Der Grund, warum deine Probleme nicht weggehen

Lesezeit: ca. 10 Minuten.

Ich möchte dich vorwarnen. In diesem Beitrag lernst du eine der größten und tiefsten Ursachen hinter vielen unserer Lebensprobleme kennen. Solche Probleme wie beispielsweise: Ich hasse meinen Job, ich bin alleine und einsam oder ich wiege 20 kg zu viel. Aber noch wichtiger: Du lernst hier wichtige Ideen kennen, wie du dieses große Problem in den Griff bekommen kannst.

 Bist du bereit? Dann los …

Schauen wir dazu kurz in den Kopf eines typischen Menschen. Nennen wir ihn Thorsten. Wir belauschen Thorstens Gedanken und hören etwas wie:

„Oh Mann! Wie viele Diäten habe ich angefangen. Wie oft mit Sport begonnen. Joggen. Oder Fitness-Studio. Oder mit dem Meditieren. Wie oft habe ich versucht, mich besser zu organisieren. Oder angefangen, eine Fremdsprache zu lernen. Oder ein anderes Hobby begonnen und wieder aufgehört. Oder wie oft habe ich versucht, mit Dingen aufzuhören, wegen denen ich Streit mit meinem Partner bekomme. Oder wie oft habe ich probiert, die Ideen aus einem Ratgeber, Seminar oder Kurs umzusetzen.

Verdammt! Ich kriege es einfach nicht hin, langfristig etwas durchzuhalten. Verdammt, verdammt, verdammt. Dabei wäre ich doch gerne einer, der willensstark ist und einfach das langfristig umsetzt, was er sich vorgenommen hat.

Dabei weiß ich echt ganz viel. Denn ich bin wissensdurstig, ich informiere mich gerne. Ich lerne gerne neue Sachen. Ich lese gerne Ratgeber. Oder gehe auf Seminare. Ich weiß eigentlich, was ich tun sollte.

Aber wenn ich ehrlich bin, schaffe ich es selten, was ich gelernt habe, langfristig in meinem Leben zu verankern. Also langfristig zu nutzen. Es entgleitet mir immer in meinem Alltag.

Für ein paar Tage klappt es immer. Aber dann werden die neuen Ideen von meinem normalen Leben verschluckt.

Und ehrlich gesagt habe es irgendwie satt, immer wieder und wieder bei null zu beginnen. Manchmal fühle ich mich deswegen richtig wie ein Vollpfosten, wie ein Idiot, wie ein Versager.“

Es geht uns doch allen so …

Das sind Gedanken, die wir alle wohl schon in ähnlicher Form gedacht haben. Weil es eben schwer ist, Dinge durchzuhalten, dranzubleiben und unsere Vorhaben, Vorsätze und Projekte wirklich zu Ende zu bringen.

Weil unsere Absichten und Ziele und unser tatsächliches, langfristiges Verhalten erstaunlich oft nicht zusammenpassen. So als ob unser Verhalten ein Eigenleben hat.

Wir wissen, was wir langfristig tun sollten. Aber wir tun es nicht. Oder nur so lange, bis die Anfangsmotivation aufgebraucht ist. So wie ein Strohfeuer brennt unsere Begeisterung am Anfang heiß und hell, um dann nach kurzer Zeit nur noch kalte Asche zu hinterlassen.

Und es ist wirklich zum Weinen, dass wir so viele Dinge anfangen und nicht zu Ende bringen. Nicht nur, weil das jedes Mal verschwendete Energie ist.

Auch weil wir dadurch die Idee in unserem Kopf verfestigen, dass wir nichts wirklich gebacken bekommen, dass wir unser Leben nicht im Griff haben, ja dass wir vielleicht sogar schwach sind, Versager sind.

Was natürlich nicht stimmt. Du bist kein Versager, dir fehlt nur eine Sache. Aber dazu später.

