Wie du damit umgehen kannst, wenn jemand deprimiert ist

Depression

Vielleicht hast du jemanden in deiner Familie oder in deinem Freundeskreis, der eine Depression hat oder unter depressiven Verstimmungen leidet? Dann ist es für dich sicher nicht leicht, damit umzugehen. Oft fühlen wir uns angesichts einer Depression hilflos und wissen gar nicht, was wir tun können. Wir haben dir hier einmal einige Gedanken zusammengetragen, welches Verhalten in einem solchen Fall ratsam ist und was du eher nicht tun solltest.

Ein wichtiger Hinweis vorweg!

Wir möchten dich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Anleitung zur Heilung von Depressionen ist. Unsere Tipps können eine professionelle therapeutische oder medizinische Behandlung des Betroffenen definitiv nicht ersetzen.

Uns ist vielmehr daran gelegen, dir als Angehörigem oder Freund ein paar Tipps zu geben, wie du dich gegenüber depressiven Menschen verhalten kannst, weil man sich in dieser Position so hilflos fühlt. Schwere Depressionen gehören in die Behandlung durch einen professionellen Psychologen und / oder Arzt. Nimm unsere Ausführungen bitte als das, was sie sind: Denkanstöße für dein eigenes Verhalten.

Noch etwas Grundsätzliches

Du musst vor allem wissen, dass eine Depression eine sehr ernste Sache ist. Auch wenn es von außen manchmal nicht leicht nachzuvollziehen ist: Der Betroffene simuliert nicht, sondern leidet wirklich – und das in einem hohen Maß. Auch eine depressive Verstimmung ist für den Betroffenen schlimm. Wann eine “echte” Depression vorliegt und wann eine depressive Verstimmung, vermag wohl ein ausgebildeter Therapeut oder Arzt zu sagen. Letztlich ist das für dich aber auch unerheblich. Werte und urteile nicht, sondern akzeptiere, dass der Betroffene leidet und gib ihm oder ihr das Gefühl, da zu sein.

Du kannst nicht allzu viel tun, aber immerhin…


Viel ist es nicht, was du tun kannst. Wenn du selbst kein ausgebildeter Psychologe oder Therapeut bist, sind deine Möglichkeiten sehr begrenzt. Oft ist es fast entscheidender, was du alles nicht tun solltest, wenngleich es auch ein paar Dinge gibt, die du tatsächlich machen kannst. Lies im Folgenden unsere Tipps dazu:

 

Wir haben das, was du besser nicht tun solltest, an den Anfang gestellt, weil es fast wichtiger ist, zu beachten, womit man die Depression des anderen verstärken kann. In der akuten depressiven Phase kannst du leider oft mehr “nicht tun”, als du tun kannst.

Um zu verstehen, was man nicht tun sollte, müsst du versuchen, dich in die Situation des deprimierten Menschen hineinzuversetzen. Alles, was der Depressive negativ gegen sich auslegen kann, verstärkt die Depression. Das Schlimme ist, dass es im Wesen der Krankheit Depression liegt, dass der Betroffene so gut wie alles gegen sich selbst verwenden wird.

Hier findest du einige Verhaltensweisen, die du besser unterlassen solltest, wenn du einem deprimierten Menschen helfen willst. Achte einmal auf die Gedankengänge und versuche zu verstehen, was in dem Depressiven vorgeht.

Gute Entscheidung = Gutes Leben

Eine gute Entscheidung ist eine Wahl, die du hinterher nicht bereuen musst. Mit Herz und Verstand. Systematisch. Alles Wichtige berücksichtigen. Deine Entscheidung in 7 Tagen.

Trivialisiere die Depression oder depressive Stimmung nie

Versuchen nicht, die Depression herunterzuspielen oder so zu tun, als wäre das alles nicht so schlimm. Ein depressiver Mensch leidet wirklich und wenn du sein Leiden herunterspielst, machst du die Situation für den Depressiven noch schlimmer. Ein harmloser Satz wie z.B. “Schau doch mal aus dem Fenster, wie schön die Sonne scheint” wirkt auf eine depressive Person furchtbar. Einerseits ist das Wetter vollkommen bedeutungslos für jemanden, der tief in einer Depression steckt. Und andererseits will er sich ja freuen können und weiß, dass es nicht angemessen ist, bei schönem Wetter deprimiert zu sein. So wird der Sonnenschein draußen als persönliches Scheitern erlebt und verstärkt noch die Depression.

Vergleiche die Depression nicht mit deinen eigenen Stimmungen

Du solltest dem anderen auch nicht sagen, dass du selbst ebenfalls öfter deprimiert bist und dass du alles deshalb gut verstehen kannst. Erstens ist es wichtig, einen depressiven Menschen mit seinem Leid ernst zu nehmen und zweitens wäre die Tatsache, dass es auch dir schon schlecht ging, keine Hilfe. Der andere fühlt sich dann eher noch schlechter oder bekommt das Gefühl, dass er mit seinem Leid gar keine Berechtigung hat, weil es anderen noch schlechter geht. Auch das wäre wieder ein weiterer Auslöser, sich noch deprimierter zu fühlen.

Sage nichts, was Schuldgefühle bereitet

Vermeide es auf jeden Fall, etwas zu sagen, was bei dem Deprimierten Schuldgefühle auslösen könnte. Weise ihn oder sie z.B. nicht daraufhin, wie gut er oder sie es doch hat oder dass es so viele Menschen gibt, die viel schlimmer dran sind. Auch der Hinweis, dass der Depressive andere Menschen belastet und ihnen Sorgen macht, ist überhaupt nicht hilfreich. Schuldgefühle sind in den meisten Fällen ein Hauptelement der Depression und ein Mehr an Schuldgefühlen verschärfen auch die Depression.

Versuche nicht, dem anderen durch Provokation zu helfen

Viele Menschen werden angesichts eines depressiven Menschen hilflos und reagieren oft aus dieser Hilflosigkeit heraus aggressiv. Sie versuchen den anderen dann vielleicht zu provozieren und so aus seinem seelischen Tief herauszubekommen. Tu das nicht. Jemand, der deprimiert ist, kann mit deinen Provokationen nicht umgehen. Du wirst ihn oder sie nur noch darin bestätigen, “nichts wert zu sein”.

Versuche nicht, den anderen aufzuheitern

Viele versuchen, einen deprimierten Menschen mit kleinen Witzen oder Späßen aufzuheitern. Das ist lieb gemeint, wird aber nicht funktionieren. Im Gegenteil – damit zeigst du dem anderen nur noch mehr, dass er nicht in der Lage ist, “normal” zu sein und über bestimmte Dinge zu lachen. Jeder Witz, über den der Depressive nicht lachen kann, ist ein weiterer Verstärker der depressiven Stimmung. Es ist für ihn oder sie wie ein Scheitern und wird als persönliche Unzulänglichkeit empfunden.

Glaube nicht, die Therapeutenrolle übernehmen zu können

Auch wenn du vielleicht ein paar Artikel oder Bücher über Depressionen gelesen hast, bist du noch lange nicht dazu befähigt, dem anderen wirklich zu helfen. Helfen kann allenfalls ein Fachmann und selbst das erst dann, wenn die akute Phase der Depression abgeklungen ist. Unterlasse deshalb auf jeden Fall gutgemeinte Versuche, die Ursachen zu finden und die Person zu analysieren, indem du in der Vergangenheit, Kindheit oder Ehe des Betroffenen herumbohrst. Das steht dir weder zu, noch kannst du das leisten, noch wird es helfen.

Spiele nicht den Handwerker

Gerade wenn uns der deprimierte Mensch wichtig ist, möchten wir gerne helfen. Uns fallen dann hundert Dinge ein, die der andere doch tun könnte, damit es ihm besser geht. Das Problem ist ja aber gerade, dass der andere in seiner Depression eben nichts tun kann. Und durch gut gemeinte praktische Tipps fühlt er oder sie sich noch unzulänglicher. Auch der Vorschlag, z.B. eine einfache Entspannungstechnik anzuwenden, kann dieses Gefühl auslösen.

Vermeide “schlaue Sprüche”

Überhaupt nicht hilfreich sind kluge Sprüche, die vielen Menschen in solchen Situationen einfallen, wie z.B. “Ja, wir alle haben unser Kreuz zu tragen.” oder “Jeder ist für sich selbst verantwortlich – es liegt bei Dir selbst, Dich besser zu fühlen.” oder “Jeder hat mal einen schlechten Tag – das geht vorbei.” Mit solchen Sprüchen zeigst du nur, dass du nicht verstanden hast, dass eine Depression ein echtes Leiden ist, aus dem der oder die Betroffene in diesem Moment nicht herauskommt. Aktiv werden und etwas ändern kann ein Depressiver nur nach der akuten Depression.

Zusammengefasst: Sage also bitte nie so etwas wie…

  • “Hör doch einfach mit dem Jammern auf.”
  • “Was willst du eigentlich – dir geht es doch so gut.”
  • “Reiß dich doch mal zusammen.”
  • “Das alles entsteht doch nur in deinem Kopf – hör’ einfach auf damit!”
  • “Niemand hat je gesagt, dass das Leben einfach ist.”
  • “Hör auf, dich selbst zu bemitleiden.”
  • “Sei nicht so kindisch.”
  • “Es gibt eine Menge Menschen, denen es viel schlechter geht – die würden gerne mit dir tauschen!”
  • “Es gibt soviel, für das du dankbar sein kannst.”
  • “Na ja, deprimiert ist ja jeder mal.”
  • “Morgen ist ein besserer Tag.”
  • “Nun lach doch mal!”
  • “Lass dich nicht so hängen – geh raus und tu etwas, mach ein bisschen Sport und geh unter Leute.”
  • “Wenn du lächelst, siehst du viel schöner aus.”
  • “Versuchs doch mal mit einem heißen Bad, das entspannt (oder einem Kamillentee, einem Stück Schokolade usw.)”
  • “Dabei ist heute so ein wunderschöner Tag!”
  • “Denk doch mal an deinen armen Mann (die Frau, die Kinder, die Mutter), der macht sich doch Sorgen. So etwas hat der nicht verdient.”
  • “Denk doch mal an was Schönes.”

All das sind Sätze, die einen deprimierten Menschen eher noch tiefer in seine schwarze Stimmung stürzen. Unterdrücke bitte unbedingt solche oder ähnliche Äußerungen.

Lies auf der folgenden Seite, was du stattdessen sagen oder tun kannst.

Wie schon gesagt: Viel kannst du leider nicht tun. Und weil das sehr frustrierend sein kann, ist es besonders schwer als Angehöriger und Freund einen depressiven Menschen zu begleiten.

Das, was du tun kannst, besteht vor allem darin, die Depression zusammen mit dem Betroffenen durchzustehen – und zwar ohne Vorwürfe, ungehaltene Ausbrüche oder Frust, sondern mit viel Liebe und Verständnis.

Das Wichtigste: Sorge gut für dich

Tipp

Erkundige dich nach einer Selbsthilfegruppe für Angehörige in deiner Nähe. Falls es keine gibt, kannst du selbst eine gründen. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist sehr hilfreich.

So seltsam es klingen mag: mit das Wichtigste, das du tun kannst, ist gut für dich selbst zu sorgen. Die Depression eines nahestehenden Menschen durchzustehen kostet viel Kraft, Geduld und Liebe. Solange es dir gut dabei geht, hast du diese Kraft. Wenn du selbst zu leiden beginnst, ist das nicht nur für dich schlimm, sondern besonders auch für den Depressiven. Damit werden die Schuldgefühle verstärkt. Sorge also dafür, dass du ausreichend Kraft hast, damit du dem anderen Halt und Zuversicht geben kannst. Du brauchst diese Kraft, um deine erzwungene Untätigkeit in der Phase einer akuten Depression auszuhalten. Scheue dich nicht, ggf. fachlichen Rat anzunehmen.

Aktiv helfen kannst du erst nach der Depression

Aktiv helfen kannst du eigentlich erst dann, wenn die akute Depression nachlässt und die Person wieder “klar denken” kann. Falls du das Vertrauen dieser Person hast und sie dir gestattet, überhaupt als “Helfer” aktiv zu werden, kannst du nach der akuten Depression weitere Schritte überlegen. Du kannst z.B. anbieten, zu einem Therapeuten mitzufahren, einmal gemeinsam nach Literatur zu suchen oder zu recherchieren, ob es eine Selbsthilfegruppe in der Nähe gibt. Aber – wie schon gesagt – erst wenn:

  • es der Person wieder besser geht und
  • du die Erlaubnis hast, zu helfen.

Und das kannst du in der depressiven Phase tun

In der Depression kannst du vor allem da sein und da bleiben. Es geht darum, einfach zusammen mit dem Deprimierten diese Phase durchstehen. Ohne Wenn und Aber und ohne kluge Ratschläge. Frage danach, was der andere braucht. Besorge vielleicht etwas besonders Leckeres zu essen, aber sei nicht enttäuscht, wenn es nicht gegessen wird. Du kannst dir sicher sein: Deine liebevolle Aufmerksamkeit tut dem Deprimierten gut, auch wenn er oder sie es nicht zeigen kann. Besorge vielleicht auch ein paar frische Blumen. Verlasse den Raum, wenn der andere allein sein möchte, aber bleibe möglichst in der Wohnung – also verfügbar und ansprechbar, ohne sich aufzudrängen.

Angst nehmen und “Normalität” herstellen

Eine fundamentale Angst depressiver Menschen ist es, verlassen zu werden. Sie denken, dass sie nicht liebenswert sind und durch die Depression verschärft sich ihre Angst enorm. Es ist gut, wenn du diese Angst durch Worte und Verhalten auffangen kannst. Zeige, dass du den anderen magst, indem du da bist. Und ganz wichtig: Sag es. Und das möglichst oft. Egal, wie oft der andere deine Worte in Zweifel zieht und auch wenn du das Gefühl hast, dich x-mal zu wiederholen.

Eine weitere Angst des Depressiven ist “verrückt” zu sein. Auch hier kannst du immer wieder mit Worten und Taten beschwichtigen und zum Ausdruck bringen, dass der andere nicht verrückt ist – am besten, indem du dich ganz normal verhältst und die Depression selbst annimmst.

Was du sagen kannst

Hier findest du einige hilfreiche Sätze, die du Menschen sagen kannst, die in einer depressiven Stimmung sind. Allerdings sage nie etwas, das du nicht auch ehrlich meinst. Depressive Menschen neigen dazu, kaum einem netten Wort zu glauben und zweifeln vieles an. Damit du dich von den dann möglichen Reaktionen nicht provozieren lässt und vielleicht zugeben musst, etwas nur aus Trost zu sagen, solltest du lieber gleich ehrlich sein.

  • “Ich bin für dich da.”
  • “Ich mag (oder liebe) dich, ganz egal, wie es dir geht.”
  • “Möchtest du mal in den Arm genommen werden?”
  • “Kann ich etwas für dich tun?”
  • “Ich verlasse dich nicht.”
  • “Wir gehen da zusammen durch.”
  • “Du bist nicht allein – ich bin da.”
  • “Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Aber mach dir bitte keine Sorgen darüber, wie es mir geht, ich sorge gut für mich.”
  • “Für mich ist es wichtig mit dir zusammenzusein, ganz egal, wie es dir geht.”
  • “Ich kann natürlich nicht vollständig nachempfinden, wie es dir geht, aber ich sehe, wie sehr du leidest.”
  • “Wenn du reden willst – ich bin da. Es ist aber auch in Ordnung, wenn du nicht reden magst.”
  • “Es stört mich nicht, wenn du weinst. Ich liebe (mag) dich trotzdem.”
  • “Schlaf ruhig ein bisschen – du brauchst keine Angst haben, ich bin da, wenn du aufwachst.”
  • “Ruf mich jederzeit an, wenn du mich brauchst – ich komme. Auch nachts.”

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Damit du dich im Alltag immer wieder an die einzelnen Punkte erinnern kannst, haben wir sie dir hier noch mal in Kurzform zusammengestellt.

Zusammenfassung deprimiert

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Kommentare

  • Meine beste Freundin ist schon sehr lange depressiv und ich habe schon viel im Netz recherchiert, um zu verstehen, wie sie sich fühlt. Jetzt weiß ich, dass ich z. T. Dinge gesagt habe, die nicht angemessen waren. Ich versuche sie ganz normal zu behandeln, habe auch Bedenken, dass sie suizidgegährdet ist. Manche Sprüche von ihr machen mir Sorgen. Sie ist in Therapie und seit einem Jahr krankgeschrieben. Unser Kontakt ist leider auch nicht mehr so stabil wie früher. Ich denke nach meiner Recherche anders als vorher und werde mir vornehmen sie so zu behandeln, wie sie es braucht.

  • Ich bin selber depressiv und kann euch nur folgendes sagen:
    Der Artikel trifft ins Schwarze. Es war ein langer, länger Weg für mich, Depression zu akzeptieren, zu behandeln und als Teil meines Lebens anzunehmen.
    Ich habe an mir gezweifelt, mich gehasst, fand mich abstossend und nicht liebenswert. Meine Freundin und heutige Frau hat das als Teil von mir akzeptiert und mir gezeigt, dass sie mich liebt.
    Ich bin Ihr jeden Tag unendlich dankbar !
    Eure Partner fühlen vielleicht auch so und hassen sich dafür, dass sie euch wegstoßen müssen und verletzen. Schaut gut zu euch und lasst euch unterstützen. Eure Partnerin, euer Partner wird euch sicher auch bestätigen, dass die hier im Artikel gemachten Empfehlungen helfen können.
    Zusammen könnt Ihr es schaffen!
    J.

  • Mein Freund ist depressiv. Es ist sehr schwer für mich. Ich habe das Gefühl das er meine Hilfe nicht will. Er möchte nicht telefonieren nicht reden nichts. Ich habe das Gefühl das er die Nähe zu mir nicht möchte. Den Kontakt zu seiner Familie nimmt er jedoch an. Ich hab andauernd heul Anfälle weil ich Angst habe um ihn. Ich hab Angst um die Beziehung er bedeutet mir so unglaublich viel. Ich fühle mich so als ob er nichts mit mir zutun haben möchte. Es kam alles so plötzlich innerhalb von paar Tagen. Ich weiß einfach nicht weiter. Ich fühl mich hilflos und so als ob ich ihn komplett verloren habe.

    • Lina schreibt am 28. Dezember 2016

      Hey. mein Freund ist auch depressiv. Aber seit einigen Wochen ist er in stationärer Behandlung. Hat dein Freund das auch schon überlegt? Wenn er sich selbst dazu entscheidet, ist es das beste. Ich fühle mich damit auch nicht gut und versuche immer mit ihm zu reden. Finde aber auch dass wir uns immer mehr ausaeinander leben irgendwie. Ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann, aber ich glaube ich kann eh nicht viel machen. Dafür sind die Therapeuten da, die haben Ahnung. Du kannst auch zu Angehörigengrsprächen usw. gehen, wenn du dich alleine fühlst. Pass auf,dass du da nicht mit reingezogen wirst

    • Sabine schreibt am 9. Januar 2017

      Liebe Lina,
      Was du da schreibst hört sich an wie bei mir!
      Mein freund wohnt leider auch nicht gerade ums Eck! Ich kann nicht mal eben hin. Er will im Moment auch nicht telefonieren und reagiert nicht. Ich fühle mich so hilflos! Und es tut so weh. Seine Familie macht ihn mit unpassenden Äußerungen noch fertiger. Ich hab selber Depression , hab das aber mit Therapie etc zur zeit im griff. Nur andere haben oft keine Ahnung und machen alles noch schlimmer!
      Ich habe angst ihn zu verlieren!
      Ich habe angst mich wieder daran zu verlieren.
      Es ist gerade so schwer! …
      Liebe grüße
      Sabine

    • Petra Glörfeld schreibt am 23. Januar 2017

      Hallo
      Genau in dieser Situation befinde ich mich auch gerade .
      Hast du es geschafft damit umzugehen und habt ihr wieder zusammen gefunden ?
      Wäre schön wenn du mir antworten könntest wie es bei euch aussieht .
      LG Petra

  • Ich habe einen Freund und der ist seit längerer Zeit in Depressionen und mit längerer Zeit meine ich 2 Jahre… er ist in meiner Schulklasse aber ist fast nie da… ich hab ihm geholfen wo ich konnte aber langsam ist die Luft raus… Er zeigt keine Motivation oder Freude wenn ich etwas mit ihm mache… Ich bin fast so weit dass ich mich von ihm entfernen will weil er mich auch langsam mit runter zieht…

    Was kann ich noch machen…?
    Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe habe ich das Gefühl garnichts mehr machen zu können außer ihn seine Depressionen leben zu lassen…

    Ich habe oft das Gefühl dass er alles nur spielt weil er äußerst intelligent ist… Sein IQ ist auch überdurchschnittlich aber dadurch das er nichts macht und nur ärztlich befreit zu Hause vor seinem PC sitzt hat das auch keinen Wert mehr…

  • Der Artikel ist schön geschrieben!!! Einen sehr guten Freund habe ich instinktiv sehr nahe an Euren Tipps vor Jahren durch eine Depression begleitet und diese Erfahrung hat unsere Freundschaft sogar gefestigt und bereichert.
    Allerdings finde ich, dass so etwas sehr intensiv ist und man selbst dies nur eine begrenzte Zeit ertragen kann – vor allem, wenn der Betroffene selbst keinerlei Anstalten macht, an der Situation etwas zu ändern. Ich würde mir also noch mehr Tipps dazu wünschen, wie man damit umgeht, wenn kein Progress stattfindet. Aktuell gehe ich schwer damit um, dass eine Freundin, der es seit Jahren schon nicht besonders gut geht nun beflügelt durch eine schwierige Beziehung augenscheinlich in einer ganz akut depressiven Phase steckt. Dieser Zustand zieht sich seit Monaten hin und es wird aus meiner Perspektive eher schlimmer als besser: sie setzt sich Situationen und Demütigungen aus, die für mich als Beobachter kaum zu ertragen sind. Und bei mir ist der Punkt erreicht, dass mich dies so sehr belastet, dass ich dieser Situation nicht mehr mit Geduld und Verständnis begegnen kann – hängen lassen möchte ich meine Freundin aber natürlich ebenfalls auf keinen Fall…

  • Hallo,

    Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Eine gute Freundin von mir leidet unter Depressionen, sie ist sehr offen zu mir und erzählt mir viele ihrer Probleme. Ich wusste früher immer nicht, wie ich damit umgehen kann, ohne ihr weh zu tun und ihr nach Möglichkeit auch noch zu helfen.
    Also habe ich im Internet nach Hilfestellungen gesucht und bin auf diesen Artikel gestoßen. Seitdem “hangel” ich mich hier dran entlang, und ich muss sagen, bis auf ein paar Individualitäten funktioniert das auch echt gut. Immer häufiger sucht sie nun Trost bei mir, und immer häufiger kann ich ihr damit durch die Depressionen helfen.

    Und ich habe auch einen Weg gefunden, womit ich meine persönliche Belastung so gering wie möglich halten kann: Ich führe ein Tagebuch, die Erlebnisse und Gedanken aufzuschreiben verschafft mir einen klaren Kopf und lässt mich leichter damit abschließen.

    Zum Schluss lässt sich nur noch sagen: Meiner Meinung nach ist jeder Mensch etwas besonderes, und es Wert, dass man für ihn oder sie kämpft und ihr in dieser schweren Zeit zur Seite steht. Ich habe am Anfang Schwierigkeiten gehabt, mich mit meiner Freundin auseinander zu setzen, bis ich sie eines Tages weinend in der Ecke habe sitzen sehen, als ich zu Besuch war. Das hat etwas in mir ausgelöst, sodass mir klar wurde, dass dieses Mädchen ernsthafte Probleme hat, und wirklich darunter leidet. Und mir wurde klar, dass sie es einfach für mich wert ist, um sie und mit ihr zu kämpfen, und ihr zur Seite zu stehen, wo ich nur kann.
    Und wie bereits erwähnt, fand ich auch einen Weg, um meine eigene Belastung zu senken.

    Meine Freundin befindet sich nun auf dem besten Weg zur Genesung, und hat immer weniger diese Angstzustände und ihre Depressionen.

    In guter Hoffnung, bald alles erfolgreich mit ihr durchgestanden zu haben,

    Felix

  • Ansich ein gut gemeinzer Artikel allerdings ist es schwierig einem Menschen mit Depression zu helfen wenn man, wie im Artikel, steht nichts wirklich tun kann. Es wird von einem verlangt total einfühlsam und nett und so weiter zu sein aber gleichzeitig kann und darf man dem Menschen nicht wirlich helfen. Das bleibt mir unverständlich. Würde mich über eine antwort seitens des Betreibers freuen.

  • Hallo,

    dass einzige was mich an dem Artikel stört ist, dass von “deprimiert” geschrieben wird. Deprimiert sein hat nicht wirklich was mit Depressionen haben zu tun. Ansonsten war der Artikel ganz ok.

    Gruß Monika1

  • TOLLER Artikel! Besonders, die falschen Sachen nicht sagen oder tun, ist wichtig. Und das ist schon richtig schwer. Danke für die Zusammenfassung.

  • Das Thema läßt mir keine Ruhe. Wenn ich mich daran erinnere, wie es war, als ich sehr deprimiert war, kann ich nur sagen: es wäre mir zutiefst unangenehm gewesen, hätten Menschen sich in allem zurückgehalten, was Ihr als “was sie nicht tun sollten” aufgelistet habt. Da wäre ich mir vorgekommen, wie ein noch viel mehr verletzlicher Mensch, weil ich andere von Ihrem Sosein abgehalten hätte. Ich habe damals selbst entschieden, mit wem ich mich treffe und wenn es inkompatibel war, bin ich wieder gegangen, aber gerade das Fröhlichsein, das Lebendige hat in mir immer den Glauben gestärkt, dass ich auch wieder so lebendig sein kann und möchte und auch die vielen Tips, die ich erhielt, habe ich als Wertschätzung anderer empfunden, auch wenn ich viele damals nicht umsetzen konnte, sie mir wie in einer fremden Sprache erzählt vorkamen. Vielleicht sind Menschen in einer Depression genauso Individuen, wie Menschen ohne. Eben auch nicht alle gleich.

    liebe Grüße
    Monika

  • Hallo Zusammen,

    ich habe selbst schon ein paar Mal Depressionen gehabt und mich zieht der Umgamg mit manchen depressiven Menschen sehr runter. Andere kann ich begleiten und mit ihnen sein, in den Arm nehmen.

    Vielleicht liegt der Unterschied darin, wie sehr sich die Depressiven selbst um Heilung bemühen. Denn mich ziehen in erster linie die herunter, die selbst jede Hilfe, jede Befassung damit ablehnen, aber von mir fordern, ich solle ganz viel Zeit mit Ihnen verbringen. Das überfordert mich und ich fühle mich immer schlecht, wenn ich gehe, weil mir dann vermittelt wird, es war zu wenig. Diejenigen, die sich um Heilung bemühen, sind oft dankbar dafür, dass ich da bin, auch wenn ich nicht oft da bin.

    Aber was ist es dann: ist mir der Dank wichtig, ist es mir wichtig, etwas geben zu können, ist es mir wichtig, dass der andere mich wieder gehen läßt? Liegt es daran, welche Art der Beziehung vor der Erkrankung möglich war? Ich weiß es nicht, es ist ein sehr komplexes Thema.

    einen schönen Sonntag
    wünscht Monika

    • susanne schreibt am 11. Dezember 2011

      Liebe Monika,
      vielleicht ist es ja unter anderem so:
      Weil Sie selbst Depression kennen, und weil Sie manche Menschen mögen, möchten und können Sie bei manchen unterstützend zur Seite stehen.
      Und weil Sie selbst Depression kennen, klingt im Kontakt nicht selten auch eigenes in der Seele an; da ist es gut, achtsam mit sich selbst zu sein und sich selbst stärkend zu Seite zu stehen.
      Für beides wünsche ich Ihnen weiterhin Kraft und Klarheit – denn beides ist so viel angemessener als das weit verbreitete ‘Ach komm, so schlimm kann’s doch nicht sein…’

  • Hallo,
    entschuldigt bitte, aber mir ist das alles ein bißchen zuviel: Armes Opfer (nur der Depressive). Aus der Erfahrung in meinem Umfeld bleibt der Partner (oder auch andere Familienangehörige) eines Depressiven nicht selten völlig auf der Strecke. Und das vor allem dann, wenn der depressive Partner therapieresistent ist, sich also nicht von Außen helfen lassen will. Es kann ja wohl nicht sein, dass der Kranke Hilfe und Behandlung ablehnt und der Partner oder die Familie sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr wohl fühlen, weil sich dauerhaft alles nur noch um diese Depression dreht.
    Rücksichtnahme und Unterstützung halte ich für unbedingt nötig und selbstverständlich, aber nur solange der Depressive auch selbst etwas gegen seine Krankheit unternimmt. Dann kann man ALLES gemeinsam durchstehen, wenn BEIDE dabei sind!
    Ich wünsche einen schönen 3. Advent!

  • Danke für den Artikel und die hilfreichen Ausführungen. Auch die Literaturempfehlungen hören sich gut an. Ich habe eine depressive Freundin und muss sagen, dass ich mich selbst oft schuldig fühle, weil ich nicht so da sein kann, wie ich es von mir erwarte….aber – ich kann es einfach manchmal nicht mehr hören. Dieses ewige Kreisen um die immer gleichen Dinge….die Schwere kriecht mir in alle Knochen und saugt alles Leben aus mir heraus, so fühlt es sich manchmal an. Und in Phasen, wo ich selbst froh bin, den Kopf über Wasser zu haben, ist mir dies einfach zu viel. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die liebend da sind und ‘das gemeinsam durchstehen’….

  • Sehr stimmiger Artikel!!!!!
    Ich hatte das große Glück während meiner Depression eine Freundin an meiner Seite zu haben, die sich genau so verhalten hat , wie Sie es hier empfehlen. Natürlich auch andere, die damit große Schwierigkeiten hatten. Es ist eine sehr belastende und bedrohliche Lebenssituation für alle Beteiligten und aus meiner Erfahrung raus kann man wirklich helfen durch viel Information. Denn wenn man etwas ( zumindest im Ansatz) besser versteht, findet man Wege damit umzugehen bzw. zu helfen.

    Viele Grüße

    Sylvia

  • Danke.
    Der Mensch, der in der Depression steckt, weiß nicht, welches Wort ihm hilft.
    Der Mensch daneben weiß es auch nicht.
    Der Artikel zeigt, wie aus dieser Wortlosigkeit Hoffnung wachsen kann.
    Danke.

    Viele Grüße
    Lucia

  • Hinweis: Die Verlinkung auf die Seite 2 und 3 in der Liste funktioniert nicht ;)

    Guter Artikel!

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