Regeln für die Kommunikation in deiner Partnerschaft

Es ist sehr sinnvoll und hilfreich, in der Partnerschaft bestimmte Spielregeln einzuführen. Spielregeln werden z.B. im Sport von allen Beteiligten anerkannt. Durch solche Regeln wird gewährleistet, dass fair gespielt wird. Was spricht also dagegen, auch in unserer Partnerschaft solche Spielregeln einzuführen?

Stellt ein paar Regeln für eure Gespräche auf – und haltet euch daran!

Ihr könnt euch in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre gemeinsam auf solche Spielregeln einigen. Dann habt ihr in Spannungssituationen eine Anzahl “neutraler” Richtlinien, mit denen ihr eure Gespräche und auch Auseinandersetzungen in Zukunft konstruktiver gestalten können.

Findet eure individuellen Spielregeln

Eure Spielregeln sollten von euch gemeinsam erarbeitet werden und auf eure spezielle Kommunikation zugeschnitten sein. Paare reden sehr unterschiedlich miteinander und deswegen sind auch die Probleme, die in solchen Gesprächen auftauchen verschieden. Übernehmt deshalb keine der im folgenden vorgeschlagenen Regeln ungeprüft. Wenn ihr z.B. beide eher zurückhaltend und schweigsam seid, wir die Regel “Einander ausreden lassen” für euch nur wenig Bedeutung habe. Stellt euch also euren persönlichen Spielregelkatalog zusammen.

Stellt euch dazu vielleicht folgende Fragen:

  • Was ist uns als Paar und jedem einzelnen von uns wichtig?
  • Was stört mich im Gespräch oft besonders und wie könnten wir das ändern?
  • Wo geraten wir häufiger aneinander und warum?
  • Welche Regeln könnten unsere Gespräche konstruktiver machen?

Achtung: Hier geht es um Einigung

Ziel ist, dass ihr euch gemeinsam auf Regeln einigt, um eure Gespräche zusammen besser zu gestalten. Vermeidet es bitte, an dieser Stelle in Schuldzuweisungen zu geraten. Sagt also nicht: “Du redest immer viel zu schnell und zu unverständlich – das kann ja niemand verstehen”, sondern formuliert lieber: “Wir sollten es zu einer Regel machen, dass wir uns beide bemühen, verständlich zu reden. Wenn einer etwas nicht versteht, kann er nachfragen und dann spricht der andere langsamer und erklärt, was er gesagt hat.”

Wie ihr für die Einhaltung der Spielregeln sorgen könnt

Eine große Schwierigkeit besteht darin, sich im Streit oder in einer Auseinandersetzung an die Spielregeln zu erinnern und sich daran zu halten. Versucht deshalb doch einmal folgendes:  Schreibt euch eure Regeln jeweils auf Karteikärtchen. Auf die Vorderseite kommt ein Schlagwort, z.B. “Ausreden lassen” oder “Missverständnis” und auf die Rückseite schreibt ihr eure gemeinsame Regel. Jeder von euch bekommt die so formulierten Kärtchen. Im Gespräch könnt ihr dann einfach die Kärtchen hochhalten oder auf den Tisch legen. Der andere kann die Botschaft dann lesen, wird aber nicht direkt angegriffen. So wird die “Neutralität” gewahrt und wir können die Botschaft leichter annehmen.

Übung:

Setzt euch einmal zusammen hin und erarbeitet gemeinsam euer persönliches System. Ihr könnt dazu besagte Karteikärtchen nehmen oder euch etwas ganz anderes ausdenken. In jedem Fall solltet ihr dabei auf zwei Sachen achten:

  1. Einigt euch auf für beide Seiten eindeutige Signale, die kurz und ohne Aufwand zu zeigen sind.
  2. Erarbeitet gemeinsam die Konsequenzen des Signals und legt fest, was beim Zeigen eines Signals geschehen soll. Achtet hierbei darauf, dass diese Konsequenzen “praktikabel” sein müssen und dies vor allem in der vielleicht sehr emotionalen Situation eines Streits.

 

Fair zu bleiben sollte die erste Regel sein, auf die ihr euch einigt. Fairness unter Liebenden ist nämlich oft leider keine Selbstverständlichkeit. Zu Beginn einer Partnerschaft sind wir frisch verliebt, wollen den anderen auf Händen tragen und es würde uns nicht im Traum einfallen, ihn oder sie zu verletzen. Leider nutzen wir aber gerade in langjährigen Beziehungen die Schwächen des Partners in Auseinandersetzungen aus, um selbst “Punkte zu machen”.

Schwächen des Partners auszunutzen, zerstört die Vertrauensbasis

Es ist ja nicht sehr schwer, nach mehreren Jahren des Zusammenlebens die Schwachstellen des anderen im Streit einzusetzen – kennen wir sie doch meist nur zu gut. Für eine gemeinschaftliche Klärung von Konflikten nutzt das aber leider gar nichts. Wenn du die Schwächen deines Partners oder deiner Partnerin gegen ihn oder sie verwendest, gefährdest du damit massiv die Vertrauensbasis und damit das Fundament einer erfüllten Beziehung.

Schreib dich glücklich…

Es gibt eine bestimmte Art, ein Tagebuch zu schreiben. Eine Art, die dich wirklich voran bringt. Ein Tagebuch, das dich heilen kann. Pure Selbsterkenntnis. Und jede Menge Spaß: Projekt: Tagebuch.

Fairness ist die Regel Nr. 1

Fair zueinander zu sein, ist vielleicht die wichtigste aller Spielregeln in Gesprächen mit dem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin. Nur wenn wir fair miteinander umgehen, wird sich der andere öffnen und nur so können konstruktive Gespräche zustande kommen. Fairness heißt, dass ihr euch bemüht, “sauber” zu argumentieren ohne die Schwächen eures Lebenspartners auszunutzen, um ihn zu verletzten.

Vereinbart ein gemeinsames Signal für ein “Foul”

Wenn es euch vielleicht zu anstrengend ist, verschiedene Regeln auszuarbeiten, so einigt euch wenigstens auf diese eine. Um diese Spielregel tatsächlich einzuhalten, könnt ihr beide ein bestimmtes Signal vereinbaren. Mit diesem Zeichen signalisiert ihr dem Partner, dass ihr euch “gefoult” fühlt. Dieses Signal ist so etwas wie die gelbe oder rote Karte beim Fußball. Du oder dein Lebenspartner können dieses Signal immer dann einsetzen, wenn ihr euch verletzt oder ungerecht behandelt fühlen.

Klare Signale sind wirkungsvoll in Streiten

Allein der Vorwurf, der andere wäre nicht fair, nutzt oft im Streit selbst nicht viel. Meistens werden wir daraufhin einfach weiter streiten. Wenn wir aber ein deutliches Signal setzen, z.B. ein Schild heben, eine Fahne schwenken oder was immer euch einfallen mag, ist der Streit für einen kurzen Moment durch ein neutrales Zeichen unterbrochen. Dieses Signal wirkt dann weniger wie ein Vorwurf, sondern eher wie das Pfeifen eines Schiedsrichter. Überlegt doch einmal gemeinsam, was ihr als “Foul”-Signal verwenden könntet.

 

Die Regel “Eigene Meinungen sind erlaubt” sollte auch in eurer Partnerschaft gelten. Vielleicht kommt es dir komisch vor, dass wir das hier ausdrücklich sagen, weil es für dich selbstverständlich erscheint. Natürlich wissen wir alle, dass jeder seine eigene Meinung haben darf. Oft aber gestehen wir gerade unserem Partner eine eigene Meinung nicht auf dieselbe Art zu, wie anderen Menschen.

