsleben haben die „rechtshirnigen“ Leistungen unserer grauen Zellen keinen guten Ruf. In Analogie zu den oben beschriebenen Überlegungen heißt das aber nichts anderes, als dass wir meistens nur 50 % unserer geistigen Möglichkeiten nutzen, wenn wir logisch, linear und in Worten denken. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich in Wahrheit sogar noch deutlich weniger Gehirnzellen am Denken beteiligen, wenn wir uns ausschließlich auf Worte, Analyse, Logik und Linearität verlassen. Untersuchungen der Harvard-Universität legen den Schluss nahe, dass oft sogar nur 2–5 % unserer grauen Zellen am Lesen beteiligt sind.

Und was machen die anderen 95 %? Die langweilen sich und „stören“ – denken in Bildern, Gefühlen, Sinneseindrücken, chaotisch, assoziativ. Menschen, die lesend lernen müssen, erleben das als Unkonzentriertheit – die Gedanken schweifen ab, Erinnerungen, Bilder oder scheinbar unpassende Gedanken tauchen auf. Das ist der Grund dafür, dass es fast niemandem gelingt, wirklich konzentriert länger als drei bis fünf Minuten zu lesen.

Was ist die Lösung?

Lassen Sie Ihr Gehirn mehr für Ihr Gedächtnis arbeiten. Nutzen Sie die Möglichkeit, in Bildern zu denken, um für Sie relevante Informationen in Ihrem Gedächtnis abzuspeichern. Und unterstützen Sie Ihr Gehirn dabei sinnvoll.
Die drei wichtigsten Bereiche, die Sie ab heute verändern könnten, um wieder effektiver zu lesen und lernen sind folgende:

  1. Bringen Sie Ihre Ziele und die Auswahl des Lesestoffs wieder in Einklang
  2. Denken Sie während des Lesens wieder mehr in Bildern
  3. Transportieren Sie den Lesestoff noch WÄHREND des Lesens in Ihr Gedächtnis

1. Bringen Sie Ihre Ziele und die Auswahl des Lesestoffs wieder in Einklang

Durch die Schulzeit sind wir daran gewöhnt, dass das Lernen im Regelfall mit uns oder unseren Zielen nichts mehr zu tun hat, und wir finden es völlig normal, dass wir Dinge lernen, die wir eigentlich gar nicht wissen wollen. Um zu erreichen, dass wir wieder effektiv lernen und lesen, ist es also wichtig, die eigenen Ziele wieder zum Maßstab für unser Leseverhalten zu machen. Das gilt auch und ganz besonders für so genannte Fachbücher.
Erst wenn ich weiß, wohin ich möchte, kann ich sinnvoll entscheiden, was ich lesen will. Das heißt, wir müssen uns ERST unsere Leseabsicht klarmachen und DANN einen Überblick verschaffen und DANACH die Teile des Buches auswählen, die für uns relevant sind.

Die eigenen Ziele sind dann so eine Art Leuchtturm, ein Referenzpunkt, der mir hilft, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden.
Daraus folgt, dass man sich immer wieder fragen sollte:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Was kann ich damit anfangen?
  • Wie könnte ich das einsetzen oder umsetzen?

Sobald Sie den Lesestoff wieder mit sich selbst in Verbindung bringen, steigt die Motivation sowie die Konzentration und vor allem merken Sie sich das Gelesene dann besser. Weil Ihr Gehirn plötzlich einen Sinn im Gelesenen erkennt und dann macht es auch Sinn, die Informationen abzuspeichern.

Das erfordert etwas Mut zur Lücke, aber besser die für mich wesentlichen 20 Seiten in der Mitte des Buches zu lesen als die unwesentlichen 20 Seiten am Anfang, auf denen nichts stand, was ich ernsthaft gebrauchen konnte. Die wirklich wichtigen Informationen verpassen Sie nämlich auf diese Weise, weil Sie die Lust verlieren, bevor Sie die überhaupt zu Gesicht bekommen. Wie die Dame aus dem Beispiel ganz oben.

2. Denken Sie während des Lesens wieder mehr in Bildern

So – Sie haben also Ihre wirkliche Motivation gefunden, weil das Ziel klar ist, und Sie wissen, wohin Sie wollen. Sie haben also Ihre Leseabsicht.
Jetzt gibt es einen weiteren Faktor, der mitentscheidet, ob Sie Inhalte auch behalten oder nicht.

Aktivieren Sie beim Lesen lediglich Ihr Sprachzentrum oder denken Sie in Bildern?