„Zu früh aufgeben“ ist eine hässliche Krankheit – die man allerdings heilen kann

Was vielen Menschen fehlt, ist Durchhaltevermögen. Und fehlendes Durchhaltevermögen ist ein bisschen wie ein Virus. Und zwar ein äußerst hinterhältiges Virus. Und dieses Virus hat dramatische Auswirkungen auf unser Leben. Negative Auswirkungen.

Wir können das Virus nicht sehen. Wir denken im Alltag nicht groß darüber nach, weil das Virus nur selten direkt spürbar ist.

Aber trotzdem hat dieses Virus, also unser fehlendes Durchhaltevermögen, oft weitreichende negative Auswirkungen auf unser Wohlgefühl, auf unsere Gesundheit, auf unseren Lebenserfolg, auf unsere Karriere oder unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Dieses Virus verkürzt unser Leben, macht uns krank und lässt uns im Leben scheitern.

Weil wir eben die Dinge nicht dauerhaft tun, die wichtig für unser Glück, unseren Lebenserfolg und vor allem unsere körperliche und psychische Gesundheit wären. Obwohl wir wissen, was wir tun sollten.

„Die wenigsten Menschen denken, dass fehlendes Durchhaltevermögen ihr wichtigstes Problem ist. Sie erkennen es nicht. Wir suchen stattdessen an der falschen Stelle.“

Menschen, die sich regelmäßig bewegen, leben länger und sind gesünder. Das wissen wir alle. Und wir wissen, was wir eigentlich tun sollten.

Und wir wissen auch, was wir regelmäßig essen sollten und was nicht, um länger zu leben und länger gesund zu bleiben. Aber wir tun es nicht. Nicht weil wir zu dumm sind. Bestimmt nicht.

„Kurzfristig“ gewinnt gegen „langfristig“ – zumindest, wenn wir nichts dagegen tun

Im Wettstreit zwischen einem Stück Schokolade und einer Mohrrübe gewinnt meistens das Stück Schokolade.

Oder der Fernseher gewinnt gegen die Laufschuhe.

Weil bei unseren Entscheidungen unsere augenblickliche Befindlichkeit und der kurzfristige Gewinn viel stärker wiegt als die langfristigen Auswirkung unseres Verhaltens.

Das kurzfristige Glück heute wiegt für uns viel stärker als der Nachteil, den wir durch unser heutiges Verhalten in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr haben werden.

Was kümmert es mich heute, wenn ich vielleicht in 10 Jahren einen Herzinfarkt bekomme, weil ich mich sehr, sehr ungesund ernähre und mich zu wenig bewege?

„Kurzfristig“ schlägt „langfristig“ in unserem Empfinden. Nahezu jedes Mal, wenn man bestimmte Dinge nicht berücksichtigt.

Deswegen ist es so schwer, neues, langfristig kluges Verhalten in unseren Alltag einzubauen.

Es ist schwer. Aber es geht. Man kann es schaffen. Es gibt ja viele Menschen, die es trotzdem hinbekommen, vernünftig zu handeln, trotz vieler Verlockungen. Und das hat oft nichts mit Stärke und Willenskraft zu tun. Eher mit geschicktem, geplantem Vorgehen.

Geschickt und geplant vorgehen – etwas, das wir lernen können und sollten

Nur wie kann man geschickt und geplant vorgeht, um neues, kluges Verhalten bei sich selbst zu stärken? Das lernt man ja nicht in der Schule oder an der Hochschule. Obwohl es kaum ein wertvolleres Unterrichtsfach geben könnte.

Wie haben es nicht gelernt, lebensdienliches Verhalten wirklich dauerhaft in das eigene Leben zu integrieren. Gute Essgewohnheiten. Jeden Tag die erste Stunde des Tages an den wichtigsten Dingen zu arbeiten. Jeden Morgen zu meditieren. Uns regelmäßig bei unseren Freunden zu melden.

Eben die Dinge, die uns langfristig gesund, zufrieden, erfolgreich und glücklich machen.

