Meine Lebensphilosophie – ein Weg zu mehr innerem Halt und Orientierung

Manchmal denke ich, es gibt irgendwie zu viel von allem. Jedenfalls mehr, als man noch erfassen, verstehen und begreifen kann.

Alles wird immer größer, immer komplexer, immer mehr. Es gibt zu viele spannende Websites. Zu viel Unrecht, gegen das man eigentlich etwas tun müsste. Zu viele Zeitschriften in der Bahnhofsbuchhandlung. Zu viele spannende Hobbys. Zu viele Marmeladensorten. Und wenn ich im Baumarkt versuche, eine passende Farbe zum Streichen meiner Gartenmöbel zu finden … gute Güte.

Ich weiß nicht, ob du das so auch manchmal fühlst. Dass du vielleicht manchmal gar nicht mehr weißt, was richtig und was falsch ist, weil es zu viel ist. Dass du irgendwie den Überblick verloren hast. Dass die Welt manchmal zu groß geworden ist, als dass man sie noch begreifen könnte.

Dass wir uns irgendwie verloren fühlen in einer Welt mit zu vielen Möglichkeiten.

Mir geht es jedenfalls manchmal so. Und das obwohl ich wirklich einiges dafür tue, meine Klarheit und Richtung nicht zu verlieren.

Die Grundfragen im Leben

Die turbulente Welt da draußen wird sich immer weiter verändern und wird wahrscheinlich noch größer, verwirrender und unübersichtlicher werden. Und die Welt da draußen wird uns weiter immer mehr und mehr Möglichkeiten bieten, zwischen denen wir uns entscheiden sollen. Da können wir wohl nichts machen.

Aber es gibt eine Sache, die mir persönlich immer wieder hilft, durch die komplexe Welt da draußen zu navigieren. Was mir hilft, ist, mich immer wieder auf die grundsätzlichen Fragen meines eigenen Lebens zu besinnen.

Ich stelle mir regelmäßig Fragen, wie:

  • Was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben?
  • Wo will ich hin und wohin nicht?
  • Was tut mir gut und was nicht?
  • Was ist für mich richtig und was ist falsch?
  • Was hilft mir ganz grundsätzlich, die Dinge zu erreichen oder zu beschützen, die mir wichtig sind?
  • Was sind meine zentralen Schwächen, und was tue ich, um diese zu kompensieren?
  • Was ist eine lebensdienliche und konstruktive Einstellung zu den zentralen Themen im Leben, wie beispielsweise: Liebe, Freiheit, Miteinander, Sinn, Freundschaft, Würde, Wohlstand, Sicherheit oder Erfolg?

Die Antworten auf diese Fragen bilden meine Lebensphilosophie. Also meinen persönlichen Blick auf die Welt. Wenn wir für uns stimmige und lebensdienliche Antworten auf diese Fragen gefunden haben, können wir deutlich besser mit der Welt da draußen umgehen. Weil wir so deutlich einfacher sagen können, was da draußen für uns wichtig und relevant ist. Oder was wir geflissentlich ignorieren können.

Es gilt also, erst einmal im eigenen Kern klarer und stärker zu werden, damit wir besser mit der sich immer schneller drehenden Welt umgehen können.

Wenn du auf diese Fragen von oben für dich keine klare Antwort hast, dann könnte das ein Grund dafür sein, dass du dich manchmal überfordert, orientierungslos, zweifelnd und unentschlossen fühlst.

Denn in der heutigen Zeit brauchen wir ein paar Fixpunkte, einen Anker, etwas, woran wir uns festhalten können. Und deine Lebensphilosophie kann so ein Fixpunkt oder so ein Anker sein. Etwas, das dir Halt und Stabilität gibt.

Wenn ich keine Lebensphilosophie habe, bin ich oft ein Spielball der sich ständig verändernden Welt. Dann bestimmen andere über meine Richtung und meinen Weg. Weil ich haltlos bin, weil ich keinen Anker habe.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Was genau ist eine Lebensphilosophie?

Wie könnte so eine Lebensphilosophie beispielsweise aussehen? Dazu einige Beispiele:

Viele Menschen leben beispielsweise nach der Maxime:

„Leben und leben lassen.“

Oder sie orientieren sich an der goldenen Regel:

„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“

Eine gute Lebensphilosophie beinhaltet unter anderem grundlegende Regeln, die wir für gut und richtig halten.

So eine Regel könnte sein:

„Ich helfe dir, du hilfst mir.“

Oder:

„Gemeinsam ist alles einfacher.“

Oder:

„Probleme sind dafür da, um gelöst zu werden.“

Manchmal lässt sich eine Lebensphilosophie auch in einem Wert ausdrücken:

Frieden: Pazifisten machen den Frieden zum Zentrum ihrer Lebensphilosophie.

Natur: Umweltschützer verpflichten sich dem Erhalt der Natur.

Kunst: Alles ist schön, wenn es ein wahrhaftiger Ausdruck meiner selbst ist.

