Wie du in 10 Minuten zu vielen neuen Ideen kommst

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Hast du schon einmal von dem Zeigarnik-Effekt gehört? Dieser psychologische Effekt beschreibt die Tendenz des menschlichen Bewusstseins, Dinge abschließen zu wollen.

Es ist also so, dass alles, was wir noch nicht beendet haben, oder jedes Problem, das noch ungelöst ist, in unserem Kopf eine Spannung erzeugt. Unser Unterbewusstsein will einfach das Thema zu Ende bringen.

Ganz konkret merkst du das im Alltag, wenn du dir ständig Sorgen machst um dieses ungelöste Problem. Wenn es dir wie eine Last auf den Schultern drückt und du dich gedanklich nicht davon befreien kannst.

Die unaufgelöste Spannung in unserem Bewusstsein lenkt unsere Gedanken ständig wieder in Richtung unserer Sorgen. In diesem Fall ist der Zeigarnik-Effekt eher unangenehm.

Aber wir können diesen Effekt umgekehrt auch für uns nutzen. Und dazu stelle ich dir heute mal die „Satzergänzungsmethode“ vor, die sich dafür ideal eignet.

Die Satzergänzungsmethode

Bei der Satzergänzungsmethode machen wir uns den Zeigarnik-Effekt zunutze. Und zwar schreiben wir Satzanfänge auf und stellen unser Bewusstsein ganz gezielt vor die Aufgabe, diese Satzanfänge zu Ende zu bringen.

Auf diese Weise können wir zum Beispiel Lösungen finden oder unsere Gedanken und Gefühle zu einem bestimmten Thema erforschen.

Klingt jetzt ein bisschen komisch, aber erklärt ist es ganz einfach.

Lies dir am besten erstmal die folgende Anleitung komplett durch und dann versuch es doch einfach mal selbst!

Schritt 1: Was ist dein Ziel?

Im ersten Schritt musst du dir überlegen, für welches Ziel du Lösungsideen finden möchtest.

Vielleicht suchst du nach Wegen, abzunehmen? Oder du möchtest gerne einen Partner finden, aber weißt nicht, wie? Oder vielleicht überlegst du, welcher Beruf für dich der richtige ist?

Schreib also im ersten Schritt dein Ziel auf ein Blatt Papier.

Schritt 2: Satzanfänge auswählen

Jetzt brauchst du ein paar zielführende Satzanfänge.

Hier mal ein paar Beispiele, um zu zeigen, was ich damit meine:

  • Um 3 kg abzunehmen, könnte ich …
  • Um meine Firma noch bekannter zu machen, könnte ich …
  • Es könnte unserer Beziehung helfen, wenn …
  • Um mich regelmäßig zu entspannen, könnte ich …
  • Um einen Mann/eine Frau kennenzulernen, könnte ich …
  • Ein erster Schritt, um ordentlicher zu werden, wäre …
  • Jemandem in meiner Situation würde ich raten, …

Erkennst du das Muster? Unser Satzanfang beschreibt das Ziel und lässt die Lösung noch offen.

Also schreib jetzt nach diesem Prinzip mindestens 3 Satzanfänge auf das Blatt Papier.

  • Damit [hier trägst du dein Ziel ein], könnte ich …
  • Um [hier trägst du dein Ziel ein], bräuchte ich …
  • Ein erster Schritt, um [hier trägst du dein Ziel ein], wäre …
  • Es könnte mir helfen, [hier trägst du dein Ziel ein], wenn ich …
  • Und so weiter

Schritt 3: Küchentimer stellen

Jetzt nimm dir einen Küchentimer, einen Wecker, deine Timer-Funktion im Handy o. Ä. und stell dir einen Alarm für in 10 Minuten ein.

Schritt 4: Satzergänzungen schreiben

Und jetzt geht es los. Du hast jetzt 10 Minuten Zeit, um die Satzanfänge zu ergänzen.

Dabei sind zwei Dinge ganz wichtig:

1. Die Menge macht`s
Schreib wie wahnsinnig einfach alles auf, was dir in den Sinn kommt. Das darf ruhig absoluter Schwachsinn sein. Wichtig ist, dass du eben deinen Verstand weitestgehend ausschaltest und einfach alles, was dir in den Kopf kommt, ungefiltert auf das Papier fließen lässt.

Du brauchst deine Satzergänzungen niemandem auf der Welt zu zeigen. Also zensier bitte nichts und schreib einfach alles, alles auf, was dir einfällt. Auch, wenn es noch so unsinnig erscheint.

2. Schreib 10 Minuten durch 
Es kann gut sein, dass du irgendwann an den Punkt kommst, an dem dir nichts mehr einfällt. Dann bleib aber bitte trotzdem dran und lies weiter die Satzanfänge durch und schreib irgendwas auf, was dir als Ergänzung in den Sinn kommt. Die Übung über einen gewissen Zeitraum durchzuführen ist wichtig, weil wir dann besser unsere tiefer verborgenen Gedanken herausfinden können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den ersten 3 Minuten nur die Dinge hervorkommen, die ich sowieso schon im Sinn hatten. Aber das, was dann noch kommt, sind die besonders wertvollen Erkenntnisse!

Hör also bitte nicht auf, bevor dein Timer nicht geklingelt hat.

Schritt 5: Ergebnisse sichten

Fertig? Prima! Dann sollte dein Blatt Papier jetzt ordentlich vollgeschrieben sein.

Ganz bestimmt gibt es in deinen Aufzeichnungen auch einige Satzergänzungen, die du sofort als Lösungsidee wegstreichen kannst. Aber wenn du wirklich 10 Minuten lang alles aufgeschrieben hast, was dir zu deinem Satzanfang eingefallen ist, dann wirst du jetzt jede Menge nützliche Lösungen gefunden haben :-)

Wie ich weiter oben schon kurz angedeutet habe, kannst du diese Schreibmethode auch für andere Ideen nutzen.

Wenn du Lust hast und du dir noch den heutigen Tag mit ein paar Komplimenten versüßen möchtest, dann mach doch einfach gleich weiter und ergänze …

  • Ich mag an mir, …
  • Meine Freunde und Kollegen schätzen an mir, …
  • Richtig gut kann ich …

Viel Freude dabei ;-)

Übrigens: Weitere Methoden zum lösungs- und wachstumsorientierten Schreiben findest du in unserem Projekt: Tagebuch.

Brauchst du noch mehr Lesestoff? Dann ... klick dich hier weiter

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Kommentare

  • Diese Übung ist prima.
    Besonders effektiv, wenn man sie in gewissen Abständen wiederholt, um die eigene Entwicklung dabei fest zu stellen.

  • Wahnsinn!!!
    Mit dieser Übung wird es einem erst richtig bewusst um was es eigentlich geht. Meistens kommt im Verlauf der Antworten ein völlig anderes Problem zum Vorschein, nämlich oft, dass man mit sich selbst eigentlich ein Problem hat und erst da ansetzen muss bevor man sich um andere Dinge kümmern kann. Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, kann man auch in anderen Dingen nicht wirklich voran kommen. Ich hatte 3 völlig unterschiedliche Ziele, aber bei der Beantwortung wurde mir gerade in den LETZTEN 3 Minuten klar, dass es gar nicht wirklich um diese Ziele geht sondern darum, dass ich mich selbst lieben muss, mit mir selbst im Reinen sein muss und an mir selbst arbeiten muss.
    Vielen Dank für diese tolle Übung!! Ich werde ich mich wirklich intensiver mit Eurer Seite beschäftigen und Neues angehen, ausprobieren. Einen schönen Sonntag Euch allen!
    Viele Grüße
    Alexandra

  • ciao Chiyo du schreibst mir aus der Seele……

  • Vielen Dank für diesen Beitrag. Lösungsorientiertes Denken ist bei mir mit dem kreativen Sprung verbunden, in dem ich meine täglichen Gedankenschleifen verlasse und einfach querdenke und mutig werde.
    Die Umsetzung macht bekanntlich Angst, deshalb finde ich gut, wenn wir wenigstens Minischritte gehen und uns Unterstützung holen.

