Wie du besser für dich selbst einstehst (Teil 2)

Tun, was gut und richtig für dich ist. Richtig umsetzungsstark werden. Stolz auf dich sein. → Dein Erfolgserlebnis

In dieser neuen Beitragsreihe möchte ich dir einen einfachen 5-Schritte-Prozess vorstellen, mit dem du üben kannst, mehr für dich selbst einzustehen.

Teil 1 ist schon in der letzten Woche bei uns auf der Seite erschienen, hier kannst du den Beitrag noch mal nachlesen und auch die Übung „Der Wunderfilm“ noch mal ausprobieren: Wie du besser für dich selbst einstehst (Teil 1)

All diejenigen, die schon den ersten Teil dieser Beitragsreihe gelesen und den Wunderfilm ausprobiert haben, möchte ich jetzt bitten, einmal zu reflektieren.

Wie ist das bei dir? Ist bei dir in den letzten Tagen ein kleines Wunder geschehen? Hat sich etwas verändert, nachdem du einige Male mit deinem persönlichen Wunderfilm trainiert hast?

Wenn sich bei dir schon ein klitzekleines bisschen was verändert hat, dann ist das wunderbar. Denn schon ganz kleine Veränderungen zählen und sind meist der Schritt zu weiteren Erfolgen. Du hast dich dadurch innerlich bereit gemacht, dass du in Zukunft mehr für dich einstehen willst.

Und falls der Wunderfilm bei dir noch nicht so gut funktioniert hat, ist das überhaupt nicht schlimm. Vielleicht passt dann die Übung, die ich dir jetzt vorstellen möchte, besser für dich.

Das ist ja unsere Aufgabe, wenn wir als Mensch wachsen wollen: Verschiedene Ideen ausprobieren und das in unserem Leben anwenden, was funktioniert.

Übung 2: Was will ich nicht mehr?

Heute geht es um die Frage, wofür genau du gerne einstehen möchtest. Denn fehlende Klarheit ist ein wichtiger Hinderungsgrund, der uns davon abhalten kann, besser für uns einzustehen. Vielleicht merkst du in einer Situation:

Tipp: Wie du lernst, dich selbst wichtig zu nehmen, Vertrauen in deine Fähigkeiten zu gewinnen und die Widrigkeiten des Lebens kraftvoll zu meistern … Wie geht das?

„Da läuft etwas schief, das will ich so nicht.“

Aber du weißt nicht genau, was dich da ärgert. Und du weißt auch nicht, was du dir stattdessen wünschst. Es fehlt dir einfach Klarheit über das Ziel, für das du einstehen willst. Diese Klarheit brauchst du aber, wenn du etwas ändern möchtest. Du musst die Richtung kennen, in die du laufen willst. Denn sonst läufst du womöglich im Kreis.

Am leichtesten findest du heraus, was du willst, indem du dir erstmal dessen bewusst wirst, was du nicht mehr willst. Das hört sich zunächst komisch an, aber uns Menschen fällt es von Natur aus leichter zu formulieren, was uns ärgert, nervt, enttäuscht … Und diesen Umstand nutzen wir jetzt einfach mal :-)

Diese Klarheit kannst du hier nun für dich gewinnen.

Um dir die Bearbeitung zu erleichtern, habe ich für diese Übung auch ein Formular erstellt, das du ganz einfach ausfüllen kannst:

Formular hier herunterladen

Schritt 1: In welcher Situation möchte ich mich besser für mich einsetzen?

Ich möchte dich nun also einladen, dich an eine Situation aus der letzten Zeit zu erinnern, in der du dich gerne mehr für dich selbst eingesetzt hättest. Schreibe dazu ein kurzes Schlagwort oben auf das Formular.

Als Beispiel nutzen wir hier die Situation aus der ersten Mail, in der die Mutter jeden Tag anruft und quatschen will. Erinnerst du dich?

Als Schlagwort nehmen wir: Telefonate Mama

Schritt 2: Was nervt, ärgert, enttäuscht mich an der Situation?

Im zweiten Schritt trage nun bitte in die linke Spalte all das ein, was dich an der Situation ärgert, nervt, enttäuscht. Achte dabei darauf, dass du möglichst detailliert und konkret schreibst.

Beispiel: Telefonate Mutter

telefonat mutter 1

Super, jetzt hast du all das aufgeschrieben, was du nicht mehr willst. Dieses Aufschreiben allein hilft häufig schon, mehr Klarheit zu bekommen.

Schritt 3: Was will ich stattdessen?

Kommen wir zur rechten Spalte. Hier schreibst du nun bitte zu jedem Punkt auf, was du stattdessen möchtest. Also, welcher Wunsch steckt hinter dem, was dich stört?

Wie sollte die Situation stattdessen sein? Welches Bedürfnis möchtest du erfüllt haben?

Das können auch gerne mehrere Punkte sein. Aber versuche, den für dich wichtigsten Punkt herauszufiltern.

Manchmal fällt einem auch nicht direkt etwas dazu ein. Dann bewege die einzelnen Punkte einfach mal ein bisschen im Kopf hin und her. Gib dir ein bisschen Zeit, um deine Wünsche und Bedürfnisse zu ergründen.

