Warum du Mitleid aus deinen Gefühlen streichen solltest

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Stell dir vor, du siehst einen alten Mann an einer Kreuzung die Straße überqueren. Er läuft gebückt am Stock, hat einen steifen und unsicheren Gang und einen angestrengten Gesichtsausdruck. Seine müden Augen schauen leer. Er trägt eine volle Tasche und braucht länger über die Straße, als die Fußgängerampel Grün zeigt.

Denkst du dir manchmal:

„Der Arme! Er kann nicht glücklich sein.“ 

Oder: „Hoffentlich geht es mir mal nicht so, wenn ich alt bin.“?

Dann hast du Mitleid.

Du leidest mit jemandem, den du siehst und der dir hilflos und unglücklich erscheint. Das geht vielen von uns öfter mal so. Aber warum haben wir dieses Gefühl und wieso kommen wir uns selbst dabei so hilflos vor? 

Ich möchte dir erklären, wieso Mitleid aufkommt, und dir zeigen, dass es eine Alternative zu dieser Anteilnahme gibt, die viel hilfreicher und weniger belastend ist: Sie heißt Mitgefühl.

Der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl

Der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl ergibt sich schon aus den Worten. Mitleid heißt mit-leiden. Du leidest mit der betreffenden Person, du verbindest dich emotional mit ihr und ihrem Leiden. Du versetzt dich selbst in ihre Situation, stellst dir vor, du bist dieser Mann auf der Straße, der schwerfällig laufen kann und alt und erschöpft wirkt – und diese Vorstellung schmerzt dich.

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Mitgefühl hingegen heißt mit-fühlen. Du fühlst dich in die Lage der Person hinein, kannst ihr Leiden nachvollziehen, aber aus einer objektiven Sichtweise – du leidest nicht mit, weil du einen emotionalen Abstand zu ihr hast und dich nicht an ihre Stelle setzt und ihren Schmerz selbst leidest. Bezogen auf den Mann an der Kreuzung würde das bedeuten, dass du dich nicht an seine Stelle setzt und dir vorstellst, er zu sein, sondern dass du die Situation von außerhalb wahrnimmst: Da ist eine Person, die alt und gebrechlich ist und nicht so schnell über die Straße kommt. Du hast keine gefühlsmäßige Bewertung dieser Situation in Form von: „Oh je, der arme Mann.“ Dieser emotionale Aspekt ist der Hauptunterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl.

Warum du Mitleid hast und warum es dir schadet

Zunächst schauen wir, welche Gründe es für Mitleid gibt und wie es sich auf dich und den anderen auswirken kann.

Mitleid bekommst du, wenn du eine Person siehst, die Hilflosigkeit ausstrahlt und in einer Situation ist, in der du nicht bist und in der du nicht sein möchtest. Aus Angst, dass dir so etwas widerfahren könnte, oder aus Zuneigung zu dieser Person, weil du sie gerne hast und du nicht möchtest, dass es ihr schlecht geht.

Der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl ist oft gar nicht so leicht zu merken. Vielleicht kann ich es dir verdeutlichen, indem wir uns die Gründe für Mitleid und Mitgefühl genauer ansehen. Bei der Untersuchung der beiden Gefühle haben sich in sehr vielen Fällen folgende Unterschiede und Anzeichen deutlich herauskristallisiert:  

Anzeichen dafür, dass du Mitleid hast:

  • Du bewertest die Situation – oft unbewusst. Du bist froh, nicht in dieser Lage zu sein.
  • Du stellst dich – ebenfalls unbewusst – über diese Person, weil du deine Situation besser empfindest als ihre.
  • Du verbindest dich emotional mit dieser Person und ihrem Leiden. Du machst ihr Leid zu deinem, weil du nicht in ihrer Situation sein möchtest, dir aber vorstellst, wie es wäre, wenn du in dieser Lage bist.
  • Du hast in diesem Moment keine Hoffnung auf Linderung des Leidens.
  • Du fühlst dich hilflos und unfähig, etwas zu tun, weil du dich zu sehr mit der Person und ihrem Schmerz verbindest und dir nichts einfällt, wie du ihre Situation ändern kannst.
  • Du wirst selbst unglücklich und traurig.  

Für die betreffende Person ist dein Mitleid ebenfalls nicht gut. Wenn sie dein Mitleid spürt, fühlt sie sich durch deine Anteilnahme bedauernswert und empfindet ihre Situation als tragisch. Oft belastet sie sich zudem zusätzlich mit dem Gedanken, dass es dir nur ihretwegen schlecht geht.

Wie sich Mitgefühl auswirkt

Schauen wir jetzt mal, welche Anzeichen sich beim Mitgefühl in den Untersuchungen herauskristallisiert haben:  

Hast du Mitgefühl, kannst du dich in die Lage der betreffenden Person aus einer objektiven Sichtweise hineinversetzen. Als Außenstehender, der die Lage aus der Entfernung betrachtet, ohne sich gefühlsmäßig mit ihr zu verbinden.

