Eine einfache Methode, um Vorurteile abzulegen und die eigene Einstellung zu ändern

Wir alle haben Einstellungen und Vorurteile, die uns im Leben einschränken.

Zum Beispiel, wenn ich nicht an meine Fähigkeiten glaube und deshalb gar nicht versuche, den Top-Job zu bekommen.

Oder wenn ich glaube, dass alle südländischen Autoverkäufer Abzocker sind, dann werde ich vielleicht auch nicht dieses fantastische Auto mit dem super Preis-Leistungs-Verhältnis kaufen.

Der Arbeitsmarkt ist so schlecht und deswegen bleibe ich lieber in meinem (ungeliebten) Job.

Oder wenn ich glaube, dass ich zu unattraktiv bin und deshalb keiner mit mir zusammen sein möchte, bremst mich das bei der Partnersuche.

Oder wenn ich mir selbst unbewusst meinen Erfolg verbiete, weil ich Erfolg und Reichsein immer mit Arroganz und Gier verbinde.

Woran wir glauben und was wir für wahr halten, bestimmt zu einem nicht unerheblichen Teil, wie wir uns im Alltag fühlen.

Wer z. B. fest daran glaubt, dass alles gut wird, der geht gelassener durchs Leben. Wer hingegen davon überzeugt ist, dass Menschen grundsätzlich schlecht sind, wird sich unter anderen Menschen wahrscheinlich häufig unsicher und bedroht fühlen.

Wenn wir uns selbst mit unseren Glaubenssätzen, unserer Einstellung und unseren Vorurteilen nicht mehr so sehr einschränken, dann öffnen sich plötzlich Türen: Unsere Möglichkeiten werden automatisch größer, weil wir uns selbst nicht mehr beschränken. Und wir können Chancen nutzen, die wir vorher gar nicht gesehen haben.

Ein 4-Schritte-Training, um einschränkende Einstellungen und Vorurteile abzulegen

Zum Glück können wir unsere Einstellungen und unser Denken umtrainieren und damit auch unsere Gefühle und unser gewohnheitsmäßiges Handeln ändern.

Der Prozess an sich ist dabei gar nicht so schwer. Schwierig ist nur das Training. Denn was sich womöglich jahrelang in unserem Kopf als fester Glaube festgesetzt hat, das kriegen wir nicht in ein paar Minuten wieder da raus. Dazu braucht es eben ein wenig Training und Ausdauer, um unsere Vorurteile und einschränkenden Einstellungen immer wieder zu entkräften.

So, genug zur Theorie. Lass uns einfach mal schauen, wie diese 4-Schritte-Methode nun genau ausschaut:

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Dazu habe ich hier mal zu einem der vielen Vorurteile von weiter oben ein Beispiel für dich vorbereitet. Nehmen wir doch einmal die weit verbreitete Einstellung:

„Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant. So will ich nicht sein. Dann bleibe ich lieber arm, aber auf dem Boden.“

Wie könnten wir diese einschränkende Einstellung nun hinterfragen?

Schritt 1: Prüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage

Fangen wir erst einmal an, die Allgemeingültigkeit dieser Aussage zu prüfen, indem wir einen kleinen Dialog mit uns selbst führen (am besten schriftlich):

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Wie viele reiche Leute kenne ich?

B: 2 oder 3.

A: Und wie viele reiche Leute gibt es?

B: Wahrscheinlich viele Millionen.

A: Und nur weil du bei 2 oder 3 reichen Menschen eine Erfahrung gemacht hast, schließt du auf die anderen Millionen Menschen, die auch viel Geld haben. Ist das logisch, vernünftig und realistisch?

B: Nein, ist es nicht. Ich kann es ja gar nicht wissen. Ich gebe es zu, es ist nur ein Vorurteil.

Diese Fragen können dir helfen, die Allgemeingültigkeit deines Vorurteils zu überprüfen:

  • Wie viele Menschen kenne ich, die …?
  • Wie viele Menschen kenne ich, die nicht …?
  • Sind wirklich alle Menschen …?
  • Gibt es auch Gegenbeispiele dafür, dass …?

Schritt 2: Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen

Dann prüfen wir noch einmal die Glaubwürdigkeit unserer Quellen, von denen wir diese Einstellung übernommen haben:

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Von wem weiß ich eigentlich noch, dass reiche Leute fies sind?

B: Mein Großvater hat das immer gesagt, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr kommt als ein reicher Mensch in den Himmel.

A: Und wie viele reiche Leute kannte dein Opa? Ich meine, konnte er das beurteilen oder war es bei ihm auch nur ein Vorurteil?

B: Wahrscheinlich kannte er auch nicht so viele reiche Leute. Nein, er konnte es wahrscheinlich auch nicht wissen.

A: Und wo hast du das noch her?

B: Das liest man doch jeden Tag in der Zeitung und sieht es im Fernsehen.

A: Und wie glaubwürdig sind diese Quellen? Kommt es bei diesen Quellen darauf an, die Wahrheit zu zeigen oder Storys zu verbreiten, die die Leute unterhalten und in dem, was sie denken, zu bestärken (Stichwort: Populismus)?

B: Ja, du hast recht. Die Medien bedienen in den meisten Fällen auch nur die gängigen Klischees.
Sie zeigen oft nur die Seite, die die Leute sehen wollen. Um sich daraus eine realistische Meinung zu bilden, sind sie wahrscheinlich nicht geeignet. Also auch die Medien sind kein Beweis für diese Einstellung. Ich sehe es ein.

Diese Fragen können dir helfen, die Glaubwürdigkeit deiner Quellen zu überprüfen:

  • Woher habe ich den Gedanken, dass …?
  • Wie kommt diese Person darauf, dass …?
  • Kann es sein, dass er/sie das nur behauptet, weil …?
  • Wie glaubwürdig ist die Quelle …?
  • Gibt es stichhaltige Beweise, dass …?

Schritt 3: Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat

Als Nächstes können wir dann noch schauen, welchen Einfluss die Einstellung auf unser Leben hat: Wie handeln wir gewohnheitsmäßig (bewusst und unterbewusst) ausgehend von dieser Einstellung?

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Welchen Einfluss hat die Einstellung, dass alle reichen Menschen fies sind, auf dein Leben? Macht dich diese Einstellung glücklich? Hilft dir diese Einstellung in deinem Leben?

B: Wenn ich es mir recht überlege, dann hat es die folgenden Auswirkungen:

  • Ich verachte reiche Leute und ziehe viel Bestätigung daraus, dass ich weiß, dass mir Geld nicht wichtig ist und dass ich ein integerer Mensch bin, weil ich nicht durch Geld korrumpiert bin. (Achtung! Hier habe ich noch eine einschränkende Einstellung gefunden: Geld korrumpiert.)
  • Das hat natürlich zur Folge, dass ich bewusst und unbewusst alles dafür tue, dass Geld nicht lange bei mir bleibt, weil ich ja um Himmels willen nicht auch reich und damit fies werden will.
  • Und das hat zur Folge, dass ich oft finanzielle Schwierigkeiten habe und mir oft wegen Geld Sorgen mache.
  • Ich kann mir vieles nicht leisten, was ich gerne hätte.
  • Ich würde beruflich gerne umsatteln, aber ich habe nicht genug Geld, um die Übergangszeit zu überstehen.
  • Ich glaube, es gibt noch ganz, ganz viele negative Auswirkungen …

Diese Fragen können dir helfen, zu prüfen, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat …

  • Welchen Einfluss hat diese Einstellung auf mein Leben?
  • Wie macht sich diese Einstellung in meinen Beziehungen bemerkbar?
  • Inwiefern schränkt mich diese Einstellung ein?
  • Was bleibt mir aufgrund dieser Einstellung oder dieses Vorurteils verwehrt?

Schritt 4: Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest

Und schlussendlich können wir uns fragen, wie unser Leben wäre, wenn wir diese Einstellung einfach loslassen würden:

Beispiel: Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant.

A: Wie wäre dein Leben, wenn die Einstellung, dass reiche Menschen fies sind, keine Auswirkungen mehr auf dein Leben hätte? Wie wäre es, wenn du dieses Denken einfach loslassen würdest? Wie würdest du dich dann fühlen? Wie würdest du dann handeln? Was würde sich ändern?

B: Ich glaube, das könnte viele Auswirkungen haben:

  • Ich würde mir selbst die Chance geben, auch zu ein bisschen Wohlstand zu kommen.
  • Ich könnte ein leuchtendes Beispiel dafür werden, wie man reich und freundlich, mitfühlend und liebenswert ist.
  • Ich würde den Menschen vorurteilsfreier begegnen und ich würde damit viel öfter interessanten Chancen über den Weg laufen, zu Wohlstand zu gelangen.
  • Mein Leben würde einfacher und leichter werden, weil ich mir nicht mehr so viel Sorgen um Geld machen würde.
  • Ich hätte viel mehr Möglichkeiten, mein Leben bewusst zu gestalten.
  • Ich glaube, wenn ich weitersuche, dann finde ich noch viel, viel mehr positive Auswirkungen.

Diese Fragen können dir helfen, herauszufinden, wie dein Leben ohne diese Einstellung wäre:

  • Was wäre anders, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?
  • Welche Möglichkeiten würden sich mir bieten, wenn ich dieses Vorurteil ablegen könnte?
  • Inwiefern würde ich mich anders verhalten, wenn ich das nicht denken würde?
  • Was würde es in meinen Beziehungen/im Berufsleben/im Alltag verändern, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?

Mit diesen vier Schritten können wir also unsere einschränkenden Einstellungen überprüfen und ändern, wenn wir sie lange genug hinterfragen.

  • Prüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage.
  • Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen.
  • Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat.
  • Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest.

Nun … wie sieht das jetzt bei dir aus? Welche einschränkenden Einstellungen hast du? Und mit welcher davon könntest du diese 4 Schritte einmal ausprobieren?

Übrigens kannst du mit diesen 4 Schritten auch anderen helfen, ihre Vorurteile loszuwerden. Dann stellst du die Fragen wie oben im Beispiel und dein Gegenüber antwortet.

Diese Sätze können dir bei deiner Suche nach Vorurteilen und einschränkenden Einstellungen weiterhelfen:

  • Ich bin zu alt für … und deswegen …
  • Dazu bin ich zu jung und deswegen …
  • Ich bin zu X und deswegen …
  • Ich bin nicht X genug und deswegen …
  • Menschen sind …
  • Das Leben ist …
  • Chefs sind …
  • Meine Kollegen sind …
  • Männer sind …
  • Frauen sind …
  • usw.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Hinterfragen.

Aber Achtung: Veränderungen und Aha-Erlebnisse sind nicht ausgeschlossen!

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