Entdeckung: Warum langfristige Ziele oft scheitern

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Zusammenfassung:

  • Wie in Experimenten nachgewiesen werden kann, wählen Menschen oft lieber die schnelle Belohnung, als dass sie längere Zeit auf eine geringfügig größere Belohnung warten.
  • Für ein langfristiges Ziel braucht es Disziplin und Willenskraft. Wir wählen aber eher ein kurzfristiges Ziel, also eine schnelle Belohnung. Wir verlieren also die Disziplin, das langfristige Ziel konstant zu verfolgen.
  • Viele verbinden deshalb mit dem Thema Willenskraft und Disziplin Misserfolge und sind daher frustriert. Oder von sich selbst enttäuscht.
  • Jeder der sich Ziele setzt, egal ob selbstmotiviert oder fremdmotiviert (z. B. am Arbeitsplatz) hat mit diesem Problem manchmal zu kämpfen. Beispielsweise wenn du am Abend eigentlich deinen Schreibtisch aufräumen willst, um endlich deine Steuererklärung machen zu können. Und plötzlich ein guter Freund anruft und dich auf ein Bier einlädt. In solchen Fällen muss man Willenskraft aufbringen, um sich fürs Aufräumen und gegen das Bierchen zu entscheiden.
  • Der amerikanische Wissenschaftler Eran Magen hat eine interessante Entdeckung gemacht, die einen guten Lösungsweg für dieses Problem bieten könnte: Er hat in Experimenten festgestellt, dass sich die Menschen häufiger für die größere Belohnung entscheiden (obwohl sie noch weiter in der Zukunft liegt), wenn sie sich bewusst klarmachten, worauf sie im Falle der Disziplinlosigkeit verzichten.
  • Wenn man seine Optionen in dieser Hinsicht umdeutet, dann erfordert eine Entscheidung gegen die schnelle Belohnung plötzlich keine Willenskraft und man trifft sie von sich aus.
  • Ein konkretes Beispiel: Du musst dich zwischen Schreibtisch aufräumen und Steuererklärung machen oder dem Bierchen mit einem guten Freund entscheiden. Mache dir also bewusst klar, worauf du verzichtest, wenn du jetzt das Bierchen mit dem Freund trinken gehst. Dann verzichtest du darauf, den Schreibtisch aufzuräumen, deine Steuererklärung rechtzeitig zu machen und Geld vom Finanzamt zurückzubekommen. Dieses Geld hättest du sonst für die Urlaubskasse genutzt. Wichtig dabei ist: Diese Technik funktioniert nur, wenn die Belohnung die weiter in der Zukunft liegt auch wirklich als größer empfunden wird.
  • Probiere diese Technik mal für dich aus und teile deine Erfahrungen mit uns.

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Kommentare

  • Hallo Michael Rohde,

    ich denke es kommt darauf an aus welchem Blickwinkel du das ‘Übel’ betrachtest. Klar ist es ärgerlich, wenn man mit einer Nachzahlung rechnen muss. Ich für mich denke mir bei so Situationen immer: Meine innere Ruhe ist mir wertvoller, wie das verlorene Geld. Schließlich muss das Geld so oder so gezahlt werden, wenn das nicht anders abzuwenden ist. Darum versuche ich solche Situationen so schnell wie möglich hinter mich zu bringen um nicht Wochen oder Monate mit dem negativen Gedanken und Schreckensbriefen meine Ausgeglichenheit durcheinander zu bringen. Das ist mir mehr Wert wie ein dickes Bankkonto.

    Meine Willenskraft und Motivation stärke ich, indem ich mir realistische Ziele setze und mich in kritischen Phasen zurückerinnere, was für ein Gefühl ich empfinde, wenn ich das Ziel erreichen werde. Das bringt mir neuen Schwung und Zufriedenheit. Das erreichen eines freudigen Gefühlszustandes motiviert mehr, wie vernünftige Vorsätze.

    Liebe Grüße

    Natalie :)

  • Schöner Beitrag, aber was tue ich, wenn ich eine Nachzahlung bei der Steuer zu erwarten habe? Da bleibt dann nur noch die Strafandrohung durch das Finanzamt als Motivation, oder wie refraime ich das ?