Stärke: Ich nehme mir, was ich will, auch wenn andere darunter leiden, denn ich bin der Stärkere.

Das alles können Fragmente einer Lebensphilosophie sein.

Und hier einmal ein reales, in Worte gefasstes Beispiel einer Lebensphilosophie:

„Das Leben ist kurz. Lebe wirklich. Heute. Erschaffe Dinge. Werde größer, als du gedacht hast.

‚Was kann ICH tun?‘ ist die Frage im Kern deiner Wirksamkeit und der positiven Veränderung.

Lernen. Leisten. Wachsen. Leben. Wieder und wieder.

Klug und erwachsen. Irgendwann vielleicht weise.

Sei das beste Ich, das du sein kannst. Versuch nicht, jemand anderes zu werden. Jeder von uns hat seine Schwächen, Probleme, wunden Punkte und verzerrten Sichtweisen. Du hast sie. Die anderen auch. Erlaube dir, ein unperfekter Mensch zu sein. Erlaube es den anderen auch.

Probleme nicht ertragen, sondern lösen. Jedes Problem hat eine Lösung. Denke. Forsche. Frage.

Ändere, was du kannst. Mache das Beste aus dem, was du nicht ändern kannst oder willst. Gehe, wenn du beides nicht schaffst.

Zusammen mit Menschen, die ich mag, eine positive Kraft sein: Das ist Glück.

Zögerlichkeit frisst Leben. Entschlossenheit öffnet Türen.

Mut heißt, es trotzdem zu tun. Wenn es dir wichtig ist.

Es gibt im Leben Schöpfer, Kritiker und Konsumenten. Wenn du nach Erfüllung strebst, sei ein Schöpfer und erschaffe coole Dinge, die dich und andere begeistern.

Wenn du nichts zu sagen hast, was jemanden wirklich weiterbringt, dann sage nichts.

[…]

Das ist jetzt nur ein Beispiel für eine Lebensphilosophie. Vieles davon versteht man vielleicht von außen nicht in der ganzen Tiefe, wie sie vom Verfasser gemeint war. Weil eine Lebensphilosophie immer etwas sehr Persönliches und Individuelles ist. Deine Lebensphilosophie wird ganz anders aussehen. Aber du bekommst vielleicht eine Idee, wie deine Lebensphilosophie aussehen könnte.

Vielleicht hast du ja auch Lust bekommen, deiner Lebensphilosophie auf den Grund zu gehen. Wenn ja, dann setze dich einfach hin und schreib die Antworten auf die Fragen von oben auf.

Ohne Aufschreiben geht es nicht. Denn unsere Gedanken sind flüchtig und morgen wissen wir nicht mehr, was wir uns heute gedacht haben. Deswegen bitte aufschreiben.

Dabei sind die schriftlich formulierten Bestandteile deiner Lebensphilosophie dann eine Mischung zwischen:

  1. deinem augenblicklichen Zustand, also dem, was du lebst, auf der einen Seite, und
  2. dem Selbst, das du zu sein anstrebst, auf der anderen.

Und nimm dir hier nicht zu viel vor. Es macht keinen Sinn, eine komplett unrealistische und unerreichbare Lebensphilosophie zu formulieren. Das erzeugt nur Schmerz und Enttäuschung.

Aber du darfst deine Lebensphilosophie schon so formulieren, dass du ein wenig über dich hinauswachsen musst, um sie zu erfüllen.

Lebensdienliche und weniger lebensdienliche Lebensphilosophien

Eine Lebensphilosophie muss übrigens nicht immer nett und moralisch einwandfrei sein. Eine Lebensphilosophie ist einfach nur wertfrei eine Sichtweise auf die Welt, nach der ich lebe und an der ich mich orientiere.

So wie oben in dem einen Beispiel:

Stärke: Ich nehme mir, was ich will, auch wenn andere darunter leiden, denn ich bin der Stärkere.

Wenn ich nach dem Prinzip „Der Stärkere gewinnt“ lebe, dann könnte das mein Leben auch zu einem traurigen Ort machen. Weil ich dann vielleicht keine Freunde habe, mit denen ich die guten Sachen im Leben teilen kann. Aber auch das ist eine Lebensphilosophie.

Deswegen möchte ich hier zwischen lebensdienlichen und weniger lebensdienlichen Lebensphilosophien unterscheiden.

Wenn eine Lebensphilosophie dazu führt, dass ich die Dinge bekomme, die wichtig für mich sind, dann ist sie lebensdienlich.

Wenn eine Lebensphilosophie dazu führt, dass ich mich von Dingen abschneide, die ich eigentlich bräuchte, um glücklich und zufrieden zu sein, dann nenne ich sie lebensfeindlich.

Wenn ein Teil meiner Lebensphilosophie zum Beispiel lautet:

„Menschen sind alle egoistische Idioten, die alle nur auf ihren Vorteil bedacht sind.“

Und wenn ich aber gleichzeitig das Bedürfnis nach Nähe, Miteinander, Freundschaft und Zuwendung habe, dann ist meine menschenfeindliche Lebensphilosophie eher hinderlich.

