Sind Sie lösungs- oder problemorientiert?

Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.

– Erich Kästner

Es ist schon spannend, wie unterschiedliche Menschen mit Problemen und Hindernissen umgehen und mit Hilfestellung, die oft angeboten wird.

Vor einigen Tagen habe ich mich mit einer Freundin über die Schwierigkeiten unterhalten, die viele alleinerziehende Mütter haben, die wieder in den Job zurück möchten und insbesondere über das Problem, dass eine gute Tagesmutter oder ein Platz in einem Hort ja so teuer ist und das Gehalt so mindert, dass es beinahe gar nicht lohnt, wieder zu arbeiten.

Ich kann ja in solchen Situationen immer meinen Mund nicht halten und habe prompt ein paar ungefragte Lösungsmöglichkeiten zum Besten gegeben. Mit dem Resultat, dass meine Freundin eine erstaunliche Kreativität an den Tag gelegt hat, indem sie mir für jeden der Vorschläge meisterhaft erklärte, warum das nicht klappt.

Ich bin natürlich selbst Schuld und hätte vorher fragen sollen, ob sie überhaupt an Ideen interessiert ist. Aber spannend ist es allemal. Denn es zeigt sich so wunderbar eine Grundstrategie, wie unterschiedlich wir mit Problemen und Schwierigkeiten umgehen:

  • Wenn ich mit etwas unzufrieden bin, dann kann ich mich auf die Suche nach Lösungsmöglichkeiten machen und wenn eine Lösungsmöglichkeit noch nicht passt, dann kann ich versuchen, diese zu verbessern und so lange daran rumschrauben, bis sie passt. Und wenn ich das nicht schaffe, denke ich weiter und versuche, neue Lösungsmöglichkeiten zu finden. Die grundsätzliche Motivation liegt hier darin, eine Lösung zu finden. Das nennt man in der Psychologie dann wohl lösungsorientiert.
  • Oder ich kann meinen Fokus darauf legen, warum alle Ideen nicht klappen und nicht funktionieren können. In diesem Fall liegt die Motivation wohl eher darin, keine Lösung zu finden und alles beim Alten zu belassen. Das ist dann wohl das Gegenstück zur Lösungsorientiertheit und nennt sich dann problemorientiert.

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil ich so aus dem Gefühl sagen würde, dass die meisten aktiven, glücklichen und zufriedenen Menschen, die ich kenne, eher auf der lösungsorientierten Seite des Lebens stehen und ich könnte mir vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gibt :-)

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Kommentare

  • Der Text wäre ja ganz schön, doch leider…

    … scheint mir, du hast nicht ganz verstanden, was lösungsorientiert und problemgetrieben bedeutet.

    Denn lösungsorientiert ist beileibe nicht durchweg positiv. Nehmen wir mal ein Beispiel:

    Jemand steht vor einer Herausforderung und ersinnt eine mögliche Lösung für sein Problem. Doch leider löst dies meist nicht sein Problem, sondern lindert nur ein Symptom. Was dazu führt, dass sich die Herausforderung bald erneut, jedoch wahrscheinlich durch ein anderes Symptom erneut einstellt.

    Hier könnte man jetzt sagen, dass der problemorientierte Ansatz, der erst einmal versucht hätte, den Grund für die Herausforderung zu finden und erst dann zu beginnen diesen Grund zu beseitigen der bessere gewesen wäre.

    Womit ich wieder bei meiner ursprünglichen Kritik angekommen wäre: Nicht die problemgetriebene oder lösungsorientierte Herangehensweise ist in deinem beschriebenen Fall das “Problem”, sondern generell die Tatsache, dass es vielen Menschen viel lieber ist, sie haben etwas worüber es sich zu beschweren lohnt, als Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

    Womit wir bei deiner Freundin wären. Du beschreibst hier ihr Verhalten eher so, als dass sie die Schwierigkeiten gar nicht behoben haben möchte, sondern eigentlich nur ihr Leid klagen möchte – sprich drüber reden, soziale Kontakte pflegen.

    Um eine Herausforderung anzugehen, um sie möglichst effektiv zu bewältigen, sind meist beide Ansätze: problemgetrieben und lösungsorientiert geeignet. Ich würde den Unterschied dieser beiden Grundstrategien eher darin sehen, dass der meist eine recht gründliche Analyse seines Problems betreibt (problemgetriebener Ansatz), wärend der andere – nennen wir es pragmatisch – das Hindernis aus dem Weg räum, mit dem Risiko, dass es ihm wenig später wieder auf die Füße fällt (lösungsorientierter Ansatz).