  • Hallo Mathias,
    seitdem ich gestern Morgen deinen Beitrag gesehen habe, gehen mir die “6 € jetzt” oder die “8,50 € in x Tagen” nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe festgestellt, dass ich mich sehr oft für die 6 € entschieden und dabei geglaubt habe, dass ich die 8,50 € ja wohl auch noch bekommen werde. Du hast mir die Augen geöffnet! Inzwischen überlege ich ernsthaft, manches in meinem Umfeld mit einem “Preisschild” zu versehen: die Leckereien zwischendurch zum Beispiel würde ich mit 6 € kennzeichnen, ein Bild von mir aus schlankeren Zeiten (die ich wieder anstrebe) mit 8,50 €…
    Danke für deinen genialen Denkanstoß
    Richard

    • Mathias

      Hallo Richard,

      vielen Dank für deine Rückmeldung! Ist witzig, denn genau so ging es mir auch, als ich davon zum ersten Mal gelesen habe.

      Inzwischen habe ich die Methode selbst häufig ausprobiert und ich muss sagen sie hilft wirklich ganz gut Impulshandlungen zu unterbrechen.

      Hoffe du machst damit auch gute Erfahrungen ;-)

      LG

      Mathias

  • Ich unterbreche auch höchst ungerne “laufende” Dinge (“Vorgänge”).

    Um beim Bespiel “Schreibtisch-Aufräumen” zu bleiben, würde ich mich vielleicht zu einem (für mich vertretbaren) Kompromiss durchringen:

    Dieser wäre: Ich “stückele” mir sämtliche Faktoren in (etwas) kleine-re “Päckchen”. Denn erfahrungsgemäß bleibe ich ich DANN am ehe-sten am “Ball”.

    Dann versuche ich, einen Vorgang (vorerst) zu beenden. “Käme” mir JETZT eine Einladung (“Absacker” o. ä.) “dazwischen, würde ich mei-nem Einladenden sagen (z. B.) “Gib’ mir bitte noch zehn Minuten/ Vier-telstunde, dann bin ich damit (mit dem Vorgang, der mich vorrangig beschäftigt) fertig und kann mich mit “freierem” Kopf Deiner besser widmen! Wenn meinem Gastgeber DANN wirklich an meinem Kom-men gelegen ist, räumt er mir diese “Karenz”-Zeit auch ein.

    Denn schließlich will man den Abend in gemütlicher Runde auch “rich-tig” genießen und nicht das halbfertige (Arbeits-)Paket im Hinterkopf haben!

    Aber da muss jeder die (für sich am besten vertretbare) Methode su-chen (finden). Man kann sich zwar Anregungen von mehreren Seiten holen. Was man schlussendlich DARAUS macht, liegt an jedem selbst!

  • sorry, ich mag keinen rechthaberischen Zeigefinger sehen. Dagegen bin ich allergisch.
    Inhaltlich finde ich das Beispiel mit der Steuererklärung reichlich abgegriffen, zumal es bei mir persönlich nicht greift. Als Freiberuflerin zahle ich nach der Abgabe. Die praktischen Beispiele aus den Beiträgen vor mir fand ich spannender. Als motivierende Methoden greifen bei mir eher lösungsorientierte Fragen (Mit welchem Minischritt könnte ich heute schon mal anfangen?…) oder eine gründliche Kosten-/Nutzenanalyse (Vor- und Nachteile, wenn ich xy mache, und Vor- und Nachteile, wenn ich xy nicht mache). Wenn ich weiß, wie sehr ich mich nachher ärgere, wenn ich xy nicht gemacht habe, und wie das die innere Kritikerin aktiviert und an meinem inneren Frieden knabbert, dann fange ich “ein bißchen” an und bleibe oft dran.

  • Danke für die Erinnerung!
    Oft kennt man ja verschiedene Techniken schon, aber hat erst zu passender Zeit den Zugang dazu. So gerade bei mir geschehen.
    Ich werde es ausprobieren, auch mit meiner Tochter zusammen, sie ist 8, und mir fehlten manchmal die passenden Argumente, sie zum dranbleiben zu motivieren (an ihren eigenen Wünschen). So sind bei uns leider schon einige Projekte aus Bequemlichkeit eingeschlafen und sie war am Ende traurig oder unbefriedigt.
    Dieses Werkzeug nun fühlt sich gut an, ich werde es erforschen und bin ziemlich gespannt auf unsere Ergebnisse.

