Vom Umgang mit dem Tod

Das Thema Tod bei Zeit zu leben? Ja, denn der Tod gehört zum Leben dazu. Sehr viele Menschen mögen sich am liebsten gar nicht mit der Tatsache beschäftigen, das alles Leben auch einmal sein Ende finden wird – das von geliebten Menschen und auch das eigene. Aber wer das Sterben verneint, schneidet sich von einem Teil des Lebens ab. Leben und Sterben sind untrennbar miteinander verbunden. Die Angst vor dem Tod oder davor, geliebte Wesen zu verlieren, hemmt unsere unbeschwerte Lebensfreude und -energie.

Konstruktive Gedanken zum Tod

Wir möchten Sie dazu ermutigen, sich aktiv und konstruktiv mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Das Verneinen und Verdrängen des Todes hilft niemanden. In früheren Zeiten, war der Tod als Phänomen viel präsenter. In einer Großfamilie kam es z.B. viel öfter dazu, dass das Sterben von allen begleitet wurde. Heute findet das Sterben vor allem in Krankenhausbetten statt. Das Thema Tod sollte aber kein Tabu sein, denn es ist Teil des gesamten Kreislaufs.

Unsere Artikel zum Thema Tod

Wirklich zu verstehen, dass das eigene Leben irgendwann zu Ende geht, ist keine einfache Erkenntnis. Den Gedanken an unsere Vergänglichkeit zuzulassen, macht schnell Angst. Vielen Menschen helfen spirituelle oder philosophische Ansätze dabei, mit der Tatsache zu leben, dass unser Dasein irgendwann zu Ende geht. So kann die Aussicht auf einen himmlischen Zustand nach dem Leben, auf eine Wiedergeburt oder auch die Vorstellungen eines energetischen Zustandes, in den wir übergehen, für den einen oder andern sehr tröstlich sein.

Tipps

Befassen Sie sich doch einmal ganz bewusst mit den unterschiedlichen Denkansätzen, die die verschiedenen Religionen oder auch Philosophen hervorgebracht haben und überlegen Sie, welche Vorstellungen Ihnen ganz persönlich den Gedanken an Ihren Tod leichter und annehmbarer für Sie machen.

Reden Sie auch mit anderen Menschen über den Tod. Der Austausch mit anderen hilft bei der Bewältigung eigener Ängste und ermöglicht neue Gedanken.

Den Tod akzeptieren

In letzter Konsequenz können wir uns nur von unserer Angst vor dem Sterben frei machen, wenn wir lernen, unseren Tod als etwas ganz Natürliches zu akzeptieren.

Übung

Überlegen Sie einmal, wie Ihr eigener Tod aussehen könnte: Wenn es ein Bild, eine Figur, ein Wesen gäbe, was Ihren Tod symbolisieren würde, wie sähe das aus? Können Sie es beschreiben? Vielleicht sogar malen?

Möglicherweise haben Sie schnell sehr beängstigende und grauselige Bilder im Kopf. Dann versuchen Sie sich diesen Bildern zu stellen, in dem Sie z.B. Fragen an Ihren Tod stellen und ihm Ihre Ängste mitteilen. Lernen Sie ihn kennen.

Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber durch die inneren Bilder, die wir in unserem Kopf erschaffen können, haben wir die Möglichkeit, genau so etwas zu tun. Sie können sich auf diese Weise sehr konstruktiv mit Ihrem Tod auseinandersetzen und er verliert so seinen Schrecken.

Beim Thema Tod geht es vor allem um das Leben

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod bringt uns fast zwangsläufig zu der Frage, was wir aus unseren Leben machen wollen. Denn was auch immer wir annehmen, was nach unserem Tod geschehen wird, so geht es für uns in diesem Augenblick doch einzig darum, zu leben. Keiner weiß wirklich, was nach unserer Existenz hier folgt, und dass wir hier sind, stellt uns vor die Aufgabe, etwas aus unserem Leben zu machen.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Was uns der Tod lehren kann

Wenn wir uns mit unserem eigenen Lebensende beschäftigen, können wir daraus vieles für uns lernen:

  • Der Tod kann uns lehren, das Leben zu lieben.
  • Der Tod lässt uns die Bedeutung unserer Lebenszeit klar werden.
  • Der Gedanke an unseren Tod kann uns heute bewusst und intensiv leben lassen.
  • Der Tod lässt das deutlicher werden, was wirklich wichtig ist.
  • Der Tod macht klar, dass nichts selbstverständlich ist.

Es geht hier nicht darum, Gedanken an den eigenen Tod zu verherrlichen. Aber wer sich wirklich einmal bewusst macht, dass sein Leben irgendwann zu Ende ist, kann daraus die Motivation und auch die Lust schöpfen, heute etwas aus der Zeit zu machen, die man hier hat.

Übung

In vielen Selbsterfahrungsseminaren wird der eigene Tod dafür genutzt, herauszufinden, was man wirklich will. Diese Übungen können sehr heftig, aber auch sehr hilfreich sein. Sie müssen für sich selbst entscheiden, inwieweit Sie sich auf eine solche Übung einlassen wollen.

Ein Klassiker ist die Visualisierung der eigenen Beerdigung. Sie stellen sich dazu das vor, was Sie möchten, was an Ihrem Grab über Sie und über Ihr Leben gesagt wird.

Eine ähnliche Übung, die wir an anderer Stelle vorgestellt haben, ist die Übung Der 80. Geburtstag.

Carpe diem – Nutze den Tag!

Was immer Sie glauben mögen, was nach dem Tod passieren wird – es lohnt sich, heute im Hier und Jetzt zu leben. Denn das Leben jetzt ist Ihnen sicher.

Jeder Augenblick, den Sie hier sind, ist es wert, von Ihnen wertgeschätzt und genossen zu werden. Leben Sie Ihr Leben!

Der Tod eines nahestehenden Menschen oder eines geliebten Wesens reißt ein großes Loch ganz tief in uns. Der Schmerz ist so unendlich groß und es scheint, als könnten nie wieder unbeschwerte und fröhliche Tage kommen. Die Verzweifelung über den Verlust kann so groß sein, dass manch einer selbst kaum weiterleben will. Wie kann man lernen, mit einem solchen Verlust umzugehen und wie können wir den Tod derer, die wir lieben akzeptieren?

Über Abschied und Trauer

Das Annehmen des Verlusts von Menschen und Wesen, die wir lieben, ist eine der schwersten Aufgaben, die wir in unserem Leben zu bewältigen haben. Wir müssen erkennen, dass wir nichts festhalten können und dass es Dinge gibt, die sich unserer Kontrolle entziehen, so verzweifelt wir auch versuchen mögen, Einfluss zu nehmen. Abschied und Trauer sind Themen, die früher oder später auf jeden von uns zukommen und wir müssen lernen, mit dem Schmerz umzugehen.

Phasen der Trauer

Die Verarbeitung eines Verlusts durch den Tod erfolgt in der Regel in verschiedenen Phasen (n. Verena Kast):

  • Phase 1: Schock und Verneinung – Nach dem Verlust eines geliebten Menschen reagieren die meisten von uns mit Schock und Verneinung. Wir können es einfach nicht fassen und deshalb “kann nicht sein, was nicht sein darf”. Diese Phase kann kurz sein, aber auch über Wochen, ja sogar Monate andauern.
  • Phase 2: Aufbrechende Gefühle – Während für die erste Phase eine Empfindungslosigkeit typisch ist, brechen nun die Gefühle des Hinterbliebenden hervor. Wut, Verzweifelung, Schuldgefühle, Schmerz – alle möglichen Gefühle können nun spürbar werden und uns überwältigen.
  • Phase 3: Suchen und Trennen – In dieser Phase sucht der Hinterbliebende den Kontakt zum Verstorbenen – sei es durch Rituale, wie das Mitdecken des Tisches für den Toten, durch Tagträume oder ähnliches. In dieser Phase ist ein Wechselbad der Gefühle zwischen Verneinung, Trauer, Trost, Ernüchterung und Annehmen typisch.
  • Phase 4: Entstehen eines neuen Selbst- und Weltbezugs – Erst in dieser Phase erfolgt die tatsächliche Akzeptanz des Todes. Der Hinterbliebende beginnt, seinen Lebensrhythmus neu zu gestalten, die Gewohnheiten, die mit dem Verstorbenen geteilt wurden, werden aufgegeben. Eine Form von Neuanfang wird möglich.

In der Praxis sind diese Phasen keineswegs deutlich voneinander zu trennen und sie stellen auch kein gradliniges Nacheinander dar. Vielmehr mischen sich die einzelnen Phasen, gehen ineinander über und wechseln sich ab. Es gibt auch bei Personen, die glaubten, über den Verlust hinweggekommen zu sein, immer wieder heftige Gefühlsausbrüche und man kann auch noch nach Jahren heftig schmerzende Trauerphasen erleben.

Trauer braucht vor allem Zeit

Eine so tiefe Wunde, wie die, die durch den Verlust eines geliebten Wesens entsteht, heilt nicht schnell. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass Trauer und Abschied sehr langwierige Prozesse sein können. Jeder Mensch hat hier sein ganz eigenes Tempo – und manch einer trauert Jahre. Lassen Sie sich also selbst Zeit mit Ihrer Trauer und geben Sie diese Zeit auch anderen Menschen, die trauern. Als Angehörige von trauernden Menschen neigen wir dazu, uns zu wünschen, der andere solle doch den Tod möglichst schnell überwinden. Das aber geht oft schlicht nicht. Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen ist eine tiefe Verletzung und so wie Menschen oft nach einer körperlichen Erkrankung eine sehr lange Rekonvaleszenzzeit brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen, so ist es auch beim Trauerschmerz.

Der Satz “Das Leben geht weiter”

“Das Leben geht weiter” ist vielleicht einer der Sätze, die man in der Trauer am wenigsten hören mag. Der Satz wirkt zynisch angesichts der Leere, die man empfindet. Gleichzeitig aber ist es ein sehr tröstlicher Satz, der den Blick nach vorn öffnen kann. Wer trauert, will manchmal selbst nicht mehr leben. Aber genau darum geht es: Weiterzuleben. Und das Weiterleben ist möglich, so schlimm uns der Verlust auch scheint. Wer seine Trauer und den Schmerz annimmt und lernt, mit dem Tod der Lieben zu leben, wächst und reift. Und dabei können vielleicht unsere Übungen für den Umgang mit der Trauer ein kleines Stück weiterhelfen.

Wir haben hier einige Übungen zusammengestellt, mit denen sich Trauer aktiv bearbeiten lässt. Aber wir wissen auch, dass gerade in Phasen, in denen wir vor Schmerz nicht weiterwissen, es sehr schwer ist, die Energie zu finden, solche Übungen auch tatsächlich zu machen. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Möglicherweise ist es noch nicht Zeit, den Verlust aktiv zu bearbeiten. Schauen Sie einfach einmal, wovon Sie sich angesprochen fühlen und forcieren Sie nichts.

Trauer zulassen und ausleben

Der Schmerz über den Verlust stürzt uns zunächst in eine Starre. Wie unter Schock fühlen wir möglicherweise über eine ganze Zeit gar nichts. Irgendwann aber brechen Gefühle durch. Für unsere Mitmenschen ist es nicht immer nachvollziehbar, wieso wir vielleicht nach einem halben Jahr oder noch längerer Zeit voller Verzweifelung und Schmerz reagieren. Es ist aber sehr wichtig, sich zu erlauben, diese Gefühle zu haben und auszuleben.

Übung

Finden Sie Wege und Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Schmerz, Ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken können. Solche Möglichkeiten sind z.B.

  • Malen oder zeichnen,
  • Schreiben (z.B. Geschichten oder ein Trauertagebuch)
  • das Gestalten von Figuren und Skulpturen
  • Ausdruck durch Tanz oder Bewegung
  • Kontakt mit der Natur,
  • u.ä.

Finden Sie in jedem Fall einen Weg, durch den Sie das, was in Ihnen ist, herauslassen können. Was Sie dauerhaft unterdrücken, macht krank.

Finden Sie ein Ritual des Abschiednehmens

Den Tod von jemanden anzunehmen und zu verarbeiten heißt, loslassen zu lernen. Loslassen ist etwas, das vielen Menschen sehr schwer fällt, vor allem dann, wenn es um ein endgültiges Loslassen geht. Die verschiedenen Kulturen haben ganz unterschiedliche Rituale entwickelt, mit denen Verstorbene verabschiedet werden. Viele dieser Rituale haben etwas Tröstliches, denn Symbole haben eine große Wirkung auf uns.

Übung

Finden Sie ein ganz persönliches Ritual, mit dem Sie sich verabschieden wollen. Vielleicht möchten Sie einen Brief an den Verstorbenen schreiben und den dann ganz bewusst verbrennen oder an einen Ballon binden und in den Himmel schicken. Vielleicht möchten Sie etwas, das zu dem Verstorbenen gehörte, nehmen und an einem ganz besonderen Ort vergraben. Vielleicht gestalten Sie auch ein spezielles Foto- und Erinnerungsalbum, durch das Sie Ihre Beziehung zu dem Toten noch einmal bewusst erleben und durcharbeiten. Wählen Sie etwas, bei dem Sie spüren, dass es für Sie stimmt. Wie kitschig es auch immer sein mag – tun Sie, wonach Ihnen ist. Tun Sie es bewusst und lassen Sie den Schmerz zu. Machen Sie sich aber auch immer klar, dass es um das Loslassen und Verabschieden geht. Inszenieren Sie den Abschied auf Ihre ganz persönliche Art.

Beenden Sie das ewige Kreisen um die Frage: Warum nur, warum?

Mit am schmerzlichsten kann die ewige Frage nach dem Warum sein. “Warum musste er oder sie sterben?” Je nach Glaubenshintergrund können wir hierfür ganz unterschiedliche Antworten finden. Sehr häufig suchen Menschen die Antwort bei sich selbst und entwickeln große Schulgefühle. Damit wird der Schmerz noch größer.

Übung

Es hat in der Regel wenig Sinn, zu versuchen sich über den Verstand her klar zu machen, dass die Frage nach dem Warum im Grund nur qualvoll aber wenig konstruktiv ist. Es sinnvoller, sie einmal ganz bewusst “abzuarbeiten”. Lassen Sie sich – wenn Sie sich stark genug fühlen – einmal ganz auf diese bohrende Frage ein. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie alle vermeintlichen Gründe auf, die Ihnen auf Ihre Frage nach dem Warum einfallen. Schreiben Sie alles auf, so abstrus es vielleicht klingen mag. Durch das Aufschreiben bringen Sie Ihre Gedanken aus sich heraus, was sehr befreiend wirken kann. Werfen Sie am Ende der Übung die Blätter fort oder verbrennen Sie sie.

Trost finden

Nach der akuten Trauerphase geht es darum, das eigene Leben ohne die verstorbene Person weiterzuleben. Viele Trauernde fühlen sich verlassen und einsam. Um weiterzumachen, müssen wir Trost finden. Seien Sie vor allem liebevoll und nachsichtig zu sich selbst und finden Sie einmal systematisch heraus, was Sie trösten kann.

Übung

Auch hier geht es vor allem um die Kraft der Symbole. Schreiben Sie auf, welche Dinge Sie ganz persönlich trösten können. Vielen Menschen tut es gut, Blumen zum Grab zu bringen oder Kerzen in einer Kirche anzuzünden. Andere müssen über ihre Empfindungen reden und finden in einer Trauer-Selbsthilfegruppe Trost. Auch eine innere Vorstellung darüber, wo der Verstorbene nun gerade ist, kann sehr tröstlich sein. Vielleicht haben Sie auch ein besonderes Erinnerungsstück, das Sie immer bei sich tragen. Setzen Sie verschiedene dieser Möglichkeiten um.

Es ist ja nicht immer nur unsere eigene Trauer, mit der wir konfrontiert werden. Wir erleben auch die Trauer nahestehender Menschen und wollen gerne etwas tun, um den Schmerz zu lindern.

Geben Sie der Trauer des anderen Raum

Tod und Trauer gehören leider zu den großen Tabu-Themen unserer Zeit. Im allgemeinen Schönheits- und Jugendwahn unserer schnellen Gesellschaft, haben Verfall und Sterben wenig Raum, denn sie erinnern uns nur zu deutlich, dass viele von uns einer Illusion nachjagen. Weil dies so ist, treffen Trauernde oft auf wenig Verständnis für ihren Schmerz. Eine gewisse Trauerzeit – in der Regel ein paar Tage – wird den meisten zwar zugestanden. Dann aber bitte schön soll derjenige doch loslassen, das Leben geht schließlich weiter… Sie können sehr viel tun, indem Sie dem Trauernden signalisieren, dass der Schmerz, die Gefühle und Tränen für Sie in Ordnung sind – und das unabhängig davon, wie weit der tatsächliche Verlust zurück liegt. Versuchen Sie nicht, mit Ablenkung oder Aufmunterung den anderen aus seiner Trauer holen zu wollen, sondern akzeptieren Sie den Schmerz des anderen. Verdrängt wird schon genug.

Seien Sie sich über Ihre persönlichen Grenzen klar

Sie müssen selbst für sich sehen, wie viel Auseinandersetzung Sie mit der Trauer eines anderen Menschen aushalten können. Wenn wir einen anderen Menschen trauern sehen, kommen wir auch in Berührung mit unseren eigenen Ängsten, unseren eigenen Verlusten und unserem Schmerz. Denken Sie hier zunächst an sich selbst. Vermeiden Sie es aber, den anderen deshalb von seiner Trauer wegbringen zu wollen und fühlen Sie sich nicht schuldig. Sie sind dem anderen keine Hilfe, wenn Sie selbst seelisch zusammenbrechen, weil bei Ihnen unverarbeitete Verluste aufbrechen. Machen Sie das im Notfall transparent, indem Sie sagen, dass Sie merken, dass Sie nicht stark genug sind für den Schmerz des anderen, weil bei Ihnen selbst so viel Schmerz oder Angst ist.

Seien Sie einfach da

Trauernde fühlen sich oft verlassen und alleingelassen. Vielen Menschen tut es deshalb gut, zu spüren, dass jemand da ist. Das heißt nicht immer unbedingt, dass Sie aktiv etwas tun müssen oder ständig um denjenigen herumsein müssen. Signalisieren Sie einfach Ihre Anwesenheit und Ihre Verfügbarkeit. Eine liebe Karte mit einer Telefonnummer und dem Hinweis, dass Sie zu jeder Zeit erreichbar sind, tut schon sehr gut. Auch immer mal wieder von sich aus anzurufen und nachzufragen, wie es geht, manchmal das einfache nur “Dabeisitzen”, wenn jemand weint, gemeinsame Spaziergänge zum Friedhof – all das sind Dinge, die Sie tun können.

Hören Sie zu

Des Weiteren können Sie zuhören. Viele Trauernde möchten in bestimmten Phasen wieder und wieder über die Person, die sie verloren haben, sprechen. Es sind oft immer wieder dieselben Geschichten – vielleicht auch verbunden mit Fotos oder ähnlichem. Hören Sie zu und signalisieren Sie Interesse. In dieser Zeit ist der Schmerz so übermächtig, dass es einfach notwendig ist, dass derjenige über den Toten spricht. Und es tut gut, wenn man da auf Verständnis stößt.

Wenn der andere nicht mit der Trauer klarkommt

Es kann auch passieren, dass Menschen mit dem Verlust, den sie erlitten haben, nicht klarkommen. Da Sie selbst wahrscheinlich keine therapeutische Ausbildung haben, sind hier Ihren persönlichen Möglichkeiten Grenzen gesetzt. Sie dürfen nicht selbst an der Trauer des anderen kaputtgehen. Informieren Sie sich über Trauerberatungen, Selbsthilfegruppen und andere Einrichtungen, die im Notfall weiterhelfen können. Zeigen Sie behutsam diese Möglichkeiten auf, wenn Sie merken, selbst nicht mehr mit der Situation klarzukommen.

Literatur zum Thema

Für Kinder:

Und ein Buchtipp einer Leserin: “Das Leben vollenden: wie wir Sterbenden helfen, wie wir uns auf den eigenen Tod vorbereiten können”, erschienen im Zweitausendeins-Verlag Frankfurt a.M., Juni 99 (nur dort zu bestellen) Eine weitere, ausführliche Linkliste finden Sie unter www.spuren-der-erinnerung.de

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Kommentare

  • Ich habe zum Tod so meine ganz eigene Einstellung. Das liegt nicht nur daran, dass ich selbst dem Tod schon mehrfach von der Schippe gesprungen bin (okay – man wollte mich “oben” noch nicht haben – nach Ansicht meiner Leute “oben” habe ich hier noch mehr als reich-lich zu tun ;-)!)!

    Wenn ich mich -warum auch immer – über meine Mitmenschen ärge-re, tröste ich mich immer mit dem Gedanken, dass wir alle einmal ge-hen (müssen).

    Meiner Ansicht nach kommt man auch nicht sofort in den Himmel o-der die Hölle, sondern zunächst in eine Art “Foyer”.

    Dann wird die Biografie “beleuchtet” – wo hat man (menschlich) “ver-sagt” und wo “bestanden”?

    Beispiel: Eine Situation, in der man (gefahrlos) hätte eingreifen kön-nen, aber abgehauen ist. Abgesehen, dass es juristisch als “unterlasse-ne Hilfeleistung” strafrechtlich verfolgt werden würde, ginge diese “Flucht” auf die Minus-Seite.

    Nun kommt eine andere – viel brenzlichere- Situation, in der man die Nerven bewahrt und diese zu einem positiven (unblutigen) Ende bringt.

    Dann würde die “Flucht” von der Folge-Tat (der guten) “getilgt”.

    Darum sage ich immer: Es gilt für diese Leute zu hoffen, dass sie auf ih-rer Plus-Seite mehr “Punkte” haben als auf der Minus-Seite.

    Ähnlich verhält es sich mit abfälligen (geringschätzigen) verbalen Äus-serungen über andere (Mitmenschen).

    So hat ein ehemaliger Arbeitskollege meiner Mutter (ihres Zeichens: Sonderschullehrerin) meine gescheiterte schulpsychologische Untersu-chung nur mit “Die kriegt bestenfalls die Sonderschule fertig – mehr auch nicht!” kommentiert.

    Mein Glück war es, dass meine Mutter auf den Rat ihrer anderen Kolle-gen gehört hatte, die ihr dringend zu meiner Zurückstellung vom Schul-besuch rieten. Ihrer Ansicht nach sei ich für ihr Klientel viel zu plietsch (Hamburger Platt: schlau, clever). Mit der Zurückstellung täte sie mir ei-nen größeren Gefallen!

    Diese Kollegen sollten Recht behalten!

    Just in dem Jahr, in dem ich mit der Hauptschule abschloss, verstarb der Typ (“Die kriegt bestenfalls die Sonderschule fertig…”) mit 54 an Krebs!

    Nun würde mancher das nur den achselzuckend mit “Na und – wir ge-hen alle einmal!” “quittieren”.

    Man kann es aber auch von der religiösen Warte aus betrachten und sagen, der Allmächtige hat das achte Gebot (Du sollst kein falsch’ Zeug-nis reden wider deines Nächsten = Du sollst nicht lügen) supergenau genommen!

    Natürlich wünsche ich meinen Mitmenschen nichts Schlechtes – jede/r soll nach ihrer/ seiner Fasson glücklich werden! Nur wenn wer zu mir unfair war und dann von einem ähnlichen Schicksal “ereilt” wird, freue ich mich umso diebischer.

    So wie bei einem Voll-Pfosten unter den Sozialpädagogen, der über mein Abwaschwasser gemäkelt hatte, weil er meinte, es sei nicht heiss genug. Er wollte auch nicht gelten lassen, dass ich das Wasser nicht heisser mache, als ich es an den Händen vertrage. Schließlich müsse ich ja noch ‘reinlangen können!

    Das Argument wollte ihm partout nicht einleuchten!

    Eines Abends hat mein Mitbewohner Jan-Erik abgewaschen und dazu kochendheisses Wasser eingelassen. Der sozialpädagogische Voll-Pfo-sten langte mit dem Lappen ins Wasser hat sich ganz gepflegt die Flos-sen verbrannt!

    Von da an hat er nie wieder über mein Abwaschwasser gemeckert!

    Auch wenn ich getauft, erstkommuniert und gefirmt bin (Firmung: ka-tholisches “Pendant” zur Konfirmation) und das Christentum nicht für das absolute “Nonplusultra” halte, glaube ich schon an eine höhere Macht, vor der es für niemand von uns ein Entrinnen gibt.

    Jede Religion hat ihre Daseins-Berechtigung! Anstatt anderen gleich den religiösen “Stempel” aufzudrücken/ in eine ihnen nicht gerecht-werdende “Schublade” zu pressen, sollte man jedem seinen (selbstge-wählten) Glauben lassen.

    Aber es lohnt sich immer für eine beiderseitige inspirierende Diskussion!

  • Ich möchte mich auch für den schönen Beitrag und die Kommentare bedanken. Ich bin auch ein Mensch der den Tod, vor allem den meiner Familie am liebsten verdrängen möchte. Er hat mir schon als Kind große Angst gemacht. Nun überlege ich ernsthaft, nach dem ich berufsbedingt an Depressionen und Angststörungen leide, den Beruf im Handel gegen den in der Altenpflege einzutauschen. Meine Tochter, selbst Intensivschwester, meint, ich würde durch diesen Beruf endlich lernen, dass der Tod zum Leben gehört.
    Liebe Grüße…

  • Vielen Dank für das Geteilte. Mein damals 22 jähriger Sohn ist am 23.6.2012 beim Wohnungsbrand in der Wohnung seines Freundes ums Leben gekommen. Es war wie ein tiefer Riss durch mein Herz. Das beschriebene Buch und andere Literatur waren und sind sehr hilfreich. Auch die wöchentliche Kunsttherapie und das Spazierengehen am Meer ist zugleich tröstlich und zeigt mir meinen momentanen Gefühlszustand inmitten des Alltags, der so scheinbar unberührt weitergeht. In der Zeit danach habe ich viele Gespräche geführt, von Schicksalen erfahren, die ich so nicht wahrgenommen hätte und gespürt ich bin nicht allein mit diesem Verlust. Ich wünsche mir, dass wir uns mehr öffnen für die Endlichkeit unseres Lebens, denn dadurch gewinnen unsere Beziehungen mehr an Tiefe und Liebe. Ich selbst schreibe für meine Tochter in dem Buch “Erzähl mal Mama”, denn durch die Erinnerungen leben wir in den Herzen der anderen weiter. Schalom

  • Meine Mutter ist vor wenigen Tagen gestorben. die letzten drei Monate waren für sie aber auch meine Familie sehr anstrengend.
    Innerhalb weniger Wochen verschlechterte sich der Zustand von Ihr dramatisch. Wichtig war aber- sich bewußt mit der Thematik Tod zu beschäftigen. Eine Patientenverfügung lag ohnehin vor- machte uns somit die Entscheidung leichter. Für mich war die letze woche vor Ihrem Tod sehr wichtig- Ich konnte mich in aller Ruhe von ihr Verabschieden- bis zum letzten Atemzug- und das war ein sehr schönes Gefühl- denn ich werde ihr Lächeln dabei nicht vergessen. Das Sterben beginnt bei der Geburt- für Sie waren es 85 wunderschöne Jahre- für mich 52 schöne Jahre, in der ich viele tolle Erlebnisse gehabt habe. Ein Mensch lebt im Herzen weiter. Der Tod ist was normales und wir nehmen die Angst, wenn wir darüber reden- uns damit beschäftigen. Liebe Frau Konnerth- ich finde es super, was sie hier uns allen auf den Weg bringen- möge es für reichhaltige Diskussionen in den Familien und Partnerschaften geben, damit der Tod uns den schrecken nimmt. Danke nochmal- Herzlichst Bernd Lösch

  • Vielen Dank, liebe Tania, für diesen sensiblen Artikel und die einfühlsamen Worte diesbezüglich. Ich wundere mich immer über das Desinteresse der Menschen an diesem Thema, betrifft es doch jeden einmal. Ich glaube, wir sind Weltmeister im Verdrängen. Mir hat auf jeden Fall ein Buch sehr geholfen, was ich hier auch jedem ans Herz legen möchte und zwar von Gian Domenico Borasio “Über das Sterben”.
    Was wir wissen, Was wir tun können, Wie wir uns darauf einstellen.
    Ich wünsche jedem eine Angstfreie Zeit!

  • Herzlichen Dank für diesen umfassenden, einfühlsamen Artikel, der mir einige dienliche Impulse gegeben hat…..
    Zu der Liste der Literaturempfehlungen möchte ich ein Buch ergänzen, welches ich persönlich ganz wunderbar finde, da ich mich selbst total schwer tue mit dem Aspekt des ‘Loslassens’ und dem, was ich bis dahin darunter verstanden habe. Möchte ich doch, dass der Verstorbene auf eine gute, gesunde Weise weiterhin Teil meines Lebens bleiben kann, so dass es stärkt und dient und die Liebe als verbindendes Glied bleibt. Das Buch, welches mich hier heilsam abgeholt hat ist: “Meine Trauer wird dich finden” von Roland Kachler…
    Einen schönen Sonntag euch allen!

    • Uta schreibt am 2. März 2014

      Ich kann das oben gesagte nur unterstreichen und bestätigen. Auch mir hat dieses Buch so sehr geholfen. Gerade weil es da nicht darum geht “loszulassen”, sonder die Beziehung neu zu gestalten und die Gewissheit, dass die Liebe bleibt. Ergänzend dazu möchte ich ein weiteres Buch von Roland Kachler empfehlen “Für immer in meiner Liebe”. Das ist ein “Arbeitsbuch”, man kann darin schreiben, malen, Bilder reinkleben oder es sich einfach immer wieder zur Hand nehmen und schauen, was grad für einen stimmt. Man wird ein wenig geführt, ähnlich wie in den Übungen hier, hat einen roten Faden und man wird sehr bestärkt, dass zu tun, was das Herz einem sagt. So wird das Buch ein kostbarer Schatz,
      es hat mir sehr gut getan.

  • Ein sehr guter Artikel, der vielen helfen kann, sich besser auf das Leben einzulassen. Ich hatte die Möglichkeit mich mit dem Tod auseinanderzusetzen, da mein Mann 15 Jahre krebskrank war und mir praktisch meine ganze Familie in der Zwischenzeit ging. Loslassen, dieses Wort war für mich damals ein Reizwort und heute begleite ich Menschen beim “Loslassen”. Ich habe beobachtet, dass Menschen sehr oft alleine sterben, weil sie vielleicht auch ihren Angehörigen, die voller Angst sind, ihr Hinübergehen in die andere Welt, erleichtern möchten. Sehr oft bittet man mich beim Aufräumen des Hausrats und der persönlichen Dinge zu helfen und dabei entwickeln sich Gespräche, die sehr hilfreich für das “Loslassen” sind. Rituale, Beten spendet Trost und ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, wie das eigene Leben dann bewusster gelebt wird und der Verstorbene “losgelassen” wird. Doch manchmal kann nicht losgelassen werden, warum auch immer. Unser Leben ist so kostbar, und je bewusster wir es gelebt haben, dies im Hinblick, dass wir wieder zurückkehren, desto leichter fällt es uns zu gehen, wenn es an der Zeit ist.

  • Liebe Tanja,
    vielen Dank für das beherzte und ausführliche Aufgreifen des Themas Tod und Sterben, denn die eigene Einstellung zum Sterben hat meinem Empfinden eine große Wirkung auf das Lebensempfinden.
    Ich durfte in meinem Leben bisher 4 gute Sterbenserfahrungen machen: Unsere zwei Väter, meine Mutter und meine Tante konnten daheim sterben, jeweils nach einem Krankheitsweg. Das waren intensive Zeiten, auch der inneren Anspannung (Was kommt noch alles? Wie wird es enden? Wie lange noch?), aber auch der Versöhnung und des Dienstes. Das Dabei-Sein dürfen/können beim Sterben, bei meinem Vater beim spürbaren “Hinübergehen”, empfand ich jedesmal als großes Geschenk (manche Menschen gehen alleine, wollen alleine sterben), das mir viel Kraft für die folgende Lebenszeit gab. Es war zu diesem Zeitpunkt jeweils auch schon viel Trauer bewältigt.
    Seitdem weiß ich, dass das Gebet um eine gute Sterbestunde großen Sinn hat und seit diesen Erfahrungen habe ich keine Angst mehr vor dem eigenen Sterben, das für mich Hinübergehen in die Ewigkeit ist.

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