1 Tipp für mehr Glück im Leben – trotz Problemen, Konflikten und Sorgen

Ich hatte die Nase gestrichen voll. Ich wollte mir einfach mal keine Sorgen mehr um die Zukunft machen. Ich hatte keine Lust mehr auf diesen einen Konflikt, der sich ja doch nicht lösen ließe. Auch auf die anderen Baustellen in meinem Leben hatte ich keine Lust mehr.

Seit Jahren arbeitete ich kontinuierlich an mir selbst. Ich entwickelte mich weiter und versuchte immer besser mit all den Schwierigkeiten und Hürden in meinem Leben umzugehen.Mein Leben war immer glücklicher geworden und wenn ich heute tot umfallen würde, könnte ich sagen: Ja, ich bin zufrieden mit meinem Leben. Es ist ein gutes Leben und ich kann gut gehen.

Aber sich immer weiterzuentwickeln ist auch anstrengend. Ich war ehrlich gesagt ein wenig mürbe und erschöpft. Ich hatte keine Lust mehr auf die nächste Baustelle, das nächste Problem, das es zu lösen galt. Oder all das, was in der Persönlichkeitsentwicklung so gerne als Herausforderung bezeichnet wird. Ich mochte nicht mehr. Ich wollte keine Herausforderungen mehr sehen und hören.

Zwei Stellschrauben für das Wohlbefinden

Manchmal braucht man ein bisschen Glück im Leben. Und mein Glück war, dass ich mich gerade intensiv mit der positiven Psychologie beschäftigte. Und eine Erkenntnis der positiven Psychologie besteht darin, dass es sozusagen zwei Stellschrauben gibt, an denen man drehen kann, um sein Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit zu beeinflussen: Das sind unsere negativen und positiven Erfahrungen.

Was ist damit gemeint?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass nicht die Anzahl unserer negativen Erfahrungen, also Schicksalsschläge, Frust, Stress, Konflikte, Sorgen oder Befürchtungen dafür verantwortlich sind, wie zufrieden oder glücklich wir sind.

Für unser Wohlbefinden ist etwas ganz anderes verantwortlich. Es geht um das Verhältnis zwischen negativen und positiven Erfahrungen. Also darum, dass wir deutlich mehr positive Erlebnisse und Erfahrungen als negative benötigen, um uns wohl zu fühlen, zufrieden zu sein und das Leben als positiv und gelingend zu erleben.

Je mehr positive Erfahrungen im Verhältnis zu unseren negativen Erfahrungen, desto größer sind unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit.

Jemand, der zwar viel Schweres durchmacht oder sich womöglich häufig Sorgen macht, kann sich dennoch sehr wohl fühlen. Dann nämlich, wenn er bewusst oder auch unbewusst dafür sorgt, dass er häufig etwas Schönes oder Wohltuendes erlebt. Das können ganz unterschiedliche positive Erfahrungen sein. Intensive Freude, Euphorie oder auch Ekstase. Aber auch eher stille Gefühle wie innerer Frieden, Dankbarkeit oder Entspannung.

Jemand anderes hingegen, dessen Leben recht unkompliziert und problemlos dahinplätschert, der aber auch nicht viel Positives erlebt, fühlt sich womöglich im Ganzen gar nicht so wohl. Ist vielleicht sogar eher unzufrieden oder ein wenig deprimiert.

Negative Erfahrungen minimieren und positive Erfahrungen vermehren. Das sind die zwei Stellschrauben für unser Wohlbefinden.

Ich habe beide Stellschrauben schon lange fest in meinem Leben verankert. Ich versuche immer wieder besser mit Schwierigkeiten umzugehen und vor allem wiederkehrende Probleme, Konflikte und belastende Situationen zu lösen. Und auch positive Erfahrungen bringe ich schon lange verstärkt in mein Leben.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Ich bin frei

Es war eine Art Aha-Erlebnis, als ich erkannte: Ich habe keine Lust mehr, an der Stellschraube für meine negativen Erfahrungen zu drehen. Ich will mich darum einfach nicht mehr bewusst kümmern. Nur das war es, was ich nicht mehr mochte: Probleme lösen, Schwierigkeiten bewältigen, eben negative Erfahrungen minimieren.