Wenn ich dagegen ein Mensch bin, der andere wirklich nicht braucht, dann muss diese menschenfeindliche Einstellung nicht zwingend lebensfeindlich sein.

Was ich sagen will: Es gibt kein Richtig und kein Falsch bei Lebensphilosophien.

Jeder hat ein Recht auf seine eigene Sichtweise. Und jeder hat auch ein Recht darauf, sich das Leben einfacher oder schwerer zu machen.

Lebensphilosophien, die das Leben einfacher und besser machen

Wenn du dir dein Leben einfacher und besser machen möchtest, dann achte lieber darauf, dass deine Lebensphilosophie auch lebensdienlich ist.

Das bedeutet, dass du dir auf der einen Seite nützliche und hilfreiche Sichtweisen, Prinzipien und Regeln zulegst.

Auf der anderen Seite muss die Lebensphilosophie natürlich zu dir als Mensch und Persönlichkeit passen.

Wenn du von Hause aus ein wettbewerbsorientierter Mensch bist, dann macht es vielleicht wenig Sinn, sich eine sanfte und schüchterne Lebensphilosophie zurechtzulegen, nur weil du das Gefühl hast, dass andere das von dir erwarten. Überlege dir lieber, wie du deine Persönlichkeit in die Welt bringen kannst, ohne dass du die Dinge zerstörst, die dir auch wichtig sind.

3 zusätzliche Fragen, damit eine Lebensphilosophie auch lebensdienlich ist:

  1. Was brauchen Menschen alles, um glücklich und zufrieden zu sein? (z. B. ein gutes soziales Netz, Freiheit, Sinn, eine Aufgabe, Stabilität, Abenteuer, Erfolg)
  2. Wie könnte ich meine speziellen Stärken nutzen, um die Dinge zu bekommen, die Menschen so brauchen?
  3. Welche allgemeinen Regeln und Prinzipien lassen sich aus den Antworten auf die Fragen 1 und 2 ableiten? Regeln, wie beispielsweise: „Familie geht immer vor!“.

Noch einmal zur klaren Unterscheidung:

Lebensdienlich bedeutet, etwas ist konstruktiv, menschlich, schöpferisch, kraftspendend, aufbauend, erschaffend, pflegend und ausgleichend.

Lebensfeindlich bedeutet, etwas ist destruktiv, Quell von Schmerz und Leid, zerstörerisch, ewiger Streitpunkt, kräftezehrend oder zernagend.

Und wenn du ein gutes Leben willst, dann willst du wahrscheinlich auch, dass deine Lebensphilosophie lebensdienlich ist.

Nachdem ich meine Lebensphilosophie formuliert habe …

O. k., nehmen wir an, du hast eine Weile über die Fragen von oben nachgedacht. Das hat wahrscheinlich einige Zeit gebraucht, denn die Fragen gehen ganz schön ans Eingemachte.

Aber nun hast du eine Lebensphilosophie für dich formuliert.

Und was machst du jetzt? Das Folgende könntest du probieren:

  1. Verinnerliche deine Lebensphilosophie regelmäßig, jede Woche, jeden Tag, so oft, bis du sie auswendig kannst. Das ist wichtig, denn im Alltag verlieren wir die wesentlichen Dinge so oft aus den Augen, wenn wir nicht aufpassen. Aber pass ja auf.
  2. Handle nach deiner Lebensphilosophie. Nimm dir bei kleinen und großen Entscheidungen deine Lebensphilosophie vor und frage dich: „Was würde ich tun, wenn ich im Einklang mit meiner Lebensphilosophie handeln würde?“
  3. Erweitere deine Lebensphilosophie. Hast du neue Erkenntnisse, dann schreib sie auf. Sind alte Erkenntnisse oder Regeln nicht mehr wichtig für dich, dann streiche sie. Über die Jahre werden einige Punkte stabil und unverändert bleiben. Das ist dann dein roter Faden, dein wirkliches Wesen, deine Grundhaltung und dein stabiler Kern. Es ist spannend, zu beobachten, wie sich mit der Zeit so ein Kern herausbildet. Aber es dauert. Deswegen ist eine regelmäßige Überarbeitung nützlich.

Und nun?

Ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen in der heutigen Zeit halt- und orientierungslos sind. Einfach, weil sie sich nie über die wirklich wichtigen Fragen im Leben Gedanken gemacht haben.

Wer Halt und Orientierung sucht, findet sie in seinem Inneren, wenn er sich denn auf die Suche danach macht.

Ein Weg dazu ist, sich mit Hilfe der Fragen und Hinweise in diesem Beitrag hier eine Lebensphilosophie zurechtzulegen und diese dann im Alltag zu leben, sich daran zu reiben, daran zu wachsen.

Und dann folgt irgendwann das Gefühl von Orientierung, Richtung und Halt.

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