1 Tipp für mehr Glück im Leben – trotz Problemen, Konflikten und Sorgen

Ich hatte die Nase gestrichen voll. Ich wollte mir einfach mal keine Sorgen mehr um die Zukunft machen. Ich hatte keine Lust mehr auf diesen einen Konflikt, der sich ja doch nicht lösen ließe. Auch auf die anderen Baustellen in meinem Leben hatte ich keine Lust mehr.

Seit Jahren arbeitete ich kontinuierlich an mir selbst. Ich entwickelte mich weiter und versuchte immer besser mit all den Schwierigkeiten und Hürden in meinem Leben umzugehen.Mein Leben war immer glücklicher geworden und wenn ich heute tot umfallen würde, könnte ich sagen: Ja, ich bin zufrieden mit meinem Leben. Es ist ein gutes Leben und ich kann gut gehen.

Aber sich immer weiterzuentwickeln ist auch anstrengend. Ich war ehrlich gesagt ein wenig mürbe und erschöpft. Ich hatte keine Lust mehr auf die nächste Baustelle, das nächste Problem, das es zu lösen galt. Oder all das, was in der Persönlichkeitsentwicklung so gerne als Herausforderung bezeichnet wird. Ich mochte nicht mehr. Ich wollte keine Herausforderungen mehr sehen und hören.

Zwei Stellschrauben für das Wohlbefinden

Manchmal braucht man ein bisschen Glück im Leben. Und mein Glück war, dass ich mich gerade intensiv mit der positiven Psychologie beschäftigte. Und eine Erkenntnis der positiven Psychologie besteht darin, dass es sozusagen zwei Stellschrauben gibt, an denen man drehen kann, um sein Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit zu beeinflussen: Das sind unsere negativen und positiven Erfahrungen.

Was ist damit gemeint?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass nicht die Anzahl unserer negativen Erfahrungen, also Schicksalsschläge, Frust, Stress, Konflikte, Sorgen oder Befürchtungen dafür verantwortlich sind, wie zufrieden oder glücklich wir sind.

Für unser Wohlbefinden ist etwas ganz anderes verantwortlich. Es geht um das Verhältnis zwischen negativen und positiven Erfahrungen. Also darum, dass wir deutlich mehr positive Erlebnisse und Erfahrungen als negative benötigen, um uns wohl zu fühlen, zufrieden zu sein und das Leben als positiv und gelingend zu erleben.

Je mehr positive Erfahrungen im Verhältnis zu unseren negativen Erfahrungen, desto größer sind unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit.

Jemand, der zwar viel Schweres durchmacht oder sich womöglich häufig Sorgen macht, kann sich dennoch sehr wohl fühlen. Dann nämlich, wenn er bewusst oder auch unbewusst dafür sorgt, dass er häufig etwas Schönes oder Wohltuendes erlebt. Das können ganz unterschiedliche positive Erfahrungen sein. Intensive Freude, Euphorie oder auch Ekstase. Aber auch eher stille Gefühle wie innerer Frieden, Dankbarkeit oder Entspannung.

Jemand anderes hingegen, dessen Leben recht unkompliziert und problemlos dahinplätschert, der aber auch nicht viel Positives erlebt, fühlt sich womöglich im Ganzen gar nicht so wohl. Ist vielleicht sogar eher unzufrieden oder ein wenig deprimiert.

Negative Erfahrungen minimieren und positive Erfahrungen vermehren. Das sind die zwei Stellschrauben für unser Wohlbefinden.

Ich habe beide Stellschrauben schon lange fest in meinem Leben verankert. Ich versuche immer wieder besser mit Schwierigkeiten umzugehen und vor allem wiederkehrende Probleme, Konflikte und belastende Situationen zu lösen. Und auch positive Erfahrungen bringe ich schon lange verstärkt in mein Leben.

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Ich bin frei

Es war eine Art Aha-Erlebnis, als ich erkannte: Ich habe keine Lust mehr, an der Stellschraube für meine negativen Erfahrungen zu drehen. Ich will mich darum einfach nicht mehr bewusst kümmern. Nur das war es, was ich nicht mehr mochte: Probleme lösen, Schwierigkeiten bewältigen, eben negative Erfahrungen minimieren.

Gegen die Stellschraube für die positiven Erfahrungen hatte ich gar nichts. Das war schön und häufig leicht. Natürlich musste ich mich da ab und zu aufraffen oder mir etwas Neues einfallen lassen, um wieder eine andere positive Erfahrung zu machen. Aber selbst diese Überlegungen waren ja schon schön und irgendwie beflügelnd.

Und das Allerwichtigste an diesem Aha-Effekt war: Ich habe die Wahl. Ich bin frei. Ich entscheide, an welcher Stellschraube ich drehe. Bislang habe ich beides versucht möglichst bewusst zu steuern:

  • meine negativen Erfahrungen zu verringern und
  • meine positiven Erfahrungen zu verstärken

Aber so muss ich nicht weitermachen: Ich kann mich auch weiterhin ganz bewusst um meine beiden Stellschrauben kümmern. Aber ich könnte auch sagen: Ich lasse es jetzt einfach mal sein, an der Stellschraube für negative Erfahrungen zu drehen. Ich probiere aus, wie es ist, wenn ich mich nur auf die Stellschraube für meine positiven Erfahrungen konzentriere.

Ob das geht? Ob das funktionieren kann? Oder werden mich meine negativen Erfahrungen dann überschwemmen? Werden meine ungelösten Probleme und Schwierigkeiten mich nicht völlig runterziehen? Solche Fragen habe ich mir gestellt.

Meine Antwort war: vielleicht aber ja auch nicht. Denn eigentlich habe ich mittlerweile ja ganz gute Mechanismen, um Schwierigkeiten ganz automatisch zu bewältigen. Die meisten alltäglichen Probleme löse ich sozusagen im Autopilot. Und den verliere ich ja sicher nicht, wenn ich mich jetzt mal eine Weile nur auf die positiven Erfahrungen in meinem Leben konzentriere. Ob es funktioniert, finde ich nur raus, wenn ich es ausprobiere.

Die Aufwärtsspirale der positiven Erfahrungen

Daher habe ich mich getraut, mich bewusst nur auf eine Stellschraube für mein Wohlbefinden zu konzentrieren.

Jedenfalls, soweit es irgendwie ging. Natürlich hat das nicht immer und in jedem Fall funktioniert. Aber in vielen Fällen eben doch.

So habe ich z. B. einen schon lange schwelenden Konflikt einfach weiterlaufen lassen. Sorgenvolle Gedanken habe ich kommen lassen, aber dann auch nicht weiter drüber nachgegrübelt.

Stattdessen hab ich mich noch öfter dem Guten und Schönen in meinem Leben zugewandt. Etwas Schönes gemacht. Dinge ausprobiert, die ich sonst nicht mache. Und mich mit Menschen getroffen, die mir guttun. Und vor allem stärker dafür gesorgt, dass die vielen Kleinigkeiten, die das Leben schöner machen, zunehmen. Hier einen Blumenstrauß, dort eine halbe Stunde auf dem Balkon sitzen, morgen einen Spaziergang im Wald, gestern Federballspielen mit meinem Mann. All diese Kleinigkeiten sorgen für mein Wohlbefinden, und zwar in einem viel höheren Maße, als ich erwartet hatte.

Mich mit ganzer Kraft auf die Stellschraube für positive Erfahrungen zu konzentrieren war eine ganz erstaunliche Erfahrung. Denn die positiven Erfahrungen wirkten meinem Eindruck nach viel stärker auf mein Wohlbefinden, als wenn ich meine Energie und Kraft gesplittet hätte. Also weiterhin versucht hätte, gleichzeitig auch bewusst, meine negativen Erfahrungen zu minimieren.

Durch den Fokus auf die positiven Erfahrungen habe ich das Gefühl, unbeschwerter und mit mehr Begeisterung durchs Leben zu gehen.

Und ich habe außerdem den Eindruck, dass mich Negatives gar nicht so stark belastet wie sonst. So scheint z. B. mein Ärger über mich selbst oder über andere irgendwie schneller zu verfliegen. Meine Sorgen um Kleinigkeiten sind teilweise gar nicht mehr da. Oder ich kann sie ganz leicht wegwischen. Und Situationen, in denen ich mir sonst einen Kopf gemacht hätte, gehe ich viel entspannter an.

Das lässt sich auch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen über positive Erfahrungen erklären. Denn eine Verstärkung der positiven Erfahrungen hat den Effekt, dass eine positive Aufwärtsspirale in Gang gesetzt wird. So führt ein Mehr an positiven Erfahrungen dazu, dass man sich leichter wieder von negativen Erlebnissen lösen kann, dass Stress schneller herunterreguliert wird und man offener wird für weitere positive Erfahrungen.

Ich bin selbst sehr erstaunt darüber. Aber im Grunde bestätigt meine Erfahrung nur, dass die positive Psychologie an dieser Stelle sehr nützlich ist und ihre Erkenntnisse auch in der Umsetzung für mich funktionieren: Konzentriere ich mich darauf, mehr Positives zu erleben, werde ich widerstandsfähiger gegen Negatives. Und fühle mich im Ganzen wohler und zufriedener. Entspannter, leichter und irgendwie beschwingter.

Bereit für alte und neue Herausforderungen

Seit ein paar Tagen merke ich, dass ich auch mal wieder an die negative Stellschraube ransollte. Denn natürlich bringt es auf Dauer nichts, Konflikte einfach auszusitzen oder Probleme, die sich ergeben, einfach nicht zu lösen. Die negativen Erfahrungen belasten mich wieder stärker. Und ich möchte sie so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, um mich wieder besser zu fühlen.

Auch diese Erfahrung passt zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Denn tatsächlich ist es so, dass negative Erfahrungen von uns Menschen stärker wahrgenommen werden. Unser Gehirn speichert negative Erfahrungen anders ab als positive. Sodass wir uns schneller wieder an sie erinnern und sie intensiver in Erinnerung behalten. Das hängt einfach mit unserer menschlichen Entwicklung zusammen. Ursprünglich war es für den Menschen überaus notwendig, dass gerade negative und bedrohliche Erfahrungen besser fokussiert werden können. Denn davon hing oftmals das Überleben ab. Äußere Bedrohungen sehr schnell und intensiv wahrzunehmen sorgte dafür, dass man lange und gut lebte.

Um sich mit möglichst wenig Negativem zu belasten, ist es daher natürlich sehr sinnvoll, sich bewusst darum zu bemühen, immer wiederkehrende Schwierigkeiten und Belastungen zu verringern. Seine Probleme zu lösen, Konflikte zu bereinigen und ärgerliche Aufgaben nicht lange vor sich herzuschieben, sondern schnell zu erledigen.

Nachdem ich mich eine Weile stark auf meine positive Stellschraube konzentriert habe, fühle ich mich jetzt auch wieder mehr bereit, an meinen schwierigen Baustellen zu arbeiten. Denn ich kann im Ganzen entspannter und gelassener darauf zugehen. Und das ist auch schon wieder eine sehr wohltuende Erfahrung :-)

Mein Fazit: Eine Zeit lang die Stellschraube der positiven Erfahrungen fester in den Blick zu nehmen, lohnt sich. Mein Leben wird reicher an Entspannung, Leichtigkeit, Freude und Wohlbefinden. Und außerdem gewinne ich zusätzliche Energie und Kraft, mich mit meinen schwierigen Gefühlen und Erfahrungen auseinanderzusetzen. Die kann ich dann leichter und mit mehr Energie und Kraft angehen. Sodass ich wieder an beiden Stellschrauben bewusst drehen kann.

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