5 Tipps gegen Einsamkeit: Was tun, wenn ich mich einsam fühle?

Der Mensch ist ein soziales Tier. Wer in einer guten Partnerschaft lebt und auch noch eine ganze Reihe wirklicher, guter Freunde hat, dann hat man schon das meiste erreicht, was man für ein gutes und befriedigendes Leben braucht.

Ja, wirkliches Glück erleben wir im Normalfall eher gemeinsam mit anderen.

Die Realität sieht für viele von uns allerdings anders aus. Denn in unserer Gesellschaft fühlen sich immer mehr Menschen einsam.

  • Das kann die Rentnerin sein, die alleine in ihrer Wohnung wohnt.
  • Das kann der frisch getrennte Mann sein, der sich fragt, wie er dieses Jahr wohl Weihnachten verbringt.
  • Oder das kann die 35-jährige Single-Frau sein, die zwar erfolgreich im Job ist, aber über die viele Arbeit noch keinen passenden Partner gefunden hat.
  • Genauso wie ein Paar, das nur noch nebeneinanderher lebt und keine emotionale Nähe mehr spürt. Ja, man kann sogar mit Partner einsam sein.

Das Gefühl der Einsamkeit ist allgegenwärtig. Es gibt so viele Menschen, die sich mehr Kontakt, mehr Nähe und Miteinander wünschen. Und trotzdem scheinen all diese Menschen nicht so richtig zusammenzukommen.

Ja, wir leben in einer Zeit, in der es schwieriger geworden ist, mit anderen Menschen Kontakt aufzubauen und zu halten. So schwierig, dass es viele von uns nicht mehr schaffen.

Ursachen gibt es viele …

  • Der moderne Berufsalltag fordert von uns zum Beispiel Mobilität. Und jedes Mal, wenn wir an einen anderen Ort ziehen, lassen wir unsere Freunde zurück. Und Freundschaften zu erhalten ist viel einfacher, wenn die Freunde in der Nähe wohnen. An einem neuen Ort einen neuen Freundeskreis aufzubauen ist dagegen überhaupt nicht einfach. Besonders für Menschen, die sich ein bisschen schwer damit tun, neue Kontakte zu knüpfen.
  • Wir Menschen igeln uns auch immer mehr ein in unserer Wohnung. Das Stichwort heißt Cocooning. Auch dank des Internets können wir heute immer mehr Dinge von zuhause aus erledigen. Bald müssen wir bestimmt gar nicht mehr aus dem Haus. Und da lernt man dann natürlich auch keine Menschen mehr kennen. Außer vielleicht über das Internet. Aber auch hier muss man dann die Hürde überwinden und den Kontakt aufs Telefon und auf persönliche Treffen ausweiten. Denn der virtuelle Kontakt kann persönliche Nähe natürlich nicht ersetzen.
  • Meiner Vermutung nach spielt auch das Fernsehen eine Rolle. Für viele Menschen ist das Fernsehen zum Ersatz für sozialen Kontakt geworden. Man schaltet den Fernseher ein und wird mehr oder weniger gut unterhalten. Und es ist ein bisschen so, als wäre man nicht alleine. Aber auch der neueste und beste HD-Plasma-Fernseher ist natürlich kein Ersatz für menschlichen Kontakt und Nähe.

Als Schüler oder Student ist es wesentlich leichter, neue Menschen kennenzulernen, Freunde zu gewinnen oder mögliche Liebespartner zu finden. In dieser Zeit sind die meisten von uns offener, kontaktfreudiger und unbefangener. Und im Klassenverband oder im Seminarraum kommen wir viel eher mit den Menschen in Kontakt. Dazu kommt, dass wir als Schüler und Student mehr Zeit hatten, in denen wir uns mit anderen treffen konnten. Und so haben wir oft die Freunde, die Schwester, den Bruder unserer Freunde kennengelernt. Und flups, sind wir auf die Liebe unseres Lebens gestoßen oder haben Menschen entdeckt, mit denen wir auf einer Wellenlänge schwimmen.

Später, wenn man erst einmal mitten im Beruf steht und in den Routinen des Alltags drinsteckt, treffen die meisten von uns immer auf die gleichen Menschen. Und wenn man dann nicht bereits einen festen Freundeskreis und/oder eine Partnerschaft hat, dann wird die Wahrscheinlichkeit geringer, neue Freunde zu finden oder auf den oder die Richtige zu stoßen.

Viele einsame Menschen glauben, es läge an ihnen, dass sie so wenig Freunde haben oder keinen Liebespartner finden.

Sie fragen sich:

  • Stimmt etwas nicht mit mir?
  • Bin ich unsympathisch?
  • Oder bin ich einfach nicht liebenswert?

In den meisten Fällen liegt es aber nicht an Ihnen, wenn Sie einsam sind. Es liegt oft eher an unseren Lebensumständen und an den oben beschriebenen Gründen (Anonymität unserer Gesellschaft, Berufsalltag, Einigelung, Fernsehen).

Machen Sie sich bitte klar: Da draußen gibt es ganz, ganz, ganz viele Menschen, die auch einsam sind und die sich Kontakt und Miteinander wünschen.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Wenn Sie einsam sind, dann sind Sie trotzdem nicht alleine, weil es ganz viele andere Menschen mit dem gleichen Problem gibt.

Aber … es ist zum Glück nicht unmöglich, neue Menschen kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Man muss sich vielleicht nur ein bisschen mehr anstrengen als früher.

Wenn Sie auch unter Einsamkeit leiden, dann habe ich hier einige Tipps für Sie, wie Sie das Problem angehen können.

Tipp 1: Einsamkeit ist kein Makel

Machen Sie sich bitte klar: Einsamkeit ist kein Makel. Einsam zu sein, bedeutet nicht, dass man nicht liebenswert ist. Es ist eher ein soziologisches Massenphänomen unserer modernen, unabhängigen, oft anonymen Gesellschaft.

Die wenigsten sind daran schuld, dass sie einsam sind. Meistens ist es einfach eine Frage der Situation und der Umstände.

Nichtsdestotrotz ist es Ihre Aufgabe, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen, wenn Sie aus der Einsamkeit ausbrechen möchten. Egal ob Sie einen Partner suchen oder einfach Menschen, mit denen Sie etwas unternehmen können: Wenn Sie aus der Einsamkeit rauswollen, müssen Sie raus in die Welt und aktiv etwas unternehmen.

Tipp 2: Überprüfen Sie Ihre Einstellung zu anderen Menschen

Wenn wir Schwierigkeiten haben, mit anderen Menschen auf eine gute Art in Kontakt zu kommen, dann liegt das manchmal an unserer Einstellung.

Zum Beispiel denkt manch einer so etwas wie: Menschen sind alle schlecht. Alle sind nur auf ihren Vorteil aus. Jeder denkt zuerst an sich.

Wer so ein negatives Menschenbild hat, der strahlt das natürlich auch aus.

Und wer will schon mit Menschen zu tun haben, die einem im Generalverdacht schlechte Dinge unterstellen.

Falls Sie manchmal auch schlecht über andere Menschen denken, machen Sie sich also bitte klar, dass Menschen natürlich nicht immer nett sind, aber auch nicht immer böse. Menschen sind manchmal unglaublich selbstlos und hilfsbereit. Und andere sind egoistisch oder selbstverliebt. Und manchmal sind die Egoistischen auf einmal hilfsbereit und die bösen Menschen tun plötzlich etwas Gutes. Oder umgekehrt.

Was ich sagen will: Wir Menschen sind nicht so eindimensional, wie viele denken. Wir alle tragen das Gute und das Schlechte in uns. Und je nachdem, wie man uns behandelt, und je nach den Umständen kommt mal das eine und mal das andere zum Vorschein.

Machen Sie sich das bitte klar: Die meisten von uns sind gute, höfliche Menschen, die freundlich sind, wenn man sie freundlich behandelt und wenn sie nicht zu sehr unter Stress stehen.

Wenn Sie mit dieser Einstellung durch die Welt gehen, wenn Sie also ein positives Menschenbild haben, dann wird es Ihnen leichter fallen, neue Kontakte zu knüpfen.

Hier finden Sie übrigens einen Artikel darüber, wie Sie Ihre Einstellung anpassen können.

Tipp 3: Gehen Sie dahin, wo andere Menschen sind

Wenn Sie andere Menschen kennenlernen wollen, dann müssen Sie schon dahin gehen, wo andere Menschen sind.

Muss man dazu manchmal seine Komfortzone verlassen? Ja, das muss man.

Wenn man aus der Einsamkeit herauswill, muss man seine Bequemlichkeit und Angst vor neuen Situationen überwinden und über seinen Schatten springen.

Dabei gibt es natürlich Orte und Situationen, die besser geeignet sind, andere Menschen kennenzulernen, als andere. In der Disko sind zwar viele Menschen, aber dort jemanden kennenzulernen ist schon eher für Fortgeschrittene. Wenn man in einen Verein eintritt oder einen Kurs besucht, kommt man deutlich leichter mit den Menschen in Kontakt. Auf einer Single-Reise auch. Oder bei einem Netzwerktreffen. Oder auf der Geburtstagsparty eines Bekannten.

Was fallen Ihnen für Orte und Situationen ein, wo Sie neue Menschen kennenlernen können?

Tipp 4: Feilen Sie an Ihren sozialen Fähigkeiten

Es gibt diese bewundernswerten Menschen, die können sich mit jedem über alles unterhalten. Und bis zu einem gewissen Grad können wir diese Fähigkeit alle lernen.

Was dabei enorm hilft, ist wieder ein positives und wertschätzendes Menschenbild (siehe Tipp 2).

Zusätzlich braucht man ein gewisses Maß an sozialen Fähigkeiten. Dazu gehört auch die Fähigkeit, Smalltalk zu betreiben. Denn Smalltalk erfüllt eine wichtige Funktion. Er überbrückt die Zeit, bis wir uns entschlossen haben, ob wir dem anderen so weit trauen können, dass wir ihm tiefer gehende Dinge anvertrauen möchten. Das heißt, wenn man mit Menschen tief gehende Gespräche führen möchte, ist Smalltalk oft er erste, notwendige Schritt. Wenn Sie hier ein bisschen schwach sind, kaufen Sie sich ein Buch über Smalltalk und üben Sie mit dem Buch, bis Ihnen die Kunst des leichten Gesprächs leicht von der Hand geht.

Was auch sehr hilfreich ist, ist die Fähigkeit, anderen Menschen aufmerksam zuzuhören. Und die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen. Beides können Sie üben.

Tipp 5: Bieten Sie Menschen Kontakt an

Oft trifft man andere Menschen, die genauso einsam sind wie man selbst. Und dann traut sich keiner, den ersten Schritt zu machen. Aus Angst vor Zurückweisung. Oder aus Angst, bedürftig zu wirken. Oder aus Angst, sich etwas zu vergeben.

Doch damit verschenken wir die Chance, neue Freunde zu gewinnen. Wenn Sie also auf neue Menschen treffen, die Sie sympathisch finden, dann machen Sie den ersten Schritt. Trauen Sie sich. Man vergibt sich nichts, wenn man sagt: Hey, ich find dich nett, lass uns mal etwas zusammen unternehmen. Normalerweise fühlen sich Menschen von so einem offenen Angebot geschmeichelt, denn jeder mag gerne gefragt werden.

Fragen Sie:

  • Hey, wollen wir zusammen ein Bier/einen Kaffee trinken gehen?
  • Ich gehe am Mittwoch ins Kino, willst du mitkommen?
  • Da ist diese Ausstellung des Künstlers XYZ, willst du die auch sehen?
  • Ich möchte gerne deine Lebensgeschichte hören … komm doch mal zum Essen.

Früher im Sandkasten haben wir gefragt: „Willst du mein Freund sein?“ Diese naive Art sollten wir uns ins Erwachsenenalter hinüberretten.

Natürlich können Sie noch ganz viele andere Dinge tun, um aus der Einsamkeit auszubrechen. Aber diese 5 Ideen sind ein guter Start.

Fangen Sie an … denn der Mensch ist ein soziales Tier. Und wahres Glück erlebt man eher gemeinsam mit anderen als alleine.

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Kommentare

  • Einsamkeit durch Krankheit oder Behinderung ist auch ein großes Thema. Hier helfen diese Tipps oft nicht weiter. Leider. Man landet immer wieder am selben Punkt. Wenn man nicht funktioniert, wenden sich die meisten Menschen irgendwann ab.
    Das ist unendlich schmerzhaft. Denn man will ja. Aber kann nicht.
    Hier den Kopf oben zu halten ist ein Kraftakt.

    • Sara schreibt am 16. Oktober 2017

      Danke:) das dachte ich mir auch beim Lesen. In dieser Situation befinde ich mich und habe kaum noch Kraft, weil man jedes mal einen Schlag in den Nacken bekommt.

  • Mein Name ist jaci, ich kann das nicht erklären, aber ich muss nur meine Freude und mein Glück mit der Welt teilen. Ich weiß nicht, wie mir Baba EGBO geholfen hat, meinen Mann zurückzubringen. Ich war in den letzten zwei Jahren frustriert, als meine zwei Kinder ohne meinen Mann lebten, der überraschend mit einem Mädchen nach Hause ging. Ein treuer Tag, den ein Freund von mir besuchte, und ich erzählte ihr von der Situation, in der ich seit zwei Jahren bin, sie erzählte mir dann von Dr. Egbo, dass er ein sehr mächtiger Mann ist. Zuerst wollte ich ihr nie glauben, weil ich viel an verschiedenen Orten verbracht habe, aber sie hat mich überzeugt, es zu versuchen, also hatte ich keine Wahl, weil ich wirklich brauche mein Ehemann zurück. Also kontaktierten wir Dr. Egbo, der mir alles erzählte, was ich tun musste, was ich bezweifelte. Aber die größte Freude an mir heute ist, dass Dr. Egbo meinen Ehemann zu mir zurückbringen konnte und jetzt leben wir glücklich wie nie zuvor. Danke dir, mein lieber Vater.
    bitte Wenn Sie Probleme irgendeiner Art haben, werde ich Sie beraten, ihn auf seiner privaten email zu kontaktieren … dregbosolutioncenter@gmail.com

  • Ich hab’ weder Familie noch irgendeinen Freund. Bin 38 und männlich. Da ist nur die Arbeit.. ich versteh mich gut, aber privat geht da jeder seinen eigenen Weg. Kämpfe mit sozialen Phobien und kann nicht eben mal so iwo auf Leute zugehen. Manchmal schaffe ich es ein ganzes Wochenende nicht vor die Tür. Bleibt nicht unbemerkt… Höre öfter Nachbarn vor meinem Fenster lästern und lachen. Ich war schon bei einem Psychologen… hatte ‘ne Therapie begonnen. Das war alles nix & hab sie wieder abgebrochen. Auch in Foren wo andere betroffene schreiben, will sich irgendwie niemand real treffen. Die Kontakte die sich ergaben, meldeten sich irgendwann auch nicht mehr. Die Leute hatten zwar auch Ängste und andere Probleme…aber irgendjemanden hatten sie doch.
    Ich merke wie es mir von Tag zu Tag schlechter geht…. ich keinen Antrieb und keine Freude für nix mehr aufbringen kann. Ja ich kenne die Sprüche ..von wegen es sich schön für sich selbst zu machen, sich selbst zu lieben und blabla.
    Ich bin unfähig mich da rauszumanövrieren…es geht nur in eine Richtung..rasant bergab.
    Es ist mit ausnahme der arbeit nur noch ein Warten auf den Tod.

    • mia schreibt am 21. September 2017

      hallo kumpel ( ich schreibe dir so, weil ich in mich mit deien gefühlen manchmal identifizieren kann),
      soziale kontaktlosikeit, altägliche wärme-, kümmern, liebelosigkeit ist nicht für menschen. loyale freunde fürs leben wären super, aber wer macht sich mühe urlaub und einmal die woche echt zeit für alleinstehende zu nehmen.

      kannst du bitte mit mir per mail kontaktieren. ich konnte dir etwas Jedenfalls helfen. ..unitedsolos@googlemail.com

    • Mario schreibt am 1. Oktober 2017

      Hallo Maurice,
      ich kann dich sehr gut verstehen. Das klingt wirklich sehr traurig.
      Woher bist du? Wenn du zufälligerweise in der Nähe bist, können wir uns gerne mal treffen (M,30,Raum Ingolstadt).
      Eine andere Möglichkeit, um Menschen kennenzulernen, sind Kurse z.B. an der vhs – da kennt man sich gegenseitig davor meist überhaupt nicht und du kannst nur gewinnen.
      Lass dich trotz allem nicht unterkriegen!
      Alles Gute!

    • Susan schreibt am 15. Oktober 2017

      Du bist mit 38 Jahren noch so verdammt jung! Bitte geh raus und lebe!!!

  • Hi,
    ich bin ohne Arbeit trotz 2 Diplomen, im Privatkonkurs dank meines Exmannes und habe niemanden. Die Einsamkeit nagt an mir wie ein Wurm im Apfel und ich denke oft an Suizid. Dabei hätte ich viel zu geben…

    • Bo schreibt am 11. Juli 2017

      Hi, würde gern mailen. Aber bitte nicht mehr an so etwas Schlimmes denken. Ich hab auch so viel zu geben.
      Bodo

    • Pete schreibt am 15. Juli 2017

      Hi,
      das kenne ich, Privatkonkurs durch den Expartner. Und Schulden machen leider einsam da man nicht so richtig am Leben teilhaben kann. Drücke dir die Daumen das du es schaffst da raus zu kommen.

    • mia schreibt am 21. September 2017

      können wir mal via mail telefonnummer tauschen und reden …bin ebenfalls mit 2 diplomen udn weltweite einsatz hier unterwegs

      unitedsolos@googlemail.com

  • Ich möchte gern dazu etwas sagen
    ich habe ein 3 jähriges kind und bin allein.
    ich muss leider sagen das alle Bemühungen nichts gebracht haben die ich versuchte
    ich habe anzeigen aufgegeben das ich Single muttis suche zum Austausch oder das ich mädels suche für gemeinsam Unternehmungen dann noch ne Anzeige das ich ne spiel Gruppe für muttis mit kindern
    alles nichts gebracht.
    Zudem bin ich sehr viel unterwegs mit meinem Kind (Turnverein, spielgruppe usw.)trotzdem keine Kontakte knüpfen können.
    Es geht immer um das ehe leben gemeinsam Unternehmungenau mit partner Urlaub mit dem Mann oder weiterer Nachwuchs bei den anderen muttis. Also da wo ich einfach nicht mitreden kann. Wenn man versucht andre Themen anzuschlagen geht es schnell wieder zum Familien leben zurück.bam.
    bin in sehr vielen Single Portalen aber überall wollen se nur das eine oder aber ich muss dafür zahlen Nachrichten überhaupt lesen zu können und das geld hab ich nicht.
    also gern könnt ihr mir sagen was ich denn falsch mach bzw. Noch machen kann

  • Ich finde, dass wenn man im sogenannten Hamsterrad drinnen ist, es sehr schwierig ist, bestehende Kontakte zu pflegen bzw. neue Kontakte zu knüpfen. Die Schnelligkeit in der heutigen Zeit, welche immer schneller wird und immer mehr von jedem fordert/abverlangt, lässt kaum mehr Zeit für Eines der wertvollsten Dinge in unserem Leben. Nämlich Zeit für sich selber und Andere zu haben.
    Eines der Grundübel ist, dass das ganze Gehaltssystem falsch aufgebaut ist, denn wenn man jung ist braucht man viel Geld und wenn man älter ist, könnte man ruhig weniger verdienen. Das würde auch dem Problem entgegensteuern, dass Ältere um die 50 fast keine Arbeit mehr bekommen. Auch könnte man sich mit mehr Geld, dann zum Teil Zeit erkaufen.
    Nicht umsonst sehen gut situierte Personen so relaxt aus (wie auch immer sie zu diesem Geld gekommen sind).
    Ich als Alleinerziehender Vater eines 3-jährigen Sohnes, wo sich die Mutter wegen Überforderung des Lebens, ins Ausland abgesetzt hat, kann sagen, dass bei jedem alles um Einen herum, den gesamten Tagesablauf regelt. Ein ausbrechen ist hier nur sehr schwer und man muss sehr viele Abstriche machen. Aber man muss in sich gehen und mit sich selber ausmachen, was einem wichtig ist. Es heißt nicht umsonst, dass man seines Glückes selber Schmied ist. Und man ist nur so viel einsam, wie man es zulässt. Es gibt immer Wege aus der Einsamkeit auszubrechen, es ist jedoch für Einen, welchen der Alltag fest im Griff hat, nicht einfach. Nicht das wollen ist oft das Problem, sondern die Lebensumstände.
    Auch ich, ein Normalverdiener muss mich öfters selber in den Arsch treten, damit ich mich hochziehe und pusche. Mein Motto ist, niemals aufgeben, denn dann hätten jene gewonnen, welche mir vieles nicht zugetraut haben.

