Wie man mit dem Schmerz umgeht, wenn ein sehnlichster Wunsch sich nicht erfüllen lässt

„Wann immer Sie wirklich etwas aus Ihrem Leben machen wollen, lassen Sie los. Werden Sie weich.“ – Pema Chödrön

Auf dieses Zitat bin ich gerade beim Durchblättern eines Achtsamkeitskalenders gestoßen. Und es drückt aus, worüber ich schon mehrfach mal schreiben wollte, weil ich das aus meinem Leben auch immer wieder kenne. Du vielleicht auch?

Ich habe schon oft erlebt, dass ich bestimmte Dinge so unheimlich doll will. Früher war das ein Partner. Das Projekt, das auf Teufel komm raus jetzt sofort perfekt klappen muss. Das wichtige MRT, damit ich endlich weiß, wie es gesundheitlich weitergeht.

Möglicherweise geht es dir ja genauso und du kennst auch so Situationen, in denen du dir etwas unheimlich wünschst? Deinen Traumjob bei einem internationalen Konzern. Oder das Häuschen im Grünen, das zu deinem Lebensplan einfach dazugehört.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass deine Träume wahr werden. Dass sich dein Wunsch erfüllt, so wie du es möchtest.

Aber manchmal ist es doch leider so, dass Dinge, die wir uns so sehnlichst wünschen, nicht eintreten. Weil der Traum einfach aus faktischen Gründen nicht mehr erreichbar ist. Oder weil der Wunsch sich trotz Bemühungen einfach nicht erfüllen will. Oder weil einem das Leben ein Schnippchen schlägt.

Vielleicht musst du manch einen Wunsch auch abhaken, weil du z. B. jetzt nicht mehr Astronautin werden kannst? Oder weil du einfach nicht erzwingen kannst, dass der Wunsch nach einem Baby wahr werden wird? Oder weil der Unfall deine Zukunftspläne als Leistungssportler zunichte gemacht hat?

Wenn wir irgendwann an den Punkt kommen, an dem wir merken, dass unser so sehnlichster Wunsch nicht wahr werden will oder kann, dann tut das oftmals weh. Da können die verschiedensten Gefühle hervorkommen:

  • Traurigkeit über den Verlust des Lebensplans.
  • Enttäuschung über sich selbst, weil man meint, etwas nicht hinbekommen zu haben.
  • Scham, weil man doch allen von seinem sehnlichsten Wunsch erzählt hat und nun geht er dahin.
  • Ärger, weil man sich so lange mit einer Sache beschäftigt hat und es dann doch nicht geklappt hat.
  • Getriebensein, weil man meint, diesen Wunsch jetzt doch akribisch vorantreiben zu müssen …

Die Gefühlspalette ist da unendlich groß und bei jedem Menschen anders.

Doch wie nun schafft man es, mit diesem intensiven Wunsch umzugehen, so dass das Thema nicht mehr so schmerzhaft ist?

Die Lösung: Loslassen

Die Lösung heißt „loslassen“ oder „weich werden“, wie das Zitat so schön sagt. Das heißt, all den Druck, den wir uns machen, um das Ziel zu erreichen, rauszunehmen. Den Druck-Stöpsel ziehen. Die ganze für den Wunsch verbrauchte Luft rauslassen, um wieder frische, energiegeladene Luft holen zu können. Um sozusagen wieder frei atmen zu können, ohne ständig das Gefühl haben zu müssen, einer Sache hinterherjagen zu müssen oder etwas schaffen zu müssen, das aber gerade nicht machbar ist. Um aus dem Schmerz herauszukommen und die Freude wieder mehr spüren zu können. So dass man wieder leichter durchs Leben gehen und die anderen Schönheiten, die es im Leben gibt, genießen kann.

Dabei ist das Loslassen oftmals alles andere als einfach. Insbesondere bei Themen, die wirklich die eigene Lebensplanung betreffen. Da scheinen diese Möglichkeiten, die ich gleich vorstellen werde, vielleicht erstmal banal und utopisch. Das kann ich gut verstehen. Weil der Schmerz einfach mit so einer Wucht da sein kann, dass man sich nicht vorstellen kann, dass er irgendwann mal weniger werden könnte. Und weil man doch auch so an diesem Wunsch hängt. Es scheint paradox zu sein, dass man etwas loslassen soll, das man doch so gern will.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Mit diesen paradoxen Lösungen ist es ein wenig wie mit einem Band, das sich verknotet hat. Will man den Knoten lösen, muss man erstmal den Zug von den Bändern nehmen. So dass weniger Druck auf den Knoten ausgeübt wird. Dann lassen sich die Bänder oder Fäden leichter lösen. Ganz ähnlich wie bei einem Wunsch, den man unwahrscheinlich stark herbeisehnt. Indem du in kleinen Schritten deinen Wunsch zumindest für diesen Moment oder eine Weile loslässt, entspannst du dich. Dir geht es dadurch besser. Du bist zwar immer noch traurig, dass dein Wunsch sich jetzt nicht erfüllt. Das darfst du auch sein. Aber du wirst auch wieder offener für andere schöne Erfahrungen und das macht dein Leben reicher und kraftvoller.

Bevor ich dir gleich erzähle, wie das mit dem Loslassen gehen kann, ist eins noch wichtig zu wissen. Loslassen ist ein Prozess und dieser Prozess kann mal kürzer oder auch länger dauern. Loslassen ist also nichts, wo man einen Schalter umlegen kann und alles ist wieder gut. Auch wenn das wirklich klasse wäre. Um loszulassen, braucht es oft Zeit. Aber wenn man weiß, was man tun kann, wenn man einen kleinen ersten Anfang machen kann, dann begibt man sich auf diesen Weg und es kann eine Loslösung in Gang kommen. Und auf diesem Weg sammelst du viele kleine gute Erfahrungen. Du spürst immer öfter, wie der Druck langsam nachlässt. Das tut gut. Und du wirst offener für das Leben. Du entdeckst, welche Möglichkeiten es unabhängig von deinem Wunsch noch gibt. Was du noch alles Tolles erleben kannst. Auch wenn du das vielleicht jetzt gar nicht glauben kannst. Ich möchte dich ermutigen, es einfach auszuprobieren. Denn was hast du schon zu verlieren?

Wege des Loslassens 

Ich möchte dir nun ein paar Ideen mit auf den Weg geben, die mir in vielen Fällen sehr geholfen haben und es auch immer wieder tun. Vielleicht können sie auch dir eine Hilfe sein, um mit deiner Situation besser umgehen zu können.

Die Situation annehmen lernen

Die Situation so anzunehmen lernen, wie sie ist, ist für viele Menschen der schwerste Schritt. Das ist auch verständlich, denn wie soll man etwas annehmen, das man gar nicht annehmen will? Das ist häufig ziemlich schwer zu begreifen. Und doch schaffen wir nur dann, wenn wir die Situation annehmen, den Weg heraus aus der belastenden Situation. Nur dann kann der Schritt des Loslassens wirklich gelingen. Das Annehmen ist also quasi das Tor raus aus dem Schmerz. Dieses Annehmen lässt sich in vier Schritte unterteilen.

1. Die Situation anschauen und beschreiben

Sind wir in einer belastenden Situation, die schmerzhaft ist, so stehen unser Körper und Geist unter Stress. Es ist sehr wahrscheinlich, dass uns dann Emotionen überschwemmen und wir meist impulsiv und nicht mit klarem Verstand reagieren. Unsere Gedanken schweifen umher und entsprechend fällt es uns schwer, klare Gedanken zu fassen, die Situation objektiv zu betrachten und möglicherweise Lösungsansätze für die Situation zu finden. Was hier helfen kann, um ruhiger zu werden, ist ein achtsamer und nicht wertender Blick auf die Situation und das Beschreiben derselben. Bewerten wir die Situation weiter und weiter z. B. als „furchtbar“, „schrecklich“ oder „unerträglich“, so werden auch unsere Gefühle auf Ärger, Traurigkeit oder Wut gepolt bleiben. Bewerten wir hingegen mal nicht, so hilft uns das, die Situation so zu nehmen, wie sie ist. Neurowissenschaftlich ist nachgewiesen, dass sich unser emotionales Erregungsniveau und auch unser Geist dadurch beruhigen kann.

Ein Beispiel: Lange Suche nach einem Partner

Bewertende Beschreibung:

“Oh Mann, ich suche jetzt schon so lange nach einem Partner und es passiert einfach nichts. Das ist wirklich zum Kotzen. Ohne Partner ist es total langweilig. Und es ist schrecklich, allen anderen zusehen zu müssen, wie sie glücklich sind.”

Nicht bewertende Beschreibung:

“Ja, ich suche jetzt wirklich schon lange nach einem Partner. Aber es hat sich bisher nichts ergeben. Viele andere um mich herum haben einen Partner und entsprechend wenig Zeit für Unternehmungen. Meine Sonntage verbringe ich häufig allein.”

Indem wir die Situation so nicht wertend beschreiben, sehen wir sie, so wie sie realistisch ist. Nicht mehr und nicht weniger.

2. Gefühle zulassen

Für das Annehmen der Situation ist es ebenso wichtig, seine Gefühle zuzulassen und zu benennen. Klar, man kann seine Gefühle verdrängen. Davon verschwinden sie möglicherweise für eine kurze Zeit, aber irgendwann, wenn man vielleicht auch gar nicht mehr damit rechnet, dann kommen sie möglicherweise mit voller Kraft wieder hoch. Die Kunst besteht hier darin, nicht in das Gefühl hineinzufallen. Also ganz in dem Gefühl zu versinken. Am besten ist es, mit seinen Gefühlen von Anfang an achtsam umzugehen. Das heißt auch hier wieder, seine Gefühle ohne Bewertung wahrzunehmen und zuzulassen.

Vielen Menschen fällt es jedoch schwer, die eigenen Gefühle zu benennen. Da kann es hilfreich sein, dass du dir eine Liste mit unterschiedlichen Gefühlen zur Hand nimmst und einfach mal nachfühlst, welches am ehesten gerade auf deine Situation zutrifft. Das können natürlich auch mehrere Gefühle gleichzeitig sein.

Wenn du deine Gefühle identifiziert hast, hilft es dir, sie zu benennen. Damit nimmst du dich selbst ernst und signalisierst dir: Es ist okay, dass ich fühle, was ich fühle.

Dazu kannst du zu dir selbst z. B. so etwas sagen wie:

“Meine Freunde haben alle einen Partner. Auf einer Feier verliebte Pärchen zu sehen, tut dann oftmals sehr weh. Denn das macht mich traurig.”

Oder:

“Ich bin richtig enttäuscht, dass ich die Beförderung nicht bekommen habe. Ja, tatsächlich, ich bin richtig enttäuscht. Und das ist okay so.”

Indem wir nachspüren, was da in uns ist, und die Gefühle benennen, geben wir ihnen den Raum, den sie brauchen. Die Gefühle dürfen dann da sein und sind wichtig. Lassen wir sie zu und nehmen sie an, dass sie da sind, werden sie auch automatisch eher wieder gehen. Eher als wenn wir versuchen, sie wegzudrängen oder uns von ihnen überschwemmen zu lassen.

Falls du noch mehr zum Umgang mit Gefühlen lesen willst, findest du in dem Artikel „Konstruktiv mit den eigenen Gefühlen umgehen“ mehr Input.

3. Mit sich selbst mitfühlend umgehen

In Situationen, in denen etwas nicht so eintritt, wie wir uns das wünschen, sind manche Menschen sehr selbstkritisch mit sich selbst. Da heißt es z. B.:„Mensch, hätte ich halt mehr aufgepasst, wäre der Unfall nicht passiert.“„Kein Wunder, dass ich die Beförderung nicht bekomme. Ich hätte mich halt noch mehr anstrengen müssen.“„Na ja, bin ja auch selbst schuld, dass ich keinen Freund hab. So wie ich aussehe.“

Mit uns selbst gehen wir im Leben manchmal ziemlich hart ins Gericht. Dabei bringt uns das keine Linderung des Leids. Im Gegenteil, wir peitschen uns selbst sozusagen noch mal aus, vergrößern das Leid also eher noch. Das hilft uns also eher nicht, die Situation loszulassen.

Was dagegen hilft, ist, mit sich selbst freundlich umzugehen. Also statt der Peitsche die liebevolle Hand eines Freundes zu greifen. Versetze dich dazu ruhig mal in die Lage eines Freundes. Wie würde er mit dir reden in deiner Situation?

Vielleicht würde er sowas sagen wie:

„Ja, das kann ich gut verstehen, dass du enttäuscht bist, dass du die Beförderung nicht bekommen hast. Das wäre ich wohl auch. Aber du hast dein Bestes gegeben, mehr ging nicht.“

„Ich kann wirklich gut nachvollziehen, dass du so traurig bist, keinen Partner zu haben. Das tut sicher sehr weh.“

Mitgefühl von anderen Menschen zu bekommen, hilft auch schon oft sehr, den eigenen Schmerz zu reduzieren. Man fühlt sich verstanden und in Ordnung, wie man ist. Doch noch besser ist es, mit sich selbst mitfühlend zu sein. Denn wir sind uns schließlich der Mensch, der uns am nächsten steht. Selbstmitgefühl kann unser Leid verändern in positive Kraft. Wir können uns gegenüber weich und offen werden und uns dann auch eher mit anderen verbunden fühlen, die möglicherweise Ähnliches erlebt haben wie wir. Selbstmitgefühl kann uns dann als eine Art „Schutzengel“ dienen, wie die Wissenschaftlerin und Expertin für Selbstmitgefühl Kristin Neff es beschreibt. Es kann uns unterstützen, wenn wir liebevolle Hilfe gebrauchen können.

4. Den Sinn in der Situation finden

Den Sinn in einer Situation finden zu sollen, mag in der ein oder anderen Lage möglicherweise erstmal wie ein Schlag in den Nacken wirken. Da scheint auf den ersten Blick überhaupt nichts Sinnvolles zu sein in der Situation. Da ist einfach erstmal nur Schmerz. Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Der Schmerz darf auch da sein und gefühlt werden, wie ich es eben schon beschrieben hatte. Und doch ist es sinnvoll, gleichzeitig auch nach dem Guten im Schlechten Ausschau zu halten. Denn wenn wir es schaffen, einen Sinn in dem zu finden, was uns passiert ist, dann können wir als Mensch daran wachsen. Dann können wir innerlich stärker werden. Die Krise kann schließlich zur Chance werden, z. B. in Zukunft sein Leben etwas anders zu leben als bisher. Belege dazu finden sich in der so genannten Resilienzforschung.
Um den Sinn in einer Situation finden zu können, ist es hilfreich, sich verschiedene Fragen zu stellen. Denn Fragen ermöglichen uns oftmals, in andere Richtungen zu denken, als wir es bisher gewöhnlich tun. Vielleicht können dir diese Fragen eine Hilfe sein, deine Krise als Chance zu begreifen. Mit ihnen kannst du deinem Sinn ein kleines bisschen auf die Spur kommen.

Stell dir folgende Fragen. Lass dir dabei ruhig Zeit, nimm die ein oder andere Frage vielleicht einfach in den nächsten Tagen gedanklich mit.

  • Was könnte das Gute im Schlechten sein?
  • Was könnte ich aus der Situation für mich lernen?
  • Was kann ich jetzt tun, was ich sonst vielleicht nie tun würde?
  • Wie könnte mein Lebensweg in Zukunft aussehen, was ich bisher nicht für möglich gehalten hätte?
  • Wie würde ich in 10 Jahren auf diese Zeit sehen? Was würde ich im Rückblick vielleicht Positives daran entdecken können?
  • Wenn eine Freundin oder ein Freund auf deine Situation blicken würde: Was würde er oder sie Positives entdecken können?

Den Sinn in der schmerzhaften Situation zu finden ist nicht immer einfach. Und dennoch kann es dir helfen, nicht an der Situation zu verzweifeln, sondern das Leben wieder, möglicherweise anders, in die Hand zu nehmen. So, dass du dadurch als Mensch gestärkt hervorgehst.

Nachdem du gelesen hast, wie du die Situation leichter annehmen kannst, schauen wir jetzt, welche Alternativen es womöglich geben könnte. Damit kannst du deinem Wunsch vielleicht doch noch näher kommen. Aber eben auf anderen Wegen.

Alternativen entwickeln

Wenn wir ein Ziel oder einen Wunsch unbedingt erreichen wollen, sind wir meist gedanklich fixiert auf den einen Weg, den wir vor Augen haben. Dass es andere Möglichkeiten oder vielleicht kleine Abweichungen geben kann, um das Gleiche oder vielleicht etwas Ähnliches zu erreichen, das sehen wir dann oftmals nicht mehr. Dabei kann uns das in vielen Situationen unheimlich helfen, entspannt und flexibel zu bleiben. Dann haben wir sozusagen einen Plan B, den wir umsetzen können, wenn Plan A nicht funktioniert.

Nimm dir dazu ein paar Minuten Zeit und überlege dir anhand der Fragen, die ich gleich als Beispiel gebe, Möglichkeiten, die du rein theoretisch hättest. Dabei geht es um Alternativen, um genau das eine Ziel zu erreichen, das du im Visier hast. Aber es können auch Alternativen sein, um etwas Ähnliches zu bekommen wie das eigentliche Ziel oder zumindest einen Teil davon. Also wenn ich z. B. keinen Partner finde und ein Schmerz darin liegt, dass ich abends allein bin, dann könnte eine Alternative darin bestehen, in eine Haus-WG zu ziehen. Dann wäre zumindest schon dieser Punkt nicht mehr so schmerzhaft.

Versuche hier, dein gewohnheitsmäßiges Denken mal außer Acht zu lassen, und bewerte zu Beginn nicht. Alle Ideen, auch wenn sie noch so skurril erscheinen mögen, sind hier wichtig und können dir neue Wege aufzeigen. Die mögen dir vielleicht erstmal fremd vorkommen, aber es lohnt sich, sich einfach mal damit zu beschäftigen und die Ideen sacken zu lassen. Was am Ende realistisch sein kann und auch zu dir passt, das entscheidest natürlich du. Doch zu Beginn geht es erstmal darum, deine Ideen zu erweitern, so dass du merkst „Ach ja, es gibt ja auch andere Wege“.

Hier zeige ich dir ein paar Fragen, die dir helfen können, Alternativen zu finden:

  • Was fallen dir spontan für Ideen ein?
  • Wie haben andere/Freunde/Bekannte vielleicht Ähnliches geschafft, aber auf anderem Weg?
  • Welche Ideen hätte ein bestimmter Promi/Schauspieler/Comedian …?
  • Was würde Freund XY jetzt tun?
  • Was müsste passieren, damit die Sache überhaupt nicht klappt? Kehre deine Antworten um und überlege, wie sie dir als Lösung dienen könnten. Nutze für diese Frage ruhig auch die Erklärung der Kopfstandmethode.
  • Was würdest du einem guten Freund in der Situation für Alternativen empfehlen?

Und hier einige Beispiele für Wünsche, die sehr häufig vorkommen. Auch, wenn dein Wunsch ein ganz anderer ist, können dich diese Beispiele inspirieren.

Wenn ich keinen Partner finde, dann könnten Alternativen so aussehen:

  • Ich ziehe in ein Gemeinschaftshaus. Jeder hat sein Zimmer, aber wenn ich Gesellschaft haben möchte, dann bin ich nicht allein.
  • Ich suche mir neue Freunde, die auch Single sind und mit denen ich viel unternehmen kann.
  • Ich suche mir eine neue beste Freundin, mit der ich viel unternehmen kann.
  • Ich suche mir eine Affäre.
  • Ich probiere neue Kennenlern-Events in meiner Stadt aus, um meinen Freundes- und Bekanntenkreis zu vergrößern.

Der Traum vom Haus lässt sich gerade an dem Ort, wo ich wohne, nicht erfüllen:

  • Ich ziehe in Erwägung, weiter rauszuziehen.
  • Ich schaue, ob ich eine Wohnung kaufen kann.
  • Ich kaufe mit einem befreundeten Paar ein Haus und wir machen 2 Wohnungen daraus.
  • Ich ziehe in das Haus meiner Eltern.
  • Ich ziehe ganz woandershin.

Ich möchte unbedingt einen neuen Job haben, aber alle Bewerbungen bringen nicht das gewünschte Ergebnis:

  • Ich könnte mithilfe eines Coachs herausfinden, was ich eigentlich wirklich will und wie man das Thema von einer anderen Seite aus angeht.
  • Ich könnte meinen bisherigen Job einfach kündigen und mich in Ruhe um etwas Neues kümmern.
  • Ich könnte Reißaus nehmen, meine Möbel einlagern und 1 Jahr rumreisen.
  • Ich suche mir im Ausland etwas Neues.
  • Ich werde Surflehrer in Spanien.
  • Ich frage nach einem Sabbatical.
  • Ich könnte mich endlich selbstständig machen.

Wenn einfach gerade keine Idee kommen will, du quasi ein Brett vor dem Kopf hast, dann ist das nicht schlimm. Du wirst sehen, die Ideen kommen noch. Mache dann erstmal etwas ganz anderes, das nichts mit dem Thema zu tun hat. Und versuche es einfach später noch mal.

Um aus seinem gewohnheitsmäßigen Denken auszubrechen, kann es sonst auch sinnvoll sein, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und einfach mal zum Nachdenken an einen Ort zu gehen, wo man noch nie war. Neue Umgebungen können dann auch neue Gedanken bringen.

Oder du kannst ja auch andere Menschen fragen, was ihnen einfällt. Denn andere Menschen haben möglicherweise noch Ideen, auf die man selbst vielleicht gar nicht so kommt.

Solche Alternativen sind möglicherweise nicht das Gleiche wie deine Ziele, die du dir doch eigentlich so sehnlichst wünschst. Aber es sind Möglichkeiten, die uns die schwierige Situation etwas leichter machen können. Die uns auch helfen, flexibel zu bleiben und einen gewissen Grad an Freiheit zu spüren. Die Freiheit, auch andere Entscheidungen treffen zu können, wenn man das will, weil es eben unterschiedliche Alternativen gibt. Man kann also selbstbestimmt entscheiden, welchen Weg man davon ggf. einschlagen möchte oder welchen eher nicht, und macht sich weniger abhängig von diesem einen Wunsch.

Blick auf andere Ziele richten

Beschäftigen wir uns eingehend nur mit einem Ziel oder Thema, verkrampfen wir uns oft dabei, anstatt flexibel zu bleiben. Wir werden also eher „hart“ statt „weich“, um beim Sprichwort von oben zu bleiben. All unsere Konzentration gilt dann nur der einen Sache, z. B. der Partnersuche. Die anderen wichtigen Dinge in unserem Leben, wie z. B. ein neues Hobby oder neue Freundschaften zu schließen, bleiben bei vielen dann leider erstmal außen vor. Schade eigentlich. Denn darin stecken auch so unheimlich viele Chancen für schöne Momente. Momente, in denen wir Glück und Zufriedenheit spüren können und mit denen wir unser Leben reich und schön machen können. Deswegen kann es sinnvoll sein, seine Konzentration mal wieder auf etwas anderes zu lenken, sich ganz bewusst andere Ziele zu setzen.

Um herauszufinden, was denn so ein anderes Ziel sein könnte, bekommst du wieder ein paar Fragen von mir an die Hand. Dadurch kannst du Ziele herausfiltern, die dir Kraft und auch Freude bringen könnten.

Nimm dir dazu auch wieder ein paar Minuten Zeit und notiere dir alles, was dir einfällt. Am Ende hast du eine ganze Liste mit möglichen Vorhaben, die du angehen kannst. Daraus wähle dir eines aus, das du für sehr erfolgversprechend hältst, und setz dies dann um.

Ein paar Fragen, die dir als Inspiration dienen können:

  • Was wollte ich schon immer mal lernen? Vielleicht ein Musikinstrument, eine Sprache, asiatisch kochen?
  • Worin wollte ich mich schon immer mal fortbilden? Elektrotechnik, Mediation, Zuckerhandwerk?
  • Wohin würde ich gern mal reisen? Antarktis, Wüste Afrikas, …
  • Wen möchte ich gern mal wieder besuchen? Die Tante in Amerika, den Freund am anderen Ende von Deutschland, …
  • In welcher Stadt/Gegend würde ich gern mal leben? New York, auf dem Bauernhof, …
  • Was würde ich gern einfach mal ausprobieren? Bungeejumping, malen, Traktor fahren, …
  • Welcher andere Traum ließe sich möglicherweise erfüllen? In einem anderen Land leben, den Jakobsweg gehen, …
  • Welche Veranstaltung würde ich gern mal besuchen? Musical in Hamburg, Bregenzer Festspiele in Österreich, Silvester in …
  • Was wollte ich in meinem Leben immer schon mal ändern? Den Keller zum Werkraum machen, alte Freundschaften wieder aufleben lassen, besseres Zeitmanagement lernen, …

Wenn du etwas ganz doll willst, lohnt es sich, des Öfteren den Blick in eine andere Richtung zu lenken. Dadurch wirst du wieder „weicher“, was dieses eine Thema angeht, weil du wieder etwas Abstand dazu bekommst. Weil du auf anderen Wegen dafür sorgst, glücklich zu sein, unabhängig davon, ob dieser eine Wunsch in Erfüllung geht oder nicht.

Wünsche oder Träume loszulassen, die man sich sehnlichst erhofft. Das ist manchmal leichter, manchmal aber auch richtig schwer. Am wichtigsten ist aber anzufangen. Wenn du also einen Wunsch hast, der sich grad nicht erfüllen lässt. Der dich aber auch nicht loslässt und vielleicht sogar belastet. Dann entscheide dich doch für eine der Anregungen und beginne damit deinen Wunsch loszulassen. Das heißt ja nicht, dass du ihn komplett aus deinem Kopf löschen wirst. Doch wer seinen Wunsch nach einem Partner, dem Traumjob oder der Penthouse-Wohnung ein bisschen loslässt, wird offener und flexibler.

Es lohnt sich so sehr, diesen Weg des Loslassens anzugehen. Um auszubrechen aus dem eigenen Käfig des „Das muss jetzt klappen“-Denkens und aus dem Schmerz, der entsteht, wenn es nicht klappt. Wenn es uns gelingt, diesen Schmerz bewusst wahr- und anzunehmen, flexibler in unserem Denken zu werden und den anderen Momenten des Lebens wieder Chancen zu geben, dann kann sich viel schönes Neues entwickeln. Dann können wir Schritt für Schritt wieder die kleinen und großen Freuden des Lebens sehen und dem Leben möglicherweise einen neuen Sinn geben, der uns auch erfüllt und vielleicht sogar noch mehr, als wir vorher erahnt hätten.

Ich wünsch dir auf jeden Fall von ganzem Herzen, dass es dir gelingt, ein Stück „weicher“ zu werden. Loszulassen. So dass die Freude dem Schmerz die Hand reichen, ihm vielleicht sogar irgendwann freundlich Adieu sagen kann.

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Über Barbara Pötter

Barbara Pötter ist Sozialpädagogin, Coach für psychosoziale Beratung und Schreiberin.

Nachdem sie knapp 3 Jahre bei Zeitzuleben als Redakteurin und Kursleiterin mitgewirkt hat, hat sie in Konstanz am Bodensee ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.

Unter www.stadtlandfreund.de bietet sie nun Veranstaltungen für Menschen an, die neue Leute kennenlernen möchten und gleichzeitig die Stadt und das Umland besser erkunden wollen. Damit greift sie ein Thema auf, das sie auch hier bei Zeitzuleben aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr beschäftigt hat und das viele Menschen in ihrem Leben immer wieder berührt.

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Kommentare

  • Ich habe 43 Jahre versucht, die Liebe meiner Mutter zu gewinnen. Bis zu ihrem Tod 2008, aber die Traurigkeit bleibt, Ich wurde nie von ihr in den Arm genommen, ich habe nie gehört, daß sie mich lieb hat.
    Das einzige Positive ist, daß ich meine beiden Kinder liebe und ihnen auch meine Liebe zeige.

  • Ich habe schon viel über das “Loslassen” gelesen, aber nie so fundiert und pragmatisch.
    Dankeschön für die Beispiele und Hinweise!

  • Danke, genau das habe ich jetzt gebraucht!

  • Danke, der Artikel hilft mir sehr.
    Loslassen als “mal locker lassen”.
    Dass ich trotzdem traurig sein darf und Gefühle nicht unterdrucken muss dabei – das ist für mich eine gute Anregung. Ich war schon wieder so verkrampft zu denken: ” So, wenn Du das jetzt lässt, dann musst Du Dich aber auch gleich wieder gut fühlen”. Das ist ja Quatsch.
    Ich muss nicht mehr kämpfen – aber ich darf trotzdem traurig sein, dass es nicht geklappt hat.

  • Hier ein sehr schoener spruch dazu, loslassen heisst nicht etwas loszuwerden sondern, es sein zu lassen.

  • …beim Lesen des Artikels ist mir wieder einmal klar geworden, dass es für mich ganz gut war, dass ich dieses oder jenes Ziel nicht erreicht habe oder einige meiner Wünsche sich nicht erfüllt haben – jedenfalls nicht so erfüllt haben, wie ich dachte, dass sie sich zu erfüllen hätten. Ich hätte mich unglücklich gemacht. Heute bin ich sogar sehr erleichtert und dankbar dafür, dass es “anders” gekommen ist, denn das Leben selbst hat meine eigenen Ziele und Wünsche bei weitem übertroffen und damit mein Vertrauen ins Leben vertieft. Es hat mir gezeigt, dass es immer auf meiner Seite ist und weiß, was wirklich gut für mich ist und was mich glücklich macht. :-)

    Danke!

  • Hallo, ich wollte mir gerne diesen Beitrag ausdrucken, aber es geht leider nicht, da über den Text immer andere Texte mit ausgedruckt werden. Könnt Ihr mir das vielleicht als PDF schicken? Ich hatte das Problem schon einmal, vielleicht liegt es an meinem Rechner oder geht es jemand anderem auch so?
    Vielen Dank im voraus, Marion

    • Barbara Pötter
      Barbara Pötter schreibt am 4. Juli 2016

      Hallo Marion,

      hm, das ist ja seltsam. Ich habe es direkt mal ausprobiert und bei mir klappt es. Magst du es vielleicht einfach noch mal versuchen? Manchmal weiß man ja bei der Technik einfach nicht ;-)

      Und ansonsten schreib uns doch gern eine Mail an team@zeitzuleben.de. Da helfen wir dir gern sonst weiter.

      Liebe Grüße
      Barbara

  • Schöne Metapher mit dem verknoteten Band!

  • Meine Träume werde ich nie, nie loslassen!

  • Ein sehr schöner Beitrag. Eine kleine Ergänzung liegt mir auf dem Herzen, wie mir mal jemand “loslassen” übersetzt hat:
    Einfach einverstanden sein.
    Nicht mehr dagegen kämpfen.
    Das ist loslassen. Alles Gute!

  • Endlich für mich verständlich wie Loslassen kann. Dankeschön

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