Meine Trauer wird dich finden (Roland Kachler)

„Meine Trauer wird dich finden. Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit“ – von Roland Kachler – Freiburg im Breisgau: Kreuz Verlag, 2012 – 140 S. – ISBN: 978-3-7831-2585-6 – 14,95 €

Wenn ein naher Mensch stirbt, sind der Schmerz und die Trauer oft unermesslich groß. In den meisten Fällen hinterlassen ein verstorbener Lebenspartner, das Kind, die Freundin oder der Elternteil eine schmerzhafte, kaum auszuhaltende Leere. Das Leben ist nicht mehr, wie es war. Es wird auch nie wieder so werden. Trauernde begegnen dann häufig dem wohlgemeinten Rat, sich von dem Toten zu verabschieden und ihn möglichst loszulassen. In der Hoffnung, dass das Leben dann wieder besser und leichter würde.

Fast jeder, der einen nahen Menschen verloren hat, macht die Erfahrung, dass der Weg des Loslassens sehr schwer sein kann. Oder gar unmöglich erscheint. Will man den Menschen, der einem so nahe war, den man geliebt hat und mit dem man eng verbunden war, wirklich loslassen? Trauernde können sich gerade das oftmals nicht vorstellen.

Das Buch „Meine Trauer wird dich finden“ hat für all diese Menschen eine ermutigende und tröstende Botschaft: Den geliebten Menschen loszulassen ist nicht nötig. Es gibt Wege, die Beziehung zu ihm weiterzuleben. Natürlich anders und irgendwie neu. Dabei geht es nicht um Kontakte mit dem Jenseits, Seelenwanderung und Ähnliches. Sondern darum, wie der verstorbene nahestehende Mensch auch nach seinem Tod Teil des Lebens sein kann. Und zwar ganz konkret im Alltag und auch in der Zukunft.

Der Autor Roland Kachler ist Psychotherapeut und kennt Trauer und den Verlust eines wichtigen Menschen aus eigener Erfahrung. Nach dem Tod seines Sohnes suchte der erfahrene Therapeut seinen eigenen Trauerweg jenseits des weitverbreiteten Ansatzes des „Loslassens“. Aus persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen mit Klienten und Trauergruppen entstand dieser Ratgeber. Einfühlsam greift der Autor die vielschichtigen Gefühle und Erfahrungen Hinterbliebener auf. Der Leser fühlt sich wirklich verstanden. Gerade das ist in so einer aufwühlenden und schmerzhaften Zeit besonders wertvoll. Zudem zeigen konkret anleitende Übungen Wege auf, mit dem Verlust und allem, was damit einhergeht, umzugehen.

Das Buch hilft dabei, sich selbst besser zu verstehen. Es zeigt, wieso z. B. Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse wohltuend und zugleich fast unerträglich sein können. Dabei spart der Autor auch verwirrende Gefühle und Erfahrungen nach dem Tod des geliebten Menschen nicht aus. Er ermutigt, auch diese Gefühle anzunehmen und stehen zu lassen, ohne sie abzuwehren und sich zu verurteilen. Zu all dem gibt es konkrete Hilfestellungen und Übungen.

Diese Übungen sind eine echte Hilfe.

Häufig ist die Trauer so schmerzhaft, dass man am liebsten irgendetwas tun möchte, damit es einem besser geht. Jedoch alles Tun und Machen hilft nur begrenzt. Der Schmerz und die Leere bleiben fast allgegenwärtig. Das Buch gibt Anregungen, selbst etwas zu tun, sich z. B. in Vorstellungsübungen mit dem geliebten Menschen zu verbinden oder Erinnerungsrituale zu entwickeln. Damit kann der trauernde Leser dem geliebten Menschen auch in Zukunft einen wichtigen Platz im eigenen Leben geben.

So regt der Autor z. B. dazu an, einen konkreten Ort zu finden, an dem die Trauer und die Liebe zu dem Verstorbenen gespürt werden kann. Das kann das Grab, ein gemeinsamer Lieblingsplatz oder auch ein anderer Ort sein. Das Buch ermutigt dazu, Orte, die man zusammen besucht hat, nun alleine wieder aufzusuchen. Gerade diese schmerzhafte Erfahrung kann helfen, sich mit dem Verstorbenen verbunden zu fühlen. Ebenso wie Erinnerungen, die einen großen Schatz bilden können. Auch hier gibt das Buch leicht umsetzbare Anregungen, wie Erinnerungen trösten und stützen können. Aber auch wie mit schwierigeren Erinnerungen und unversöhnlichen oder ärgerlichen Gefühlen umgegangen werden kann. Denn auch diese tauchen oftmals nach einiger Zeit auf und können Schuldgefühle erzeugen.

