Wie man dich endlich ernst nimmt

Vielleicht gab es in deiner Schulzeit auch Lehrer, die eine ganz natürliche Autorität hatten, so dass sich jeder ordentlich benommen hat. Und sicher gab es auch Lehrer, mit denen man so ziemlich alles machen konnte.

Es gibt offensichtlich Menschen, die haben etwas an sich, so dass man sie ganz automatisch ernst nimmt und respektvoll behandelt. Und es gibt Menschen, die strahlen eher das Gegenteil aus. Diese Menschen werden überdurchschnittlich oft nicht ernst genommen, übergangen und unfair behandelt.

Gehörst du eher zu den Menschen mit der natürlichen Autorität? Oder bist du jemand, mit dem man alles machen kann?

Wenn du eher zur zweiten Gruppe gehörst und wenn du dir wünscht, dass man dich öfter ernst nimmt, dann gibt es einiges, was du tun kannst:

Es ist dein Job, etwas zu ändern

Respektlosigkeit, Unfairness, Unfreundlichkeit, Gemeinheit und Intrigantentum sind Teil unserer Welt.

Warum sind manche Menschen fies zu anderen? Das müsste doch nicht sein. Wir könnten uns doch auch alle lieb haben. Aber so ist das Leben leider nicht.

Nennen wir die Tatsachen beim Namen: Es gibt Arschlöcher auf der Welt. Und wenn wir wirklich ehrlich mit uns sind, kann wahrscheinlich jeder von uns zu einem Arschloch werden, wenn die Umstände uns überfordern und zu sehr stressen. Aber diesen Fall lassen wir hier mal außer Acht.

Arschlöcher suchen sich im Normalfall immer die Kleineren, die Schwächeren und die, mit denen man es machen kann. Sie trauen sich selten an die Stärkeren ran.

Du willst, dass die Menschen aufhören, auf dir rumzutrampeln?

Dann ist es dein Job, zu jemandem zu werden, mit dem man nicht mehr alles machen kann.

Es hilft nur wenig, wenn du von den Fieslingen erwartest, sie mögen sich zivilisiert benehmen. Denn da kannst du ziemlich lange warten. Du musst die Fieslinge umerziehen und ihnen zeigen, dass du kein Opfer mehr bist. Das ist deine Aufgabe.

Hör also auf damit, den anderen den schwarzen Peter zuzuschieben. Das ist zwar die typisch menschliche Reaktion, aber es ist vollkommen unnütz. Du änderst damit nichts. Fang bei dir an. Änder etwas. Sonst wird sich nichts ändern.

Erinnerungsposter herunterladen

Wenn sich etwas ändern soll, dann musst du selbst etwas ändern. Damit du das nicht aus den Augen verlierst, haben wir dir hier ein Poster gestaltet, auf dem wir die Tipps aus diesem Beitrag in aller Kürze aufgeführt haben. So schaffst du es, dich immer wieder daran zu erinnern, was du selbst tun kannst, damit andere Menschen dich in Zukunft ernster nehmen. Häng es dir am besten an deinen Spiegel oder irgendwo anders hin, wo du es regelmäßig sehen kannst:

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Sich selbst Respekt zugestehen

Bei vielen Menschen liegt es auch ein bisschen an ihrer Einstellung sich selbst gegenüber, dass sie alles mit sich machen lassen. Sie halten sich selbst nicht für wichtig. Sie glauben auf einer tieferen Ebene nicht daran, dass sie Respekt verdient haben. Wenn man von anderen nicht ernst genommen wird, dann liegt das oft auch mit daran, dass man sich selbst nicht ernst nimmt.

Deine Aufgabe ist hier also, deine Einstellung dir selbst gegenüber zu ändern. Du musst anfangen, daran zu glauben, dass du es verdient hast, ernst genommen zu werden.

Im Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das bedeutet so viel wie: Jeder Mensch hat Respekt verdient. Ich habe Respekt verdient. Oma Krause hat Respekt verdient. Und auch du hast Respekt verdient. Und es ist absolut nicht o. k., wenn man dich anmault, übergeht, lächerlich macht, wie ein Kleinkind behandelt, anlügt, übervorteilt oder dich auf andere Art nicht ernst nimmt.

Mach dir das bitte wieder und wieder klar.

Du hast Respekt verdient. Du hast verdient, dass man dich höflich und zivilisiert behandelt. Das ist dein Geburtsrecht.

Und wenn du daran Zweifel hast, musst du deine Einstellung ändern.

Sag dir selbst Dinge wie:

  • Ich habe – wie jeder andere auch – Respekt verdient.
  • Ich habe Rechte und ich fordere meine Rechte ein.
  • Ich bin genauso wichtig wie jeder andere auch.
  • Ich erwarte, dass andere mich freundlich, fair, ehrlich und erwachsen behandeln.
  • Ich erwarte von anderen, dass sie ihre Versprechen mir gegenüber einlösen.
  • Auch was ich will und brauche, zählt.
  • Ich darf sagen, wenn mir etwas nicht gefällt.

Die eigene Einstellung zu ändern ist oft ein längerer Prozess und braucht meistens systematisches Training. Oft braucht man hier sogar einen Coach. Aber wenn du willst, dass man dich ernster nimmt, dann ist das Ändern deiner Einstellung notwendig. Sonst kannst du nie überzeugend für dich einstehen. Nimm dir also bitte die Zeit.

Und vielleicht hilft dir bei dieser Aufgabe auch unser Projekt “Innere Stärke”, unser Artikel über Affirmationen oder unser Selbsttrainings-Formular.

Du musst lernen Respekt einzufordern

Sich selbst wichtig zu nehmen ist ein guter Start. Aber wir alle haben viele alte, automatische Verhaltensmuster, die uns daran hindern, anderen Menschen gegenüber Respekt einzufordern. Und diese alten Verhaltensmuster musst du dir abgewöhnen und durch neue Muster ersetzen.

Ist das einfach? Nein, leider überhaupt nicht. Aber es ist möglich. Und vor allem ist es notwendig, wenn du willst, dass andere dich ernst nehmen.

Du musst es in kleinen Schritten üben, dich auch so zu verhalten wie jemand, mit dem man es nicht machen kann.

Dazu gehört, dass du dich auf erwachsene Art selbst behauptest, wenn dich jemand respektlos behandelt.

Wenn dich zum Beispiel jemand lächerlich macht, dich auflaufen lässt, dich anschreit oder sonst schlecht behandelt, dann tu Folgendes:

  1. Nenndie Fakten: Sag, was genau der andere getan hat (z. B. „Du hast gerade über meine Bemerkung gelacht“ oder „Sie haben mir das jetzt zum dritten Mal versprochen und nicht eingelöst“).
  2. Sag dann, welche Gefühle das in dir auslöst („Das empfinde ich als respektlos“ oder „Hier fühle ich mich nicht ernst genommen.“).
  3. Dann sag ganz klar und deutlich, dass das Verhalten des anderen nicht in Ordnung ist („Ich finde dein Verhalten nicht in Ordnung und ich bin nicht bereit, das weiter zu tolerieren“).
  4. Sollte der andere sich immer wieder respektlos benehmen und wenn dir die Sache wirklich wichtig ist, dann kündige Konsequenzen an für den Fall, dass der andere sein Verhalten nicht ändert:
    • sonst möchte ich den Kontakt zu dir erst mal 6 Monate auf Eis legen
    • sonst beschwere ich mich beim Projektleiter/Teamleiter/Vorgesetzten
    • sonst gehe ich damit zum Betriebsrat
    • sonst kündige ich
    • sonst ziehe ich für einen Monat aus
    • sonst verlasse ich dich

Hier wird es natürlich trickreich, denn du musst auch willens und in der Lage sein, die Konsequenzen wahrzumachen. Droh nie mit etwas, was du nicht auch wahrmachst, denn dadurch verlierst du noch mehr Respekt und wirst noch weniger ernst genommen.

Natürlich gibt es immer auch Situationen, bei denen man in so klaren Abhängigkeitsverhältnissen steckt, dass man sich durch die angekündigten Konsequenzen ins eigene Fleisch schneiden kann. Wenn man seine Familie ernähren muss, sollte man nicht leichtfertig mit Kündigung drohen, wenn der Chef einen respektlos behandelt.

Schreib dich glücklich…

Es gibt eine bestimmte Art, ein Tagebuch zu schreiben. Eine Art, die dich wirklich voran bringt. Ein Tagebuch, das dich heilen kann. Pure Selbsterkenntnis. Und jede Menge Spaß: Projekt: Tagebuch.

