Selbstcoaching für Schüchterne

Gehörst du zu den schüchternen Menschen und leidest du darunter?

Dann hast du dir wahrscheinlich schon öfters gewünscht, ein anderer Mensch zu sein.

Dann malst du dir vielleicht immer wieder aus, wie dein Leben wäre, wenn du die blöde Schüchternheit endlich überwinden könntest. Wenn du nur rauskönntest aus deiner Haut.

Womöglich passiert es dir auch immer wieder, dass der intensive Wunsch in dir aufkeimt, auch GENAU SO zu sein wie die vielen selbstsicheren, offenen und selbstbewussten Menschen, die dir immer mal wieder begegnen. Du vergleichst dich und fühlst dich noch viel kleiner und unscheinbarer als jemals zuvor.

Schüchternheit kann erblich bedingt sein. Sie begleitet uns dann durch unser ganzes Leben und ist eben eine fest verankerte Charaktereigenschaft. Sie kann aber auch aus deinen Erfahrungen heraus entstehen. Wenn du zum Beispiel oft Zurückweisung, Ablehnung oder Spott erfahren musstest, du dich geschämt und ungeliebt gefühlt hast, ist die Schüchternheit irgendwann zu deinem Schutzmantel geworden. Dann hast du wahrscheinlich begonnen, dich zurückzuziehen, dich unsichtbar zu machen und hast offene Kontakte zu anderen Menschen immer mehr gemieden. So hast du dich immer weniger der Gefahr ausgesetzt, verletzt, vorgeführt oder enttäuscht zu werden.

Leider nimmst du dir damit aber auch die Möglichkeit, neue und positive Erfahrungen zu machen, sodass sich dein altes Glaubensmuster nicht korrigieren lässt, sondern deine Schüchternheit sich immer mehr ausprägen kann.

Im Folgenden habe ich 3 Tipps für dich, die dir helfen, deine Schüchternheit einerseits anzunehmen und ihre Vorteile zu nutzen, und andererseits die belastenden Anteile loszuwerden.

Tipp 1: Kennst du deine Stärken?

Wenn ich dich jetzt frage, welche Nachteile deine Schüchternheit mit sich bringt, kannst du mir bestimmt sofort einige Punkte aufzählen, z. B.

  • Mir fällt es schwer, Kontakte zu knüpfen.
  • Ich mag nicht vor anderen (fremden) Menschen sprechen – ich fühle mich unter Menschen eher unsicher und unwohl.
  • Ich fühle ich langweilig und uninteressant.
  • Ich kann mich nicht durchsetzen und lasse zu viel mit mir machen.

Alles im Leben hat zwei Seiten. Deswegen bringt die Schüchternheit auch Vorteile mit sich. Diese Vorteile solltest du dir bewusst machen und somit deine Stärken erkennen und schätzen lernen.

Schüchterne Menschen wirken oft

  • sympathisch
  • vertrauensvoll
  • tiefgründig
  • geheimnisvoll
  • liebevoll
  • etc.

Sie verfügen oft über

  • ein hohes Feingefühl
  • grandioses Einfühlungsvermögen
  • Sensibilität
  • große Hilfsbereitschaft und
  • sind somit in zwischenmenschlichen Beziehungen unglaublich stark

Schritt 1: 

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Der erste Schritt lautet für dich, Freundschaft mit deiner Schüchternheit zu schließen. Und zwar, indem du dir deiner Stärken bewusst wirst und dir klarmachst, was dich als Mensch trotz (oder gerade wegen) deiner Schüchternheit ausmacht.

Mache es dir an einem ruhigen Ort gemütlich und schreibe alle Merkmale auf, die dich auszeichnen. Und weil es uns oft schwerfällt, unsere besonderen Eigenschaften zu erkennen, weil sie für uns einfach selbstverständlich sind, habe ich dir im Folgenden eine Liste zusammengestellt mit positiven Charaktereigenschaften. Und falls du auch so noch Probleme hast, deine Stärken zu erkennen, dann bitte eine gute Freundin/einen guten Freund, dir dabei zu helfen. Sie finden ganz gewiss ein paar sehr liebenswerte Eigenschaften, die sie an dir wertschätzen.