  • Hallo,

    auch mich hat dieses Thema jetzt noch beschäftigt …

    Denn es zeigt wirklich sehr gut, wie schwer die Gratwanderung zwischen unterstüzendem Zuhören und ungewollten Rat-Schlägen ist. Und genauso auch, wie schwer die Gratwanderung zwischen Jammern und aktivem Arbeiten an einem Problem ist.

    Ich denke, und auch mir geht es so, dass viele Menschen es brauchen, über etwas zu reden, um Lösungen für sich finden zu können. Im Reden darüber können sie sich über ihre Gefühle klar werden, das Für und Wider anschauen, vielleicht sogar ihren Ängsten auf die Spur kommen und herausschälen, woran es denn hapert, dies oder jenes umzusetzen. Manchmal kann auf diese Weise ein Knoten platzen. Vielleicht stellt sich heraus, dass die Mutter unbewusst im Grunde Angst hat, ihr Kind in “fremde Hände” zu geben, oder den Konflikt Kind-Beruf für sich noch gar nicht klären konnte.

    Das geht aber nur bei einem Zuhörer, der imstande ist, sich selbst zurückzunehmen und auf das Gegenüber einzugehen. In solch einem Gespräch eigene Ideen zur Lösung anzubringen, ist völlig kontraproduktiv.

    Umgekehrt ist es aber für den Zuhörer auch wichtig, warhzunehmen, wenn jemand hauptsächlich deshalb über Probleme redet, um darüber zu jammern und sich vielleicht in dieser Rolle auch noch wohlfühlt – und sich hier klar abzugrenzen.

  • Hallo ihgr zusammen,

    wo Probleme sind gibt es auch eine Lösung!! Was ist wenn die Lösung einleuchtend ist und der andere nicht der gleichen Meinung ist und damit seine Beziehung retten will?

    Ich bin eine sehr Optimistischer Mensch und glaube daran einen Weg zu finden. Doch es ist nicht immer leicht mit einem Pessimistischen Mensch zu leben und man steht dann allein da als Optimist. Es klappt nicht immer aber die lösung leigt immer ganz nah und er glaube geht niemals verloren….

  • Hallo,
    ich bin auch immer so ein Heini,der seinen Sabbel nicht halten kann,wenn andere Leute Probleme haben.Muss ich üben, dass Sabbel halten.Nur die eigenen….,weil man alleine dasteht.

  • Auch ich bin mir sehr sicher, dass ich eher reagiert hätte wie die im Fallbeispiel beschriebene Frau, denn wie schon der erste Kommentar war: Wer sich damit beschäftigt, hat schon viele Möglichkeiten durchkalkuliert. Wenn ich sage “Ja, das wäre ein Ansatz”, provoziere ich mein Gegenüber nicht, weitere zu produzieren und schränke damit meine Chance, jemals auf die optimale Lösung zu stoßen, erheblich ein.
    Sage ich jemandem, warum mir ein Lösungsansatz nicht gefällt, lernt er meine Schwachstellen kennen (z.B., dass ich nicht so mobil bin, wie er dachte) und kann daraufhin seine Gedanken für mich “maßschneidern”. So funktioniert problemlösende Kommunikation.
    Was würde der jungen Frau ein Gespräch helfen derart “Krippen sind so teuer, da kann ich mir das Arbeiten fast nicht leisten” – “Bring Deine Tochter doch zu Deiner Mutter” – “Ja, das ginge alternativ auch”?
    Nein, hier muss die junge Frau ansetzen, dass die Mutter weit weg wohnt, es erheblich Zeit und Geld kostet, zur Mutter zu fahren o.ä., um einen weiteren Ansatz zu bekommen.

  • Sie konnte gar nicht anders als alles zunächst ab zu wehren, denn Du hast versucht IHRE Probleme zu lösen. Aber das ist nun mal ihre Aufgabe und nicht Deine. Du hast sie übeholt, statt hinter ihr zu bleiben. Mit einer lösungsorientierten Frage: Was möchtest Du verändern? Was für eine Lösung möchtest Du erreichen? Gab es schon ähnliche Situationen früher und wie hast Du die gelöst? (Ressourcen suchen) wärst Du wohl auf offenere Ohren gestoßen und sie hätte ihre eigene zu ihrer Situation passende Lösung besser finden können. Vielleicht sogar eine Lösung auf die Du nicht gekommen wärst :-)

    Nora

  • Hallo Ralf,
    vorgestern habe ich in mein Tagebuch geschrieben. Der Fluss des Lebens stellt uns immer wieder vor neue Situationen. Wir können sie als Probleme ansehen oder als Möglichkeiten. Probleme fühlen sich schwer an – aber Möglichkeiten geben mir die Chance aktiv zu werden und daran zu wachsen.
    Deshalb versuche ich für mich lösungsorientiert zu handeln und zu planen – das klappt nicht immer – aber immer öfter.

    Im Jin Shin Jyutsu (japanisches Heilströmen) spricht man nicht von Gesundheitsproblemen sondern von Projekten, weil man an einem Projekt aktiv arbeiten kann. Das hilft mir und vielen Bekannten sehr.
    Ich möchte mich auf diesem Wege mal für die vielen guten Anregungen und Ideen bedanken.
    Liebe Grüße
    Rita

  • Lieber Ralf, liebe Mitposter:

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser sehr lebendigen und vielfältigen Diskussion!

    Auch mich spricht das Thema, das Du Ralf skízziert hast, so stark an, dass ich nach langer Pause mal wieder mit-poste.

    Denn einerseits denke ich, dass das problemorientiert scheinende “Jammern” ja nicht unbedingt Zeichen der Abwesenheit von Aktivität, Glück und Zufriedenheit sein müssen. Aus eigener Anschauung scheint mir manchmal, als sei bei Manchen das “Jammern” mehr eine Angewohnheit, die den Jammernden vielleicht gerade zufrieden machen – sonst würden sie ja was ändern.

    Andererseits haben beide Seiten die gleiche Verantwortung für die gemeinsame Kommunikation, meint: genauso, wie die Problematisierer uns zu-jammern, dürfen wir ihnen gegen ihren Widerstand immer wieder aufzeigen, was wir davon halten.

    Und doch: auch für mich ist es immer wieder eine Herausforderung, solche Situationen ohne nachhaltigen Frust zu bewältigen. Und ich habe auch schon die Variante “Lösung” gewählt…

    Liebe Grüße zum Abend
    Carolina

  • Hallo Zusammen,

    Ralfs Intervention hätte mir auch passieren können aus einer
    Lust heraus, Probleme zu lösen. Nicht immer merke ich, dass gar keine Lösung gewünscht ist, sondern Jammern. Jammern ist für mich aber schlecht zu ertragen, ich finde es schade um die Zeit, in der man einfach nur jammert. Ich finde es zwar manchmal sinnvoll (an Tagen, an denen vieles ganz anders läuft, als von mir gewünscht) einfach ein paar Takte abzuschimpfen, weil es mir einfach gut tut, einen Moment
    Selbstmitleid zu haben, aber nach kurzer Zeit ist die Lust am Problemlösen einfach wieder da, die Frage danach: welches Problem habe ich, welches Ziel resultiert für mich daraus und auf welchen unterschiedlichen Wegen könnte ich das realisieren. Das ist Vergnügen. Leider wissen viele Menschen gar nicht, dass es vergnüglich sein kann, Probleme zu lösen, bzw. aus einer unguten Situation eine gute zu schaffen mit der maßangefertigten Problemlösung.

    Einen schönen Abend wünsche ich Euch
    Monika

  • Hallo an Sie alle und danke für Ihre spannenden Gedanken zu meinem Erlebnis.

    Ja, Fragen zu stellen, wäre in diese Situation auf jeden Fall sehr viel zielführender gewesen.

    Aber ich war ja nicht mit einem Coach-Auftrag unterwegs, sondern nur ganz normalen Gespräch und da bricht eben mein Naturell durch und ich kann Probleme nun mal nicht ungelöst lassen :-)

    Aber das ändert ja auch nichts an meiner These und die war:

    *Wir bekommen im Leben deutlich mehr von dem, was wir uns wünschen, wenn wir uns mehr auf die Suche nach Lösungen konzentrieren und weniger auf die Suche nach Gründen, warum etwas nicht geht. *

    Das Zweite hat natürlich auch seinen Zweck im Problemlösungs-Prozess, aber als Lebenseinstellung ist es in meinen Augen nicht gut dazu geeignet Erfolg im Leben zu haben.

