Ein tolles Prinzip für mehr Selbstfürsorge: Zahl dich selbst zuerst aus!

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„Mein Rücken zwickt schon wieder – so ein Mist! Ich müsste mal wieder mit Rückentraining anfangen, das hat mir eigentlich echt gutgetan …“

„Heute bin ich wieder nur so von A nach B gehetzt … Mein Leben rast grad nur so an mir vorbei. Ich müsste mal was tun, um ein bisschen runterzukommen …“

Solche oder ähnliche Gedanken hatte ich vor einiger Zeit sehr häufig. Denn Rückenschmerz, das war für längere Zeit ein immer wiederkehrendes Problem für mich. Ebenso dieser ständige Zeitdruck und der dadurch entstehende Stress.

Für das Rückenproblem kannte ich bereits mehrere gute Lösungen. Und mir war auch bewusst, dass mir gezielte Entspannungsmethoden total guttun würden, um mich wieder ein bisschen runterzubringen.

Aber irgendwie habe ich es damals nie so richtig geschafft, diese Lösungen richtig in mein Leben zu integrieren. Ich habe es damals natürlich immer mal wieder versucht. Aber oft ist das im Alltagsstress irgendwie versandet. Und das hat mich immer ziemlich gewurmt.

Das ist schon komisch … Warum fällt es uns manchmal so schwer, ausgerechnet den wichtigen Dingen in unserem Leben Raum zu geben? Und das obwohl wir ja wissen, dass es wirklich von Bedeutung für uns wäre?

Warum wir uns selbst gerne hintenanstellen

Von außen betrachtet läuft hier ja gehörig was schief: Denn eigentlich müsste es uns doch gelingen, den für uns selbst wichtigen Dingen die oberste Priorität zu geben und klipp und klar zu sagen: „Die wiederkehrenden Rückenschmerzen stören mich so sehr, also tue ich jetzt auch konsequent etwas dagegen!“ Das wäre ja das einzig Vernünftige.

Vom Kopf her habe ich das auch immer begriffen. Aber mein Kopf war es auch, der mich gleichzeitig auch immer wieder davon abhielt, mir selbst etwas Gutes zu tun: „Komm, jetzt nur noch schnell dieses und jenes erledigen, Rückentraining geht auch später noch.“ Und später war ich dann meist platt und hatte einfach keine Energie mehr dafür.

Tipp: Wie du lernst, dich selbst wichtig zu nehmen, Vertrauen in deine Fähigkeiten zu gewinnen und die Widrigkeiten des Lebens kraftvoll zu meistern … Wie geht das?

Ich glaube, eine Erklärung für dieses Phänomen ist, dass es für uns als „soziale Wesen“ sehr viel schlimmer ist, wenn wir anderen Menschen gegenüber ein schlechtes Gewissen haben als uns selbst gegenüber. So war es zumindest immer bei mir.

Der „Schmerz“, mein Rückentraining einfach sausen zu lassen, war immer geringer, als jemand anderem gegenüber eine Verpflichtung nicht einzuhalten. Im Ergebnis führt das dazu, dass es einfach viel leichter fällt, sich selbst hintenanzustellen.

Das Selbstbild verschlechtert sich

Bei mir hat es immer einen schalen Beigeschmack hinterlassen, wenn ich mir etwas vorgenommen habe und es dann aber nicht getan habe. Weil man sein Wort sich selbst gegenüber bricht. Und man sich selbst damit faktisch nicht ernst nimmt.

Wenn ich weiß, dass ich etwas für meinen Rücken tun sollte, es aber dann nicht tue, dann bin ich irgendwie nicht gut zu mir selbst. Oder anders gesagt: Ich nehme mich selbst nicht wichtig genug. Und das verschlechtert auf Dauer mein Selbstbild. Weil ich mich selbst für einen „Versager“ halte, der die Dinge, die ihm wichtig sind, nicht auf die Reihe bekommt.

Dass mein Verhalten an dem Punkt nicht gut für mich selbst war, war mir vollkommen bewusst. Aber ich wollte mich nicht wie ein totaler Individualist verhalten, nur noch an mich denken und alles und jeden hintenanstellen. Selbst wenn ich das so gewollt hätte … Ich hätte es in der Realität sicher nie umsetzen können, weil ich als Person einfach nicht so bin.