Welche Stärken treffen davon auf dich zu? Schreibe sie auf dein Blatt und erfreue dich an den vielen tollen Eigenschaften, die DICH ausmachen.

liebevoll, zärtlich, anschmiegsam, verständnisvoll, geschmackvoll, feinfühlig, sanft, kreativ, geduldig, motivierend, sportlich, ruhig, aufmunternd, unterstützend, teamfähig, kann gut zuhören, spontan, lustig, einfühlsam, vertrauensvoll, zuverlässig, kann verzeihen, optimistisch, stark, gefühlvoll, dankbar, abenteuerlustig, einfallsreich, verantwortungsvoll, hilfsbereit, geheimnisvoll, zäh, teamfähig, genussvoll, ausdauernd, pünktlich, ehrlich, begabt, mitfühlend, mutig, loyal, vielseitig interessiert, humorvoll, treu, fair, entschlossen, belastbar, sensibel, fleißig, aufmerksam, erfahren etc. 

Schritt 2: 

Lerne deine Stärken zu nutzen. Wie kannst du deine Stärken in deinen Beziehungen, bei deiner Arbeit oder deinen Hobbys nutzen?

Wenn du gut zuhören kannst, dann kannst du deinen Freunden und Bekannten immer ein offenes Ohr anbieten. Du kannst anderen in schwierigen Zeiten die Hand halten, wenn du ein einfühlsamer Mensch bist. Oder mit deinem Optimismus kannst du gut anderen Menschen Mut zusprechen. Lebe deine Stärken, statt dich auf deine Schwächen zu konzentrieren. Das stärkt dich und dein Selbstvertrauen.

Tipp 2: Wo genau tut es weh?

Im 1. Tipp habe ich dir gezeigt, dass die Schüchternheit sehr wohl einige Vorteile mit sich bringt. Dennoch möchten viele Menschen diese Eigenschaft komplett loswerden.

Dabei finde ich es wichtig, dass wir uns darauf beschränken sollten, die wirklich belastenden Faktoren der Schüchternheit loszuwerden. Du musst kein neuer Mensch werden, um glücklich zu sein.

Wenn du lernst, die Vorzüge deiner Schüchternheit zu nutzen, ist ein wichtiger Schritt getan.

Schritt 1:

Finde für dich heraus, wo genau in deinem Alltag die Schüchternheit zu deinem Problem wird.

  • In welchen Situationen verteufelst du sie?
  • Wann zeigt sie sich besonders stark?
  • Wo hemmt sie dich?
  • Und wann hält sie dich davon ab, Dinge zu tun, die du gerne tun möchtest?

Schreibe dir eine Liste und führe dir haargenau vor Augen, wann genau du vor dieser inneren Hürde stehst, die du nur schwer überwinden kannst. Und nenne Situationen, die du deswegen lieber meidest.

Die Liste könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

  1. Um Dinge zu regeln, maile ich lieber, anstatt zum Telefonhörer zu greifen.
  2. Ich bin gehemmt, einen Raum zu betreten, wo Menschen sitzen. Auf ein „Guten Morgen“ bekomme ich oft keine Antwort, weil ich zu leise spreche und unscheinbar bin. Ich sage lieber gar nichts mehr.
  3. Ich bin ungern alleine zu Fuß unterwegs, weil es mir unangenehm ist, wenn mir jemand entgegenkommt. Ich fühle mich unsicher und gehemmt.
  4. In Gesprächen mit mehreren Beteiligten komme ich selten zu Wort. Vor allem dann, wenn ich die Personen nicht gut kenne.
  5. Mir ist es unangenehm, fremde Menschen nach dem Weg zu fragen. Ich suche dann lieber stundenlang auf eigene Faust.

Schritt 2:

Wenn du deine ehrliche Liste erstellt hast, fängt die Arbeit an.

Denn du kannst diese Ängste und Hemmungen nur überwinden, wenn du dich ihnen stellst. Das klingt jetzt vielleicht wirklich beängstigend. Aber nur, wenn du dich und deine Schüchternheit in ganz, ganz kleinen Schritten überwindest, wirst du sie nach und nach immer mehr ablegen können.

