Stichwort Verhältnismäßigkeit

Wissen Sie, was man unter "Verhältnismäßigkeit" versteht? Der Begriff selbst stammt vor allem aus dem Rechtswesen und beschreibt dort das Phänomen der Angemessenheit: Eine Tat wird also nicht nur als Tat an sich bewertet, sondern in Beziehung zu den jeweiligen Umständen gesetzt. So kann eine Tat in der einen Situation durchaus angemessen sein (im Beispiel von Notwehr), während sie in einer anderen Situation eine Straftat darstellt (Körperverletzung ohne Notwehr).

Ok, was hat das nun mit einer aktiven Lebensgestaltung zu tun? Eine ganze Menge!

Bringen wir z.B. einmal den Begriff der Verhältnismäßigkeit in Zusammenhang mit all dem, worüber wir uns aufregen oder Sorgen machen, dann kann die Frage danach, wie angemessen unser Ärger bzw. unsere Sorgen tatsächlich sind, schon so manchen Denkprozess in Gang bringen.

  • Wie angemessen ist mein Verhalten auf das tatsächliche Ärgernis hin?
  • Welche Bedeutung wird das Ärgernis in einem Tag, einer Woche, einem Monat und einem Jahr haben?
  • Wie angemessen sind meine Sorgen hin Hinsicht auf den tatsächlichen Anlass?
  • Gibt es wirklich Grund dafür, dass ich mich so intensiv damit beschäftige?
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich eintritt, was ich fürchte?

Und auch wenn es um Konflikte mit anderen Menschen geht, kann ein Blick auf die Verhältnismäßigkeit so manche Ansicht verändern:

  • Wie angemessen reagiere ich auf das, was der andere meiner Ansicht nach falsch gemacht hat?
  • Welche Bedeutung wird die Auseinandersetzung in einem Tag, einer Woche, einem Monat und einem Jahr haben?
  • Kann ich morgen vielleicht schon wieder darüber lachen?

In der jeweiligen Situation selbst haben wir oft das Gefühl, dass nichts bedeutungsvoller ist als das, was wir gerade erleben. Und in unserer Betroffenheit fühlen wir den Schmerz, den Ärger, die Sorge usw. so stark, dass dieses Gefühl alles andere ausblendet. In dem Moment, in dem wir aber versuchen, die aktuelle Situation in ein größeres Ganzes zu setzten, relativiert sich meist schon sehr viel. Wir erkennen vielleicht, dass das Ärgernis eigentlich eine Kleinigkeit ist, dass die Sorge schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist und dass wir in dem Konflikt eigentlich gar nicht auf unserem Standpunkt bestehen müssen.

Natürlich löst sich nicht alles auf diese Weise in Wohlgefallen auf – eine ganze Menge aber schon. Probieren Sie es einmal aus!

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Kommentare

  • Oft ist es wirklich hilfreich, die berühmte “eine Nacht” über eine Situation zu schlafen.
    Am nächsten Tag relativiert sich so Manches und man kann es in einem anderen Licht betrachten.
    Deshalb kann man nur raten, auch das ist eine alte aber wahre Weisheit: “Gras über eine Sache wachsen zu lassen”.
    Mit etwas Abstand sieht jedes Problem kleiner aus und ist besser zu verarbeiten.
    Manchmal löst sich ein Ärgernis auch in Wohlgefallen auf, wenn man nicht sofort darauf springt. Es heißt ja schließlich auch, ich ärgere mich! Und das kann ich immer noch selbst entscheiden. Möglicherweise ärgere ich mich noch, wenn der Auslöser die Sache längst wieder vergessen hat.
    So ist es auch niemals nötig, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
    Häufig klären sich auch Situationen, wenn man schlicht zurückfragt: “Wie meinen Sie das?”
    Also, immer schön locker bleiben und schönen Tag
    Jürgen Gräbel

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