  • Danke für den inspirierenden Artikel. Creative Writing liebe und nutze ich seit vielen Jahren, aber die Satzanfangsmethode als “Kreativtäts-Maschine” für Problem-Lösungen zu nutzen, ist mir in der Form neu. Das probiere ich aus!

  • Für allgemeines Brainstorming ist diese 10-Minuten-Methode sicherlich interessant, vor allem, weil sie zeitsparender ist, als ewig an etwas herumzugrübeln. Das könnte vor allem für weniger spontane Menschen ein spannendes Experiment sein, weil sie durch den Zeitdruck gezwungen sind, schnell zu reagieren. Neue Erkenntniss sind sicher garantiert, besonders wenn es Sätze wie “Ich mag an mir…” zu vervollständigen gilt (Das war ein toller letzter Absatz – davon gerne mehr!!).

    Soweit zum Lob. Was mir an dem Artikel leider nicht gefallen hat, waren wie sooft die Beispiele, was die angestrebten Ziele betrifft. Wie ich bereits zu einem Artikel von letzter Woche (“Immer der gleiche Mist” – wie treffend in diesem Zusammenhang ^^) schrieb, kann ich wirklich nicht begreifen, wie nur immer und immer wieder dieselben “Ideale” reproduziert werden können. Als ob das menschliche Dasein einzig und allein aus Job, Partnersuche und Gewichtsreduktion bestünde!
    Es gibt doch noch so unendlich viel mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Wofür es sich lohnt, dranzubleiben, zu kämpfen, oder einfach nur positiv nach vorn zu blicken. Okay, vielleicht bin ich auch der einzige Mensch, der sich von den “Kernthemen” unserer Zeit nicht angesprochen fühlt, aber ich würde mir wirklich wünschen, wenn nützliche Tipps auch einmal mit anderen Zielsetzungen verknüpft werden könnten.
    Auf der einen Seite geht es doch darum, dass die Menschen mit ihrem Leben zufriedener werden und sich selbst positiver sehen. Aber wie sollen sie jemals Zufriedenheit erlangen, wenn ihnen ständig unterschwellig (!) suggeriert wird, dass sie noch nicht ausreichend “optimiert” sind? Dass sie in ihrem Beruf noch nicht effizient genug arbeiten, um zufrieden zu sein. Dass ihre Partnerschaft noch nicht gut genug läuft, um zufrieden zu sein. Und dass sie noch nicht dünn genug sind, um zufrieden zu sein.
    Zufriedenheit liegt nicht im “Werden”, sondern im “Sein” – und wie man dieses “Sein” annimmt. Sich 10 Minuten lang zu überlegen, was man an sich mag, halte ich durchaus für sinnvoll. Hingegen 10 lang Minuten neue Optimierungsschritte zu planen, macht unzufrieden. Weil es einem wieder mal zeigt, dass man so, wie man jetzt gerade ist, nicht zufrieden sein kann (darf??). Erst wenn man es erreicht hat, ja dann… – dann muss man bereits die nächsten Schritte planen, weil man immer noch nicht optimiert ist (vielleicht weil sich die Mode gerade wieder geändert hat…?).
    Veränderung und Entwicklung ist sicherlich wichtig, bedarf jedoch nicht ständiger Planung. Ein Baby plant das Laufenlernen auch nicht, und trotzdem läuft es irgendwann. Können Sie sich ein Baby vorstellen, dass sich ständig unter Druck setzt, indem es sich sagt “Um spätestens in einem Monat laufen zu können, sollte ich…”, oder “Ein erster Schritt, um Laufen zu lernen, wäre…”. Anstatt ständig über seine Entwicklung nachzugrübeln, entwickelt sich das Baby einfach – und hat Spaß dabei. Klar, es fällt am Anfang noch oft hin und weint, aber eines Tages kann es dann richtig laufen denkt nicht mehr an die Zeit zurück, als es “nur” krabbeln konnte. Die einzigen, die sich über seine Entwicklung ständig Gedanken gemacht haben, waren seine Eltern. Erwachsene, die stets alles miteinander vergleich müssen, um zu sehen, ob es “normal” ist. Und die beinahe pausenlos daran arbeiten, diese einengende, Lebensfreude raubende Normalität zu erreichen. Darüber sollte man einmal nachdenken, wenn man wieder einmal glaubt, nicht glücklich oder zufrieden zu sein. Oder wenn es einem scheinbar mal wieder an sinnvollen Ideen mangelt.

    Ihnen allen noch ein schönes, sonniges Wochenende.
    Chiyo ^_^

    • Katrin

      Vielen herzlichen Dank für Ihre persönliche und objektive Antwort. Ich bin froh ihren Beitrag gelesen zu haben, denn er spricht mir aus der Seele :-)

    • Manuela

      zuerst einmal vorneweg: Meine Antwort stellt keine Kritik am aktuellen Artikel ‘Satzergänzungen’ dar.

      Hallo Chiyo,
      vielen Dank für Ihren Beitrag! Sie drücken gerade sehr schön das aus, was mir seit einiger Zeit selbst oft durch den Kopf geht: es gibt (auch) ein wunderbares Leben außerhalb von ‘Job-Familien-Körper-etc-Optimierung’!

      Viele Grüße
      Manuela

    • Andrea

      Hallo Chiyo,

      toller Beitrag.
      Es spricht mir aus der Seele…

      Andrea

    • Marion

      Toller Beitrag. Genauso sehe ich es auch. Ich bekam den Newsletter erst einige Male – aber DAS ist genau der Grund warum ich ihn sehr wahrscheinlich bald wieder abbestellen werde. Mal als Anregung für wirkliche Ziele: Weniger Fleisch + Milchprodukte essen. Meine Umwelt besser schonen. Toleranter und liebevoller sein… Es gibt soooo viel wichtigeres als 3 Kilo abzunehmen.

    • Chiyo

      @Marion:

      Schön zu lesen, dass jemand mal ganz eigene Ziele hat, die er verfolgt. Was immer Sie auch tun, tun Sie es für sich selbst und voller Überzeugung – das macht das Leben lebenswert. Mein erklärtes Ziel in diesem Sommer ist es übrigens, so viele Schmetterlinge wie möglich auf meine Terrasse zu locken. Nicht, weil ich dem Naturschutzbund imponieren will, und auch nicht, weil ich mir die anfallende Arbeit als sportliche Betätigung gutschreiben kann, sondern einfach nur weil ich Schmetterlinge wunderschön finde, und sie mir Freude bereiten. Einfach nur darum.

      @alle anderen:

      Danke für euer nettes Feedback! ^_^

  • Ein guter Ansatz! Aber die Praix wird zeigen, ob sich der Erfolg einstellt …!

  • Wieder eine schöne aktive Idee, die den Gedankenfluss in eine produktive Richtung lenkt und zu Ergebnissen führt.
    Eine Anmerkung von mir: Warum wird so viel im Konjunktiv formuliert?
    Könnte, würde, bräuchte, wäre…
    Wer etwas verändern möchte, der braucht den Indikativ!

  • …Ja super…ein guter Ansatz..alles hift einem immer ein Stückchen weiter und dann kommt auch ein gutes Gefühl auf….Schreiben ist intensiver als nur DENKEN…..Danke!

  • Super! Die Ideen sprudeln einfach so hervor. Da habe ich erst richtig verstanden, was ich alles tun kann, um meine Wünsche zu verwirklichen. Bei Zweifeln einfach nachzulesen… Danke!

  • Danke, das ist Super . Hab ich gleich gemacht u dabei kommt erstaunliches heraus! Besonders hervorheben möchte ich: ich kann meine Lösungen nochmals lesen u überdenken und sie sind für mich selbst! Danke

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier