Was deine Lieblingsbücher über dich selbst verraten

Was haben Jojo Moyes, Kerstin Gier oder Sebastian Fitzek mit dir ganz persönlich zu tun?

Sie erzählen dir etwas darüber, wer du bist, was dich ausmacht. Denn die Bücher, vor allem deine Lieblingsbücher, können dir sagen, welche Sehnsüchte du hast und wie du zu dem Menschen geworden bist, der du heute bist.

Egal, ob du Judith Hermann oder Lucinda Riley liest. Ob du John-Grisham-Fan oder Jussi-Adler Olsen-Leser bist. Oder ganz andere Autoren gerne liest. Auch, ob du ganz viele Bücher gelesen hast oder nur sporadisch liest. Das alles spielt keine Rolle. Denn in jedem Fall kannst du aus deinem bisherigen Lese-Leben, also den Büchern, die du gelesen hast, etwas Wichtiges für dich herausfinden.

Wie ich darauf komme? Das erzähle ich dir gern.

Ein Lieblingsbuch: Dein perfektes Jahr

Ich war im Urlaub, an der Nordsee, allein. Und ich hatte Zeit. Zeit, in der es keine To-dos gab, in der niemand etwas von mir wollte und ich wirklich nichts zu tun hatte. Außer abzuschalten, zu entspannen und genau das zu tun, wonach mir in jedem Moment der Sinn stand.

Der Sinn stand mir nach einem neuen Buch. In der Buchhandlung staple ich interessant aussehende Bücher aufeinander, balanciere meinen Stapel zu einem Tischchen und vergesse die Zeit in einem Korbstuhl, der bequemer ist, als er aussieht. Der Stapel enthält unter anderem: „Raumpatrouille“ von Matthias Brandt, „Das Café der guten Wünsche“ von Marie Adams, „Marlene“ von Hanni Münzer, „Dein perfektes Jahr“ von Charlotte Lucas und „Das Buch der Trauer“ von Jorge Bucay. Ich entscheide mich für „Dein perfektes Jahr“ von Charlotte Lucas. Denn ich will was Amüsantes und Unterhaltsames mit ein paar inspirierenden Gedanken. Und genau das scheint dieses Buch mir zu versprechen. Und hält es auch.

Die nächsten anderthalb Tage ist „Dein perfektes Jahr“ mein Begleiter. Am Strand, abends beim Essen, im Bett und am nächsten Vormittag wieder am Strand. Es ist romantisch, tragisch, was zum Lachen und ein bisschen anders als die Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen hatte. Zudem wunderschön gestaltet. Perfekt. Bis ich am Ende bin.

Im Liegestuhl der Strandbar lese ich noch die Danksagungen an liebe Menschen der Autorin und das wars dann. Leider. Wenn so ein wunderbares Buch zu Ende ist, bin ich immer etwas traurig. Weiß ich doch, dass ich dieses Buch nie wieder zum ersten Mal werde lesen können. Und eines zu finden, das mich ebenso froh, inspiriert und berührt zurücklässt, ist selten leicht.

Die Forschungsreise in mein Lese-Leben

Es ist Hochwasser. Ich sehe aufs Meer. Habe Zeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Vor meinem inneren Auge tauchen Bücher auf. Andere Lieblingsbücher, die mich ähnlich berührt und ein wenig wehmütig zurückgelassen haben. Ich erinnere mich an mein Lese-Leben. Ein Leben neben meinem normalen Leben.

Plötzlich ist da die Frage: Wie haben mich meine Bücher beeinflusst? Wie haben mich meine Lese-Erlebnisse zu der Frau gemacht, die ich heute bin?

Diese Frage bleibt auch nach dem Urlaub. Ich möchte sie beantworten. Und ich habe meine Antworten gefunden. Davon möchte ich dir hier erzählen. Ich habe mich auf eine Art Forschungsreise in mein bisheriges Lese-Leben begeben. Und vielleicht hast du Lust mich zu begleiten und dich gleichzeitig auf deine ganz persönliche Forschungsreise aufzumachen. Entdecke du doch auch dein Lese-Leben.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Eine Forschungsreise mit Ergebnissen

Im Nachhinein sage ich: Die Forschungsreise war eine sehr tolle Idee. Denn, sie hat mir richtig gutgetan.