  • Ich denke, die Lösung für ein Problem gibt es nicht. Es ist immer ein ganz individueller Vorgang. Was für den einen passt, ist für den anderen unmöglich. Übrigens spielen Emotionen bei der Entscheidungsfindung eine absolute Hauptrolle und nicht die immer in den Vordergrund gestellten “Sachgründe”. Dazu gibt es z. B. ein interessantes Buch von Maja Storch: Das Geheimnis kluger Entscheidungen.
    Ich glaube, erst wenn wir unsere Gefühle wissentlich miteinbeziehen wird eine runde Sache aus einer Lösung, denn dann fließt auch unsere Lebenserfahrung mit ein – und die ist nun einmal bei jedem anders.

  • Und noch ein Aspekt dazu…
    Ich denke, es gibt zwei Arten von Menschen, die Kostruktiven: die kreativen, die nach Wege und Lösungen suchen.
    Und es ist gerade das, was den Destruktiven nicht gefällt…sie fühlen sich in gewisser Weise “überholt” und fangen an zu “blokieren”.
    Der Rutsch,weg von Sachgründen,zu diffusen negativen Emotionen macht denn die Lösungsweg schwierig…sogar unmöglich.
    Wenn Sachgründe und Fairnes keine Chance mehr gegen negative Emotionen haben, entstehen unlösbare Konflikte.
    Denn, es hilft nichts, wenn konstruktive Menschen nach Lösungswegen suchen, wenn destruktive sich Stur oder Feindselig verhalten und alle Vorschläge blokieren.

    Wenn es möglich ist, wäre es dann besser so jemand ein Zeitlang links liegen zu lassen. Manchmal lösen die Blokaden dann ganz alleine.
    Schwer wir es dann, wenn der Konstruktive Mensch keine Ausweichmöglichkeit hat und destruktive Mensch das ganz gezielt aus nutzt.
    Was dann?

  • Hallo Ralf, habe noch icht die vielen vielen emails bezüglich deines Artikels (Lösungen) gelsen, aber die resonanz zeigt ja, dass dies ein wichtiger Beitrag von Dir ist. Ich darf anmerken, dass dieses Gespräch von dir auch für dich eine Lösung oder besser gesagt, eine Aufgabe hatte: Ist es immer gut, andere auf die Lösungen hinweisen oder ist es besser, ihnen den eigenen weg gehen zu lassen, dass diese ihre lernaufgabe erkenn und meistern. Habe dies auch hin un wieder erkennen müssen, dass ich zwar die Lösung für jemand hatte (der eine Lösung) aber es war nicht meine Aufgabe, diese demjenigen zu geben, vielmehr MUSSTE dieser seine “Nichtlösung” erkennen, wenn auch manchmal schmerzhaft. Wir kommen hin und wieder in Situationen, wo wir meinen, helfen zu müssen, mit unserem Wissen. Daran, dass die person davon nichts wissen will, könnte ein Indiz sein, dies zu lassen und die Person mit ihrer Lernaufabe allein zu lassen, oder??
    lg Jürgen

  • Das kommt mir doch sehr bekannt vor! :-) Ich selbst bin alleinerziehend. Versuche aber als Arbeitnehmerin (Geschäftsführung eines Reisebüros) und als Selbstständige (Besitze ein Tanzstudio) mein Leben zu meistern und neben meiner Tochter auch neuen Ideen immer einen Platz zu lassen um diese aufzugreifen. Wenn mich zeitweise alles erschlägt, denke ich an meine eigene und persönliche Lebensphilosophie: Das Stehaufmännchen in sich zu aktivieren, wieder allein aufzustehen, das ist die eigentliche Kunst des Lebens. Alle schlauen Bücher bzgl. der Persönlichkeitsentwicklung, der Esotherik und selbst des Glaubens beruhen auf dieser Theorie. Das Zauberwort lautet “VERTRAUEN”. Manchmal unterschätzen wir uns einfach. Jedoch gibt es auch hier zwei Ausnahmen, die einer schweren Krankheit und Verlust eines Menschens. All diejenigen, die sich in diesen Lebenssituationen dann noch motivieren, ernten meine Bewunderung. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/ Euch und selbstverständlich auch mir, dass wir gesund bleiben. Dann sind unser “Alltagsprobleme”, auch wenn sie noch so schwer sind, garantiert zuschaffen. Lächeln Sie einfach morgen, sie werden sehen, das Leben lächelt Ihnen zurück!

