Unsere Tipps für ein friedliches Weihnachtsfest

Weihnachten steht vor der Tür. Das Fest der Liebe und des Friedens. Ein paar schöne Feiertage, die wir mit unseren Liebsten verbringen. An denen wir uns bei Kerzenschein gegenseitig beschenken und alljährlich wieder die in dritter Generation vererbte weiße Leinentischdecke aufziehen, um mit gutem Wein auf die Weihnachtsgans anzustoßen.

Für viele Menschen stimmt das so. Sie freuen sich jetzt schon darauf, haben ein schönes, harmonisches Fest und sind dann ganz traurig, wenn es nach 3 Tagen schon wieder vorbei ist und der Alltag wieder einkehrt.

Aber für ebenso viele Menschen ist Weihnachten etwas wirklich Beängstigendes. Denn alle haben große Erwartungen an das schöne, friedvolle Fest. Es muss perfekt werden, nicht nur das Weihnachtsessen, sondern auch die Stimmung. Alle müssen sich vertragen, auch wenn sie sonst nicht unbedingt viel und gerne Zeit miteinander verbringen. Und gefühlt hat das Fest auch weniger mit Ruhe zu tun, sondern mehr mit richtigem Stress – gerade, wenn es alljährlich zu einem großen Besuche-Marathon kommt.

Und nicht wenige sind dann wirklich erleichtert, wenn Weihnachten mit all dem Besuche-Stress endlich wieder vorbei ist und das normale Leben wieder weitergehen kann.

Kommt dir das vielleicht bekannt vor? Dann möchten wir dir heute unsere besten Tipps vorstellen, mit denen du Weihnachten (aber auch andere Familienfeste) besser überstehst.

Ralfs Tipp: Bei sich selbst ansetzen

ralf-senftlebenAlbert Einstein soll ja mal sinngemäß gesagt haben:

„Wahnsinn ist, wenn man immer das Gleiche tut, aber jedes Mal einen anderen Ausgang erwartet.“

Diese Idee kann ich auch auf Weihnachten anwenden. Indem ich mir überlege, wo die klassischen und immer wiederkehrenden Stress-, Nerv- und Streitpunkte in den letzen Jahren waren.

Ich frage mich also:

  • Was geht eigentlich zu Weihnachten meistens schief?
  • Wann und wo gibt es immer Streit?
  • Was nervt mich jedes Jahr zu Tode?

Dann wäre die nächste Frage: „Was kann ICH tun, damit es dieses Jahr besser wird?”“

Ich setze also an dem einzigen Punkt an, an dem ich etwas ändern kann, damit es anders wird. Bei mir. Denn die anderen kann ich ja schlecht ändern.

Ich könnte also an den Stress- und Nervpunkten folgendes tun:

  • Vielleicht meinen Stolz runterschlucken.
  • Nichts sagen und mir meinen Teil denken.
  • Kurz den Raum verlassen.
  • Tief durchatmen und nur lächeln.
  • Mich mit etwas anderem ablenken.
  • Usw.

Ich versuche also klug zu handeln und nicht das Gleiche zu tun, wie sonst. Sondern etwas anderes. Damit es anders wird.

Wenn ich Weihnachten schön haben will, ist das eben eine Frage der Selbstverantwortung. Die anderen kann ich nicht ändern. Aber ich kann mich und mein Verhalten ändern. Was einfach manchmal der einzige Weg ist, mein Weihnachten schön zu gestalten.

Judiths Tipp: Erwartungen prüfen und abgleichen

judith-wischhofIch habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Konflikte an Weihnachten dadurch entstehen, dass einfach komplett unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie diese Feiertage verlaufen sollten, aufeinandertreffen.

  • Du wünscht dir, dass du den Abend gemeinsam und in aller Ruhe mit der Familie verbringst. Aber dein Sohn schaut schon ab 21 Uhr auf seine neue Uhr, weil er gerne noch feiern gehen möchte. Für dich ist das eine große Enttäuschung.
  • Du erwartest, dass alles so ist, wie es auch die letzten 15 Jahre war, und möchtest an liebgewonnenen Traditionen festhalten. Dein Mann hingegen ist dieses Jahr zum Weihnachtsgrillen eingeladen, und kommt erst kurz vor dem Abendessen mit einer leichten Bierfahne nach Hause.
  • Deine Tochter kommt am ersten Weihnachtstag mit Mann und Enkelkindern zu Besuch, es gibt ein riesiges Chaos und irgendwie läuft nichts so, wie du es dir vorgestellt hast.

Ja, gerade wenn liebgewonnene Traditionen unterbrochen werden, kann es schnell zu Enttäuschungen oder Konflikten kommen.

Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld mit der Familie und denen, mit denen man das Weihnachtsfest verbringen möchte, abzusprechen:

  • Wie wünsche ich mir das Weihnachtsfest?
  • Was wünschen sich die anderen?
  • Was könnte diesmal anders kommen als erwartet?
  • Und wie können wir es so hinbekommen, dass alle glücklich und zufrieden sind?

Barbaras Tipp: Gut geplant ist halb gewonnen

barbara-poetterIch habe die Erfahrung gemacht, dass für mich Weihnachten einfach schon dadurch viel weniger stressig wird, weil ich im Voraus gut plane. Und zwar so, dass es mir gut dabei geht, aber trotzdem die anderen nicht zu kurz kommen.

Wie das geht?

Mach dir einen „Weihnachtstage“-Plan. Schreib dazu alle Termine, die du hast, auf. Und nun unterteil diese in: „Ich muss“-Termine und „Ich möchte“-Termine. Also in Termine, die dich eher stressen und anstrengend sind, und in Termine, die dir am Herzen liegen und die dir guttun. Markier sie in unterschiedlichen Farben.

Und dann schau dir deinen Plan an. Ist er so in Ordnung für dich? Oder wie kannst du ihn so gestalten, dass sich anstrengende und nervige Termine mit wohltuenden, Kraft gebenden Terminen abwechseln? Oder wo kannst du noch wohltuende Inseln einbauen? Vielleicht:

  • ein Treffen mit einer guten Freundin oder einem guten Freund von früher
  • einen Kaffeestopp an der Tankstelle auf dem Weg zu den Schwiegereltern
  • einen Spaziergang
  • ein Weihnachtskonzert in der näheren Umgebung

Mach dir bewusst: Wenn du deine Weihnachtstage von vornherein planst, bist du der Herr über deine Termine. Und nicht andersherum.

Nicoles Tipp: Sei dankbar

nicole alpsEines hilft mir an Weihnachten ungemein. Gerade wenn es stressig wird. Es Streit gibt oder vielleicht einfach nur eine gereizte Stimmung herrscht.

Dann versuche ich mich ganz bewusst auf das zu konzentrieren, was schön und wertvoll ist. Was Weihnachten für mich ausmacht, mein Herz berührt und mich anrührt. Zum Beispiel, dass ich Teil einer Familie bin, Weihnachtslieder singe oder wir einen schönen Weihnachtsbaum haben. Besonders gut gelingt mir das, wenn ich mich immer mal zwischendurch oder auch jetzt schon im Vorfeld frage:

  • Wofür bin ich an diesem Weihnachtsfest dankbar?
  • Was mag ich an den Menschen, mit denen ich feiere, besonders gerne?
  • Was würde ich an Weihnachten vermissen, wenn es nicht da wäre?

Mit jeder dieser Antworten mache ich mir selbst ein kleines Weihnachtsgeschenk. Weil ich damit die Weihnachtsfreude in mein Leben lasse. Auch, wenn nicht alles perfekt läuft. Ich manches bedauere oder ich auch mal traurig bin. Diese Fragen und Antworten sind wie kleine Weihnachtspäckchen, die unter dem Baum liegen. Und die ich nur auszupacken brauche.

Mathias’ Tipp: Schaff dir Rückzugsräume

mathias-rudolphWeihnachten ist für mich ein richtiges Familienfest. Aber nicht in jeder Familie laufen die gemeinsamen Feiertage immer nur harmonisch ab. Gerade wenn man plötzlich sehr viel Zeit gemeinsam verbringt, und das womöglich noch auf engem Raum, kann das ja zu ungeahntem Stress führen.

Deshalb ist es mir persönlich immer wichtig, mich zwischendurch auch mal rausziehen zu können, falls mir gefühlt mal die Decke auf den Kopf fällt. Es tut immer gut, wenn man zwischendurch auch mal für sich sein kann, denn solch eine kurze Verschnaufpause senkt einen etwaigen Stresspegel schnell wieder ab.

Ich zum Beispiel gehe dafür gerne mal eine Stunde in den Wald zum Joggen. Das ist für meine Familie auch in Ordnung, denn ich kündige immer an, dass ich vielleicht heute noch mal laufen gehen will.

Für viele ist es aber sicherlich nicht so ganz leicht, sich spontan mal rauszuziehen, weil man vielleicht bestimmte Verpflichtungen hat oder das bei den Verwandten womöglich komisch ankommt. Deshalb ist es wichtig, sich vorher schon zu überlegen, wie man das für sich umsetzen kann, falls es notwendig sein sollte. Da ist vielleicht auch etwas „Kreativität“ gefordert.

Frag dich dafür: Was könnte ich tun, um spontan etwas Ruhe zu bekommen, wenn ich sie mal brauchen sollte?

Hier noch ein paar Beispiele:

  • Du gehst doch noch mal spontan etwas besorgen, z. B. Geschenkpapier, und lässt dir dabei einfach etwas Zeit.
  • Du gehst noch mal eine Extrarunde mit dem Hund.
  • Du telefonierst noch mal mit einem guten Freund oder einer guten Freundin und gehst dafür raus.
  • usw.

Mellis Tipp: Theater, Theater

melliIch bin ein sehr entspannter Hund und wenn ich es mir aussuchen kann, dann verbringe ich meinen Tag eigentlich am liebsten nur mit Ralf. 60 % schlafen, 30 % essen, 10 % spazieren. Ja, das ist ein perfekter Tag für mich.

Das Chaos an Weihnachten, die viele Aufregung, das Kindergeschrei und die Anspannung bei den Erwachsenen finde ich da immer anstrengend. Das Gute ist, dass ich da nicht mitmachen muss. Und mir die ganze Sache mit etwas Abstand anschauen kann.

Und das ist auch mein Tipp an dich: Gerade, wenn es anstrengend wird, wenn vielleicht Streit aufkommt oder Chaos und du es kaum mehr aushältst, dann nimm doch mal meine Perspektive ein.

  1. Nimm dir ein bisschen räumlichen Abstand. Setz dich vielleicht an einen anderen Platz, etwas weiter weg vom Geschehen.
  2. Und dann schau dir das Tohuwabohu mal aus diesem etwas größeren Abstand an. Stell dir vor, du sitzt gerade im Theater oder im Kino. Und das, was da abläuft, ist ein Theaterstück oder ein Film.
  3. Vielleicht möchtest du diesem Stück einen Titel geben? Wer hat welche Rolle? In welches Genre lässt sich die Szene einordnen? Ist es vielleicht sogar ein lustiger Film?

Ja, manchmal ist es ein Drama. Aber ganz oft fühle ich mich – aus dieser Perspektive – auch irgendwie gut unterhalten. Sicher ist, dass mit ein bisschen Abstand alles viel entspannter wird. Und das kannst du mit diesem Tipp selbst auch einmal erfahren.

Wir wünschen euch allen ein fröhliches, entspanntes und wunderschönes Weihnachtsfest.

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