Als die Bilder laufen lernten … da gab es sie schon längst in unserem Kopf. Versuchen Sie doch einmal, beim Lesen folgende Geschichte vor Ihrem inneren Auge ablaufen zu lassen – sie ist in den USA als SOL(statue of liberty)-Story bekannt.

Auf der Freiheitsstatue in New York steht ein riesiger dicker Mann. In der rechten Hand hält er eine Bohrmaschine, mit der er in ein Stück Seife in seiner linken Hand bohrt. Aus der Seife quellen lila Goldstücke, die auf einen Wohnwagen fallen, der von einem schwarzen Mercedes gezogen wird. Hinter dem Steuer sitzt John Travolta. Er trägt einen schwarzen Hut, eine schwarze Weste und schwarze Stiefel. Neben ihm sitzt Brigitte Bardot in einem weißen Bikini mit roten Punkten. Auf der Rückbank ein riesengroßer Bernhardiner in einem Fellmantel mit einem Huhn im Maul. Plötzlich kommt von links ein Puma, springt in das Auto, klaut dem Bernhardiner das Huhn, springt auf der anderen Seite wieder heraus und klettert auf eine Palme, die auf die Freiheitsstatue fällt.

Können Sie sich diese Geschichte merken? Schließen Sie die Augen und versuchen Sie sie mit geschlossenen Augen laut zu erzählen.
Den meisten Menschen gelingt die Erinnerung fast perfekt – bis auf das eine oder andere Detail können sie haargenau wiedergeben, was in der Geschichte passiert.
In meinen Workshops hatte ich noch NIE den Fall, dass die Teilnehmer sich diese Geschichte nicht merken konnten.

Ein anderes Beispiel, bekannt geworden durch Vera F. Birkenbihl. Auch hier schließen Sie bitte nach dem Lesen die Augen und versuchen Sie, die Geschichte zu rekapitulieren:

Ein Zweibein sitzt auf einem Dreibein und isst ein Einbein. Da kommt ein Vierbein und klaut dem Zweibein das Einbein. Daraufhin haut das Zweibein das Vierbein mit dem Dreibein.

Obwohl dieses Beispiel viel kürzer ist als das erste, fällt es den meisten Menschen sehr schwer, es zu erinnern. Die Erklärung liegt auf der Hand: Die erste Geschichte ist verrückt. Die Größenverhältnisse stimmen nicht. Die Akteure tun Dinge, die eigentlich unmöglich sind, und sind mit Attributen ausgestattet, die eigentlich nicht passen. Es ist Bewegung und Action in der Geschichte. Mit anderen Worten – diese Story produziert Bilder in Ihrem Kopf, die durch einen Handlungsstrang logisch miteinander verknüpft sind.

Und genau dies tut das andere Beispiel nicht. Hier werden dem Kopf langweilige Worte und Zahlen präsentiert. Warum sollte sich ein Gehirn das merken? Erst wenn Sie die Geschichte dahinter entdecken, dann fällt es auf einmal ganz leicht, die Zahlen in die richtige Reihenfolge zu bringen – aber dann haben Sie eben auch wieder Bilder im Kopf!

Wenn Sie wissen, das Zweibein ist ein Mensch, das Dreibein ein Hocker, das Einbein ein Hühnchenschenkel und das Vierbein ein Hund, dann ergibt das Ganze einen Sinn. Stimmt’s? Plötzlich können Sie diese Geschichte auch wiedergeben, weil Sie Bilder sehen.

Das heißt, sobald wir trockene Informationen in lebendige Bilder umwandeln, freut sich unser Gehirn und arbeitet willig und erfolgreich mit – das ist der erste Schritt und mit ein wenig Übung leicht und schnell umzusetzen. Man kann sich mit dieser Methode Zahlen, Daten, Namen und Informationen aller Art merken und braucht statt üblicher 30 Wiederholungen meist nicht mehr als sechs.

3. Transportieren Sie den Lesestoff noch WÄHREND des Lesens in Ihr Gedächtnis

Fast jeder notiert sich seine Informationen in Wörtern, Sätzen, Absätzen und Listen. Das haben wir alle in der Schule so gelernt und wundern uns, warum bei dieser Darstellungsform so wenig im Gedächtnis bleibt. Aber unsere grauen Zellen finden nicht nur Worte und Zahlen uninteressant, sondern eben auch Reihen oder Listen von Worten – dabei ist es völlig egal, in welcher Richtung sie verlaufen. Deutsch langweilt das Gehirn von links nach rechts, Arabisch langweilt von rechts nach links und Chinesisch von oben nach unten.

Und für diese These gibt es eben auch jede Menge Belege. Tony Buzan zum Beispiel, der Erfinder der Mind-Mapping-Technik, fand beim Studium von Aufzeichnungen der ganz großen Geister dieser Welt immer wieder eine erstaunliche Parallele: Ob sie nun Albert Einstein, Christoph Kolumbus, Ludwig van Beethoven, Isaac Newton, Leonardo da Vinci oder Thomas Edison hießen – sie alle produzierten tonnenweise Notizen. Aber keiner von ihnen, wirklich niemand, schrieb seine Gedanken in Form von Listen auf. Also logisch geordnet, in Form von 1, dann 1.1 und danach 1.1.1 und so weiter – wie man das in der wissenschaftlichen Literatur gewohnt ist. Sondern bei den großen Denkern der Menschheit fand er alle möglichen grafischen Abbildungen, verbunden mit Textelementen und „Chaos“. Aber wenig brav untereinander geschriebenen Text.

Das hat natürlich damit zu tun, dass lineares Notieren die Freiheit des Denkens eher einschränkt und grafische, bildhafte Darstellungen dagegen Kreativität und Intelligenz fördern. Wenn man weiß, dass das Gehirn einerseits in Strukturen denkt, gleichzeitig aber auch visuell-assoziativ arbeitet und Denkprozesse vor allem visuell ablaufen, ehe sie in Worte verpackt werden – ja dann ist einem natürlich auch klar, warum die großen Erfinder, Denker und Gelehrten dieser Welt ihre Gedanken in Symbolen, Zeichnungen und Bildern zu Papier brachten: weil sie ihr Gehirn so benutzen, wie es gebaut ist (nebenbei – das genau macht sie ja auch zu Genies).

Wir haben über die letzten 10 Jahre die Erfahrung gemacht, dass traditionelle Mind-Maps von den meisten Menschen nicht angenommen werden – und vor allem nicht von denen, die sie wirklich gebrauchen könnten. Zu weit entfernt von dem, was man so gewohnt ist, zu chaotisch und vor allem zu unübersichtlich.
Übersichtlichkeit und Struktur in Verbindung mit der visuellen Komponente sind aber gerade die großen Vorteile von visuellen Notizen. Weil genau dadurch Ihr Gehirn mehr Lust bekommt, sich neue Inhalte abzuspeichern.

Darum haben wir das ursprüngliche Konzept verändert und machen heute so genannte Centered-Learning-Maps (CL-Maps) und die funktionieren hervorragend – vor allem im Hinblick auf das Merken von Inhalten.

Im Grunde sind sie ganz einfach:

Nehmen Sie ein Blatt Papier, legen Sie es quer vor sich hin, schreiben Sie Ihr Thema in die Mitte und umkreisen Sie es mit einer kleinen Wolke. Nun schreiben Sie alle wichtigen Aspekte kreisförmig um das Thema, umkreisen auch die mit kleinen „Ballons“ und verbinden Sie sie mit der Wolke. Alle Details wiederum gruppieren Sie um die Aspekte und fertig ist das CL-Map.

Hier die Grundstruktur:

Wenn Sie sich zur Gewohnheit machen, keine relevanten Fachinformationen mehr zu lesen, ohne sich gleichzeitig diese Art von Notizen zu machen, dann ist das ein wichtiger Schritt zu einem Supergedächtnis!

Übrigens – warten Sie nicht zu lange, nicht länger als fünf Minuten, bis wieder eine neue Information in Ihrem CL-Map landet. Sonst überschreiben die neuen Inhalte das vor fünf Minuten Gelesene und dann erleben Sie genau dasselbe wie der Herr aus dem zweiten Beispiel oben :-)

Ausblick

Es gibt also einen Weg zu effektivem Lesen und Lernen. Wer seinen Kopf gehirngerecht einsetzt, darauf achtet, dass die eigenen Ziele wieder Maßstab fürs Lesen werden, und dafür sorgt, dass alles, was wichtig ist, zeitnah zu visuellen Notizen wird – der erlebt eine enorme Steigerung seines Lerntempos und hat auch noch Spaß dabei.

Allerdings, und das darf auch nicht verschwiegen werden, diese „andere“ Art zu lernen steht im Widerspruch zu unseren meist jahrzehntealten Gewohnheiten. Das bedeutet Veränderung und die geschieht eben leider meist nicht durch das Lesen von Fachartikeln oder Büchern, sondern durch Training unter Anleitung und liebevolle Unterstützung.

Aber dann kann sich Erstaunliches entwickeln: Nicht nur das Lerntempo beschleunigt sich, das Gedächtnis wird deutlich besser, sondern auch die Lesegeschwindigkeit erhöht sich merklich – und dann wird daraus nicht die Freude am Fahren, sondern wieder die Freude am Lernen …

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Über Tom Freudenthal

Tom Freudenthal gilt als einer der führenden Lernexperten in Deutschland. Seit über 10 Jahren organisiert er so genannte Centered-Learning-Workshops, durch die inzwischen über 1000 Menschen ihr Lese- und Lerntempo gesteigert haben.

Er lebt in den USA und für einige Monate im Jahr in Düsseldorf, um bundesweit Seminare zu leiten. Übrigens – am 14. November veranstalten wir mit Tom ein kostenfreies Webinar mit weiteren Tipps und Tricks zu schnellerem Lesen und Lernen.

Hier gibt es dazu mehr Informationen und hier können Sie sich auch gleich einen Platz sichern: TeleSeminar „Schnell und sicher Lernen“

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Kommentare

  • jetzt versteh ich endlich warum ich bei meinem einen Erdkundelehrer früher in der schule so gut war und bei meinem späteren dann nichtmehr obwohl ichviel mehr gelernt hab.
    er hat immer Bilder gemalt, die die wichtigsten aspekte schon beinhaltet haben.
    Ich glaube das werde ich jetzt mehr auf mein studium anwenden, auch wenn ich bemerkt habe das ichdas schon zeitweise mache.
    Aber an mindmaps werde ich mich nie gewöhnen ich mach mir eher ganz seltsame notizen die dann niemand auser mir versteht. Ich finde mindmaps sind konstrukte in denen man etwas geordnetes aussehen lassen will als wäre ungeordnet:D

  • Ist das jetzt die Aufforderung nur noch die Dinge zu tun und zu lernen
    worauf man Lust hat ? Wie soll man seine Kinder zum Matheunterricht bewegen wenn die bloß Lust auf Fußball haben ?
    Da bleiben bei mir doch einige Fragezeichen.

    schönen Tag

    Frank

    • Diana schreibt am 7. November 2013

      Toller Artikel, super verständliche Beispiele – welche so markant sind, dass sie hängenbleiben werden! Sofort wird deutlich, was die Bilder im Kopf erreichen… Bei Fachliteratur bestimmt gut umsetzbar – aber wie verfahre ich bei dem Lernen von Sprachen Ü45 – abends und nach einem Fulltimejob? Gerade, wenn es darauf ankommt, zu dem bereits vorhandenen Bild und Namen ein Wort in einer anderen Sprache zu “speichern”?
      Für Tipps im Vorfeld besten Dank und Merci ;-)

  • Obwohl ich kein Fan von langen Artikel bin, dieses hat es sich gelohnt, bis zum Ende zu lesen. Es war interessant und unterhaltsam. Den Schlussfolgerungen kann ich nur zustimmen. Es war schön, sich sie so komprimiert vor die Augen zu führen.

  • Prof. Dr. Kira Klenke schreibt am 3. November 2013 Antworten

    interessant (und sehr einprägsam) finde ich im Artikel die Gehirn-Metapher auf einem, statt auf 2 Beinen zu laufen!

  • Interessanter Artikel! Ich werde versuchen mir diesen Ansatz mal zu Herzen zu nehmen.

    Jedochist mmir der Unterschied zwischen centered learning map und einer normalen mind map nicht ganz klar geworden.