Doch dann habe ich eines Tages von einem interessanten „Prinzip“ gelesen, das mir einen tollen Weg gezeigt hat. Ein Prinzip, das mir da in gewisser Hinsicht die Augen geöffnet hat. Und deshalb möchte ich diese Idee heute gerne auch mit dir teilen.

Sich selbst zuerst auszahlen

Ich habe über dieses besagte Prinzip vor vielen Jahren in einem Ratgeber über Finanzen gelesen. Ein erfolgreicher Geschäftsmann, der es zu viel Wohlstand gebracht hatte, verriet darin eines seiner Erfolgsgeheimnisse. Er nannte das Prinzip „Zahl dich selbst zuerst aus“.

Was ist damit gemeint?

Der besagte Geschäftsmann schrieb, er habe von seinem Gehalt immer zuallererst einen bestimmten Teil für sich genommen. Geld, womit er seine Wünsche und Träume verwirklichen wollte. Zum Beispiel sich selbst eine eigene Immobilie zu leisten. Oder, um ein eigenes kleines Geschäft zu eröffnen. Dieser Teil ging immer zuallererst von seinem Gehalt ab. Und erst danach wurden die Rechnungen bezahlt und alle anderen Dinge finanziert.

Seine Überzeugung war, falls man sich selbst nicht zuerst auszahlt, dann wird man es auch nie schaffen, seine Wünsche und Träume umzusetzen, für die man Geld braucht. Weil das Geld dann eben anderweitig ausgegeben wird. Er war der Meinung: Ich bin für mein Gehalt arbeiten gegangen, also ist es auch mein gutes Recht, mich selbst zuallererst auszuzahlen.

Sich selbst zuerst auszahlen, damit man seine Wünsche auch verwirklichen kann … Diese Idee fand ich total einleuchtend und überzeugend. So überzeugend, dass ich sie für mich selbst seitdem auch anwende.

Vor einiger Zeit habe ich mich dann aber auch gefragt: Warum sollte das eigentlich nur für die Finanzen so gelten? Warum sollte man dieses Prinzip nicht auch auf andere Lebensbereiche anwenden können, also z. B. auf die eigene Zeit?

Ein tolles Prinzip für mehr Selbstfürsorge

Da ich vom Prinzip, sich selbst zuerst auszuzahlen, total überzeugt bin, habe ich versucht, es auch in der Nutzung meiner Zeit anzuwenden. Das heißt, konkret jeden Tag zuallererst die Dinge zu tun, die mir persönlich wichtig sind. Früher habe ich diese Dinge oft nicht in meinem Tag unterbringen können. Aber so ist es mir auf einmal total leicht gefallen, die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, in meinen Alltag mit einzubauen.

Nach und nach kamen da so einige Dinge zusammen. Und im Moment mache ich jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen ein paar gezielte Sportübungen für meinen Rücken. Das dauert 10 Minuten und inzwischen bin ich im Rücken vollkommen beschwerdefrei. Dann meditiere ich, weil das meinen oft hektisch springenden Geist beruhigt und dazu führt, dass ich mich besser konzentrieren kann. Danach mache ich mir ein gesundes Frühstück, mit Nahrungsmitteln, die mir guttun. Unter der Dusche höre ich dann meistens Musik, auf die ich gerade so richtig Lust habe.

So starte ich in den Tag mit leerem Kopf, starkem Rücken, wohlgenährt und mit guter Laune :-) Jetzt kann der Tag kommen, denn ich habe mich schon selbst „ausgezahlt“.

Für mich ist daraus inzwischen ein richtiges Morgenritual geworden, welches ich nicht mehr missen möchte. Selbst am Wochenende nicht. Morgens klappt das bei mir alles besonders gut, weil mich da niemand stören kann.

Und es hat für mich auch drei große Vorteile, wenn ich mich gleich morgens „zuerst auszahle“:

  1. Ich starte ganz entspannt in den Tag, denn die wichtigsten Dinge sind erledigt. Das macht mir ein super Gefühl. Und ich bin insgesamt viel zufriedener.
  2. Ich gestalte den Tag nach der Reihenfolge meiner Prioritäten.
  3. Ich tue es. Ich nehme mich selbst ernst. Nicht nur in Gedanken, sondern auch in Wirklichkeit. Denn mit diesem Morgenritual tue ich mir selbst etwas Gutes, und das jeden Tag.