  • Ich habe eine Freundin, die immer nach diesem Prinzip handelt, das “Wichtige” zuerst zu erledigen. Dadurch sind spontane Treffen und gemeinsame Unternehmungen so gut wie gar nicht möglich und die Freundschaft sehr schwer zu pflegen. Einerseits bewundere ich sie für ihre Selbstdisziplin; andererseits tut sie mir leid, weil mir ihr Leben doch recht freudlos erscheint.
    Bei mir selbst liegt das Problem darin, dass die Dinge, die zu tun wären, ganz offensichtlich nie alle soweit erledigt werden könnten, dass man sagen könnte, jetzt endlich kann/darf ich mal Spaß haben. Deshalb arbeite ich meist nach zeitlichen Prioritäten – und ansonsten lebe ich nach dem Motto “carpe diem”

  • Ich habe erst mal die anderen Beiträge gelesen und dann meinen Schreibtisch aufgeräumt. War das falsch?

    • Annabell

      :)

  • Lieber Mathias,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag.
    Zum Beispiel mit dem Geld: Entscheidend ist aus meiner Sicht, wieviel zusätzlichen Nutzen der Mehrbetrag bringt. Bei Deinem Beispiel von nur € 2,50 Differenz würde ich auch die € 6 sofort nehmen, vor allem, weil dann dieser Vorgang abgeschlossen ist. Wäre die Alternative € 10 jetzt und € 50 in 46 Tagen, ist der zusätzliche Nutzen von € 40 größer, wenn ich noch ein paar Wochen warte und eine gewisse Vorfreude käme auch noch hinzu. –
    Im NLP wird nach verschiedenen “Metaprogrammen” unterschieden, nach denen wir unser Leben ausrichten, z.B. das der Notwendigkeit oder das der Möglichkeit. Wer stark an “Not-wendigkeit” orientiert ist, wird durchaus die Tendenz haben, eher die Steuererklärung zu machen und wenn es nicht des Geldes wegen ist, dann um Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden. – Willenskraft hat durchaus auch eine körperliche Komponente. In dem Buch “Die Macht der Disziplin” von R. Baumeister und J. Tierney steht drin, dass für die Aufrechterhaltung von Willenskraft eine ausreichende Versorgung des Gehirns mit Glukose (= Energie) erforderlich ist (was u.a. auch eine von mehreren Erklärungen dafür ist, warum Diäten scheitern müssen). Schlafmangel verschlechtert nicht nur die Glukoseverwertung und hat unmittelbare Auswirkung auf die Selbstdisziplin. Die Autoren empfehlen, die vorhandene Willenskraft zu verwenden, um für ausreichend Schlaf zu sorgen! Interessant fand ich auch den Hinweis, dass Entscheidungen sehr viel Willenskraft verbrauchen.

    • Barbara

      Sehr interessanter Beitrag, Sofia!
      Allerdings, mit Willenskraft ein-bzw. durchzuschlafen, um somit ausreichend Schlaf zu bekommen, ist m.E. leider unmöglich. :-(

    • Sofia

      Liebe Barbara,
      natürlich kann man Schlaf nicht willentlich erzwingen. Die meisten Erwachsenen schlafen aber zu wenig, u.a. weil sie zu spät ins Bett gehen. Du kannst dafür sorgen, dass Du z.B. eine Stunde eher ins Bett gehst (mit nicht zu vollem Magen), für eine passende Raumtemperatur sorgst (nicht zu warm und nicht zu kalt), keine belastenden Filme, Bilder anschaust usw. Dann steigt auch die Schlafqualität.

  • Das Reframing ist eine gute Idee, die ich unbedingt ausprobieren werde.

    Allerdings halte ich das Beispiel mit den 6 EUR und 8,5 EUR in 46 Tagen für Blödsinn. Das hat meines Erachtens nichts mit schneller Belohnung zu tun, sondern mit der “Angst”, dass man in 46 Tagen gar nichts bekommt. Wobei mir auch 8,5 EUR wurscht sind.