Kurzfristig schaffen wir es meistens mit Hilfe von Willenskraft, uns zu ändern. Für ein paar Wochen. Manchmal sogar für ein paar Monate. Aber selten langfristig.

Willenskraft funktioniert selten langfristig.

„Wie viele Trimm-dich-Geräte stehen wohl in Deutschland unbenutzt auf dem Dachboden oder im Keller?“

Unser ungesunder und lebensfeindlicher Wunsch nach schnellen Ergebnissen

Gesundheit, Lebensglück und Lebenserfolg entstehen durch Langfristigkeit.

Leider.

Denn die meisten von uns sind eher ungeduldig. Wir wollen Ergebnisse, und zwar sofort.

Man sieht das auch an der Werbung. Die nutzt unseren Wunsch nach schnellen Ergebnissen ziemlich brutal aus:

  • 10 kg abnehmen in nur einer Woche
  • 3.000 € pro Monat verdienen in nur 30 Tagen
  • In 21 Tagen Ihre Partnerschaft wiederbeleben
  • Schreiben Sie Ihren Roman in nur 7 Tagen

Uns wird oft suggeriert, dass es schnell und einfach gehen kann.

Und wir fallen oft darauf herein, weil wir es gerne glauben möchten, dass es schnell geht.

Hier spielt man mit unserem Wunsch nach Leichtigkeit. Wir möchten gerne, dass es schnell geht und leicht ist. Deswegen sind wir geneigt, unseriösen Versprechungen zu glauben.

Wunsch und Realität sind hier aber leider unterschiedlich.

Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Ungeduld zähmen und lernen, die Langfristigkeit ein klein wenig mehr zu mögen, ja irgendwann vielleicht zu lieben.

Der Schlüssel zum Himmel: Geduld und Langfristigkeit

Die meisten Erfolge im Leben entstehen nicht schnell. Sie entstehen durch Durchhaltevermögen, Dranbleiben, durch Hinfallen und Wieder-Aufstehen.

Das ist die unangenehme, unbequeme und lästige Realität.

Egal, ob wir langfristig schlank sein und bleiben wollen, weil der Arzt wegen unseres Übergewichts mit uns geschimpft hat. Oder ob wir einen Roman schreiben wollen.

Um einen Vorsatz erfolgreich umzusetzen, brauchen wir Biss, Nehmerqualitäten und Durchhaltevermögen.

Frag mal Menschen, die etwas im Leben erreicht haben. Du wirst meistens hören, dass es lange gedauert hat, bis sie erreicht haben, was sie erreicht haben. Und dass sie viele Hindernisse und Rückschläge überwinden mussten.

Um schlank zu sein und zu bleiben, muss man sich dauerhaft maßvoll ernähren. Nicht nur eine Woche lang. Und eine kurzfristige Diät macht einen auf lange Sicht eher dicker. Durch den mittlerweile ja gut bekannten Jo-Jo-Effekt. Langfristigkeit ist der Schlüssel.

Ein Roman entsteht, indem man sich jeden Tag hinsetzt und einige Seiten schreibt.

Eine Schriftsteller-Karriere entsteht, indem man ein Buch nach dem anderen schreibt. Langfristigkeit ist die Quelle des Erfolgs.

Um gut Klavier spielen zu lernen, muss man über Jahre üben, üben, üben.

Um gesund und fit zu bleiben, braucht es einen dauerhaft gesunden, bewegungsreichen Lebensstil und es reicht hier nicht, für 1 Monat einmal pro Woche joggen zu gehen.

Und hier kommt die Lösung …

Wir wissen das natürlich alle auf einer bewussten Ebene.

Durchhalten und Langfristigkeit sind der Schlüssel zum Glück.

Aber wir würden uns eher wünschen, wenn es anders wäre, dass es weniger anstrengend wäre, dass es schnell und einfach gehen würde, langfristig gesund, fit, glücklich und erfolgreich zu sein.

Aber die Realität sieht nun einmal anders aus.

Die guten Dinge im Leben brauchen dauerhaften und ständigen Einsatz.

Aber es gibt Hoffnung. Denn die gute Nachricht ist: Wenn wir uns erst einmal für eine gewisse Zeit dazu gebracht haben, das Richtige zu tun, dann wird das neue Verhalten automatisch und einfach und leicht.

Deswegen gibt es Menschen, denen das richtige Verhalten einfach so zuzufallen scheint. Für die es scheinbar ganz einfach ist. Ist es auch. Jetzt. Früher wahrscheinlich nicht. Sie mussten es oft auch erst üben. Es langfristig so lange wiederholen, bis es dann wirklich einfach und automatisch ist.

Wenn du dich dazu gebracht hast, dich ein halbes Jahr lang gesund zu ernähren, ist es zu einer Gewohnheit geworden und dann braucht es keine Überwindung und Anstrengung mehr. Dann ist es leicht und einfach und natürlich. Dann fehlt dir sogar etwas, wenn du von deinem Verhalten abweichst.

Dann fehlt dir etwas, wenn du nicht genug Gemüse bekommst oder wenn du eine Woche lang nicht laufen oder aufs Trimm-dich-Rad konntest.

Aber es braucht ein Weilchen, bis du dahin kommst. Es braucht normalerweise deutlich länger als die vielzitierten 21 Tage, die man ja oft in Ratgebern findet. Nach wissenschaftlichen Studien dauert es zwischen ein paar Monaten und einem Jahr, um neue feste Gewohnheiten zu etablieren. Je nach Schwierigkeit des neuen Verhaltens.

Die gute Nachricht ist also: Es gilt, eine längere Zeit durchzuhalten, und in dieser Zeit ist es anstrengend. Aber sobald du lange genug durchgehalten hast, wird es dann einfach, leicht und was gut für dich ist, passiert automatisch.

Und dahin gilt es zu kommen. Dahin zu kommen ist tatsächlich gar nicht so schwer und anstrengend, wenn man einmal gelernt hat, wie es geht.

Wieso ist es eigentlich so schwer, Dinge durchzuhalten?

Ein Rat, den man oft hört, ist ja: Vertraue deiner Intuition. Vertraue auf dein Bauchgefühl. Und das ist ja auch oft richtig.

Aber wenn es darum geht, die eigenen Vorsätze langfristig umzusetzen, ist das oft genau der falsche Rat.

Denn unsere natürliche, intuitive Vorgehensweise, um etwas in unserem Leben zu ändern oder zu erreichen, funktioniert leider nicht.

Schauen wir uns einmal den typischen intuitiven, vom Bauchgefühl gesteuerten Ablauf an, wenn wir etwas ändern wollen.

  • Der Startpunkt: Wir sind unzufrieden mit etwas. Unserem Gewicht, unserer Fitness, unserem Lebenserfolg.
  • Entscheidung: Wir entschließen uns dazu, endlich etwas zu ändern. Wir fassen also einen Vorsatz.
  • Anfangs-Euphorie: Wir sind durch unseren Vorsatz stark motiviert und fangen an, Dinge zu ändern, und wir verhalten uns anders als bisher. Wir brechen also aus unseren Gewohnheiten aus. Wir glauben an diesem Punkt, dass die Anfangsmotivation dazu ausreicht, dass wir uns weiterhin dazu bringen, das neue, bessere Verhalten zu zeigen. Also mehr Obst zu essen. Süßigkeiten wegzulassen. 2x die Woche laufen oder ins Fitness-Studio.
  • Rückfall: Aber sobald die Anfangsmotivation nachlässt – und sie lässt in 90 % aller Fälle innerhalb von 2–3 Wochen nach –, fallen wir wieder in unser altes, gewohntes Verhalten zurück.
  • Nullpunkt: Es ist wieder alles beim Alten. Wir sind mit unserem Vorsatz gescheitert. Wir fühlen uns vielleicht ein bisschen wie ein Versager. Und das hinterlässt eine Delle in unserem Selbstbewusstsein.

Hand aufs Herz. Wie oft hast du diese Schleife schon gedreht? Ich persönlich schon oft. Und du?

Das Problem? Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht, wie wir die Sache dauerhaft durchhalten. Weil wir dachten, dass unsere Anfangsmotivation anhält.

Das Problem ist also nicht, dass wir nicht wissen, was wir dauerhaft tun sollten.

Wir wissen nicht, wie wir neues Verhalten wirklich verankern, dauerhaft machen, es trainieren, also eine wirklich dauerhafte Umstellung hinbekommen.

Was uns meistens fehlt, ist eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen, die unser Veränderungsprojekt auch über die ersten 21 Tage hinaus tragen. Also Maßnahmen, die auch dafür sorgen, dass wir unseren Vorsatz noch nach 3 Monaten, 6 Monaten und einem Jahr umsetzen.

Wir müssen uns dazu bringen, Biss zu zeigen und dranzubleiben, bis unser neues Verhalten wirklich zu einer festen, stabilen, natürlichen Gewohnheit geworden ist. Nicht nur für ein paar Tage. Für mehrere Monate. Manchmal wirklich für bis zu ein Jahr.

Erst dann dürfen wir mit unseren unterstützenden Maßnahmen aufhören.

Und es ist ein erhebendes Gefühl, wenn wir es geschafft haben, wenn wir stolz sagen können: „Ich habe es geschafft, langfristig etwas in meinem Leben zu ändern. Und ich weiß, ich kann so nahezu alles erreichen.“

Warum schaffen es manche Menschen, ihre Ziele so systematisch und scheinbar mühelos zu erreichen?

Ja, es gibt einige wenige Menschen, die schaffen es, ihre Vorsätze durchzuziehen und dranzubleiben. Aber das sind nur wenige Menschen. Vielleicht 2–3 % der Bevölkerung.

Und diese Menschen, die also den notwendigen Biss und das Durchhaltevermögen haben, die erreichen normalerweise deutlich mehr im Leben. Sie erreichen eher, was sie sich vorgenommen haben. Im Privaten, aber auch im Beruf.

Diese Menschen sind meistens von ihrer Persönlichkeit her so aufgestellt, dass sie Biss und Durchhaltevermögen haben. Es liegt sozusagen in ihren Genen oder ihrer frühkindlichen Entwicklung.

Oder sie haben eine Erziehung genossen, die diese wertvolle Fähigkeit gefördert hat.

Das sind die Menschen, denen es einfach fällt. Die 2–3 %.

Und dann gibt es noch den Rest von uns. Dich und mich und die ganzen anderen da draußen.

Ich wünschte, ich persönlich würde zu denen gehören, bei denen das Durchhaltevermögen in den Genen liegt. Das ist aber leider nicht so. Ich musste mir Durchhaltevermögen auch mühsam antrainieren. Denn es ist leider nichts, was wir in der Schule lernen.

Ja es gibt noch nicht einmal gute Bücher dazu:

„Wie schaffe ich es, meine Vorsätze und Ziele durchzuhalten und dranzubleiben?“

So ein Buch ist mir noch nicht über den Weg gelaufen. Dabei wäre es wichtig, dass wir das alle lernen.

Denn es ist etwas, das man lernen kann und sollte.

Die gute Nachricht ist: Man kann es sich antrainieren und es ist tatsächlich gar nicht so schwer und kompliziert. Es erfordert am Anfang ein wenig Selbstüberwindung. Aber wenn wir diesen Punkt überschritten haben, wird es relativ einfach.

Du bist kein Versager, sondern …

Selbst wenn es Menschen gibt, denen das Durchhalten von Hause aus einfacher fällt, ist durchhalten zu können nicht nur ein Talent und überhaupt keine Frage des Charakters.

Durchhaltevermögen ist eine Fähigkeit, die man lernen und trainieren kann. Die du lernen und trainieren kannst.

Und es ist ganz wichtig, dass du niemals denkst, du wärst ein Versager oder dass du ein schwacher Mensch bist. Das bist du nämlich nicht.

Du hast einfach die Fähigkeit des Durchhaltens noch nicht gelernt und trainiert. Du kannst es also „noch“ nicht.

Keine Frage des Willens, sondern von Wissen und Training

Zuerst ist eines wichtig zu begreifen: Durchhalten ist keine Frage des Willens und der inneren Stärke.

Langfristiges Durchhalten ist eine Frage von Entscheidung, Wissen und Training.

  1. Du müsstest dich entscheiden, dass dir die „Fähigkeit, etwas langfristig durchzuhalten“ wichtig genug ist, um hier etwas zu unternehmen.
  2. Du müsstest verstehen, wie langfristiges Durchhalten funktioniert, was dabei hilft und was unser Durchhalten eher behindert.
  3. Und dann müsstest du deine neue Durchhalte-Fähigkeit üben, trainieren, so lange, bis du bei deinen Vorsätzen und Zielen automatisch das richtige Denken und Verhalten an den Tag legst. Bis du nicht mehr das weiter oben beschriebene intuitive Vorgehen zeigst, das eben nicht funktioniert.

Du bist also kein Versager, auch wenn du schon jede Diät angefangen und wieder abgebrochen hast.

Du bist einfach nur ein Mensch wie alle anderen auch. Und wenn du möchtest, kannst du dich auch als einen Studenten sehen.

Als einen Studenten des Durchhaltens und des Dranbleibens.

Wenn du diese Herausforderung annimmst.

„Der Unterschied zwischen den Erfolgreichen und den weniger Erfolgreichen? Die Erfolgreichen tun das, was notwendig ist!“

Wie geht das nun genau mit dem Durchhalten?

Wie wird man denn ein Student des Dranbleibens, des Durchziehens, des Durchhaltens? Wie wird man vom Sprinter zum Dauerläufer? Wie wird man zu jemandem, der auch Rückschläge und Schwierigkeiten überwinden kann? Wie lernt man, die Langfristigkeit zu lieben?

Das geht in 3 Schritten:

Durchhalte-Schritt 1: Eine motivierende Entscheidung treffen

Triff eine Entscheidung, welches konkrete Verhalten genau du über einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten durchhalten willst. Es ist wichtig, dass du dich beim Durchhalten auf klare, überprüfbare Verhaltensweisen konzentrierst. Also nicht sagst: „Ich will mich 6 Monate lang besser ernähren.“ Sondern wirklich genau formulierst, welche Lebensmittel du essen wirst und welche nicht. Und wann und wie viele Ausnahmen erlaubt sind. Also Verhalten festlegen und richtig konkret werden.

Idealerweise nimmst du dir eine kleinere Sache vor, weil es besser ist, sich nicht gleich am Anfang zu überfordern.

Durchhalte-Schritt 2: Lernen, was bei mir funktioniert

Warum gehen wir jeden Tag verlässlich zur Arbeit? Warum geben wir unsere Steuererklärung irgendwann ab? Warum tun wir manche Dinge einfach, während wir andere vernachlässigen?

Es gibt Umstände, die sorgen dafür, dass wir unsere Vorsätze einlösen und durchziehen. Und es gibt Umstände, die lassen uns scheitern, aufgeben und versagen.

Was zum Beispiel beim Durchhalten hilft, sind tägliche Erinnerungen für das, was wir uns vorgenommen haben. Was auch hilft, ist, den Vorsatz in konkrete und einfache Handlungen zu zerlegen, so dass aus einem diffusen, unklaren Vorsatz ein glasklares Ziel mit klaren, nachvollziehbaren Regeln wird.

Und was uns zum Beispiel behindert, sind Menschen, die unseren Vorsatz torpedieren. Oder was uns auch beim Durchhalten behindert, ist zu großer Optimismus, weil wir uns dadurch nicht auf die Durchstrecken und Schwierigkeiten vorbereiten, die bei jedem längeren Vorhaben auftreten werden.

Es gilt also, zu verstehen, was bei dir ganz persönlich das Durchhalten einfacher und was es schwerer macht.

Die Faktoren, die uns das Durchhalten einfacher machen, nennen wir die (+)-Kräfte. Das sind die Dinge, die uns wie ein Gummiband zu unserem Ziel hinziehen.

Stell dir vor, du willst für 6 Monate 2x die Woche laufen gehen und du hast einen persönlichen Trainer, der dich jeden Dienstag und Freitag wie ein Uhrwerk morgens abholt, dann ist das eine starke Plus-Kraft.

Die Faktoren, die uns das Durchhalten schwerer machen, nennen wir (-)-Kräfte.

Nehmen wir zum Beispiel an, du willst abnehmen, und dein Partner bietet dir ständig Süßigkeiten an und versucht dich zu verführen, dann wäre das eine starke (-)-Kraft.

Nehmen wir nun an, du willst etwas längerfristig durchhalten. Weil du weisst, dass der Schlüssel zum Lebenserfolg im Durchhalten liegt.

Ein Abnehmprogramm oder eine Fremdsprache lernen oder ein Fernstudium durchziehen oder einfach nur täglich zu meditieren. Dann müsstest du Folgendes tun:

Stärke die (+)-Kräfte, die dir das Durchhalten einfacher machen.

Und geh geschickt mit den (-)-Kräften um, die dein Durchhalten torpedieren. Indem du mit diesen Kräften verhandelst, diese aushebelst und ihnen ihre negative Wirkung nimmst.

Der zweite Schritt besteht darin, diese Kräfte kennenzulernen.

Durchhalte-Schritt 3: Geschickt und geplant vorgehen

Sobald du weisst, was dich durchhalten lässt und was nicht, kannst du dieses Wissen nutzen.

Jetzt gilt es also, geschickt und geplant vorzugehen. Sich also zu überlegen, wie du ganz konkret

  • die (+)-Kräfte in deinem Leben stärken und
  • die (-)-Kräfte schwächen und aushebeln kannst.

Nehmen wir an, du willst jeden Tag 500 Wörter an deinem Roman schreiben. Und du weisst, dass eine verlässliche Erinnerung von außen dich dazu bringt, zu tun, was du tun willst. Auch wenn du eigentlich den Anspruch hast, es alleine zu schaffen.

Aber du tust, was funktioniert, und du sorgst deswegen dafür, dass ein guter Freund dich verlässlich erinnert und nachfragt, wie weit du bist.

Das wäre eine Maßnahme, damit du deine 500 Wörter pro Tag schreibst.

Ganz wichtig: Je schwieriger dein neues Verhalten für dich ist, desto mehr Maßnahmen brauchst du.

Wenn du wirklich geschickt vorgehst, bündelst du deswegen verschiedene Maßnahmen, die alle auf dein Ziel hinarbeiten. Vielleicht noch Maßnahmen wie beispielsweise:

  • Mentaltraining,
  • gute, detaillierte Vorbereitung,
  • mein Sicherheitsnetz,
  • mein Durchhaltetagebuch,
  • öffentliches Commitment,

Es gibt noch eine Menge andere Maßnahmen, aber dazu später mehr.

Meistens reichen 2 oder 3 Maßnahmen aus. Und wenn du diese Maßnahmen geschickt planst und einsetzt, dann wirst du auch in 12 Monaten noch das tun, was gut und richtig für dich ist.

Es geht hier in Schritt 3 darum, sich ein System und ein Umfeld zu konstruieren, in dem du verlässlich das tust, was du dir vorgenommen hast. Auch wenn du schlecht drauf bist oder keine Lust hast.

Ein System, das dich durchhalten lässt

Wenn du diese Ideen hier berücksichtigst, wirst du in Zukunft sehr wahrscheinlich das durchhalten, was du dir vorgenommen hast. Und das ist es, was einen erfolgreichen Menschen auszeichnet. Dass er das tut, was er sich vorgenommen hat und dadurch das bekommt, was er sich wünscht.

Das kannst du schaffen. Wenn du Schritt für Schritt herausfindest, wie Durchhalten genau funktioniert. Auch über längere Zeiträume.

Und wenn du geschickt vorgehst und gut planst, wirst du vielleicht ein Durchhalte-Profi, der jede Art von Vorhaben umsetzt und jede Art von Verhaltensumstellung dauerhaft in sein Leben bringen kann.

Vielleicht wirst du dann auch erstaunt über dich sein und darüber, wie einfach es dir fällt, etwas zu ändern.

Durchhalten ist eine Superkraft mit unbegrenzten Einsatzgebieten

Denn Einsatzgebiete für die wunderbare Fähigkeit gibt es genug.

  • Sich dauerhaft und mühelos gesund zu ernähren und dabei vielleicht das eigene Wunschgewicht erreichen.
  • Dein Haus oder deine Wohnung dauerhaft ordentlich und aufgeräumt zu halten, auch weil uns das ein Gefühl von Klarheit und innerer Aufgeräumtheit gibt.
  • Gesunde Bewegung als festen Bestandteil ins eigene Leben einzubauen und sich dadurch fitter und vitaler und lebendiger zu fühlen und gleichzeitig auch noch vielen Krankheiten vorzubeugen.
  • Täglich zu meditieren und so gelassener, achtsamer und mehr bei sich zu sein und so besser mit den Schwierigkeiten des Lebens umzugehen lernen.
  • Regelmäßig etwas für dein Studium oder deine Weiterbildung tun, um deine Chancen auf privaten und beruflichen Erfolg weiter zu verbessern, weil Weiterentwicklung eben die beste Möglichkeit ist, mehr aus sich zu machen.
  • Täglich Zeit für deine Malerei, deine Fotografiererei, dein Buchprojekt oder in deine Selbstständigkeit zu investieren, um deine wichtigen Projekte kraftvoll voranzutreiben.

Was es auch für dich sein wird, du kannst lernen, die Dinge durchzuhalten, die dein Leben langfristig besser, lebenswerter und schöner machen.

Und damit kannst du die Qualität deines Lebens stark steigern.

Also öfter lächeln. Zufriedener mit sich sein. Gesünder. Fitter. Lebendiger. Mehr Spaß haben am Leben.

Indem du lernst, die für dich wichtigen Dinge nicht nur anzufangen, sondern in deinem Leben fest und dauerhaft zu verankern.

Und jetzt?

O. k. … was kannst du jetzt tun? Hier einige Ideen:

  • Überleg dir eine Sache, die dauerhaft getan dein Leben verbessern würde. Und nimm dir am Anfang nicht zu viel vor. Du weisst: Geduld ist wichtig und der Schlüssel.
  • Entscheide dich, diese eine kleine Sache als Experiment für 3 Monate durchzuhalten.
  • Überlege dir, was dir in der Vergangenheit geholfen hat, Dinge durchzuhalten, und was dich zum Abbrechen von Vorhaben gebracht hat.
  • Mache dir einen Plan, wie du dich selbst dazu bringen kannst, dein Vorhaben dauerhaft umzusetzen. Plane, wie du dich erinnerst, wer dir helfen kann, was dir bei so etwas typischerweise dazwischenkommt (also die (-)-Kräfte) und wie du diese (-)-Kräfte aushebeln kannst.
  • Oder melde dich an für “das Erfolgserlebnis” und lass dich auf deinem Weg von mir begleiten.
  • Fang an. Setz deinen Plan um. Leg los. Tu es. Jetzt.

Denn gerade weil hier Geduld und Langfristigkeit gefragt sind, ist es gut, so schnell wie möglich zu beginnen.

Also am besten: jetzt.


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Ich plane rund um die Themen „Durchhalten“ und „Langfristige, dauerhafte Veränderung“ in Zukunft noch weitere Beiträge und Projekte.

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