    Alles Gute! :-)

  • Hallo,
    dass möcht ich auch mal, dass mir jemand machbare lösungen präsentiert.

  • Ich habe meine eigenen Vorstellungen von der Welt und muß akzeptieren, daß diese nicht von anderen akzeptiert werden. Die offene Frage, ob ein Lösungsvorschlag erfolgen soll, löst immer wieder kurze Irritationen aus. Wenn eine Bejahung erfolgt,spreche ich in der Ich-Form,denn der andere muß seine Lösung selber finden. Allerdings habe auch ich das Gefühl, daß viele Leute nur klagen bzw meckern wollen und an einer Lösung gar nicht interessiert sind. Aber zum Glück gibt es ja auch Momente, wo jemand sich bedankt für einen Lösungsvorschlag. Allerdings bekomme ich auch häufig zu hören, daß das was ich gesagt habe, auch von mir so oder ähnlich erwartet wurde. So ist nun mal das unverständliche Leben.

  • Hallo Henry

    >Die Benennung von Hindernissen und Gründen muß auch Ausdruck >eines Hilferums um Unterstützung bleiben dürfen.
    Ich glaube das ist auch ein Weg nach Lösungen zu suchen.

    LG
    Webelle

  • “Ich bin natürlich selbst Schuld und hätte vorher fragen sollen, ob sie überhaupt an Ideen interessiert ist.” (Zitat)

    Mag sein, Ralf, mag sein. Aber meines Erachtens produzierst du oft automatisch eine Abwehrreaktion, wenn du den Leuten erzählst, was sie zu tun und zu lassen haben. Das ist eine Frage von Gesprächsführung und Kommunikation. Deshalb wird ein guter Kreativ-Moderator / Coach auch mit Fragen arbeiten. Und Du magst doch Fragen. In diesem Sinne: Magst Du es das nächste Mal bei Freundinnen und Co. mit einer Frage versuchen? *schmunzel*

    Dir noch einen schönen Sonntag.

    LG Heike

  • Der Artikel zur Problemlösung von heute passte irgendwie perfekt zu meinen Problemen. Wenn man nicht mal versucht, eine Lösung zu finden, sondern an dem alten festhält, kann ja auch nichts daraus werden. Ich werde versuchen, mein Problem anzugehen und nicht immer wieder sagen: es gibt keine Lösung dafür. Vielen Dank für viele interessante Gedanken.

  • Der Artikel zur Problemlösung von heute passte irgendwie perfekt zu meinen Problemen. Wenn man nicht mal versucht, eine Lösung zu finden, sondern an dem alten festhält, kann ja auch nichts daraus werden. Ich werde versuchen, mein Problem anzugehen und nicht immer wieder sagen: es gibt keine Lösung dafür. Vielen Dank für viele interessante Gedanken.

  • Vielleicht muss man sich die Probleme und Sorgen anderer Menschen nicht zu Eigen machen, dann kommt man auch nicht in die Bredouille sie zu bewerten und kommentieren.
    Es macht dann auch nichts, wenn die Menschen so reagieren wie sie reagieren.
    Ich find es übrigens manchmal gut, daß es Menschen gibt, die nicht wie die Hasardeure nach vorn preschen.

    Ob die unterschiedlichen Bewältigungsstrategien der Menschen unbedingt einen Rückschluß auf den Grad der Zufriedenheit zulassen, scheint mir sehr weit hergeholt.

    Aber: es ist natürlich ein Scheiß-Gefühl, wenn der gute Wille, ungefragt Lösungen zu präsentieren, nicht genügend gewürdigt wird.

  • Hallo,

    ich finde ihren Artikel einfach fantastisch. Gerade in dieser Woche ist mir ähnliches aufgefallen:)
    An Hand der Kommentare scheint es so, als ob Sie den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Ich bin auch ein unverbesserlicher Optimist und lösungsorientiert, doch merke ich immer wieder, dass ich Gedanken von aussen brauche um frische Idee zu bekommen.

    Schönen Sonntag
    Katrin

  • Ähnlich wie im Beitrag von sAm würde ich aus den mitgeteilten Gegenargumenten nicht schließen wollen, daß keine Lösungsbereitschaft vorliegt. Wenn ihr das Problem wichtig genug ist hat diejenige sicher schon etliche Male darüber nachgedacht und womöglich bei den nächsten Schritten an eine für Außenstehende nicht sofort erkennbare Grenze stoßen. Ich stimme Ihnen jedoch zu daß es darum geht die Hindernisse einer unvollkommenen Teillösung weiter auf Realisierbarkeit hin und mögliche Umgehungsstrategien zu untersuchen. Vielleicht schlagen Sie ihr fürs nächste Mal ein gemeinsames schriftliches Brainstorming im Forum zu einem Hindernis bei einer der Teilvarianten vor.
    Ein anderer unbeachteter Grund weshalb jemand (auch in Foren) scheinbar naheliegende Lösungsansätze ausschlägt kann (!) darin bestehen daß es weitere unausgesprochene Handicaps gibt, die diejenige nicht zugeben möchte.
    Trotz der Gegenargumente finde ich es gut daß Du ein paar Vorschläge genannt hast. Ich wäre im Gegensatz zu Annes Standpunkt nicht geneigt mich darauf zu verlassen daß derjenige die Erfahrungen selbst macht. Ein Forum ist vielleicht der geeignete Ansatz den Faden zur Lösung dann wieder aufzunehmen wenn man dazu bereit ist.

    Noch eine kurze Anmerkung zu Webelles Zitat:
    >”Wer etwas will, sucht Wege.
    >Wer etwas nicht will, sucht Gründe.”
    Zu Beginn meines vorletzten Jobs habe ich auf dem Weg von und zur Arbeit darüber nachgedacht wie man ein Problem analysieren und beheben kann und konnte danach gut mit diesen Ideen starten. Als meine Arbeit von Außenstehenden als nicht gut genug beurteilt wurde und ich ein zusätzliches völlig anderes Thema übertragen bekam, bei dem aus Kommunikation und rechtlicher Stellung Ärger entstand bemerkte ich wie ich gedanklich allmählich wechselte: Von Problemanalyse zur Argumentationssammlung für Unterstützung oder gegen Fehlbewertungen. Mir wurde gekündigt ohne meine Argumente vorgetragen zu haben. Die Benennung von Hindernissen und Gründen muß auch Ausdruck eines Hilferums um Unterstützung bleiben dürfen.

  • Vielleicht ist Ihre Freundin einfach noch nicht so weit, mögliche Lösungen zu sehen. Wir alle haben schließlich unsere optimistischen und auch pessimistischen Phasen. Ich finde es immer schwierig, wenn man “ungefragt” (?) Tipps gibt, ich selbst muss mich da auch oft bremsen. Aber es ist oft vorschnell und anmaßend, wenn man seine eigene Lebenseinstellung auf andere überträgt. Selbst kann man schließlich nie in die Haut des anderen schlüpfen.

  • “Wer etwas will, sucht Wege.
    Wer etwas nicht will, sucht Gründe.”

  • Vermutlich war ich früher nicht wirklich der positivste Mensch und hatte massive Probleme mit der Ungerechtigkeit, in die ich hineingeboren wurde (warum habe gerade ICH keine reichen Eltern? Warum leben meine Eltern in der Stadt und nicht am Land? Warum fahren die anderen ins Ausland auf Urlaub, während mir das meine Eltern nicht ermöglichen? Warum haben andere Kinder ein Pferd?…)
    Das Leben ist ungerecht, und da kann ich nichts dagegen machen. Sollen doch die anderen, die daran schuld sind, daß es mir so schlecht geht (für europäische Mittelstandsverhältnisse), etwas machen (allen voran der Staat).

    War ein längerer Prozeß, meine diesbezügliche Einstellung (und meine Lebensumstände) zu ändern. Selbst zu ändern.

    Vielleicht reagiere ich deshalb so empfindlich auf Leute, die es nicht geschafft haben, Eigenverantwortung zu übernehmen. Man könnte glauben, wir haben teilweise denselben Freundeskreis.
    Über (dieselben) Probleme werde ich teilweise seit Jahren angejammert. Kreativität bezüglich Unmöglichkeit einer Lösung wie oben.
    Meine Lösung mittlerweile: Entweder mein Hinweis, über bestimmte Dinge mit jemandem nicht mehr sprechen zu wollen oder tatsächlich ein Abbruch des Kontaktes.
    Ich dachte früher immer, daß dies eine ziemlich unmenschliche Lösung ist, aber:
    Nach solchen Gesprächen geht es zwei Menschen schlechter: Dem mit den Problemen, der von mir kein Mitleid kriegt, sondern unerwünschte Vorschläge, aktiv zu werden und mir, die ich da mit (unlösbaren) Negativitäten zugeschüttet werde und dabei auch noch viel unnötige Zeit verliere (solche Problemtelefonate dauern üblicherweise 1/2 – 1 Stunde, und es geht ständig im Kreis).

    Viele Grüße

    Carola
    (zwar auch nicht immer, aber meistens und immer öfter positiv und lösungsorientiert drauf)

  • Das Zitat von “iloba” ist mir bekannt – und ich kann es für mich annehmen.
    Und auch der Gedanke von “sAM” – dass – die Bekannte nach Wegen einer Lösung sucht, auch wenn sie Gegenargumente sehr schnell findet.

    In beiden Antworten kann ich mich sehen und auch mein Gefühl – zwischen diesen beiden Stühlen zu stehen.

    Es ist nicht einfach, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, den Blick nach vorn nicht zu verlieren.
    Zwischen den Stühlen – bedeutet für mich, Lösungen zu finden, Kontakte zu suchen nach Veränderung und dennoch das Gefühl zu haben, auf der Stelle zu treten und nicht den richtigen Sprung zum Abnabeln zu finden, den ergebnisorientierten Weg zu gehen.

    Es ist – um für mich zu sprechen – immer Zufall gewesen,
    Erbsen aufsammeln am Weg – verbunden mit neuen Fehlern – ein lernen im Leben bei doing, obwohl es anders verlaufen könnte, den richtigen Ansprechpartner für die eigenen ungelösten Probleme zu finden, um mögliche Blockaden im Denken auflösen zu können, die man nur im Gespräch mit einem unvoreingenommenen Menschen entdeckt, der einfach nur hinterfragt, nicht wertet, um so neue Lösungsansätze zu entdecken, die Veränderungen bringen könnten und im Besten, dann auch noch begleitend zur Verfügung steht.

    Für mich – der Wille ist da zu verändern – nur das richtige Werkzeug dafür – fehlt noch – es zu tun – um den richtigen Weg der positiven Veränderung zu gehen.

    Es bleiben die Zweifel – bist du wirklich unfähig dafür – was man nicht glauben möchte von sich – oder bist du noch nicht reif dafür, dass es besser geht, weil ein Puzzlestein noch nicht passend ist und sich somit immer wieder Fehler einschleichen, die einem nicht den Erfolg bescheren, den man sich erhofft.

    Denn man tut es im guten Gewissen, das Richtige zu tun.
    Wenn dies nicht so wäre, würde man sich der Situation ergeben und sein Leben geschehen lassen ohne an die eigenen Träume zu glauben, sie real gestalten zu können.

    Der eine hat wohl mehr Talent und wird erfolgreich.
    Und der Andere sucht nach seinem Talent, seine Berufung herauszufinden, um im Leben zu bestehen, sein Bestes zu geben, auch wenns am Ende nicht ausreichen sollte.

    Der Versuch allein ist es wert und es wird weitergehen.

    Allen einen schönen Sonntag

  • …>Ich bin natürlich selbst Schuld und hätte vorher fragen sollen, ob sie überhaupt an Ideen interessiert ist… etc. < Dieser Punkt trifft den Nagel auf den Kopf. Wer sich ungefragt hilfreich sich als Poblemnlöser anbietet wird fast immer zurückgewiesen. Und dabei ist es ziemlich unwichtig ob die Indeen gut oder weniger gut bzw. umsetzbar ist. Meine Erfahrung ist, sobald ich ungefragt mit einem Angebot für eine Lösung komme, wird die Energie gebremmst, und warum ist das so? Weil der Mensch - die Seele - in ihrer Tiefe genau weiß, dass sie sich selbst dieses Ergebnis erschaffen hat und nun auch die Erfahrung aus eigener Kraft machen will, wie sie es wieder verändern kann. Also, lasse ich die Menschen ihre Erfahrung machen, denn ich weiß, sie werden, wenn sie es nicht schaffen von selbst, sich die für sie passenden Hilfe, holen. In diesem Sinne, noch einen schönen Rest-Sonntag.

