Wie 5-Sekunden-Videos dich achtsamer und glücklicher machen können

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Ich bin ja ein großer Fan von kleinen Dingen.

Kleine Dinge, die in deinem Leben aber eine große Wirkung haben.

Solche Kleinigkeiten, die dein Leben auf wundersame Art besser machen.

Neulich habe ich wieder so eine „Kleinigkeit“ entdeckt. Und zwar geht es dabei um ein Kunstprojekt des Künstlers Cesar Kuriyama.

Cesar Kuriyama hat sich vorgenommen, jeden Tag 1 Sekunde seines Lebens mit seiner Handykamera aufzuzeichnen.

1 Sekunde, die ihm dabei hilft, sich an den Tag zu erinnern.

Und das hat er durchgezogen. Für über ein Jahr. Am Ende hatte er ein Jahr seines Lebens in 6 Minuten Film.

Die Idee fand ich wirklich extrem gut.

Weil ich manchmal finde, dass das Leben zu schnell an mir vorbeizieht. Und mein Gedächtnis leider ein Schweizer Käse ist. Deshalb gefällt mir diese Idee eines „visuellen Tagebuchs“.

Ich habe mich also von Cesar Kuriyama inspirieren lassen. Und angefangen auch solche Videos von meinem Leben zu machen. Ganz kurze Filme, von maximal 5 Sekunden Länge.

Die Filme zeigen jeden Tag eine Kleinigkeit aus meinem Leben. Immer aus meiner Perspektive.

Zumeist einen besonderen Moment, den ich mir auf irgendeine Art und Weise erhalten möchte.

Achtsamkeit für deine täglichen Glücksmomente

Das Aufzeichnen dieser paar Sekunden hat etwas mit mir gemacht.

Erstmal habe ich wirklich eine riesengroße Vorfreude, mir den ganzen Film in 1 Jahr mal anzugucken.

Und dann ist noch etwas Spannendes passiert: Ich gehe dadurch ein wenig bewusster durchs Leben.

Ich versuche jetzt achtsam zu sein und empfänglich für diese Momente, in denen ich dann denke: „Hey, ich sollte jetzt kurz meine Kamera zücken.“

Ich bin also quasi aktiv auf der Suche nach besonderen Momenten in meinem Alltag.
Und das hat mir in den letzten Wochen bewusst gemacht, dass es eigentlich jeden Tag mindestens einen solchen Moment gibt.

Manchmal ist es aber auch so, dass ich denke: „Heute habe ich keine Idee, was ich filmen könnte.“

An solchen Tagen mache ich mich dann ganz gezielt auf, um mir bewusst ein interessantes Erlebnis für diesen Tag zu schaffen.

Gefühle und Erinnerungen kannst du nicht einfangen, sondern nur ausgraben

Und noch eine wichtige Sache ist mir dadurch klar geworden.

Du kennst ja sicherlich auch diese Leute, die auf einem Konzert ihr Handy rausholen und das gesamte Konzert nur durch die Handykamera mitbekommen … Mich hat das ehrlicherweise ziemlich genervt.

Andererseits kann ich den Wunsch aber auch verstehen. Weil dieser Moment für diese Person ja vielleicht etwas ganz Besonderes ist.

Und wir haben ja diese Illusion, dass wir durch das Aufzeichnen den Moment mitsamt seinen Gefühlen einfangen könnten.

Aber dir wird vielleicht auch aufgefallen sein: Dem ist nicht so.

Ich schätze, dass die große Mehrheit der Leute sich solche Videos nie wieder anguckt. Und bei den anderen, die sich das Video wirklich nochmal anschauen, kommt leider nicht das gleiche Gefühl hoch, wie damals in dem Moment vor Ort.

Die spannende Erkenntnis, die ich jetzt gewonnen habe: Mit diesen kurzen 5-Sekunden-Videos ist das etwas anders.

So ein kurzes Video funktioniert nämlich wie ein „Trigger“ für deine Erinnerung. Ich schaue mir das 5-Sekunden-Video an und in meinem Gedächtnis wird plötzlich eine ganze Kette von Bildern und Erinnerungen ausgelöst, die ich nicht aufgezeichnet habe, sondern die in meinem Kopf sind.

Und die Erinnerungen aus meinem Kopf sind auch mit einem Gefühl verbunden.

Das heißt, im Grunde reicht es, mir nur 5 Sekunden des Konzerts aufzuzeichnen.
Einfach nur, damit ich die Erinnerung daran wieder auslösen kann.

Das Leben ist ja nicht immer nur schön

Es geht bei diesen Videos aber nicht darum, immer nur die schönen Momente aufzuzeichnen.
Du kannst auch die traurigen Momente für dich aufzeichnen.

Das ist in dem jeweiligen Moment sehr schwer. Aber es macht Sinn, weil es dich wieder ein bisschen erdet.

Wenn du dir deinen Jahresfilm am Ende ansiehst, wird dir nochmal stärker bewusst: Auch diese schweren Zeiten gehen vorüber.

Und: Der Anteil der neutralen oder positiven Erlebnisse ist meist sehr viel größer als der der schwierigen. Und genau das wird dir mit einem Jahresfilm so konkret vor Augen geführt, dass du es wirklich begreifst.

Was ich mit all dem sagen will: Nimm dein Leben so auf, wie es wirklich ist. Die schönen Seiten genauso wie die schweren. Denn was dabei rauskommt, wird dich auf jeden Fall bereichern.

Ich bin sehr gespant, was in diesem Jahr noch für 5-Sekunden-Schnipsel zu meinem Film dazukommen werden.

Vielleicht hat dich das jetzt auch inspiriert und du hast Lust, es mal auszuprobieren.

Eine kleine Sache. 5 Sekunden pro Tag, die dein Leben sehr bereichern können. Welchen Moment nimmst du heute auf?

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Kommentare

  • Eine wirklich geniale Idee – ich probier sie definitiv aus :o)

  • Hiiiilfe!!! Ich hab mich verdrückt!!! *5* sterne hätten das werden sollen (falls jetzt echt nur einer da steht ) super Idee!!! Fang ich gleich damit an, weil zum Tagebuch schreiben fehlt mir grad die Zeit DANKE für diese Inspiration!!!

  • Hallo,
    das ist eine super Idee, die ich gerne aufgreife. Vielen Dank für die vielen schönen Impulse von diesem Newsletter.
    Liebe Grüße
    Gutta

  • Das ist ja eine supertolle Idee!
    Wenn du jetzt allerdings noch mir und allen anderen Nicht-genuin-Technikbegabten verrietest, wie man das Ganze
    a) so abspeichert, dass es zwischen den Fotos und sonstigen Filmchen nicht verschwindet, und
    B) dann aus 365 Einzel-Filmschnippseln einen einzigen Film macht,
    wäre es erst richtig anwendbar. Also ICH habe iPhone und Mac…
    Falls du das nicht veröffentlichen willst, supergern auch als persönliche Nachricht. Würde mich riesig freuen, ich finde diese Idee wirklich ganz toll!

  • Hallo Mathias,
    Danke für diesen schönen Beitrag!
    Ich mache etwas Ähnliches, ich fotografiere, um mich an Schönes zu erinnern. An Silvester ziehe ich mich zurück, schaue mir die Bilder an und stelle einen Jahresrückblick für mich zusammen. Dabei lebt tatsächlich etliches wieder auf.

    Euch allen hier bei “Zeitzuleben” mal ein herzliches DANKE für all das, was ihr hier regelmäßig an guten Gedanken einstellt! Das kostet alles Zeit und braucht Herzblut. Ihr stellt viele dieser Aufsätze und Anregungen kostenfrei zur Verfügung, so dass auch Menschen, die wenig Geld haben, eine Chance auf Veränderung in ihrem Leben haben. Ihr verlangt nicht von euren Lesern, dass sie jetzt und sofort 600 Euro überweisen müssen, wenn sie wirklich ihr Leben ändern wollen und dass sie nur dadurch zeigen, dass sie sich selber etwas wert sind. Ihr seid da anders. Davor habe ich großen Respekt.
    Ich wünsche euch sehr, dass ihr erleben dürft, dass auch ihr beschenkt werdet, dass ihr etwas von dem zurückbekommt, was ihr gebt!
    Liebe Grüße
    Elisabeth

    • Mathias Rudolph

      Hallo Elisabeth,

      oooh wie toll das klingt! Auf diesen Moment an Silvester freue ich mich auch schon!

      Und ganz vielen lieben Dank für deine guten Wünsche, das bedeutet mir und uns sehr viel!! :-)

      Liebe Grüße

      Mathias

  • Das ist eine ganz besondere und schöne Idee, werde ich bei uns ausprobieren, fünf Sekunden pro Woche vielleicht, kleine Schnipsel aus dem Alltag mit den Kids und so.
    Danke!

  • Wow..super Idee!!
    Das hat mich ebenfalls inspiriert!
    Ich werde mich nun ebenfalls auf die Suche solcher taeglichen Momente machen
    Vielen Dank fuer den Input!
    Uebrigens danke ebenso fuer Deine alltaeglichen emails, welche mir auch immer wieder Dinge in Erinnerung rufen und mir oft die Kraft geben, weil ich oft dann wieder verstehe, dass ich einiges aendern kann um ein besseres Leben zu haben oder einfach troestende Worte zu lesen, die man in einem gewissen Moment einfach grad braucht.
    Ich wuensche Dir und Deinem Team weiterhin viel Erfolg und viele glueckliche und inspirierende Momente

  • Super Idee, Matthias …
    Hast du oder jemand hier eine Idee, wie man diese vielen Videos zusammensetzt? D.h. wie man gleich am Anfang (mit dem Smartphone) so aufnimmt, dass man sie am Jahresende einfach am Stück anschauen kann?

    • Gabriela

      Hallo Margaretha
      Ja die Frage hab ich mir auch gestellt
      Danke im voraus fuer die Hilfe, von denen die sich hier besser als ich mit Technik auskennen

    • Bernd A. Czarnitzki

      Hallo Margaretha, ich mache das mit meinen Videos von Touren zu Eisenbahnmuseen und Museumseisenbahnen so: Wer ein Smartphone hat, dessen Videos werden zu Google (bei Android-Smartphones) oder Apple (bei allen iPhones) hochgeladen. Dort lade ich sie mir irgendwann herunter, und auf meinem PC habe ich Software, mit der ich diese Videos schneiden und zusammenfügen kann. Für mich sind das immer sehr schöne Erinnerungen. In diesem Bereich gibt es bereits sehr viel Software für kleines Geld. (zumindest für Windows-PCs – mit apple kenne ich mich nicht so aus). Ich benutze dazu VideoPad von NCH-Software. Aber wer bei PC-Welt oder anderen Computer-Heft-CDs schaut, findet auch andere teilweise kostenlose Software dafür.

    • Mathias Rudolph

      PS: Wenn euch die ursprüngliche Idee des Künstlers mit der “1-Sekunde”-Version auch ausreicht, dafür gibt es sogar eine App namens “1 Second every day”, die das Zusammenschneiden des Films automatisch übernimmt ;-)

  • Hallo Mathias,

    die Minivideos sind eine gute Idee. Ich mache etwas ähnliches selbst bereits seit 3 Jahren: nämlich jeden Tag ein Foto. Nicht nur von den herausragenden oder schönen Momenten, sondern auch einfach nur vom Alltag oder dem, was mich an diesem Tag beschäftigt hat. Und am Ende des Jahres habe ich eine kleine Dia-Show zusammen. Ich habe damit angefangen, um mich besser erinnern zu können. Denn die Tage verstreichen so schnell…Auch bei mir hat es dazu geführt, dass ich bewusster nach schönen Momenten Ausschau halte, aber auch, dass ich bestrebter bin, mir schöne Momente zu schaffen, um diesen Tag ein gutes Foto aufnehmen zu können:-). Ich kann mir vorstellen, dass die Video-Methode noch effektiver ist, da bewegte Bilder doch mehr einfangen können als Fotos.

    • Mathias Rudolph

      Hallo Mel!

      Mensch, das hat ja bestimmt schon ein paar tolle Fotowände ergeben bei dir :-)
      Ich finde die größte Herausforderung ist wirklich das tägliche dranbleiben und nicht vergessen.

      Vielleicht kannst du ja auch beides miteinander verknüpfen und ein kleines Video und ein Foto machen.
      Dann hast du am Ende des Jahres die Wahl ;-)

      LG

      Mathias

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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