Was du hier versuchen kannst, ist, deinem Gegenüber klarzumachen, welche Wirkung sein Verhalten auf sein Umfeld hat: „Chef, Sie sind so unfreundlich zu allen, dass das Betriebsklima total am Boden ist und alle nur noch mit halber Kraft arbeiten, und das kann ja nicht Ihr Interesse sein.“

Diese erwachsene Art, auf Respektlosigkeiten zu reagieren, muss man natürlich üben. Oft wird man unterbrochen, weiter ausgelacht oder lächerlich gemacht oder das Gegenüber geht aus dem Raum, so dass man seinen Punkt gar nicht rüberbringen kann. Je konfliktscheuer und schüchterner du bist, desto mehr Übung brauchst du.

Und es ist wichtig, dass du dein neues Verhalten einübst, sonst wird sich wahrscheinlich nichts ändern.

Üben können Sie auf die folgenden Arten:

  • Übe im Kopf, indem du dir täglich vorstellst, wie du souverän und stark reagierst. Stell dir die Situation möglichst bildhaft und detailreich vor. Was sagst du? Wie klingst du? Wie ist deine Gestik und Mimik? Was tust du genau? Was siehst du? Was hörst du? Wie fühlst du dich idealerweise?
  • Du kannst mit einem Freund oder einer Freundin im Rollenspiel üben. Dabei nimmt dein Freund die Rolle deines Widersachers ein und ist gespielt gemein zu dir. Und du übst dann dein neues Verhalten.
  • Und du kannst in der freien Wildbahn, also in realen Situationen, üben. Aber möglichst zuerst da, wo es um nicht so viel geht. Also nicht gleich mit dem eigenen Chef anfangen, sondern eher mit einer Kassiererin, die pampig zu dir ist.

Und es ist auch nicht schlimm, wenn du beim Üben zitterst, feuchte Hände hast und deine Stimme ein bisschen wackelig ist. Wichtig ist, dass du damit anfängst, für dich einzustehen. Nur wenn du bereit bist, deine Angst ein bisschen auszuhalten, wirst du hier besser werden.

Verhalte dich verlässlich

Kommen wir zum letzten Punkt: Du willst, dass man dich ernst nimmt. Dazu musst du dich erst einmal selbst ernst nehmen. Und du musst dafür sorgen, dass andere dich nicht ohne Konsequenzen respektlos behandeln.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt.

Wenn du von anderen ernst genommen werden willst, dann musst du dich auch so verhalten, dass man dich ernst nehmen kann.

Konkret bedeutet das, dass du dich berechenbar und verlässlich verhälst. Du musst zum Beispiel tun, was du angekündigt oder gar versprochen hast. Versprich nichts, von dem du nicht weißt, ob du es auch einlösen kannst.

Das gilt bei größeren Versprechungen. Aber es gilt auch im Kleinen. Auch wenn du jemandem eine Kleinigkeit verbindlich zusagst, musst du es also auch einhalten, sonst gilst du schnell als unzuverlässig und verlierst den Respekt der Menschen.

Deswegen ist es auch so wichtig, dass du die Konsequenzen wahrmachst, wenn du sie angedroht hast. Sonst werden die anderen dich nicht ernst nehmen.

Wenn ich ernst genommen werden will, muss ich also zu meinem Wort stehen. Sonst kann mich niemand ernst nehmen.

Das waren 4 Tipps, wie du erreichen kannst, dass man dich ernster nimmt:

  • Versteh, dass es DEIN Job ist, etwas zu ändern, und nicht die Aufgabe der anderen.
  • Ändere deine Einstellung dir selbst gegenüber. Du musst dich erst selbst respektieren, damit andere dich respektieren können.
  • Übe es, dich selbst zu behaupten. Trainier das so lange systematisch, bis du dich souverän gegen Respektlosigkeiten wehren kannst.
  • Verhalte dich verlässlich und berechenbar, so dass andere dich respektieren können.

Und dann hast du irgendwann auch diese natürliche Autorität und niemand wird mehr auf dir rumtrampeln.

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Kommentare

  • Wenn man den Spiegelgesetzen glaubt, reicht es, dass man sich selbst respektiert. Dann wird man auch immer respektiert. Denn die anderen spiegeln, wie Du mir Dir umgehst.

  • Guter Beitrag.Muss nur noch klappen… :)

  • Ein wunderbarer Artikel – trifft genau eins meiner Probleme!
    Zum Kritiküben noch folg. Vorschläge, zitiert nach Dale Carnegie (“Führen mit Persönlichkeit”; gerade erst die Tage gelesen):
    1. Mit aufrichtigem Lob beginnen
    2. Indirekt auf den Fehler aufmerksam machen
    3. Zunächst von eigenen Fehlern sprechen, bevor Du den anderen kritisierst
    4. Fragen stellen anstatt direkt zu sagen, was der andere machen soll
    5. Den anderen sein Gesicht wahren lassen
    6. Jede noch so kleine Verbesserung loben
    7. Dem anderen zeigen, dass Du ihn schätzt
    8. Dem anderen das Gefühl geben, dass er den Fehler leicht korrigieren kann
    9. Den anderen motivieren, Deine Vorschläge gerne umzusetzen
    Puh – ich befürchte, da kommt ein Menge Arbeit auf mich zu, aber ich werde das Thema angehen…
    Ich glaube, mit der richtigen “Kritik” kommt man wirklich weit!
    Schönen Sonntag noch:)

    • Anne schreibt am 11. April 2017

      Claudia, dass sind gute Schritte, mit denen man vielleicht auch privaten Schwierigkeiten eine andere Richtung geben kann. Danke …. ich werde es ausprobieren. :)

  • Giovanni di Stefano schreibt am 22. November 2016 Antworten

    Ich finde diese ganze Kommentar sehr hilfsreich, vorallem wenn dann verschiedenen Menschen ihre Karten auf den Tisch legen und sich von ihre Wahre Spiegelbild zeigen, und sich nicht hinter den Spiegel verstecken wie sehr Viele Politiker oder Elite Leute das tun ! Darum würde ich jeden Politiker und auch viele Berühmten Elite Leute Empfällen diese Trainig aus zu Üben, so das sie sich nicht mehr hinter ihren Spiegelbild verstecken und immer wieder lügen müßen, um an ihre Ziele zukommen: Aber diese Empfällung kann ich gleich auch an einen Menschen machen der mit einen Sieb Wasser aus einen See holen muß ! Jesus Sagt zu sein Jünger, erst wenn ihr erkennt, das auch ich aus Fleisch und Blut bin, werdet ihr alle wissen das ein einziges Wort Liebe sein kann oder nur Hass ! Was hat Jesus damit gemeint, wenn ich zu Dir sage ich liebe Dich ” oder wenn ich zu Dir sage ich Töte Dich ! Wer Gott liebt, so werd er oder sie auch von Gott geliebt werden, wer Gott Töten möcht so werd er von Gott getötet werden, da Gott in deinen Herzen und in deinen Verstand schauen kann ! Also Repekt oder Toleranz so wie mileid und Gehorsam kann in der Autorität jeder Mensch liegen wenn seine Wurzeln in zu das gemacht haben was er heute ist, meine Wurzeln sind aus den Boden Deutschland und zu das bin ich geworden, auch wenn ich in Italien Geboren bin, und weren dort meine Wurzeln gewessen so were ich heute ein Heiliger Mann !

  • Zu all diesen Beiträgen, muss ich schon sagen, wie Matthias es schon vorher gesagt hat bzw geschrieben hat es gibt Arschlöcher und die haben auch nix anderes verdient. wenn sie immer auf den kleinen rum-
    trampeln. Und meinen sie seien der Graf……… . Ich merke hier in meinem Haus hat keiner Respekt vor dem anderen geschweige denn Achtung das scheint hier sowieso niemand zu kennen auch im Strassenverkehr gegenüber Radfahrern,:-( :-( ;-(!!!!!! :-o deßhalb sehe ich manchmal nicht ein warum wir klieneren uns immer ducken sollen. Das ist dass was mir leider oft fehlt richtig ernst genommen zu werden und respektiert. In diesem Sinne mal der Delfin-

  • Hallo,ihr alle..Das Thema scheint doch viel Resonanz zu haben.Mich beschäftigt es auch im Bekanntenkreis.Respekt hat auf jeden Fall mit dem eigenen Verhalten zu tuen.Wenn man sich immer dreht und wendet,selbst nicht immer ganz ehrlich ist…dann hat man kein Selbstwertgefühl und bekommt kaum Respekt,selbst bei liebevollem Verhalten nicht.Respekt tut jedem gut und den anderen respektieren,so wie er ist ,ist grundsätzlich erst mal Stärke…Da kommt es nur noch auf die eigene Stärke an..angstlos zu reden und Dinge auf den Punkt zu bringen….Danke ..Bieni

  • Danke Iris,
    du hast das gut beschrieben!
    Ja, mein Vater hatte diese Macht, von der du hier schreibst. Meine Mutter war seiner Macht genauso ausgeliefert, wie wir vier Kinder. Mein Vater ist vor
    dreißig Jahren gestorben, aber für meine Mutter ist er unantastbar. So bleibt er sogar über seinen Tod hinaus
    mächtig….
    Liebe Grüße
    Waldfee

  • Moin,

    nun leben wir in einem System – die emotionale Erpressung wurde von Waldfee schon erwähnt < ich kenne das Buch – welches uns ständig mit Angst und auch Hungerangst gefügig hält und uns – logisch ist das "tiefschwarze Pädagogik" – mit Essen-, Trinken-, Obdach-Entzug erpresst, …

    Die Menschen gefügig zu halten, ist eine alte Tradition, … Selbstrespekt, Selbstbeherrschung, Selbstdenken – anstatt schon erdachtes nachzudenken < im Sinne von nachäffen – Selbstliebe, Selbstbewusstsein, … stört dieses Abhängigkeitssystem: "Solange du Deine Füsse unter meinen Tisch, …" < kennt fast jeder und fast jeder wurde sohingehend konditioniert, sozialisiert, erzogen, geprägt, …

    Der "Majestät", dem "Eigentum" der "Herrscher" zu huldigen, durch Leistung erbringen, durch sich zum Wohlgefallen des "Mächtigeren" selbst immer wieder viel zu weit zurückzunehmen, … seine eigenen Grenzen für diejenigen welche von dem Einzelnen profitieren wollen, nicht verschließen zu dürfen, da ansonsten unangenehme Konsequenzen, unangenehme Sanktionen – eben Hunger, Erwerbslosigkeit, Einsamkeit, Ausschluss, … – folgen können, … alles Programme des "herrschenden" Systems, …

    Hier in Teilbereichen sich Respekt zu verschaffen, ist eine Riesenleistung oder oft auch der Machtmissbrauch der "Herrschenden" welche sich durch ihr Vermögen, ihre Position, … durchsetzen können, wie sie wollen, … da nützt dann der beste Selbstrespekt des vermeindlichen "Opfers" nix, … die Angst vor Hunger, Obdachlosigkeit, Ausgrenzung, Vereinsamung, … kann unmöglich dauerhaft den Selbstrespekt und den – zu Recht – geforderten Respekt von dem "mächtigeren" Angreifers aufrechterhalten lassen, …

    Fazit: Jeder kann sich so respektlos den Mitmenschen gegenüber verhalten, wie er es sich leisten kann, also durch die ihm zur Verfügung stehenden "Machtinstrumente".

    Jeder kann so viel die Höchstgeschwindigkeit überschreiten – beim Autofahren – wie er es sich leisten kann, … je nachdem, wieviel Knöllchen/Strafen er sich leisten kann, … und darüber hinaus, … ist der Vermögende seinen Führerschein dann doch irgendwann los, … kann er sich einen Fahrer leisten, …

    Und so – wie im Autoverkehr – funktioniert auch die Achtung vor den Menschen, … der "Mächtige" kann es sich leisten, … andere respektlos zu behandeln solange ihm Mittel – Geld, Posten, Status, … – vor dem vermeindlichen "Opfer" schützen, …
    *
    Logisch ist es sinnvoll, so weit es geht, sich aus der Opfermentalität herauszuarbeiten und sein Leben weitestgehend selbst zu kreieren < soweit die "Mächtigeren" einen lassen, … und einem neue Grenzen vor die Nase setzen … usw., …
    *
    Viel Erfolg!
    l&l
    Iris

  • Günter Habla,

    das Gefühl kenne ich! Ich habe auch oft gedacht, “mit
    mir stimmt etwas nicht”. Dann bin ich zum Glück auf
    das Buch “Emotionale Erpressung, von Susan Forward
    gestossen(ich glaube durch dieses Forum). Schon als
    ich die ersten Seiten las, dachte ich, hier geht es
    um mich, das bin ich….
    Wenn du das Buch gelesen hast, erkennst du, dass wir
    ganz normale Menschen sind und leider darauf “reingefallen” sind, dass andere (bei mir sind es
    nahestehende Menschen), ihre Wünsche
    und Bedürfnisse durchsetzen, indem sie mit Ge-
    gühlen drohen. Dieses Buch hat mich stärker
    gemacht.

    Alles Gute
    Waldfee

  • Das ist mein Thema: Ernst genommen werden. Da merke ich auch, wie ich meine Arbeitszeit hergebe für kleine Anfragen von außen. Mal hier noch schnell – mal das noch eben. Und das hat wirklich viel mit meiner Fähigkeit, nein zu sagen und mich und meinen Job zu respektieren zu tun. Mein Nein zieht für andere einen Grenze, die sie gar nicht überschreiten können, wenn ich es nicht zulasse.

  • Das Thema ist doch super und beinhaltet alle Aspekte.

    Zum Thema Arschloch: Ja doch, die gibt es. Wer schon mal einen Neonazi als Nachbarn hatte, weiß, wovon ich rede. Die gute Nachricht ist, daß die Arschlöcher einen winzigen Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen. Aber ich will eben nicht in FriedeFreudeEierkuchenmentalität mit denen umgehen, und damit sind wir doch wieder beim Thema: Wie erhalte oder bekomme ich da Respekt, so daß wenigstens ein erträgliches Miteinander möglich ist. (Ich glaub, manche können sich kaum vorstellen, was denen, oder jedenfalls meinem damaligen Neonazinachbar, so alles einfällt und wie die sich verhalten).

    So wie Tagetes schreibt: Entweder, man kapituliert und zieht weg, oder man nimmt das als Chance an und versucht ein irgendwie geartetes Miteinander. An Letzterem kann man tatsächlich wachsen, aber ehrlich: Ich nehme es keinem übel, wenn er/sie wegzieht. Es zehrt verdammt an den Nerven. Und man ist nicht immer stark. Da ist es kein Problem, zu sagen, okay den Respekt von denen habe ich mir nicht erarbeitet – verdienen kann und will man sich den nicht.

    Ich stehe dazu, manche Leute einfach arschig zu finden, aber wie gesagt: Die Arschlöcher begegnen einem nicht an jeder Straßenecke, sondern bestenfalls – naja vermutlich – 4-5 mal im Leben (ich hoffe, nicht öfter).

  • Lieber Herr Senftleben,

    es scheint, dass Ihre Themen immer extra für mich geschrieben wurden (so als ob Sie wüßten, dass es gerade mein akutes Thema ist …:-)) Auch dieses Mal ist es wieder so. Doch heute hat es mich ganz besonders getroffen, denn ich glaube, es ist das Grundthema meines Lebens.

    Gerade heute hatte ich mich nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter erwischt (auch ich gehöre immer mal wieder zu den sog. Arschlöchern… – und so viele Lämpchen gingen heute bei mir auf …).

    So freue ich mich heute ganz besonders, dass ich erkannt habe, wie sich dieses Thema wie ein roter Faden durch mein Leben zieht (dem immer wieder hilflos und ratlos ausgesetzt war). Ich glaube,ich habe es heute so richtig kapiert und will nun anfangen, energisch daran zu arbeiten.

    Und so habe ich mich entschlossen, noch nicht umzuziehen, um mich von meinen A…-Nachbarn zu befreien. Ich bleibe! Im Gegenteil, ich muss ihnen dankbar sein, denn sie haben mir geholfen und sie werden mir weiterhin helfen. Diese Nachbarn, die mich seit Jahren quälen und nerven, werden jetzt mein Versuchsfeld für mein neues Bewußtsein und mein neues Verhalten (das wird jetzt sicher noch spannend und lustig :-)…

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Anregungen (und überhaupt für Ihre tolle Arbeit!)

    Tagetespagula

  • Ralf Senftleben

    Hallo an alle! Eure Kommentare, gerade die kritischen, haben mich ein bisschen nachdenklich gemacht und möchte dazu noch ein paar Gedanken loswerden.

    Zuerst: Wer sich von Euch vom Wort “Arschloch” irritiert oder verwirrt fühlt, bei dem entschuldige ich mich. Ich wollte damit niemandem auf den Schlipps treten. Nein, man muss solche Wörter nicht benutzen. Auf der anderen Seite baut es ja auch Stress ab, mal Luft rauszulassen – wissenschaftlich erwiesen :-) Aber wie gesagt: eine Entschuldigung an alle, die ich damit gekränkt habe.

    Und ja, ich weiß, dass es “unspirituell” ist, so etwas zu sagen und damit eine Bewertung abzugeben. Aber wer meine Texte hier schon eine Weile verfolgt, der weiß ja, dass ich an einigen Punkten meine Probleme mit gängigen, spirituellen Sichtweisen habe :-) Ich mag ja mein Ego und ich finde, man darf Dinge bewerten, solange man sich darüber bewusst ist, dass die eigenen Gedanken / Bewertungen nicht die Wahrheit sind, sondern eben nur die eigenen Gedanken.

    Und meine Bewertungen im Text sind übrigens auch kein Zeichen, dass ich ein negatives Menschenbild habe. Ich habe ein eher neutrales Menschenbild. Ich weiß, dass Menschen zu Gutem und auch zu Schlechtem fähig sind. Und falls das so rübergekommen ist, dass ich die Welt in die Guten und Schlechten aufteile, dann möchte ich das hier korrigieren. Tatsächlich glaube ich, dass in jedem von uns gute und schlechte Anteile stecken. In jedem von uns gibt es Licht und Schatten (Deswegen hatte ich ja auch geschrieben, dass wahrscheinlich jeder von uns zu einem Arschloch werden kann).

    Dann zum Resonanzprinzip: Ja, ich glaube, es hilft, das in die Rechnung mit einzubeziehen (dazu ja auch der Tipp 2). Aber: Es gibt in meinen Augen Fälle, da hat es nichts mit mir zu tun, wenn jemand mich wiederholt respektlos behandelt. Vielleicht außer, dass ich mich zur falschen Zeit an den falschen Ort bewegt habe. Das Resonanzprinzip ist für mich ein nützliches Werkzeug, aber eben kein universelles Erklärungsmodell für alles (Siehe auch https://www.zeitzuleben.de/10932-das-resonanzprinzip/ ).

    Dann bin ich im nachhinein tatsächlich mit zwei Dingen in meinem Text nicht ganz zufrieden.

    Zum einen mit dem Widerspruch, dass ich sage: Jeder hat Respekt verdient und dann andere Menschen als Arschlöcher bezeichne, was ja nicht besonders respektvoll ist. Ein Zeichen, dass da auch zwei Seelen in meiner Brust schlagen, die die Welt jeweils ein bisschen anders sehen.

    Und dann bin ich im Nachhinein nicht so glücklich damit, dass ich im Text das Wort Arschloch als identitätsstiftend verwende. Natürlich IST niemand ein Arschloch, sondern wir benehmen uns eben nur manchmal wie eines. Einige manchmal und andere öfters. Das ist ja ein wichtiger Unterschied und man sollte das Verhalten eines Menschen und seine Persönlichkeit, also sein “Ich” trennen. Was ich nicht gemacht habe und was ich jetzt blöd finde.

    Und abschließend möchte ich mich nicht nur der Kritik widmen, sondern mich auch noch mal für die positiven Rückmeldungen hier und die vielen “Mag ichs” bei Facebook bedanken. Mich freut es, dass der Artikel so viele von Euch zum Nachdenken gebracht hat und dass ihn viele von Euch nützlich finden.

    Danke schön an alle!

  • Schade, dass das Thema für mich ersichtlich, so abdriftete.

    Dieser Beitrag hat mir so geholfen..

    Ich konnte heute zum ersten Mal seit/nach 40 Jahren ganz ruhig sagen: in dem und dem Punkt (denke ich mal, dass es verstanden wurde) wurden meine Grenzen verletzt.

    Ich konnte ruhig sagen, was meiner Meinung nach nicht ok ist..

    die Umsetzung dauert Jahre…

    gruss
    emma-edith

  • Meiner Meinung nach fehlt ein ganz wichtiger Gesichtspunkt, ohne den sich nicht wirklich etwas verändern wird:

    Der andere hat sich mir gegenüber wie ein Arschloch verhalten. Oder respektlos oder oder oder. Wie die Welt halt so ist.

    Jetzt wäre angezeigt zu fragen: Wo verhalte ich mich anderen gegenüber wie ein Arschloch? Denn wär ich nicht selber eines, wäre mir diese Energie erst gar nicht entgegengekommen oder ich hätte das Verhalten des andern überhaupt nicht in dieser Richtung interpretiert.

    Wenn ich das sehe (das Arschloch in mir), auch die Gründe dafür, warum auch ich mich schon so verhalten habe und dann dem anderen (Arschloch) in Gedanken mit dieser Erkenntnis begegne, erst dann wird sich was verändern.

    Ich muss keinen Respekt “fordern”. Erkenne ich die Respektlosigkeit in mir, erkenne ich alles, was mir im außen begegnet als etwas in mir, als etwas, was ich längst auch schon getan habe, dann verwandeln sich die Situationen oft auf sehr geheimnisvolle Weise.

  • Hallo
    Herzlichen Dank für diesen Artikel/Bericht, das Thema ist für mich seit einiger Zeit hochaktuell. Es ist wirklich nicht so einfach bei sich etwas zu ändern und es braucht viel Zeit, Energie, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Ich bin sicher, dass jeder Mensch, auch ich eine natürliche Autorität besitzt und dass gewisse Personen sich nicht trauen aus Rücksichtnahme diese einzusetzen. Oder es gibt Situationen, die einfach sind die Autorität einzusetzen. Ich kann nur schreiben, dass dieser Artikel mir noch mehr Mut gegeben hat auf meinem Weg und zu meinen Rechten zu stehen. Und das Gefühl dabei ist grandios. Nochmals herzlichen Dank.
    Marinette

  • Wenn ich stets dem anderen nachgehe, werde ich selber glaube ich nicht Zufriendenheit nachspüren.
    Das Wort Arschloch oder Fiesling,ist nur ein Ego Ausdruck bzw. eine Berührtheit in diesem geschriebenen.
    Für mich passt daher “unwissende” besser.
    Liebe ist Respekt!

  • Hallo,
    auch bekam auch sofort ein merkwürdiges Gefühl, als ich die ‘Bewertungen’ in dem Artikel las. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn jemand zu mir sagt, ich behandle ihn respektlos. Spontan gehe ich dann in Abwehr und bleibe nicht offen – schütze mich also! Ich halte das für ziemlich menschlich. Von seinen Gefühlen zu reden, ohne irgendeine Bewertung hineinzubringen ist zwar nicht einfach, dafür aber mehr als lohnenswert (wie ich finde). Erst dann kann ich mit dem Herzen verstehn, was ich da ‘falsches’ gesagt habe und warum ich damit den anderen verletzt habe. Und auch mich hat es an die GfK erinnert, die immer wieder darauf aufmerksam macht, wie schnell wir in Bewertungen oder Verurteilungen gefangen sind und welche negativen Folgen dies dann haben kann.
    Liebe Grüße,
    Bernadette

  • Das ist ein Thema, das mir sehr nahe geht! Ich hatte einen sehr autoritären Vater, der immer genau wusste was das “Beste” für mich war. Habe ich gewagt, mich zu widersetzen, wurde ich mit Nichtbeachtung bestraft oder als stur bezeichnet. Mein Vater hat es sogar geschafft, ein Jahr nicht mit mir zu reden. Der Rest der Familie ließ mich spüren, dass ich die Schuldige bin, denn ich hätte mich ja anders verhalten können. Wurde eine versprochene Verabredung nicht eingehalten und war ich deshalb enttäuscht,wurde mir eingeredet, ich wäre zu empfindlich.
    Heute bin ich Anfang fünfzig. Es hat mich sehr viel Kraft und Mut gekostet, zu meiner eigenen Integrität zu stehen,meine Bedürfnisse und Wünsche ernst zu nehmen. Anderen Menschen mitzuteilen wo meine Grenzen sind, war für mich anfangs beängstigend und ist mir sehr schwer gefallen. Da war ja die Angst nicht ernst genommen zu werden und da ist auch manchmal noch die Angst vor Missbilligung. Doch ich weiß -so wie es hier im Artikel geschrieben steht- dass ich mich erstmal selbst respektieren musste, um respektiert zu werden. Und ich weiß,dass ich niemanden schade, wenn ich Grenzen setze, bzw., wenn ich meine Bedürfnisse vernünftig ausdrücke.
    Danke für diesen wertvollen Artikel!

    Noch einen schönen Sonntag wünscht
    Waldfee

    • Günter Habla schreibt am 2. März 2011

      Waldfee,

      Du sprichst mir aus dem Herzen. (Kann man auch anders sagen.)

      Deine Worte erinnern mich daran, dass ich nicht verrückt bin. Ich habe meine Geschichte, wie Du Deine hast.

      Danke, Günter

  • Hallo,
    “Einfordern” hört sich für mich sehr stark danach an, den/die Anderen ändern zu wollen. Und ich glaube, dass dies nicht der richtige Weg ist bzw. nur bedingt zu einem Erfolg führt (und, in der Regel, ist keine Liebe dabei).

    Etwas anderes ist es, wenn ich nicht alles mit mir machen lasse. Das bedeutet für mich, dass ich meine Grenzen kenne und auch einmal nicht dem entspreche, was “man” so erwartet. Und so eben meinen Weg gehe. Mit allen Konsequenzen.
    Wohl wissend, dass die Situation manchmal so ist, dass ich nicht machen/reagieren kann, wie gerne will.

    Liebe Grüße
    Manni

  • Auch ein Hallo zu dem Thema!
    Ich habe für mich festgestellt, dass Respekt unterschiedliche “Farben” hat. Denn Respekt, so denke ich hat auch was mit Werten zu tun, die jeder für sich selber
    formuliert. Ein Beispiel dazu: Bin seit Jahren mit einer Frau befreundet ( 52 )die mit einem 80 jährigen Mann zusammen ist. Dieser verfügt über ganz viel Geld, und ist daher in der Lage, die Eitelkeiten dieser Frau zu befriedigen. Aber das macht dieser Mann jedoch nicht aus reiner Freundschaft, sondern formuliert seine Erwartungshaltungen. “Ich biete dir Geld und Annehmlichkeiten..du dafür meine Nähe”.
    Nur bei dieser Frau geht innerlich die Rechnung nicht auf,da sie ja ihre Attraktivität und ihre Eitelkeit nicht
    mit einem 80 jährigen Mann teilen kann.
    Was zur Folge hat, dass sie ihn körperlich nicht nur gedanklich, sondern auch in der Tat betrügt.
    Daran war ich lange beteiligt.
    Sprich! Ich habe sie dann aufgefangen, wenn sie die Nähe zu diesem Mann nicht mehr ertragen konnte.
    Das wäre ja insofern alles in Ordnung, so lange alle
    Beteiligten damit leben konnten.
    Nur ich war dabei, ein großes Stück Respekt vor mir selber zu verlieren. Und meine “Freundin” hatte letztendlich auch keinen Respekt vor mir, da ich ihr gegenüber den Lückenbüßer gespielt habe.
    Nachdem ich dann diese Beziehung für mich beendet habe,ging es mir nach einer gewissen Zeit seelisch dabei erheblich besser.
    Die Folge davon: Je mehr ich mich von dieser Frau gelöst habe, desto mehr versucht sie den “alten” Zustand wieder herzustellen.
    Und je mehr ich es nicht zulasse, desto mehr
    beschimpft sie mich.
    Was ich damit ausdrücken möchte!
    Es gibt viele Menschen in unserer auf “Geld und Macht” ausgerichteten Welt, die sich ihre eigenen Wertvorstellungen zurecht legen, um sich vermeintlich
    nur so wohl fühlen zu können. Nur wenn dabei der innere Kern noch intakt ist, werden solche Menschen an diesen falschen Wertvorstellungen über kurz oder lang scheitern. Denn es ist doch so, dass man sein eigenes
    Selbstwertgefühl nicht dadurch stärkt, wenn man sich mit “fremden Federn” schmückt.
    In diesem Sinne mein kleiner Beitrag aus der Praxis!

  • Hallo Ralf
    Auch ich lese regelmäßig deine Artikel und bin sehr dankbar dafür. Im Moment bin ich auch an diesem Thema dran, mir Respekt zu verschaffen. Dieses Wort war beu mir sehr negativ besetzt und deswegen konnte ich auch keine Grenzen setzen. Ich bin schon seit einiger Zeit dabei mir Respekt zu verschaffen. Dabei vergesse ich mich wichtig zu nehmen und auch meine Rechte fallen mir dann nicht ein. Ich bin nach deinem Artikel der Meinung, dass es wirklich trainiert werden muss. Außerdem braucht man viel Geduld mit sich selbst.
    Eins möchte ich noch bemägengeln an deinem Text. Diese Wörter Arschlöscher und Fieslinge sind meines erachtens nicht gut gewält. Ich denke es sind beleidigende Ausdrücke. Also auch keine liebevolle Einstellung zu einem Menschen. Wie wäre es mit respektlosen Menschen statt Arschlöscher? Denn diese Menschen haben es auch nicht gelernt Konflikte auf eine Ebene zulösen die ein Miteinander fördert. Wenn ich einen Menschen als Arschloch betittel, verhalte ich mich auch respektlos. Außerdem ist es erforderlich, dass man sich klar macht, dass bei dem Respektlosen eben auch viele Schwächen dahinter stecken, die sie nicht wahrnehmen. Versteh mich nicht falsch, ich entschuldige nicht dieses Verhalten, doch ich möchte auch respektvoll mit meinem Gegenüber umgehen und dazu gehört für mich ihn nicht im Gedanken als Arschloch zu bititteln.

    lieben Gruß
    Marina

    • Hanni schreibt am 11. April 2017

      Ich habe sehr viel gelernt aus diesem Beitrag, nicht nur von Ralf sondern auch von den verschiedenen Antworten. Ich möchte hiermit alles Beteiligten herzlich danken

  • Hallo Ihr Lieben,
    wunderbar, wie der Alltag bewusst gemacht werden kann.

    Ich habe jemanden im Bekanntenkreis, bei dem ich nachdachte, ihm den Artikel zu schicken. Und je weiter ich las, desto mehr spürte ich, das würde ihm gar nicht helfen.

    Denn, was seine Rechte sind, weiss er ganz genau und das fordert er auch ein. Dennoch wird er nicht so einfach respektiert. Denn ohne eigenen Respekt anderen gegenüber und auch einem gewissen Maß an Empathie, Mitgefühl und sozialer Kompetenz kann ich keinen respektvollen Umgang mit mir erwarten. Respekt hat für mich immer auch etwas mit “Vorleben und Vormachen” zu tun. Und bei ihm gibt es in diesen Bereichen noch jede Menge Platz für Verbesserungen.

  • Hallo,

    danke für den Artikel. Das ist bei mir auch schon lange eine Baustelle.

    Mein Problem: Ich verstehe, warum jemand respektlos zu mir ist und will dieses Verständnis zeigen. Das mache ich ungefähr 10 mal mit und sage dann zunehmend, dass es mir wehtut, und beim 11. Mal kommt dann erst eine Konsequenz, so dass der Andere die Welt nicht mehr versteht.

    Das hat bei mir mehrere Gründe:
    1. Ich möchte jemandem Respekt vor seiner schwierigen Situation entgegenbringen und die Situation nicht schlimmer machen, indem ich Grenzen setze, wenn er zu mir respektlos ist – denn ich verstehe es ja.
    2. Ich habe oft Nachsicht erfahren, wenn ich über die Stränge geschlagen habe, und ich brauchte mich daher oft einfach nur zu entschuldigen – bis ich das selbst nicht mehr ernst genommen habe. Diese Großzügigkeit oder zu weit gesetzte Grenze möchte ich gerne in ähnlichen Situationen weitergeben.
    3. Ich habe dadurch schnell das Gefühl, ungerecht oder hart zu sein, wenn ich aus einer Respektlosigkeit Konsequenzen ziehe (beispielsweise eine Kontaktpause).

    So langsam gelingt es mir, diese Denkmuster zu durchbrechen. Aber besonders bei sehr nahestehenden Leuten fällt es mir schwer, weil durch eine Veränderung meines Verhaltens noch viel mehr in Bewegung oder gar ins Wanken geraten kann.

    Liebe Grüße
    Arne

  • Hallo und guten Morgen zusammen,

    wieder ein guter Artikel! Und ein Thema, das sicherlich jeden von uns in irgendeiner Form schon mal beschäftigt hat.
    Im normalen, täglichen Umgang mit anderen Menschen bekomme ich den Respekt oder auch die Wertschätzung, wie ich sie mir vorstelle und wünsche.

    Und dennoch gibt es Situationen, in denen alles scheinbar “auf dem Kopf steht”:
    Bei mir selbst waren es zwei Personen, die mir begegnet sind (im Abstand von zig Jahren), die ein ganz bestimmtes Verhaltensmuster aufwiesen, das mich, wie mir später klar wurde, an eine Person mit ähnlicher “Struktur” in meiner Kindheit erinnert hat.

    Und damit sind wir schon direkt beim Gesetz der Resonanz, da stimme ich Volker Specht absolut zu.
    Durch mein ganzes Verhalten in der entsprechenden Situation habe ich es den Personen ermöglicht, meine Grenzen zu überschreiten.
    (Es brauchte natürlich erst einmal räumliche Distanz und Zeit zur Reflexion, um die Situation klar sehen zu können.)

    Leider war ich in diesen konkreten Situationen nicht in der Lage, klar zu denken und ruhig zu erklären, dass sie mich respektlos etc behandelt haben und dass das so nicht in Ordnung ist.
    Ich fühlte mich einfach nur vor den Kopf geschlagen, war fassungslos und völlig ohne Worte.

    Die erwähnten Konsequenzen hätte ich, so emotional und innerlich aufgebracht wie ich war, auch nicht ruhig und mit Bedacht ankündigen können.

    Da fehlt mir persönlich etwas in diesem – sonst sehr guten ;-)- Artikel, und zwar eine Art Werkzeug, wie ich mich konkret in der emotionalen Situation schützen kann, wie ich erstmal weiter atmen und damit auch klar denken und reagieren kann.
    Und hierzu habe ich für mich klasse Tipps im Buch von Barbara Berckhahn (“Die etwas intelligentere Art, mit dummen Sprüchen umzugehen”) gefunden.

    Ein Tipp war z.B. sich vorzustellen, zwischen der betreffenden Person und sich selbst sei so eine Art Plexiglaswand, hinter der man völlig geschützt ist. Diese imaginäre Wand “schützt” einen, man kann ruhig weiteratmen (was die notwendige Sauerstoffzufuhr für´s klare Denken äußerst positiv beeinflusst ;-)) und gelassen bleiben.
    Darüber hinaus hatte ich so geschützt auch die Möglichkeit, die Motive der Person zu erkennen, warum ich ein so rotes Tuch für sie war.
    Und mit dieser Erkentnis (der Kollege hatte einfach nur Angst vor höherqualifizierter Konkurrenz ;-)) hatte ich von diesem Tag an, absolut keine Probleme mehr, weil ich ihm entspannt und mit Verständnis begegnen konnte.
    Ich stand ihm einfach nicht mehr als Projektionsfläche zur Verfügung.

    Viele Grüße,
    Claudia

  • Guten Morgen Ihr Lieben,
    Ich möchte Euch von meinen Erfolgen in dieser Richtung erzählen: Solange war ich Opfer und bin für andere durchgestartet, wo ich nun mit 53 selber Hilfe brauchte, hiess es nur ich sei selber schuld!!!Nun gut, leider habe ich zu lange gewartet! Ich verweigere mich nun, mit dieser Haltung blockiere ich meine liebe Umwelt und sie müssen sich eine andere Strategie suchen!!!Steigt aus dem Spiel aus, wer spielt den gerne alleine!!!
    Das Ultimatum muss natürlich von Herzen kommen und ich muss und bin bereit alles aufzugeben!!!
    Fazit: Ich komme so glaubhaft rüber dass die zurück schrecken und nichts tun!!!Ich habe 2 Parkbussen zurück geschickt und geschrieben, ich hätte schon 7 Tage Haft auf Staatskosten und könne nicht rein, weil die Gefängnisse zu voll sind, sie sollen diese Wertlosen Gutscheine stornieren!
    …und siehe da, erledigt!!!
    http://www.ungehorsame.ch dort werdet Ihr geholfen!!!
    Verweigert euch mit einem Lächeln auf den Lippen und sagt NEIN, umdrehen und gehen!!!
    Sie können uns nicht alle ins Tschungelcamp schicken zur Umerziehung, je mehr mitmachen desto einfacher wird es für jeden!!!

  • Angelika Fleckenstein schreibt am 27. Februar 2011 Antworten

    Ein wunderbarer Artikel! Trifft für viele Leser sicher ins Schwarze!
    Autorität… man kann sie nicht “haben”, man kann sie nur “sein”. Insofern sind die Tipps äußerst wertvoll, um sich diese Autorität zu erarbeiten. Am besten gefällt mir, dass sie so einfach dargestellt sind. Die Umsetzung ist selbstverständlich kein Spaziergang, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Aber das Gefühl, sich selbst und seine Angst überwunden zu haben, den Erfolg in einer heftigen Diskussion, in der man sich selbst behauptet hat, davonzutragen… oh, ja! Der schmeckt hervorragend! Die Erinnerung daran stärkt für alle weiteren Situationen, in denen man gefordert ist, Respekt einzufordern und für seine Rechte einzustehen.

  • Guten Morgen Ralf!

    Zu Deinem Artikel ist der Hinweis auf das Resonanzgesetz angebracht. Wenn ich ein sehr starkes Selbstwertgefühl besitze, strahle ich die erwähnte “natürliche Autorität” aus. Es wird nur sehr selten vorkommen, dass mich eine Person respektlos anspricht. Selbst dann, nehme ich die respepktlose Äußerung gelassen als eine Meinungsäußerung hin. Durch mein starkes Selbstwertgefühl werde ich unverletzlich. Ich brauche keinen Respekt einzufordern!

    Falls ich in der Vergangenheit einem “Arschloch” begegnet war, habe ich diesem Menschen gedankt. Er hat mir gezeigt, dass etwas mit MIR nicht in Ordnung war. So konnte ich bei mir viele Veränderungen vornehmen. Inzwischen begegne ich keinen “Arschlöchern” mehr.

    Auch für die Menschen, die sich als “Opfer” fühlen gilt das Resonanzgesetz. Ihre Schwäche ist deutlich sichtbar – oft schon durch ihre Körperhaltung. Leider wird schon den Kleinkindern die Schwäche anerzogen. Wenn die Eltern selbst schwach sind, nimmt das Kind in der Prägungsphase, also auch schon als Phötus, das schwache Feld der Eltern auf.

    Die weitere Erziehung in Kindergärten, Schulen, Kirchen und im Umfeld des Kindes sind der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühles nicht dienlich.

    Als Erwachsener kann ich mich SELBST ändern. Albert Schweitzer sagte hierzu:

    “Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass Du Dein Leben ändern kannst, indem Du Deine Geisteshaltung änderst”.

    Ich wünsche allen Mitmenschen, dass sie diese Änderung vornehmen und damit letztlich sich SELBST erkennen!

    Mit den besten Grüßen!

    Volker Specht

  • Hallo Frühling;

    Kenne die Situation ganz gut, und – nein, leider keine Idee, außer Beförderung, egal wer.
    Auch die sehr unterschiedliche Einschätzung der Nahestehenden / versus beruflichem / oder eigenem Selbstbild kommt mir bekannt vor. Hier ist meine Erfahrung, eher den ersteren oder am besten sich selbst zu trauen.

  • Liebe Frühling,

    im Zusammenhang mit Ihrer Vorgesetzten fällt mir ein: schauen Sie sich mal Ihr Verhältnis zum Vater Ihrer Kindheit an… Mir hat das einiges erklärt… Alles Gute!

    • Volker Specht schreibt am 27. Februar 2011

      Liebe?, Lieber? Frühling!

      Ihre drei mittlerweile erwachsenen Jungs kennen Sie besser als außenstehende Personen. Im engen Familienkreis geben sich die meisten so, wie sie wirklich sind. Bei Außenstehenden lassen sich die Menschen nicht gehen! Ob die Kinder Ihnen den “eingeforderten gebührenden Respekt” wirklich entgegenbringen bezweifle ich. Sie dürften sich mit Ihren, geschilderten Eigenschaften abgefunden haben.

      Lesen Sie bitte auch meinen allgemeinen Kommentar zu dem Artikel. Er könnte ihnen auch einen Hinweis geben.

      Ich wünsche Ihen für Ihre Zukunft alles GUTE!

      Volker Specht

  • Hallo in die Runde,

    ich BIN Lehrerin und kann aus eigenem Erleben bestätigen, dass es sich lohnt, an sich selbst zu arbeiten, wenn die “natürliche Autorität” fehlt.

    Das habe ich vor etlichen Jahren getan und seitdem wenig Probleme damit.

    Trotzdem muss man sich gerade in diesem Beruf immer mal wieder neu behaupten (neue Schüler, Vertretung in Klassen, in denen man sonst nicht unterrichtet).

    Will sagen, man kann sich nicht darauf ausruhen, wenn man sich einmal Respekt verschafft hat, mit einmal meine ich bestimmten Menschen gegenüber oder in (wiederkehrenden) Situationen.

    Habe ein gutes Buch zu dem Thema gelesen, dass ich empfehlen kannn: “Sanfte Selbstbehauptung” von Barbara Berckhahn.
    Sie empfiehlt z.B.die “königliche Muthaltung”.
    Genau diese Erfahrung habe ich gemacht: Eine gerade, selbstbewusste Haltung (wie ein König/Königin auf einem Stuhl zu “thronen” oder zu “schreiten” statt mal eben “vorbei zu huschen”), auch wenn einem eigentlich zunächst nicht danach zu Mute ist, hilft beim Durchsetzen sehr!

    • Frühling schreibt am 27. Februar 2011

      Guten Morgen zusammen!

      Verblüffend, Ralf, das ist genau mein Thema, und es treibt mich bereits seit längerem um, wie ich mir mehr Respekt verschaffen kann. Danke also für diese Denkanstöße!

      Erstaunlicherweise habe ich im Alltag, unter Menschen, die ich mir aussuche, keine Probleme mit respektvoller und achtsamer Behandlung. Ich übernehme oft Leitfunktionen und kann gut zwischen Konfliktparteien vermitteln.

      Meine mittlerweile erwachsenen Jungs (3) haben mich im Gegensatz dazu als nervig, streitlustig und diskussionsversessen beschrieben. Also fast das Gegenteil? Wirklich einfach war es aber nicht, von ihnen den gebührenden Respekt einzufordern.

      Mein Problem liegt im beruflichen – eine Vorgesetzte, die mich entmündigt, herumkommandiert und schikaniert. Ich habe mehrere Grenzen gezogen (wir sind z.B. wieder per Sie). Es gibt keine fachliche Kritik, aber sie findet immer irgendetwas, um sich aufzuplustern und mich kleinzumachen. In mir bauen sich dabei erhebliche Aggressionen auf, die aber selbstverständlich nicht unkanalisiert abgelassen werden können. Für mich ist das Mobbing, was ich auch an mehreren höheren Stellen formuliert habe. Aber das gibt es ja bei uns nicht Die betreffende Person hat volle Rückendeckung.

      Ich verstehe das nicht, denn eigentlich bin ich kein Opfertyp. Ich verhalte mich korrekt, aber nicht unterwürfig, und möglicherweise lockt genau das ihren Stachel.

      Momentan bin ich etwas ratlos. Wenn ich mich selbst respektieren will, kann ich nicht länger schlucken – es macht mich krank. Mein Kopf hat die “innere Einstellung” , dass es sich bei den Vorgesetzten um gestörte bedauernswerte Menschen handelt, geschluckt, aber mein Magen krampft, ich heule im stillen Kämmerchen und schlafe kaum noch.

      Hat jemand eine Idee, wie ich aus dieser lage herauskomme? (Kündigen ist keine gute Idee – mein Zuhause und die Ausbildung meiner Kinder erlauben das noch nicht)

    • Romana schreibt am 27. Februar 2011

      Das liest sich gut, und diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Eine in sich ruhende Haltung und bewusste Bewegungen OHNE dabei aufgesetzt zu erscheinen machen eine Menga aus, Kompetenz auszustrahlen. Damit kann man Respekterhalt wunderbar positiv beeinflussen.

    • lis schreibt am 27. Februar 2011

      schönen sonntag allen,
      ich selbst habe heute wenig probleme mit diesem thema.
      meine tochter hat mich so gefordert das ich manchmal nur noch gehen wollte. als sie dann endlich 18 war gab es nur noch die trennung und die eigene wohnung für sie und ich halte mich aus allem raus. fahre sehr selten hin und lebe mein leben. meine idee war: distanz kann wieder annäherung bringen!. und so wars bei uns. irgendwann konnten wir auch über all das belastende sprechen und uns auch versöhnen. sie weiß wir sind in not da. ansonsten wird telefoniert und essen gegangen, wir gehen ab und zu shoppen oder treffen uns auf einen kaffee oder sie kommt vorbei(alles normal-heute) und vor 1 monat hat sie uns (eltern +oma) von alleine zum kaffee eingeladen ( nach fast 10 jahren räumlicher trennung). aber ich kann mich an zeiten erinnern das war absolut der horror. nun kann man einem kind so schlecht die elternschaft kündigen!!! nach unserer aussprache war mir klar, sie hat das alles garnicht so schlimm empfunden.
      nun aber zu ihrem thema schule/ lehrer: ich arbeite in einer AG 1*die woche in einer schule (7-10klasse) wie die schüler sich zu den lehrern äußern dass ist teilweise sooo0 respektlos und würdelos, mitunter ein austesten ihrer kräfte, ein provozieren – dass ich gut verstehen kann, dass so mancher lehrer innerlich kapituliert. und dann wird der unterricht immer schwieriger weil auf beiden seiten nur noch gekämpft wird. mir erzählen sie, wie sie diesen oder jenen lehrer zur weißglut bringen um zu sehen was dann passiert. jede info wird genutzt um es dem lehrer zu zeigen. ich mache kunsttherapie und habe ab und zu dieses thema auch versucht zu bearbeiten, — schwierig. es gibt da schüler die wollen “krieg” es hebt ihr ansehen in der klasse. seitdem ich diesen einblick habe, speziell in dieser schule, kann ich lehrer verstehen die am ende sind. für mich gibt es da nur eins, dass sich menschen in dieser situation wirklich professionelle hilfe holen sollten und auch entsprechendes “handwerkzeug” (das fehlte mir auch im beitrag). auch ich würde mir heute in der situation mit meiner tochter hilfe holen-heute.
      lg. lis

  • Guten Morgen Ralf,

    danke für deine guten Gedanken. Was du mit deinem Artikel den Lesern schenken wolltest, ist meiner Sicht nach bei ihnen angekommen, ohne Worte auf die Goldwage zu legen:-)))

    Die weichtigste Beziehung überhaupt ist die Beziehung zu sich selbst.
    “Wie du in den Wald rufst, tönt er zu dir zurück”
    “Wirklich Obdachlos ist jemand, der sich selbst nicht bewohnt.” Goethe

    Einen schönen Sonntag dir

  • Ich habe diesen Artikel gerade erst gelesen und mich vor ca. 2 Monaten exakt so verhalten. Das an sich ist ja schon mal klasse, wenn da das Wörtchen “wenn” nicht wäre…
    Ich habe jetzt nämlich keine Tochter mehr, das zum Thema “Konsequenzen tragen”.

  • Ralf Senftleben

    Mattias, danke für deinen Hinweis mit den Gefühlen. Da hast du Recht, die Beispiele waren nicht gut, ich habe sie jetzt oben im Text durch bessere ersetzt.

    • vincent-yola schreibt am 27. Februar 2011

      das war eine kluge und einfühlsame antwort.
      ich hab neulich einen merk-würdigen film zu dem thema gesehen. er heisst: der wald vor lauter bäumen.
      allerdings frage ich mich, ob ich wirklich jemals glaubte, ich hätte zu wenig respekt vor mir selbst.
      ich habe es eher so erlebt, dass die mir gegenüber respektlosen, einen aufgeblähten krieger in sich trugen, den ich nur aus der opferposition heraus erleben und verstehen lernen konnte. denn ohne diese opferposition, wäre mir nichts anderes übrig geblieben auch ein aufgeblähter krieger zu werden. dies liegt aber nicht in meinem wesen, nicht mehr, wahrscheinlich.

    • Sandra schreibt am 27. Februar 2011

      Hallo Ralf,

      auch ich war perplex, als ich den Anfang des oben stehenden Artikels gelesen habe.

      Muss man andere Menschen als Arschlöcher bezeichnen, nur um zu lernen sich den nötigen Respekt zu verschaffen ? Ich glaube nicht.

      Diese Sichtweise ist meiner Meinung nach nichts anderes als Klassifizierung und Trennung in verschiedene (verfeindete?) Lager.
      Inwieweit einem aber eine solche Anschauung zu mehr Respekt verhelfen soll, ist mir schleierhaft. Denn solange ich die anderen als Feindbilder betrachte, so lange werde ich versuchen gegen sie zu kämpfen, anstatt mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: darauf, wie ich meine Einstellung zu mir ändern kann und sich somit auch automatisch die Einstellung der Anderen zu mir ändert.

      Man kann seine Meinung auf den Punkt bringen, auch ohne andere Menschen als Bösewichte dastehen zu lassen, oder gar sie als Arschlöcher zu bezeichnen.

      Liebe Grüsse aus Wien :-)
      Sandra

  • Die Fragestellung und das Thema finde ich sehr interessant: wie entsteht “natürliche” Autorität.

    Ich lese seit einigen Wochen auf dieser Seite, meist weisen die Artikel für mich auch einen interessanten Gedanken auf. Diesem hier stehe ich aber sehr skeptisch gegenüber.

    Schon im zweiten Abschnitt kommen Schimpfwörter vor und die Welt wird als böse angesehen (ungefähr so: “wir könnten uns zwar alle lieb haben, aber da es tatsächlich viele Arschlöcher gibt, geht das leider (!) nicht”). Im darauffolgenden Abschnitt wird dann erklärt, man solle seine Einstellung ändern. Das passt für mich nicht zusammen und klingt für mich eher so, als würde der Autor seine eigene Sicht auf die für ihn böse Welt objektivieren und seinen Lesern unterzuschieben.

    Im Teil “Sie müssen lernen Respekt einzufordern” sind vier Punkte aufgelistet, die schwer nach Gewaltfreier Kommunikation klingen. Ich bin kein Experte. Jedoch habe ich mich schon mit Gewaltfreier Kommunikation befasst. Die unter Punkt 2 aufgeführten “Gefühle” sind keine echten Gefühle, sondern Gedanken und Urteile über den anderen (bösen?) Menschen. Wie man Gefühle richtig formuliert ist gut bei Marshall B. Rosenberg nachzulesen.

    • Soheila Mojtabaei schreibt am 27. Februar 2011

      Hallo Mathias,
      als ich dein Kommentar gelesen habe, habe ich spontan mich gefragt, ob du vielleicht etwas Gutes in diesem Artikel finden könntest!!!
      Kritik ausüben sollte gelernt sein.

      Soheila

    • Gitte schreibt am 27. Februar 2011

      Sorry Matthias, ich verstehe dich nicht wirklich – intellektuell schon aber was bedeutet dein Kommentar für das WIRKLICHE Leben….
      Wie verschaffst du dir denn konkret Respekt? Oder spiegelt dir deine Umwelt den angemessenen Respekt wieder?
      Die Essenz des Artikels war doch, dass ich mich selbst in einer respektvollen Haltung begegnen sollte und das meiner Umgebung dann auch wiederspiegle…
      Meiner Ansicht nach geht daran kein Weg vorbei – auch keine intellektuell getarnte AUSREDE

      Alles Gute

    • Matthias schreibt am 27. Februar 2011

      Liebe Soheila, ich mag Deinen Vornamen – er klingt wundervoll. Zu Deiner Anmerkung möchte ich Dich spontan fragen, ob Du vielleicht etwas Gutes in meinem Kommentar finden kannst.

      Liebe Gitte, wenn Du mich nicht verstanden hast, versuche ich zu verstehen, was es denn war und möchte es mit anderen Worten probieren. Jedoch geht für mich aus deinem Kommentar nicht hervor, was Du denn an meinen Aussagen nicht verstanden hast. Du gehst mit der Frage an meine Aussage, was Sie denn für das wirkliche Leben bedeute. Darüber hinaus fragst Du mich nach meinen eigenen Erfahrungen mit Respekt. Des Weiteren beurteilst Du meinen Kommentar als “intellektuell getarnte Ausrede”.

      Alles zusammen verwirrt mich, denn es ging mir allein um die konkret angesprochenen Stellen im Text von Ralf. Weder wollte ich über den Text hinausgehende Implikationen fürs Leben aufzeigen, noch meine eigenen Erfahrungen mit Respekt widergeben. Und wo ich mich rausreden möchte, wo ich mich doch nirgends reingeredet habe, ist mir letztlich schleierhaft. Dass Du das alles als intellektuell beurteilst, fasse ich als Kompliment auf. :-)

      Deswegen etwas anders formuliert noch einmal zu den Textstellen. Damit eine sachliche Kritik möglich ist, hier mein Textverständnis. Die Frage bei einer Botschaft: WER sagt WAS zu WEM WOZU?

      WER: Ralf, der Betreiber dieser Seite und Coach.

      WAS: Vier Tipps zu Respekt: (1) es hängt von mir ab, (2) ich bringe mir Respekt entgegen als Grundlage, um andere zu respektieren. (3) Ich lerne mich selbst zu behaupten – natürlich respektvoll – und (4) verhalte mich konsequent, so dass ich respektiert werden kann.

      WEM: Zu Menschen, auf denen rumgetrampelt wird, mit denen man alles machen kann und die man nicht ernst nimmt. (Textbelege: Überschrift Artikel, Fragen in den ersten beiden Abschnitten)

      WOZU: Zur Unterstützung der angesprochenen Personen (siehe WEM) bei der Entwicklung hin zu natürlicher Autorität. Indirekt: Gewinnung von Klienten (Anmerkung im Text, dass ein Coach unterstützend wirken kann).

      Was mir am Text sauer aufstößt, warum ich ihm skeptisch gegenüber stehe ist nicht die Struktur, wie ich sie in gerade noch einmal wiedergegeben habe. Es ist vielmehr der Grundtenor, der in den Sätzen mitschwingt. Das übermittelte Menschenbild. Was sagen denn solche Sätze aus?
      => “Respektlosigkeit, Unfairness, Unfreundlichkeit, Gemeinheit und Intrigantentum sind Teil unserer Welt.”
      => “Wir könnten uns doch auch alle lieb haben. Aber so ist das Leben leider nicht.”
      => “Es gibt Arschlöcher auf der Welt.”
      => “Arschlöcher suchen sich im Normalfall immer die Kleineren, die Schwächeren und die, mit denen man es machen kann.”
      => “Sie müssen die Fieslinge umerziehen”
      Die Sätze beinhalten für mich ein zwiegespaltenes Menschenbild. Auf der einen Seite die guten, und auf der anderen die bösen. Wir gehören natürlich zu den guten und “müssen” jetzt lernen uns selbst zu behaupten. Es folgen Tipps.

      Wenn dann aber gesagt wird, jeder Mensch hat Respekt verdient. Schließt das dann die bösen mit ein? Oder sind die ausgenommen? Warum sind das denn böse Menschen? Oder könnte es sein, dass vielmehr Ihre Handlungen nicht zu meinen Erwartungen passen? Fange ich an zu trennen, so wird aus einem Menschen, den ich respektiere wie mich selbst, auf einmal ein böser Mensch, ein A****.

      Nach meiner Auffassung und Lebenserfahrung (Achtung Gitte, jetzt kommt sie doch noch :D) kreiert genau diese Trennung Konflikte und Ärger in der Welt. Schaue ich mir die Sonne an: scheint sie nur für bestimmte Pflanzen, Tiere und Menschen? Schaue ich mir eine Quelle an: sprudelt sie nur für die Guten? Und hört immer auf zu sprudeln, wenn ein Böser kommt und von ihr trinken möchte?

      Mein zweiter Kritikpunkt waren die Formulierungen der Gefühle. Selbst in der korrigierten Fassung (Danke Ralf für Deinen freundlichen Kommentar) sind es immer noch keine Gefühle, die kommuniziert werden.
      „Das empfinde ich als respektlos“ oder „Hier fühle ich mich nicht ernst genommen.“ sind Erwartungen! Und in den genannten vier Punkten insgesamt werden so eher Konflikte heraufbeschworen, denn ein Miteinander gefördert.

      Nachdem nun einige Kommentare hinzugekommen sind, möchte ich noch anmerken, dass der Begriff Respekt im Text präzisiert werden könnte. Denn so wie ich die Kommentare lese, geht es manchmal um Gehorsam, um Autorität, dann um Achtung oder Höflichkeit sowie Toleranz.

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