Eine einfache Methode, um Vorurteile abzulegen und die eigene Einstellung zu ändern

Wir alle haben Einstellungen und Vorurteile, die uns im Leben einschränken.

Zum Beispiel, wenn ich nicht an meine Fähigkeiten glaube und deshalb gar nicht versuche, den Top-Job zu bekommen.

Oder wenn ich glaube, dass alle südländischen Autoverkäufer Abzocker sind, dann werde ich vielleicht auch nicht dieses fantastische Auto mit dem super Preis-Leistungs-Verhältnis kaufen.

Der Arbeitsmarkt ist so schlecht und deswegen bleibe ich lieber in meinem (ungeliebten) Job.

Oder wenn ich glaube, dass ich zu unattraktiv bin und deshalb keiner mit mir zusammen sein möchte, bremst mich das bei der Partnersuche.

Oder wenn ich mir selbst unbewusst meinen Erfolg verbiete, weil ich Erfolg und Reichsein immer mit Arroganz und Gier verbinde.

Woran wir glauben und was wir für wahr halten, bestimmt zu einem nicht unerheblichen Teil, wie wir uns im Alltag fühlen.

Wer z. B. fest daran glaubt, dass alles gut wird, der geht gelassener durchs Leben. Wer hingegen davon überzeugt ist, dass Menschen grundsätzlich schlecht sind, wird sich unter anderen Menschen wahrscheinlich häufig unsicher und bedroht fühlen.

Wenn wir uns selbst mit unseren Glaubenssätzen, unserer Einstellung und unseren Vorurteilen nicht mehr so sehr einschränken, dann öffnen sich plötzlich Türen: Unsere Möglichkeiten werden automatisch größer, weil wir uns selbst nicht mehr beschränken. Und wir können Chancen nutzen, die wir vorher gar nicht gesehen haben.

Ein 4-Schritte-Training, um einschränkende Einstellungen und Vorurteile abzulegen

Zum Glück können wir unsere Einstellungen und unser Denken umtrainieren und damit auch unsere Gefühle und unser gewohnheitsmäßiges Handeln ändern.

Der Prozess an sich ist dabei gar nicht so schwer. Schwierig ist nur das Training. Denn was sich womöglich jahrelang in unserem Kopf als fester Glaube festgesetzt hat, das kriegen wir nicht in ein paar Minuten wieder da raus. Dazu braucht es eben ein wenig Training und Ausdauer, um unsere Vorurteile und einschränkenden Einstellungen immer wieder zu entkräften.

So, genug zur Theorie. Lass uns einfach mal schauen, wie diese 4-Schritte-Methode nun genau ausschaut:

Es vielleicht endlich angehen. Es ist vielleicht Zeit. Das Richtige zu tun. In kleinen Schritten ist es am einfachsten. Ernährung. Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Du kannst die Sache in die Hand nehmen und es in unserem Training in kleinen Schritten schmerzfrei angehen. Dein Erfolgserlebnis. (Start: Montag 25.9 – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 27.9.)

Dazu habe ich hier mal zu einem der vielen Vorurteile von weiter oben ein Beispiel für dich vorbereitet. Nehmen wir doch einmal die weit verbreitete Einstellung:

„Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant. So will ich nicht sein. Dann bleibe ich lieber arm, aber auf dem Boden.“

Wie könnten wir diese einschränkende Einstellung nun hinterfragen?

Schritt 1: Prüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage

Fangen wir erst einmal an, die Allgemeingültigkeit dieser Aussage zu prüfen, indem wir einen kleinen Dialog mit uns selbst führen (am besten schriftlich):

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Wie viele reiche Leute kenne ich?

B: 2 oder 3.

A: Und wie viele reiche Leute gibt es?

B: Wahrscheinlich viele Millionen.

A: Und nur weil du bei 2 oder 3 reichen Menschen eine Erfahrung gemacht hast, schließt du auf die anderen Millionen Menschen, die auch viel Geld haben. Ist das logisch, vernünftig und realistisch?