  • Pessimisten sehen in jeder Chance eine Krise – Optimisten sehen in jeder Krise eine Chance YvD :)

    und wichtig ist nicht in die “un dank bar” zu tappen – die kenne ich doch auch ;) … die kommt immer zum tragen, wenn die motivation dessen, der kein problem hat, größer ist, als die von der person die das problem eigentlich hat ;) …
    dann wird man zur Undank BAR …
    und man erntet undank und wird noch nicht mal bar bezahlt :)

    tja schluss mit den wort spielereien
    die Lösung ist ja auch vielfältig … manchmal ist die Lösung der Beziehung die Lösung :) och jetzt ist aber wirklich Schluss
    LOS LÖSEN
    alles Liebe

    yvonne

  • Für mich tönt das eher nach einem typischen Mann-Frau-Missverständnis: In dem Moment,in dem das Gespräch stattfand, wollte die junge Frau vor allem eines – ungestört klönen! Was ihr in dem Moment wirklich geholfen hätte, wären wahrscheinlich Bemerkungen wie: Du Ärmste! manchmal kann es einem schon zuviel werden, gell? – Was geht denn in dir vor, wenn du so was hörst, erlebst? etc…
    Wenn sie so ihrem Frust hätte Luft geben können, wäre sie danach wahrscheinlich entweder selber auf Lösungen gekommen oder sie wäre offen gewesen für Lösungen von aussen. Ich jedenfalls will in einem solchen Fall nicht, dass der Mann mir Lösungen präsentiert (die kann ich zur gegebenen Zeit selber finden), sondern dass er mir zuhört und mir zu verstehen gibt, dass er meinen Frust (Ärger, Wut, Enttäuschung, was auch immer) anerkennt und aushält.

  • Bisher habe ich ja noch nie einen Kommentar abgegeben, freue mich aber immer über neue Denkansätze und Ideen. Vielen Dank dafür!

    Und hier nun mein Kommentar dazu:

    “Erfolgreiche Menschen tun etwas für das, was sie im Leben erreichen wollen. Weniger erfolgreiche Menschen sind zu sehr damit beschäftigt, Gründe dafür zu suchen, warum sie es nicht schaffen können.”

    Leider weis ich nicht mehr, von wem dieses Zitat stammt, aber es hängt “fett” über meinem Schreibtisch und hat meine Denkweise schon oft zurechtgerückt.

  • Das ist ein interessanter Artikel. Dieses Phänomen “lösungsorientiert” vs. “problemorientiert” ist mir im täglichen Leben auch schon einmal aufgefallen.

    Von einer ehemaligen Firma, bei der ich in Festanstellung gearbeitet habe, ist mir der Spruch im Kopf haften geblieben: “Wir denken in Lösungen, nicht in Problemen”.

    Jedoch denke ich da auch etwas differenzierter in Bezug auf Ihre Äußerung, das Lösungsorientierte Menschen nicht soo aktiv, glücklich und zufrieden sind.

    Der Umstand, dass Ihre Bekannte Ihnen für jeden Ihrer Vorschläge ein Argument geliefert hat, warum es nicht geht, weißt nicht zwangsläufig darauf hin, dass sie keine Lösung finden möchte.

    Bedenken Sie, dass ihre Bekannte sich schon länger mit dem Problem beschäftigt, und ggf. die gleichen Lösungsansätze schon in Betracht gezogen hat. Das bedeutet lediglich, dass Sie Ihnen gegenüber einen Vorsprung hat, nicht dass sie problemorientiert ist.

    Übrigens ist meiner Meinung nach der problemorientierte Ansatz (also ausschließen von Möglichkeiten, die nicht den erwünschten Erfolg bringen) nur eine ANDERE, nicht aber zwingend eine schlechtere Methode Probleme zu lösen.

    Der Vor und Nachteil in den jeweiligen Methoden kommt doch NUR dadurch zum tragen, wie sich der entsprechende Problemlöser bei seiner Methode fühlt.
    Stellt der Problemorientierte Ansatz für eine Person kein Stress dar, und vermittelt auch nicht das Gefühl sich von Problemen überschüttet zu fühlen, ist dieser Ansatz genauso gut, wie jeder andere.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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