Mist, dass du nicht so bist wie ich!

Wissen Sie, was meiner Meinung nach eine der größten Quellen von Streits und Konflikten zwischen Menschen ist? Es ist die Erwartung, der andere möge doch gefälligst so sein und fühlen wie ich selbst. Wenn andere Menschen wären wie ich, wäre die Welt einfacher und besser. So denken wir zum Beispiel:

  • “Mir macht es ja auch nichts aus, wenn andere zu spät kommen, also rege dich gefälligst nicht so darüber auf.”
  • “Es kann doch nicht so schwer sein, jeden Tag den Müll runterzubringen (ich bekomme das ja schließlich auch hin).”
  • “Wie kann man nur so lange dafür brauchen (ich kann es ja auch wesentlich schneller).”
  • “Wenn du mich liebst, dann würdest du dich mehr öffnen (schließlich zeige ich meine Liebe ja auch so).”

Solange es um nichts geht, dürfen andere Menschen natürlich gerne so sein, wie sie wollen. Hey, jeder Jeck ist anders. Aber sobald es um meine Interessen und Bedürfnisse geht, verliere ich meine Lockerheit oft. Wenn der andere nur so wäre wie ich, dann hätten wir doch kein Problem! Und wenn der andere das nicht schafft, bin ich sauer oder enttäuscht. Oder ich unterstelle ihm, dass er sich nicht genug Mühe gibt oder trotzig ist.

  • Eine Chefin erwartet von ihrem Mitarbeiter, er möge doch genau den gleichen Drive haben wie sie selbst.
  • Ein Mann hätte am liebsten, dass seine Frau nicht alles so persönlich nehmen würde, schließlich hat er ja auch eine dicke Haut.
  • Ein Mitarbeiter ist sauer auf seinen Chef, weil er ständig Forderungen stellt, schließlich geht er ja auch nicht ständig zu seinem Chef und sagt ihm, was er tun und lassen soll.

Klar, irgendwie wissen wir, dass jeder Mensch anders ist und seine eigene Realität hat. Aber das sagt oft nur unser Verstand. Unsere Gefühlsebene reagiert dann eher so: Junge, bist du kompliziert! Wenn du nur so wärst, wie ich, dann wäre alles kein Problem. Was ist eine Lösung? Die liegt, wie so oft, im Bewusstmachen. Sie könnten sich einfach öfter fragen:

  • Wann und wo rege ich mich über Menschen auf, weil sie Dinge ignorieren / vernachlässigen, die MIR wichtig sind?
  • Wann und wo ärgere ich mich über Menschen, weil sie Dinge anders tun, als ich sie tun würde?
  • Wann und wo nerven mich Menschen, weil sie zu … sind?
  • Wann und wo berühren mich Menschen unangenehm, weil sie Dinge tun, die ich nie (öffentlich) tun würde? (die ich aber vielleicht insgeheim auch gerne tun möchte, mir aber verbiete)?
  • Usw.

Der Schlüssel liegt wie so oft in der Selbstreflexion. Und diese Fragen von oben, können eine ganze Menge Gelassenheit ins eigene Leben bringen.

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