  • Zitat : „Dann kommt die Schule. Und plötzlich funktioniert diese Kette nicht mehr, das Lernen verändert sich.
    Die Inhalte haben plötzlich nichts mehr mit unseren Zielen zu tun.“
    Dieses Problem könnte man lösen, indem man Bezüge zum realen Leben herstellt. Die Frage warum soll ich das lernen, durchzog sich durch mein ganzes Leben. Heute bin ich froh dass ich viele Dinge gelernt habe, und ich kann sie alle gebrauchen. Allerdings musste ich viele Sachen wieder neu lernen, und diese mal viel es mir leichter, weil ich die Zusammenhänge kenne. Ich glaube dass ich mich neun Schuljahre umsonst geärgert habe, gelernt hatte ich eigentlich später auf dem Abendgymnasium und beim Studium. Mit steigendem Wissen steigt auch das Interesse neues zu lernen, und das bezieht sich auch auf vollkommen neue Gebiete.
    Ich lese kein Fachbuch ohne mir Notizen zu machen, weil ich durch normales Lesen wirklich kaum etwas behalte. Bei interessanten Büchern schreibe ich immer eine Zusammenfassung, 10 bis 20 ausgedruckte Seiten. Durch diese Angewohnheit entwickelte sich ein Talent wichtige Dinge zu erkennen und zusammenzufassen.
    Ich benutze gerne eingeschweißte ( unzerstörbare) Folien die beidseitig bedruckt sind. Der Inhalt wird dort zusammengefasst. Ich arbeite dann auch mit unterschiedlichen Farben, und graphischen Darstellungen. So habe ich die wichtigsten Begriffe der Musiktheorie auf 5 Folien gebracht, die bequem auf mein E-Piano passen. Ich verschwende meine Zeit nicht um Tonleitern auswendig zu lernen. Das ganze kann man auch gut mit der Buchführung machen und vielen anderen Sachen. Mind Maps sind auch hervorwagende Hilfen. Open Office hat ein sehr gutes Zeichenprogramm, Mind Map Programme gibt es kostenlos. Und mit dem kostenlosen Scribble Papers – können sie unendlich viele Information bequem verwalten und sie schnell wieder finden.
    Bei komplizierten EDV Anwendungen erstelle ich ein Lernprogramm, indem ich den Desktopinhalt aufzeichne und Erklärungen dabei gebe. Gerade komplizierte EDV Befehle sind ja auch sehr schnell vergessen. Ich habe mit Hilfe dieser Methoden eine Menge Zeit gespart, und besitze Wissen das ich jederzeit schnell abrufen und anwenden kann. Auch hier gibt es kostenlose Programme ( Cam Studio, Active Presenter für Fortgeschrittene ). Bei den Downloads habe ich mit der Webseite von Chip gute Erfahrungen gemacht.

    • rose schreibt am 3. November 2013

      Kannst Du mir noch sagen warum die geschweisste Folien nimmst fuer deine notizen und nicht normaler ausdruck, habe das nicht ganz kapiert..danke für den hinweis auf scribble papers scheint ein super tool zu sein..zusammenfassungen sind genial habe sie früher auf mind map gemacht und dann nicht mehr durchgeblickt was ich da geschrieben habe…obwohl ich vieles auf mind map mache konzepte, notizen, to do liste

  • Danke für diesen Artikel – ich muss ihn heute abend lesen, da habe ich mehr Zeit und Ruhe. Hab den Anfang überflogen, bis zu der Stelle mit dem Lernen in der Schule und dazu möchte ich eine kurze Bemerkung da lassen:
    Von den ganzen Dingen, die ich in 13 Schuljahren bis zum Abitur lernen “durfte” (Non Scholea, sed Vitae !!) habe in meinem späteren Leben genau ZWEI Fächerinhalte tatsächlich brauchen können: Mathematik (beruflich, als EDV- Dozent und Programmierer) und Englisch (vor allem privat weil ich sehr viel in Europa, Nord- und Mittelamerika und S-O-Asien unterwegs bin). Die anderen Sachen (v.a. Kunst, Musik, Religion …..) kann ich getrost in dunkelblaue Tüten verpacken und auf den Dachboden tragen. Soviel zum Thema Lernen und Ziele.

    • ulli schreibt am 3. November 2013

      Ich finde es sehr wichtig, dass man ein sehr breites Grundwissen hat, gerade beim Abitur. Die Jugendlichen sollten sich nicht zu früh auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren. Da sich Interessen oft ändern. Deshalb finde ich eigentlich ein 13 jähriges Abitur notwendig. Hinzu sollte unbedingt Psychologie kommen, mit Schwerpunkt Selbsterkenntnis, Psychohygiene. Das wäre für die spätere Berufswahl hilfreich. Auch Fächer wie Kunst und Musik bereichern das Leben. Ich finde die Tendenz, nur noch das zu lernen was man später einmal zu Geld machen kann, sehr schlimm. Der Mensch ist keine funktionierende Maschine, sondern ein Individuum. Wir haben genug Menschen in der Politik und Wirtschaft, die nicht über den Tellerrand hinausschauen können. Deshalb wird die Welt nicht besser, sondern höchsten irgendwelche Bilanzen und Statistiken, die allesamt manipuliert sind..

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