    • Claudia schreibt am 11. April 2017

      Das Hamsterrad ist in der Tat so eine Sache. Als alleinerziehende, die ich keinen gedeckten Tisch vorfinde wenn ich nach Hause komme, da ich mich nun mal um jede Kleinigkeit alleine kümmere, ist es mitunter schwierig mich mit anderen zu verabreden. Ich brauche einen gewissen Vorlauf um alles um mich herum zu organisieren und eine Betreuung für meine Tochter zu finden.
      Eigenartigerweise verstehen das aber die wenigsten. Spreche ich mit (nichtalleinerziehenden) Freunden/Bekannten im Februar einen Termin ab für April, weil ich es nun mal anders nicht geregelt bekomme, werde ich vielfach belächelt und bekomme als Antwort “Nee, so weit bin ich noch nicht mit meiner Planung! Wir können uns ja Weihnachten treffen, da habe ich Urlaub, hahaha…!”
      Oft fällt es dann ganz ins Wasser…

  • Ich wohne seit etwa 10 Jahren in einer recht ländlichen Gegend. Hier hat man schon von vornherein Schwierigkeiten, angenommen zu werden, wenn man “nicht von hier” ist. Leider bin ich kein Vereinsmeier und hasse dieses Cliquengeklüngel. Oberflächlichkeit ist mir ein Gräuel und leider hat meine Kindheit auch nicht gerade dazu beigetragen, dass ich offen und selbstbewusst auf Menschen zu gehe. Nie war ich hübsch genug, schlank genug, intelligent genug oder fleißig genug, als dass es sich gelohnt hätte, sich mit mir zu beschäftigen. Im Alter wurde mein Selbstwertgefühl zum Glück etwas besser und ich kann mich mittlerweile so annehmen, wie ich bin. Allerdings ist es mir nach wie vor zu mühselig, Smalltalk zu betreiben, nur um dann festzustellen, dass die Person mich beim nächsten Mal nicht mehr kennt.

    • eva ste. schreibt am 31. Oktober 2016

      Liebe Sabine,
      ich kann dich gut verstehen…. seufz.
      Viele Grüße
      Eva

    • Susan schreibt am 15. Oktober 2017

      Oh ja Sabine, das kann ich gut verstehen. Ich habe einen 5jährigen Sohn und für ihn zwinge ich mich manchmal regelrecht, an Veranstaltungen v Vereinen, Kindergarten usw teilzunehmen . Meine größte Angst ist, das es ihm mal wie mir geht . Das er sich nie richtig zugehörig fühlt .

  • Folgende Passage in diesem Text ist meiner Meinung nach völlig falsch und vermittelt mir den Eindruck bereits als junger Mensch versagt zu haben:

    “Als Schüler oder Student ist es wesentlich leichter, neue Menschen kennenzulernen, Freunde zu gewinnen oder mögliche Liebespartner zu finden. In dieser Zeit sind die meisten von uns offener, kontaktfreudiger und unbefangener. […] Dazu kommt, dass wir als Schüler und Student mehr Zeit hatten, in denen wir uns mit anderen treffen konnten.”

    Ich habe ein achtjähriges Gymnasium besucht (Bayern) und kann mich rückblickend an kaum ein Wochenende erinnern, an dem ich nicht für Klausuren lernen, Referate vorbereiten oder tonnenweise Hausaufgaben machen musste. Unter der Woche hatte ich oft Nachmittagsunterricht, für die Ferien gab es meist umfangreiche Aufgaben (z.B. Lesetagebuch für einen 300 Seiten Roman). Für eine regelmäßige Teilnahme an Mannschaftssport oder anderen Aktivitäten, bei denen man neue Leute kennen lernt, blieb keine Zeit. Der Kontakt mit Gleichaltrigen beschränkte sich meistens auf die Schule. Dort war das Geschlechterverhältnis etwa bei 70% Frauen. Abends wegzugehen war oft nicht möglich.
    Die Noten müssen schließlich zumindest befriedigend sein, um später auf die Universität gehen zu können (und dort sind dann die meisten “wichtigen” Fächer auf 1er Schnitte beschränkt), um dann einen gut bezahlten Job zu finden, um dann den Lebensunterhalt zahlen zu können. Bis das alles einigermaßen geregelt ist, ist man mindestens 30. Und die Jugend ist vorbei.

    Heute bin ich 19, im 3. Semester eines sprachlich-technischen Bachelorstudiengangs, arbeite 30 Stunden die Woche, um mir mein Leben finanzieren zu können und hatte noch nie einen Partner. Wohnungen in München sind zu teuer, also lebe ich sehr ländlich und pendle jeden Tag eineinhalb bis zwei Stunden. Ohne direkten S-Bahn-Anschluss überlegt man es sich zweimal, ob man nach Feierabend noch wo hingehen möchte oder das Wochenende mit Saufen verschwendet. Und außerdem ist man oft auch viel zu müde dafür und hat Seminararbeiten zu schreiben.
    Freunde habe ich so gut wie keine mehr, in der Uni ist man eher auf lockere Bekanntschaften bedacht. Wer keine Lust auf reine Zweck-Beziehungen hat, hat eher schlechte Chancen.

    Ich könnte noch viel weiter argumentieren… Ihre “Tipps” finde ich übrigens ziemlich 08/15, im Alltag nicht wirklich umsetzbar, auch wenn es so toll klingt.

    • Heidi Manszek schreibt am 31. August 2016

      Hm… also, verstehe ich nicht so ganz, was Du schreibst. Mein Sohn macht auch grad seinen Master, aber der hat jede Menge Freunde, die auch Zeit haben und das war auch schon auf dem Gym so…Vielleicht sollte man es mit dem Fleiß und den guten Noten halt einfach nicht so übertreiben… Im Grunde stimmt schon, was da steht.

      Sofern Du noch jünger bist, ist es wesentlich einfacher in Kontakt zu kommen, auch wegen der heute überall gegenwärtigen Medien, mit denen die meisten untereinandere vernetzt sind. Ich bin 67 und in Rente und ich kann Dir sagen, daß ich ein wirklich kommunikativer Mensch bin, aber mich die Einsamkeit trotzdem ereilt hat, obwohl ich rausgehe . Bin in einer Freizeitgruppe, habe es schon mit tanzen versucht und bin auch sonst nicht untätig. Das problem ist, daß die Leute auch zu Dir passen müssen und nicht nur, daß Du welche kennenlernst. Das ist mir hier in Berlin bisjetzt noch nicht gelungen,weil da, wo ich gesucht habe, überall nur schratige Leute rumlaufen, die eine ganz andere Einstellung zu Optik haben und Du allein deshalb schonmal nicht zueinandere paßt…. Da ist schon was wahres dran mit dem älter sein und der größeren Gefahr von Einsamkeit. Werde es jetzt einfach mal mit Vereinen versuchen… schaun ma mal oder halt auch nochmal mit Kursen. So langsam gehen mir echt die Ideen aus.. außerdem habe ich beschlossen, lieber in wieder in eine WG zu ziehen, da habe ich mich wohler gefühlt. Das Alleinleben ist zwar auf der einen Seite schön, weil Du alle Freiheiten hast, aber macht auch einsam., finde ich.

    • Lilly schreibt am 23. Oktober 2016

      Hallo Mia,

      ich kann dir in vielen Punkten total zustimmen!
      Hab in Sachsen Abi gemacht und das Gymnasium war da auch sehr hart und die oft sinnlosen Wochenendarbeiten schon von der 5. Klasse an glichen zumeist einer Beschäftigungstherapie.
      Trotzdem hatte ich wenigstens ein bisschen Freizeit für Sport und Freunde übrig und ein paar mal Weggehen später.

      Aber das Unileben passt total auf deine Beschreibung.
      Jetzt im Master habe ich überhaupt keine Zeit mehr für irgendwas, vielleicht 1x die Woche Unisport und am Wochenende 1-2 Freunde treffen. Die sind aber nicht aus meinem Studiengang – in diesem haben alle schon zu Beginn des Masters gesagt, dass sie nur fertig werden wollen und O-Ton: “…der Master ja niht so ausgelegt ist, um langfristige Freundschaften zu bilden”!!
      Überhaupt sind die meisten Studis desinteressiert, oft oberflächlich, teilweise auch arrogant und hinterhältig. Was ich besonders hier im Master erlebt habe, ist unglaublich. Jetzt will ich auch einfach nur noch fertig werden.
      Wenn das die beste Zeit im Leben gewesen sein soll, kann man sich eigentlich nur noch den Strick nehmen.

    • Marcel schreibt am 3. Februar 2017

      Also ich bin auch 19 und studiere gerade im 1. Semester, habe mein Abi in Bayern geschrieben und hatte eigentlich immer genug Freizeit nach der Schule. Trotzdem habe ich es nicht geschafft, wirklich Freunde zu finden. Ich habe meiner Meinung nach immer die falschen Leute angezogen. Die Leute die ich als Freunde haben wollte, wollten mich nicht haben, haben mich aber in der Schule respektiert und die Leute, die mich als Freund haben wollten, mit denen kam ich in der Schule klar und hab mich auch unterhalten aber hätte mich nie mit denen getroffen. Somit war ich alleine. Also stimme ich dir zu, dass es als Schüler schwierig ist Freunde zu finden was aber in meinem Fall an einer kleineren Schule durch viele Vorurteile entstanden ist, die manchen Personen gegenübergestellt wurden. Ich habe gedacht, dass es in der Uni anders wird, dass es mehr Personen gibt, mit denen ich etwas gemeinsam habe, oder die mich ansprechen, aber bis jetzt ist es wie du beschrieben hast, die lockeren Bekanntschaften, die dem Überleben an der Uni dienen, da wir auch manche Aufgaben mindestens zu zweit abgeben müssen.
      Ich glaube auch, dass bei mir noch hinzukommt, dass ich wirklich komplett auf die “legalen Drogen” verzichte und mich somit viele als Langweiler oder Außenseiter sehen oder gesehen haben in der Zeit als das mit dem Alkohol angefangen hat, mit <16, wobei ich wie gesagt nicht mitgemacht habe.