Deshalb nimm dir jede Woche einen Punkt deiner Liste vor.

Wenn wir beim obigen Beispiel bleiben, hätte ich jetzt u. a. die Aufgabe (Punkt 1), Dinge eben nicht mehr per Mail zu regeln, sondern telefonisch.

Immer dann, wenn ich eine Mail schreiben will, sei es ans Finanzamt, die Krankenkasse, die Versicherung o. Ä., greife ich alternativ zum Hörer und regel die Dinge telefonisch. Wenn ich das nicht gewohnt bin, weil ich diese Telefon-Situationen bisher immer gemieden habe, bin ich natürlich anfangs sehr aufgeregt. Aber das Training zeigt schnell Wirkung. Je öfters ich das tue, desto normaler und weniger beängstigend wird das Ganze. Und ganz sicher mache ich bei der Vielzahl der Telefonate die Erfahrung, dass am anderen Ende der Leitung ganz liebe Menschen sitzen, die mir gerne weiterhelfen.

Manche Punkte kosten dich vielleicht nicht ganz so viel Überwindung und gehen dir leichter von der Hand. Stehst du aber vor einer Aufgabe, die dir die Schweißperlen auf die Stirn treibt, lege dir vorab einen Plan zurecht.

  • Wie könnte es klappen?
  • Was kann ich vorbereitend tun, um es zu schaffen?
  • Was kann ich an meinem Verhalten ändern, sodass ich positive Erfahrungen mache?

Beispiel aus der obigen Liste, Punkt 2:

„Ich bin gehemmt, einen Raum zu betreten, wo Menschen sitzen. Auf ein ‚Guten Morgen‘ bekomme ich oft keine Antwort, weil ich zu leise spreche und unscheinbar bin. Ich sage lieber gar nichts mehr.“

Plan:

Ich betrete den Raum, suche zu einer Person Blickkontakt, lächle und sage kräftig „Guten Morgen“.

Ich verändere also mein Verhalten, spreche lauter und erhöhe mit dem Blickkontakt die Chance, dass mal ein „Guten Morgen“ zurückkommt. Jede positive Erfahrung stärkt.

Ein weiteres Beispiel aus der obigen Liste, Punkt 3:

„Ich bin ungern alleine zu Fuß unterwegs, weil es mir unangenehm ist, wenn mir jemand entgegenkommt. Ich fühle mich unsicher und gehemmt.“

Plan:

Wenn mir jemand entgegenkommt, konzentriere ich mich auf das Außen. Ich schaue, was trägt mein Gegenüber für Kleidung, wie schaut er aus, welche Farbe haben die Blumen am Wegesrand, an welchen Hausnummern laufe ich vorbei etc. Somit lenke ich meine Aufmerksamkeit weg von mir und Fragen wie „Wie wirke ich gerade auf den anderen?“, „Wie ist mein Gesichtsausdruck?“, „Sieht man mir meine Unsicherheit an?“ haben weniger Raum in meinem Kopf.

Und genau so machst du das mit deiner Liste. Arbeite Punkt für Punkt ab. Stelle dich den beängstigenden Situationen. Schritt für Schritt. Bis du merkst, dass dir die jeweiligen Hürden gar nicht mehr so groß und mächtig erscheinen. Je öfters du diese Grenze gehst, desto selbstverständlicher fühlt sich das für dich an.

Und, mal wieder, stärkt sich so ganz nebenbei dein Selbstvertrauen.

Tipp 3: Was kannst du für andere tun?

Schüchterne Menschen fühlen sich oft uninteressant, wertlos und langweilig.

Durch den inneren Rückzug gibt es immer weniger Aktivitäten, weniger Erlebnisse und weniger Gesprächsthemen. Es wird sich noch mehr zurückgezogen. Ein Kreislauf beginnt.

Erkennst du dich darin wieder?

Dann weißt du insgeheim, dass es nötig ist, rauszugehen, um den Kreislauf zu durchbrechen.