Eine andere Meinungen kann für uns eine Bedrohung darstellen

In einer Beziehung sehnen wir alle uns nach Harmonie. Am liebsten möchten wir immer 100%ig verstanden werden. Der andere soll unsere Ansichten teilen und uns am besten immer zustimmen. Hat der Mensch, den wir lieben eine andere Meinung, kann das für viele von uns bedrohlich oder schmerzhaft sein. Und deshalb ändern wir vielleicht unsere Meinung “aus Liebe zu dem anderen” oder wir streiten und versuchen den anderen von unserer Ansicht zu überzeugen.

Verschiedene Ansichten sind eine Bereicherung

Siehe auch

Lies dazu auch: Die Landkarte ist nicht das Gebiet.

Deshalb ist die Regel “Eigene Meinungen erlaubt!” besonders für Partnerschaften wichtig. Versucht doch einmal, eure verschiedenen Ansichten als Bereicherung zu sehen. Gerade weil der andere anders ist und die Dinge anders sieht, ist er interessant. So können wir ständig Neues lernen.

 

Diese Regel mag vor allem denen unter uns komisch vorkommen, die hilfsbereit sind und anderen gerne Rat geben.

Wir sind oft ein bisschen zu schnell dabei, anderen Ratschläge zu geben

Wenn uns jemand ein Problem schildert, dann neigen einige von uns dazu, sofort 20 verschiedene Ratschläge zu äußern. Diese Hilfsbereitschaft ist gut gemeint, aber nicht immer wirklich hilfreich. Tatsächlich kann ungefragter Rat manchmal genau das Gegenteil auslösen, von dem was wir eigentlich wollten: nämlich Trotz oder Rückzug. Das ist dann für den Ratgebenden ziemlich frustrierend.

Wie heißt es so schön: “Auch Ratschläge sind Schläge!”

Vor allem in Partnerschaften können wir Rat nicht immer annehmen

Vielen von uns fällt es besonders schwer, einen Rat vom Lebenspartner anzunehmen. Vielleicht will man sich keine Blöße geben, will sich nicht kleiner fühlen oder was auch immer dahinterstecken mag. Und gleichzeitig sind wir oft auch besonders verletzt, wenn der Lebenspartner unseren gutgemeinten Rat nicht sofort befolgt, weil wir uns regelrecht persönlich zurückgewiesen fühlen. Damit sind also Ratschläge unter Lebenspartnern oft ein heikles Thema.

Hör am besten erst einmal einfach zu

Tipp

Verpacke deine Tipps ein bisschen wie ein Geschenk. So könntest du z.B. sagen: “Ich weiß nicht, ob das so für dich auch zutrifft, aber vielleicht könntest du ja mal…” oder “Eine Freundin von mir hat in einer solchen Situation … Vielleicht könnte das ja auch bei dir klappen.”

Viel besser ist es oft, zunächst einmal vor allem für den anderen da zu sein und zuzuhören, ohne sofort Lösungen zu suchen. Hör wirklich zu, damit du erfährst, ob der andere überhaupt Rat sucht oder sich vielleicht auch einfach nur “ausjammern” möchte.

Frag gegebenenfalls nach

Bevor du einen gutgemeinten Rat zu viel aussprichst, könntest du auch einfach mal fragen, ob der andere deinen Vorschlag jetzt überhaupt hören will. Sei dann aber bitte nicht böse, wenn er oder sie “Nein” sagt. Dein Lebenspartner meint es nicht persönlich gegen dich.

Jedem steht es zu, seinen eigenen Weg zu gehen

Es steht deinem Partner zu, Dinge selbst ausprobieren und herausfinden zu wollen. Manchmal müssen wir einfach unseren eigenen Weg gehen und auch unsere eigenen Fehler machen. Dann nützt kein Rat von außen. Auch wenn du für deinen Lebenspartner nur das Beste willst – du kannst ihm oder ihr nicht alles abnehmen.

Literatur zum Thema:

 

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.