Für Trauernde, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, kann dieser Ratgeber ein echter Rettungsanker und Wegweiser durch eine der schwersten Zeiten sein. Ein wertvoller Begleiter, der ermutigt, tröstet und da Hoffnung schenkt, wo eigentlich keine Hoffnung mehr spürbar ist. Die Beziehung zu dem geliebten Menschen darf weitergehen. Es wird zwar nie wieder so, wie es war. Das Leben wird anders sein. Aber der nahe Mensch darf ein wichtiger Teil des Lebens bleiben.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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Kommentare

  • Ich habe mir dieses Buch nach dem Tod meines Vaters gekauft und finde, dass es sehr schöne Anregungen enthält, die Beziehung zum Verstorbenen neu aufzubauen. Dadurch wird der geliebte Mensch, den man verloren hat, in das Leben, das weitergeht, miteingebaut. Für die Trauernden selbst bietet es Möglichkeiten, wie man sich trotz der physischen Abwesenheit des Verstorbenen ihm doch sehr nahe fühlen kann.
    Ich habe mich in meinem Gefühlschaos sehr verstanden gefühlt und die Anregungen gaben mir Halt. Ich habe jedoch keinen Vergleich zu anderweitiger Trauerliteratur, suchte damals aber etwas „Konkretes“ und war mit meiner Wahl zufrieden. Kann das Buch also weiterempfehlen.

  • Danke für dieses Buch – ich werde es nicht lesen, weil ich das bereits selber erfahren durfte. Schön, dass das jetzt jemand niederschreibt. Die Christen leben das übrigens mit der Vorstellung “Leben nach dem Tod”, d.h. derjenige ist noch existent, aber nicht mehr hier. Ich lebe das mit der Vorstellung, dass mein Vater immer bei mir ist, wenn ich an ihn denke oder wenn ich (durch mein Kind ganz oft) schöne (aber auch nicht so schöne) Erinnerungen an ihn habe. Und in Gedanken sage ich ihm schon mal das ein oder andere. Oft lächele ich dabei, manchmal weine ich, weil er nicht mehr dabei ist und machmal bin ich auch stinksauer. All das darf so sein!
    Aber eins spüre ich immer wieder: Trauer ist für mich ein andauernder Prozess. Ich wehre mich nicht, ich lebe das – und ich vermittele es auch so meinem Sohn. Es ist nicht immer das Loslasssen – hier ist es vielmehr das Annehmen des So-Seins, egal welche Gefühle es bringt. Ich wünsche das allen Trauernden, die sich nicht trauen zu trauern :-) Es tut nicht immer weh, es wird irgendwann vielleicht bitter-süß und manchmal auch schön! (allerdings rede ich nicht von den Prozessen erschwerter Trauer z.B. bei Traumata, da ist das alles gewiss komplexer…)

  • Ich glaube Ihr Beitrag kann mir Schrittweise weiterhelfen mit meinen 4 Traumata umzugehen – Tod meiner Mutter als ich 10 Jahre war; Tod der Stiefmutter als ich 17 Jahre war; gewalttätiger cholerischer Vater und das gleiche Verhalten + pathologische Eifersucht beim Ehemann und letztes Trauma durch medizinische Behandlungen, speziell beim Zahnarzt – ich habe im Januar 2011 einen totalen Zusammenbruch und Infarkt der Psyche erlebt. Durch meine Therapeutin habe ich erfahren, dass ich seit frühester Kindheit permanent überfordert und seelisch missbraucht wurde. Trotz allem habe ich eine positive Einstellung zu meinem Leben und glaube ganz fest daran, dass auch ich irgendwann mal wieder normal leben kann.

    • Stef B. schreibt am 30. September 2013

      Ich trauere schon seit 18 Jahren. Zuerst wurde mein Vater Parkinson krank als ich 10 Jahre alt war. Dann lebte ich bei uns zu hause 10 Jahre, wie in einem chronischen Krankenhaus. Meine Mutter mit null Pflegeerfahrung versuchte den Vater neben dem Familienunternehmen, einem Optikergeschäft auch noch 100%ig zu pflegen. Die Folge, meine Mutter starb vor meinem kranken Vater an Krebs. 6 Monate später war es auch um meinen Vater geschehen.
      Nun hab ich selbst Familie & bin Vater von 2 Kindern. Ab & zu raste ich aus. Mein STRESS, Überforderung!!! Parkinson ist ein Damoklesschwert, aber es gibt viele Gründe sich jeden Tag mit den Kindern zu freuen & bei den kleinen Dinge des Lebens angefangen solange zu geniessen wie möglich.

  • Ich bin Trauernde, immer noch. Wird dies jemals vorbei sein?

    Zum Beitrag: Wie wunderbar, einmal nicht loslassen zu MÜSSEN !

    • Brigitta L. schreibt am 29. September 2013

      Liebe Karin,
      jeder Mensch hat seine eigene Zeitdauer der Trauer. Ich denke, im Grunde ist Trauer niemals komplett vorbei – aber, sie verändert sich.
      Wir lernen, mit ihr zu leben.
      Alles Liebe
      B.

    • C. S. schreibt am 30. September 2013

      Geht Trauer vorüber? Es wird anders. Es wird besser. Es wird “erträglicher”. Es nimmt weniger Raum und Schmerz ein.

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