Gegen die Stellschraube für die positiven Erfahrungen hatte ich gar nichts. Das war schön und häufig leicht. Natürlich musste ich mich da ab und zu aufraffen oder mir etwas Neues einfallen lassen, um wieder eine andere positive Erfahrung zu machen. Aber selbst diese Überlegungen waren ja schon schön und irgendwie beflügelnd.

Und das Allerwichtigste an diesem Aha-Effekt war: Ich habe die Wahl. Ich bin frei. Ich entscheide, an welcher Stellschraube ich drehe. Bislang habe ich beides versucht möglichst bewusst zu steuern:

  • meine negativen Erfahrungen zu verringern und
  • meine positiven Erfahrungen zu verstärken

Aber so muss ich nicht weitermachen: Ich kann mich auch weiterhin ganz bewusst um meine beiden Stellschrauben kümmern. Aber ich könnte auch sagen: Ich lasse es jetzt einfach mal sein, an der Stellschraube für negative Erfahrungen zu drehen. Ich probiere aus, wie es ist, wenn ich mich nur auf die Stellschraube für meine positiven Erfahrungen konzentriere.

Ob das geht? Ob das funktionieren kann? Oder werden mich meine negativen Erfahrungen dann überschwemmen? Werden meine ungelösten Probleme und Schwierigkeiten mich nicht völlig runterziehen? Solche Fragen habe ich mir gestellt.

Meine Antwort war: vielleicht aber ja auch nicht. Denn eigentlich habe ich mittlerweile ja ganz gute Mechanismen, um Schwierigkeiten ganz automatisch zu bewältigen. Die meisten alltäglichen Probleme löse ich sozusagen im Autopilot. Und den verliere ich ja sicher nicht, wenn ich mich jetzt mal eine Weile nur auf die positiven Erfahrungen in meinem Leben konzentriere. Ob es funktioniert, finde ich nur raus, wenn ich es ausprobiere.

Die Aufwärtsspirale der positiven Erfahrungen

Daher habe ich mich getraut, mich bewusst nur auf eine Stellschraube für mein Wohlbefinden zu konzentrieren.

Jedenfalls, soweit es irgendwie ging. Natürlich hat das nicht immer und in jedem Fall funktioniert. Aber in vielen Fällen eben doch.

So habe ich z. B. einen schon lange schwelenden Konflikt einfach weiterlaufen lassen. Sorgenvolle Gedanken habe ich kommen lassen, aber dann auch nicht weiter drüber nachgegrübelt.

Stattdessen hab ich mich noch öfter dem Guten und Schönen in meinem Leben zugewandt. Etwas Schönes gemacht. Dinge ausprobiert, die ich sonst nicht mache. Und mich mit Menschen getroffen, die mir guttun. Und vor allem stärker dafür gesorgt, dass die vielen Kleinigkeiten, die das Leben schöner machen, zunehmen. Hier einen Blumenstrauß, dort eine halbe Stunde auf dem Balkon sitzen, morgen einen Spaziergang im Wald, gestern Federballspielen mit meinem Mann. All diese Kleinigkeiten sorgen für mein Wohlbefinden, und zwar in einem viel höheren Maße, als ich erwartet hatte.

Mich mit ganzer Kraft auf die Stellschraube für positive Erfahrungen zu konzentrieren war eine ganz erstaunliche Erfahrung. Denn die positiven Erfahrungen wirkten meinem Eindruck nach viel stärker auf mein Wohlbefinden, als wenn ich meine Energie und Kraft gesplittet hätte. Also weiterhin versucht hätte, gleichzeitig auch bewusst, meine negativen Erfahrungen zu minimieren.

Durch den Fokus auf die positiven Erfahrungen habe ich das Gefühl, unbeschwerter und mit mehr Begeisterung durchs Leben zu gehen.

Und ich habe außerdem den Eindruck, dass mich Negatives gar nicht so stark belastet wie sonst. So scheint z. B. mein Ärger über mich selbst oder über andere irgendwie schneller zu verfliegen. Meine Sorgen um Kleinigkeiten sind teilweise gar nicht mehr da. Oder ich kann sie ganz leicht wegwischen. Und Situationen, in denen ich mir sonst einen Kopf gemacht hätte, gehe ich viel entspannter an.