  • Einfach +prima
    es ist gerade 9:32. Sonntag. Liege noch in meinem super kuscheligem Bett. Soll ich es verlassen und meinen Schreibtisch aufräumen oder gönne ich mir weiter mein kuscheliges Bett? Die Anziehung meines warmen Bettchens ist olympiaverdächtig. Entfernt sehe ich 2 Bilder an der Wand.
    Auf dem ersten ist mein Schrottplatz (Schreibtisch) abgebildet und auf dem zweiten mein Traumhaus in England. Bekomme ich jetzt meinen Hintern aus dem Bett. Es ist 9:42. Um 10:30 wollen wir (Petra und ich) ins Kino. Der Bauer und sein Prinz. Ich schlage die Decke zurück. Kälte schlägt mir entgegen. Noch einmal schnell am Kopf gekratzt. Und noch einmal gekratzt. Nun ein Bein. Das andere. Ich stehe. Kostet Überwindung nicht zurück zu kehren. Ein warmes t-shirt muss her.
    1028 ich habe geduscht. Wir fahren pünktlich ab. Erfolg.

  • Bei mir ist es auch so, daß ich die Steuererklärung hinausschiebe.
    Nur ich weis im vorhinein, daß ich nachzahlen muß. Also funktioniert nicht so gut mit Belohnung.
    Ich werde dies mal bei anderer Gelegenheit ausprobieren, könnte gut funktionieren.

    Gruß Petra

  • Spontan nach dem Lesen dachte ich, wow, das könnte funktionieren. Deshalb habe ich es sofort ausprobiert. “Eigentlich” würde ich jetzt lieber im Bett bleiben und ein Buch lesen. Andererseits liegt im Büro (ich bin selbstständige Dienstleisterin) massenhaft Arbeit, die ich schon längst erledigt haben wollte/sollte. Was passiert also, wenn ich lieber lese, als meine Arbeit zu machen? Ich verzichte auf einen entspannten Start in die neue Arbeitswoche, ich verzichte auf das beruhigende Gefühl, die wichtigsten Dinge abgearbeitet zu haben, ich verzichte auf das wohltuende Gefühl, alles im Griff zu haben und meiner Verantwortung wieder einmal genüge getan zu haben. Und bei der zweiten Tasse Kaffe dachte ich, so habe ich es bisher immer ganz automatisch gemacht. Ich habe mich jahrelang so motiviert, habe die langfristige Belohnung, nämlich erfolgreich selbstständig zu sein, immer vor Augen gehabt und danach gehandelt. Toll, und dabei habe ich vergessen, was mir sonst noch Spaß macht, was ich, außer Arbeiten, noch gerne tue. Ich habe vergessen, wie es ist, Freunde zu haben, mit denen man mal spontan ein Bierchen trinken geht.

    Nichts desto trotz, wenn ich mich heute zwischen lesen und Sport entscheiden müsste, würde ich wohl als langfristige Belohnung eine Jeansgröße kleiner sehen und zum Sport gehen!

    Schönen Sonntag noch!
    Susanne

  • Ja, richtig, die meisten Leute reagieren auf den Gedanken, dass sie Geld zurückbekommen, daher kann man sich in so einem Falle den Gedanken der späteren Belohnung zunutze machen, um sich zu motivieren. Aber die eigentlichen Problemfälle sind doch die Steuererklärungen, bei denen kein Geld zurück kommt, beziehungdsweise wo nachgezahlt werden muss.

    Herzlich
    Sylvia Grotsch

  • Super Beitrag:-)
    Mir hilft dieser Tool, wenn ich abends vorm Kamin sitze und meine Gedanken um die Chipstüte kreisen. Dann frage ich mich: Willst du die Chips oder in einem Vierteljahr die tolle Zahl auf der Waage?
    Ich gestehe dass es nicht IMMER funktioniert;-)
    Aber es ist meist wirkungsvoll!

  • Dieser Beitrag hat mich sehr motiviert.
    Werde es heute versuchen mit der Steuererklärung anzufangen
    , doch es kommt immer soviel dazwischen (Zwillinge, 16 Monate, zwei Enkelkinder 12 und 15 Jahre).

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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