  • Sie erfreut mich ganz tief in mir drin. Es war, als würde ich all die Bücher im Zeitraffer konzentriert durchlesen und das Wichtigste, Schönste und Berührendste erneut erleben.
  • Ich habe so viel Wichtiges über mich erfahren. Denn ich habe einen oder sogar mehrere rote Fäden in meinem Lese-Leben entdeckt. Wichtige Erkenntnisse wurden mir bewusster.
  • Ich habe neue Lese-Ideen gewonnen. Denn ich weiß, was ich in Zukunft noch mehr, anderes oder ganz Ungewohntes lesen möchte.
  • Mein Lese-Leben hat mich inspiriert. Es hat mir neue Ideen für mein reales Leben gebracht: Welche Träume möchte ich noch verwirklichen, was wünsche ich mir insgeheim, was ist mir wichtig? Was macht mich glücklich und erfüllt mich? Was unglücklich? Was stößt mich ab? Wovon möchte ich weniger in meinem Leben?

Ich erzähle dir gleich von diesem Blick auf mein Lese-Leben. Wenn du mitmachen möchtest, habe ich zu jedem Abschnitt meiner Forschungsreise einige Forschungsfragen für dich.

Für meine Forschungsreise habe ich mir ein Formular gemacht. Du kannst dir das Formular hier herunterladen und ausdrucken. Es hilft dir, den Überblick über dein Lese-Leben zu behalten und die folgenden Schritte für dich nachzuvollziehen.

Schritt 1: die Bücherliste

Für meine Bücherliste beginne ich chronologisch. Einfach, weil es für mich am naheliegendsten ist, mit dem ersten Buch zu beginnen, an das ich mich erinnere, es alleine gelesen zu haben.

Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“. Es steht auf der Liste ganz oben. Und dann erinnere ich mich noch an: Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ und die Geschichte der Ballerina Anna Pawlowa, die damals bei uns in der Klassenbücherei stand. Den Titel des Buches weiß ich nicht mehr, kann ich auch leider nicht finden. Aber es war ein Kinderbuch über diese berühmte Ballerina, die sich ihren Zielen verschrieben hatte und dafür eindrucksvoll oder auch erschreckend viel Energie und Disziplin aufgebracht hat.

Schnell merke ich: Bei der Bücherliste ist es wichtig, den Assoziationen zu folgen. Also sich nicht sklavisch an eine chronologische oder thematische Ordnung zu halten. Denn dann würde ich zu viele Ideen verlieren. Wenn das Gehirn frei assoziieren darf, fördert es die meisten Ideen zu Tage.

Deswegen empfehle ich dir: Folge deinen Ideen, deinen Gedankensprüngen und notiere, welche Erinnerungen hochkommen.

So springe ich von der Lebensgeschichte der Ballerina zu einer anderen Lebensgeschichte. Ein Buch, das ich Jahre später gelesen habe: „Marion Dönhoff. Ein widerständiges Leben“ von Alice Schwarzer. Und dann zu „Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben. Rudi Dutschke. Eine Biographie“ von Gretchen Dutschke.

Du siehst, es gibt Zeitsprünge, thematische Sprünge. Und nach und nach reise ich so in Gedanken zurück durch die Zeit meines Lese-Lebens. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf, achte nur darauf, dass ich mir die Bücher, die meinen inneren Weg kreuzen, notiere. Und schreibe auch gleich in der zweiten Spalte „Gedanken“ auf, wenn mir etwas Wichtiges zu dem Buch einfällt.

Hier einige Beispiele:

Janosch: Oh, wie schön ist Panama

Überraschung, dass „Panama“ „zu Hause“ ist. Die Freundschaft zwischen Tiger und Bär: Wer einen Freund hat, braucht sich nicht zu fürchten. Der Ausdruck „Pilze finden“ … der Unterschied zwischen „finden“ und „suchen“. Der Tiger geht davon aus, dass er Pilze findet. Da steckt so viel Zuversicht drin.

Ragnar Kvam: Im Schatten. Die Geschichte des Hjalmar Johansen, des „dritten Mannes“ zwischen Fridtjof Nansen und Roald Amundsen

Wie dieser Mann nach einem Leben in psychischen und körperlichen Grenzregionen nicht mehr in den normalen Alltag zurückfinden konnte. Es ist wichtig, ein Zuhause zu haben, einen Ankerpunkt.

Heinz Körner: Johannes

Die Geschichte eines „Suchenden“, der durch die Begegnung mit einem „Weisen“ erkennt, dass er sein Leben ändern will. Wie will ich wirklich leben? Das ist die zentrale Frage.

Und viele, viele mehr. Nachdem ich diesen Beitrag zu schreiben begonnen habe, feuert mein Gehirn jeden Tag mehr Erinnerungen ab. Die Liste wächst und wächst. Es ist eine tolle Erfahrung zu merken, was mein Gehirn alles gespeichert hat und wie viel daraus wieder zum Vorschein kommt.

Wenn du also dein eigenes Lese-Leben erkunden möchtest, startest du am besten mit deinen Assoziationen. Beginne irgendwo mit einem Buch und dann wird sich die eine an die nächste Erinnerung anschließen. Und sicher wirst du nach und nach eine umfangreiche Liste zusammenbekommen.

Erstelle dein Lese-Leben, deine ganz persönliche Liste der von dir gelesenen Bücher. So kannst du sehen, welche Lese-Erlebnisse dich in den vergangenen Jahrzehnten begleitet haben. Du erkennst, wie du dich verändert hast. Denn die Weiterentwicklung deiner Persönlichkeit wird sich in der Auswahl deiner Bücher widerspiegeln. Und du hast mit dieser Liste eine wunderbare Basis, um durchgehenden Lebensthemen, deinen Wünschen und Sehnsüchten auf die Spur zu kommen.

Hier habe ich die versprochenen Forschungsfragen für dich. Damit kommst du bestimmt auf viele Ideen.

Forschungsfragen: 

  • Was waren die drei ersten Bücher, an die du dich erinnern kannst?
  • Welche Kategorie Bücher liest du aktuell am liebsten?
  • Solltest du jemandem von den fünf wichtigsten Büchern in deinem Leben erzählen, welche wären das?
  • Welche Bücher haben dich in deinen Lebensphasen beeindruckt? Vorlesebücher? In deiner Grundschulzeit? Als Jugendlicher? Als junger Erwachsener? …
  • An welches Buch denkst du immer wieder zurück?
  • Welches Buch nimmst du zur Hand, wenn es dir schlecht geht?
  • Was würdest du einem Menschen schenken, der sich grad in einer Umbruchphase befindet?
  • Was war dein schlimmstes Lese-Erlebnis?

Schritt 2: Durchgehende Muster entdecken

Eine Menge Bücher stehen auf meiner Liste. Natürlich ist sie nicht vollständig. Ich bin sicher: Da kommen noch welche dazu. Aber erst einmal habe ich genug, um mein Lese-Leben aus einem etwas anderen Blickwinkel zu untersuchen. Die Erkenntnisse, die ich dabei gewinne, notiere ich in den entsprechenden Spalten auf dem Formular (2–6). Falls es zu viel wird, nehme ich ein separates Blatt.

1. Lebensthemen

 

Ich frage mich: Welche Themen kommen immer wieder vor? Was begleitet mich über weite Strecken?

Als ich die Liste ansehe, springt mir ein Lebensthema förmlich in die Augen: das Thema „Ankommen“ oder auch „Zu-Hause-Sein“. In einer ganzen Reihe Bücher geht es um dieses Thema.

Harry Potter, Fredrik Halmar Johansen in Ragnar Kvams „Im Schatten“ oder „Die Dienerin“ von Margaret Forster haben mich getröstet, wenn ich mich verloren fühlte. Sie haben mich ermutigt und mir gezeigt, wie wichtig es für mich ist, dass ich mich irgendwo „zu Hause fühle“.

Ein anderes Thema, das immer wieder auftaucht, ist die Suche nach einem besseren Leben, einem Leben, in dem ich mich wohl fühle. Aus dem ich das für mich Bestmögliche mache.

Neben Begegnungen mit für mich wichtigen Menschen wurde diese Suche ausgelöst durch Heinz Körners „Johannes“ und Richard Bachs „Die Möwe Jonathan“. Beide gaben mir als Jugendliche den Impuls: „Es ist wichtig, dein Leben wirklich so zu leben, wie du es willst.“ Manch wichtige Entscheidung wäre anders ausgefallen, wenn mich diese Bücher nicht so früh schon inspiriert hätten.

Mache dich auf die Suche nach deinen Lebensthemen. Häufig nehmen wir gar nicht wahr, welches Thema, Problem oder welche Sorge uns immer wieder und wieder, oftmals über Jahre hinweg, beschäftigt. Unsere Lebensthemen zu kennen kann ein sehr guter erster Schritt sein, Dauerbrenner in unserem Leben zu lösen. Also z. B. endlich das Thema „Einsamkeit“ anzugehen. Oder den Traum von der Auszeit im Kloster zu verwirklichen. Oder sich selbst den Job zu suchen, der wirklich zu einem passt.

Welche Themen tauchen in deinem Lese-Leben auf? Sind überraschende für dich darunter? Was sind altbekannte Vertraute? Trage sie in der dritten Spalte auf dem Formular ein. Brauchst du noch ein bisschen Inspiration? Nutze die Forschungsfragen, um deinen Lebensthemen auf die Spur zu kommen.

Forschungsfragen:

  • Welche Themen häufen sich in deinem Lese-Leben?
  • Welche Muster kannst du erkennen?
  • Welche Bücher stoßen dich instinktiv ab? Erkennst du darin irgendeine Bedeutung?
  • Welche Bücher ziehen dich besonders an? Erkennst du darin etwas Bedeutsames?
  • Welche Bücher haben dein Leben maßgeblich beeinflusst?

2. Wünsche und Sehnsüchte

 

Wenn ich mir mein Lese-Leben ansehe, komme ich meinen Sehnsüchten auf die Spur. Ich erkenne, was mich interessiert und begeistert. Ich kann bewusst überprüfen: Möchte ich davon mehr in meinem Leben? Oder ist es okay so? Will ich über den Alaska-Trip vielleicht lieber nur lesen, anstatt selbst dorthin zu fahren?

Ich lese häufig Bücher, die in England oder Schottland spielen. In meinem Erwachsenenleben bin ich nie in eine dieser Regionen gereist. Das könnte ich ändern. Vielleicht führt mein nächster Urlaub mich nach Schottland?

Ich mag Bücher, bei denen sich bislang unbekannte Menschen durch Zufall an einem Ort versammeln (Deborah Moggach: „Der Club der gebrochenen Herzen“). Oder auch die „Stadtgeschichten“ von Armistead Maupin. Menschen interessieren mich. Ihre Geschichte und wie sie ihr Leben meistern. Möchte ich noch mehr Menschen in meinem Leben? Zurzeit nicht, aber meine Beziehungen sind mir sehr wichtig. Das wird mir an dieser Stelle bewusst.

Ich lese gerne Krimis oder historische Romane, die im Kunstmilieu spielen. Ich frage mich: Wo in meinem Alltag mache ich was mit Kunst? Gehe ich z. B. in ein Museum? Viel zu selten. Ich sollte wirklich mal wieder einen Besuch in der Hamburger Kunsthalle einplanen.

Wie ist es bei dir? Welche Interessen, Reiseziele oder Vorlieben erkennst du, wenn du dir dein Lese-Leben genau anschaust? Wenn du deine Wünsche und Sehnsüchte besser kennst, steigt die Chance, dass du sie erfüllen kannst. Denn dann kannst du konkret werden: Was muss ich tun, um dieses Interesse zu verfolgen? Was brauche ich, damit ich diese Idee auch in meinem Leben umsetzen kann? Notiere alles, was dir einfällt, in der vierten Spalte auf dem Formular.

Lass dich dabei von den Forschungsfragen inspirieren.

Forschungsfragen:

  • Welche Sehnsucht erkennst du in deinen Lieblingsbüchern?
  • Welche Reiseziele verbergen sich in deiner Literatur-Auswahl?
  • Welche Interessen der Figuren aus deinen Büchern würdest du gerne einmal ausprobieren
  • Welche Typen von Menschen findest du in Büchern interessant und würdest du selbst gern verkörpern?
  • Welche Interessen oder Unternehmungen könntest du ausprobieren?
  • Bei welchem Buch denkst du: Die Geschichte hätte ich gerne erlebt?
  • Wenn jemand ein Buch über dein Leben schreiben würde, welche Geschichte hätte er zu erzählen?
  • Welches wären die Tiefpunkte? Welches die Höhepunkte?

3. Figuren und Personen

Ich stelle fest, dass ich mich häufig mit dem gleichen Typ Mensch in Büchern identifiziere. Das ist sicher nichts Überraschendes. Interessant wird es, wenn ich etwas genauer hinschaue: Was macht diese Personen aus? Welche Eigenschaften haben sie?

Im nächsten Schritt kann ich darüber nachdenken: Habe ich diese Eigenschaften auch? Wünsche ich sie mir? Will ich etwas dafür tun, so zu sein? Was kann ich dafür tun? Reicht es mir, mich in Büchern damit zu identifizieren? (Nicht jeder muss mit allen Konventionen brechen, nur weil er sich mit Pippi Langstrumpf identifiziert.)

Oder auch: Wie möchte ich auf keinen Fall leben? Was finde ich ganz besonders erschreckend? Was muss ich unternehmen, damit genau das in meinem Leben nicht passiert?

Es gibt Bücher, die leben von Figuren, die es immer wieder schaffen, ihr Leben auf den Kopf zu stellen. Ich denke da z. B. an „Bridget Jones“ von Helen Fielding oder „Cora Hübsch“ in „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy. Ich fand die beiden Bücher klasse. Selten hatte ich so gelacht. Aber sie haben vielleicht ein kleines bisschen mit dazu beigetragen, dass ich mein Leben anders leben wollte. Figuren wie Bridget oder Cora inspirieren mich, mein Leben bewusster zu leben. Meinen Alltag so zu organisieren, dass er mich möglichst wenig nervt. Aber auch im Großen sehr genau hinzusehen: Mit welchen Menschen umgebe ich mich? Welchen Mann wünsche ich mir an meiner Seite? Und was kann ich ganz konkret dafür tun, dass ich das Leben führe, das ich führen möchte? Bridget und Cora haben mich aber auch inspiriert, mein Leben mit mehr Humor zu nehmen. Mit Missgeschicken weniger ernsthaft und sorgenvoll umzugehen.

Es lohnt sich wirklich, sich die Personen anzuschauen, die ein Buch für dich persönlich interessant und lesenswert machen.

Beispiele:

Finde ich Geschichten von Rebellen und Unangepassten interessant, bin aber selbst eher angepasst? Wo könnte ich mehr Rebellion leben?

Finde ich Geschichten von schillernden Menschen faszinierend? Wie könnte ich selbst ausprobieren, wie es ist, ein etwas schillernderer Mensch zu sein?

Mag ich Romane über impulsive Frauen, bin aber selbst zurückhaltend? Wie kann ich meine Impulsivität entdecken?

Lese ich gerne Geschichten von weisen und in sich ruhenden Menschen? Welche Sehnsucht wird daran sichtbar? Wie kann ich ihr folgen?

Wenn du dich auf diese Weise mit den Figuren in deinen Lieblingsbüchern auseinandersetzt, kannst du dich als Persönlichkeit leichter weiterentwickeln. Denn du bekommst auf diese Weise Impulse, die aus dir selbst, aus deinem Lese-Interesse heraus entstehen. Das sind dann keine von außen vorgegebenen Entwicklungsschritte. Du entscheidest: Welche Personen mag ich in meinen Büchern? Und was möchte ich davon bei mir verwirklichen? Und bei selbst entwickelten Entwicklungsschritten bist du motivierter und es fällt dir leichter, sie wirklich in die Tat umzusetzen.

Hier wieder einige Forschungsfragen, die dir dabei wertvolle Impulse geben können.

Forschungsfragen:

  • Welche Personen faszinieren mich? Was haben sie gemeinsam?
  • Wem wäre ich gerne etwas ähnlicher?
  • Wegen welcher Figur lese ich eine bestimmte Buchserie?
  • Was macht diese Figur aus?
  • Was gefällt mir daran? Wie sieht es bei mir mit diesen Eigenschaften oder Verhaltensweisen aus?
  • Welche Eigenschaften bewundere ich an Figuren in Büchern?
  • Wo in meinem Leben habe ich schon mal so gehandelt wie die von mir bewunderte Figur?
  • Was stößt mich an einer Figur ab? Wie möchte ich auf keinen Fall sein?

4. Bücherwünsche

Meine Bücher helfen mir zu erkennen: Was macht mich glücklich, wenn ich lese? Welche Art Geschichten wünsche ich mir? Welche Figuren sprechen mich am meisten an? Was an einer Geschichte löst bei mir Behagen und Wohlbefinden aus?

Beispiele:

  • Wenn eine Lösung aufgeht, zum Beispiel bei Krimis.
  • Wenn ein Buch eine gemütliche und geborgene Atmosphäre vermittelt.
  • Wenn es um tragfähige Freundschaften geht.
  • Wenn Figuren sich aus Zwängen befreien.
  • Wenn jemand mit einer schwierigen Situation fertigwird und lernt, das Beste aus ihr zu machen.
  • Wenn sich ein Paar findet und zueinander steht, ohne dass sich jemand dafür verbiegen muss.

Ich erkenne darin meine Bedürfnisse. Meine Bedürfnisse nach einer bestimmten Art Bücher. Aber auch Bedürfnisse, die ich selbst in meinem ganz normalen Alltag habe. Diese Erkenntnisse helfen mir, meinen Alltag noch mehr darauf auszurichten, was mir guttut, wovon ich mir mehr im Leben wünsche.

Forschungsfragen:

  • Was macht dich in Büchern glücklich?
  • Welche Landschaften, Städte, Orte lösen bei dir Wohlbefinden aus, wenn eine Handlung dort spielt?
  • Bei welchen Tätigkeiten schaust du deinen Figuren am liebsten zu? Sollen sie gärtnern, kochen, die Welt retten …?
  • Wobei denkst du: „Nein, bloß das nicht!“? Welche Geschichten magst du überhaupt nicht? (Rückblenden, Skurriles, …)
  • Welche Bedürfnisse werden bei deinen Lese-Vorlieben deutlich? Welche möchtest du stärker in deinem Alltag haben? Was möchtest du verändern?

Schritt 3: Ein Fazit ziehen

Am Ende ziehe ich ein Fazit.

Ich schreibe mir auf:

Was möchte ich ganz konkret tun? Was ergibt sich aus der Forschungsreise in mein Lese-Leben?

Beispiel:

Ich erkenne, dass eine meiner Sehnsüchte und Wünsche in einem gemütlichen Zuhause besteht. Da bin ich auch schon echt gut. Aber geht das noch besser? Möchte ich noch mehr?

Ja, ich könnte mir öfter einen Blumenstrauß kaufen und mir ab und zu einen Lese-Abend mit schöner Musik gönnen … das wäre was.

Außerdem habe ich festgestellt, wie wichtig mir meine Beziehungen sind. Und, dass sie doch noch viel zu oft in meinem täglichen Einerlei untergehen.

Und es gibt ein Reiseziel, das ich unbedingt ins Auge fassen sollte.

Also notiere ich in der letzten Spalte meines Formulars unter „Fazit“:

  • es mir öfter gemütlich und schön machen: Blumen kaufen, Lese-Abend, neuen Tee aussuchen
  • meine Freundschaft zu K. und F. besser pflegen: Verabreden!!
  • Reiseziel „Schottland“ fürs nächste Jahr konkret ins Auge fassen

Mein Lese-Leben zu erforschen hat mir wertvolle Erkenntnisse gebracht. Vor allem hat es mir aber auch richtig viel Spaß gemacht. Und es wird weitergehen, da bin ich ganz sicher. Denn jeden Tag kommen neue Erinnerungen hoch. An Figuren, die in Geschichten vorkamen, die ich vor Jahren gelesen habe: den Piloten John Robert Shaw in dem Roman „Der lange Winter am Ende der Welt“ oder Katja Winter in Sabine Kornbichlers „Rosen und Steine“ … und, und, und.

Welche Figuren bevölkern deine Erinnerungen? Wer hat dich begleitet? Dein Leben bereichert, dich inspiriert? Welches Buch hat dein Leben verändert?

Wenn du magst, schreib deine liebsten und interessantesten Bücher in die Kommentare. Ich freu mich über deine Buch-Ideen.

 

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