Für unser Beispiel sieht das so aus:

telefonat mutter 2

Jetzt hast du also herausgearbeitet, was du nicht mehr willst in der Situation und was du dir im Gegenzug wünschst. Also was dein Ziel ist. Wohin du möchtest. Wofür du einstehen möchtest.

Damit stehen sich die beiden Extreme, also negativ und positiv, ganz klar gegenüber. Und dadurch entsteht eine Art Spannung. Vielleicht kannst du sie auch spüren, wenn du die einzelnen Punkte noch einmal durchgehst.

Diese Spannung gilt es aufzulösen, indem du Lösungen findest. Lösungen, um von dem, was du nicht mehr willst, wegzukommen, hin zu dem, was du dir wünschst – also deinen Zielen.

Das musst du aber nicht alleine und auch nicht sofort machen. Denn damit geht es im nächsten Teil dieser Beitragsreihe weiter.

Schritt 4: Wie wirkt diese Übung auf mich?

Jetzt geht es erst einmal darum, dass du diese Übung auf dich wirken lässt. Konzentriere dich auf deine Zielpunkte. Und behalte dabei doch mal folgende Fragen im Hinterkopf oder schreibe sie dir am besten auf:

  • Bei welchen Punkten oder auch Gedanken merke ich einen positiven Anschub? Wie macht der sich bemerkbar? Beispiele dafür: „Ich denke, das würde unserer Beziehung einen ganz neuen Dreh geben.“ Oder: „Wenn ich mir das vorstelle, habe ich sofort ein Lächeln im Gesicht.“
  • Bei welchen Punkten oder Gedanken hingegen merke ich Widerstände? Wie äußern die Widerstände sich? Beispiele können hier sein: „Ich spüre einen Kloß im Hals, wenn ich lese, dass ist selbstbestimmter sein möchte.“ Oder: „Ich denke, dass das nie klappen wird.“

Im nächsten Teil wirst du dann herausfinden, wo du ansetzen kannst, um deine Wünsche auch wirklich zu erreichen. Sei gespannt, wie dir das hier weiterhelfen kann.

Und hier gehts zu den nächsten Teilen der Beitragsreihe “Wie du besser für dich selbst einstehst:

Beitrag, Teil 3
Beitrag, Teil 4
Beitrag, Teil 5

Über Barbara Pötter

Barbara Pötter ist Sozialpädagogin, Coach für psychosoziale Beratung und Schreiberin.

Nachdem sie knapp 3 Jahre bei Zeitzuleben als Redakteurin und Kursleiterin mitgewirkt hat, hat sie in Konstanz am Bodensee ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.

Unter www.stadtlandfreund.de bietet sie nun Veranstaltungen für Menschen an, die neue Leute kennenlernen möchten und gleichzeitig die Stadt und das Umland besser erkunden wollen. Damit greift sie ein Thema auf, das sie auch hier bei Zeitzuleben aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr beschäftigt hat und das viele Menschen in ihrem Leben immer wieder berührt.

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Kommentare

  • Als erwachsener sehr kopflastiger Mensch weiß ich genau was ich will und was nicht.
    Alles was in meinem Machtbereich liegt, wird danach ausgerichtet.

    Außerhalb des Machtbereiches kümmert es dem System einen Dreck was aus mir wird. Das System hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität des Menschen. Es macht uns arm, vergiftet Umwelt, Nahrung und Wasser und macht uns das Leben zur Hölle.

    In der Familie gehe ich Kompromisse ein, so das beide Seiten vernünftig leben können. Niemand wird im Stich gelassen und jedem wird geholfen. Allerdings verschwende ich keine Zeit mit Jammerlappen die sich ständig durch Dummheit und Gier selbst in Schwierigkeiten bringen, und die sich auch nicht ändern wollen, und mich nur ausnutzen.

    Generell finde ich es sehr wichtig, vorher zu überlegen, wo der Bereich liegt, den ich beeinflussen kann. Mit dieser Strategie spare ich viel Energie. Da dieser Bereich heute sehr klein ist, haben auch fast alle Menschen massive Probleme.

  • Liebe Barbara,
    das ist sehr oft auch mein Thema. Für mich stellt sich das Problem jedoch noch ganz anders dar: Ich kann in der jeweiligen Situation zwar spontan ganz gut stopp sagen wenn mir was zu viel ist, bekomme aber hinterher (fast) jedesmal ein furchtbar schlechtes Gefühl. Ich komme mir dann knickrig und kleinlich vor, und denke: Hätte ich doch lieber großzügig und gelassen darüber hinweggesehen … Und manchmal ist es auch genau anders herum. Für mich ist das so ein Spagat, den ich ganz schlecht aufgelöst bekomme. Egal wie ich´s mache, es fühlt sich hinterher immer blöd an. Hm.

    • Sabine Klander

      …Genau… das “schlechte geWissen” meldet sich bei mir auch oft prompt. Ein Tipp von einem guten Freund ist: …Warten, bis es vorbei geht… jedoch manchmal dauert das… und macht Platz für viele “unnütze” Gedanken, die mannigfaltige Gefühle hervorrufen… meistens (selbst)strafende….übernommene “Kindheitsmuster” mit Festigung in neuronalen Bahnen…So funktioniert das bei mir. Das Tun “im Fluss” Lassen?!

      Einen entspannten angenehmen Sonntag!

      Sabine

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier