Wie du den wichtigen Dingen im Leben Priorität gibst

Was ist wirklich wichtig
Du kannst deine Probleme lösen. Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut.
Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Es gibt wichtige Dinge.

Für mich zum Beispiel ist mein täglicher Spaziergang mit meinem Hund wichtig. Weil ich hier meine besten Einfälle habe. Und gute Einfälle spielen in meinem Job eine große Rolle. Außerdem verhindert der Spaziergang, dass ich noch mehr aus dem Leim gehe.

Dann gibt es unwichtige Dinge.

Mich interessieren TV-Promis zum Beispiel gar nicht. Oder welcher Politiker jetzt gerade wieder was falsch gemacht hat. Da zucke ich nur mit den Schultern. Das hat für mein Leben keine Bedeutung. Deswegen ist mir das wumpe.

Was für einen wichtig ist, entscheidet natürlich jeder selbst. Wir sind ja alle anders. Und wir haben in Sachen Wichtigkeit so unsere Marotten. Ich könnte dir da Dinge von mir erzählen … aber zurück zum Thema.

Denn hier geht es ja darum: Wie man aufhört, die falschen Dinge zu wichtig zu nehmen.

Tatsächlich geht es hier aber noch um etwas anderes. Und zwar um die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben. Und dass wir diese wichtigen Dinge oft sträflich vernachlässigen, weil wir so mit unwichtigem Kleinscheiß beschäftigt sind.

Was ist also wirklich wichtig?

Ich versuche mal eine Definition:

Wichtig ist, was langfristig Auswirkung auf mein Wohlbefinden und Wohlergehen hat. Oder auf das Wohlergehen meiner Lieben. Die Häufigkeit einer Sache hat meist Auswirkungen auf die Wichtigkeit:

Wenn mich etwas jeden Tag positiv oder negativ im Herzen berührt, ist es eher wichtig für mich. Jedenfalls wichtiger als etwas, das mich nur einmal im Monat beschäftigt.

Wichtig ist also, was langfristige und häufige Auswirkung auf mein Wohlergehen hat. Oder auf das Wohlergehen meiner Lieben.

So … Definition fertig. Das war harte Arbeit.

Nun ein kleiner Test für dich. Also falls du mutig bist:

Die Testfrage lautet:

Was ist für mich nach der obigen Definition wichtig?

Lies die folgende Liste einfach durch und sage dir bei jedem Punkt:

Ist wichtig für mein langfristiges Wohlergehen. Oder: ist unwichtig für mein langfristiges Wohlergehen.

Hier die Liste:

  • das Fernsehprogramm heute Abend? Wichtig oder unwichtig für mich?
  • wie viele gute Freunde ich habe?
  • wie viel Speicherplatz mein Smartphone hat?
  • wie gut ich mich um meine Freunde kümmere?
  • wie gut mein Lieblings-Fussballverein gerade abschneidet?
  • wie sicher mein Job ist?
  • ob mein Wein Kork hat oder nicht?
  • wer was zu wem gesagt hat?
  • mein Kontostand?
  • welcher Promi gerade was getan hat?
  • wie hoch mein durchschnittlicher Stresspegel ist?
  • ob ich im Supermarkt Bio kaufe?
  • ob ich den neuesten Fernseher habe? Oder das neueste Gerät im Bereich X (X durch Ihr Hobby ersetzen)?
  • meine Gesundheit?
  • wie gut meine Beziehung zu meiner Familie ist?
  • was fremde Menschen auf der Strasse über mich denken?
  • wie viel Geld ich für das Alter zurückgelegt habe?
  • wie viel ich gerade wiege?
  • wie zufrieden ich mit meinem Job bin?
  • wie aufgeräumt der Garten des Nachbarn ist?

Gibt es noch andere wichtige Dinge für dich? Wenn ja, dann füge die doch zur Liste hinzu.

Und dann wähle aus der Liste die vielleicht 5 für dich wichtigsten Dinge aus. Sozusagen deine persönlichen Top 5.

Aber vielleicht hast du deine wichtigen Dinge ja sowieso ständig präsent im Kopf.

So … nach diesem kleinen Vorgeplänkel kommen wir zum eigentlichen Punkt:

Es ist natürlich wichtig für mein Wohlergehen, mich um meine wichtigen Dinge zu kümmern.

Und es ist auch wichtig, den unwichtigen Dingen nicht zu viel Raum zu geben. Denn unsere Zeit, Energie und Aufmerksamkeit ist ja begrenzt. Wenn wir unsere Zeit, Energie und Aufmerksamkeit in die unwichtigen Dinge stecken, bleibt für die wichtigen Sachen nichts mehr übrig.

Das Doofe ist nur: Es ist so viel einfacher, sich um die unwichtigen Dinge zu kümmern.

Deswegen verbringen die meisten von uns auch viel Zeit mit mehr oder weniger sinnfreien Dingen.

Oder wir fangen an, eigentlich unwichtigen Dingen riesigen Raum zu geben. Oder wir eröffnen sogar Kriegsschauplätze wegen Themen, die keine Auswirkungen auf unser Wohlergehen haben. Denn das kann man sich schließlich nicht gefallen lassen.

Wir regen uns zum Beispiel über Dinge auf, die mit unserem Leben echt nicht viel zu tun haben. Oder wir beschäftigen uns mit Sachen, die gar nicht dran sind für uns. Oder wir fokussieren unsere ganze Energie auf andere Menschen, weil wir Angst haben, uns mit uns selbst zu beschäftigen.

Warum machen wir das?

Weil es einfacher ist, als ans Eingemachte zu gehen. Also an unsere wirklich wichtigen Dinge. Und oft tun wir die unwichtigen Dinge auch einfach aus Gewohnheit.

