Wie du dein Sicherheitsbedürfnis zu deinem eigenen Besten ein bisschen kleiner machst

Sicherheit

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Tobi ist ein fähiger Maler. Er würde gerne seine volle Liebe und Schaffenskraft in seine Kunst investieren. Aber er traut sich nicht, seinen langweiligen Job auf dem Amt zu kündigen. Und unter der Oberfläche frisst und nagt das an ihm. Jeden Tag.

Kathrina weiß seit 1 oder 2 Jahren, dass ihre Ehe zu Ende ist. Sie weiß auch, was sie tun müsste. Alle sagen ihr das. Aber was wird aus dem Haus? Werden ihre Freunde zu ihr halten? Sie weiß es. Sie muss endlich etwas ändern. Aber sie traut sich nicht. Und sie bleibt in einer Situation, die ihr die Lebenskraft aus den Knochen saugt.

Paul träumt schon seit Jahren von einer Weltreise mit dem Fahrrad. Nach Patagonien. Über Brasilien. Quer durch die USA. Bis hoch nach Alaska. Und dann weiter nach Asien. Aber dazu müsste er mit seinem Chef ein Sabbatical aushandeln. Eigentlich weiß er, dass er als fähiger Ingenieur jederzeit wieder einen neuen Job bekommen würde. Aber was, wenn er dann einen Rückschritt in seinem Gehalt machen würde? Paul weiß, dass er es auf ewig bereuen wird, wenn er seinen Traum nicht verwirklicht. Aber er schafft den Absprung nicht. Er traut sich einfach nicht.

Lebendigkeit und Sicherheit: Du kannst nicht immer beides haben

Wir Menschen brauchen beides: die Lebendigkeit auf der einen Seite. Und die Sicherheit auf der anderen.

Aber die Lebendigkeit und die Sicherheit sind oft zwei gegensätzliche Pole. Das eine bekomme ich nur auf Kosten des anderen.

Ein sicherer Job ist selten ein Job voller Spielräume und kreativer Möglichkeiten. Und das wilde, lebendige und freie Leben voller Selbstausdruck ist eher unsicher und voller materieller Risiken.

Um meine Träume zu verwirklichen, muss ich mich aber ins Land der Unsicherheit hinauswagen. Dann muss ich lernen, die Ängste und Sorgen zuzulassen und auszuhalten. Denn das ist Teil der Lebendigkeit.

Und das Bedürfnis nach Sicherheit lässt mich ganz oft in schlechten und komplett unlebendigen, vertrackten, schmerzhaften Situationen bleiben. Weil die Schritte aus meiner Situation heraus so viele Risiken und Gefahren bergen. Dazu kommt, dass es ja immer auch unsicher ist, ob es dann auch wirklich besser wird, wenn ich etwas ändere.

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Das Problem

Ein zu großes Sicherheitsbedürfnis ist ein großerer Verhinderer eines guten Lebens.

Ich wähle die Sicherheit und die Stabilität. Und ich bekomme dafür oft die Unlebendigkeit, den Stillstand, den Schmerz, den Frust und irgendwann die Verdrängung. Das ist ein Leben, in dem ich zu wenig lache, feiere und tanze.

Mein Sicherheitsbedürfnis ist der Feind des Besseren. Der Feind dessen, was sein könnte, wenn ich mich trauen würde.

Mein Sicherheitsbedürfnis beraubt mich auch meiner Möglichkeiten. Es lässt mich zu Boden schauen und erstarren, wenn eine großartige Chance vor mir auftaucht.

Durch mein Sicherheitsbedürfnis ertrage ich schlechte Situationen viel zu lange. Manchmal sogar, bis es zu spät ist.

Durch mein Sicherheitsbedürfnis bleibe ich weit unter dem, was für mich möglich wäre, was sein könnte.

Ich gebe mich dadurch mit dem zufrieden, was andere für mich übrig lassen. Weil ich mich nicht traue, meinen Teil des Kuchens kraftvoll und voller Begeisterung einzufordern.

Mein Sicherheitsbedürfnis macht mich auch manipulierbar. Es macht mich zur Marionette der anderen, die meine Ängste kennen und und sie gegen mich ausspielen.

Sicherheit ist nicht grundsätzlich schlecht

Auch wenn das jetzt vielleicht anders klang: Ich weiß natürlich, dass Sicherheit nicht grundsätzlich etwas Schlechtes ist.

Das Bedürfnis nach Sicherheit lässt uns Menschen überleben. Wegen unseres Sicherheitsbedürfnisses legen wir Vorräte für später an. Deswegen sparen wir für die Rente oder für unvorhergesehene Ereignisse. Deswegen schließen wir unser Fahrrad an oder installieren uns Schlösser an den Türen.

Das eigene Sicherheitsbedürfnis ist grundsätzlich eine gute Sache, weil es zukünftigen Schmerz vermeidet. Weil ich mich dadurch gut auf zukünftige Risiken vorbereiten kann.

Und es ist ja grundsätzlich klug, sich gut vorzubereiten.

Wenn das Sicherheitsbedürfnis ein Eigenleben bekommt

Schwierig wird es mit dem Sicherheitsbedürfnis nur, wenn es zu groß wird. Wenn es zu viel Raum in meinem Leben bekommt.

Ein gutes Schloss an der Tür ist eine gute Idee.

Aber das eigene Haus in eine einbruchsichere Festung zu verwandeln, ist in unserer Zeit vielleicht eher übertrieben.

Ein bisschen Angst ist gut und lässt mich umsichtig und vorsichtig sein.

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Zu viel Angst macht mein Leben extrem anstrengend und schwierig.

Ganz schwierig wird es mit dem Sicherheitsbedürfnis, wenn das, was mir eigentlich Sicherheit gibt, gleichzeitig Schmerz verursacht. Und mich so in eine Zwickmühle bringt.

Wenn mein gutbezahlter Job mich krank macht oder zu Tode langweilt. So dass meine Lebensfreude jeden Tag kleiner wird.

Wenn meine Tante, die mir immer wieder für mich notwendiges Geld zusteckt, mich ansonsten wie ein Stück Dreck behandelt, und ich Stück für Stück meinen Selbstrespekt verliere.

Oder wenn mein Ehepartner mich mittlerweile wirklich abstößt, ich aber ohne ihn wirtschaftlich schlechter dastehen würde. Deswegen bleibe ich. Ich lebe materiell sicher. Während meine Seele verkümmert.

In solchen Fällen ist es besonders wichtig, wenn ich die notwendigen Werkzeuge habe, um mein Sicherheitsbedürfnis kleiner zu machen. Damit ich mich traue, die notwendigen Schritte zu gehen, um mein Leben wieder besser zu machen.

Um wieder ich selbst zu sein. Um mein Leben wieder frei und selbstbestimmt zu leben. Um wieder mehr Lebendigkeit in mein Leben zu bringen.

Schwergewicht: Sicherheitsbedürfnis

Unser Sicherheitsbedürfnis kleiner zu machen, ist möglich. Aber es ist tatsächlich nicht ganz einfach.

Denn das Sicherheitsbedürfnis ist ein versierter und altgedienter Kämpfer. Schlecht gelaunt und unglaublich schnell und schlagkräftig, wenn es darauf ankommt.

Unser Sicherheitsbedürfnis hält uns an der langen Leine. Es lässt uns durchaus träumen. Wie es sein könnte, wenn wir uns trauen würden. Wir dürfen uns unser neues Leben in allen Facetten ausmalen.

Aber wenn wir über die konkreten, notwendigen Schritte in Richtung Veränderung nachdenken, holt unser Sicherheitsbedürfnis die Leine ein.

Wir merken, wir haben ein Stachelhalsband um den Hals, das uns die Luft zuschnürt.

Denn so fühlt es sich an, wenn wir anfangen, wirklich etwas ändern zu wollen.

Natürlich haben wir immer mal wieder Phasen der Motivation und des Mutes. Wir haben klare Momente, wo wir genau sehen, was wir anders machen müssten. Aber diese werden von unserem Sicherheitsbedürfnis schnell mit einer Kanonensalve aus Zweifeln, Ängsten und Bedenken beantwortet.

So dass wir unser Leben oft wie eine Achterbahnfahrt wahrnehmen. Mal hoffnungsvoll und positiv. Dann wieder voller Zweifel, Hoffnungslosigkeit und Pessimismus.

Gibt es das Problem vielleicht nur in meinem Kopf?

Es gibt bei dieser Sache noch ein Problem: und zwar, dass es gar nicht so einfach zu entscheiden ist, ob ein Problem real ist oder nur in unserem Kopf besteht.

Ist mein Leben wirklich so schlecht? Oder müsste ich nur positiver denken und dankbarer sein für das, was ich habe?

Ist mein Job wirklich so mies oder habe ich nur eine schlechte Einstellung?

Liegt es an dir oder bin ich das Problem?

Und diese Frage lässt sich nur schwer objektiv beantworten. Weil wir eben mittendrin in unserer Situation sind. Weil wir betriebsblind sind. Weil wir so verstrickt in unserem System sind, dass wir die Wahrheit nicht erkennen würden, wenn sie auf einer großen Werbetafel vor uns stehen würde.

Was hier hilft, ist die Außensicht anderer Menschen. Und zwar von Menschen, die möglichst wenig eigene Verstrickungen in meinem Problembereich haben. Einen Kollegen in der gleichen Abteilung mit den gleichen Problemen zu fragen, ob der eigene Job noch etwas für mich ist, wäre eher ungeschickt. Weil der Kollege ja Teil meines Systems ist. Oder meine Kinder zu fragen, ob ich mich trennen soll, ist auch keine gute Idee. Frage also nur andere Menschen, die einen ausreichenden Abstand haben. Und frage nicht nur einen, sondern mehrere Menschen. Damit du ein Spektrum an Ideen und Rückmeldungen zu deiner Situation bekommst.

Kleiner Selbsttest: Muss ich etwas ändern?

Es gibt noch eine Möglichkeit, um die eigene Situation mit ein bisschen Abstand zu betrachten. Und zwar mit diesem kleinen Selbsttest.

Beantworte dazu bitte die folgenden Reflexionsfragen:

(1) Wie oft pro Woche spüre ich in meinem Leben Flow, Lebendigkeit, inneren Frieden, gebraucht werden, Begeisterung, Fortschritt, Freude, Erfolg, Teil von etwas zu sein, Begeisterung, Liebe oder Dankbarkeit?

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→ Je öfter du diese Gefühle pro Woche spürst, desto mehr stimmt dein Leben.

(2) Wie oft pro Woche rege ich mich richtig doll über Dinge in meinem Leben auf, die ich ändern könnte, wenn ich Konsequenzen ziehen würde?

→ Je öfter du dich über Dinge aufregst, ohne sie zu ändern, desto weniger stimmt dein Leben. Besonders dann, wenn es nicht durch viele gute Gefühle (Frage 1) abgefedert ist.

(3) Wie oft pro Woche spüre ich Langeweile, Überlastung, Wut und Ärger, Ablehnung, Zwang, Müdigkeit, Apathie, Hass, Abwertung, Resignation, Hoffnungslosigkeit?

→ Je öfter du diese Dinge pro Woche spürst, desto schlechter ist dein Leben. Insbesondere wenn diesen Gefühlen keine positiven Gefühle (siehe Frage 1) entgegenstehen.

(4) Wenn mein Leben jetzt bis zum Lebensende so weitergehen würde, hätte ich dann am Ende das Gefühl, etwas verpasst und versäumt zu haben? Was würde ich bereuen?

→ Wenn du das Gefühl hast, dass du viel versäumen oder bereuen würdest, dann stimmt dein Leben nicht.

Mach diesen Selbsttest und setze dich wirklich und intensiv damit auseinander. Das kann zugegebenermaßen schmerzhaft sein.

Vielleicht will dein Sicherheitsbedürfnis auch nicht, dass du dich mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Weil zu viel Schubkraft und Motivation entstehen könnte.

Aber vielleicht schaffst du es ja, dein Sicherheitsbedürfnis kurz sanft auf den Kopf zu küssen, es freundlich beiseitezuschieben und dir eine Stunde Zeit zu nehmen, um ehrlich und wahrhaftig auf dein Leben zu schauen.

Wie kann ich mein Sicherheitsbedürfnis nun kleiner machen?

O. k. Genug über das Problem mit unserem Streben nach Sicherheit geredet. Jetzt wird es Zeit, über Lösungen zu sprechen.

Es gibt eine Menge, was du machen kannst. Und es ist wichtig, dass du dich zur Wehr setzt. Dass du deinem Sicherheitsbedürfnis etwas entgegensetzt.

Hilfsmittel 1: Akzeptiere, was ist

Mach dir klar, dass dein Sicherheitsbedürfnis ganz normal ist. Es gibt Menschen, die trauen sich mehr. Oft sind das Menschen, die dafür nicht ganz so feinfühlig sind wie du. Alles hat eben zwei Seiten.

Aber den allermeisten Menschen ist Sicherheit wichtig:

die Sicherheit, gut versorgt zu sein. Die Sicherheit, nicht alleine zu sein. Die Sicherheit, zu wissen, was kommt.

Zuerst gilt es, drei Dinge zu akzeptieren:

  1. Mein Sicherheitsbedürfnis ist normal, die meisten Menschen haben eins. Ich bin deswegen nicht schwach, kaputt, ein Versager oder unnormal.
  2. Trotzdem schwächt mich ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis massiv. Es macht mich unflexibel, unfrei, es setzt mich unter Druck, es ist eine Quelle von Schmerz und Leiden.
  3. Ich kann etwas tun, um mein Sicherheitsbedürfnis kleiner zu machen. Das liegt in meiner Macht. Und es lohnt sich, diesen Weg zu gehen, weil ich so freier werde und mein Leben freier und selbstbestimmter leben kann.

Das sind die drei Punkte, die du im Hinterkopf behalten solltest. Vielleicht schreibst du dir diese Dinge sogar auf einen Zettel oder auf ein Kärtchen, das du in der Hosentasche behältst.

Hilfsmittel 2: Der Schmerz ist dein Freund

Viele Menschen, die eine Krise durchleben, sagen hinterher:

„Das war eine harte Zeit, aber ich bin froh, dass mir das passiert ist.“

Denn oft handeln wir erst zu unserem Besten, wenn der Schmerz größer geworden ist als unser Sicherheitsbedürfnis.

Wenn der Schmerz, alles beim Alten zu lassen, plötzlich größer wird als der Schmerz, etwas zu ändern.

Und natürlich versuchen wir normalerweise zu vermeiden, dass es weh tut.

Aber manchmal ist der Schmerz notwendig. Manchmal ist er wichtig.

Als Zeichen dafür, dass es wirklich um etwas geht.

Als Motivation.

Als Treiber und Katalysator für den nächsten notwendigen Schritt hin zu einem besseren Leben.

Wenn dich deine Situation also das nächste Mal richtig drückt, dann versuche nicht den Schmerz zu verdrängen. Lass den Schmerz zu. Spüre ihn.

Und dann versuchst du den Schmerz in Handlungsenergie umzuwandeln. Spüre den Ärger und die Wut. Spüre, dass sich etwas ändern muss. Dass du etwas ändern musst.

Der Schmerz ist dein Freund. Er macht dich freundlicherweise darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. Und dass es jetzt an dir ist, etwas zu ändern. Selbst wenn du Angst hast, etwas zu ändern.

Du könntest also noch ein Kärtchen für deine Tasche schreiben:

„Der Schmerz ist mein Freund. Wenn ich mir erlaube, ihn zu spüren, bringt er mich dazu, etwas zu ändern.“

Hilfsmittel 3: Entwickele eine tiefe Liebe zum Leben

Weißt du, was noch dabei hilft, dein Sicherheitsbedürfnis zu überwinden?

Das ist eine tiefe Liebe zum Leben.

Wenn du dir der Heiligkeit und Einmaligkeit deines Lebens bewusst wirst.

Wenn du immer mehr begreifst, welche tollen und wunderbaren Möglichkeiten das Leben bereithält.

Wenn du verstehst, dass das Leben dir so viel schenkt, wenn du dich traust, es anzunehmen mit all seinen Möglichkeiten.

Wenn du dir immer mehr und mehr bewusst machst, dass das Leben kurz ist und dass es genutzt werden will, bevor es vorbei ist.

Wenn du lernst, das Leben tief zu lieben. Wenn du immer mehr begreifst, dass du ein Teil dieses Lebens bist. Dann siehst du plötzlich mehr die Möglichkeiten. Dann siehst du, was du alles bekommen kannst, wenn du dich traust.

Und wenn du verstehst, wie großartig das Leben ist, dann willst du plötzlich auch einen Teil davon haben. Nicht nur das, was die anderen dir übrig lassen. Sondern du verstehst, dass du dir deinen Platz erobern musst.

Dass du um deinen Teil kämpfen musst. Nicht mit den anderen da draußen. Sondern mit dir selbst, weil du selbst meistens dein bester Feind bist.

Gib dich nicht mit weniger zufrieden, als du haben kannst. Nutze deine Möglichkeiten. Vergrößere den Raum dessen, was für dich möglich ist. Erobere dir dein Spielfeld in diesem Leben.

Weil das Leben etwas zutiefst Liebenswertes ist. Etwas, das es wert ist, dass du dafür kämpfst.

Hilfsmittel 4: Ein starkes „Warum?“ haben

Auf dem Weg durch die Veränderung brauchst du eine stabile und kraftvolle Motivation. In dir muss der starke Wunsch entstehen und bleiben, dass du diese Veränderung durchziehen willst. Wenn deine Motivation nicht groß genug ist, wird sonst dein Sicherheitsbedürfnis gewinnen. Und dann versandet dein Vorhaben auf dem Weg.

Was dir hilft, deine Motivation aufrechtzuerhalten, ist, sich über das „Warum?“ deiner angestrebten Veränderung klar zu werden.

  • Was ist an dem Ist-Zustand schlecht?
  • Was wird besser sein, wenn ich mein Ziel erreicht habe?
  • Wie wirst du dich fühlen, wenn du dein Ziel erreicht hast?
  • Wie fühlst du dich, wenn du nichts änderst?
  • Wenn sich alles so schlecht weiterentwickelt wie bisher, was wird dann schlimmstenfalls in einem Jahr sein, in 3 Jahren, in 10 oder 20 Jahren? Wo führt der Weg hin, wenn sich nichts ändert?
  • Und anderenfalls: Wenn du etwas änderst und sich alles gut entwickelt: Wie wird dein Leben dann bestenfalls in 1, 3, 10 oder 20 Jahren aussehen?
  • Wer wird alles außer dir noch leiden, wenn du nichts änderst?

Finde Gründe, jetzt endlich etwas zu ändern. Gründe, die dich bewegen. Gründe, die dir einen Knoten im Hals machen. Gründe, die dich wütend machen. Gründe, die dich wirklich zum Handeln bringen.

Denn ob du trotz deines Sicherheitsbedürfnisses etwas änderst, ist eine Frage des Kräfteverhältnisses zwischen dem Schmerz, etwas zu verändern, und dem Schmerz, nichts zu ändern.

Wenn du deine Motivation stark und kraftvoll hältst, stärkst du damit den Schmerz, den du spürst, wenn du nichts änderst. Und das bringt dich in Bewegung.

Hilfsmittel 5: Lerne, deine Ängste auszuhalten

Ängste sind normal. Sie gehören zum Leben dazu, wie das Atmen. Und sie sind normalerweise auch kein Problem.

Wenn du mit deinen Ängsten positiv und konstruktiv umgehst.

Wenn du deine Angst einfach neugierig registrierst und dann zu deinem eigenen Besten eine vernünftige Entscheidung triffst.

Leider reagieren die meisten ganz anders auf ihre Ängste. Sie drücken sie weg. Sie verdrängen die Angst. Sie lenken sich ab. Sie reden sich die Dinge schön, so dass sie sich der Angst nicht stellen müssen.

Aber dadurch gehen die Ängste nicht weg. Sie kriechen nur eine Ebene tiefer und agieren dann aus dem Untergrund. Was oft in einer Daueranspannung, einer Depression oder einer Angststörung endet.

Deswegen ist es wichtig, mit deiner Angst achtsam und bewusst umzugehen. Spüre deine Angst. Lasse sie zu. Und triff dann eine gute Entscheidung, bei der du die Angst zwar als einen Hinweis unter vielen berücksichtigst, bei der die Angst aber nicht den Ausschlag gibt.

Denn deine Angst bezieht sich oft auf den Weg, den du gehen willst. Es ist die Angst vor Konflikten, vor dem Scheitern, davor, mit etwas nicht klarzukommen.

Es geht also zum Beispiel nicht darum, dass du Angst vor dem neuen Job hast, sondern nur vor den Bewerbungsgesprächen auf dem Weg.

Und in diesem Fall ist es eben notwendig, deine Angst zu registrieren und es trotzdem zu tun, weil es wichtig für dich ist.

Aber es gibt natürlich auch die Angst vor der Unsicherheit. Die Angst davor, dass du eine schlechte Entscheidung triffst. Dass deine Entscheidung ungewollte Konsequenzen hat.

Oder vielleicht weißt du schon ganz genau, dass es negative Konsequenzen gibt, wenn du deinen Weg weitergehst. Zum Beispiel, dass du bei einer Trennung ausziehen musst und deine Kinder weniger siehst.

Auch in diesem Fall ist es wichtig, deine Ängste aushalten zu lernen.

Ängste sind ein schlechter Ratgeber. Vermeidung ist ein schlechtes Lebensprinzip. Denn der Weg des geringsten Widerstands führt dich geradewegs ins untere Mittelmaß oder sogar ins Land des Leidens.

Denn die Welt gehört bekanntlich den Mutigen. Also denen, die gelernt haben, ihre Ängste auszuhalten. Denen, die es trotzdem tun, auch wenn sie zittern, bibbern und nasse Hände haben.

Hilfsmittel 6: Finde deine Sicherheit in dir drinnen

Es gibt noch einen schönen Weg, um dein Sicherheitsbedürfnis kleiner zu machen.

Und das ist, deine Strategie zu ändern, wie du Sicherheit bekommst und erlebst.

Sicherheit bedeutet so viel wie geschützt sein, Verlässlichkeit und Absehbarkeit.

Und normalerweise suchen wir diese Dinge im Außen. In einem sicheren Job. In einer sicheren Beziehung. In einem sicheren Land.

Und was wäre jetzt, wenn du die Sicherheit nicht mehr im Außen suchen würdest, sondern in dir drin?

Wenn dein Sicherheitsgefühl entstehen würde, weil du weißt, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst? Dass du alles bewältigen kannst? Dass du die Dinge schon hinbekommen wirst?

Die beste Sicherheit ist immer noch die Selbstsicherheit.

Also das Vertrauen, dass ich alles irgendwie hinbekommen werde. Und wenn nicht beim ersten Mal, dann beim zweiten oder dritten Mal. Und wenn ich es nicht alleine schaffe, dann indem ich mir Hilfe organisiere.

Wenn du das Gefühl hast, dass du alles irgendwie bewältigen können wirst, dann bist du wirklich frei. Was dabei übrigens auch hilft, ist, wenn du lernst, deine Angst auszuhalten (siehe Hilfsmittel 5). Denn zur Selbstsicherheit gehört auch, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich mich von meinen Ängsten nicht aufhalten lasse.

Hilfsmittel 7: Finde Verbündete

Das letzte, aber nicht unwichtigste Hilfsmittel: Finde Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie du. Oder zumindest Menschen, die dich unterstützen, die dir zuhören. Menschen, die deinen Schmerz sehen und dir durch Rat und Tat dabei helfen, deinen Weg der Sicherheit zu verlassen und den nächsten notwendigen, logischen Schritt zu gehen.

Pass auf, dass du dir deine Verbündeten gut aussuchst. Dass du dir also nicht jemanden suchst, der dich noch in deinen Ängsten bestärkt. Und auch keinen, der dir seine Ideen aufzwängen will. Ein guter Verbündeter bestärkt dich, er macht dir Mut und hat ein offenes Ohr.

Und passe bitte auf, dass du dem anderen in diesem Sinne auch ein guter Verbündeter bist. Denn das Leben ist ein großes Geben und Nehmen. Pass also auf, dass du genauso viel gibst, wie du nimmst. Und dass du auch Mut machst und Ängste nicht bestärkst. Denn das macht einen guten Verbündeten aus.

Dann hier noch einige Fragen, die du deinem Verbündeten stellen kannst, um ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Oder umgekehrt: Lass dir von ihr oder ihm diese Fragen stellen.

  • Wo willst du hin? Was ist das Ziel? Woran wirst du erkennen, dass du beim nächsten Zielpunkt angekommen bist?
  • Was hilft dabei, dich in diese Richtung zu bewegen? Was ist zwingend notwendig, um dich in diese Richtung zu bewegen?
  • Was ist der große Engpass, das Hindernis, der große Flaschenhals, der größte Stolperstein, der Punkt, an dem du am ehesten scheitern könntest? Und was hast du für Möglichkeiten, diese Sache zu überwinden?
  • Was ist deine größte Angst? Und wie sicher wird das passieren? Wie könntest du die Gefahr verringern, dass es passiert? Und wenn es passieren würde, wie könntest du damit klarkommen?
  • Warum willst du diese Angst überwinden lernen? Warum willst du es trotz dieser Angst tun?
  • Wer oder was könnte dir noch dabei helfen, deinen Weg kraftvoll weiterzugehen? Was brauchst du noch?
  • Was ist der nächste logische Schritt? Was tust du als Nächstes, um weiterzukommen?

Mit solchen oder ähnlichen Fragen könnt ihr euch gegenseitig unterstützen.

Meine Empfehlung wäre also: Wenn du dein Sicherheitsbedürfnis überwinden willst, such dir einen oder mehrere Verbündete.

So, jetzt hast du einige Hilfsmittel kennengelernt, mit denen du dein Sicherheitsbedürfnis ein bisschen kleiner machen kannst.

  1. Akzeptiere dein Sicherheitsbedürfnis.
  2. Nutze den Schmerz, denn er ist dein Freund.
  3. Entwickele eine tiefe Liebe zum Leben.
  4. Halte dein „Warum?“ wach.
  5. Lerne, deine Ängste auszuhalten.
  6. Finde Sicherheit in dir drin.
  7. Suche dir Verbündete.

Nutze diese Hilfsmittel. Wieder und wieder. Für die Fälle, wo dein Sicherheitsbedürfnis zwischen dir und deiner besseren Zukunft steht.

Ich sage es ganz ehrlich: Das eigene Sicherheitsbedürfnis kleiner zu machen, ist nicht ganz einfach. Aber es lohnt sich. Denn es ist oft das, was dich zurückhält.

Es ist der Grund, warum du deine Lebenszeit verschwendest.

Es ist oft die große Mauer, hinter der sich ein besseres Leben versteckt.

Und es ist deine Aufgabe, diese Wand einzureißen.

Damit du wieder frei leben kannst. Damit du wieder das wilde, schöne, wundervolle Leben spüren kannst.

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Kommentare

  • Danke wie alle sehr gut, viel Erfolg!

  • Noch einen anderen Aspekt:
    Wenn man lebensbejahend ist, akzeptiert man den Ist-Zustand. Und das ist oft Voraussetzung für eine Veränderung.
    Beispiel: Ein Single wünscht sich einen Partner. Bevor dieser auf Partnersuche geht, sollte er als Single glücklich sein. Dann kommt der Partner von alleine.

  • Lieber Ralf,

    danke für diesen tollen Beitrag, der gerade – und nicht nur gerade in meinem Leben Thema ist.

    Ich bin schon sehr mutig und habe drei Berufe gelernt und alle abgeschlossen und jahrelang darin gearbeitet. Ich habe nichts von alledem bereut. Jetzt mache ich als Freiberufler das, was ich liebe, verdiene mein Geld (könnte noch etwas mehr sein) und bin glücklich. Aber immer wieder kommt der innere Richter, der sagt: “Kerstin, such Dir wieder ein angestelltes Verhältnis, da bist Du sicher…”
    Ich habe wiederholt in meinem Leben feststellen müssen, dass leider nichts sicher ist. Wenn ich mich traue, das zu tun, was mir Freude macht – auch beruflich – geht es mir gut und besser.

    Lieben Dank für dieses immer wieder aktuelle Thema für mich.

    Liebe Grüße
    Kerstin

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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