Trennung oder Neubeginn (Klaus Sejkora)

„Trennung oder Neubeginn. Hilfe für Paare in der Krise“ – von Klaus Sejkora – Munderfing: Fischer & Gann, 2015 – 270 S. – ISBN: 978-3-903072-00-8 – 18,99 €

Wenn Menschen vor der Entscheidung stehen, sich als Paar zu trennen oder der Beziehung noch mal eine neue Chance zu geben, dann ist das alles andere als einfach. Oder vielleicht hat man auch schon eine Entscheidung getroffen, hadert aber dennoch mit ihr. Auch das kann sehr schmerzhaft sein.

Für genau solche Lebenssituationen hat Psychologe und Psychotherapeut Klaus Sejkora nun seine jahrelangen Erfahrungen in der Arbeit mit Paaren als Prozess in diesem Buch zusammengefasst. Klaus Sejkora nimmt einen – wie er selbst schreibt – mit auf eine Reise. Eine Reise, die sehr intensiv und auch sehr anstrengend sein kann. Aber notwendig ist, um am Ende eine gute Entscheidung treffen zu können. Basis für seine Arbeit ist die so genannte Transaktionsanalyse.

Die Reise beginnt in der Gegenwart der Beziehung und damit im ersten Kapitel. Darin beschreibt Klaus Sejkora zunächst die Beziehung als ein Karussell. Dieses Karussell wird in Beziehungen, die in einer Krise stecken, immer wieder angefeuert, indem man im Miteinander immer wieder die gleichen Muster nutzt. Ziel dieses Kapitels ist es, diese Muster bei sich selbst, dem Partner, aber auch im gegenseitigen Miteinander aufzudecken und zu verstehen. Dadurch wird eine solide Basis geschaffen, um überhaupt sinnvoll an den weiteren Themen arbeiten zu können.

Im zweiten und längsten Kapitel geht es dann eingehend um die Vergangenheit. Nicht nur um die des Paares, sondern auch die der einzelnen Personen. Es wird noch intensiver erarbeitet, inwiefern bestimmte Verhaltensmuster in der Vergangenheit wurzeln und wie sie heute noch unbewusst von einem selbst angewendet werden. Das kann natürlich sehr schmerzhaft sein, dient aber dazu, die Beziehung besser zu verstehen und auch mehr Verständnis für das eigene Verhalten und das des anderen aufzubringen. Dieses Kapitel schafft die Grundlage, auf der schließlich eine Entscheidung getroffen werden kann.

In Kapitel 3 geht es um die wichtigen Themen Hoffnung und Verzeihen alter Verletzungen. Also um die Zukunft. Denn es ist auch wichtig, sich im Vorfeld einer Entscheidung ganz konkret mit dem zukünftigen Leben mit oder ohne den anderen zu beschäftigen. Erst dann wird wirklich eine Entscheidung – und zwar eine gemeinsame – getroffen. Eine Entscheidung, die nicht „einfach so“ passiert, sondern unter Berücksichtigung der eigenen Lebensgeschichte, der des Partners und der gemeinsamen Beziehungsgeschichte. So dass beide am Ende guten Gewissens weiter an der Beziehung arbeiten oder getrennte Wege gehen können, ohne sich gegenseitig zu hassen. Sondern ein Verständnis dessen haben, was passiert ist und was das mit der Beziehung und einem selbst gemacht hat.

Ich persönlich war während des Lesens etwas hin- und hergerissen, gerade im ersten Kapitel. Meine Gedanken reichten von „Das ist echt anspruchsvoll und am Anfang nicht einfach zu verstehen“ zu „Mann, ist das spannend“. Etwas klarer habe ich das erste Kapitel dann gesehen, als ich Kapitel 2 gelesen hatte, weil dort noch mal einiges erläutert wurde. Es ist also ein wirkliches Arbeitsbuch, das man nicht mal so nebenbei lesen kann.

Klaus Sejkora untermauert den ganzen Prozess an einem konkreten Beispiel aus der Praxis. Die abgedruckten Dialoge machen deutlich, was genau er meint, und das ist klasse. Anschließend gibt es immer Übungen, die man auch wirklich machen sollte, obwohl es wirklich viele sind. Sie sind für Paare gut angeleitet. Es wird also gesagt, welche Übung man erst allein machen soll, wann man sich mit dem Partner austauschen soll und wie viel Zeit dazwischen verstreichen sollte. Dabei greift der Autor auch viele Hindernisse auf, denn es ist vermutlich schwer, als Paar solch ein Thema für sich zu erarbeiten. Und das ist wohl auch die größte Herausforderung und da habe ich mich zwischendurch gefragt, ob Paare das wirklich einzeln bzw. zu zweit bewerkstelligen können oder doch auch Begleitung brauchen.

Aber wenn auch nur eine Person für sich aus diesem Buch ganz viel ziehen und der Beziehung dadurch eine neue Richtung geben kann. Oder wenn jemand, der sich bereits getrennt hat, die Beziehung im Nachhinein besser verstehen lernt. Oder wenn es der Anstoß sein kann, in eine Beratung zu gehen, dann ist unheimlich viel gewonnen.

Bewertung: PunktPunktPunkt – PunktPunkt

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Über Barbara Pötter

Barbara Pötter ist Sozialpädagogin, Coach für psychosoziale Beratung und Schreiberin.

Nachdem sie knapp 3 Jahre bei Zeitzuleben als Redakteurin und Kursleiterin mitgewirkt hat, hat sie in Konstanz am Bodensee ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.

Unter www.stadtlandfreund.de bietet sie nun Veranstaltungen für Menschen an, die neue Leute kennenlernen möchten und gleichzeitig die Stadt und das Umland besser erkunden wollen. Damit greift sie ein Thema auf, das sie auch hier bei Zeitzuleben aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr beschäftigt hat und das viele Menschen in ihrem Leben immer wieder berührt.

 

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