Anzeichen dafür, dass du Mitgefühl hast:

  • Du bewertest die Situation nicht. Du hast keine Gedanken daran, dass du – zum Glück – nicht in dieser Situation steckst und es dir besser geht als dieser Person.
  • Du nimmst Anteil, ohne dich mit dieser Person zu identifizieren. Du kannst dich einfühlen, hältst aber emotional Abstand und betrachtest die Situation objektiv.
  • Du hast Hoffnung, dass man diese Situation ändern und das Leiden lindern kann.
  • Du überlegst, was du tun kannst, um die Lage zu verbessern.
  • Du fühlst dich zuversichtlich, weil du etwas tun und helfen kannst.

Wenn die betreffende Person dein Mitgefühl spürt, fühlt sie sich ernst genommen. Dein Mitgefühl tröstet und ermutigt den anderen und er empfindet seine Lage oft als weniger aussichtslos. Dem anderen kann es besser gehen, weil du ihn unterstützt und Hoffnung hast.

Helfen kannst du nur mit Mitgefühl

Es ist nicht einfach, kein Mitleid zu haben, aber mach dir bewusst, dass du nicht für das Leben anderer verantwortlich bist. Es ist auch falsch, zu glauben, dass das Leid kleiner wird, wenn du es selbst auch noch annimmst. Wenn du das Leid des anderen zu sehr an dich heranlässt, kannst du ihm auch nicht sehr gut helfen. Denn im Mitleid hast du nicht die Kraft für sinnvolle Ideen und Weitblick, weil deine Energie in deinem Mitleiden und Unglücklichsein verloren geht.

Wie ist es nun, wenn du statt Mitleid Mitgefühl entwickelst?

Mitgefühl macht dich stark, weil du in einer gewissen Distanz zu dem anderen bleibst. Du schaust weniger emotional auf seine Situation. Dadurch bist du eher in der Lage, zu helfen. Du kannst viel eher das Gefühl vermitteln, dass die Lage nicht aussichtslos ist. In dem Moment, in dem du Mitgefühl zeigst, gehst du schon den ersten Schritt und verminderst das Leid, weil du da bist und die Person ernst nimmst. Und zwar ohne dass du sein Leid zu deinem machst. So kann die Person sich besser fühlen und durch dich nun auch eher ein Licht am Ende des Tunnels sehen.

  • Du tust dem Betroffenen gut, weil du da bist und ihn ernst nimmst, ohne die Situation als ausweglos zu sehen.
  • Du strahlst Hoffnung aus und überträgst sie im besten Falle auf ihn.
  • Du kannst ihm besser helfen, weil du durch die emotionale Distanz zu seinem Leiden Kraft hast, nach Lösungen für sein Problem zu suchen und diese Lösungen anzugehen. 
  • Du belastest dich selbst nicht mit der Traurigkeit, die du im Mitleid annehmen würdest.

Wenn du das nächste Mal einen alten Mann an der Kreuzung siehst, dann bewerte die Situation nicht. Nimm sie wahr, ohne sie zu beurteilen. Dann hast du erfolgreich Mitgefühl. Dann kannst du handeln. Wenn du glaubst, dass der Mann Hilfe braucht, geh hin und frag ihn zum Beispiel, ob du seine Tasche tragen kannst. 

Diese Geste hat folgende Auswirkung: Du nimmst ihn und seine Situation ernst und er wird sich vielleicht nicht mehr so alleine fühlen.

Du bietest deine Hilfe an und versuchst damit, die Situation zu verbessern. Entweder er nimmt sie dankbar an, oder er lehnt sie ab – was dann zeigt, dass er kein Problem mit der Situation hat.

Kurz nachgefragt: Steht bei dir gerade eine Entscheidung an? Dann mach es dir nicht so schwer und lass dir von unserer Entscheidungs-Werkstatt helfen.

Was auch immer geschieht, du hast dein Möglichstes getan, hast Verständnis gezeigt und eine Lösung zur Verbesserung seiner Lage angeboten. Du hast dich zudem von einem schweren, traurigen Herzen verschont, weil du nicht leidest, indem du dir vorstellst, er zu sein, sondern weil du ihn gesehen und überlegt hast, was du tun kannst, um seine Situation zu ändern.

Du siehst, es lohnt sich, den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl zu kennen und sich für Mitgefühl zu entscheiden.

Wie gehst du mit Mitleid und Mitgefühl um, wo in deinem Alltag lebst du Mitgefühl und mit welchen Menschen oder in welchen Situationen hast du Mitleid? Und wie kann es dir gelingen, dein Mitleid in Mitgefühl umzuwandeln?

Über Bettina Hielscher

Mit sich selbst im Reinen zu sein ist glaube ich die größte und schwerste Lebensaufgabe: zufrieden zu sein – mit sich und seinen Handlungen – sich nicht mit anderen zu vergleichen und Frieden in sich gefunden zu haben.

Ich möchte dir Inspiration geben, ein Leben im Einklang mit dir zu führen, weil das für mich der Schlüssel zu einem glücklichen Leben ist.

Ich freue mich, dich auf meinem Blog www.kreativgedacht.de zu sehen :-)

Alles Liebe 
Deine Bettina

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Kommentare

  • Liebe Bettina, ein wunderbarer Artikel. Vielen herzlichen Dank dafür.
    LG,
    Christian

  • Dein Kompass so hoch zu loben, empfinde ich als gewaagt, bis narisstisch… aber Eigenlob stinkt nicht und sich selbst zu loben ist gesund ;)

    Der Text über Mitleid und MItgefühl ist grandios… Bin da komplett konform… also besser könnte ich es nicht ausdrucken… (ich versuche es aber- und dann dürfen sie es gerne in meinem Buch nachlesen, welches im dezember erscheint, oops das ist ja werbung…. nagut… aber ich hab ja den Titel nicht verraten)

    Ganz liebe Grüße

  • Vielen Dank für diesen Beitrag! Er hat mir gerade sehr geholfen.

  • Ich finde, dass die Fähigkeit, mitleiden zu können, etwas ganz wichtiges ist. Menschen, die das nicht hinbekommen sind meistens auch in der Lage, anderen Menschen weh zu tun. Oder? Zumindest nehme ich das sehr stark an.

    • Bettina

      Hallo Reka,
      da bin ich nicht deiner Meinung. Schön wäre es, wenn jeder, der Mitleid empfinden kann, niemandem anderen weh tun kann. Denn wer hat nicht in seinem Leben schon mal jemandem wehgetan, unabhängig ob er Mitleid oder Mitgefühl empfindet?
      Und Mitleid kann jeder fühlen, es ist eine Übung, sich Mitgefühl anzueignen und sich selbst und anderen damit viel mehr helfen zu können. Mitgefühl heißt nicht Egoismus. Das darfs du bitte nicht verwechseln.
      LIebe Grüße
      Bettina

    • Andre

      Danke. Sehe ich auch so.

      Ich persönlich finde es wichtig auch Mitleid empfinden zu können. Natürlich darf man es nicht bis zur Lähmung übertreiben. Aber nie mitleiden, führt meiner Meinung nach zu einer Entfremdung unter den Menschen und zu einer Optionalität etwas gegen das Leid anderer zu unternehmen und sei es nur eine faire Einstellung zu entwickeln.

      Ich stimme da im wesentlichen Schopenhauer zu: “Nur das Mitleid war für Schopenhauer die Grundlage der Moral, die alleinige Triebfeder für ethisches, d. h. wirklich uneigennütziges Verhalten.”

      Zitat aus: http://www.arthur-schopenhauer-studienkreis.de/Mitleidsethik/mitleidsethik.html

  • Hey :) Ich bin jemand der meistens auf der anderen Seite steht und ich weiß nicht wie ich mit Mitleid umgehen kann oder soll. Es ist für mich überhaupt nicht hilfreich weil ich dann immer sugeriert bekomme dass ich nicht glücklich sein darf. (ich sitze im Rollstuhl und sehe etwas zerbrechlich aus). In den letzten Jahren ist es besser geworden aber es gibt immer noch Menschen für die ist es der Weltuntergang einen Rollstuhl zu brauchen. Wenn jemand Mitleid hat dann fühle ich mich weniger Wert und ich kann mich (wenn es mir mal nicht sogut geht) nicht getröstet füblen sondern reagiere dann entweder so dass ich den anderen tröste oder fast immer eher so dass ich irgendwas sage oder mache was man nicht erwartet und die Menschen die Mitleid haben absichtlich zu ärgern versuche (indemich was gemeines sage oder so) damit sie sauer sind und kein Mitleid mehr haben. Meine Frage ist jetzt: wie kann ich damit besser umgehen ohne bissig oder trotzig zu werden? Die Leute glauben ja dass es gut ist wenn sie mitleid mit mir haben und sind dann empört wenn ich vom Wesen her nicht das arme Hascherl bin dass sie erwartet haben. Und dann wird mir oft vorgeworfen ich würde andere täuschen. Aber was kann ich für die Vorannahmen und Erwartungen der anderen?
    liebe Grüße
    Nina

  • Hey :) Ich bin jemand der meistens auf der anderen Seite steht und ich weiß nicht wie ich mit Mitleid umgehen kann oder soll. Es ist für mich überhaupt nicht hilfreich weil ich dann immer sugeriert bekomme dass ich nicht glücklich sein darf. (ich sitze im Rollstuhl und sehe etwas zerbrechlich aus). In den letzten Jahren ist es besser geworden aber es gibt immer noch Menschen für die ist es der Weltuntergang einen Rollstuhl zu brauchen. Wenn jemand Mitleid hat dann fühle ich mich weniger Wert und ich kann mich (wenn es mir mal nicht sogut geht) nicht getröstet füblen sondern reagiere dann entweder so dass ich den anderen tröste oder fast immer eher so dass ich irgendwas sage oder mache was man nicht erwartet und die Menschen die Mitleid haben absichtlich zu ärgern versuche (indemich was gemeines sage oder so) damit sie sauer sind und kein Mitleid mehr haben. Meine Frage ist jetzt: wie kann ich damit besser umgehen ohne bissig oder trotzig zu werden? Die Leute glauben ja dass es gut ist wenn sie mitleid mit mir haben und sind dann empört wenn ich vom Wesen her nicht da

    • Bettina

      Hi Nina,
      du bist in einer nicht ganz einfachen Lage. Mitleid gibt dir kein gutes Gefühl, was ich sehr gut verstehen kann, denn doch, du darfst und sollst unbedingt glücklich sein! :)
      HAst du schon mal versucht, den Leuten einfach die Wahrheit zu sagen? Anstatt bissig zu reagieren, ihnen klar zu machen, dass du kein Mitleid möchtest, sondern dass sie dich als Persönlichkeit wahrnehmen sollen, als dich selbst mit deinem Wesen und deinem recht auf Glück? Du wirst nicht durch deinen Rollstuhl definiert, sondern durch deine Art. Versuche ihnen verständlich zu machen, dass sie dich ein Stück weit daran hindern, frei zu sein, weil ihr Mitleid in dir das Gefühl auslöst, nicht so viel wert zu sein wie jemand der “gesund” ist.
      Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und würd emich über dein Erfahrungsbericht freuen.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Hallo,
    ohne auf den Unterschied von Mitleid und Mitgefühl einzugehen, möchte ich noch eines anmerken:
    Nach Lösungen suchen für Andere hat auch einen Haken, denn damit traut man demjenigen nicht zu, dass er die Lösung seines Problems in sich selbst trägt. Das gilt nicht nur bei Problemen, sondern auch bei wirklichem Leid. Der Mensch geht nur dann gestärkt aus einer leidvollen Situation heraus, wenn er die Lösung oder einen entsprechenden Umgang dafür in sich selbst gefunden hat. Das heißt nicht, dass ich ihm dabei nicht helfen kann, ihm die Augen oder sein Herz dafür zu öffnen.
    Im Artikel von Sabine kam das ja schon zum Ausdruck.

    • KreativGedacht

      Hallo Helen,
      danke für den Einwand. Das ist richtig, man darf sich durch die Hilfe nicht verantwortlich für die Lösung des Problems fühlen. Man sollte nur anregen, dass es Möglichkeiten gibt, etwas zu ändern und dabei seine Unterstützung anbieten.
      Wie du richtig sagst, wer nicht selbst gewillt ist, aus seiner leidenden Situation herauszusteigen, wird es nie schaffen. Vielleicht vorübergehend. Aber der Antrieb muss aus seinem Inneren kommen.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Ich kann Anne nur zustimmen. In Situationen, in denen mir Mitleid gezeigt wurde (“Sie Arme, sie tun mir leid”) ging es mir schlecht. Fragen, wie – sieht das wirklich alles so furchtbar aus? – haben mich weiter runtergezogen.
    Jetzt habe ich gelernt, dass derjenige, der Mitleid hat und zeigt, selbst ein Problem hat. Er leidet mit, aber woher weiß diese Person, dass ich leide? Derjenige ist unsicher, kann es nicht mit ansehen und glaubt, sich mit mir emotional und mit meinem “Leiden” verbinden zu müssen. Er unterstellt mir, dass ich leide. Das ist sein Problem! Mir geht es gut. Ich komme mit meinem Leben klar und kämpfe für meine Gesundheit. Ich bin offen für Hilfestellungen, nehme sie an oder danke freundlich ab und danke für die Aufmerksamkeit.
    Mitleid ist nicht Mitgefühl.

  • Der Artikel gibt wichtige und richtige Impulse, ich dachte aber weiter und finde: ob Mitleid, oder Mitgefühl: keines von beidem ist wirklich möglich.
    Es ist sogar etwas übergriffig von außen zu beurteilen, wie jemand sich in einer Situation fühlt. Wer hat schon mal jemandem helfen wollen und eine Absage mit Worten wie “so gebrechlich bin ich noch nicht!” bekommen? Ich glaube vor Mitgefühl ist echtes Interesse und Offenheit gefragt… geFRAGT. Fragen statt irgendwie interpretieren … und vielleicht bekommt man auch positives zu Hören wenn man dafür Platz lässt.
    Schönen Sonntag allen!

  • Sehr interessanter Artikel und Diskussion!

    Mitleid des anderen hat bei mir Schuldgefühle verursacht, da ich seine Stimmung versaut habe und nun mich verantwortlich fühlte, dass es ihm schlecht geht. Das war total anstrengend. Ich hab mich geärgert, dass ich es überhaupt gesagt habe. Nun war ich doppelt belastet, hatte ich auch noch sein Problem am Hals :-( Außerdem hat es meine Opferrolle zementiert, aus der man auch manchmal ungern raus will. Wenn der schon vom zuhören leidet, dann steht es offensichtlich n o c h schlimmer um mich,.. :-((

    Es war für mich wesentlich leichter, als jemand einfühlend nur sagte, dass er es verstehen könnte.
    Und noch besser war, als er sagte: Es ist irgendwie wirklich nicht einfach. Gibt es etwas, was Dir helfen würde oder ich für dich tun könnte, um das Beste draus zu machen oder um es schrittweise zum Besseren zu entwickeln?
    Das hat irgendwie ein anderes Licht auf meine Situation geworfen.
    Ich war nicht mehr doppelt belastet, ich war auf der Suche nach einer Idee.
    Kann man da etwas tun? Kann man “am Ende” vielleicht sogar was leichter ertragen?
    — Das tat gut — Es hat meine Opferhaltung etwas aufgeweicht,
    Als mir dann nach einem verständnisvollen Prozess noch gesagt wurde: Deine Seele wollte aus dieser Situation lernen! Was sollst Du lernen? Und nun hast Du die Erfahrung. Du kannst diese Erfahrung als eine von vielen in Deinem Leben annehmen. Lass diese dann los: Du bist kein Opfer und mach die nächsten Schritte mit einer anderen Haltung.
    Das war hart aber gut.

    • KreativGedacht

      Danke für deine Erfahrung aus der Rolle der bemitleidenden Person. Es zeugt von Reife, dass du verstehst, dass deine Seele durch diese Erfahrung lernen wollte. Hättest du es nicht gelernt, würdest du wieder in genau so eine Situation kommen und sie durchleben. So lange, bis du umdenkst. Bis du dich von dieser schmerzenden Einstellung löst und eine Haltung einnimmst, die dich befreit.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Hallo zusammen,
    ich kann mir vorstellen, dass Mit-Leid eher bei Menschen vorkommt, die sich selbst in einer Opferrolle sehen. Diese “Opferhaltung” bewirkt, dass auch das Schicksal anderer durch diesen Wahrnehmungsfilter gesehen wird – und so kann ich weder mir noch anderen helfen. Man ist halt ein hilfloses Opfer (anderer Menschen, der Umstände usw. ).

    Erst wenn ich verstehe, dass alles in meinem Leben von mir eigenverantwortlich geschaffen wurde, wenn ich nicht mehr die “Schuld” bei anderen suche, sondern meinen Anteil am Geschehen reflektiere, kann ich Mit-Gefühl aufbringen. Zuallererst für mich selbst und dann auch für andere. Dies ist ein recht mühevoller Prozess und funktioniert nicht von heute auf morgen, weil es uns meist nicht beigebracht wird – doch es lohnt sich, diesen Weg einzuschlagen!!

    Herzliche Grüße
    PB

    • KreativGedacht

      Hallo PB,

      das hast du richtig erkannt: wer sich in einer Opferrolle befindet, wird mitleiden, weil er die Verantwortung für sein eigenes Leben nicht übernimmt. Er glaubt, nichts tun zu können. Weder für den anderen, noch für sich selbst und ist Gefangener des Schicksals.
      Nur wer erkennt, dass er selbst die Verantwortung für sein Leben trägt, wird Mitgefühl aufbringen und sein Leben und seine Situation ändern können. Danke für deine schöne Formulierung und den Aufruf zu Mitgefühl.
      LG Bettina

  • Der Artikel ist meiner Meinung nach gut und richtig. Aber es fällt mir sehr schwer so starke Gefühle durch Umdenken zu beeinflussen.

    Aber ich habe erlebt, das sich Menschen aufgrund meines Mitleides schlechter fühlten, und ich so ihr Leid noch verschlimmerte ( so wie es in dem Artikel beschrieben wurde ). Solche praktischen Erlebnisse lösen dann etwas bei mir aus. Dennoch kann ich diese Situation nur durch meine Schauspielkünste entschärfen. Etwas intellektuell zu wissen, und es gefühlsmäßig anzuwenden sind für mich immer noch zwei paar Schuhe.

    Bei anderen Dingen kann ich viel leichter etwas bewirken. Deshalb versuche ich meine Energie dort einzusetzen, wo ich erfolgreicher bin. Es könnte bei mir durchaus sein, das ich wichtige Dinge nicht bearbeite, weil sie mir zu anstrengend oder vielleicht auch nicht möglich sind. Vielleicht ist es klug, vielleicht ist es aber auch ein Fehler. Die Antwort kenne wohl nur ich.

    • KreativGedacht

      Liebe Ulli,
      die Erfahrung und Übung lassen einen solche Situationen mit der Zeit für einen selbst richtig bewältigen. Lass dir Zeit und handhabe die Dinge so, wie sie momentan für dich in Ordnung sind. Vielleicht merkst du irgendwann, dass es ein Fehler ist, wie du es momentan machst, dann kannst du immer noch umlenken und einen neuen Weg für dich finden, mit den Dingen umzugehen.

  • Hallo zusammen,

    ich habe früher viel mitgelitten. Das war bislang eine Vorgabe in unserer Familie, dass wir weiblichen Nachkommen genauso leiden müssen wie unsere Vorfahrinnen. Im Laufe meiner Persönlichkeitsentfaltung bin ich vom Mitleid zum Mitgefühl gekommen. Und stelle fest, dass einige meiner engsten MitMenschen mit Mitgefühl nichts anfangen können und viel lieber Mitleid wollen. Von diesen muss ich mich dann zum Selbstschutz distanzieren.

    Schönen Sonntag an alle
    Tanja

    • KreativGedacht

      Hallo Tanja,
      leider wird einem oft vorgelebt, dass man nur ein Mensch ist, wenn man leidet und dass es zu unserer Gesellschaft gehört, mitzuleiden. Aber wie du selbst erkannt hast, schadet man damit sich selbst am meisten. Es erfordert Kraft, gerade in deinem Umfeld, sich für Mitgefühl zu entscheiden und auf sein Wohl zu achten.
      Du machst das sehr gut und ich hoffe, dass du weiterhin erfolgreich auf diesem Weg bleibst.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Ein wirklich sehr gut, auf den Punkt gebrachter, Artikel.

    Ich arbeite ehrenamtlich als Leiterin einer Selbsthilfegruppe für Betroffene sexuellen Missbrauchs, bin selbst natürlich auch Betroffene und habe gerade in dieser Thematik allzu oft “Mitleid” erfahren. Meiner Kämpfernatur habe ich es zu verdanken, dass ich mich dadurch nicht total entmutigen ließ sondern eher noch mein Gegenüber “ermutigte” und ihm sein Mitleid nahm. Besonders in der Aufarbeitung schlimmer Krisen und Situationen hilft Mitleid absolut keinen Schritt weiter, Mitgefühl dagegen sehr.
    Ich kann alles hier geschriebene nur absolut unterstreichen und aus eigener Erfahrung bestätigen. Es lebst sich auch selbst viel besser, wenn man vom Mitleid weg kommt. Dazu will ich alle Leser ermutigen!

    • KreativGedacht

      Hallo Alexandra,

      vielen Dank für dein Lob! Es ist schön zu lesen, dass du Mitgefühl erfolgreich anwendest. Würdest du die Kunst nicht beherrschen, würdest du wahrscheinlich schon lang nicht mehr in diesem Amt arbeiten. Und du kannst aus Erfahrung sprechen, dass Mitgefühl trainiert werden muss. Es ist nicht einfach, aber möglich, vielen Dank für deine Erfahrung und Ermutigung!
      Liebe Grüße
      Bettina

  • und was ist mit “geteiltes Leid ist halbes Leid”…..
    Wie soll ich ein Leiden teilen, wenn ich mich emotional davon nicht berühren lasse?

    • KreativGedacht

      Hallo Ella,

      geteiltes Leid ist nicht für jeden halbes Leid. Für mich ist es doppeltes Leid…

  • Ein guter und wichtiger Artikel, dem ich in vielen Teilen auch zustimme – aber ich stimme auch Barbara E zu.

    Mit-gefühl – da steckt das Wort Gefühl mit drin. Es passt für mich nicht wirklich zusammen, wenn es heißt, man könne mit einem leidenden Menschen mitfühlen ohne mitzuleiden. Da entsteht nun mal dieses “oje” und auch Bedauern – weshalb, mag bei jedem andere Gründe haben (zB wegen des leidenden Menschen oder auch wegen der eigenen Angst vor solch einer Situation).

    Für Mitleid ist für mich mitentscheidend, ob zum einen mein Mitgefühl für die andere Person negativ zum Ausdruck kommt. Zum Beispiel, indem ich den Menschen nur bedauere, aber nicht helfe, indem ich mich über ihn erhebe oder ähnliches. Wer sagt denn, dass der andere Mensch zB in dem Moment nicht trotzdem glücklicher ist als man selbst gerade ?
    Zum anderen stellt sich die Frage, was mein Mitgefühl mit mir macht. Ein Leiden kann ich meist nicht schnell und sofort abstellen. Habe ich Mitleid, bleibe ich evtl auch darin stecken, während ich bei dem Mitgefühl besser aussteigen kann.

    So oder so beißt sich für mich die Trennung zwischen Mitgefühl und Mitleid etwas. Mitgefühl bedeutet für mich auch mitzufühlen – unabhängig davon, um welches Gefühl es gerade geht. Ob das hilft, es einem anderen oder mir selbst damit gut geht, steht auf einem anderen Blatt – dort wo der Unterschied zum Mitleid steht. Und ohne Zweifel ist es meiner Meinung nach auch sinnvoll, Grenzen ziehen zu können.

    Andere Frage : Wie hilfreich ist Mitleid ?
    Ich glaube, direkt in der Situation mit zwei Menschen ist es nicht oft hilfreich. Der Mitleidende leidet mit, was nicht so viel bringt und ihm selbst eher schadet. Vielleicht wird er zB nur stumm und hilflos angesichts des Leids – das nützt dem anderen nicht viel.
    Doch würde man all die Hilfen und Spenden danach sortieren, welche aus Mitgefühl und welche aus Mitleid geflossen sind – ich bin mir nicht sicher, wie die Verteilung wäre.

    • KreativGedacht

      Hallo Monika,

      die Unterscheidung ist wirklich ein Balanceakt, wie du anschaulich beschreibst.
      Du hast einen Weg für dich gefunden, mit dem Leid anderer umzugehen, was das Wichtigste ist. Grenzen zu ziehen, bevor man zu sehr im Leid anderer versinkt. Das ist die Kunst dabei und die kann durch Mitgefühl gezogen werden.

      Liebe Grüße
      Bettina

  • Guten Morgen,
    der Artikel hat auch mich sehr angesprochen. Ich kann dem nur zustimmen, dass Mitleid wirklich viel Energie nimmt und ich dazu neige dann auch noch krank dadurch zu werden. Das hilft der Person die Mitgefühl benötigt nun ja überhaupt nicht. Der Artikel ist für meine Person wirklich ein sehr Wertvoller und ich bin gewillt es künftig auszuprobieren bzw. zu unterscheiden ob ich lieber im Mitleid versinke oder die HIlfe anbiete über das Mitgefühl das ich für die Person entwickle.
    Ich hoffe es war nicht so kompliziert, aber ich finde diesen Beitrag wirklich sehr positiv.
    Danke Bettina.
    Und dir und euch allen von ZzL einen sonnigen Tag. Nele

    • KreativGedacht

      Liebe Nele,

      vielen Dank, es freut mich, dass dir der Artikel Anregung zur Umsetzung gibt. Es gibt viele Menschen, bei denen sich Mitleid gesundheitlich auswirkt, was natürlich keine Lösung ist, mit dem Schicksal anderer umzugehen. Richte deine Gedanken auf Lösungen. Auf den Blick nach vorne. So löst du dich von der Stagnation im Schmerz und Leid. Wer positiv denkt, kann nicht gleichzeitig leiden und hilft zudem noch mit seinem optimistischen Blick auf die Dinge.

      Ich freue mich, von dir zu lesen, wie es dir mit der Umsetzung ergeht.

      Liebe Grüße
      Bettina

  • Auch wenn die Gedanken dieses Artikels viele gute Gedanken sind, so “leidet” der Artikel an einem grundsätzlichen – und gefährlichen – Denkfehler. Dieser liegt darin, zu glauben, dass man sich nicht emotional mit einer leidenden Person/Wesen verbinden solle, um nicht in die Falle des Mitleids zu geraten. Abgesehen davon, dass mir eine Gesellschaft, die nicht mehr fähig zum Mitleiden ist, mir Angst macht, bin ich der Meinung, dass es unmöglich ist, sich NICHT emotional mit einem Gegenüber zu verbinden, wenn man in einer konkreten und direkten Situation Zeuge von Leid wird. Dies ist doch erst das Merkmal eines humanen Miteinanders, überhaupt die Fähigkeit zu besitzen, sich emotional verbinden zu können. Und dies geschieht m.E. spontan und ohne, dass man zuerst darüber nachdenkt. Die Gedanken kommen danach. Deshalb ist meine Sichtweise auf das Problem auch keine Entweder/Oder – Sichtweise, also entweder Mitleid oder Mitgefühl, sondern eine Zuerst/und dann- Sichtweise. ZUERST muss ich in der Lage sein, Mitleid empfinden zu können – mich also emotional mit Leid verbinden zu können, bzw., es in meinen Gefühlen aufnehmen und spiegeln zu können – das ist m.E. auch das auslösende Moment, das Leid anderer erst und überhaupt wahrzunehmen, also den Schmerz anderer selbst fühlen zu können (denn, wenn es mich nicht mehr trifft, dann be_trifft es mich auch nicht mehr), erst DANACH folgt die Reaktion, die ich so gestalten (lernen) kann, mich nicht von dem Leid/Schmerz übermannen zu lassen, sondern mit positivem Schwung und Gefühl mich für Hilfe (oder auch nicht) zu entscheiden.

    • Liz

      Sehe ich auch so; nicht entweder oder sondern erst emotional berührt werden dann handeln. Ohne Berührung keine Kraft. Ich denke beide Worte meinen letztich dasselbe, das eine guck nur mehr auf den Schmerz dabei. Mitgefühl, wie das Wort schon sagt, bedeutet mitfühlen und nicht objektiv im Abstand sein und denken.

    • KreativGedacht

      Hallo Barbara,
      Sie haben recht, die emotionale Verbindung entsteht häufig spontan, aber es kann trainiert werden, dass man sich nicht gleich in dieses Leid hinein versetzt. Ich meine mit mitfühlen keine mangelnde Liebe oder mangelndes Einfühlungsvermögen. Ich selbst merke zum Beispiel, wenn ich zu sehr mitleide, dann bin ich innerlich unruhig und kann mich schwer von diesem Problem distanzieren. Ich trage es privat mit mir herum und belaste mich sehr damit, gerade wenn es Menschen sind, die mir am Herzen liegen. Daher habe ich gelernt, Mitgefühl zu entwickeln und die Verantwortung anderer Leben nicht zu meiner eigenen zu machen. Das ist nicht einfach aber es geht mir besser damit, weil ich körperlich nicht leide. Und ich habe das Gefühl, auch der anderen Person geht es mit meinem Mitgefühl besser. Die Aufmerksamkeit auf Lösungen zu richten und die Verantwortung des anderen nicht selbst zu übernehmen, weil man glaubt zu wissen, was der andere gerade braucht (Wie Brigitte so schön formuliert hat), dient dem eigenen Schutz und der Fähigkeit, helfen zu können ohne sich selbst damit zu belasten.

      Wenn Sie erst mitleiden und dann mitfühlen haben Sie einen richtigen Weg für sich gefunden, mit fremdem Leid umzugehen, ohne es zu nah an sich heranzulassen. Weil der zweite Schritt und die bleibende Emotion das Mitgefühl ist. Das ist sehr lobenswert.

      Jeder muss für sich selbst ausprobieren, wie er mit fremdem Leid umgeht. Wichtig ist einfach, dass man sich nicht zu sehr belastet und sein eigenes Leben schwer damit macht.

      Liebe Grüße
      Bettina

  • Liebe Frau Hielscher,
    mir hat ihr Artikel sehr gut gefallen. Sie sprechen damit die wichtigen Unterschiede zwischen Mitgefühl und Mitleid an.
    Ich kenne das auch, dass ich zu schnell auf den Mitleidszug anspringe und das entsteht, wie Sie schön sagen, dass ich bewerte und in der Tat, das finde ich noch schlimmer, stellen wir uns meist über diese Menschen. Ich selbst mit einem Vater groß geworden, der vom Krieg schwer entstellt wurde. Er fand nicht schlimmer als wenn ihm die Menschen Mitleid gezeigt haben.
    Für mich ist es eine gute Übung, immer wieder die Verantwortung beim anderen zu lassen und mich nicht in seine Geschichte hineinziehen zu lassen, nur weil ich meine zu wissen, was der gerade braucht.
    In diesem Sinne übernehmen wir die Verantwortung für unser eigenes Leben und genießen den Sonntag.
    Liebe Grüße
    Brigitte

    • KreativGedacht

      Liebe Brigitte,
      vielen Dank für Ihr Lob. Sie haben das sehr richtig erkannt und es ist schön zu hören, dass Sie die richtige Balance gefunden haben. Es ist wirklich nicht einfach, die Verantwortung beim anderen zu lassen, weil man sich selbst oder andere einen als egoistisch bezeichnen. Aber wenn man versteht, was im eigenen Kopf und Körper passiert (gerade das unbewusste Bewerten der Situation), dann kann man seine eigenen Gefühle verstehen und umlenken und wir sind dennoch fähig, zu unterstützen.
      Man ist kein besserer Mensch, wenn man mitleidet und kein Mitleid zu haben, sondern Mitgefühl, hat auch nichts mit Egoismus oder mangelnder Liebe zu tun. Das darf nicht falsch verstanden werden.
      Ich freue mich, dass Sie an sich arbeiten und solche Fälle dann als Übung betrachten.
      Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart und weiterhin viel Erfolg dabei, die Balance zu halten.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Guten Morgen alle zusammen,
    Mitleid und Mitgefühl siind aus meiner Sicht nivcht so recht voneinander zu trennen.Meistens tun mir Menschen, die Leiden ertragen müssen, sehr leid.Ich überlege dann, wie ich in dem einem oder anderen Fall sinnvoll helfen könnte und entwickle somit ein Mitgefühl.Ohne Mitgefühl kann es meines Erachtens auch keine Emphatie geben und die ist Voraussetzung für ein friedliches angenehmes Miteinander.
    Vielen Dank und einen schönen Sonntag

  • Diesen Artikel finde ich sehr hilfreich. Ich neige sehr dazu mich selbst in Mitleid zu verlieren. So das ich mich selbst verliere. Ich dachte es gibt daraus keinen Ausweg. Mir war nicht bewusst das ich so extrem reagiere.Der Artikel hat mich positiv zum Nachdenken angeregt. Danke dafür!

    • KreativGedacht

      Liebe Anja,
      das freut mich sehr zu lesen, vielen Dank!
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Mich spricht Ihr Artikel persönlich sehr an, da ich dazu neige, mich in die Probleme anderer Menschen zu sehr “reinzusteigern”, eben mitzuleiden. Dies kostet eine Menge Energie und hilft im Grunde niemandem. In Ihrem Beispiel handelt es sich um eine fremde Person. Schwierig finde ich es besonders, wenn es sich um Menschen dreht, die uns nahestehen. Denn generell “kaltherzig” zu reagieren, finde ich auch nicht wirklich erstrebenswert.
    Welche Strategie kann man anwenden, um hier die richtige Balance zu finden?

    Einen schönen Sonntag

    Petra

    • KreativGedacht

      Hallo Petra,
      vielen Dank! Sie haben recht, die Umsetzung ist viel schwieriger als gesagt. Kaltherzig zu reagieren ist nicht der richtige Weg, das haben Sie richtig erkannt. Versuchen Sie zu erkennen, wann Sie das Leid des anderen zu Ihrem eigenen machen. Sobald es Ihnen wirklich schlecht geht, dann sind Sie zu sehr in dem fremden Schicksal mit drin.

      Versuchen Sie, das Leid nicht so zum Thema zu machen, sondern sich auf Lösungen zu konzentrieren. Dann versinken Sie nicht in diesem Tief, weil Ihre Aufmerksamkeit nicht auf das Negative gelenkt ist. Es ist wirklich eine Übungssache und ist nicht von heute auf morgen zu erlenen.

      Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei. Ich freue mich, wenn Sie mir berichten, wie die Umsetzung funktioniert hat.
      Liebe Grüße
      Bettina

  • Ich bin begeistert von diesem Artikel.. nur frage ich mich nach wie vor, woher man denn das “falsche” Mitleid bekommt..? liegen die Wurzel in der Kindheit,der Hilflosigkeit begründet?
    Beim Lesen des Artikels geht es mir jedenfalls sehr viel besser..und ich werde sicher beim nächsten Mitleid, an ihn denken und ihn umwandeln in Mitgefühl.
    Danke ..sehr herzlich

    • KreativGedacht

      Liebe Ann,

      vielen Dank für dein Lob. Es ist schwer zu sagen, woher Mitleid kommt und wo die Ursachen zu suchen sind. Es gibt sicherlich sehr viele Gründe dafür. Ich kann mir vorstellen, dass eine Ursache dafür ist, dass man in die Opferrolle hinein “erzogen” wurde, dass einem vorgelebt wurde, dass man nichts tun kann, sondern hilflos ist. Dieses Verhalten wird dann durch die Erziehung übernommen und ausgelebt.
      So muss man die Fähigkeit, sein Leben selbst gestalten zu können und bewusst etwas unternehmen zu können, erst einmal lernen und antrainieren.
      Ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt und du ihn für dich nutzen kannst.
      Liebe Grüße
      Bettina

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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