Den wichtigen Dingen den ihnen gebührenden Raum zu geben, ist schwierig. Für mich. Und auch für fast jeden, den ich kenne.

Aber es ist eben auch so wichtig.

Ich habe mir deswegen eine Liste mit den 5 Dingen gemacht, die in meinem Leben am wichtigsten sind. Und ich versuche, diesen 5 Dingen auch die größte Liebe, Aufmerksamkeit, Energie und Zeit zu widmen.

Dazu nehme ich mir diese Liste häufig vor und frage mich: Wie kannst du heute etwas für die Dinge tun, die wirklich wichtig für dich sind?

Wie kannst du heute deine Zeit sinnvoll nutzen? Wie kannst du heute das Beste aus deinem Leben machen?

Und so einfach dieser kleine Trick ist. Er funktioniert. Kleiner Zettel. Kleine Gewohnheit. Große Auswirkung. Und zwar ein besser gelebtes Leben.

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Kommentare

  • Politik ist nicht wichtig und hat keine Auswirkungen auf das Leben? Vielleicht sollte sich der Autor dann doch nochmal eben mit diesen Dingen beschäftigen.

  • Wie kann ich aufhören mich mit Politik zu beschäftigen ich muss mich auf wichtigere Dinge konzentrieren habt ihr Tipps wie aufhören kann mich mit unwichtigen Dingen zu beschäftigen hab den Artikel gelesen aber Tipps können nicht schaden

  • Liebe Astrid
    die vielen subtilen und weniger subtilen Formen von mobbing, Ausgrenzung, Abschätzung, Ausstechen, Ignoranz etc. sind überall vorhanden. Ich glaube, man steht im Wechselspiel diesebezüglich mit der Umwelt. Dh. selbstbewahheitende Projektionen, verzerrte, negative Selbst- und Fremdbilder sendet man aus, kennt vielleicht zu wenig Methoden um Menschen in Teams und Gruppen für sich zu gewinnen.
    Da kommt einiges gleichzeitig zusammen was schon vorher da war.

    Es ist wichtig trotz der automatischen Mechanismen immer wieder eine andere Haltung zu üben – in der Praxis – indem man die Erwartungen nicht einlöst, über seinen Schattten springt, Automatismen erkennt und diese hie und da schafft zu brechen. Nur, um eine Abwärtsspirale nicht weiter mit-zubetreiben. Die Orrientierung dafür wär wohl bei einer auswärigen Beraterperson zu holen. Ich glaube, allein schafft man es nicht aus sehr verflochtenen subtilen mobbing (für alle spürbaren Machtverhältnissen) herauszukommen.

    Viel Hilfe und Veränderung wünsch ich Dir.
    Tanja

  • Hallo allerseits, danke für den Beitrag, er kommt für mich gerade in einer Situation, wo ich mein Leben neu umkrempeln muss, weil ich als Sebstständige gerade in einer ziemlich schlimmen Lage bin. Und jetzt habe ich damit zu tun, dass es Menschen gibt, die mich ganz persönlich verurteilen. Die meine Prioritäten als falsch hinstellen, die mir das nehmen wollen, was für mich wichtig ist und die einzige Quelle, Kraft zu tanken und noch einen Sinn im Leben zu sehen. Ständig wird mir vorgehalten, dass ich mich falsch verhalte, ich weiß nicht mehr, wie ich mich dagegen schützen kann. Es nützt nichts, wenn ich für mich beschließe, dass das für mich nicht wichtig ist, denn ich muss (derzeit noch) mit diesen Menschen zusammenarbeiten, weil ich teilweise davon abhängig bin, aber ich schaffe es nicht, das wegzustecken.
    Ich danke für die regelmäßigen Beiträge, die mich oft wieder aufbauen – ich hoffe, dass ich bald wieder ein Leben habe, das mir Luft zum leben lässt.
    lg
    Astrid.

  • Hallo Ralf,

    sehr schöner Beitrag, danke dafür.

    Viele Menschen trauen sich vielleicht nicht, sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern, weil sie insgeheim denken, sie hätten das Glück nicht verdient?
    Wir verstricken uns in Nebenkriegsschauplätze, stumpfen vor dem Fernseher ab, ertränken unseren Frust in Alkohol oder was auch immer.
    Seinen eigenen Weg zu finden, kostet Mut. Es ist anstengend.
    Aber es lohnt sich, sich auf die Suche zu machen.
    Wir werden uns verrennen, in Sackgassen gehen, uns mit den falschen Freunden einlassen – aber dabei werden wir immer mehr über uns selbst lernen und rausfinden, was uns zufrieden macht und zu uns selbst finden.
    Ich will nicht beschönigen – wir alle haben unser Päckchen zu tragen. Sei es ein Job, der uns unglücklich macht, der Verlust gelieber Menschen, die viel zu früh von uns gehen, Arbeitslosigkeit, ein Partner der Fremdgeht – ich kann ewig weitermachen mit den schlimmen Dingen im Leben. Aber wir haben die Macht zu beinflussen, wie wir den Widrigkeiten des Lebens gegenübertreten. Ich habe auch schon viel Sch… am Bein gehabt – aber das Wichtigste ist, immer weiterzumachen. Eine Alternative gibt es nicht.
    Liebe Grüße
    Alex

  • Lieber Ralf, liebe Menschen,
    Ich habe ein schweres Anliegen: ich komme aus der Kunst Branche, Intrigen u Missgunst sind furchtbar, es gibt momentan keine anderen Wege, als das “durchzustehen” obwohl es auch meine Lieben sogar beeinflusst, aber manchmal ist man richtig machtlos, und man muss Dinge tun, die keine Priorität haben und durch die Angst gehen, obwohl man befürchten muss, dass es schlechter wird oder sich nicht zum guten ändert, aber besser wird es auch nicht, wenn man was anderes tut oder das nicht mehr tut, was einen so belastet. Das hört sich jetzt wohl verwirrend an, es ist schwer zu erklären, aber was tut man den in so einem fall? Wenn die kleinsten Schritte einem im Kreis drehen und die großen Schritte die Zukunft zerstören und dazwischen die Schritte auch nichts ändern? Oje, dass klingt leider sehr pessimistisch, aber vielleicht hat ja jemand aus einer ähnlichen Situation was zu empfehlen? Lieben herzlichen Dank, Nina

    • Tanja

      Ich komme auch aus der Kunstbranche, war jahrelang auf diesem Ritt…nicht minder erfolgreich und eine der schrecklichsten Leidenstrecken ist die Missgunst – …. der Freunde…. der bekannten Kollegen sowieso… obschon die manchmal besser mit meinem Erfolg umgehen konnten als nahestehende Freunde.
      Das ist so grausam – zu erkennen, das die der Kunstbranche eigene Wettbewerbskultur ohne Struktur und Regeln (sondern vornehmlich mit Vetternschaftsgesetzen) dich so vogelfrei und ungeschützt macht und nur einzig Dein Durchhalten Dein Weiterbestehen legitimiert (denn alle wünschen sich Deinen Untergang – dann steht einer weniger im Weg zum fetten Futternapf) – ich musste mich ‘rausstehlen’ aus der ewigen Ausstellerei die letztlich sehr unbefriedigend MENSCHLICH war und die Stubstanz um welche es mal ursprünglich ging… und mich vorantrieb in die Kunst – nur noch in Spuren zu suchen waren. Niemand redete mit niemandem über relevantes – IMMER gings bei jeder Gelegenheit und NETWORKING – das Geheimnis zum Vorankommen schlechthin…

      ich weiss… ich brauchte den Bruch um mein Leben wieder zurückzuerobern. Jetzt versuche ich in kleinen Schritten wieder Fuss zu fassen und mir meine eigene Kunstwelt langsam neu zu stricken, anders, weniger vom Kunstmarkt hochtourig getaktet (hopp, hopp) und weniger genormt von diesem doofen ‘Berühmtheits- und Ruhmdenken ‘ – unter deren Verdacht ein jeder Künstler gerät!
      Nie wollte ich berühmt werden – sondern nur gewürdigt in dem was ich abliefere wie ein Elektromonteur etc. …. aber das geht da gar nicht…… sehr schwierige Gratwanderung. ich weiss..

  • Hallo,
    ich musste sofort an die alte Geschichte des Professors denken (s.u.). Ich habe keine Ahnung woher sie kommt, im Netz existieren unterschiedliche Versionen, der Inhalt ist aber immer gleich. Manche lassen die Schlusspointe mit dem Studenten weg, aber ich finde, dass sie neben der tollen Aussage des Textes entscheidend ist. Egal wie intensiv wir uns auch immer mit uns und unserem Weg beschäftigen, sollten wir nie den Spaß am Leben vergessen und nicht immer alles so “bierernst” nehmen. ;-)
    Einen schönen Sonntag!

    EIN GLAS MIT STEINEN

    Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes leeres Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu. Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und lachten. Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

    “Nun”, sagte der Professor zu seinen Studenten,” Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie ihr Leben ist! Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Ihre Familie, Ihr Partner, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder – Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – ihr Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z.B. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben.
    Würden Sie den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in Ihrem Leben: Wenn Sie all ihre Energie für die kleinen Dinge in ihrem Leben aufwenden, haben Sie für die großen keine mehr. Achten Sie daher auf die wichtigen Dinge, nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder oder Ihren Partner, achten Sie auf Ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Haushalt, Partys, usw. Achten Sie zuerst auf die großen Steine – sie sind es, die wirklich zählen. Der Rest ist nur Sand.”

    Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand – bei dem mittlerweile sogar der Professor zustimmte, dass es voll war – und schüttete ein Glas Bier hinein. Das Bier füllte den noch verbliebenen Raum im Glas aus, dann war es wirklich voll.

    Fazit:
    Egal wie erfüllt das Leben ist, es ist immer noch Platz für ein Bier….

  • Lieber Ralf und alle anderen,

    eure Denkanstöße gefallen mir sehr gut, ich bin sehr gerührt davon.

    Ich befinde mich gerade in einer wundervollen Situation. Ich bin gerade dabei, den wundervollsten Mann, den ich jemals getroffen habe, näher kennen und lieben zu lernen.

    Ich lerne aus diesen Beiträgen, dass Liebe sehr viel Zeit und Geduld bedeutet, die ich vorher nie hatte. Es ist so wunderschön, genau zu wissen, geliebt zu werden, und selbst zu lieben.

    Was letztendlich gut wird, braucht sehr viel Zeit und Geduld, das gilt auch für viele andere Situationen.

    Ich bin schon seit einigen Jahren stille und begeisterte Leserin der Newsletter und Beiträge. Ich konnte mir immer etwas nützliches dabei herausziehen. Jetzt bin ich nicht mehr still und wesentlich aufgeschlossener, dank Zeit zu leben und vieler, vieler Bücher und letztendlich Umsetzung des Gelesenen.

    Liebe Grüße an euch alle. Dagmar

  • Ich lese RALF und seine klar und effizient geschriebenen Gedanken/Methoden SEHR GERNE.

    Auch die ‘Musik’, der Textklang schwingt wirklich motivierend, Mut machend nach !

    Das Meinungs- und Fragenspektrum von allen anderen, den Lesern und Teilnehmenden aber in dieser Meinungsrubrik ist ebenso erweiternd bereichernd und differenziert die Klänge, bricht die Stossrichtung – spiegelt das Angedachte, vervollständigt es!

    Diese ganzen Reaktionen mit zu lesen gibt erst so ein richtiges Gesamtpaket.

    Herzlichen Dank, ich wurde etwas ‘aufgeweckt’ und motitiert, zumindest für heute und das versuch ich mich jetzt zu bewahren und diesem gelegten Faden zu folgen…

  • Ich finde, manchmal muss man sich schon an kleinen, unwichtig scheinenden dingen reiben, weil es ums prinzip geht. Zb gema gebuehren, die exorbitant gestiegen sind. Teilweise um 200%. Klar, in der praxis sind es kleine beitraege, kann man ignorieren, dann kriegt die gema keinen gegenwind und irgendwann sind es dann 2000%. Oder die zwangsabgabe. Was soll man sich aufregen, sind ja nur 20 euro, kann man sich ja einfach nen weg ueberlegen, wie man sich die zusaetzlich verdient, wenn man am existenzminimum lebt. Und den.besserverdienern tut die abgabe eh nicht weiter weh. Nein, ich finde grade diese einstellung falsch. Auch auf politik bezogen: natuerlich hat das langfristig einfluss auf uns. Sowas zu ignorieren (“ist ja weit weg, tangiert mich u meine kleine welt nicht”) ist falsch, auch wenn uns die beschaeftigung damit erstmal ein paar minuten vermiest. Stellt euch vor wie jeder gegen immer staerkere einschraenkungen einfach still anarbeitet, um seinen standard zu wahren, mit scheuklappen auf, waehrend dekadente, reiche politiker, promies u konzerne sich ueber die stillsschweigende duldung der kleinen, buckelnden arbeitstierchen freuen. Manche dinge sind nicht ok. Oder der lebensmittelhersteller der stillschweigend die rezeptur der wurst aendert. Ploetzlich mehr zusatzstoffe. Ploetzlich genmanipuliertes futter fur die tiere. Kann man ja einfach eine andere wurst kaufen, nicht? Ich finde nein, man sollte sich beschweren. Damit sollte keiner durchkommen duerfen, sonst fenkt der konzern, man koennte sich mit den dummen kunden alles erlauben u aendert noch drastischer. Ich bin froh dass so viele leute sich an vermeintlichem kleinkram aufhaengen und NICHT muede laechelnd “das tangiert mich nicht” abwinken wie die meisten.

    • ulli

      Natürlich muss man politisch etwas verändern. Die meisten psychischen Krankheiten kommen doch aufgrund der Überforderung, und der Verarmung der Gesellschaft. Es ist gerade zu kontraproduktiv zu behaupten das Individuum hätte alle Möglichkeiten sein Leben zu gestalten. Viele Motivationstrainer verdienen sich eine goldene Nase, indem sie unseriöse Versprechungen machen.

  • Liebe Uschi,Dr.Viktor Frankl sagte einmal sinngemäß”das Leben befragt uns und wir müssen Antwort geben”.Manchmal stellt das Leben Fragen an uns und die Antworten zu finden ist nicht leicht.Gerade bei Erbschaftsangelegenheiten spielt viel auch Machtkampf mit.Ich kann mir vorstellen wie belastend das ist. Mir hilft es immer wieder in schweren Situationen auf das verstärkt zu schauen was es auch Gutes gibt wofür ich dankbar sein kann.Das ist keine Lösung, jedoch hilft es mir mutig und stark zu bleiben und mich nicht unterkriegen zu lassen.Und im Sinne des Themas mache ich mich selbst wichtiger und wenn ich gut mit und zu mir selbst bin,dann kann ich leichter durchhalten und Wege finden um Antworten auf die Fragen des Lebens an mich zu finden.In dem Sinne wünsche ich dir alles Liebe gilla

  • Hallo Ralf!
    Ihre Gedankenanstöße sind einfach klasse, wert-u.liebevoll!!! Vielen Dank dafür!
    Und auch an die Schreiber der Kommentare;
    Ich empfinde eine sehr bereichernde Mitmenschlichkeit und wenn auch die eine oder andere Sache gar nicht mein Thema ist, tut das Lesen meiner Seele gut und ich profitiere von dem wertschätzenden Miteinander auf dieser Seite!
    Lieber Ralf, geben sie bloß nicht die Spaziergänge mit ihrem Hund auf, weiterhin viel Inspiration wünscht Ihnen
    Petra

  • Lieber Ralf,

    ein toller Denkanstoß, ich werde sicherlich darüber nachdenken, von welchen selbstgemachten Zwängen ich mich noch befreien kann. Es gibt aber leider auch Dinge, die man nicht für sich selbst entscheiden kann, wo andere auch von meiner Entscheidung abhängig sind.

    Ich kämpfe gerade in einem Erbfall für meine Kinder. Die Witwe (Ex-Mann war noch mal verheiratet), hatte 5 Tage nach dem Tod Gold im Wert von 120 Tsd € aus einem Schließfach raus genommen, es ist ihr nicht nachzuweisen. Es gibt ein Haus mit 180 Tsd. € Schulden, wir könnten es alle zusammen für 300 Tsd. verkaufen. Sie hat ein lebenslanges Wohnrecht in dem Haus und möchte nicht verkaufen. Meine Kinder müssen aber jeden Monat 650 € Darlehen tilgen. Sie hat genug Geld aus Lebensversicherungen, Firmenauszahlung und das Gold. Sie möchte die Kinder finanziell ausbluten lassen, damit sie das Haus alleine bekommt. Die Anwältin spricht von einem Fall, den sie am liebsten nie auf den Tisch bekommen hätte, so kompliziert ist er. ICH würde am liebsten auf alles verzichten, ich kann psychisch nicht mehr, aber ich kann nicht aufgeben, es ist geht um meine Kinder. Meine Kinder haben seit dem Tod einen Pullover als Andenken bekommen, sie hat alle persönlichen Dinge alleine behalten. Wo ist denn da der Weg heraus?

    Also, mein Resümee, in kleinen Dingen mag es wunderbar funktionieren, wenn man sich vieles bewusst macht, aber gerade in finanziellen Dingen ist es leider nicht so einfach zu handhaben.

    Herzliche Grüße

    Uschi

    • Robert

      Liebe Uschi, das hört sich wirklich schlimm an und ich habe auch keine Patentlösung für Deine Situation. Aber …

      mach Dich nicht verrückt und belaste Dich nicht mit Dingen, die außerhalb Deines Einflussbereichs liegen. Wenn diese Frau nun mal “böse” ist, dann wirst Du und Deine Kinder das nicht ändern. Aber das, was Du ändern kannst, ist Deine persönliche Einstellung dazu. Wir Menschen neigen sehr oft dazu, viele Situationen um uns herum, persönlich zu nehmen. Diese innere Einstellung lässt sich ändern und führt zu mehr Balance und Zufriedenheit, auch wenn damit vielleicht Verluste verbunden sein sollten. Da gilt der Fokus auf die Nachhaltigkeit der Einstellung zu legen. Dauert etwas, aber wirkt. Ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg auf Deinem Weg.

    • Kati

      Hallo Uschi,

      mir hat mal eine Kollegin folgenden denkwürdigen Satz gesagt:

      “Geld ist nur eine Form von Energie”.

      Meine Erfahrung ist, je wichtiger ich das Thema Geld nehme und je neidischer ich auf andere bin, die vielleicht mehr haben als ich (wissen wir das immer so genau?), desto unglücklicher und finanzschwächer bin ich.

      Mensch braucht ja im Grunde wenig. Und will immer mehr. Dabei kann es durchaus auch eine Belastung sein, viel zu besitzen: Verlustängste, Neid, Missgunst, Materialverwaltung,…puhhh…also mich stresst das oft.

      Wenn ich also mal die Perspektive wechsle und dankbar sein kann, für das was ich hab, anstatt konsequent bedürftig zu sein, fliesst alles viel viel leichter.

      Was ja nicht heissen muss, dass man nicht um sein Rechte kämpfen sollte!

      Ein wenig Klarheit in verworrene Beziehungsgeflechte und zugehörige Emotionen zu bringen, auf allen Ebenen immer wieder zu entrümplen und unnötiges loszulassen, hilft mir z.B. in meinem Leben enorm. Als alleinerziehende Freischaffende mit einem sehr gut verdienendem Ex, weiss ich wovon ich spreche.

      Deine Kinder sind schon erwachsen, oder? Traust Du Ihnen denn nicht zu, selbständig Ihr Erbe anzutreten? Du schreibst ja, Du würdest auch verzichten, bist psychisch am Ende. Vielleicht lohnt sich da mal ein genaueres Hinschauen?!?

      Wer aus dem Hamsterrad raus möchte, muss aufhören zu treten. Dann vielleicht mal eine zeitlang verschnaufen, innehalten, lauschen, schauen…NICHT mutmassen, denken, grübeln, sich mit sturem Kopf in der Vergangenheit oder in der Zukunft festbeissen….vielleicht ist das Rad ja zumindest nach einer Seite offen. Und vielleicht ist es sogar die Käfigtür, die sperrangelweit offen steht…ob wir dann da hindurchgehen wollen, ist wieder ein neues Thema.

      Beste Wünsche &
      Dank an alle – die Ihr Euch Zeit nehmt zu leben
      Kati

    • Marco

      Hallo Uschi,

      können die Kinder die Erbschaft nicht ausschlagen? Dann sind sie zwar das Erbe los, aber auch die Schulden, die auf dem Erbe lasten. Frist: 6 Wochen seit Bekanntwerden des Todesfalls. Falls Ihr noch in der Frist seid, wäre das vielleicht die einfachste Möglichkeit, den Ballast abzuwerfen. Einfach mal ein praktischer Vorschlag.

      Liebe Grüße
      Marco

  • Problematisch kann es werden, wenn man erst nach Jahren erkennt, dass man Dinge macht die unwichtig sind. Zeiträuber, die z. B. aus Gründen der Anpassung zum Alltag gehören.

    irgendwann erkannte ich, dass Anpassung manipuliertes Dahinsiechen ist. Also habe ich mein Leben veraendert und mir geht es super.

    Nur mein Umfeld hatte teilweise erhebliche Probleme……

    • Andrea

      Hallo Isabell, mir gefällt Dein Beitrag. Auch ich befinde mich in einer Art “wakeup” Situation. Aber ich glaube mir fehlt doch noch ein Stück um aus diesem Hamsterrad auszusteigen. Was war für Dich die klärende Erkenntnis, die Dein Handeln verändert hat? Bin für Tipps sehr dankbar!

    • ulli

      Das Umfeld bekommt schnell Probleme wenn man sich die „Frechheit“ herausnimmt und sein Leben selbst gestaltet. Schließlich bekommt man ja schon bevor man laufen kann gesagt was man zu tun und zu lassen hat. Eltern, Lehrer, Politiker und der ganz normale Besserwisser wollen schließlich mitreden.
      „Aber auch ein Schiff muss durch den Sturm, bis es dann tropische Gewässer erreicht.“

    • Peggy

      Hallo Isabell,

      würde mich sehr interessieren, welche unwichtigen Dinge du herausgefunden hast und noch interessanter, wie du dein Leben verändert hast und welche Schwierigkeiten hatte dein Umfeld und wie bist du damit umgegangen?
      Vielleicht habe ich gleich sehr viele Fragen auf einmal. Das geht mir immer so.
      Aber trotzdem danke für eine Antwort.
      Weiterhin eine gute Zeit
      wünscht Peggy

    • Ralf

      Ja, das Umfeld hat erhebliche Probleme damit, wenn man aus dem Hamsterrad springt. Das liegt u.A. daran, das dieses System so gut funktioniert, das die meisten Leute sich nicht vorstellen können, es könnte noch andere Wege geben, das eigene Leben zu leben.
      Und wenn jemand ihnen einen radikal anderen Weg zeigt, reagieren sie oft mit Ablehnung.

      Angst ist eines der beiden Hauptinstrumente, mit denen das System in Gang gehalten wird.

      Die drei für mich entscheidenden Fragen lauten:

      1. Weiß ich, wie dieses System funktioniert ?
      2. Weiß ich, wer ich wirklich bin ?
      3. Will ich weiter so leben ?

      Ehrlicherweise müssten Viele mindestens eine dieser Fragen mit “Nein” beantworten.

      Dann und erst dann, stellen sich weitere Fragen und ein oft langjähriger Prozess kann zu entscheidenden Veränderungen führen.

      Das Thema ist komplex, jedoch nicht kompliziert.

  • hallo, so wie Daniel oder Nils das beschreiben ist das ja die klassische
    Hamsterrad – Situation in der die meisten stecken – ich auch.
    Meine Empfehlung ist langfristig zu denken und nicht zu versuchen
    sofort und alles radikal ändern zu wollen.
    Meist überschätzt man was man in 2 Monaten schaffen kann und unterschätzt was man in 2 Jahren schaffen kann. Vileicht mal mit einem Coach versuchen die Perpektiven auszuloten und einen langfristigen Plan zu entwickeln.
    schönen Sonntag

    Frank

  • Lieber Ralph,
    danke für den guten Gedankenanstoß zu Sinn stiftenden Lebensinhalten! Ich wundere mich immer wieder darüber, dass diese tragfähigen Perspektiven aus dem Blick geraten… Wir neigen ja zu sehr hohen Ansprüche – frei nach dem Motto “alles SOFORT, GENAU SO nach meinen Vorstellungen und bitte IMMER MEHR davon” ;-)… das passt ja auch wunderbar in eine leistungsorientierte Gesellschaft… Es wäre z.B. durchaus denkbar, nicht im Traumberuf zu arbeiten, mit diesem Gehalt einige Jahre lang aber drei Kindern eine sorgenfreie Kindheit ermöglichen zu können und meine persönliche Weiterentwicklung im Beruf ein wenig “nach hinten” zu schieben. Wie würde sich diese “innere Ausrichtung” anfühlen? Innere Konflikte gehören ja – zum Glück! – nun mal zum Leben, daraus entsteht ja erst Wachstum. Es kommt auf die Prioritäten an, die ich in meinem Leben gesetzt habe, diese muss ich mit mir selbst immer wieder “neu verhandeln” und prüfen, ob ich auf einem sinnvollen Weg bin oder mich ständig mit Unwichtigem ablenke…und das Handeln muss dann jeder individuell vor seinem eigenen Gewissen verantworten.
    Bitte so weiter schreiben :-) – viele Grüße!

  • Die Sonne scheint draußen und ich lese zum morgendlichen Kaffee dieses hier. Mein Lächeln reicht von einem Ohr zum Anderen.
    Soll heißen: Dieser Artikel gefällt mir sehr, sehr gut :)

    @Nils: Ich antworte Ihnen mal hier, weil die Frage ja an Herrn Ralf gerichtet war ;)
    Was mir spontan in den Kopf kam war, dass Sie es ja mit einem Fernstudium probieren könnten. Das kostet Geld…. und ein wenig Zeit, welche Sie sich von Ihrer Familie schenken lassen könnten.
    Wenn das Herz nach langer Zeit immer noch für etwas schlägt und brennt, dann sollte man es anpacken. Sprechen Sie mit Ihrer Frau (und Ihren Kindern) darüber – vielleicht hat ihre Frau auch einen heimlichen Weiterbildungswunsch?!
    Und vielleicht könnten Sie gemeinsam einen Weg finden, wie Sie das gemeinsam meistern können.

    Herzlichst,
    Anke

    • Nils

      Hallo Anke,

      netter Versuch, danke dafür. Vielleicht haben Sie ja überlesen, dass der Familienvater bereits Überstunden macht, um seine Familie versorgen zu können. Wovon soll er da ein Fernstudium finanzieren und woher soll er bei einer 50-Stunden-Arbeitswoche die Zeit nehmen, “nebenher” zu studieren? Kinder und Vater möchten ja zumindest am Wochenende mal was voneinander haben.

      Gruß

      Nils

    • Anke

      Hallo Nils,
      Sie scheiben:

      “netter Versuch, danke dafür. Vielleicht haben Sie ja überlesen, dass der Familienvater bereits Überstunden macht, um seine Familie versorgen zu können. Wovon soll er da ein Fernstudium finanzieren und woher soll er bei einer 50-Stunden-Arbeitswoche die Zeit nehmen, “nebenher” zu studieren? Kinder und Vater möchten ja zumindest am Wochenende mal was voneinander haben.”

      Meine Antwort:
      Ich habe dies alles nicht überlesen :)
      Wo ein Ziel/Wille ist, gibt es auch Wege.

      Es gibt z.B. Zeitmanagement, welches man anwenden könnte.

      Es gibt Sätze wie:” Ich würde ja gerne, dies und das….Aber!”
      oder: ” Ich würde ja gerne dies und jenes tun, wie schaffe ich es trotz aller Widerstände einen Schritt in diese Richtung zu gehen?”

      Herzlichst,
      Anke

  • Einen schönen Sonntag rundum!
    Der Kurs “Selbstvertrauen” zeigt seine Wirkung!
    Ich traue mich, einen Beitrag zu schreiben!
    Ich fange klein an: Danke für all das Erlebte durch den Kurs.
    Ich freue mich jedes Mal auf die neuen Unterlagen, die ich ernsthaft, aber mit Freude bearbeite. Ebenso ist es mit dem Newsletter.
    Sehr hilfreich sind für mich die einzelnen Beispiele. Über diese bekomme ich die Anregungen weiter zu denken, eigene Themen zu erkennen.
    Bei all meinen schönen Themen, die anfangs wegen des Zeitmangels manchmal ein chaotischer Haufen sind, merke ich , wenn ich sie in Ruhe sortiere, dass Klarheit entsteht.
    Ich vergleiche das oft mit einem Mandala. Anfangs ist das Bild des Mandalas (Rad- Hamsterrad?..) wirr und undurchschaubar. Setze ich mich in Ruhe hin und beginne von der Mitte aus oder von außen zu malen, erkenne ich plötzlich geordnete. Sich ein wenig Zeit und Ruhe
    zu nehmen, die wichtigsten Dinge erkennen und umzusetzen
    haben mich Kurs und Newsletter erkennen lassen.
    Ich bin auf meinem Weg….
    Ansgard

  • Hallo RS,
    so viele Fragen und keine Antworten. Und selbst wenn man die Antworten kennt, bedeutet das noch nicht, dass man auch Lösungen hat.
    Es ist wohl in den seltensten Fällen so, dass die Menschen zu “blöde” sind, um zufrieden oder glücklich zu sein. Oft ist die Diskrepanz zwischen Bedürfnis und Realität einfach so groß, dass es keine Möglichkeit zur Überwindung gibt. Das Fernsehprogramm oder die Fußballergebnisse sind ja für viele Menschen oft nur deshalb von Interesse, weil sie die eigentlich wichtigen Dinge nicht in ihrem Sinne beeinflussen können.
    Ich weiß nicht, in welchen Verhältnissen Daniel lebt, aber man stelle sich vor, es handele sich um einen verheirateten Vater mit 3 schulpflichtigen Kindern. Er ist 45 Jahre alt und Alleinverdiener, weil seine Frau sich um Kinder und Haushalt kümmert. Als kaufmännischer Angestellter verdient er mit Überstunden zwar gerade genug, um die Familie zu versorgen, aber er geht jeden Morgen widerwillig zur Arbeit, weil ihn sein Beruf anödet. Ursprünglich wollte er seiner Kreativität und zeichentechnischen Begabung entsprechend Designer werden, konnte sich aber keine Ausbildung leisten und wurde auch von seinen Eltern, die seine Wünsche als Hirngespinste abtaten, nicht unterstützt.
    Hier die Antworten auf deine Beispielfragen:
    • Ich müsste eine Anstellung als Designer finden, die so gut bezahlt ist, wie meine derzeitige Stelle.
    • Ich müsste ein Studium bzw. eine Ausbildung absolvieren, um mir fehlende Kenntnisse anzueignen und bei meiner Bewerbung ein Abschlusszeugnis vorweisen zu können.
    • Ich male und zeichne gerne und entwickle gern neue Ideen in diesem Bereich.
    • Ich bin der Einzige, der die finanzielle Verantwortung für die Familie hat, da meine Frau sich um Haushalt und Kinder kümmert.
    Ich wäre nun dankbar für eine, wie du schreibst, tragfähige Idee, den Veränderungswunsch in die Tat umzusetzen.
    Viele Grüße
    Nils

    • Ralf Senftleben

      Nils, nein wir sind ganz sicher nicht zu blöde. Es eher so, dass wir überfordert sind und Angst haben. Angst vor der Unsicherheit. Angst vor dem Scheitern. Angst mit Fehlentscheidungen, nicht mehr geradebiegen zu können.

      Und es gibt viele Beispiele für Menschen, die trotz der Angst losgegangen sind und alles ist gut geworden. Aber es gibt natürlich auch Menschen, die scheitern. Es gibt keine Garantien.

      Aber es ist im Leben nun mal so: Wer mehr will, muss etwas riskieren.

      Und Ideen für eine tragfähige Idee kann ich nicht entwickeln, das muss jeder für sich selbst tun, weil eine gute Lösung nicht von außen sondern von innen kommen muss, in meinen Augen.

    • Sisa

      Nils, ich kann dich sehr gut verstehen. Alleinerziehende Mutter, 45, Ausländerin, schwerhörig, 2 Kinder. Keine Familie, keine Unterstützung. Ich bin am rennen, jeden Tag versuche ich weiter zu kommen. Samstags besuche ich ein Deutschkurs, in der Hoffnung, dass ich ein besseres Job finden kann. Bis jetzt ohne Erfolg, da ich nur eine Berufmatura habe, die einfach keine Bedeutung mehr hat. Als Kind hatte ich ein Traum gehabt, wollte Interior design studieren, habe ich auch in England angefangen, leider hatte ich nicht genug Geld, musste aufhoren. Ging nach Hause, hatte super job, habe mich verliebt, bin umgezogen, habe geheiratet und sich 15 Jahre um Kinder gekummert. Jetzt stehe ich hier und habe keine Ahnung, was ich machen könnte/sollte. Ich weiss, das ich vieles kann, learning by doing, etc. Leider gibt mir niemand eine Chance sich weiter zu entwickeln und neue Richtung zu finden. Entweder bin ich zu alt, habe nicht entsprechende Ausbildung, habe Kinder oder ist meine schwerhörigkeit ein Problem. Ich wünsche mir ein Job in einem Reisebüro, leider bekomme ich keine Stelle…deswegen muss ich weiter Teller waschen…und ich habe Angst, was kommt. Ich kann dir keine Ratschläge geben, aber denk darüber nach: Konntest du selbstending arbeiten? von zu Hause? Ich drucke dir die Daumen! :)

  • Vielen Dank für den tollen Beitrag und erst noch witzig geschrieben. Ich habe kein aber… Wenn man immer wieder sich egolos an erster Stelle setzt, ein Committment zu sich selbst eingeht, fliesst alles immer mehr in eine wunderbare Richtung

    • Katharina

      Hallo Gnehm,

      das müsstest Du schon etwas deutlicher ausführen, egolos klingt erstmal nach null Persönlichkeit.

      Lieben Gruß
      Katharina

  • Hallo zusammen,

    am Ende sind die 5 wichtigsten Dinge eigentlich immer die selben.

    Gesundheit
    Familie
    Job
    Geld
    Freunde

  • Hallo lieber Ralf,
    lieben Dank für den wichtigen Beitrag. Eigentich ist es ja so klar, dass die Zeit besser in wichtige Dinge investiert ist, und dennoch im Alltag trotz dieser Gewissheit nicht immer für mich umsetzbar. Zum Beispiel gestern: es wäre endlich Zeit gewesen einige wichtige Pläne anzugehen und zu ordnen und dennoch lande ich vorm Fernseher – trotz besserem Wissen.
    Woher die Disziplin nehmen, das Richtige zu tun?
    Grüße von Eva.

    • Ralf Senftleben

      Eva, schau dir mal diesen Beitrag an, da ist ein Diagramm drin, das dir vielleicht einen Hinweis gibt.

      https://www.zeitzuleben.de/24114-kloss-im-hals-projekt-willenskraft/

      Und ansonsten gilt die Regel: Wenn ich mich nicht aufraffen kann, dann den ersten, kleinsten Schritt definieren für die Aufgabe, diesen im Kopf bewegen und dann gehen.

      Kann ich mich immer noch nicht aufraffen den Schritt noch kleiner machen. Solange bis ich mich aufraffen kann. Und dann von vorne.

    • Marietta

      Hallo, Ralf,

      welchen Beitrag bzw. welches Diagramm meinst Du? In dem obigen kann ich keines finden. Fehlt da ein Link?

      Danke für die Anregungen,
      Marietta

    • Ralf Senftleben

      Marietta, vergessen :-) Jetzt ist der Link oben drin.

    • Frauke

      Vieleicht war die Muße gerade wichtig ? Wenn einfach mal nicht alles verplant ist ?

  • Kann ich nachvollziehen. Aber manchmal reicht es zu mehr Glück schon, wenn ich den Dingen, die ich gern mache zumindest ein ganz klein wenig Raum gebe. Dazu muss man manchmal mit den Menschen, die dann ein ganz klein wenig zurück stecken sollen reden um etwas zu verändern. Man muss ja nicht gleich alles ganz anders machen wollen. Kleine Schritte bringen einen auch weiter :-)

  • Danke erstmal für Ihren Beitrag, hat mir sehr gut gefallen. Gerade jetzt, wo ich mich in letzter Zeit wieder intensiv mit Gedanken beschäftige:”Was bin ich wirklich in diesem Leben?” “Was will ich von dem Leben?” Ich bin in manchen Hinsichten Ihrer Meinung einverstanden, aber das Leben ist manchmal so kompliziert, dass wir oft auf unsere eigenen Interesse verzichten müssen, weil die nicht mit Interessen unserer wichtigen Personen übereinstimmen. Kurz gesagt wir leben in einer Gesellschaft, wo wir uns anpassen müssen. Beispiel: Für mich ist es wichtig, dass ich genügend Geld habe, und noch wichtiger ist, womit ich dieses Geld verdiene. Nun leider ist oft so, dass man die Lieblingsbeschäftigung zurückstecken muss, denn man soll seinen Plichten nachgehen seine wichtige Mission erfüllen, nämlich Familie ernähren, weil Familie für mich auch wichtig ist. Und für das, was ich liebe, finde ich im Laufe des Tages keine Zeit. Denn meine Familie will auch etwas Zeit mit Papa verbringen. Und jeden Tag dasselbe, man erfüllt seine Aufgaben, tut das, was man hasst. Dafür aber weiß, dass die Familie versorgt ist. Also meine Meinung: In der Theorie scheint alles leicht zu sein. Aber in der Praxis nicht wirklich.Oder vielleicht verstehe ich etwas falsch? Freue mich auf Ihre Antwort!!!

    • Ralf Senftleben

      Daniel, das Problem ist ganz oft, dass wir bei solchen Fragen in die falsche Richtung fragen.

      Man kann sich fragen: Warum kann ich meine Prioritäten / Bedürfnisse nicht überein bringen, also Selbstverwirklichung vs. Versorger sein?

      So eine Frage führt aber selten zu Lösungen.

      Bessere Fragen wären:

      • Was müsste ich ändern, um mit dem was ich gerne tue meine Familie versorgen könnte?
      • Was müsste ich hier lernen? Wie müsste ich mich entwickeln?
      • Was tue ich überhaupt gerne?
      • Bin ich der Einzige, der die Versorgungs-Verantwortung trägt? Wer könnte mich eventuell unterstützen?
      • Usw.

      Mut und Einfallsreichtum führen in die richtige Richtung. Der Mut den Status Quo in Frage zu stellen. Und Einfallsreichtum um Alternativen zum Status Quo zu entwerfen, so lange bis eine tragfähige Idee dabei ist, die man vielleicht auch risikoarm testen kann.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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