B: Nein, ist es nicht. Ich kann es ja gar nicht wissen. Ich gebe es zu, es ist nur ein Vorurteil.

Diese Fragen können dir helfen, die Allgemeingültigkeit deines Vorurteils zu überprüfen:

  • Wie viele Menschen kenne ich, die …?
  • Wie viele Menschen kenne ich, die nicht …?
  • Sind wirklich alle Menschen …?
  • Gibt es auch Gegenbeispiele dafür, dass …?

Schritt 2: Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen

Dann prüfen wir noch einmal die Glaubwürdigkeit unserer Quellen, von denen wir diese Einstellung übernommen haben:

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Von wem weiß ich eigentlich noch, dass reiche Leute fies sind?

B: Mein Großvater hat das immer gesagt, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr kommt als ein reicher Mensch in den Himmel.

A: Und wie viele reiche Leute kannte dein Opa? Ich meine, konnte er das beurteilen oder war es bei ihm auch nur ein Vorurteil?

B: Wahrscheinlich kannte er auch nicht so viele reiche Leute. Nein, er konnte es wahrscheinlich auch nicht wissen.

A: Und wo hast du das noch her?

B: Das liest man doch jeden Tag in der Zeitung und sieht es im Fernsehen.

A: Und wie glaubwürdig sind diese Quellen? Kommt es bei diesen Quellen darauf an, die Wahrheit zu zeigen oder Storys zu verbreiten, die die Leute unterhalten und in dem, was sie denken, zu bestärken (Stichwort: Populismus)?

B: Ja, du hast recht. Die Medien bedienen in den meisten Fällen auch nur die gängigen Klischees.
Sie zeigen oft nur die Seite, die die Leute sehen wollen. Um sich daraus eine realistische Meinung zu bilden, sind sie wahrscheinlich nicht geeignet. Also auch die Medien sind kein Beweis für diese Einstellung. Ich sehe es ein.

Diese Fragen können dir helfen, die Glaubwürdigkeit deiner Quellen zu überprüfen:

  • Woher habe ich den Gedanken, dass …?
  • Wie kommt diese Person darauf, dass …?
  • Kann es sein, dass er/sie das nur behauptet, weil …?
  • Wie glaubwürdig ist die Quelle …?
  • Gibt es stichhaltige Beweise, dass …?

Schritt 3: Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat

Als Nächstes können wir dann noch schauen, welchen Einfluss die Einstellung auf unser Leben hat: Wie handeln wir gewohnheitsmäßig (bewusst und unterbewusst) ausgehend von dieser Einstellung?

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Welchen Einfluss hat die Einstellung, dass alle reichen Menschen fies sind, auf dein Leben? Macht dich diese Einstellung glücklich? Hilft dir diese Einstellung in deinem Leben?

B: Wenn ich es mir recht überlege, dann hat es die folgenden Auswirkungen:

  • Ich verachte reiche Leute und ziehe viel Bestätigung daraus, dass ich weiß, dass mir Geld nicht wichtig ist und dass ich ein integerer Mensch bin, weil ich nicht durch Geld korrumpiert bin. (Achtung! Hier habe ich noch eine einschränkende Einstellung gefunden: Geld korrumpiert.)
  • Das hat natürlich zur Folge, dass ich bewusst und unbewusst alles dafür tue, dass Geld nicht lange bei mir bleibt, weil ich ja um Himmels willen nicht auch reich und damit fies werden will.
  • Und das hat zur Folge, dass ich oft finanzielle Schwierigkeiten habe und mir oft wegen Geld Sorgen mache.
  • Ich kann mir vieles nicht leisten, was ich gerne hätte.
  • Ich würde beruflich gerne umsatteln, aber ich habe nicht genug Geld, um die Übergangszeit zu überstehen.
  • Ich glaube, es gibt noch ganz, ganz viele negative Auswirkungen …

Diese Fragen können dir helfen, zu prüfen, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat …

  • Welchen Einfluss hat diese Einstellung auf mein Leben?
  • Wie macht sich diese Einstellung in meinen Beziehungen bemerkbar?
  • Inwiefern schränkt mich diese Einstellung ein?
  • Was bleibt mir aufgrund dieser Einstellung oder dieses Vorurteils verwehrt?

Schritt 4: Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest

Und schlussendlich können wir uns fragen, wie unser Leben wäre, wenn wir diese Einstellung einfach loslassen würden:

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Wie wäre dein Leben, wenn die Einstellung, dass reiche Menschen fies sind, keine Auswirkungen mehr auf dein Leben hätte? Wie wäre es, wenn du dieses Denken einfach loslassen würdest? Wie würdest du dich dann fühlen? Wie würdest du dann handeln? Was würde sich ändern?

B: Ich glaube, das könnte viele Auswirkungen haben:

  • Ich würde mir selbst die Chance geben, auch zu ein bisschen Wohlstand zu kommen.
  • Ich könnte ein leuchtendes Beispiel dafür werden, wie man reich und freundlich, mitfühlend und liebenswert ist.
  • Ich würde den Menschen vorurteilsfreier begegnen und ich würde damit viel öfter interessanten Chancen über den Weg laufen, zu Wohlstand zu gelangen.
  • Mein Leben würde einfacher und leichter werden, weil ich mir nicht mehr so viel Sorgen um Geld machen würde.
  • Ich hätte viel mehr Möglichkeiten, mein Leben bewusst zu gestalten.
  • Ich glaube, wenn ich weitersuche, dann finde ich noch viel, viel mehr positive Auswirkungen.

Diese Fragen können dir helfen, herauszufinden, wie dein Leben ohne diese Einstellung wäre:

  • Was wäre anders, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?
  • Welche Möglichkeiten würden sich mir bieten, wenn ich dieses Vorurteil ablegen könnte?
  • Inwiefern würde ich mich anders verhalten, wenn ich das nicht denken würde?
  • Was würde es in meinen Beziehungen/im Berufsleben/im Alltag verändern, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?

Mit diesen vier Schritten können wir also unsere einschränkenden Einstellungen überprüfen und ändern, wenn wir sie lange genug hinterfragen.

  • Prüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage.
  • Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen.
  • Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat.
  • Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest.

Nun … wie sieht das jetzt bei dir aus? Welche einschränkenden Einstellungen hast du? Und mit welcher davon könntest du diese 4 Schritte einmal ausprobieren?

Übrigens kannst du mit diesen 4 Schritten auch anderen helfen, ihre Vorurteile loszuwerden. Dann stellst du die Fragen wie oben im Beispiel und dein Gegenüber antwortet.

Diese Sätze können dir bei deiner Suche nach Vorurteilen und einschränkenden Einstellungen weiterhelfen:

  • Ich bin zu alt für … und deswegen …
  • Dazu bin ich zu jung und deswegen …
  • Ich bin zu X und deswegen …
  • Ich bin nicht X genug und deswegen …
  • Menschen sind …
  • Das Leben ist …
  • Chefs sind …
  • Meine Kollegen sind …
  • Männer sind …
  • Frauen sind …
  • usw.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Hinterfragen.

Aber Achtung: Veränderungen und Aha-Erlebnisse sind nicht ausgeschlossen!

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Die Abkürzung? Ist das realistisch? Schmerzfreie Veränderung (fast) ohne Willenskraft und Selbstdisziplin Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Mit unserer neuen Methode lernst du, wie es geht Dein Erfolgserlebnis. (100% Geld-Zurück-Garantie. Start: Montag 25.9 – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 27.9.)

