Resilienz: Wie du Krisen besser überstehst

Resilienz

In Krisen ist unsere Widerstandskraft, unsere Resilienz gefordert. So ziemlich jeder Mensch erleidet früher oder später in seinem Leben eine Krise.

Sei es eine wichtige Prüfung, die man verhaut, eine Trennung, eine schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit oder der Verlust einer geliebten Person.

Leider bleibt keiner von uns in seinem Leben davon verschont.

Situationen, die einen schwer belasten, gehen natürlich nicht spurlos an uns vorüber. Manche Menschen trifft eine Krise so stark, dass sie nichts mehr entgegenzusetzen haben. Plötzlich wird man vom Akteur zu jemandem, der sein Leben gefühlt nicht mehr in der Hand hat.

Menschen, die einen Kontrollverlust erleben, empfinden die Welt hinterher oft als einen bedrohlichen Ort. Sie glauben, das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Oft fällt es ihnen schwer, die Hoffnung auf Besserung aufrechtzuerhalten. Und all das kann dazu führen, dass sie in eine Depression verfallen.

Eine Krise kann für viele Menschen also eine große Zäsur im Leben bedeuten, von der man sich nur schwer wieder erholt.

Widerstandskraft wird erlernt

Es gibt allerdings auch Menschen, denen es gelingt, selbst die schwersten Schicksalsschläge wegzustecken und nach einiger Zeit wieder ein glückliches Leben zu führen.

Diese Menschen sind dabei nicht unempfindlicher gegenüber Leid als andere. Sie gehen in ihren Krisen durch genauso tiefe Täler wie jeder andere Mensch auch. Doch irgendwie schaffen sie es trotzdem, dort auch wieder herauszukommen. Sie sind richtige Stehaufmännchen.

Wie diese Menschen das schaffen, das hat natürlich das Interesse von Psychologen geweckt. Sie wollten erforschen, warum diese Menschen besser mit schwierigen Situationen umgehen können. In der Psychologie wird die Widerstandskraft von Menschen „Resilienz“ genannt.

Die Psychologen haben festgestellt, dass die Widerstandskraft von Menschen tatsächlich sehr stark variieren kann. Manche Menschen reagieren schon bei kleinen Widrigkeiten sehr empfindlich, während andere scheinbar unmenschliche Herausforderungen bewältigen können.

Die Resilienz-Faktoren

Mit Hilfe von Langzeitstudien haben die Psychologen herausgefunden, dass Resilienz auf bestimmten Fähigkeiten basiert:

  1. Akzeptanz: Resiliente Menschen leugnen die Wirklichkeit und damit verbundene unangenehme Gefühle des Ärgers oder der Trauer nicht.
  2. Selbstverantwortung: Menschen mit hoher Resilienz sehen sich selbst nicht als ein Opfer der Umstände, sondern übernehmen Verantwortung für ihr Handeln und ihr Leben.
  3. Selbstwirksamkeit: Resiliente Menschen glauben daran, Einfluss auf ihr Leben zu haben und etwas an der Situation ändern zu können.
  4. Optimismus: Menschen mit hoher Resilienz wissen, dass es schwere Zeiten im Leben gibt. Sie glauben aber daran, dass sich die Dinge auch wieder zum Positiven wenden.
  5. Lösungsorientierung: Resiliente Menschen schauen in die Zukunft und passen sich den veränderten Bedingungen an. Sie ziehen die richtigen Schlüsse aus dem, was passiert ist, und lernen daraus. Wenn notwendig, suchen sie nach neuen Optionen, um glücklich zu sein.
  6. Netzwerkorientierung: Resiliente Menschen sind bereit, Hilfe von außen anzunehmen, und bauen sich Freundschaften auf, die ihnen in schweren Zeiten Unterstützung bieten.

Jeder kann Resilienz lernen

Diese Fähigkeiten werden hauptsächlich in der Kindheit erlernt. Das ist eine gute Nachricht, denn das bedeutet, dass man sie sich aneignen kann. Und das nicht ausschließlich in der Kindheit, sondern auch als Erwachsener.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Die Gene spielen auch eine Rolle, denn jeder Mensch hat eine unterschiedliche Veranlagung, die z. B. eine positive Lebenseinstellung begünstigt oder eher nicht. Doch die Wissenschaft ist sich einig: Die Grundlagen einer hohen Resilienz werden erlernt.

Jeder von uns kann seine Widerstandskraft trainieren und innerlich stärker werden.

Und dabei geht es nicht darum, sich „abzuhärten“ und unempfindlich gegenüber seinen eigenen Emotionen zu werden. Sondern es geht darum, einen besseren Umgang mit seelischen Schmerzen zu erlernen, damit man über kurz oder lang auch gestärkt aus einer schweren Prüfung hervorgehen kann.

Aus der Krise lernen

Neben diesen Fähigkeiten haben die Wissenschaftler aber noch eine weitere äußerst interessante Entdeckung gemacht. Besonders widerstandsfähige Menschen weisen eine entscheidende Parallele in ihren Handlungsmustern auf.

Ihnen gelingt es deshalb so gut, schwere Krisen zu überstehen, weil sie es schaffen, ihren Krisen einen Sinn zu geben. Dafür muss man aber weder religiös noch spirituell sein.

Das bedeutet nur, dass diese Menschen bewusst danach schauen, wie sie an dieser Krise persönlich wachsen können. Sie schauen bewusst nach etwas Positivem. Sie geben ihrer Krise damit eine tiefere Bedeutung und schaffen es so, sie in ihre Lebensgeschichte zu integrieren.

Das ist der zentrale Faktor, weshalb sie mit Krisen so gut zurechtkommen. Oft gelingt das erst im Nachhinein, manchmal auch erst, wenn schon viel Zeit verstrichen ist. Aber je häufiger man die Erfahrung macht, einer Krise im Rückblick einen Sinn abgewinnen zu können, desto leichter fällt es einem nach der nächsten Krise.

Krisen als Chance betrachten

Menschen mit einer hohen Resilienz begreifen eine Krise also bewusst als Chance, um als Mensch zu wachsen und etwas dazuzulernen. Das klingt zwar wie eine schon oft gehörte Floskel, aber es ist offenbar trotzdem sehr viel Wahrheit darin verborgen.

Vielleicht kennst du das ja auch: Oft hört man von Menschen, die schwere Lebenskrisen hinter sich bringen mussten, dass sie im Nachhinein sagen, die Krise war das Beste, was ihnen passieren konnte. Zum Beispiel wenn jemand schwer erkrankt und hinterher sagt:

„Die Krankheit hat mein Leben verändert. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich wohl immer so weitergemacht.“

Oder wenn jemand seinen sicher geglaubten Job verliert und hinterher sagt:

„Hätte ich meinen Job damals nicht verloren, dann hätte ich niemals diesen neuen Weg eingeschlagen, der viel besser zu mir passt.“

Funktioniert das immer?

Es ist jedoch nicht immer so, dass man in einer Krise auch eine Chance sehen kann. Es gibt Schicksalsschläge, die es einem nahezu unmöglich machen, etwas Positives zu sehen.

Und wenn der Schmerz einen beherrscht, dann ist man froh, wenn man den Tag hinter sich bringen kann, und verschwendet keinen Gedanken ans Morgen oder an die ferne Zukunft.

Erst mit einigem zeitlichem Abstand, wenn die Schmerzen nicht mehr ganz so überwältigend sind, lässt sich in der Vergangenheit auch etwas Gutes oder Sinnvolles entdecken.

Doch auch bei unerträglich erscheinenden Schicksalsschlägen oder Erfahrungen macht es Sinn, weiter bewusst nach den positiven Dingen Ausschau zu halten. Dadurch verharmlost du nicht deinen Schmerz. Dein Schmerz hat absolut seine Berechtigung. Doch auch nach schweren Schicksalsschlägen können sich noch positive Dinge entwickeln.

Vielleicht kennst du auch ein paar Beispiele von Menschen, die schwere Schicksalsschläge erleiden mussten und sich trotzdem hinterher noch ein erfülltes Leben aufgebaut haben.

Einige Beispiele für Menschen, die aus Krisen gewachsen sind

  • Ein Mann erfüllt sich nach der schweren Krankheit endlich seinen Traum, eine Weltreise zu machen.
  • Eine Frau packt nach dem Jobverlust ihre Idee von der Selbständigkeit an und baut ihr eigenes Geschäft auf.
  • Ein Paar entscheidet sich einige Jahren nach dem Tod des Kindes, als Pflegeeltern Kindern in schwierigen Lebenssituationen ein Zuhause zu geben.
  • Ein Jugendlicher erlebt die Arbeitslosigkeit der Eltern als sehr deprimierend. Und beginnt, sich in der Schule anzustrengen. Er will unbedingt einen Ausbildungsplatz bekommen.

Auch, wenn wir es im Moment der tiefsten Krise nicht erkennen können. Manchmal helfen uns leidvolle Ereignisse dabei, uns aus dem Autopiloten-Modus zu holen und noch mal genau auf unser Leben zu schauen. Nicht selten zeigt uns eine solche Krise auf, was uns wirklich wichtig im Leben ist.

Natürlich wird das im Augenblick des Schmerzes niemals gleich so wahrgenommen. Aber mit genügend Abstand blicken resiliente Menschen oft mit Wohlwollen auf die Zäsur in ihrem Leben zurück, weil sie viel für sich daraus ziehen konnten.

Ihnen gelingt es, Widrigkeiten als Chance zu begreifen und diese in ihre Lebensgeschichte zu integrieren, so dass sie Krisen langfristig besser bewältigen. So verringern sie immer häufiger die Spanne zwischen dem Schmerz und der Zeit, wo sie anfangen, Positives zu sehen.

Eine solche Denkweise kann man lernen. Man kann seine Resilienz steigern, indem man einen besseren Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens einübt.

Deine Resilienz Schritt für Schritt stärken

Sich das Denkmuster resilienter Menschen anzueignen ist ein Weg, mit dem du deine Widerstandskraft erhöhen kannst. Das Denkmuster, das besonders resiliente Menschen ausmacht, lautet:

„An jeder Krise kann ich auch persönlich wachsen. Was kann ich also daraus für mich lernen? Was ist das ,Geschenk‘ darin?“

Ein solches Denkmuster kann man durch Übung auch in sein eigenes Leben bringen.

Wenn du gerade in einer wirklich schweren Lebenskrise steckst, ist dies nicht der geeignete Zeitpunkt, um mit solch einem Training zu beginnen. In der ganz akuten Phase geht es vielmehr darum, den Schmerz zuzulassen und ihn nicht zu verdrängen.

Erst wenn du dich wirklich innerlich dazu bereit fühlst, solltest du den Fokus vom Schmerz wieder bewusst hin zum Positiven richten.

Es ist sinnvoll, erst einmal ganz klein anzufangen und dieses Denkmuster mit einfachen Sachen zu trainieren. Wenn du also vor kurzem Pech hattest und z. B. einen Strafzettel für zu schnelles Fahren bekommen hast oder dein Zug so viel Verspätung hatte, dass du einen Anschlusszug verpasst hast, dann übe zu Beginn lieber an solchen Beispielen, deinen Blick aufs Positive zu richten.

So trainierst du dieses Denkmuster für mehr Resilienz

Nimm dir einen Zettel und einen Stift und schreib dir oben auf das Blatt eine Situation, die blöd gelaufen ist. Die dich geärgert hat oder traurig macht.

Beispiele:

  • Ich habe einen Strafzettel für zu schnelles Fahren bekommen.
  • Mein Zug hatte Verspätung und ich habe den Anschlusszug verpasst.
  • Ich habe die Beförderung wieder nicht bekommen.
  • Mein Kind ist in der Schule sitzengeblieben.
  • Ich habe mir beim Sport den Arm gebrochen.

Mache dann ein Brainstorming zu dieser Situation. Setz dich mit Papier und Stift hin und schreib unter die Situation, die du gerade notiert hast, die Frage:

Was kann ich daraus für mich lernen? Was ist das „Geschenk“ darin?

Stelle dir eine Stoppuhr oder einen Wecker auf eine Zeit zwischen 3 und 5 Minuten und sammle einfach alle Ideen, die dir dazu kommen. Spinne ruhig ein wenig herum und zensiere keinesfalls deine Einfälle. Lass alles zu, was dir in den Kopf kommt, und schreib es auf. Du musst diesen Zettel niemals jemandem zeigen.

Falls dir das nicht so leichtfällt, frag dich doch: Was sagst du einem anderen, der dir erzählt „Ich habe den Anschlusszug nicht bekommen“ oder „Ich habe einen Strafzettel bekommen“? Manchmal ist es nämlich leichter, anderen gegenüber das Positive in deren verfahrener Situation aufzuzeigen.

Beispiele für Geschenk-Denken

  • Ich habe einen Strafzettel für zu schnelles Fahren bekommen
    -> Wenn ich das als Warnung sehe und weniger rase, dann kann ich damit in Zukunft vielleicht einen schwereren Unfall vermeiden.
  • Mein Zug hatte Verspätung und ich habe den Anschlusszug verpasst
    -> Ich war gezwungen, alle meine Termine zu verlegen. Das war erstmal Stress pur und nervig, aber als ich in der Situation gefangen war, konnte ich den Stress plötzlich sehr gut loslassen. Ich konnte gut entspannen, weil eh nichts mehr zu ändern war. Und es war sehr interessant, zu sehen, dass die Terminverschiebungen eigentlich gar kein Problem waren. Ich mache mir diesen ganzen Terminstress eigentlich immer umsonst. Vielleicht sollte ich da ein bisschen lockerer werden und mehr auf meine Bedürfnisse achten.
  • Ich habe die Beförderung wieder nicht bekommen
    -> Ich muss noch besser in dem werden, was ich tue, und meine Vorgesetzten noch mehr von mir überzeugen. Vielleicht ist das aber auch einfach nicht das Unternehmen, in dem ich meine Zukunft aufbauen sollte. Ich sollte mich auch mal nach anderen Stellen umschauen.
  • Mein Sohn ist in der Schule sitzengeblieben
    -> Vielleicht lernt er jetzt etwas daraus und merkt, dass es auch Konsequenzen für ihn hat, wenn er sich so hängen lässt.
  • Ich habe mir beim Sport den Arm gebrochen
    -> Ich sollte mir immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass die Gesundheit ein Gut ist, für welches ich täglich dankbar sein muss. Das vergisst man so schnell.

Irgendetwas Gutes findet man immer

Wenn du dich lang genug mit diesen Fragen auseinandersetzt, wird dir auffallen, dass dir so gut wie immer irgendetwas dazu einfällt.

Es geht an dieser Stelle noch nicht darum, dass dir das, was du geschrieben hast, gefällt oder dir als sinnvoll und wahr erscheint. Es geht einfach nur darum zu trainieren, deinen Fokus wieder auf das Positive zu richten, nämlich auf die Frage, was du für dich daraus ziehen kannst.

Tägliches Training hilft

Du kannst das von heute an regelmäßig mit den kleinen Unglücken des Alltags anfangen zu trainieren. Tu das am besten täglich. Du musst das nicht mit Stift und Papier tun, bewege diese Fragen einfach immer wieder in deinem Kopf. So kannst du dieses Denkmuster Schritt für Schritt einüben und immer weiter in dein Leben bringen.

Und indem du dir dieses Denkmuster aneignest, rüstest du dich damit auch schon für eine etwaige schwierige Situation in der Zukunft. Du erlernst damit eine zentrale Kompetenz, die deine Widerstandsfähigkeit bzw. Resilienz steigert.

Dieses Training kann dir dabei helfen, leichter Abstand von der schmerzlichen Seite zu gewinnen und den Fokus wieder auf das Positive im Leben zu richten.

Aber vergiss nicht: Dabei geht es nicht darum, Leid nicht zu spüren oder nicht traurig zu sein.

Mit regelmäßiger Übung kann es dir jedoch gelingen, immer häufiger die Spanne zwischen dem Schmerz und der Zeit, wo du anfängst, Positives zu sehen, zu verkürzen. Und es fällt dir dadurch immer leichter, auch im Unglück einen tieferen Sinn für dich selbst zu erkennen.

Wenn du dich noch tiefgehender mit dem Thema Resilienz beschäftigen willst, kannst du das übrigens auch in unserem Projekt: Innere Stärke tun.

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Kommentare

  • Meine Mutter pflegte in meiner Kindheit und Jugendzeit, wenn etwas sich nicht so ergab, wie ich es wünschte und wollte, zu sagen:
    “Wer weiß, wofür es gut ist……….”

    In meiner Jugendzeit brachte sie mich damit auf die Palme, ich hielt diese Einstellung für Fatalismus. – Heute sage ich selbst dieses Wort recht oft, weil ich gelernt habe, dass es oft wirklich nicht gut ist, dass wir das bekommen oder werden, was wir selbst wollen. Oft habe ich später gesagt: “Wie gut, dass das damals doch alles ganz anders kam….. es hatte seinen tieferen Sinn!”

    Ganz entscheidend sind die ersten Bezugspersonen in der Kindheit:
    Neben uns wohnte ein älterer Mann, der früher in einem bekannten Zirkus Raubtierdompteur war. Er sagte mir oft: “Wenn man als Dompteur mit 5 oder sogar 10 Löwen, Tigern o.ä. in einem Raubtierkäfig ist, dann braucht man dazu ganz viel innere Ruhe und Gelassenheit. Aber zugleich muss man auch ganz bestimmt sein.” – Diese innere Ruhe und Gelassenheit bei gleichzeitiger Tatkraft konnte ich jeden Tag an ihm erleben – und sein lautes Lachen, denn er hatte ganz viel Humor.

    Später begegneten mir andere Menschen, die so ganz mit sich selbst eins waren – durch Meditation und Entspannung.

    Aus der Lernpsychologie wissen wir ja, dass das Lernen am Modell das effektivste ist. Und das ist niemals abgeschlossen.

    • Manfred schreibt am 19. August 2016

      ps:
      Ich denke, man kann sich nicht einfach vornehmen: Jetzt lerne ich Resilienz in jeder Lebenssituation. Dafür ist das Thema viel zu komplex.

      Das ist dann so ähnlich, wie jemand, der immer furchtbar eifersüchtig ist, sich sagt: Ab heute ist das vorbei mit meiner Eifersucht. – Das wird nix werden, denn die Ursachen der Eifersucht liegen ja in ganz tiefen Schichten der Persönlichkeit – und da muss man schon mit fachlicher Hilfe an sich arbeiten!

      Was ich sagen will: Resilienz ist kein Thema für Ratgeber-Literatur, denn “Rat-Schläge” sind auch nur Schläge!

  • Ich finde diesen Beitrag auch sehr inspirierend. Überhaupt interessiere ich mich gerade sehr für das Thema Resilienz (auch lese ich gerade ein Buch darüber), nachdem ich ein für mich sehr traumatisches Studium hinter mir habe.
    Ein Studium? Traumatisch? Das hätte ich mir, bevor ich es angetreten hatte auch nicht vorstellen können. Aber über viele Jahre immer diesem künstlich erzeugten, sinnlosen Druck ausgesetzt und irgendwann nicht mehr das Gefühl zu haben, Prüfungen durch fleißiges Lernen lenken bzw meistern zu können hat irgendwann in einem tiefen Loch geendet.
    Heute, ca. 3 Jahre danach schöpfe ich langsam wieder neuen Lebensmut und schließe mit meinem neuen Beruf Frieden (der mir viel mehr Spaß macht, als der Beruf vor meinem Studium).
    Ich hatte etwas Zeit gebraucht, um mich von diesen strapaziösen Jahren zu erholen und war wohl nicht so resilient, wie viele meiner Kommilitonen.

  • Hallo und was für ein herrlicher “Zufall”, dass ich auf diesen Seiten gelandet bin. Seit Stunden lese ich nun schon darin rum und freue mich über die vielen Impulse. Ich weiß noch gar nicht, was sie alles bei mir auslösen werden, aber das ist jetzt auch gar nicht wichtig.
    Seit vielen Jahren mache ich eine Therapie weil mir in der Kindheit vieles passierte, was ich verdrängt habe, aber gerade bei diesem Artikel wurde mir wieder bewusst, wie wahr es ist, dass alles, was uns nicht umbringt, uns stärker macht. Heute bin ich unglaublich dankbar, für alles, was mir passierte, auch wenn ich es nicht wiederholen wollte. Natürlich bleiben auch Wut, Verletzung und Scham. Um diese zu verarbeiten habe ich ein Buch geschrieben und es am Ende sogar veröffentlicht (deshalb nenne ich auch meinen Namen nicht, weil das keine Werbung für mein Buch sein soll!) Die Rückmeldungen die ich zu meinem Buch bekomme, bestärken mich darin weiterzumachen. Das Buch, meine Lesungen etc. wären ohne diese Ereignisse nie entstanden…
    Ich habe eine wunderbare Familie mit eigenen Kindern und bin nicht geworden, wie es mir vorgelebt wurde: jeder ist seines Glückes Schmied! Wir können selbst entscheiden wie wir leben wollen, wenn wir von ganzem Herzen bereit sind, die Konsquenzen anzunehmen (schwere Arbeit an sich selbst, harte Therapiezeiten, lange Klinikaufenthalte, Jobverluste, Neuanfang etc.). Dann kann es nur besser werden!

    Ich wünsche allen, die in einer Krise stecken den Mut und die Kraft über die Krise hinauszuschauen!

    Herzliche Grüße und ein dickes Dankeschön an das Team von zeitzuleben … :-)

  • Hallo, vielen Dank für diesen Artikel…im Endeffekt ist die Quintessenz ja “Jede Situation hat einen Sinn!”. Jop, das stimmt ;o) Aber es kann manchmal wirklich sehr lange dauern, bis man sich des Sinns bewusst wird.

    Ich hatte vor eineinhalb Jahren einen “mittelschweren” Unfall mit dem Knie. Knorpelbruch und so ein Mist (nicht zu empfehlen!). 8 Wochen war ich mehr oder weniger lahmgelegt. ABER…ich konnte mir Zeit nehmen, meine Familie zu besuchen und war dann just zu der Zeit dort, als es große Umbrüche gab. Von daher, auch wenn ich heute noch mit den Knie rumziehe, es hat mich zur rechten Zeit zum rechten Ort gebracht.

    Genau wie andere Dinge, die ich in meinem Leben erlebt habe. Teilweise Situationen, die man dem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Aber im Nachhinein betrachtet hat das alles mich auf meinen aktuellen Lebensweg geführt, und darum bin ich sehr froh.

    Auch wenn ich aktuell wieder eine Art psychische Krise erlebe, und momentan in manchen Situationen nicht mehr weiß, wie ich reagieren soll…ich bin mir sicher, dass ich gestärkt aus dieser Krise gehen werde und dass mich zukünftig immer weniger aus der Bahn werfen wird.
    Dennoch, mittendrin ist es furchtbar…;o)

    Ich möchte die Homepage hier wirklich mal loben. Nachdem ich meine Emailadresse für den Newsletter hinterlassen habe, habe ich mir erlaubt, sämtliche pdf-Dateien runterzuladen. Jetzt muss ich nur noch einen mir wohlgesonnenen Drucker finden, der das alles ausdruckt ;-)

    Ein großes Vergelt’s Gott!

  • Vor fast drei Jahren fiel ich in ein schwarzes Loch. Mehrere Todesfälle im engeren Familienkreis (darunter ein Selbstmord), Mobbing und Stress bei der Arbeit. Der Zusammenbruch kam nicht überraschend. Doch lange wollte ich es selber nicht wahrhaben, wie schlecht es mir eigentlich ging. Zu gross war die Angst vor der Klinik, dem Jobverlust. Am meisten aber stand mir aber wahrscheinlich der eigene Stolz im Wege. Schliesslich hatte ich es nicht anders gelernt. „Stark bleiben! Es wird nicht gejammert! Nur Versager geben auf! Mach mir keine Schande! “ Diese Worte von meiner Mutter hallen mir noch heute in den Ohren. Und doch genau das ging eines Tages nicht mehr. Ich konnte nicht mehr stark sein, sah keinen Sinn mehr darin, weiter zu leben. Das Leben war nur noch eine einzige Qual. „Warum muss mir das gerade passieren? Was habe ich bloss getan, dass ich so bestraft werde? Warum wurde ich überhaupt geboren?“ Diese Fragen stellte ich mir immer und immer wieder, konnte keine Antwort finden. Aber war genauso unfähig, überhaupt jemanden mich an zu vertrauen und um Hilfe zu bitten. Meine Arbeitskollegen fragten immer wieder nach, was los sei. Ich erfand immer Ausreden wie: „Ich habe Kopfschmerzen. Ich bin müde…“ Eine liebe Arbeitskollegin nahm das Zepter in die Hand, ging schweren Herzens zum Chef und bat ihn darum, er möge doch bitte handeln und er tat es. Und das hat mir schliesslich das Leben gerettet. Sechs Monate Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik ist das Beste, was mir passieren konnte. Nun habe ich erkannt, wo meine Probleme liegen und arbeite stets daran. Mein Jobverlust machte mir schwer zu schaffen, aber auch da muss ich heute sagen, dass es besser so ist. Ich arbeite in einem ganz anderen Bereich (60%, mehr geht nicht mehr. Aber auch das habe ich inzwischen akzeptieren können), mit weitaus weniger Stress und einem wohlwollenden Umfeld. Wenn das Ganze nicht passiert wäre, würde ich immer noch in der gleichen Trott festsitzen (Job). Die Todesfälle waren hart, es schmerzt noch immer. Da gibt es gar nichts schön zu reden. Doch trotz allem hat mich das Leben hat wieder. Und es musste nun mal so kommen, wie es gekommen ist. Die Krise hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, aber daraus resultierte auch viel Positives. Ich bin jetzt viel glücklicher in meinem neuen Job als ich es früher war. Ich habe gute Tage und ich habe weniger gute Tage. Mit den weniger guten Tagen kann ich jetzt besser umgehen. Der Umgang mit mir selber ist um einiges besser geworden. Langsam aber sicher werde ich wieder zu dem optimistischen Menschen, der ich mal war.

  • Der Tipp mit dem Geschenkideen ist wirklich super, werde ich mir direkt mal aufschreiben und mir angewöhnen, ihn zu praktizieren. Sehr interessant!

    Bin mal gespannt, was für Auswirkungen das haben wird.

    Grüße

    Tim

  • Hallo und

    ein großes Danke für die Vielfalt der bereits aufgearbeiteten
    Themen.

    Nach vielen Verwundungen, sowohl im emotionalen als auch gesundheitlichem Bereich, konnte ich so langsam den Blick für das Positiven in der Sache für mich selbst entwickeln.
    Mir hilft es dabei sehr, die Grundhaltung einzunehmen: ,,Jeder hat das Recht so zu sein, wie er nun mal ist” oder ,,Das ist ein spannendes Leben und ich werd mich darauf einlassen”.

    Damit schaffe ich mir eine Distanz, die ich brauche, um zu schauen, wie gehe ich weiter damit um, bzw. welche Lösungen bieten sich an.

    Ich nehme mir heute das Recht, selbst zu entscheiden, wie ich mit Tiefschlägen umgehe.
    Wieviel Raum gebe ich, wieviel Zeit brauche ich und was hilft mir bei der Bewältigung?

    Es hat alles seinen Sinn, auch wenn ich ihn noch nicht gleich erkenne. Oft bekomme ich aber schneller als gedacht die Antwort.

    Nur keine Opferrolle einnehmen!!! Ansonsten wird es sehr ,sehr schwer.

    Ich durfte in dieser Sache viele eigene Erfahrungen machen und wachsen.

    Ein Danke an mein Leben.

    L.G. Monika

    Meine Mutter sagt immer: ,,Unter jedem Dach ein ,,Ach”! ?

  • An dieser Stelle (wieder) einmal ein grosses Lob für Zeit zu Leben, ich habe schon viele fantastische Impulse für mein Leben erhalten. Weiter so!

  • Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag und auch für die Möglichkeiten zur Verbesserung der Krisensituation. Ich habe vier Jahre mit meiner Schwester ein Problem sogar über den Rechtsanwalt gehabt und ich habe überlegt und mich gefragt, was habe ich falsch gemacht, dass mir meine Schwester und ihre Familie so weh tun wollen. Die Situation war so banal und es war im Vorhinein, so dachte ich, alles geregelt. Doch es folgten riesige Schwierigkeiten und es brauchte 3 Rechtsanwälte und mein intensives Überlegen für die nächste Problemlösung, dass ich total am Ende war. Von den schlaflosen Nächten und täglichen Grübeleien gar nicht zu sprechen! Jetzt fange ich erst wieder langsam an zu leben, aus meinem Loch herauszukriechen und das Leben wieder wahrzunehmen. Diese Krise hat mein Vertrauen zu anderen und nahestehenden Menschen so erschüttert, und ich muss erst langsam wieder annehmen, dass nicht alle Menschen so bösartig sein werden. Es braucht Zeit, doch ich glaube auch, dass ich aus dieser Krise viel Erfahrung ziehen kann, nicht so vertrauensselig mehr sein werde, und die Welt realistischer sehe.

  • Vielleicht macht meine Beschreibung den Einen oder Anderen etwas Mut….

    JA;…..Krisen sind ein Teil in unserem Leben.

    Ich habe einige Krisen die oben beschrieben sind durchlebt.
    Was mir bis her erspart geblieben ist, der Verlust eines geliebten Menschen.
    Gott sei DANK!!!!

    Alle anderen Krise habe ich in einen Zeitraum von drei Jahren durch lebt, bzw. eine davon werde ich mein ganzen Leben, leben müssen.

    Zuerst Trennung, wieder aufgestanden.
    Dann Arbeitsplatzverlust, wieder aufgestanden.
    Entscheidung zur Selbstständigkeit.
    Dann Krankheit Krebs besiegt, wieder aufgestanden.

    Erhielte eine Chemo, die ich abgebrochen hatte, weil die Nebenwirkungen zu groß waren.
    Leider bleibt ein dauerender Schaden(Nervenschädigungen an den Händen), durch eine falsche Chemotherapie bestehen.
    Die mich heute zur Rentnerin gemacht hat, nach Kämpfe-Widerspruch.

    Es liegt ein Aufklärungsfehler vor, wurde nicht richtig über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt, seit dem Gutachten weiß ich erst, dass ich eine falsche Chemo bekommen habe.
    Ich möchte nicht weiter darauf eingehen.

    Führe seit Mai 2012 ein Arzthaftungsschaden.
    Mein altes Leben gibt es in keinster Weise mehr, wie vor der Chemo.
    Kein Beruf mehr, somit kein selbstverdientest Einkommen, welches vorher da war.
    Alle meine Hobby (Tanzen, Querflöte spielen, Malen, Nähen, Kochen) kann ich nicht mehr ausleben.
    Brauche Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen.

    Ich habe noch einiges zu bewältigen…
    Werde bis zum bitteren ENDE für Gerechtigkeit (Arzthaftungsschaden) kämpfen.
    Mein Schmerzarzt sagte zu mir, ich werde nicht mehr meine Hände in der alten bekannte Form gebrauchen können…vielleicht wird es noch ein wenig besser, aber mit meinem Kopf könnte ich arbeiten. Nach einer Zeit, hatte ich für mich etwas gefunden…

    Möchte einen Verein gründen, der kämpft und unterstützt bei „Arzthaftungsschäden- Unfallopfer“, gegen Versicherungskrimialität.
    Gesetze müssen/sollten verbessert werden, damit Patienten, überall gleich versorgt werden, gleiche Chancen erhalten können, und die Versicherungen, nicht machen können was sie wollen. Das sie Verfahren hinausziehen, damit die Opfer aufgeben sollen.

    Jeder von uns Bürger, kann Morgen das nächste Opfer sein.

    Darüber hinaus möchte ich mein Wissen, Menschen zur Verfügung stellen, welches ich durch meine Krankheit erlernt habe. Meine Ausbildung, sowie meine Berufserfahrung, helfen mir bei der Gründung meines Vereins. Was meine Hände nicht können, wird durch Familie und Freundinnen abgedeckt.

    Diese Gründung würde ich ohne meine schwere Krankheit nicht durch führen wollen.

    Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich eine ganz tolle wunderbare Familie und Freundinnen habe, viele Menschen meine Zeit in den Krisen, Trennung-Arbeitsverlust-Krankheit begleitet haben und auch Morgen für mich da sind.

    Das ist sehr viel…und unsagbar wertvoll!!!!!!!!!!!!

    Betrachte nicht nur die DInge, die nicht mehr gehen…da sind…sondern >DAS WAS DA IST!<

    Ich weiß, dass ich noch ein paar Mal fallen werde, Arzthaftungsprozess, Wohnungsverlust, Schmerzen, Therapien und vieles mehr…und lasse dies auch für den Moment zu, die ich benötige…

    Aber ich werde immer wieder aufstehen… das weiß ich!

    Die viele-viele-viele Newsletter von Zeit zu leben,…haben auch dazu beigetragen, dass ich mein Leben trotzdem genießen kann und auch genießen möchte.

    Ein herzliches Dankschön
    an Zeit zu Leben.

    • Claudia schreibt am 11. März 2013

      Hallo Helene,

      ich bewundere dich und deine Einstellung zum Leben! Dir steht alle Kraft der Welt zur Verfügung um deinem Leben einen Sinn zu geben! Wow, was du alles schon “überwunden” hast.

      Du schreibst:
      Darüber hinaus möchte ich mein Wissen, Menschen zur Verfügung stellen, welches ich durch meine Krankheit erlernt habe. Meine Ausbildung, sowie meine Berufserfahrung, helfen mir bei der Gründung meines Vereins. Was meine Hände nicht können, wird durch Familie und Freundinnen abgedeckt.

      Falls ich dir hierbei irgendeine Hilfe sein kann, nimm doch bitte Kontakt zu mir auf. Das Thema ist auch mir (durch die Erkankung meines Ehemanns) sehr wichtig. Ich könnte beispielsweise bei der Verfassung von Texten etc. behilflich sein….

      Wenn du magst, schicke mir eine Email: kaufi@unitybox.de

      So oder so, sende ich dir Kraft und Gottes Segen auf deinem Weg!
      Claudia

  • Ich hatte auch schon sehr schwere Krisen. Ich hatte mich mal so stark verliebt und das in einen verheirateten Mann (ich hab anfangs gar nicht gewusst, das er verheiratet war, er hatte es mir geschickt verheimlicht) und dann hat er sich mitten in unserem gemeinsamen Urlaub (in meinem Beisein) einer anderen Frau zugetan (ich weiss gar nicht, wie ich es heute noch beschreiben soll). Er ist dann mit mir mit 200 “Sachen” über die Autobahn nach Hause gefahren und ich war nur noch Luft für ihn.

    Ich war danach so tief erschüttert, ich konnte tagelang nur noch weinen. Und wenn ich bloss an irgendwas dachte, fing der Weinkrampf wieder von neuem an.

    Es hat lange gebraucht, bis ich mich davon wieder erholt habe. Aber und das ist das Gute daran, ich habe mich buchstäblich an meinem eigenen Schopf aus diesem Sumpf herausgezogen.

    Irgendwann war ich soweit, da konnte ich das Leben wieder neu betrachten und dann begann ich neu durchzustarten und das ist für mich sehr gut gewesen.

    • Nike schreibt am 10. März 2013

      Ganz viel Kraft wünsche ich dir, und laß dich von deinem neuen Weg nicht abhalten. Mit ist was ähnliches passiert: ich verliebte mich in einen verheirateten, aber bereits getrennt lebenden Akademiker, der zudem auch noch arbeitslos war. Er war psychisch in sehr schlechtem Zustand und hing an der Flasche. Ich baute ihn auf und holte ihn von der Flasche, erfolgreich. Er kam wieder zu kräften, und es ging ihm wieder gut. Ich kümmerte mich um alles und viele Sachen in der Wohnung hatte ich bereits von mir mitgebracht, Gitarre, Computer, Küchengeräte…., 1 jahr waren wir sehr glücklich.
      Eines Tages war er plötzlich nicht mehr telefonisch zu erreichen, und ich kam in die Wohnung nicht mehr herein. Meine Sachen habe ich nie wiedergesehen. Da hatte sich der feine Herr heimlich mit seiner getrennt lebenden Sippschaft vertragen und lebte mit Frau und 4 Kindern dann in dieser Wohnung. Ich hatte NICHTS bemerkt, was sich hinter meinem Rücken getan hatte. Gott sei Dank hatte ich dem kein Geld geliehen, aber von dieser Enttäuschung und dem Verrat habe ich mich nie wieder erholt. Erst nach Jahren konnte ich wieder durchstarten und habe zwischenzeitlich sogar wieder ein Studium begonnen (3/4 fertig), aber Vertrauen aufbauen zu einem Menschen, das kann ich nicht mehr.

  • Ein grossartiger Beitrag. Das Leben gibt uns jeden Tag Prüfungen und wir entscheiden, wie wir damit umgehen. Jedes Geschehen im täglichen Leben gibt uns Hinweise, wie wir unser Leben im Jetzt gestalten können. Wollen wir leiden oder wollen wir mit guten und dankbaren Gedanken des Erkennens unseren weiteren Lebensweg gestalten. Ein totes Pferd zu reiten – bringt nichts – in diesem Sprichwort ist bereits alles enthalten. Auch ich wurde im Leben x-mal geprüft, bis ich erkannte, dass nur ich mich allein zu verändern habe um aus einer selbstgebastelten Opferrolle herauszukommen und meinen Weg im Vertrauen, mit Disziplin und einer Portion Mut zu gehen. Ich bin Gestalter meines Lebens – und nicht die anderen. Und aus diesem Grund auch ALLEINE verantwortlich für mein Handeln – oder auch Nichthandeln. So einfach ist das.

  • Frankl schreibt, das Leben kann nur in seiner Gesamtheit verstanden werden. Da denke ich oft drüber nach und lasse immer mehr das werten sein.

    Letztes Jahr habe ich indirekt einen großen Auftrag verloren. Zwei Geschäftsführer haben sich überworfen und das ergab für alle Seiten weitreichende Änderungen. Die Sache an sich war so was von unsinnig. Die haben Schaden, ich habe Schaden. Meine Leistung hätte denen den Erfolg gebracht, den sie gebraucht hätten.
    Es würde hier zu weit führen. Fazit: Ich habe endlich ganz klar verstanden, dass ich keine toten Pferde mehr reite PUNKT
    Der Sinn erschließt sich mir noch nicht. Wer weiß, vielleicht bewahrt mich aber diese Erkenntnis in Zukunft vor einem viel größeren Schaden. Also Stau abschütteln und weiter.

  • Das ist sehr hilfreich und mutmachend, dass man im Erwachsenenalter die Resilienz noch stärken kann. Es ist so hinderlich, wenn in schwierigen Zeiten das Selbstvertrauen geschwächt ist. Man redet sich so viel ein bzw. hat das GEfühl, die Gedanken verselbständigen sich schon und man kreist immer um dasselbe. Dadurch schwächt man sich noch mehr und ist in einem “Teufelskreis”. Ich wünsche mir ganz tief, dass ich da meine Lebensspur nochmal korrigieren kann und mich sehe und annehme, wie ich vielleicht positiv bin.

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