Mindfuck (Petra Bock)

„Mindfuck. Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können“ – von Petra Bock – München: Knaur Verlag, 2011 – 250 S. – ISBN: 978-3-426-65507-8 – 19,99 €

Manchmal sind wir uns selbst der beste Feind. Wir machen uns selbst runter. Wir jagen uns selbst mit Katastrophenszenarien Angst ein. Oder wir drangsalieren uns selbst mit absurden Regeln, wie wir zu sein oder was wir zu tun hätten. Das nennt man auch mentale Selbstsabotage. Oder Mindfuck: Das ist der Name, den die Autorin Petra Bock dieser Form des destruktiven Denkens gegeben hat.

Und darum geht es auch im vorliegenden Buch. Um Gedankenmuster, mit denen wir uns selbst das Leben schwer machen.

Zum Beispiel:

  • Selbstabwertung: Ich habe es nicht verdient.
  • Selbstverleugnung: Immer zuerst um die anderen kümmern.
  • Katastrophendenken: Bald haben wir die globale Krise.
  • Misstrauen: Man kann niemandem vertrauen.
  • und so weiter

Petra Bock stellt uns die häufigsten Mindfucks an Beispielen vor. Und sie zeigt auch, welche negativen Auswirkungen diese Art des Denkens jeweils auf unser Leben hat. Hier kann man überprüfen, in welchen Denkmustern man sich selbst wiederfindet. Das ist praktisch, denn Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt, etwas zu verändern.

Woher kommen eigentlich negative Denkmuster? Auch dieser Frage geht Petra Bock nach und liefert einige mögliche Erklärungsmodelle, teils evolutionär, soziologisch oder psychologisch begründet. Hier räumt die Autorin auch mit verbreiteten und veralteten Fehlwahrnehmungen auf und bietet letztlich alternative lebensdienlichere Denkweisen. Das liest sich dann beinahe schon wie ein Manifest. Sowas mag ich ja.

Und was mache ich nun, wenn ich mich mit schädlichen Gedanken selbst drangsaliere? Hier bietet Frau Bock eine ganze Reihe von Strategien an. Achtsamkeit. Gedanken stoppen. Perspektive wechseln. Und noch einiges mehr. Hier liefert die Autorin viele Möglichkeiten, wobei ich mir die Darstellung der mentalen Interventionen detaillierter gewünscht hätte. So ist es schwer, die Strategien umzusetzen, wenn man nicht schon viel Erfahrung in diesem Bereich hat.

Und was kommt, wenn man den eigenen Mindfuck einigermaßen abgestellt hat? Dann gilt es, ein noch besseres Denken zu entwickeln und das eigene Potenzial zu entfalten. Selbstgesteuerter werden. Kopf, Herz und Bauch in Einklang bringen. Gegensätze aushalten lernen. Auch hier tauchen viele Punkte auf, die ich thematisch passend und nützlich finde, die aber nur angerissen sind.

Ich mochte das Buch gerne lesen, weil es flüssig und differenziert geschrieben ist. Und weil es gesellschaftliche mit psychologischen Aspekten vermischt. Und auch weil ich mich an zwei oder drei Punkten erwischt gefühlt habe.

Wer sich auf die Suche nach der eigenen Selbstsabotage machen will, findet in diesem Buch einen guten Startpunkt und viele interessante Aspekte, die zum Weiterdenken einladen. Es könnte ein bisschen praktischer sein und mehr Umsetzungshilfen liefern. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

 

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Kommentare

  • Hallo,
    muss gestehen, nur die Inhaltsangabe gelesen zu haben, doch sind es tatsächlich wir, die wir uns sabotieren? Wohl eher nicht. Der Mindfuck zieht sich bei mir durchs Leben seit ich ein Baby war. Es war immer jemand da, dem Sensibelchen zu zeigen was es nicht gut macht damit es noch mehr macht. Jetzt mit 52 Jahren akzeptiere ich, nachdem ich hier im öffentlichen Dienst arbeitend so unendlich gemobbt werde und niemand, nein niemand hilft, so wie auch draußen nie jemand half. Das ist Mindfuck, so wie auch Fernsehen u. a. Medien. Tut mir leid, es so krass sagen zu müssen. Liebe Grüße S.

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