Vielleicht hast du dir schon mal überlegt, ein Hobby zu beginnen, gemeinsam mit anderen Menschen. Vielleicht eine bestimmte Sportart, eine kreative Tätigkeit oder eine neue Fremdsprache lernen.

Aber letztendlich fehlt dann doch der Mut. Denn in dem Moment, wo du irgendwo vorstellig wirst, um dich in einen Verein einzutragen oder eine Schnupperstunde zu absolvieren, stehst du im Mittelpunkt. Und irgendwie stellst du ja auch eine Forderung. Du möchtest etwas. Vielleicht musst du sogar etwas über dich erzählen. Du musst dich einer Gemeinschaft anschließen, die du nicht oder kaum kennst.

Für viele schüchterne Menschen ist das die unüberwindbare Hürde.

Eine tolle Alternative bietet da die ehrenamtliche Tätigkeit. 

Hier kannst du sicher sein:

  • Du wirst gebraucht.
  • Du hast deine Aufgaben.
  • Du kannst unterstützen.
  • Du bist willkommen.

Wenn du einen festen Platz in einer gemeinnützigen Organisation hast und du weißt, dass andere Menschen dich freudig erwarten, wenn du das Gefühl hast, gebraucht und angenommen zu werden, kommst du dir schon längst nicht mehr so verloren vor.

Wenn du also glaubst, dass du nun endlich raus in die Welt musst, um dich von deinen Hemmungen zu befreien, und dir der Sprung über die Hürde in ein Hobby, eine Vereinseintragung oder dergleichen unüberwindbar erscheint, überlege, wo du ehrenamtlich tätig sein kannst.

Ehrenamtliche Helfer sind immer willkommen und werden gebraucht.

Hier ein paar Ideen und Bereiche, wo man ehrenamtlich aktiv werden kann:

  • Familienhilfe
  • Katastrophenhilfe
  • Naturschutz
  • Tierschutz
  • Unfallhilfe
  • Religion
  • Sport
  • Politik
  • Unterstützung für Alte oder Behinderte
  • Besuchsdienste
  • etc.

Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit

  • bist du unter Menschen
  • stärkst du dein Selbstwertgefühl
  • kannst du deine besonderen Gaben nutzen (Einfühlungsvermögen, Feingefühl, Hilfsbereitschaft etc.)
  • trainierst du den offenen Umgang mit anderen Menschen
  • gibst du deinem Leben mehr Sinn
  • kannst du deine inneren Blockaden lösen
  • kräftigst du dein Selbstvertrauen und
  • ganz nebenbei bist du ein wundervoller Weggefährte für einige andere Menschen, die deine Unterstützung zu schätzen wissen

Wenn du dich angesprochen fühlst von diesem Vorschlag, dann besteht der wichtigste Schritt jetzt darin, dein Vorhaben umzusetzen. Erkundige dich, telefoniere (Ist dir das unangenehm? Denke an Tipp Nr. 2) und schau dir vor Ort an, ob du dich dort wohlfühlen würdest.

Viel Erfolg!

Ich wünsche dir von Herzen, dass diese Tipps dir Mut machen.

Schüchternheit an sich ist nichts Schlimmes und auch kein Makel. Sie ist nur schlimm, wenn sie dich belastet und dir Lebensfreude nimmt.

Wenn du zu den schüchternen Menschen gehörst, die mit dieser Eigenschaft gut zurechtkommen und ihre goldene Seite nutzen, ist das wunderbar.

Gehörst du aber zu den vielen Menschen, die aufgrund ihrer Schüchternheit sehr unglücklich sind, kannst du nun richtig Vollgas geben und deine Hemmungen im Alltag Stück für Stück runterschrauben, einfach, indem du immer wieder über deine Hemmschwelle gehst. Jeden Tag aufs Neue.

Und nun wünsche ich dir viel Glück, viel Erfolg und viel Mut!

Wie findest du diesen Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (56)
Loading...
 

Über Sabine Bromkamp

Sabine Bromkamp ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, psychologische Beraterin und Glücks-Coach für positive Lebensgestaltung.

Mit ihrer Tätigkeit als Coach und Wegbegleiterin folgt sie ihrem Herzen.