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Kommentare

  • “Liegt es an deinem Ermessen ja oder nein zu sagen, so entscheide dich für das schwerere, Zugeständnisse aus Schwäche wirst du später bereuen.”
    Hallo Ralf und Team , dieser Satz schrieb mir mal ein ehemaliger Grundschul Lehrer im mein Poesie-Album. Ich habe diesen auswendig gelernt und bis heute ist er mir im gebliebeni. Nur der Lehrer leider nicht. Wie gefällt euch dieser Satz????
    Ich denke sehr oft daran hat viellicht nicht unbedingt mit Reichtum zu tun aber vielleicht wie ich dazu komme oder?? Inneren Reichtum??? Passt evtl. zu Ritas oder Ullis Gedanken.??
    PS: Gerne hätte ich ein wenig Reichtum innen sowie auch nach außen.
    In diesem Sinne allen ein schönes Wochenende mit lieben Grüssen vom Schwarzwald!!!

  • Hallo zusammen,
    was im Leben zählt sind meiner Meinung nach nicht die Worte sondern unsere Handlungen. Diese 4 Schritte mal praktisch zu machen, ganz bewusst und auf die Wirkung zu achten, ist sehr gut, um sich ernsthaft eine Meinung bilden zu können über die Wirkung. Auch ich erwische mich schon mal dabei, einschränkende Einstellungen zu denken. Und dafür muss man manchmal sehr, sehr ehrlich mit sich selbst sein, sonst sieht man sie nicht. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, es ist sehr befreiend, diese Schritte zu machen. Es funktioniert immer. Voraussetzung ist es wirklich zulassen zu wollen (oder zu können). Auch hier gilt: Übung macht den Meister! Oh je, ist das auch ein einschränkender Glaubenssatz??? Übrigens Glaubenssätze, die mich in meinem Leben nicht stören, dürfen bleiben. Glaubenssätze wirken in beide Richtungen: störend oder auch fördernd.

    Liebe Grüße

  • Antwort Helmut

    Zitat: “Ich kenne einige Leute, die eben nicht den Erfolg haben, den sie haben könnten und dann frustriert, neidisch oder gar aggressiv werden.

    Dabei muss man folgendes beachten. Liegt es in meinem eigenen Machtbereich, das ich Erfolg habe. Das ist leider sehr selten. Ich will das mal an einem Beispiel verdeutlichen.

    Lerne ich ein Musikinstrument, mache ich Abitur oder studiere liegt das zu 95 % an mir, wie gut ich abschneide. Ich bin also im wesentlichen für meinen Erfolg verantwortlich.

    Eine Karriere in einem Unternehmen hängt von vielen Faktoren ab. Eigene Leistung ist da sicherlich nicht das einzige Kriterium. Über die Prozente könnten wir uns streiten. Aber um 95 % Eigenanteil wird es sich dabei nicht handeln. Anpassung, Kollegen, Intrigen, Planstellen etc. und das Wohlwollen des Chefs spielen eine Rolle.

    Wenn man sich jetzt ein Projekt aussucht, wo ich bei gegebenen Einsatz das meiste erreiche, würde ich doch Projekt 1 wählen. Wenn man knapp kalkuliert, reichen sogar 60 % meines Einsatzes um das Ziel ( Zeugnis, Diplom ) zu erreichen. Beim zweiten Ziel ( Erfolg im Unternehmen ) muss ich 120 % (in der heutigen Berufswelt ) geben um vielleicht eine Erfolgschance von 30 % zu haben. Also, ich wüsste für welches Projekt ich meine Energie einsetze.

    Ich kenne viele Menschen die erfolgreich sind, oder zumindest so tun. Da sind die meisten von frustriert, neidisch oder aggressiv. Vor allem aber sind sie unsicher und unzufrieden.
    Ganz schlimm wird es wenn man viel Energie hineinsteckt ( z.B. das halbe Leben ) und dann scheitert. Ich zerstöre nun also Gleich zwei Glaubenssätze.

    1.) Einsatz gleich Erfolg ( zumindest stark relativiert )
    2.) beruflicher Erfolg = Zufriedenheit ( nur selten )

    Zitat:“Genauso sollte jeder selbst heraus finden, was er unter Erfolg versteht.“

    100 % Zustimmung. Für ganz gefährlich halte ich es ein vorgegebenes gesellschaftliches Ziel ( also durch Medieneinfluss, oder Papa war auch Arzt ) unbewusst oder unkritisch zu übernehmen. Leider brauchen wir viele Jahre um uns gut genug zu kennen, um überhaupt zu wissen was wir wollen.