      Also meiner Meinung nach kann man das schon so schreiben wie der Autor, da meiner Meinung nach die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefühlt so leben. In Einzelfällen, in denen dann die Problematik schon in jüngeren Jahren auftritt (und das wird immer mehr) darf man die Lebensumstände nicht außen vor lassen. Der Text hat auch eine ältere Zielgruppe als die jungen Leute, was auch in der zitierten Stelle deutlich wird.

    • Lissy schreibt am 14. April 2017

      Vielleicht hattest du den falschen Schultyp gewählt. Du warst überfordert mit dem Schulstoff. Und nunmehr ein Studium. Wenn du so weitermachst in deinen Leben, wirst du nur unglücklich und gestresst sein. Und letzten Endes auch kein Segen für die Mitmenschen. Denn du wirst deinen enormen Einsatz zurückfordern wollen. Arroganz, Haß, burnout wird dich einholen. Mit so einem Menschen mag niemand zu tun haben. Vielleicht ist eine Ausbildung besser geeignet. Spaß und Freude sind unablässig fürs glücklichsein. Dann klappts auch mit den Mitmenschen, wenn du in dir ruhst. Das macht sympathisch. Viel Erfolg.

  • künstlich, künstlich künstlich…
    Wie wäre es einfach mal damit, sich im alleine-sein zu üben?
    Das ist die Fortgeschrittenen-Variante von einsam-sein.

    • Maxim Schmidt schreibt am 21. Juli 2016

      Oje da ist jemand Allein aber nicht Einsam und denkt es wäre ein Fortschritt…
      Oder ist da jemand Einsam und bildet sich ein nur Allein zu sein um nicht Einsam zu sein weil er niemanden hat den er brauchen kann…
      Sich im Alleine sein üben. Das kann man nur wenn man Eines Tages Wertvolle schöne Errinerungen mit einem oder mehreren Lebewesen hatte.
      Siehe Dinner for One die alte Dame ein erfülltes Leben obwohl ihre Freunde alle vor ihr gestorben sind und sie Allein war hatte sie alle schönen Errinerungen und war nicht Einsam.
      Ich glaube sowas kann man nicht üben Udo.
      Und eine Fortschrittliche Variante ist das auch nicht weil es keine Technik ist um ein Musikinstrument oder eine Sportart zu erlernen…

    • mia schreibt am 21. September 2017

      ok Liebe Freund, dann erzählmal als mensch mit ruddeltiere für emotionale soziale gefühlbedingte Evolutionäre automatisierte Notwendige kontakte, in einsamkeit es noch übt……please

  • Hallo Zusammen,

    der Artikel ist fantastisch. Ich bin überrascht wievielen Menschen es gleich geht.
    Meine Erfahrung ist auch, dass heute alles sehr unverbindlich gehalten wird und der Beruf und das Geld viel wichtiger sind als der Mensch, die Freundschaft. Vor allem wollen die Freunde nur gut gelaunte und immer fröhliche Freunde. Also geht nichts in die Tiefe. Da es so ist, wundert es mich auch nicht, dass man einfach nicht kommt ohne abzusagen oder sich zu entschuldigen. Ich muss der Ehrlichkeitshalber auch zu geben, dass ich solche Phasen auch schon hatte. Sehe es aber mittlerweile so, dass ich mich selber in dieser Zeit nicht schätzte und viel eher mir gegenüber nicht “ehrlich” war.
    Ich denke, das ist auch das größte Problem an dieser Situation. Wenn auf Dauer überwiegend Absagen und wenig Anerkennung kommt, vor allem im Beruf, ist es normal in so eine Resignations- oder Protesthaltung zu verfallen. Wenn allerdings die Person, dann selber wieder da raus kommt, dann braucht sie das Ganze meistens nicht mehr. Sehe ich ja an mir. Lieber verbringe ich die Zeit allein und geh bewußt nicht unter Menschen und setze mich diesen momentanen komischen Verhalten nicht aus. Denn das wirft mich an einem meiner schlechten Tage wieder zurück. Daher lieber allein Einsam als mit vielen Menschen und diversen Energien, die auch jedem zustehen!

  • Wer als Kind nicht gelernt hat, Kontakte aufzubauen und vor Allem zu pflegen, kann im späteren Leben durchaus eher mit
    Einsamkeit zu kämpfen haben.
    Eine “behütete” Kindheit ist natürlich etwas schönes, aber sie darf nicht unter einer Glasglocke enden, die mit tausenderlei Einwänden und Verhaltensmassregeln gespickt ist.
    “Das tut man nicht”
    “Nicht zu uns nach Hause…”
    “Da kannst Du nicht einfach hingehen”
    Die Alternativen, wie man es denn machen sollte oder könnte, bleiben unerwähnt.
    Die Fähigkeit zur Interaktion und das Feingefühl für angemessenes Verhalten kann man so ganz leicht abtrainieren.
    Es entwickelt sich eine gewisse Dringlichkeit, “dazu zu gehören”, die aber mangels Erfahrung schnell in Aufdringlichkeit umschlagen kann und somit das Gegenüber eher abschreckt.
    Ich weiss es, denn es ist meine Geschichte. Leider ist es aber auch so, dass genau diese Verhaltensweise von einem selbst meist gar nicht bemerkt wird.
    Weil ich mich in Gesellschaft vieler Leute stets unwohl und abgelehnt fühlte, fragte ich meinen Mann, was denn an mir verkehrt wäre. Der hat es mir dann gesagt. Das war natürlich ein Schlag ins Genick.
    Dabei wollte ich nur freundlich sein, mich einbringen, wie man auf Neudeutsch so schön sagt und habe dabei heillos übertrieben.
    Wie es richtig wäre, das richtige Mass ist mir aber auch hier verborgen geblieben.
    Ich habe nicht eine einzige richtige Freundin, oder einen Freund. Weder aus Kindertagen, noch neu erworben.
    Ich weiss einfach nicht, wie das geht.
    Eine offene Erziehung, die den Freiraum gibt, Freundschaften zu entwickeln, zu pflegen, oder aber eben auch aus eigenem Antrieb zu verwerfen, ist eine wichtige Grundlage dafür, dass man später mit richtigem Mass und Blick den Menschen gegenübertreten kann.
    Sicher ist dies keine Allheilmittel gegen einsame Phasen im Leben, aber vielleicht eine brauchbare Krücke, um schneller aus solchen Phasen herauszufinden.

    Ich wünsche allen eine schöne Woche

    • barbara a. lehner schreibt am 22. November 2011

      ich wünsche dir, dass du das schaffst.
      ja, ich glaube auch, dass der hund in der kindheit begraben liegt.
      und merke wieder einmal, wieviel glück ich hatte und habe und bin unendlich dankbar dafür.

    • Christine Carmen schreibt am 22. November 2011

      Als ich Deinen Kommentar las, dachte ich, genau meine Geschichte, genau mein Problem. Ich war dazu immer noch extrem schüchtern und hab mich schwer getan zu anderen Kontakt aufzunehmen…

      Das ist inzwischen nicht mehr das ganz große Problem. Mein Selbstbewußtsein hat sich entwickelt über die Jahre. Allerdings kenne ich auch das Problem des rechten Masses. Das ist für mich ein sehr großes, weil ich auch immer wieder auf ähnlich gestrickte Menschen treffe, die sich von der Masse ein wenig abheben, besonders sind. Es gab oft das Gefühl einer Seelenverwandtschaft, eine große Intensität in Freundschaften, die ich wahrscheinlich zu ernst nehme. Ich denke manchmal, ich bin zu naiv, oder eben durch meine Geschichte in Freundschaftsfragen zu unerfahren und habe generell zu wenig Menschenkenntnis für den Privatbereich. Auf jeden Fall folgt oft aus der Intensität heraus der Rückzug. Meist ohne Worte, sodass ich immer wieder ohne Antworten da stehe.

      Ich denke, ich treffe auf Menschen, die nicht in der Lage sind, sich abzugrenzen, daher nicht sagen, wenn ihnen etwas zuviel ist und dann irgendwann den Kontakt abbrechen, weil sie dass, was sie mitgeschaffen haben, eigentlich so nicht wollen. Das ist sehr schmerzhaft für mich und manchmal denke ich, es nervt und ich habe keine Lust mehr, dass “Risiko” Freundschaft einzugehen.

      Nebenbei bemerkt bin ich absolut bindungsfähig, ich lebe in einer glücklichen Beziehung und habe auch langjährige Freundschaften noch aus der Schulzeit.Was ich suche, ist eine Freundin vor Ort mit der man sich einfach mal treffen kann auf nen Schwatz, auf nen Kaffee oder Wein … und logisch, was zu sagen haben sollte man sich auch :)

      Naja, ich weiß nicht genau was es ist, auf jeden Fall gebe ich die Hoffnung nicht auf. Ich hoffe, Du auch nicht!!!

      Liebe Grüße

  • Ein Text, der zum Nachdenken anregt.
    Willst Du mein Freund sein?
    Oh, es kommt drauf an.
    Worauf?
    Nicht jedes Menschen Freund will ich sein.
    Menschenkenntnis genug erworben im Laufe des Lebens. Von daher muss ich mein Freundescastingauge nicht all zu sehr zusammenkneifen. Habe den “Blick” fürs Wesentliche…
    Gehe zur einsamen Nachbarin auf einen Kaffee.
    Mit einigen Dorfbewohnern geht das Sprechen schnell über Small talk hinaus, bzw. tiefer…
    Danke für Gedankenanstöße!
    Sonja

  • Einsamkeit ist für mich nicht DAS ALLEINE SEIN, sondern DAS SICH VERLASSEN FÜHLEN. Ich bin einerseits ganz gerne mal alleine, andererseits baue ich Kontakte auf, pflege Kontakte und nehme Kontaktangebote an.
    Dennoch: Phasen der Einsamkeit kann ich damit nicht gänzlich verhindern, das Gefühl des VERLASSEN-SEINS kommt wenn ich tieftraurig bin, Kummer oder Verlust aushalten muss. Diese Einsamkeit kann sogar dann entstehen, wenn andere für mich da sein wollen. Vielleicht ist es dieses große Kunststück, was jeder von uns lernen muss: Zu akzeptieren, dass es diese Phasen gibt, sie auszuhalten, Vertrauen in die Kraft der Zeit zu haben und dann selber etwas dafür zu tun, wieder Anschluss zu finden.
    Danke an Ralf und Danke an die Schreiber der bisherigen Kommentare. Allen eine gute Woche!!!

  • Immer wieder bekommt man Prügel vor die Beine geworfen !
    Ich habe, nach dem Tod meines Mannes,
    in einer, für mich sehr schweren Zeit,
    einen Menschen kennengelernt, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe und “seelenverwandt” fühle,
    jedoch seine Partnerin,
    die mich nicht kennt und auch nicht kennenlernen möchte, lehnt mich total ab – das heißt für uns –
    ohne seine Beziehung zu gefährden ist eine Freundschaft,
    (die wir beide gerne gewollt hätten)
    leider nicht möglich !

    Unsere Gespräche gehen mir ab –
    und ich bin oft wieder sehr traurig und einsam !

  • Einen schönen Guten Abend an alle,

    also ich finde, das Einsamkeit nichts mit anderen Menschen zu tun hat sondern mit seiner, ganz persönlichen und eigenen, inneren Einstellung und u.a. eigenen Denken. Ein Mensch muss sich nicht einsam fühlen, auch wenn er einmal allein sein sollte und sich zurückzieht von den anderen Menschen, aus welchen Grund auch immer. Er/Sie oder auch ich, fühle mich doch nur dann einsam, wenn ich es auch selbst u.a. denke.
    Ich bin der Meinung, die Ursache für Einsamkeit ist das eigene Denken, dadurch erst fühlt man sich einsam, aber man muss sich ja nicht einsam fühlen, denkt man es nicht.

    Ich finde auch, Einsamkeit und auch das Alleinsein hat etwas sehr gutes. Man kann mal mit sich selbst in Kontakt kommen, man kann dadurch auch lernen, sich selbst begangene Fehler zu verzeihen und mit sich auch eine innere Reinigung
    vollziehen.

    Die Einsamkeit von einer anderen, positiveren Seite lernen zu geniessen und auch somit lernen für sich selbst, einsamkeit und dann auch das alleinsein schätzen und u.a. achten zu lernen und neu für sich auch zu endtecken wieder lernen.

    Und Einsamkeit hat auch für mich nichts mit dem Monat November zu tun.

    Denn auch da, wenn man sagt:”Der November …ist grau…so denkt man dies ja erst, ja und dann ist er auch grau.

    Bei uns heute zum Beispiel war der Novembertag, ein sonniger, schöner und heller Tag, kein grauer.

    Liebe Grüße aus Dresden
    Corinna Altmann

  • Liebe Mitmacher/innen,
    irgendwie steckt in jedem Kommentar ein Stück Wahrheit und dennoch empfindet vermutlich Jeder es für sich ein bißchen anders, da Jeder seine ganz eigene Auffassung von Leben und seine spezielle Lebenserfahrung hat.
    Ich denke, es nützt nicht Anderen Menschen die sich nicht so verhalten wie ich es erwarte, der Gesellschaft oder Wirtschaftssystemen die Schuld zuzuweisen, selbst wenn es berechtigt wäre. Vieles ist Ursache für Einsamkeit und Alleinsein.
    Fangt an zu ändern was Euch nicht gefällt und was nicht richtig ist! Jeder für sich allein, weil ändern oft bei sich selbst beginnt.
    Ich weiß was es bedeutet in liebevoller Beziehung zu leben und auch allein zu sein. Aus meinen ganz persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen habe ich den Entschluss getroffen und werde versuchen meine Zeit zu Nutzen um ein Netzwerk aufzubauen, in denen Singles und Paare gemeinschaftlich und dennoch selbstbestimmt leben, aber sich auch gegenseitig unterstützen und fördern wollen wollen. Dieses ist mein Entwurf eines Generationen-Wohnpark in dem Bewohner nicht einsam und allein sein können, vorausgesetzt sie bringen auch die Bereitschaft dafür mit das zu wollen.
    Ich wünsche mir ein erfüllendes und aktives Leben mit anderen Menschen um voneinander zu lernen, miteinander zu lachen, zu weinen, zu trauern und feiern zu können.

    Mit Besten Wünschen aus Hamburg
    Andreas Reichert

  • Hallo liebe Zeitgenossen(innen),

    ja, ein wirklich interessantes und ganz persönlich berührendes. Vor allem auch, weil es wirklich jeden betrifft. Sicherlich ist es so, dass es einen einmal mehr und dann einmal weniger beschäftigt, das man es mal mehr, mal weniger spürt. Doch betrifft es einen lebenslang. Ein Lebensthema eben. Gerade unsere Individualität, unsere Einmaligkeit verursacht durch unser Gehirn und unsere körperlich Abgeschlossenheit psychische Autarkie, die eingebettet in ein Beziehungsnetzwerk (z.B. Familie), begleitet vor allem von Liebe Einsamkeit auf Distanz hält. Das Allein(s) sein ist keine Einsamkeit. Im Gegenteil, wir benötigen es geradezu um zu uns selbst zurück zu finden. Denn wir können uns in der Gemeinschaft auch verlieren, weshalb wir den Rückzug in unsere autarke Persönlichkeit geradezu brauchen.
    Erst wenn das Alleinsein eine gefühlte Grenze überschreitet, schlägt sie um in Einsamkeit.
    Einsamkeit entzieht uns der Kommunikation, der mitgeteilten und empfangbaren Zärtlichkeit und Anerkennung, der wir alle bedürfen. Hier fällt mir der Satz ein den ich vor Jahren einmal las und selbst erlebt habe, der da heißt: “Eine Form der Einsamkeit, sei die, Erlebnisse zu haben, die man mit niemanden teilen könne.”; Leider weiß ich nicht von wem das ist. Dieser Satz hat sich vor allem deshalb bei mir intensiv eingeprägt, weil ich es vor vielen Jahren selbst erlebt habe. Damals in einer Beziehung lebend, die schon in den letzten Zügen lag, entschieden meine Partnerin und ich getrennt von einander Urlaub zu machen (Sie bekam zu dieser Zeit keinen Urlaub…usw.). Ich nahm Zelt und Schlafsack und fuhr mit dem Auto nach Dänemark. Ich machte viele Fotos…wunderschöne Aufnahmen, die ich nach dem Urlaub vom Fotogeschäft zurück erhielt. War sogar ein bisschen Stolz auf die Qualität…;-) ; Allerdings fiel mir dann auf, das keinerlei Menschen auf den Bildern zu sehen waren. Auch ich selbst war natürlich nicht zu sehen, war ich doch der Fotografierende.
    Entscheidend ist aber dabei immer die eigene Verfassung, bzw. der eigene Seelenzustand in dem ich die Bilder betrachtete, aber auch die Erinnerung daran, wie ich diesen Urlaub für mich selbst empfunden hatte. Denn, ich hatte mich tatsächlich in diesem Urlaub einsam gefühlt. Ursprünglich hatte ich mich nämlich darauf gefreut einen Urlaub mit dieser Freundin zu verbringen. Diese selbst programmierte Erwartungshaltung konnte nur enttäuscht werden. Vielleicht wäre es besser gewesen nicht in Urlaub zu fahren.
    Beim Lesen der Kommentare fiel mir auf, das jemand schrieb, das wir offensichtlich bei unseren Mitmenschen (bei uns selbst?) die “Kosten-Nutzen-Haltung” antreffen. Wen wundert es?

    Unsere gesellschaftliches System basiert ja gerade zu genau darauf! Es ist durchzogen von ökonomischen Prinzipien und Regeln. Die Optimierung und Maximierung dieses System ist ständiges Gebot. Geld und materieller, monetärer Wohlstand erzeugen Anerkennung und Bewunderung bei unseren Mitmenschen.
    Beinahe jeder strebt danach. Die Gesellschaft, Politik, Industrie lebt vom Wachstum, heißt es allenthalben. Obwohl immer weniger von dem Wachstum bei den Bürgern ankommt, soll immer mehr diesem Ziel geopfert werden. Ich weiß ist ein eigenes Thema. Hat aber mit dem hier diskutierten zu tun. Denn unser Innenleben hat sehr viel mit den Strukturen zu tun die wir erschufen, bzw. die erschaffen wurden.

    Also darf es nicht erstaunen, das unsere Beziehungsfähigkeit durch verschiedene Einflussfaktoren (Computer, Industrialisierung, Automatisierung, Globalisierung, politisches System usw., usw…) die die gesellschaftliche Strukturen deutlich veränderten, in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Das psychische Erkrankungen zugenommen haben ist keine Neuigkeit. Depressionen, Panikattacken, ‘Burn-Out’ werden gesellschaftlich diskutiert, ja, in den Medien breitgetreten. Doch ändert sich dadurch irgend etwas in dieser “Leistungsgesellschaft”?

    Wird nun weniger produziert werden, weniger Wachstum angestrebt werden? Nein.

    So behaupte ich, dass wenn sich unser gesellschaftlich-politisches Bewußtsein nicht verändert, dann wird die Beziehungsproblematik größer werden. Die Hauptursache für psychische Erkrankungen liegt, meines Erachtens, genau hier. Da das System krank ist können auch die Menschen nicht gesund sein.

    Das System braucht aber die Menschen und die Menschen brauchen ein System. Wenn auch nicht dieses! Aber wer soll sich von etwas krank machenden trennen, wenn nicht wir selbst?

    Wenn wir einen Staat wollen in dem wir Menschen ein psychisch warmes, lebenswertes Leben, mit lebendigen und damit (uns) tragenden Beziehungsstrukturen vorfinden, dann müssen wir zuerst unsere eigene Einstellung ändern. Das läßt sich nur über einen Erkenntnis- und Lernprozess bewerkstelligen.

    Wir benötigen eine Gesellschaft, die ihre Prioritäten mehr an der psychischen Gesundheit ihrer Menschen ausrichtet, statt einseitig nur dem zu dienen, welches einen ökonomischen Nutzen und Mehrwert erbringt. Solange alle gesellschaftliches Streben nur diesen Zielen untergeordnet wird, kann der Mensch nicht heilen. Denn der Mensch ist nicht nur ein Wirtschaftssubjekt, ein Konsument oder ein Steuer zahlender Arbeitnehmer, oder gar ‘Stimmvieh’ der genau wegen dieser Eigenschaften umworben zu werden braucht. Diese rein auf das ökonomische Sichtweise reduzierte, wird dem komplexen Wesen Mensch bei weitem nicht gerecht.

    Alles hängt mit allem zusammen.

    Die Einsamkeit und die vermeintliche Beziehungsunfähigkeit korrespondieren unmittelbar mit den sich permanent verändernden, dynamischen gesellschaftlichen Strukturen.

    Aber, ich wiederhole mich…wollte hier auch keine ‘Doktorarbeit’ schreiben…, sollten nur ein paar Gedanken zum Thema werden ;-)

    Macht es gut…

    Frank

  • Der Artikel behandelt mit sehr feiner Feder geschrieben das Thema Einsamkeit und bringt es auf den Punkt. Keiner ist allein einsam, denn es gibt leider sehr viele einsame Menschen. Die Einsamkeit ist auch eine Verwandte der Sehnsucht, weil sie sich Zweisamkeit herbei oder zurück wünscht.
    Sehr spannend finde ich die unterschiedlichen Resonanzen hier im Forum:
    „Was wäre das Leben ohne eine gescheite Depression alle paar Monate.“
    „Mir bleibt für die Zeit als Mensch nichts anderes, als die Einsamkeit durch größtmögliche Annäherung an dieses Ideal zu überbrücken.“
    „Vielleicht ist Einsamkeit auch einfach die Unfähigkeit, sich selbst zu ertragen.“
    „Sobald es eben um Geld geht, lernt man die Menschen kennen.“
    „Hätten wir laufen gelernt, wenn wir nicht immer und immer wieder aufgestanden wären?“
    „Einsamkeit ist keine Tatsache so wie auch das Alleinsein. Beides sind Gefühle die aus unserer Bewertung resultieren.“

  • Lieber Ralf,

    vielen Dank für diesen Artikel, der mich sehr angesprochen hat. Ich habe auch immer wieder Phasen in meinem Leben, in denen ich mich isoliere. Das geht vielleicht eine Weile gut und ich genieße es Zeit alleine zu verbringen, bis mir irgendwann die Decke auf den Kopf fällt und ich fast durchdrehe vor Einsamkeit. Zu anderen Zeiten kann ich sehr lebenslustig sein und auf Leute zugehen, ohne große Erwartungshaltungen. Mir ist es manchmal selbst ein Rätsel wie und warum sich diese Phasen abwechseln und ich, wenn ich Monate zuvor noch ein recht aktives und spannendes Leben geführt habe, mich plötzlich in einer sehr einsamen Situation wiederfinde, wo der Freundeskreis sehr überschaubar geworden ist. Besonders schmerzhaft wird es einem dann bewusst, wenn von dieser kleinen Anzahl an Freunden gleich mehrere gleichzeitig verhindert sind (sei es durch Urlaub, familiäre oder berufliche Verpflichtungen oder was auch immer).

    Auch immer wieder hatte ich Phasen, wo ich Freunde zum Mond geschossen habe, weil mich diese Menschen so sehr enttäuscht haben. Dies wurde ja auch in den ersten beiden Antworten von Alexandra und Marita weiter oben thematisiert. Ich erkenne mich da zum Teil auch selber wieder. Aber manchmal frage ich mich, ob ein ehrliches Ansprechen auf die Situation nicht auch mal Klärung bringen würde (es kommt natürlich darauf an, wie schwerwiegend die Enttäuschung ist und ob man es überhaupt klären könnte). Ich mache sicherlich auch nicht alles richtig und habe schon Leute vor den Kopf gestoßen. Ich bin selber heilfroh, wenn mir jemand ehrlich sagen kann, was sie/ihn gestört hat, anstatt sich zu verziehen und mich fortan zu meiden.

    Ein großes Problem für mich ist auch meine sehr hohe Erwartungshaltung an Freundschaften. Ich gehe oft an Freundschaften heran, indem ich mein Gegenüber kritisch beäuge und taxiere, ob sich derjenige als “Freund fürs Leben” eignet. Darunter geht eigentlich kaum etwas. Meist hat sich aber gezeigt, dass sich eine langjährige Freundschaft nicht von vornherein abschätzen oder planen lässt. Die Freundschaften, die am längsten währen, sind meist solche, von denen ich das am Anfang gar nicht erwartet hätte. Ich bin mit einer geringen Erwartungshaltung an die Sache herangegangen. Wenn man die Messlatte bei neuen Bekannten gleich so hoch anlegt, sind die Enttäuschungen eigentlich schon fasst vorprogrammiert.

    Immerhin kann ich sagen, dass ich mittlerweile akzeptiere, dass manche Freundschaften nur eine Lebensabschnittsbegleitung und keine Dauereinrichtung sind. So sind die Enttäuschungen wesentlich kleiner und wenn eine Freundschaft sich mal auseinanderdividiert, kann ich hinterher zumindest an die schönen Zeiten denken und mich daran erfreuen, anstatt wie früher wieder ein bißchen mißtrauischer gegenüber dem Rest der Welt zu sein.

  • Lieber Ralf,

    Danke für den passenden “November-Artikel” und inhaltlich finde ich mich sehr in den Kommentaren von SUSANNE und CHARLOTTE wieder –

    ganz sicher haben wir ALLE Sehnsucht nach dem “Du” (sogar ich…hahaha), es ist der tiefe Wunsch nach ECHTER “Seelenverwandtschaft”, wo man verstanden wird ohne viel erklären zu müssen… wo man(n)/ frau auch mal(innerlich und äußerlich)ausgebrannt auftauchen kann… und da reicht dann sogar ein EINZELNER Mensch!
    Die angegeblich große menschliche Sehnsucht nach der “Geborgenheit in großer Gemeinschaft” ist mir zu sehr idealisiert und zu wenig realistisch… nur ein Beispiel: Wie hält es unsere “wunderbare, große Gemeinschaft” mit den Hatz4-Empfängern (das war ein echter “Freudscher” – es heißt natürlich Hartz4…)-

    Im Übrigen: Ich bin sehr viel und GERNE “allein”, aber nicht “einsam” und in der Gesellschaft der “zwei wunderbarsten Katzen dieser Welt”, kann ich mich einfach nicht “einsam” fühlen… auch glaube ich nicht so sehr, daß “Fernsehen” einsam macht, bei mir jedenfalls konnte ich feststellen:
    “Internet killed the TV-Star” und Internet ist immerhin viel interaktiver…;-)

    Ich wünsche einen sonnigen November-Sonntag OHNE Nebel!

    Matthias

  • Ich vermisse den Aspekt, dass Einsamkeit nicht nur “ohne Menschen”-Sein heißt.
    Auch wenn man enge, gute Freunde hat und diese um sich herum versammelt, ist man einsam. Das liegt daran, dass wir Menschen Inseln sind und leider nicht kommunizieren können, was wir sehen, denken, fühlen. Der Andere kann niemals nachempfinden oder sich vorstellen, was wir sehen. Wir können mit Freunden vor einem Kunstwerk stehen und sagen: “Wow!” und der andere schaut uns verständnislos an – er sieht nicht, was wir sehen. Ich habe eine lange Zeit lang gedacht, ich sei so zutiefst einsam, weil ich nur wenige Menschen kenne, die mir wirklich nahe stehen, bis mir klar wurde, dass ich in Wirklichkeit nicht auf der Suche nach “Freunden” bin, sondern auf der Suche nach einer Gemeinschaft und dass hinter “Einsamkeit” meine persönliche Sehnsucht nach Spiritualität in meinem Leben steckt.
    Eine echte Gemeinschaft im Geiste und im Herzen suchen (ja, das klingt etwas angestaubt, aber es charakterisiert meine Sehnsucht nach einer grenzenlosen Geborgenheit, einem grenzenlosen Verständnis und grenzenloser Achtung am besten), das war, was mich einsam machte, denn alles, was ich erlebte, wie ihr hier schildert, war: Anlächeln und hintenrum kritisieren oder lästern, Verrat. Gemeinheiten.
    Mittlerweile habe ich verstanden, dass meine Form der Einsamkeit unheilbar ist und dass ich sie erst verlieren werde, wenn ich sterbe und – nach meiner Vorstellung – ins All-Eine (huch, was für ein Wortspiel: Alleine – All-Eine) zurückkehre.
    Mir bleibt für die Zeit als Mensch nichts anderes, als die Einsamkeit durch größtmögliche Annäherung an dieses Ideal zu überbrücken. Irgendwie schmerzlich, aber auch irgendwie tröstlich.

    • susanne schreibt am 20. November 2011

      danke, hannah,
      für diese erweiterung des themas: weder bin ich ‘schuld’ oder bestrafenswert unzulänglich, noch sind es die anderen, und ich muss (und kann) das gefühl von einsamkeit in meinem leben auch nicht abschaffen. also bleibt zu sehen, wie ich damit leben kann; das immerhin scheint mir in manchen augenblicken realisierbar.

  • Wenn ich über Einsamkeit schreibe, dann ist das wohl so in etwa, wie wenn ein Wüstenbewohner einen Spaziergang im Tiefschnee schildert. Ich versuche es trotzdem.

    Am besten aus dem Artikel gefällt mir der Satz: “Willst du mein Freund sein?” Und dass uns ein wenig von dieser Naivität heutzutage ganz gut täte. Das glaub ich auch. Ein wenig Erwartungen zurückschrauben und offen sein.
    Ich find es nicht schwieriger, sondern leichter, Menschen zu finden, die mir nahe kommen. Mit dem Blog, dem Internet, dem Chat… Man lernt Leute von innen nach außen kennen, vernetzt sich, trifft sich, liebt sich… einlassen drauf muss man sich immer selbst. Ich müsste viele Bars durchstreifen, bis ich so schnell Menschen finde, die mich verstehen, die ähnliche Interessen, Lust an der Sprache haben, mit denen ich auf einer Wellenlänge schwimme.

    Und so ein kleines bisschen Einsamkeit, die tragen wir ohnehin alle in uns, weil wir letztendlich alleine kommen und alleine gehen, auch wenn uns dabei wer an der Nabelschnur hat oder an der Hand hält.
    Oder – wie mein Kollege zu sagen pflegt: Was wäre das Leben ohne eine gscheite Depression alle paar Monate.

  • Lieber Ralf,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. In vielem hast du mir aus dem Herzen gesprochen.Irgendwie hat es mich animiert, meinen Herzenfreunden zu schreiben und ihnen zu sagen, wie wunderbar sie sind und dass ich froh bin, sie in meinem Leben zu haben. Denn, wenn man Freunde hat ist es auch wichtig den Kontakt zu ihnen zu pflegen.

    Danke und schönen Sonntag

  • Einsamkeit ist ein Mangel und es besteht ein großer Bedarf das zu ändern. Das dumme ist nur, das ‘bedürftige’ Menschen nicht unbedingt attraktiv oder sympathisch wirken, weil sie eine gewisse Verbissenheit, Dringlichkeit ausstrahlen – da gehen andere schnell(er) auf Distanz. Die eigene Haltung ist entscheidend, wie Claudia schon so schön geschrieben hat.

    Ich glaube auch, dass Menschen, die alleine nicht glücklich sein können, es auch zu zweit nicht können. Weil der Partner dann (unbewusst) als ‘Heilmittel’ für die eigene Unfähigkeit, unabhängig von anderen glücklich und zufrieden zu sein, gesucht wird.
    Menschen die Zufriedenheit ausstrahlen, fliegen die Sympathien dagegen nur so zu, weil man als Partner oder Freund nicht GEBRAUCHT, sondern GEWOLLT ist ohne ihn zu brauchen um irgendwas zu heilen. Jeder kennt ja die so genannten ‘Freunde’ die sich immer nur melden wenn sie was brauchen, wo das Phänomen der Zweckfreundschaft besonders deutlich wird.

    Das entscheidende an diesem Beitrag ist, dass man selbst aktiv werden muss. Die meisten warten darauf, dass ein anderer den ersten Schritt tut, vermutlich aus Angst vor Zurückweisung – wenn aber keiner den Anfang macht, passiert auch nix. Bei mir sehe ich neben dem Job vor allem einige Hobbys als Kontaktbremse an: Computer, Garten, Nähen – alles Sachen, die man eher alleine zuhause macht. Und im Fitnessstudio ackert auch jeder vor sich hin. Also entweder ein neues Hobby suchen, oder vielleicht mal nen Fortgeschrittenenkurs zu einem der typischen Cocooning-Hobbys besuchen, oder vielleicht gar selbst einen anbieten, um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen.

  • Ich bin auch so ein Nomadenmensch. Seit 1994 ziehe ich im Durchschnitt alle 2 Jahre um. Es sind meist die Arbeitsplätze, die mich weiterziehen lassen. Und ich vermisse tatsächlich meine Freunde. Die Engsten leben in Berlin. Damit wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren, gibt es einen festen Termin im Jahr (Ostern), wo wir gemeinsam wegfahren und die Tage gemeinsam verbringen.
    Doch ich muss auch immer wieder feststellen, dass sogenannte Freunde es nicht nötig haben, die Freundschaft aufrecht zu halten. Sie freuen sich, wenn ich mich melde, doch sie selbst halten einen Kontakt ihrerseits nicht für notwendig.
    Bsp. meine ehemaligen Arbeitskollegen sind nun mit der Firma in die unmittelbare Nähe meines jetzigen Arbeitsplatzes gezogen. Es wäre also ein leichtes, mal zusammen zu Mittag zu essen oder sich auf eine Tasse Kaffee zu treffen, doch es kommt nichts. Und ehrlich, ich habe dann irgendwann auch keine Lust mehr, diesen Menschen hinterher zu rennen.
    Doch die Einsamkeit macht zum Teil sehr unglücklich. Ich habe nun zum Glück einen sehr engen Partner und meine Berliner und ein-zwei Freundinnen hier in der Umgebung. Doch leider macht dann die, wenn auch geringer, Entfernung, das Miteinander sehr schwierig.
    Aber heulen hilft nichts, raus und gemeinsam was unternehmen, oder wozu sind sonst Wochenenden dar?
    Liebe Grüße an eine große Gemeinschaft
    und eine gute Zeit wünscht Silli

  • Ein wunderbarer Beitrag,

    Lieber Ralf!
    Herzlichen Dank und Glückwunsch!
    DEN darf ich meinen blog- Lesern keinesfalls vorenthalten …
    Liebe Grüße vom
    payoli/ Wilhelm

  • Seit über 2 Jahren bin ich nun von meiner Freundin getrennt und es schmerzt noch Immer. Bedingt durch mein Berufsleben halten auch die bestehenden Freundschaften irgendwie nicht mehr so wie früher. Ralf sagt es richtig im Artikel, dass man in der Studienzeit diese Probleme gar nicht kennt, man lernt immer neue Leute kennen. Das vermisse ich schon sehr und dieser Luxus ist einem im Berufsalltag erst richtig klar.

    Ralf meinte, in einer Disko z.b., das sei schon was für “Fortgeschrittene”. Das kann durchaus sein, vor allem wenn man allein hingeht. Meine Ex hat kurz nach der Trennung in einer Disko schon den nächsten kennengelernt. Natürlich frägt man sich dann, warum kann ICH sowas dann nicht. Einfach auf Frauen zuzugehen? Aber dann fällt mir immer wieder kein geeigneter Spruch ein, der das Eis auftauen würde (Smalltalk an sich geht gut)

  • Spannend, das Thema! Danke Ralf für den Anreiz zum Nachdenken, danke Euch für Eure Gedanken. Da sind wir schon mittendrin: Einsamkeit hört dann auf, wenn man etwas teilen kann (was wir hier gerade tun).
    Auch ich würde zwischen Einsamkeit und Alleinsein unterscheiden. Ich brauche Zeiten des Alleinseins um nachzudenken, um ganz im Hier und jetzt zu sein, um mich auch eins mit der Natur zu fühlen. Einsamkeit ist schmerzhaft, ist Vermissen, ist auch Verlassen-Sein, auch Sich-Nicht-Verstanden-Fühlen.
    Ich glaube, dass Einsamkeit zum Leben dazugehört (wie Leid), dass wir die Erfahrung an uns selbst brauchen (letztlich ist jeder im Tod oder auch in schwerer Krankheit oder bei Verlust von lieben Menschen einsam)um sie dann auch wieder überwinden zu können (auch anderen helfen zu können, sie zu überwinden). Hierzu braucht es den anderen. Wir können nicht isoliert leben und wir haben die Fähigkeit, auf andere zuzugehen. Dieser Schritt ist der Wichtigste: Auf andere zugehen ohne “Kosten-Nutzen-Rechnung”, sondern freundlich, offen mit einer Haltung “wer bist du, du interessierst mich”.
    Wenn ich mich einsam fühle, liegt es häufig daran, dass ich ein “Du”, eine gewisse Nähe und Vertrautheit und Geborgenheit vermisse. Dass ich bei einem anderen Menschen so sein kann, wie ich bin. Dass ich Freude, Gedanken, Eindrücke teilen kann.

    Die “Anfälligkeit” des einzelnen für Einsamkeit hängt auch damit zusammen, ob der/diejenige als Kind schon einsam war. Diese Einsamkeit ist schwerer zu überwinden, aber nicht unmöglich, sondern erfordert immer wieder, Vertrauen aufzubauen, dass andere einen so mögen, wie man ist und nicht wie man sein sollte. Und auch dann: Auf andere zugehen, nicht aufgeben. Hätten wir laufen gelernt, wenn wir nicht immer und immer wieder aufgestanden wären?

    Noch einen schönen Sonntag an alle

  • Die Sache mit dem Sandkasten finde ich gut. Im Beruf ist Team- und Zusamenarbeit unablässig, warum also nicht im Privaten. Nur über ausprobieren und neugier lernen wir Menschen kennen. Keiner kann alleine sein. Niemand soll oder darf alleine sein. Wie intensiv es sich entwickelt ist eein Versuch wert. Bei aller Erfahrung, die uns vorsichtig werden läßt. Es bleibt unsere eigene und höchst persönliche Entscheidung wem wir ein Freund sind. Vertrauen in sich und das Leben gehört dazu. Ich bin gerne naiv!

  • Einsamkeit – nicht nur ein November Artikel,

    ich finde, dass hier gut aufgeführt wurde, warum wir in dieser Zeit uns schnell auch mal einsam fühlen können. Ich bin doch schon der Meinung, dass Einsamkeit viel auch mit mir selbst zutun hat.

    Wie hoch sind meine Ansprüche an mich und meine Umwelt?
    Was wünsche ich mir von anderen Menschen, was sollen sie mir geben, was ich mir selbst nicht gebe?
    Wie sehr kümmere ich mich um meine Bedürfnisse und erfülle sie mir?
    Welche Vermeidungsstrategien haben sich suksessive eingeschliffen, die mich haben mich einigeln lassen?
    Was trage ich selbst dazu bei, dass ich nicht mehr einsam bin?

    Mir würden noch einige Fragen dazu einfallen. Was ich aber aus eingener Erfahrung weiß, dass Veränderungen immer bei mir selbst anfangen. Wenn ich nicht mehr einsam sein möchte, wäre es gut, wenn ich mir eine Strategie überlege, die das ändert. Und wenn ich die “Übung” soziale Kontakte zu pflegen etwas verloren habe – wäre dann vielleicht ein ehrenamtlicher Einsatz etwas für mich? Es ist außerdem ein schönes Gefühl gebraucht zu werden.

    Nach meiner Meinung kann ich viel selbst dazu beitragen, dass Einsamkeit gar nicht entsteht bzw. da wieder herauszukommen.

  • Hallo Ralf, ja ein schöner Bericht. Viel wahres drin und dran. Und auch dass “Jeckyll und Hide” in jedem von uns steckt. Aber es ist nicht immer so, dass wenn man andere gut behandelt, dies auch zurückkommt. Vieleicht ist das aber auch nur in der Arbeitswelt so. Ich habe die Menschen in einer Firma kennengelernt, in der kräftig entlassen wurde. Und wie sehr war sich doch jeder selbst der allernächste, selbst der Betriebsrat hat sich damals rausgeredet. Und dann stehst Du plötzlich ohne Arbeit da. Und auf dem Arbeitsamt wirst Du behandelt, als wärst Du ein Schwerverbrecher. Und das Ende vom Lied ist eben doch arbeitslos. Und Du möchtest dann nur noch eins, NICHTS mehr mit Menschen zu tun haben. Hacken, stechen, Ellbogen, ausbooten…wenn man darin keine Übung hat, kann man einpacken.
    Folge: Einigeln. Mit Hartz IV fehlt dann irgendwann sowieso das Geld für jegliche Unternehmungen.
    Wunsch: nur noch Tiere um sich haben.
    Und dann dauert es eben wirklich eine ganze Weile, bis man wieder eine Art Lust oder Wunsch vespürt, Menschen zu treffen. Vertrauen, naja ich weiss nicht.

    Auf jeden Fall gleich weiter machen, als wäre nichts gewesen war mir unmöglich.

    Sorry, dies ist jetzt nicht der positivste Beitrag, aber eben erlebte Geschichte.

    Sobald es eben um Geld geht, lernt man die Menschen kennen. Und wie sie zu Hyänen werden können, damit sie ja genug davon abbekommen.

    Viele Grüße

  • Hallo Ralf,
    vielen Dank für Deinen aktuellen Artikel. Ich definiere Einsamkeit und Alleinsein anders als Du: Einsamkeit ist für mich das Fehlen eines Gegenübers und Alleinesein ein durchaus beglückender Zustand, in dem ich das Leben genießen und “verdauen” kann, denn bei aller Freude an Freunden, ich brauche das Alleinesein, um wieder bei mir anzukommen. Das neue Menschenbild des ständig verfügbaren, ständig kommunizierenden und erreichbaren und offenen Menschen hat scheinbar mit mir wenig zu tun. Mir ist das zuviel der Außenorientierung. Ich treffe oft auf Menschen, die nach einer Art KO-Prinzip das Gegenüber schnell darauf abklopfen, ob diese für Liebe oder Freundschaft geeignet sind, wobei sie oft genug nur eine Kopie von sich suchen. Mir gefällt, dass Menschen sehr unterschiedlich sind und finde es auch einfach schön, Zeit mit anderen zu verbringen, mit denen ich nur eine Leidenschaft teile. Man weiß zu Beginn einer Begegnung nie, wohin sie führt. Ich finde es auch wichtig, Kriterien zu haben, seine eigenen Grenzen zu kennen und andere darauf hinzuweisen. Wenn Zuspätkommen als sehr schlimm empfunden wird, dann ist es wichtig, das zu sagen. Jeder Mensch hat seine besonderen Empfindlichkeiten und Erwartungen. Man kann nicht davon ausgehen, dass andere sind wie man selbst. Ich hatte früher eine sehr viel striktere Haltung gegen Anderssein und habe aber durch das Zusammensein mit sehr unterschiedlichen Menschen gelernt, Andersartigkeit als das zu sehen, was es ist: eine andere Art zu Sein. Vielleicht ist Einsamkeit auch einfach die Unfähigkeit, sich selbst zu ertragen.

    Mit nachdenklichen Grüßen
    Monika

    • Karin Lohner schreibt am 20. November 2011

      Wie reif und schön ausgedrückt! Wir müssen zwischen Einsamkeit und Alleinsein deutlich unterscheiden. Alleinsein kann ein wundervolle bereichernder und kreativer Zustand sein. Es ist wahrscheinlich das, was wir “zu sich kommen” nennen. Ich statte mir regelmässig Besuche ab und finde dabei immer neue Aspekte an mir. Und andererseits habe ich mich unlängst in einer grossen Gesellschaft unglaublich einsam gefühlt. Einsamkeit ist keine Tatsache so wie auch das Alleinsein. Beides sind Gefühle die aus unserer Bewertung resultieren.

    • Nemo schreibt am 20. November 2011

      Hallo Monika!
      Ein schöner Kommentar, der auch zum Nachdenken anregt.
      Ich habe zum Beispiel schon mal gerne Kontakt mit ausgeflippten Leuten(positiv). Sie geben mir Schwung.

      Nemo

  • Doch, man kann “zuhause” Menschen kennen lernen – nämlich über Blogs und über soziale Netzwerke. Dafür muss man sich beteiligen und sich selbst auch zeigen, sowie ein bisschen Sorgfalt und Aufmerksamkeit darauf verwenden, die “richtigen” zu finden.

    Entlang an Gesprächen über gemeinsam interessierende Themen nähert man sich an, macht sich bekannt – und wechselt dann auch mal ins Privatgespräch. Per Mail hatte ich in 16 Internet-Jahren viele tief gehende Gespräche, für deren Zustande-Kommen ich im “real Life” elend lange Smalltalk-Phasen hätte mitmachen müssen, was mich gar nicht reizt. Etliche gute Freundschaften sind da entstanden, die dann auch Besuche bringen – aber selbst ohne das gibts mittlerweile Leute, die ich seit 10 – 15 Jahren gut kenne – inkl. Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe.

    Wieviel “Mobilität” man sich aus beruflichen Gründen zumutet, ist AUCH eine Frage persönlicher Prioritäten. Ich hätte zu jeder Zeit in meinem Leben eine “Runde Hartz4” einem ungeliebten Umzug vorgezogen (ok, auf dem Land sieht das anders aus!) und kann oft nicht nachvollziehen, wie bereitwillig Menschen sich einem Mobilitäts-Zwang unterwerfen, der nicht ihren Interessen entspricht. Und echte Freunde dem Job opfern… never!

    Verschlossenheit, Misstrauen, ein “gestelztes” Verhalten, Trägheit, riesengroße Ansprüche, Beharren auf Gewohntem – das sind Eigenschaften, mit denen man leicht einsam wird.

    Ganz grundsätzlich ist es auch eine Frage der HALTUNG: sehe ich mich als jemanden, der dringend etwas sucht und nicht findet? Oder bin ich jemand, der GEBEN kann, was andere suchen?

  • Ja, das ist so eine Sache mit der Einsamkeit. Ich merke selber, oft eben auch in meinen Seminaren, das die Menschen, andere suchen und brauchen. Sie haben ein großes Verlangen nach Aufmerksamkeit, Anerkennung, Wärme und Liebe. Viele Faktoren die hier angesprochen wurden spielen in meinen Augen eine große Rolle, die Erwartung im Job, Familie, TV etc. ich will das hier jetzt nicht wiederholen. Allerdings finde ich, sind die Menschen auch unverbindlicher geworden. So bin ich aus Erfahrung heraus auch vorsichtiger geworden. Ich erzähle nicht mal eben so jedem meine Lebensgeschichte und ich lade auch nicht mal eben Menschen die ich kaum kenne zu mir zum Essen nach Hause ein. Habe kürzlich die Erfahrung gemacht, dass Menschen bei uns zu Hause waren und man dann einige Tage später einen Bericht, zwar ohne Namen über unsere Wohnung oder Lebensstil liest, super, das hat uns dann nochmal so richtig motiviert Menschen kennen zu lernen. Oder die Menschen erscheinen nicht zum vereinbarten Termin und sagen auch gar nicht ab und haben hinterher noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen und sind ganz erstaunt, warum man sich nicht mehr mit ihnen treffen möchte. Da frage ich mich, brauche ich das? Muss ich mir das in meinem Leben antun? Leider häufen sich solche Dinge und da hat man manchmal einfach keine Lust mehr. Da stecke ich lieber meine Energie in andere Dinge. Schade eigentlich. Da frage ich mich natürlich auch, liegt das nur an mir? Nein, wenn man sich wiederum mit anderen Menschen unterhält sieht das auch nicht anders aus, denen geht es genauso, haben ähnliches erlebt. Da denkt man prima, dann verabreden wir uns doch und schwupps, kommen diese Menschen auch nicht. Oder ich habe es schon erlebt, dass ich mich verabredet habe, die Verabredung zu spät kam und dann aber in einem Blogg mitteilt, dass sie es respektlos findet andere Menschen warten zu lassen-super! Ich könnte hier noch mehr Beispiele aufführen. Nein, ich fühle mich nicht einsam und nein, ich lerne auch nette und zuverlässige Menschen kennen und pflege lieber einige wenige Kontakte, das ist mir wichtiger als viele Oberflächliche. Aber, früher war es irgendwie anders, ob besser weiß ich nicht.

    • Marita schreibt am 20. November 2011

      Hi, Alexandra,
      du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin ein sehr kontaktfreudiger Mensch und gern mit anderen zusammen, aber nicht um jeden Preis. Ich gehöre auch zu den wenigen, die Kontakte noch ernsthaft pflegen oder es zumindest versuchen. Aber das wird immer frustrierender. So höre ich oft, dass es schön wäre, sich zu treffen. Einer muss es organisieren und das bin in all den verschiedenen Gruppen meiner Bekannten, immer ich. Aber dann erscheint man einfach nicht, ohne Abzusagen (für mich ein Zeichen von Nichtachtung) – etc.
      Und so empfinde ich inzwischen Vieles oberflächlich, floskelhaft oder in der Art. Und das brauche ich nicht, weil ich mich dann mehr darüber ärgere, als dass es mir gut tut. Anfangs habe ich für die anderen noch Entschuldigungen gesucht, aber die gehen einem mit der Zeit aus – trotz aller beruflichen & privaten Verpflichtungen.
      So freue ich mich jetzt mehr an kleinen netten Begegnungen in der U-Bahn, am Büdchen etc. Das sind Momentaufnahmen und nicht so frustrierend. Oder ich widme mich allein meinen diversen Interessen. Da habe ich mehr davon und muss mich nicht ärgern – oder nur über mich selbst.

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