Sie motiviert Frauen, die innere Reise anzutreten und DAS Leben zu kreieren, das WIRKLICH zu ihnen passt; raus aus der Anpassung, rein ins Glück.

Auf ihrem Blog "Wir machen Glück" schreibt sie über Persönlichkeitsentwicklung, Glück und positive Lebensgestaltung.

„Gemeinsam stärken wir die Verbindung zum eigenen Herzen und machen dein Leben zu deinem BESTEN!

http://wir-machen-glueck.de/

Das eigene Leben besser machen

Endlich, endlich, endlich diese eine Sache bewältigen

Das Selbstcoaching-Programm zeigt dir, wie du deine Probleme aus eigener Kraft löst. Damit du diese Sache hinter dir lassen kannst.

Verbessere deine Lebensfreude durch Wissenschaft

15 einfach umzusetzende Tricks und Vorgehensweisen, mit denen du deine Lebensfreude in kleinen Schritt verbessern kannst.

Finde deine Klarheit, deinen Fixstern, deinen Kompass.

Mit diesem Selbstlernkurs findest du mehr über dich heraus, als du vorher für möglich gehalten hast. Auf eine gute Art. Finde deinen Kompass

Auch interessant?

Kommentare

  • Lieber Sonnenschein, (kannst du nicht mal eben rüber kommen? Hier ist es grad grau und regnerisch :-))

    Oh ja, Freunde, oder auch eine Partnerschaft, können schon einiges spiegeln, was wir an uns selber gar nicht mehr WAHR nehmen.
    Auf jeden Fall ein Booster, wenn man die belastenden Anteile der Schüchternheit los werden möchte.

    Deine Idee mit der Box ist toll.
    Ich habe auch so etwas. Das nenne ich mein Glücksglas. Es ist ein großes Glas, und bei jedem Erfolg oder schönen Erlebnis kommt ein neuer Zettel dazu. Das Glas steht auf meinem Schreibtisch. Da es durchsichtig ist, kann ich meine Erfolge und schönen Momente regelrecht wachsen sehen. Richtig toll. :-)

    LG, Sabine

  • Schöner Beitrag!

    War selbst früher auch sehr schüchtern – konnte diese Schüchternheit aber großteils überwinden, (bis auf ein paar Kleinigkeiten/ Rückfälle hin und wieder)

    unter anderem durch:
    – gute Freundschaften/ Gewinnen neuer Freunde
    – immer wieder kleine Erfolge (beruflich & private) – und sich diese auch vor Augen führen -> man darf ruhig auch mal stolz auf sich selbst sein;
    dasselbe gilt für Komplimente (ich habe eine kleine Box, wo ich Komplimente auf Zettelchen geschrieben habe, die mir gemacht wurden) An schlechten Tag kann man sich diese dann durchlesen und fühlt sich gleich besser :)

    – über den eigenen Schatten springen -> ihr werdet es nicht bereuen :)

  • Ein wunderschöner Beitrag!
    Ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen, wie wichtig der erste Schritt ist, er sollte wirklich an erster Stelle stehen, dann ergibt sich der Rest fast von selbst. Wenn wir lernen, uns selbst wertzuschätzen, werden wir unweigerlich eine entsprechende Spiegelung im außen erzeugen (Gesetz der Resonanz) und mit Komplimenten und positiven Rückmeldungen nur so überhäuft. Das Selbstbewusstsein steigt und steigt und es gibt keinen Grund mehr für Angst und Schüchternheit.
    Es gibt ja heute auch so wunderbare Literatur zum Thema Selbstliebe, die uns in diesem Prozess unterstützen kann, seid es Euch wert!

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Liebe Elke,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Sich selber wertschätzen… gar nicht so leicht. Aber es ist möglich, wenn man sich einlässt und wirklich auf Entdeckungsreise gehen möchte.

      Ja, wenn wir beginnen, erste (schwere) Schritte zu tun, werden wir neue Erfahrungen machen. Menschen reagieren anders, wir erhalten neues Feedback etc. Und ganz “nebenbei” entwickelt sich ein schönes, starkes Selbstbewusstsein.

      Klingt jetzt einfach, ist aber natürlich ein Prozess. Aber es macht Freude, diesen Weg zu gehen.

      LG, Sabine

  • Schüchternheit kenne ich aus meiner Kinder- und Jugendzeit. Heute bin ich froh darüber, dass ich einmal schüchtern gewesen bin, denn sie hat mich auf meinen Weg gebracht. Einen Weg, auf dem ich gelernt habe alles zu hinterfragen; und zwar ohne Verlust einer meiner Stärken und Fähigkeiten.

    Ich wirkte nicht nur:
    •sympathisch
    •vertrauensvoll
    •tiefgründig
    •geheimnisvoll
    •liebevoll
    Ich bin es auch heute noch! Ich habe es durch mein Hinterfragen sogar noch vertieft.

    Auch diese Punkte wurden mir durch meine Schüchternheit immer klarer, immer bewusster:
    •ein hohes Feingefühl
    •grandioses Einfühlungsvermögen
    •Sensibilität
    •große Hilfsbereitschaft und
    •sind somit in zwischenmenschlichen Beziehungen unglaublich stark

    Und auch das konnte ich weiter vertiefen.

    Dass ich schüchtern war, das habe ich aus meinen Erfahrungen in vielen Situationen mit anderen Kindern, Mitschülern etc. erst „erfahren“, aus meinen Gefühlen heraus wahrgenommen. Ich hatte sehr oft mit Zurückweisung, Ablehnung und auch mit Spott zu tun; und ja, ich habe mich für meine Schüchternheit und auch für das, das ich dadurch erfahren musste, geschämt und mich ungeliebt gefühlt, konnte mir selbst nicht erklären, was an mir anders sein sollte… Im Außen war ich nicht anders als andere.

    Heute ist mir klar, dass Schüchternheit mit Unsicherheit und Unsicherheit mit Angst einhergeht. Unsicher ist man aber nur, wenn man sich selbst nicht gut kennt, sich seiner selbst nicht wirklich bewusst ist.

    Es hat mich Überwindung gekostet, und es fiel mir oftmals nicht gerade leicht immer und immer wieder den Mut aufzubringen. Meine Gefühle haben mir dabei sehr geholfen. Und je besser ich mich gefühlt habe, desto leichter fiel es mir, mit meiner Schüchternheit umzugehen, sie zu überwinden.

    Auch gab es in der Zeit eine Zeit, in der ich mich zurückgezogen habe, aber nicht, weil ich verletzt wurde und mich bedauert habe, sondern weil ich nach Antworten gesucht habe. Ich brauchte den Rückzug für mich. Und ich habe auf alles eine Antwort bekommen, mich dadurch immer besser kennen und auch lieben gelernt!

    Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass es leichter ist, wenn man die Schüchternheit akzeptiert, sie annimmt. Es gibt keinen Grund, sich dessen zu schämen.

    Meine Schüchternheit ist – heute betrachtet – ein Segen gewesen.
    Nur Mut, es lohnt sich!

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Liebes Rosinchen,

      mein Herz ist grad richtig gehüpft, als ich deinen Kommentar gelesen habe. Vielen Dank dafür.

      Genau das, was du beschreibst, habe ich auch erlebt. Und ich kann alles bestätigen, was du schreibst. Die Schüchternheit ist die Chance und eine Aufforderung dazu, endlich mal zu hinterfragen, wer man eigentlich ist und wieso man so geworden ist, wie man ist.

      Und genau das ist auch Teil meiner Challenge, die ab April läuft.
      Die Schüchternheit anzunehmen und mit ihr zu arbeiten ist ein Segen, denn es macht glücklich, Heilung geschehen zu lassen. Jeden Tag ein bisschen mehr.

      Danke für deinen Kommentar.
      LG, Sabine

  • Schüchternheit … kann v.a. ein Mangel an Vitaminen und
    Mineralstoffen sein (eig. Erfahrung!!).
    Dann kann ganz oft und ganz oft “von jetzt auf gleich” das richtige homöopathische Mittel helfen: 2,3 Globuli und du bist deine Schüchternheit (oder auch Ängste) etc. los (auch eig. Erfahrung) – die Welt und alle sind dann wunderbar und DU bist mittendrin und fühlst dich WOHL!!.

    • Bettina schreibt am 22. Februar 2015

      Das hört sich sehr interessant an! Wie heißen denn diese Globulis? Ich bin überzeugt von Homöopatie und würde das gerne selbst einmal ausprobieren.
      Ich selbst bin ein sehr schüchterner Mensch und habe vor kurzem angefangen, ehrenamtlich in der Kirche zu helfen. Das tut mir sehr gut!

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Liebe Ina,

      klingt super interessant. Würde gerne auch mehr darüber erfahren.

      LG, Sabine

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Liebe Bettina,

      hey, das ist ja super klasse mit deiner ehrenamtlichen Arbeit in der Kirche. Wow! Da bestätigt sich mein Tipp in dem Artikel. Das freut mich. :-)

      Danke!
      LG, Sabine

  • zu punkt 4 “In Gesprächen mit mehreren Beteiligten komme ich selten zu Wort. Vor allem dann, wenn ich die Personen nicht gut kenne.”
    wie kann man damit besser umgehen?

    • Katie schreibt am 22. Februar 2015

      Eine gute Frage, zu der ich auch gern ein paar Tipps hätte.
      Das einzige, was mir dazu einfällt, ist, sich wirklich für die Gesprächspartner zu interessieren.
      1. Aktiv zuhören und neugierig den Themen folgen – man sollte allerdings “echt” neugierig sein (also Neugier nicht vorspielen), auch wenn es auf den ersten Eindruck nicht das Thema ist, das einen brennend interessiert; aber man kann ja überall noch etwas dazulernen und den eigenen Horizont erweitern (eine echte Chance also)! Wenn Unsicherheit und Selbstzweifel aufkommen, versuchen, diese wegzudrücken, indem man sich z. B. innerlich schnell sagt: “ich bin schön”, “ich bin klug”, o. ä.
      2. In der Regel kommen bei jedem Thema, dem man aktiv zuhört, irgendwann Verständnisfragen in einem selbst auf. Diese dann einfach mal einwerfen: “Wie lange machen Sie das schon?”, “was genau ist XY?”, “woher kennen Sie den Gastgeber?”, etc.
      Und schon ist man im Gespräch.
      Leider zeigt meine Praxiserfahrung allerdings, dass die meisten Gesprächspartner es sehr genießen, wenn jemand so großes Interesse an ihnen zeigt, und dann ewig über sich selbst reden, ohne auch mal Gegenfragen zu stellen. Oft wird der Dialog sehr einseitig und man selbst fühlt sich wieder klein und geringgeschätzt.
      Da muss man lernen, auch seine eigenen Aspekte gleichwertig einzubringen, einzuwerfen – dafür habe ich leider noch keine Strategie … das ist wohl eine Sache des Selbstbewusstseins.

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Hallo Mon,

      das ist auch wirklich nicht einfach.
      Aber zur Beruhigung: es geht ganz vielen Menschen so. Vielen fällt es schwer, sich in Gespräche einzubringen, wenn mehrere Menschen beteiligt sind.

      Ich finde, hier geht wieder “nur” darum, was IN einem los ist. Wie fühlt man sich?

      Denn in dem Moment, wo wir GLAUBEN, uns einbringen zu müssen, uns aber selbst nicht in der Lage dazu fühlen, werten wir uns ab.

      Gedanken wie „Du kriegst den Mund wieder nicht auf.”, „Jetzt sag ich wieder nichts.” oder „Jetzt fragt gleich wieder jemand, wieso ich so still bin.” lösen dann in uns Gefühle aus, die uns immer weiter nach unten ziehen. Die Anderen kriegen davon überhaupt nichts mit. Es spielt sich alles IN uns ab.

      Im ersten Schritt würde ich zunächst erstmal beobachten. Wie verhalten Andere sich, wenn mehrere Menschen aufeinander treffen?
      Es gibt immer die Ruhigeren, die Gesprächigeren und jene, die immer nur (mit)lachen (anstatt zu sprechen) und dabei auch noch wirklich zufrieden wirken.

      Es geht also gar nicht ums Sprechen an sich, sondern darum, wie wir uns fühlen.

      Um das Problem (Mitsprechen in Gruppen) kurzfristig in den Griff zu bekommen, finde ich den Tipp von Katie super. Genau das ist der erste Schritt. Zuhören, Fragen stellen, interessiert sein.
      Du bist im Gespräch, brauchst aber erstmal nicht so viel reden.
      Der innere Druck, jetzt endlich mal den “Mund aufmachen zu müssen” wird weniger, weil man, wenn man in der Position des Fragenden ist, nicht zu den Schweigenden gehört. Denn DAS möchte man ja nicht.

      Im nächsten Schritt kann man sich überlegen, wie man sich auf voraussichtliche Gespräche vorbereiten kann. Kann man sich zu bestimmten Themen informieren? Kann man selber Themen einbringen. Wenn ja, welche? Wenn man also vorher weiß, dass ein Gespräch mit mehreren Menschen ansteht, kann man sich entsprechend vorbereiten, sodass zumindest schon mal die Frage „Was kann ich sagen?” geklärt ist.

      Und dann geht’s natürlich um das “Sich-trauen.”
      Das Thema ist sehr komplex.
      Wieso traue ich mich nicht? Wovor habe ich Angst? Das sind Fragen, die man für sich klären kann. Dazu gehören dann auch die Glaubenssätze, Erlebnisse, Überzeugungen, und die daraus resultierenden Ängste vor Ablehnung.

      Als Tipp noch: Analysiere DIE Gespräche, wo du dich gut gefühlt hast. Was war da anders? Wie hast du dich gefühlt?
      Sicherlich kennst du auch die Momente, wo etwas, was dir normalerweise schwer fällt, richtig gut gelaufen ist.
      Was ist da passiert? Und wie kannst du das wiederholen? Was kannst du aktiv tun, um diese Erfahrung nochmal zu machen? Was brauchst du dafür? Was brauchst du VORAB dafür?

      Sich intensiv mit dem Warum, Wieso und Weshalb auseinanderzusetzen, zu hinterfragen und zu beleuchten, ist sicher nicht der schnellste Weg, ist aber langfristig sehr effektiv.

      Je mehr wir uns selber kennen, Muster erkennen, Ängste aufdecken, Mitgefühl für uns selber entwickeln und wirklich VERSTEHEN, warum wir so sind, wie wir sind, desto mehr kann Heilung geschehen. In uns. Und das ist für mich der optimale Weg und macht glücklich.

      Ganz liebe Grüße, Sabine

    • Sabine schreibt am 23. Februar 2015

      Liebe Katie,

      ich stimme dir zu.
      Und auf kurz oder lang müssen schüchterne Menschen lernen, eigene Aspekte einzubringen. Du hast das gut beschrieben.
      Im ersten Schritt ist das NUR-Fragen aber sicher erstmal sinnvoll, zumal schüchterne Menschen sowieso meist Probleme haben, über sich zu reden. Deshalb ist für den Anfang dein Tipp mit dem Fragen super.

      Ich denke, in dem Moment, wo der schüchterne Mensch beginnt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzten, eigene Bedürfnisse erkennt, eigene Werte entdeckt etc. und somit in die eigene Mitte findet, lernt er Stück für Stück, hinter sich und den eigenen Ansichten und Wünschen zu stehen. Das ist natürlich ein Prozess. Aber die Reise ist ja bekanntlich das Ziel :-) (Seitdem ich diesen Spruch so wirklich, wirklich verstanden habe, liebe ich ihn, denn er ist so WAHR und macht das Leben JETZT total spannend und lebendig.)

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Hausregeln: Wir lieben Kommentare :-) Auch kritische Anmerkungen. Solange sie respektvoll, fair, höflich und konstruktiv sind. • Und bitte, bitte, bitte kein Marketing in irgendwelcher Form (auch nicht für kostenlose Angebote) • Und bitte unter dem eigenen Namen schreiben (nicht als "Versicherungsvergleich" oder "Wasserbetten"). • Die Fotos neben den Kommentaren funktionieren übrigens über Gravatar. Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.