    Zitat: „Stattdessen wird gejammert und geklagt, …… als Ausrede und Begründung für ihre Bequemlichkeit, Beratungsresistenz oder gar Schuldzuweisung an“

    Ich finde es besser wenn man Unzufriedenheit äußert ( um das mal positiv zu formulieren), als wenn man durchhält und sein ganzes Leben verpfuscht oder das anderer Menschen. Durchhalten ist nämlich nicht immer positiv. Bequem ist es sicherlich nicht einen anderen Weg zu gehen den der Mainstream vorlebt. Und zwischen Beratung und Beeinflussung oder Bevormundung kann der kluge Mensch dann auch unterscheiden.

    Zusammenfassend kann ich sagen, das ich gegen Glaubenssätze und positiver Naivität bin.

    Und ganz wichtig ist für mich immer, beide Seiten einer Medaille zu sehen. Vorurteile sind nicht nur negativ, sondern auch positiv. Und genauso wie negativ besetzte Eigenschaften positiv sein können, ist es auch umgekehrt.

    Fleiß ist keine gute Eigenschaft, es kommt immer darauf an wöfür man diese Eigenschaft einsetzt. Im Idealfall für die Menschheit ( Erfinder ), im schlimmsten Fall gegen die Menschheit ( Nazi ), oft aber auch nur um die eigene Zeit zu verschwenden.

  • Ab wann ist denn Jemand “reich”?
    Ab 100.000€ ? Ab einer Million?
    Wenn ich nicht zu einem bestimmten Kreis gehöre, kann schon eine Unterhaltung, über einen smalltalk hinaus, zu einer kleinen Herausforderung werden. Was wiederum ein “Vorurteil” bestärken kann. Die Interessen und die persönlichen Einstellungen sind eben unterschiedlich. Ein Unternehmer wird z.B. anders denken (müssen) als ein Angestellter. Ohne Wertung: Das ist halt so.
    Ich finde dieses Thema hervorragend. Gerade die Schritte 3 und 4 sind meines Erachtens wichtig, da sie zielführend sind. Jeder kann selbst- und sollte neidlos- entscheiden, wo er denn zugehörig sein will.
    Viele Grüße

  • Alles hat auch eine positive Seite auch „sogenannte Vorurteile“.

    Es werden nämlich auch bewusst Vorurteile ( durch Manipulation ) in die Welt gesetzt um Massen zu lenken. Es wird mit Glaubenssätzen bewusst gearbeitet um zu manipulieren.

    Man muss nur genug Bewerbungen schreiben, dann klappt das schon. Jeder kann das schaffen man muss sich nur anstrengen. Dann gibt es Leute die schreiben eben über 1000 Bewerbungen und das auch noch sorgfältig. Dann gibt es welche die Arbeiten jahrelang mehr als 12 Stunden und zerstören ihr Familienleben, um dann mit mit 40 Jahren einen Schlaganfall zu bekommen. Dann wird man arbeitslos, die Scheidung kommt und die Altersarmut ist nur eine Frage der Zeit.

    Oft basieren Vorurteile ja auch auf eigene Erfahrungen. Das positive an diesen Erfahrungen ist das sie einen schützen. Als Betriebswirt kenne ich mich mit dem Arbeitsmarkt ziemlich gut aus. Es gibt viele Menschen die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben. Wenn man diesen Leuten erzählt, das sie sich weiter bewerben sollen, stiehlt man ihnen die Lebenszeit. Es gibt im Leben immer eine Chance, das ist richtig. Aber ich würde keine Energie darauf verwenden, wenn die Chance 1:9999 ist. Das ist einfach dumm. Mit solchen Sprüchen hält man die Massen und das System am laufen.
    Davon profitieren dann maximal 1 % der Bevölkerung.

    Warum dann immer noch so viele mitmachen ? Weil das dicke Ende in diesem System erst später kommt. Wenn man jung und gut ausgebildet ist, dann hat man einige gute Jahre. ( „Die schönste Zeit im Leben ist nun aber einmal auch die Jugend. Ob es klug ist diese Zeit für ein Glaubenssatz zu opfern, muss jeder selber entscheiden. Aber leider lebt man nur einmal, deshalb sollte man eine gute Wahl treffen. „) Bis man dann aus Altersgründen ( 50 -60 ) nicht mehr die Leistung bringt und ausgetauscht wird. Das kommt heute eigentlich seltener vor, weil man vorher aus gesundheitlichen Gründen schlapp macht ( 35-50 ). Typische Krankheiten : Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs und psychische Krankheiten. Die Krankheiten haben alle die selbe Ursache. Erschöpfung !

    Und das Projekt Traumberuf sehe ich auch realistischer. Auch Selbstständigkeit hat einen hohen Preis. Die Zahl der Konkurse ist sehr hoch. Oft droht danach Verschuldung. Die wenigen die sich über Wasser halten arbeiten meist doppelt so viel wie Angestellte.
    Ja, aber es gibt sie noch. Die Menschen die eine Tauchschule in der Karibik betreiben.
    Es sind aber nicht all zu viele.

    Ich möchte niemanden die Stimmung versauen, aber wenn man realistisch ist, kann man sich ja auf erreichbare Ziele konzentrieren. Z.B. möglichst lange Gesund zu bleiben. Man verzichtet auf den Mercedes den man sich vielleicht nach zwanzig Jahren leisten kann, und fährt dafür lieber mit dem Fahrrad und dem Sohn am See, und lässt das selbst gebaute Boot schwimmen. Darüber wird sich der Sohn noch lange freuen, auch wenn es den Papa dann schon lange nicht mehr gibt ( eigene Erfahrung ).

    Ich widerspreche dem nicht was Ralf über Vorurteile gesagt hat, aber ich wollte die andere ( nützliche ) Seite der Vorurteile einmal darstellen. Oft haben so genannte negative Eigenschaften auch Vorteile, man sollte niemals angeblich negative Eigenschaften ausschalten.

    Es gibt nämlich keine schlechten oder guten Eigenschaften. Ok, die Kirchen oder religiösen Fanatiker glauben das, aber wir wollen ja nicht über Spinner reden.

    Wenn ein jemand sagt, Du musst so sein, dann meint er damit Du musst so sein wie ich Dich gerne hätte. Wenn jemand sagt wir schaffen das, dann setzt er sich danach auf seinen fetten Hintern und überlässt den anderen die Arbeit.

    Seit also nicht naiv optimistisch, sondern bleibt realistisch und kritisch. Versucht die schönen Dinge zu bekommen und setzt nicht 99,9 % eurer Zeit und Energie für ein vorgegaukelte Fantasie ein. Wenn eure Seele das braucht, schaut einfach Traumschiff, schlaft schön und seit am Montag wieder realistisch.

    In unserer jetzigen kapitalistischen Welt ist individuelles Glück nicht vorgesehen. Deshalb braucht ihr aber nicht passiv sein. Nehmt mit was das Leben bietet, lasst euch aber nicht mit Hilfe von Versprechen ausbeuten. Seit positiv aber realistisch.

    • Helmut schreibt am 28. August 2016

      Hallo Ulli,
      und um genau diese Realität geht es eben, wie du in deinem vorletzten Absatz schreibst.
      Ich kenne einige Leute, die eben nicht den Erfolg haben, den sie haben könnten und dann frustriert, neidisch oder gar aggressiv werden. Was letztendlich auch krank machen kann. Genau deshalb sollten sie Ihre “Realitäten” mal auf dem Prüfstand stellen. Genauso sollte jeder selbst heraus finden, was er unter Erfolg versteht.
      Stattdessen wird gejammert und geklagt und solche Sprüche wie ” was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!” usw. als Ausrede und Begründung für ihre Bequemlichkeit, Beratungsresistenz oder gar Schuldzuweisung an andere benutzen.
      Das Leben und die Menschen sind eben sehr komplex und es bedarf einiger Aktivitäten und Erkenntnisse um das Beste für sich selbst daraus zu machen.
      Ich denke, es gibt viel mehr ein Sowohl als Auch, als ein Entweder Oder.
      Viele Grüße
      Helmut

    • Altmann René schreibt am 23. September 2016

      Hallo Ulli,
      Habe seit langem nicht mehr eine so gute Einschätzung der heutigen Situation gelesen. Chapeau! Danke für die interessanten Ausführungen.
      Lieben Gruss und weiterhin alles Gute
      René

  • Hallo Ralf,

    der Artikel hat mir gut gefallen. Das Armutsdenken sich auch auf Beziehungen -also ganzheitlich- auswirkt, war für mich ein “Augenöffner” und bereichernd für meine Persönlichkeitsentwicklung. Danke.

    Liebe Grüße und eine gute Zeit
    Ursula

  • Also ich bin begeistert von diesem Beitrag. Eine Erweiterung von “the work”, mit klarem Beispiel, wunderbar erklärt.
    Man merkt gar nicht, mit wievielen Vorurteilen man durchs Leben läuft. Dazu braucht es Selbsterkenntnis. Vorurteile schützen uns auch oft und dienen als Vorwand für unsere Unzulänglichkeit.
    Danke für diesen Anstoss. Ich suche nun nach meine Vorurteilen.

  • Hallo Ralf,
    warum lässt du die Umkehrung von The Work weg?
    Findest du sie nicht hilfreich in diesem Kontext?

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 28. August 2016

      Heike, diese Vorgehensweise stammt aus der kognitiven Verhaltenstherapie und die gab es schon lange vor TheWork :-)

      Und die Umkehrung kann manchmal hilfreich sein, ist aber auch am schwersten zu erklären, deswegen habe ich sie hier weggelassen.

  • Dieses Beispiel trifft leider auf mich zu. Ich bin stark geprägt, weil ich in einem steinreichen Villenviertel aufgewachsen bin. Einzig meine Eltern passten da nicht rein, die wohl beide Akademiker sind, aber normal verdienen. Beide eiferten diesem Reichen-Ideal nach, was für uns Kinder damals eher schwierig war. Ich habe entgegen den Wünschen meiner Eltern “nur” einen Ausbildungsberuf und bin total zufrieden. Ich kenne tatsächlich keinen reichen Menschen der diesem Klischee nicht entspricht. Aber man wird ja erwachsen und hat seine eigene Sichtweise. Ich behandel alle mit dem gleichen Respekt und versuche immer aufs Neue jeden Menschen mit Achtung zu begegnen. Wer aber auf Privilegien besteht aufgrund seines Vermögens, beißt bei mir auf Granit. Ich hoffe trotzdem ich werde irgendwann eines besseren belehrt.

  • Allgemeingültigkeit dieser Aussage zu prüfen ist schnell gemacht.
    Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant. Viele reiche Leute zeigen sich schon im TV wie daneben sie sind, hörte ich von Menschen. Davon gibt es genug. Viele reiche leute gibt es nicht wie Sand am Meer. Die Zeiten haben sich geändert. viele Millionen schwer nachvollziehbar. Sind die viele auf der ganzen Welt gemeint?
    Und wie glaubwürdig ist diese Quellen mit den viele Millionen reiche? Mein Leben ist einfacher und leichter, weil ich mir keine Gedanken über andere mache. Ob reich oder nicht. Ich habe keine einschränkenden Einstellungen und lebe nach dem Motto: Leben und Leben lassen. Hier gebe ich ledeglich nur eine Meinung zum Post ab.

    Lieber Gruss

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