Das lässt sich auch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über positive Erfahrungen erklären. Denn eine Verstärkung der positiven Erfahrungen hat den Effekt, dass eine positive Aufwärtsspirale in Gang gesetzt wird. So führt ein Mehr an positiven Erfahrungen dazu, dass man sich leichter wieder von negativen Erlebnissen lösen kann, dass Stress schneller herunterreguliert wird und man offener wird für weitere positive Erfahrungen.

Ich bin selbst sehr erstaunt darüber. Aber im Grunde bestätigt meine Erfahrung nur, dass die positive Psychologie an dieser Stelle sehr nützlich ist und ihre Erkenntnisse auch in der Umsetzung für mich funktionieren: Konzentriere ich mich darauf, mehr Positives zu erleben, werde ich widerstandsfähiger gegen Negatives. Und fühle mich im Ganzen wohler und zufriedener. Entspannter, leichter und irgendwie beschwingter.

Bereit für alte und neue Herausforderungen

Seit ein paar Tagen merke ich, dass ich auch mal wieder an die negative Stellschraube ransollte. Denn natürlich bringt es auf Dauer nichts, Konflikte einfach auszusitzen oder Probleme, die sich ergeben, einfach nicht zu lösen. Die negativen Erfahrungen belasten mich wieder stärker. Und ich möchte sie so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, um mich wieder besser zu fühlen.

Auch diese Erfahrung passt zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Denn tatsächlich ist es so, dass negative Erfahrungen von uns Menschen stärker wahrgenommen werden. Unser Gehirn speichert negative Erfahrungen anders ab als positive. Sodass wir uns schneller wieder an sie erinnern und sie intensiver in Erinnerung behalten. Das hängt einfach mit unserer menschlichen Entwicklung zusammen. Ursprünglich war es für den Menschen überaus notwendig, dass gerade negative und bedrohliche Erfahrungen besser fokussiert werden können. Denn davon hing oftmals das Überleben ab. Äußere Bedrohungen sehr schnell und intensiv wahrzunehmen sorgte dafür, dass man lange und gut lebte.

Um sich mit möglichst wenig Negativem zu belasten, ist es daher natürlich sehr sinnvoll, sich bewusst darum zu bemühen, immer wiederkehrende Schwierigkeiten und Belastungen zu verringern. Seine Probleme zu lösen, Konflikte zu bereinigen und ärgerliche Aufgaben nicht lange vor sich herzuschieben, sondern schnell zu erledigen.

Nachdem ich mich eine Weile stark auf meine positive Stellschraube konzentriert habe, fühle ich mich jetzt auch wieder mehr bereit, an meinen schwierigen Baustellen zu arbeiten. Denn ich kann im Ganzen entspannter und gelassener darauf zugehen. Und das ist auch schon wieder eine sehr wohltuende Erfahrung :-)

Mein Fazit: Eine Zeit lang die Stellschraube der positiven Erfahrungen fester in den Blick zu nehmen, lohnt sich. Mein Leben wird reicher an Entspannung, Leichtigkeit, Freude und Wohlbefinden. Und außerdem gewinne ich zusätzliche Energie und Kraft, mich mit meinen schwierigen Gefühlen und Erfahrungen auseinanderzusetzen. Die kann ich dann leichter und mit mehr Energie und Kraft angehen. Sodass ich wieder an beiden Stellschrauben bewusst drehen kann.

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Kommentare

  • Man kann nicht beliebig positive Erlebnisse verstärken und so die negativen “klein” machen. Man kann sich positiv verhalten, aber wie andere darauf reagieren, liegt nicht in unserer Macht. Auch holen einen ungelöste Konflikte und beiseite geschobene, unangenehme Dinge stets wieder ein. Wie wir mit den Dingen umgehen, liegt auch nicht vollkommen frei in unserer Hand, viele Reaktionen laufen automatisch ab (ich bin sicherlich nicht der einzige, der sich öfter über sich selbst ärgert). Selbstliebe und Akzeptanz sind sicher hilfreich, aber für viele Leute große Hürden. Aber bei allen Artikeln über Glück komme ich letztlich immer wieder zu der einen Ausgangsfrage: Warum ist das eigentlich für so viele Menschen heute so wichtig?

  • So weit, so gut,
    aber wenn das alles so einfach wäre wie hier geschrieben,
    warum begehen fast über 12000 Menschen hier Selbstmord in diesem Land, die Dunkelziffer derer die es versuchen ist noch viel höher.
    Einfach nur positiv denken und dann ist wieder alles gut geht leider nicht immer.
    Die Kraft des positiven Denken ist zwar richtig, doch leider ist es nicht so einfach wie hier in all den Kommentaren geschrieben.

    • Nicole Alps
      Nicole Alps schreibt am 28. Dezember 2016

      … warum so viele Menschen Suizid begehen oder es versuchen … dafür gibt es so viele Gründe wie es Menschen gibt. Aber dieser Beitrag will und kann auch keine Suizid-Prävention sein.

      Er kann nur ein Hinweis auf die positive Psychologie sein. Und diese vergleichsweise neue wissenschaftliche Richtung hat sehr interessante Zusammenhänge für eine größere Lebenszufriedenheit zu Tage gefördert.

      An zwei Stellschrauben lässt sich drehen, wenn man seine Lebenszufriedenheit steigern möchte:

      – negatives minimieren und
      – positives verstärken

      Für die Lebenszufriedenheit sind beide Stellschrauben wichtig. Das negative (Grübeln, Erleben und Sorgen) zu minimieren, hilft, sich besser zu fühlen. Und parallel positives (Wohltuendes, Angenehmes, Freudvolles …) zu verstärken, trägt ebenso dazu bei, sich besser zu fühlen.

      Wie konkret das Drehen an den beiden Stellschrauben aussieht, ist wieder sehr individuell.

      Wichtig ist mir noch, darauf hinzuweisen, dass Positive Psychologie und Positives Denken zwei unterschiedliche Dinge sind. In der positiven Psychologie geht es wirklich nicht darum, “einfach nur positiv zu denken”.

    • Ursa Huhn schreibt am 12. Januar 2017

      @ Rainer Jansen: Es geht ja nicht um “positives Denken” im Artikel. Das finde ich auch wenig hilfreich. Aber gerade in schwierigen Zeiten trotzdem das Schöne und Stärkende wahrnehmen kann helfen, Kraft zu sammeln. Dann werdenen wir besser mit unseren Herausforderungen fertig! Nicht einfach aber vielleicht besser als nur auf das Schwere zu schauen!
      Beste Grüße
      Ursa Huhn

  • Der Gedanke ist sehr schön. Hat mir auch etwas geholfen,

    Mein Mann ist vor Kurzem plötzlich verstorben, da ist das Positive recht schnell in Frage.
    Aber mich freut ein kleines Lächeln oder ein schöner Kontakt. Freundliche Menschen.

    Auch wenn das im Grunde nichts hilft- weil man ja DEN einen Menschen vermisst.
    Das Leben geht weiter. Das dauert, bis man sich dazu wieder selbst aufrafft.
    Danke für den schönen Gedanken!

    In so einer Situation ist es- nach meiner bisher kurzen Erfahrung- immer leicht kippend, man freut sich über Kleinigkeiten. Oder wird bissig- da können manche auch was erleben- was eigentlich schon Blödsinn ist, aber für 5 Minuten gut tut.

    Sehr schön finde ich den Gedanken mit Venezuela… wir nehmen uns hier immer SO wichtig, dabei geht es manchen nicht besonders, aber machen das Beste darauß. Danke besonders für den Beitrag. Das bringt einen wieder auf den Boden.

    Eine Freundin ist querschnittsgelähmt- und hat ihr Leben besser “im Griff” als manche(r), dem von aussen gesehen nichts fehlt, ausser keine Lust oder mit sich selbst beschäftigt. Statt zu ändern.

    Freut mich, die Seite entdeckt zu haben.

  • Ein sehr schöner Beitrag und eine interessante Sichtweise,die ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen werde!
    Ich kann Kommentare wie die von Renate nicht nach vollziehen. Ich habe lange Zeit in Venezuela gelebt, einem Land, in dem es den meisten Menschen um einiges schlechter geht als den Angestellten ” eines normalen deutschen Unternehmens”.
    Die Kriminalität ist wahnsinnig hoch, die Politik korrupt, momentan sind sogar Lebensmittel knapp.
    Dennoch habe ich immer wieder erlebt, wie diese Menschen das Beste aus ihrem Leben machen und genau das tun, was hier beschrieben wurde: Sie gehen tanzen, kochen, treffen sich mit Freunden und Familie. Auch dort gibt es Leute, die es wahnsinnig schwer haben und die neben ihren ökonomischen Problemen auch ” klassische Probleme” haben ( Partnerschaftsprobleme, Geldprobleme, Stress, Unzufriedenheit im Job etc.
    Dennoch habe ich nur wenige Lateinamerikaner erlebt ( und ich kenne einige sowohl hier als auch im Ausland), die derartig auf ihre Probleme und negativen Erfahrungen fixiert sind.
    Es gibt auch zahlreiche Studien, die belegen, dass Glück nichts mit den äußeren Umständen zu tun hat. So sind Querschnittsgelähmte langfristig gesehen nicht unglücklicher als Lottto Gewinner.
    Natürlich haben es manche im Leben einfacher als andere, aber die Entacheidung, sich mehr auf Positives zu konzentrieren, kann jeder treffen.
    Wichtig finde ich dabei auch den Aspekt, nicht in die ” wenn einmal Falle” zu tappen.
    Wenn ich immer erst alles Negative aus meinem Leben verbannen möchte, entsteht schnell der Eindruck, man müsste erst das und das schaffen, dann erst könnte man glücklicher sein.
    PS: Wer sagt, dass Zeit zu Leben Redakteure ein leichteres Leben haben? Ich finde es schon leicht überheblich, das zu behaupten!
    Viele persönliche Probleme und negative Erfahrungen sieht man den Leuten doch gar nicht an.
    Vielleicht mag jemand einen Job haben,der zunächst wunderbar erscheint- vielleicht hat die Person dafür Eheprobleme oder eine Krankheit. Ich finde, niemand hat das Recht, derart über andere zu urteilen.

  • Die positiven Erfahrungen zu erhöhen und die negativen zu reduzieren,
    finde ich eine gute Idee.

    Ich glaube jedoch, dass das, was wir als “negative Erfahrungen” bezeichnen oft in Verbindung mit aufgestauten oder verdrängten Gefühlen steht – und hier habe ich die Erfahrung gemacht, wenn ich diese Gefühle bewusst wahrnehmen kann und nicht weiter verdränge, dann löst sich das Problem, das emotional damit verbunden war auf.

    Es ist so, als würden aufgestaute Gefühle immer wieder an die Türe unseres Bewusstseins klopfen, aber wir lassen sie nicht rein, sondern verdrängen diese weiterhin ins Unbewusste – dabei wollten sie doch nur Tschüss sagen.

    herzliche Grüsse – Franz

  • Ein wirklich sehr gut geschriebener Beitrag. Herzlichen Dank dafür =)

    Er spiegelt meine Lebensweise wider und zeigt sehr gut auf, wie Resilienz tatsächlich funktioniert. Übung macht den Meister – das wünsche ich allen Lesern und Leserinnen.

    lG
    Alexandra

  • Für mich ist dieser Artikel ein lebendiges Beispiel dafür, was ich gerade lese und lerne:
    Wenn wir unsere positiven Gefühle verstärken bzw. häufiger wahrnehmen und fühlen, verstärken sich diese automatisch aufgrund des Resonanzprinzips. Die Welt spiegelt unsere Einsichten wider. Schenken wir dem Positiven mehr Aufmerksamkeit, kommt automatisch noch mehr davon in unser Leben.
    Und mit diesem Gefühl können wir viel klarer sehen und Entscheidungen treffen. Wir haben mehr Energie, Tatendrang und Ausdauer. Damit läßt sich dann auch Negatives, Probleme und Herausforderungen viel besser bewältigen. Wir brauchen die Zeit für Positives und Negatives nicht trennen: Mit dem Positiven Fühlen die negativen Ereignisse angehen. Beides gehört zu unserem Leben und wird immer da sein.

  • Das stimmt alles, es ist ein weiterer Verstärker für mich hin zum Positiven, ohne die Rosarote Brille. Der Level wird auch immer höher.
    Danke und viel Erfolg an alle!

  • Ein schöner Artikel – vielen Dank!

    Ich finde es vor allem deshalb so schön, weil es Zeit schenkt. Nicht alle Probleme müssen sofort gelöst werden. Manchmal braucht man erst mal positive Erlebnisse, bis man die Kraft hat, sich den negativen zu stellen und an ihnen zu arbeiten. :)

  • Sehr schöner Bericht. Etwas “gegen” negative Gefühle zu tun in dem man was DAFÜR macht, erscheint mir nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes positiv, sondern auch durchaus logisch. Jede andere Bewertung dazu, könnte eine Ausrede sein?

  • Der Beitrag ist gerade wie für mich ausgesucht. Seit Jahren drehte ich an den negativen Stellschrauben meiner Arbeit, die mich nicht mehr befriedigte und ausfüllte. Die Hauptursache dafür war jedoch die belastete Zusammenarbeit mit meinem Chef. Aus verschiedensten Gründen konnte ich ihm keinen Respekt mehr entgegen bringen. Ich suchte zwar auch immer wieder das Gespräch mit ihm, was aber nichts brachte. Für meinen Job als seine Assistentin eine eigentlich nicht annehmbare Situation. Gleichzeitig hatte ich aber ein sehr gutes Arbeitsverhältnis zu vielen meiner unmittelbaren Kollegen, einige zählen inzwischen sogar zum Freundeskreis von meinem Mann und mir. Ich habe sehr gute räumliche Arbeitsbedingungen und einen kurzen Arbeitsweg. Ja und auch mit dem Verdienst bin ich zufrieden und weiß, dass ich gerade in unserer Region damit gut gestellt bin. Trotzdem überwog die negative Seite immer mehr und ich ging mit Anfang 50 schließlich auf neue Jobsuche. Ich war jedoch nicht erfolgreich, was meinen Frust weiter wachsen ließ, wie auch meine Wut auf meinen Chef. Ich machte ihn dafür verantwortlich, dass ich meine eigentlich schöne Arbeit aufgeben “musste”. Das ewige Hin und Her, der stetige Kampf mit dem Für und Wider war sehr anstrengend für mich und kostete mich viel Kraft. Erst als ich langsam aber sicher von dieser, für mich ausweglos scheinenden, Lage krank zu werden drohte, suchte ich Rat bei einer Psychotherapeutin. Und bei ihr fand ich die Hilfe, die im Grunde Nicole Alps beschreibt. Ich entschied mich schließlich, die Situation anzunehmen wie sie ist und an den positiven Stellschrauben zu drehen bzw. die guten Dinge in meinem Job, und darüber hinaus in meinem Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Das war erst vor ca. einem halben Jahr. Inzwischen geht es mir spürbar besser, auch gesundheitlich. Von Respekt ist mein Verhältnis zu meinem Chef nach wie vor nicht geprägt, aber zumindest von Toleranz und Annahme. Auch habe ich mir selbst neue Aufgaben gesucht und mich von manchen alten verabschiedet”, mit einem Teil meiner Kollegen neue Strukturen aufgebaut und so insgesamt mehr Abstand zu meinem Chef geschaffen. Ich habs einfach gemacht und es funktioniert. Und das beste daran ist, dass es meine Entscheidung ist. So wie auch bei Tanja. Bei ihr war es zwar letztlich doch der Arbeitsplatzwechsel, der ihr geholfen hat, aber jeder findet seinen eigenen Weg. Und das ist auch gut so. Euch allen noch einen schönen Sonntag und einen fokusierten Blick auf das Positive in eurem Leben.
    Heike
    PS: “Die Macht der guten Gefühle” will ich unbedingt noch lesen.

  • Danke für diesen Artikel der mich sehr nachdenklich macht, Dies umzusetzen ist für mich nicht leicht, doch ich übe daran und freue mich über jeden Fortschritt. So vieles ist möglich, doch manchmal denke ich ersticken wir in der Flut der Informationen, der Angebote, der Nachrichten. Ich gebe zu, mit 73 Jahren (meist negativer) Erfahrung ist es eine richtige Aufgabe, der ich mich jedoch gerne stelle,
    Nochmals herzlichen Dank und einen schönen Sonntag wünscht Hubert.

  • Hallo allerseits,
    meine Sichtweise tendiert zur Richtung von Renate. Mir erscheint die geschilderte Lösung etwas zu leicht. Wenn man täglich von negativen Erfahrungen überhäuft wird, warum auch immer, ist das Ausblenden nicht gerade ideal. Es häuft sich dann regelrecht an.
    Aber die Erfahrung zeigt, dass die positiven Erlebnisse immer mehr unter die Räder kommen. Insofern ist der Ansatz, gerade diesen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, sehr wertvoll.

  • Herzlichen Dank! Ein toller Beitrag! Auch ich habe vor kurzem das Buch ‘Die Macht der positiven Gefühle’ von B. Frederiksen gelesen und über genau diese Stellschrauben. Das hat mich sehr beeindruckt und mir Mut gemacht, da ich jemand bin, der die Tendenz hat, alles sehr ernst zu nehmen, das Schwere übergroß zu sehen und da gehen Freude und Leichtigkeit schon mal verloren. Da war es für mich echt eine ‘frohe Botschaft’ zu lesen und zu erfahren, dass es einen Weg raus gibt, aus dem erdrückenden Lebensgefühl. Gerade lese ich ‘Das Gehirn eines Buddha’ wo es auch um diese Punkte geht -und wie man es konkret macht – aber eben eher aus neurowissenschaftlicher Sicht! Ich danke dir, dass du deine Erfahrung hier wieder so schön, so unterhaltsam und so inspirierend erzählt hast, so lebenspraktisch :), das motiviert mich gerade, hier wieder wachsamer zu sein. Z.B. jetzt – die Sonne scheint – raus und neue Eindrücke und Erlebnisse beim Street Food Festival genießen :)…einen schönen Sonntag euch allen!
    Herzlich,
    Kirstin

  • Zeit zu Leben RedakteurInnen haben ganz bestimmt täglich weniger negative Erfahrungen zu bewältigen als Mitarbeiter durchschnittlicher Unternehmen ;-) Sie haben das Glück, ihre Arbeitszeit, diesen großen Anteil täglicher Lebenszeit, mit bewussten, wertschätzenden und idealistischen Menschen zu verbringen. Ich stimme dem beschriebenen Ansatz zwar grundsätzlich zu, fühle mich nur vom persönlichen Erfahrungsbericht hier in diesem Fall nicht angesprochen.

    • Tanja schreibt am 26. Juli 2015

      Trotzdem, liebe Renate, ist und bleibt jeder seines Glückes Schmied. Wenn es nicht mehr stimmig ist auf der Arbeitsstelle, muss man manchmal eine harte Prüfung bestehen und etwas Neues beginnen. Ich habe mich nach 21 Jahren endlich getraut und eine unkündbare, gut bezahlte Stelle gewechselt gegen eine neue, die mir in den ersten Wochen gar nicht gefallen hat. Ich habe dieser neuen Erfahrung inklusive neuer KollegInnen und Vorgesetzten eine Chance gegeben, bin bei mir und meiner freundlich abwartetenden und auch Offen-für-Neues-Haltung geblieben. es hat sich ausgezahlt: ich verstehe mich blendend mit fast allen, gehe morgens wieder gerne arbeiten und habe endlich eine für mich ethisch sinnvolle und vertretbare Arbeit, was ich vorher eben nicht hatte. Ich erhielt von meinen neuen KollegInnen das positive Feedback, dass ich Ruhe in das Team gebracht habe und das macht sich auf allen Ebenen bemerkbar.

  • … sich jeden Tag/Morgen zuerst “auszuzahlen” macht zufrieden …

  • Toller Artikel, toller Ansatz; bei mir gab es auch beim Lesen ein Aha-Erlebnis: Ach so? Ah :-) Kann es kaum erwarten es nach zu machen – im Prinzip lebt man die Achtsamkeit mit sich selbst und macht den Abstand zwischen Geist und Seele größer – ganz Shaolin ;-)

  • Der Gedanke über das Verhältnis von positiven und negativen Erfahrungen, hat mir besonders gut gefallen.
    Der Mensch kann selber an seinem Zustand schrauben.
    Wir können also selber dafür sorgen mehr positives zu erleben, als negatives. Jetzt müssen wir es noch in die Tat umsetzen!
    Guter Artikel – Danke

  • Toller Artikel! Diesen gedanklichen Ansatz finde ich wunderbar und ich werde ich in den nächsten Tagen ganz bewusst ausprobieren.
    Vielen Dank dafür.

    • Sabine Klander schreibt am 22. Juli 2015

      ….und das alles ohne “schlechtes Gewissen”…beide Schrauben sind unabhänging voneinander lösbar und/oder festzuziehen …. und die “Temperatur” ergibt sich durch das Leben, die Umstände und den Herausforderungen, denen man sich stellen kann , möchte. oder “muss”. Klingt nach “Idealzustand” :-)

      Danke für das “Bild” und die Erläuterungen.

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