Sich selbst zuerst auszahlen … Falls du das nicht auch schon längst tust, dann ist das etwas, das ich dir wirklich nur ans Herz legen kann.

Womit könntest du anfangen, dich selbst zuerst auszuzahlen?

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Kommentare

  • Ihr Beitrag spricht mir aus dem Herzen. Jetzt habe ich etwas gelernt.
    Danke !

  • Hallo zusammen,
    nun will ich auch etwas dazu schreiben. Ich lese nun schon viele Jahre ZZL und finde die Beiträge interessant, wurde oft dazu inspiriert mir neue Gedanken zu machen oder schon Bekanntes wieder aufzufrischen.

    Den Wunsch von Tanja kann ich gut verstehen und würde es auch gut finden, wenn event. ein Beitrag nur für Familien mit kleinen Kindern dabei ist. Ich bin auch berufstätig und war alleinerziehende Mutter. Mein Sohn ist nun 23 Jahre alt. Als er 3 Jahre alt war und ich auf Mutter- Kind Kur mit ihm ging kann ich mich noch gut an den letzten Satz der Psychologin erinnern, die im Abschlußgespräch von Jedem wissen wollte, was er nun anders machen wird. Nur eine einzige Sache sollte es sein und sie sagte: ” Wenn Ihr nun heimgeht und so weitermacht wie vorher, dann seid ihr bald wieder da.” Ich hatte mir damals vorgenommen nicht mehr von einem Termin zum anderen zu hetzen und mir Auszeiten zu nehmen. Somit holte ich meinen Sohn nach meiner Arbeit nicht sofort vom Kindergarten ab sondern gönnte mir 30 Minuten nur für mich. In dieser Zeit ging ich spazieren, setzte mich auf eine Parkbank usw. je nachdem wozu ich Lust hatte. Damals gab es ZZL noch nicht, aber im Laufe der letzten Jahre habe ich auch diese Methode hier gelesen. Vieles kann in kleinen Schritten als Familie, Berufstätige oder Einzelperson angewandt werden…

    Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag mit “Zeit zum Leben”,

    Dagmar

  • Liebe Tanja,..und andere Vollzeit-Alleinerziehende,
    ich kann euch gut verstehen, denn mit Kindern und Arbeit ist die Zeit immer knapp, v.a. wenn man meint den mainstream erfüllen zu müssen und da liegt der Knackpunkt:
    Ihr “Neuen Supermütter” denkt ihr müsst und könnt alles machen, wenn es nur “richtig” organisiert wird. Aaaber, Ihr habt alle keine Putzfrau, Tagesmutti, Oma etc. und heißt nicht Michelle Hunziker, heidi Klum und co. Euer Tag hat nur 24Std. Glaubt Ihr wirklich, eine Frau von der Leyen putzt ihr Klo und ist/war immer für ihre 7Kinder da? Die hat einen Stab von Leuten um sich den ihr alle nicht habt! Eure Fenster dürfen dreckig sein und Bügelkörbe müssen nicht leer sein…wen stört`s ?
    Und Kinder müssen nicht ständig überall hingekarrt werden um glücklich zu sein. Ich habe mich auch immer – als Mutter – gewundert über andere Mütter, die zum Schwimmbad den ganzen Hausstand mitschleppten, man sah den Kinderwagen vor lauter Krimskrams nicht mehr! In den paar Stunden im SchwimmBad verhungert kein Kind und Ein Spielzeug tut`s auch…weniger ist oft mehr.
    Ich war nicht erwerbstätig und habe trotzdem nicht ehrenamtlich gearbeitet und habe immer noch kein schlechtes Gewissen, ich kann mich nämlich sehr gut selbst beschäftigen und Löcher in die Luft schauen…das nennt man Muse.
    Und als Mutter UND Erwerbstätige würde es mir nicht im Traum einfallen mir noch was aufbürden zulassen/Ehrenamt, etc.
    Der mainstream suggeriert, dass Ihr nur was wert seit, wenn Ihr vollbeschäftigt und gestresst seid. Fragt nicht: “bin ich nützlich?” Natürlich seid Ihr es! Der Einzige der was davon hat ist Vater Staat, der Euch immer mehr aufbürdet, sich über Euer selbstloses Engagement freut und sich immer mehr aus der Verantwortung zieht.
    Fragt Euch: was ist mir wirklich wichtig! Und den Rest lasst einfach.
    Viel Muse Euch allen…

  • Wir nehmen uns selbst nicht so wichtig , weil wir in einem System der Untertanen leben die zu gehorchen haben. Wer sich mit Politik beschäftigt und kritische Medien konsumiert wird wissen was ich meine. Schon sehr früh lernen wir, das wir uns nicht so anstellen sollen. Von so genannten Erzieherinnen, übrigens sehr fragwürdige Menschen.

    Nach den ersten unguten Vorboten, die mir gesundheitliche Schwachpunkte zeigten, habe ich als ( hoffentlich ) kluger Mensch das Ruder herumgerissen. Man wird dann schnell als Egoist bezeichnet, wenn man für sich selbst sorgt. Irgendwie wird von vielen erwartet, das man wie ein Feldmarschall den Heldentod stirbt. Ich kämpfe aber nicht für andere, noch dazu geisteskranke Idioten die gerade Europa ruinieren. Ich kämpfe für mich und meine Familie, mehr nicht.

    Diejenigen die mir jetzt Egoismus vorwerfen. Ich bin gesund und entspannt, und ich gehe freundlich und hilfsbereit auf die Menschen zu. Nicht wie diese unentspannten Arbeitsdrohnen, die mich ständig gefährden ( Autobahn ) oder nerven.

  • Als ich kürzlich zwei Tage auf einem Seminar in einem Hotel war, gelang es mir plötzlich auch, gut für mich zu sorgen – weil niemand anders da war, für den ich sorgen musste. Ich habe morgens Gymnastik gemacht und sogar noch vor dem Frühstück in einem guten Buch gelesen. Im Alltag als Alleinerziehende mit Kind und Haushalt ist das fast unmöglich. Für mich ist es leichter, mich dann mal ein paar Tage ganz rauszuziehen und dies vorher zu organsieren, als mir täglich Zeit freizuschaufeln. Im Februar habe ich eine Wüsten-Reise gemacht, in der es tatsächlich mal nur um mich und meine Bedürfnisse ging. Davon zehre ich noch jetzt.

    Ich musste bei dem Beitrag einer meiner Vor-Schreiberinnen schmunzeln, weil ich auch oft denke: haben die ZZL-Schreiber keine Familie? Woher nehmen sie die viele Zeit, um all das auszuprobieren?!?

  • Guten Morgen,

    der Beitrag ist für mich interessant, weil ich darin meine Haltung wiederfinde, die mir in den letzten 19 Jahren (berufstätig, 3 Kinder, Patchwork-Situation) geholfen hat zu überleben.

    Bisher habe ich diese Idee noch nie so klar und betriebswirtschaftlich formuliert gelesen. (Und habe immer nur gedacht, es sei eben mein Ego-Trip)

    Es war nicht ganz einfach, z.B. sich für berufliche Weiterbildungen freizuschaufeln, obwohl noch nicht ganz klar war, wie das finanziell und organisatorisch laufen kann. Es IST gelaufen. Für mich war auch immer der Wunsch, nach der Familienphase wieder richtig durchzustarten. Im Alltag sind es einfach mal die Sandalen (… klar würden es die alten auch noch weitere drei Sommer tun), die ich mpir gönne, obwohl ja auch die Kinder ständig irgendwas brauchen und das Budget knapp ist. … oder der mit einem Bad und einem Buch vertrödelte Vormittag, wenn doch eigentlich “dringend die Fenster geputzt werden müssten”.

    Doch es ist was dran an dem Artikel: Es wird niemand kommen, um mich zu fragen, ob ich neue Sandalen möchte, ob ich lieber was interessantes lesen möchte. Ein bisschen “Raubrittermentalität” ist wohl nötig, um für sich selbst zu sorgen ;) … oder wem das besser gefällt: Balu der Bär mit seinem Lied.

    @ Tanja, ich kann Sie sehr gut verstehen. Auch ich ertappe mich oft dabei, dass ich denke, allein lebenden Menschen ist es leichter, Rituale der Selbstfürsorge zu praktizieren. Doch auch dort gibt es viele, die das vor sich herschieben.
    Vielleicht ist es in der Verantwortlichkeit für andere (z.B. Familie) mitunter sogar leichter, auch für sich selbst gut zu sorgen? Z.B. wird in der Regel mehr Augenmerk auf gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet, wovon man/frau als erwachsenes Individuum profitieren kann …
    Ich gebe Ihnen recht, dass “Selbstaufgabe” und Selbstlosigkeit von Nöten sind. Bei mir selber beobachte ich, dass mir das leichter fällt großzügig zu sein, wenn ich einen Vormittag “vertrödelt” habe oder mich zu einem Seminar “verdrückt” habe. (Mich selbst vorher ausgezahlt habe.)

    Konsequente Abstriche mache ich immer stärker im ehrenamtlichen Bereich. Ich denke, dass dort vielbeschäftigte Eltern mitunter sehr hergeräubert werden. Es ist m. E. wichtig, zu lernen auszuhalten, dass andere Ehrenamts-Heilige “traurig” oder sauer auf einen sind.
    Ich denke darüber nach 2016 als “Jahr ohne Ehrenamt” zu deklarieren … oder, ok – wirklich nur noch die Sachen zu machen, die ich wirklich gern mache …

    sonnige Grüße

  • Ja wirklich wahr-ich versuche regelmäßig zu meditieren und Yoga zu machen. Mir passiert es aber sehr oft, dass irgendwas diesen Rhythmus durcheinander bringt. Mittlerweile ärgere ich mich nicht mehr darüber sondern registriere das und fange einfach wieder an.

    Lieben Gruß
    Edith

  • Deswegen gehe ich so oft es das Wetter zulasst im Sommer kurz nach Sonnenaufgang Schwimmen im nahegelegenen Naturgartenbad. Schwimme mich frei, lausche dem Quaken der Frösche, schaue dem Flug der Libellen zu und verbinde meine Schwimmzüge mit therapeutischem Atmen, das ich im Laufe das Tage leider immer noch manchmal vergesse. Auslöser dafür war ZzL: Auf der Suche nach den schädlichen Glaubenssätzen in meinem Leben bin ich auf “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen” gestoßen. Und musste feststellen, dass es zum Vergnügen nie gereicht hat… Also versuche ich es mittlerweile wenigstens partiell, den Spieß umzudrehen. Danke für die Inspiration!

  • Lieber Mathias, ja, natürlich haben Sie einerseits völlig recht und das Morgenritual ist sicher ein absolut nachahmenswertes Beispiel. Andererseits frage ich Sie: Wie soll das bspw. gehen, wenn man Kinder hat, die ab 6 Uhr morgens die volle Aufmerksamkeit fordern, die man pünktlich um 7.30 in der Kita abgeben muss, damit man ebenso pünktlich um 8 Uhr im Büro sitzt und auch ja wieder vor der Schließzeit am Nachmittag sein Kind abholen kann. Nur um weiter zu hetzen zum Spielplatz, ins Schwimmbad oder zum Kinderturnen. So geht es weiter, bis man schließlich um 21 Uhr, das Kind endlich im Bett, selbst totmüde nur noch den Weg zum Bad und ins eigene Bett findet.
    Wenn man arbeiten muss, weil es die Finanzen erfordern und man auch noch Spaß daran hat, keine Großeltern hat, die mal babysitten können, etc. – ja, dann wird es ganz schön schwierig mit dem Sich-zuerst-selbst-auszahlen!
    Ich bin seit Jahren ein richtiger Fan von ZZL und habe bei euch schon oft tolle Inspirationen bekommen. Ihr macht einen super Job!
    Aber seit ich eine Familie habe, finde ich mich in euren Beiträgen immer weniger wieder. Doch gerade jetzt bräuchte ich eure Unterstützung noch viel dringender! Liegt es daran, dass die ZZL-Autoren vielleicht alle keine Familie haben? Das kann ich nicht beurteilen, reine Vermutung. Vielleicht ist es auch nicht der Grund. Ich wünsche mir jedenfalls sehr, dass die Themen Stressmanagement in Familien und der Umgang mit der unausweichlichen temporären Selbstaufgabe zugunsten der Kinder mehr Gewicht bei euch erhalten.
    Vielleicht spricht dies ja auch noch viele andere ZZL-Leser an?!
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Tanja

    • Ulrike

      Hey Tanja,

      ich weiß glaub ziemlich genau was Du meinst. Meine Kinder sind zwischenzeitlich 16 und 18 Jahre- da sind die Anforderungen anders. Was bleibt ist, daß ich mich wichtig nehme(n muß) Ich finde es sehr wichtig, daß Kinder lernen, ihre Mitmenschen zu achten. Das bedeutet dann wohl zuerst Achtung vor den Eltern.
      Du mußt nicht mit ihnen auf den Spielplatz- auch nicht um zu kompensieren, daß Du arbeitest. Du darfst, wenn es Dich entspannt.

      Ansonsten habe ich wirklich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, das Verhalten meiner Töchter zu spiegeln, wenn es mich nervt. Zum Beispiel- eine Freundin ist da, die ich schon lange nicht mehr gesehn habe und die lieben Kinderlein quengeln rum, klemmen sich ständig dazwischen, obwohl sie, wenn ich im Haushalt was tue für Stunden in ihren Zimmern bleiben. Also kündige ich an “wenn du wieder ne Freundin da hast komm ich zu dir ins Zimmer”. Ich mußte nur einmal quengelnd im Kinderzimmer sitzen und das Thema war vom Tisch.

      Den täglichen Kampf ums Zähneputzen hab ich auf die gleiche Weise gewonnen: auf dem Rücken liegend, strampelnd und schreiend.

      Ich denke, daß man auch mit Kindergartenkindern Abmachungen treffen kann, die für beide Seiten fair sind. Und Du kannst sicher sein, daß Deine Kinder ihre Mutter nicht stressen oder plagen wollen. Bleib Du selbst und gib nicht auf. Es wird besser. :-)

      Ulrike

    • Hilke

      Liebe Tanja, in deinen Beschreibungen kann ich mich selbst sehr gut wieder erkennen. Ich habe viele Jahre lang nachts kaum geschlafen, habe mich für mein Kind und für meine Arbeit voll engagiert, habe mich bei jedem Kindergarten- und Schulfest voll eingebracht, in Vereinsvorständen zusätzlich engagiert, habe für meinen Arbeitgeber viel, viel mehr getan als es mein Arbeitsvertrag vorgesehen war, habe nach und nach meine sozialen Kontakte losgelassen und vor allen Dingen mich selbst – weil einfach keine Kraft mehr dafür übriggeblieben war.
      Und gerade ich sage nun, dass es das Wichtigste ist, dass ich mich selbst bezahle. Zuallererst. Weil sonst auf sehr absehbare Sicht niemand mehr etwas von mir hat. Und das Merkwürdigste passiert dann auch noch: wenn es mir gut geht, geht es meiner Umgebung auch gut. Bei mir hat sich das Ganze Drumherum sehr entspannt.

      @ Ralf und Team: ich kann auch Tanja’s Wunsch nach einem Programm für berufstätige Mütter (und es gibt auch einige Väter, die in einer ähnlichen Situation stecken) gut verstehen. Vielleicht würdet Ihr diesen Faden ja aufnehmen wollen? Ich würde glatt dabei mitarbeiten wollen…..

    • Aggie

      Liebe Tanja,

      Da bin ich auch… meine sind 2 und 4.
      Ich denke, es ist natürlich, sich als Eltern hinten anzustellen, evolutionär betrachtet ist es wichtig für den Nachwuchs.

      Ich persönlich versuche, die Goldene Mitte zu finden – oft ein schmaler Grat. Bestimmte Zeiten für mich, die nehm ich mir guten Gewissens. Meine Erfahrung war, dass ich es “mir selbst gönnen können“ lernen musste. Seither geht’s immer leichter.

      Gib dir Zeit zu es lernen, ein kleiner Schritt nach dem anderen. Manchmal zwei vor, einer zurück; einer vor, drei zurück.

      Möchte dich liebevoll ermutigen, deinen eigenen, richtigen Weg zu suchen und zu finden. Und dir Mut machen: nur der erste Schritt und die gefühlten Rückschritte sind schwer…

      Ich würd mich auch über mehr Themen mit Familie freuen. Gerade jetzt fühl ich mich oft, als bräuchte ich mehr Input denn je. Danke!

