Dieser versteckte Kaufmann im Kopf lässt uns scheitern 

Moralisches Lizenzieren
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Wieso helfen kalorienreduzierte Lebensmittel nicht beim Abnehmen? Also Light-Käse. Fettarme Chips. Oder Cola light.

Im Grunde sollten sie doch funktionieren.

Um abzunehmen, muss ich weniger Kalorien essen. Light-Produkte haben weniger Kalorien.

Problem also gelöst.

Wäre doch logisch.

Aber wir Menschen sind ja nicht logisch.

Genau genommen funktionieren Light-Produkte nicht, weil wir einen kleinen unbewussten Kaufmann im Kopf haben, der über gutes und schlechtes Verhalten Buch führt.

Und dieser Kaufmann sagt dann: Oh, dieser Käse ist ja ein Light-Käse, das ist aber gut. Deswegen darfst du davon 2 Scheiben aufs Brot legen.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Und weil dieser Kaufmann eine unbewusste Kraft in unserem Kopf ist, merken wir das nicht einmal.

Das führt zum Beispiel auch dazu, dass wir uns auch noch einen krassen Nachtisch erlauben, nur weil wir auch einen kleinen Salat zu unserem Eisbein hatten.

Psychologen nennen dieses Phänomen „Moral Licencing“ und das bedeutet: Der kleine Kaufmann in uns erlaubt uns für jede tugendhafte Tat auch eine Sünde.

Und so kommt es, dass Menschen, die am Vormittag für einen guten Zweck gespendet haben, sich am Nachmittag mit größerer Wahrscheinlichkeit unfair im Straßenverkehr verhalten.

Oder dass manche Menschen, die für eine gute Sache kämpfen, ihre moralisch fragwürdigen Maßnahmen vor sich selbst rechtfertigen können.

Ich war doch schon an einer anderen Stelle ein guter Mensch, deswegen darf ich jetzt hier die Sau rauslassen.

Wir Menschen wollen ein gutes Bild von uns selbst haben. Die meisten von uns wollen das Gefühl haben, dass wir gute, gerechte und tugendhafte Menschen sind. Dazu reicht es uns aber, dass wir uns in Teilen unseres Lebens gut und ordentlich verhalten. Das reicht uns, um unser positives Selbstbild aufrechtzuerhalten.

Und so kommt es dann, dass ich eigentlich abnehmen will und dafür 3x die Woche joggen gehe.

Was ja gut und sinnvoll ist.

Aber jedes Mal nach dem Joggen esse ich erst einmal als Belohnung für mein tugendhaftes Verhalten eine Packung Schokokekse auf.

Was dann nicht mehr so sinnvoll ist.

Und wie gesagt, das Ganze funktioniert unbewusst, so dass wir es gar nicht so richtig mitbekommen, was wir da tun.

Gibt es auch eine Lösung für dieses problematische menschliche Verhalten?

Ja, die gibt es.

Zum einen hilft es, sich selbst und das eigene Verhalten achtsam zu beobachten. So erwischst du dich, wenn du dir die moralische Lizenz für ein selbstschädigendes Verhalten gibst.

Zu anderen hilft es auch, dir dein höheres Ziel immer wieder vor Augen zu führen.

Mein Selbstcoaching-Tipp:

Tagebuch zu schreiben kann viel mehr sein als eine Aufzeichnung deiner Aktivitäten. Ein Tagebuch kann dich wirklich voranbringen. Es kann dir helfen, deinen Zielen näher zu kommen, deine Probleme zu lösen, belastende Gefühle loszulassen, Klarheit zu bekommen … Wie geht das?

Indem du dir selbst immer wieder sagst: Mein Ziel ist es, mein Wunschgewicht zu erreichen, und nicht, mich selbst für eine Runde Joggen zu belohnen.

Indem du dein Ziel präsent im Kopf hältst, siehst du dein unvernünftiges und kontraproduktives Verhalten schneller und du kannst bewusst dagegenlenken.

Ja, wir Menschen haben viele unbewusste Fallstricke im Kopf. Und je besser du diese kennst, desto besser kannst du im Alltag das Richtige tun, das dich glücklicher, erfolgreicher und zufriedener macht.

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Kommentare

  • Das Problem der Light-Produkte ist, dass die eingesparten Zutaten, wie Zucker, Salz, Fett durch andere Zutaten ersetzen, die u.U. schädlicher sind und das Produkt sogar kalorienreicher wird.
    Dann essen mir mit Emotionen, Genuss, Geschmack, Design des Produkts um satt zu werden, aber es sind keine rationalen Entscheidungen im engen Sinn. Viele Kaufentscheidungen im Lebensmttelkauf treffen wir nicht neu, meist aus Gewohnheit womit 80% feststehen und höchstens 20% neu.
    Ja, wir wolllen zwar gute Menschen sein, aber eigentlich sind viel egoistischer als wir meinen. Dass heisst, man sollte sich zu den eigenen Interessen bekennen. Aber es gibt aus meiner Sicht die Möglichkeit seine Ziele durchzusetzen, wobei nicht automatisch dem Nachbar schadet.
    Wir schaden uns selber sind unrealistisch, wenn wir uns selbst zu Engeln oder Götter aufschwingen, weil wir Menschen bleiben, die irren, auch lügen und täuschen, aber auch andererseits sozial sein können und sogar den Schwachen helfen und es wohl wichtig zu lernen, dass wir beides in uns vereinen. Das ist zu Wissen ist erwachsen zu sein.

  • Hallo Ralf,

    Vielleicht macht es auch Sinn, einfach mal ein wenig gelassener mit sich selbst umzugehen. Ein ehemaliger Kollege von mir pflegte in dem Zusammenhang immer zu sagen: “Die Summe der Laster ist doch immer gleich…”

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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