    • Burkhard

      Hallo Tanja,
      Ich lese ZZL nun seit vielen vielen Jahren. Mittlerweile selbst Papa einer 6jährigen Tochter habe ich den gleichennEindruch wie Du. Genau das habe ich nach dem heutigen Newsletter gedacht :-) Du bist also nicht alleine. Dennoch ist ZZL für mich der beste Denkanstoss seiner Art ohne ins Esoterische zu gleiten.

    • Conny Buß

      Liebe Tanja !
      Hier ein Buchtipp der Dir vielleicht gut tut : Cordula Nussbaum : “Familienalltag sicher im Griff ” im GU Verlag
      Sehr gut zu lesen ,viele kleine wertvolle liebeswerte Tipp und sehr individuell – also keine Patentrezepte sondern Ideenpool
      Die Autorin hat vor ihrer Kleinkind -Mutter Karriere Zeit und Selbstmanagement Seminare gehalten und die wertvollen Hilfen in diesem Buch ins Familienleben “übersetzt ” Mir hat das Buch immer wieder gut getan ! Es ist eine große Herausforderung mit kleinen Kindern zu leben aber ES LOHNT SICH !! Nicht aufgeben :) !!
      Liebe” kollegiale “Grüße
      Conny

  • Guten Morgen!

    welch ein Thema! Da kullern mir die Tränen! Ich komme mir oft auch egoistisch vor, wenn sorgsam mit mir umgehe und wenn ich davon erzähle kommt als Kommentar oft……ach für so was habe ich garkeine Zeit ich musste noch dies oder jeniges erledigen und das Thema ist abgehakt oder neidische Kommentare…..du hasts gut, dafür habe ich keine Zeit. Selbsfürsorge hat meiner Meinung nach einen schlechten Ruf, grade wenn es einfach um Dinge geht die einem genrell gut tun und nicht der körperlichen Gesundheit dienen.
    Ein weiterer Punkt ist, dass der Leistungsgedanke in sehr vielen Köpfen herumschwirrt……machste was biste was…… Mir fällt es schwer mich da auf mich zu konzentrieren und bei mir zu bleiben.
    Den Satz “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” in die andere Variante umzuwandeln finde ich einen guten Ansatz und als Antwort auf Kommentre anderer, kann ich ja dranbleiben und meine Sicht der Dinge darlegen. Andersrum, sind wir ja immer irgendwie abhängig von anderen und wenn die nichts Gutes für uns tun, wer tut es dann?
    Danke für euren Input!

    Euch allen einen schönen Sonntag

  • Der Text bringt es auf den Punkt. Uns fällt es schwer, an uns als erstes zu denken, da wir glauben, dass es egoistisch wäre. Egoistisch ist jemand, der etwas auf “Kosten” anderer macht. Etwas für sich zu tun, ist Selbstliebe.
    Wir alle sind mit dem Satz groß geworden: ” Liebe den anderen, wie Dich selbst.” Nur wie das Sichselbstlieben geht, haben wir oft nicht erlernt. Deshalb drehe ich den Satz im Coaching gerne um in : “Liebe Dich selbst, dann liebst Du den anderen. Dann bist Du Liebe.”
    Einen schönen Sonntag und danke für die tollen Inspirationen
    Uschi Wiltshire

  • Selbstfürsorge und Eigenverantwortung gehören zusammen. Ich muss mich auch immer wieder daran erinnern. Für jemand Anderen etwas zu tun, ist oft ein Klacks…aber für einen selbst…als ob man ein Egoist ist. Aber das stimmt nicht. Wenn man nichts für sich tut, dann ist man ein Egoist, denn man überlässt die Verantwortung bei den anderen und gibt am Ende denen die Schuld “das man zu kurz gekommen ist”
    Das muss ich auch lernen…ein Prozess…

  • Eine wunderbare Aussage. Sich selbst auszahlen
    heißt sich Gutes Tun. Ich geh mal zwischendurch in
    ein Kaffee am See. Genieße einen Kaffee und sehe gelassen dem Spiel der Wellen, dem Flug der Möwen zu.
    Dem Tagebuch auch einiges erzählen über diese Momente.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier