Wie Sie den Beruf finden, der zu Ihnen passt

5 Schritte für mehr Orientierung

Fragen Sie sich, ob Ihr derzeitiger Job der richtige ist? Sind Sie gefangen im Hamsterrad und suchen den Absprung? Sind Sie arbeitssuchend und wissen nicht, worauf Sie sich bewerben sollen? Egal, ob Sie Berufseinsteiger sind oder bereits viele Jahre Berufserfahrung gesammelt haben, Sie werden immer wieder vor dieser Frage stehen: „Was will ich eigentlich … und schaffe ich das?“ Oft wird diese Frage begleitet von Selbstzweifeln wie „Was kann ich denn überhaupt?“ oder Ängsten wie „Ich muss jetzt die richtige Entscheidung treffen, sonst ist es zu spät“.

Dabei ist die Berufswelt in den letzten Jahren nicht nur in Bezug auf die Anforderungen komplexer geworden, sondern auch im Hinblick auf die Möglichkeiten. Experten- und Führungskräftelaufbahnen werden zunehmend gleichwertig in Unternehmen behandelt, die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nehmen zu, die frühere „Sekretärin“ erfüllt heute ein Aufgabenspektrum zwischen Assistenz, Eventmanagement und Projektorganisation. Hinzu kommen die vielen internationalen Einflüsse, sei es, dass der Supply Chain Manager in die deutsche Automobilindustrie Einzug hält oder deutsche Arbeitskräfte ihre Chancen im Ausland erkennen.

Die Folge von alldem ist, dass es für Jobeinsteiger, -umsteiger oder Arbeitssuchende immer schwieriger wird, eine Orientierung zu finden. Denn der Abgleich von eigenen persönlichen Interessen, Fähigkeiten und Zielen mit den vielen Möglichkeiten auf den Arbeitsmärkten fällt zunehmend schwerer.

Was können Sie tun, um zu mehr Klarheit und Orientierung zu gelangen? Die folgenden fünf Schritte stammen aus meiner Arbeit als Karriere-Coach und haben sich vielfach in der Praxis bewährt. Sie haben das Ziel, Ihr Denken und Handeln im beruflichen, aber auch privaten Kontext zu reflektieren und schließlich konkrete Handlungsschritte abzuleiten, die Sie weiterbringen können.

  • Schritt 1: Was kann ich?
  • Schritt 2: Was ist mir wichtig?
  • Schritt 3: Wo möchte ich hin?
  • Schritt 4: Was hindert mich?
  • Schritt 5: Was tue ich?

Schritt 1: Was kann ich?

Hier geht es um Ihre Fähigkeiten und Ressourcen. Oft vergessen wir, was wir in der Vergangenheit schon alles erlernt und geleistet haben. Insbesondere Menschen, die schon längere Zeit auf der Suche nach einem neuen Job sind und das Gefühl haben, durch eine Absage als Bewerber abgewiesen und nicht gebraucht zu werden, verlieren den Blick für das, was sie können. Dies strahlen sie dann auch in den Bewerbungsgesprächen aus, was die Chancen auf den nächsten Job weiter senkt.

Praxis-Tipp:

Nehmen Sie sich ein leeres, großes Blatt Papier und einen Stift. Lesen Sie die folgenden Fragen und hören Sie auf Ihre Impulse und Antworten, die Ihnen hierbei in den Sinn kommen. Schreiben Sie diese auf. Vielleicht unsortiert, vielleicht auch dort, wo Sie denken, dass der Begriff hinpasst. Lassen Sie die Fragen wirken, lesen Sie sie vielleicht mehrere Male durch. Möglicherweise kommen Ihnen erst nach einigen Minuten Antworten in den Sinn. Bereit …? Dann sind dies die Fragen:

  • Worauf bin ich in meinem Leben besonders stolz?
  • Was ist mir in der Vergangenheit leichtgefallen?
  • Was kann ich gut?
  • Wer oder was gibt oder gab mir Energie?
  • Was glaube ich, wofür andere Menschen mich schätzen?
  • Wer oder was hält oder stützt mich?
  • Wofür bekomme ich Anerkennung?

Wenn Sie fertig sind und Ihnen nichts mehr einfällt, betrachten Sie das, was Sie aufgeschrieben haben, als Ganzes.

Fällt Ihnen etwas auf? Welche Begriffe stammen aus dem beruflichen Kontext, welche Begriffe aus dem privaten/familiären Umfeld? Lassen sich Gruppen von Begriffen bilden, die in irgendeiner Weise zusammenhängen? Was können Sie bei sich selbst wahrnehmen? Hat sich Ihre Stimmung während dieser Übung verändert?

Zu erkennen, was Ihnen Kraft gibt und über welche Fähigkeiten und persönlichen Stärken Sie verfügen, ist eine wichtige Voraussetzung für eine lösungsorientierte Grundhaltung auf Ihrem Weg zu mehr beruflicher Orientierung.

Schritt 2: Was ist mir wichtig?

Bei diesem Schritt geht es um Ihre persönlichen Werte im Leben und im Beruf. Ihre Werte sind das, was Ihnen ganz besonders wichtig ist und ohne das Sie nicht leben bzw. arbeiten möchten. Beispiele für Werte können z. B. Erfolg, Geld, Macht, Anerkennung, Sinn, Pünktlichkeit oder Kollegialität sein.

Erst wenn Sie wissen, was Ihnen im Leben und im Beruf wichtig ist, können Sie auf dieser Basis Ihre Ziele herleiten. Nehmen Sie sich auch hierfür ausreichend Zeit und denken Sie darüber nach, was für Sie und Ihr Leben bisher, heute und in der Zukunft wichtig ist.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Praxis-Tipp:

Um Ihren Werten auf die Spur zu kommen, stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was ist mir in meinem (Arbeits-)Leben besonders wichtig?
  • Worüber rege ich mich oft auf oder was stresst mich?
  • Welcher meiner Werte wird hier missachtet?
  • Was soll ein Leitprinzip in meinem (Arbeits-)Leben sein?
  • Wofür brenne ich?

Notieren Sie Ihre Werte im Leben und im Beruf auf einem Blatt Papier. Machen Sie sich dabei frei von Erwartungen oder Wertevorstellungen anderer, dies ist Ihre Sicht auf die Dinge, denn es ist ja auch Ihr Leben!

Wenn Sie damit fertig sind, betrachten Sie jeden dieser Werte und versuchen Sie, die drei für Sie wichtigsten Werte zu finden.

Ich weiß, dass das Streichen von Werten schwerfällt. Deshalb als Tipp: Bilden Sie Werte-Paare (zum Beispiel: Erfolg – Anerkennung) und streichen Sie den Begriff, der im Vergleich für Sie weniger Bedeutung hat.

Wenn Sie die drei wichtigsten Werte gefunden haben, versuchen Sie, Antworten auf die folgenden Fragen zu finden:

  • Was bedeutet X (Beispiel: Erfolg) für mich?
  • Woran kann ich bemerken, dass ich X (Beispiel: erfolgreich) bin?
  • Wie sehr ist X in meinem heutigen Beruf oder Leben erfüllt?
  • Kenne ich Menschen, die X sind? Was machen diese Menschen anders als ich?
  • Was bräuchte ich, damit X stärker würde?

Werte können sich im Laufe des Lebens verändern. Zu Beginn des Berufslebens stehen häufig Karriere, Geld und Einfluss im Vordergrund, nach mehreren Jahren im Beruf verändert sich die eigene Wertevorstellung oftmals mehr in Richtung Sinn, Anerkennung und Bedeutung der Arbeit.

Während sich Karrieren und Berufslaufbahnen oft irgendwie ergeben und wir im täglichen Job manchmal auch gefangen sind und sich eine regelrechte Gewohnheit einstellt, vergessen wir, uns ab und zu zu fragen, ob das, was wir tun, noch unseren Werten entspricht.

Auf diese Weise ergibt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren vielerseits eine immer größer werdende Differenz zwischen dem, was wir tun, und dem, was uns eigentlich wichtig ist.

Daher ist es so wichtig, sich diese Frage der Werte regelmäßig zu stellen. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Werte nicht mehr zu dem passen, was Sie aktuell tun, dann überlegen Sie, was dies für Sie bedeutet. Sie können die Entscheidung treffen, dass es aktuell für Sie so in Ordnung ist, und mit diesem Bewusstsein einfach so weiterleben. Sie können sich aber auch entscheiden, an diesem Zustand etwas zu verändern. Veränderung muss nicht immer eine berufliche Neuorientierung oder einen Jobwechsel bedeuten, auch in Ihrem momentanen Beruf können Sie schon kleine Veränderungen in Richtung Ihrer aktuellen Wertevorstellungen bringen. Ihre Werte bilden die Basis für Ihre Ziele im Leben und im Beruf. Hierum geht es bei Schritt 3.

Schritt 3: Wo möchte ich hin?

Betrachten Sie noch einmal die Werte, die Sie in der vorherigen Übung herausgefunden haben, und denken Sie darüber nach, welche Ziele sich aus diesen Werten ergeben.

Aber Vorsicht: Vielleicht kommen Ihnen Ziele in den Sinn, wie beispielsweise: „Ich möchte weniger Überstunden machen.“ Dies ist ein sogenanntes Vermeidungsziel, denn es drückt aus, wovon Sie wegmöchten, und nicht, wo Sie hinmöchten. Von einem Zustand wegzukommen ist ein ziemlich ungeeignetes Ziel, denn Sie haben nichts vor Augen, dem Sie sich annähern, worauf Sie hinarbeiten können. Formulieren Sie also Ihr Vermeidungsziel so um, dass es zu einem Annäherungsziel wird. Aus dem Beispiel oben könnte werden: „Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.“

Je detaillierter Sie Ihre Ziele beschreiben können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Weg finden, diese Ziele auch zu erreichen. Ein Beispiel hierfür sind die Mental-Techniken, die Profisportler einsetzen. Ein 100-Meter-Läufer stellt sich in Gedanken vor, wie jede Bewegung, jeder Schritt vom Startblock bis hinter die Ziellinie abläuft. Die mentale Stärke bestimmt bei Profisportlern maßgeblich über deren Erfolg.

Praxis-Tipp:

Schreiben Sie Ihre Ziele auf. Auch hier gilt: Lösen Sie sich von den Erwartungen, Zielen oder Ansprüchen, die andere vielleicht an Sie und Ihr Leben haben. Wenn es Ihr Ziel ist, einmal einen Porsche zu besitzen, dann schreiben Sie „Porsche besitzen“ auf. Das macht Sie nicht sofort zum unsympathischen Materialisten! Schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Vielleicht sind hier auch Ziele dabei, die Sie aus heutiger Sicht für unrealistisch oder Wunschdenken halten. Schreiben Sie auch diese auf. Die folgenden Fragen können Ihnen dabei helfen, Ihre Ziele zu erkennen:

  • Was wollte ich immer schon einmal tun?
  • Was ist mein größter Traum?
  • Was macht mir Spaß und sollte daher verstärkt werden?
  • Was möchte ich im Leben gerne noch erreichen?
  • Was möchte ich mir irgendwann einmal gönnen?
  • Wer soll bei mir sein?
  • Worauf möchte ich im Alter zurückblicken?
  • Was soll von meinem Leben bleiben?

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Ziele! Je länger Sie darüber nachdenken, desto mehr Ideen werden Ihnen einfallen. Wenn Sie denken, dass Sie fertig sind, betrachten Sie das Ganze. Welche Ziele lassen sich aus heutiger Sicht schnell oder einfach umsetzen, welche Ziele erscheinen noch sehr weit entfernt? Ist es realistisch, die Ziele zu erreichen? Wie passen Ihre Stärken, Werte und Ziele zusammen? Gibt es Zusammenhänge? Wie geht es Ihnen beim Anblick Ihrer Ziele?

Ihre Ziele bei dieser Übung zu Papier zu bringen ist sehr wichtig. Wir denken häufig, dass wir unsere Ziele „im Kopf“ haben, bemängeln aber gleichzeitig, deren Umsetzung nicht zu schaffen. Die eigenen Ziele zu visualisieren, konkret auszuformulieren und vor sich zu sehen, ist ein wichtiger Schritt für unser Bewusstsein und die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung. Heben Sie Ihre Notizen auf oder ergänzen Sie sie mit der Zeit. So haben Sie Ihre Ziele immer im Blick.

Schritt 4: Was hindert mich?

Diese Frage ist gemein, das weiß ich. Eben noch haben Sie sich in schillernden Farben ausgemalt, was Sie gerne erreichen möchten, und nun kommt die Frage, was Sie bremst und daran hindert oder vielleicht auch in der Vergangenheit daran gehindert hat, Ihren Weg zu gehen. Doch diese Frage ist wichtig, um das eigene Bewusstsein dessen zu schärfen, wie Sie mit Ihren Blockierern im Kopf umgehen. Stimmen, die vielleicht sagen „Du schaffst das eh nicht!“ oder „Das ist viel zu riskant!“ oder „Was sollen die anderen denken!“.

Es geht hierbei nicht darum, Ihre Ängste und Sorgen wachzurütteln oder diese Stimmen endlich zum Schweigen zu bringen, sondern vielmehr einen Weg zu finden, mit diesen Stimmen zu leben und sie vielleicht sogar zu nutzen, um Ihre Ziele zu erreichen. Klingt unmöglich, denken Sie vielleicht?

Praxis-Tipp:

Betrachten Sie noch einmal das Blatt mit Ihren Zielen und denken Sie dabei auch an Ihre momentane Situation und die letzten Monate. Was hindert Sie daran, Ihren Weg zu gehen? Schreiben Sie auf ein neues Blatt, was Ihnen alles als Blockierer, störende Gedanken oder Gefühle in den Sinn kommt. Dies können Begriffe wie zum Beispiel „Ungeduld“, „Angst vor Entscheidungen“ oder „Faulheit“ sein. Hier wird Ihnen bestimmt etwas einfallen, von dem Sie wissen, dass es Sie schon häufig im Leben oder im Beruf ausgebremst hat.

Wenn Sie fertig sind, betrachten Sie jeden dieser Begriffe und versuchen Sie, folgende Fragen zu beantworten:

  • In welchen Situationen bin ich X (Beispiel: ungeduldig)?
  • Wozu führt X (Beispiel: die Ungeduld)?
  • Angenommen, X hätte etwas Positives, was könnte das sein?
  • War es einmal wichtig in meinem Leben, X zu sein?
  • Welche Rolle spielt X heute in meinem Leben? Ist es immer noch wichtig, X zu sein?
  • Was kann ich tun, damit X mich nicht mehr so stark blockiert?
  • Was kann ich vielleicht auch tun, um das Positive von X für meine Ziele zu nutzen?

Es geht hierbei nicht darum, die Blockierer durch die rosarote Brille zu betrachten und schönzureden. Vielmehr geht es um das Bewusstsein dieser „inneren Stimmen“ und deren Akzeptanz. Jede dieser Stimmen hat aktuell oder hatte in der Vergangenheit ihre Berechtigung und ist heute oder war früher für Ihr Leben wichtig. Die Angst, Entscheidungen zu treffen, beschützt Sie beispielsweise vor unüberlegten, zu schnellen Entscheidungen.

Sie werden feststellen, dass jeder Ihrer Blockierer, die Sie für sich notiert haben, auch immer etwas Positives haben kann. Sie sind der Chef dieser Stimmen und können selbst bestimmen, ob und wann sie zu Wort kommen und was sie bewirken sollen.

Schritt 5: Was tue ich?

Los geht’s! Wenn Sie hier angekommen sind, wissen Sie,

  1. welches wertvolle Rüstzeug Sie mitbringen,
  2. was Ihnen in Ihrem Leben wichtig ist und
  3. was Sie gerne erreichen möchten.

Sie kennen außerdem die Kritiker in Ihnen, die Sie bisher manchmal zu stark an der kurzen Leine gehalten haben, und können durch das neue Bewusstsein lernen, mit ihnen auch selbst-bewusster umzugehen. Damit sind die besten Voraussetzungen erfüllt, um mit der Umsetzung zu beginnen.

Praxis-Tipp:

Nehmen Sie sich zunächst eines Ihrer Ziele vor, dessen Umsetzung Sie gerne angehen möchten. Es ist egal, ob es ein Ziel ist, was Sie kurzfristig umsetzen können, oder ein Ziel, bei dem die Umsetzung vielleicht auch mehrere Jahre dauern kann. Folgende Fragen können Ihnen helfen, einen passenden Weg hin zu diesem Ziel zu finden:

  • Wie nah sind Sie Ihrem Ziel heute (1 = ganz weit weg, 10 = Ziel erreicht)?
  • Waren Sie Ihrem Ziel schon einmal näher? Was war zu dieser Zeit anders als heute?
  • Was haben Sie schon unternommen, um Ihrem Ziel näher zu kommen?
  • Was hat dabei schon einmal gut funktioniert? Können Sie das auch heute noch nutzen?
  • Woran würden Sie bemerken, dass Sie einen Schritt weiter in Richtung des Ziels sind?
  • Woran könnten andere Menschen in Ihrem Umfeld bemerken, dass Sie weiter sind?
  • Was können Sie tun, um einen Schritt weiterzukommen?

Je kleiner und detaillierter Sie die einzelnen Schritte in Richtung Ihres Ziels beschreiben können, umso besser. Und dann gehen Sie diesen ersten kleinen Schritt. Und den nächsten kleinen Schritt. Und wieder einen Schritt. Achten Sie darauf, dass SIE jeden Schritt gehen – nicht andere für Sie! Sich darauf zu verlassen, dass Freunde, Familie oder Arbeitskollegen Sie einen Schritt weiterbringen, ist nicht förderlich. Holen Sie sich dort Hilfe, wo andere Menschen Sie auf Ihrem Weg unterstützen können. Aber verlassen Sie sich nicht darauf, dass die anderen schon dafür sorgen werden, dass Sie Ihr Ziel erreichen. Das haben nur Sie in der Hand und sind hierfür alleine verantwortlich!

Nochmal kurz zusammengefasst:

Die Grundlage für positive Veränderungen sowohl im Beruf als auch in Ihrem Privatleben ist ein Bewusstsein Ihrer Fähigkeiten, Ressourcen und Potenziale.

Mit der ersten Übung haben Sie Ihren Fokus auf das gelenkt, was in Ihrem Leben heute oder in der Vergangenheit gut war und was Ihnen Kraft und Energie gibt.

Mit dem zweiten Schritt und der Frage „Was ist mir wichtig?“ haben Sie Ihre aktuellen und zukünftigen Wertevorstellungen hinterfragt und konnten Klarheit darüber gewinnen, ob das, was Sie heute tun, noch Ihren Werten und Zielen im Leben und im Beruf gerecht wird.

Die bloße Erkenntnis, dass Sie etwas verändern möchten, ist als Basis für eine Neuorientierung aber noch nicht ausreichend. Mit Schritt 3 konnten Sie zu mehr Klarheit über Ihre Ziele gelangen. Denn je bewusster Sie sich Ihre Ziele als einen Zustand vorstellen, den Sie für sich erreichen möchten, desto erfolgreicher werden Sie die Umsetzung meistern.

Trotzdem gibt es im Leben Blockaden, die Sie zurückhalten. Dieser Blockierer konnten Sie sich mit dem 4. Schritt bewusst werden. Es geht nicht darum, die Blockierer zu eliminieren, denn sie gehören zu Ihrem Leben dazu. Bewusstsein und Klarheit über die Blockierer hilft Ihnen vielmehr, mit diesen umzugehen und selbst entscheiden zu können, ob sie Sie auf Ihrem Weg behindern dürfen.

Und wie Sie es schaffen können, Ihren Weg in Richtung Ihrer Ziele zu gehen, haben Sie in Schritt 5 erarbeitet. Verstärken Sie das, was schon einmal gut funktioniert hat. Verlassen Sie aber auch Ihre sichere Komfortzone und probieren Sie Neues aus.

Für Ihre berufliche Neu- oder Umorientierung haben Sie mit diesen Schritten die Voraussetzungen geschaffen, um gezielter nach passenden Job-Angeboten, Arbeitgebern oder Branchen zu suchen. Oder Sie tragen sich mit dem Gedanken, sich selbständig zu machen. Insbesondere hierfür ist es wegen des häufig hiermit einhergehenden finanziellen Risikos wichtig, sich aller persönlichen Voraussetzungen und eigenen Ziele bewusst zu werden.

Welchen Weg Sie auch für sich einschlagen werden, ich wünsche Ihnen hierbei viel Erfolg und vor allem Glück und Zufriedenheit!

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Über Dr. Bernd Slaghuis

Dr. Bernd Slaghuis appelliert an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen für sein Leben. Der Ökonom und Systemische Coach hat sich auf Fragen der Neuorientierung im Beruf spezialisiert, betreibt eine Coaching-Praxis in Köln und ist zudem als Strategieberater für Unternehmen sowie als Dozent und Redner tätig. Sein Leitsatz: „Glück und Zufriedenheit sind die Basis für Gesundheit und Erfolg im Leben.“ Er ist überzeugt, dass jeder das nötige Rüstzeug und die Möglichkeiten besitzt, das zu tun, was ihn glücklich macht. Er bloggt unter dem Titel Perspektivwechsel auf blog.bernd-slaghuis.de

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Kommentare

  • Hallo Martina, (Artikel vom 05.Mai.)

    leider konnte ich Dir nicht direkt antworten, da bei Dir der Link dazu fehlte.
    Kannst Dich gerne mal bei mir melden, dann können wir uns mal unterhalten. Wenn Du meinen Beitrag hier noch lesen solltest, dann antworte hier darauf nochmal.

    Liebe Grüße

    Ute

  • Hallo alle, speziell Mitzi und Nicole,

    ich glaube, dass es für junge Leute tatsächlich viel, viel einfacher ist als für unsereins, die mitten im Leben stehen und auf ein Gehalt/ finanzielle Sicherheit angewiesen sind. Meines Erachtens hat ein Tag außerhalb eines Vollzeitjobs eben keine “15-16 Stunden” zur Selbstverwirklichung mehr übrig, wenn man auch noch Haushalt und Familie hat. Da bleibt leider oft überhaupt keine Zeit, oft kriegt man in dem Hamsterrad nicht mal genug Schlaf ab.
    Mein aktueller Problemlösungs- Versuch sieht wie folgt aus: Ich arbeite ein paar Stunden weniger pro Woche (so dass das Gehalt gerade noch reicht) und hoffe darauf, dass ich dann einerseits zu Hause besser mit allem fertig werde, weniger dauer-gestresst bin und andererseits noch was übrig bleibt für eben solche Dinge, die ich gerne tue! Und dabei probiere ich einfach aus, was mir Spaß macht! Das funktioniert natürlich bevorzugt mit Sachen, die nicht groß was kosten, z.B. hab ich angefangen zu singen, öfter zu kochen und backen oder auch mal’ne Wanderung zu machen – habe auch vor, wieder ein Instrument auszupacken, das ich als Kind gelernt habe…

    Herzliche Grüße
    Susann

  • Danke für Ihren Artikel, Herr Dr. Slaghuis. Die 5 Schritte bieten einen guten Einstieg in das Thema.

    Mit dem Können und der Liebe zum Thema sind bereits 2 wichtige Themen angeschnitten. Und ich würde für die Berufung noch eine wichtige dritte Zutat hinzupacken:
    Nutzen

    Die Tätigkeiten meines Traumberufs bringen mich nur dann weiter, wenn ich auch einen Nutzen für andere Menschen erbringe. Das klingt jetzt vielleicht ein bißchen nach Mutter Theresa, ist aber viel eigennütziger gemeint. Je mehr meine Tätigkeit den Nutzen eines anderen trifft, desto eher bezahlt er mich gerne für meine Arbeit. Ansonten ist das nur Spielerei und Hobby. Sowas lese ich im Kommentar von Alexandra de Leal heraus.

    Berufung = Können + Liebe + Nutzen

    Viele Grüße, David Goebel

    • Bernd Slaghuis schreibt am 14. Mai 2013

      Hallo Herr Goebel, danke für Ihr Feedback und die Ergänzung. Ja, ein Nutzen ist immer im Spiel, das trifft für alle Handlungen in einem Markt zu – und der Arbeitsmarkt ist auch ein Markt. Sich Gedanken zu machen, was Nutzen im Beruf für einen persönlich, aber auch für die Nachfragerseite bedeutet, ist ein wichtiger Schritt. Oftmals geht diese Frage einher mit dem Wert “Sinn” einer Arbeit.

      Ich erlebe in den Coachings, dass die Klienten den Nutzen ganz unterschiedlich sehen. Es muss nicht immer die “Mutter Theresa” sein, also ein Nutzen im Sinne einer (sozialen) Hilfe für andere Menschen, Nutzen kann auch sein, das Unternehmen, in dem jemand angestellt arbeitet, weiter nach vorne zu bringen, den Umsatz zu steigern oder auch ganz profan mit der Arbeit Geld zu verdienen. Dies muss jeder für sich herausfinden. Sie haben natürlich Recht, dass wir uns bei der Berufswahl überlegen sollten, welchen Nutzen wir mit einer Arbeitsleistung (Angebot) stiften können und wer (Nachfrage) bereit ist, hierfür wieviel zu zahlen.

      Viele Grüße,
      Bernd Slaghuis

  • Als Christ möchte ich auch auf Jakobus 1,5-8 hinweisen:
    Wenn aber einer von euch nicht weiß, was er in einem bestimmten Fall tun muß, soll er Gott um Weisheit bitten. Gott wird sie ihm geben, denn er gibt gern und teilt allen großzügig aus. Er muß Gott aber in festem Vertrauen bitten und darf nicht im geringsten zweifeln. Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin und her getrieben werden. Solch ein Mensch kann nicht erwarten, daß er vom Herrn etwas empfängt; denn wer zweifelt, der ist auch unbeständig in allem, was er unternimmt.
    (Bibel in hutigem Deutsch)

  • Guter Artikel, absolut!

    Nur frage ich mich immer wieder, ob es unbedingt nötig ist, dass der Beruf einem die Erfüllung, den Spass, die Karriere und den Flow bringt, von dem die meisten wohl tatsächlich nur träumen können.

    Genau diese Frage hat mich persönlich nämlich sehr lange unglücklich gemacht, wobei ich eigentlich gar nicht mal unzufrieden in meinem Beruf bin /war.
    Ich bin überzeugt, dass 80 % der Berufstätigen nicht in einem Traumberuf arbeiten, und dass 60 % keine Ahnung haben, welchen Beruf sie eigentlich lieber ausüben würden. Alles was ich gerne machen würde, ist so exotisch, daß es eine Riesenaufgabe wäre, das noch zu bewerkstelligen. Und das mit Mitte 40….

    Mittlerweile sehe ich meinen Beruf als eine komfortable Tätigkeit, die mir mein Einkommen gewährleistet, mich beschäftigt, mich fordert und mir Kontakte und Struktur gibt. Und damit kann ich prima leben und bin viel zufriedener als vorher.

    Und meine Erfüllung suche ich mir in anderen Dingen, schliesslich hat der Tag ja noch 15-16 Stunden, an denen man nicht auf der Arbeit ist.
    :-)

    Viele Grüsse,

    • Bernd Slaghuis schreibt am 14. Mai 2013

      Hallo Nicole,

      das ist ein ganz wichtiger Kommentar, vielen Dank dafür!

      Es ging mir mit dem Artikel nicht darum auszudrücken, dem einen Traumjob unglücklich und lebenslang hinterher jagen zu müssen, sondern um Zufriedenheit im Beruf. Wer in seinem Beruf zufrieden ist, auch wenn es vielleicht nicht der Traumberuf ist und wer sich wie Sie dazu entschieden hat, diesem Traum nicht mehr hinterherzulaufen und vielleicht immer weiter nach Höherem zu streben, der braucht auch nichts zu verändern.

      Wer vielleicht die Entscheidung trifft, am Tag nur 4 Stunden zu arbeiten, weil das Einkommen fürs Leben reicht und in der restlichen Zeit Hobbies oder anderen Dingen nachgeht, die ihm Spaß machen – oder auch gar nichts tut – ist dies aus meiner Perspektive auch völlig in Ordnung. Aber wichtig ist, dass er/sie diese Entscheidung getroffen hat und sich bewusst darüber ist. Das herauszufinden – darum geht es in der Stufe 2: Was ist mir wichtig?

      In den Coachings mit meinen Klienten arbeite ich völlig absichtslos und es ist mir “egal”, ob es das Ziel ist, in 5 Jahren die Strandbar in der Karibik zu eröffnen oder ob es das Ziel ist, mit einem Job und festem Einkommen einfach sein Geld zu verdienen und sich ein schönes Leben zu machen. Diese Werte muss jeder für sich definieren – aber auch hier geht es um das Bewusstsein über die Werte und die hierzu passenden Lebens-/Berufs-Umstände.

      Viele Grüße
      Bernd Slaghuis

  • Vielen Dank für Ihre Kommentare und die große Resonanz auf meinen Artikel, ich habe nicht mit so viel Feedback hier und auch an mich direkt gerechnet, das freut mich sehr.

    Ich kann im Rahmen dieser Seite nicht auf Ihre individuellen und sehr persönlichen Fragen eingehen, eine “Lebensberatung” durch Kommentare oder auch in speziellen Foren finde ich sehr schwierig. Denn es sind gerade die kleinen Fragen “zwischen den Zeilen” und die persönlichen Reaktionen in einem Gespräch, die zu Erkenntnissen im Coaching führen.

    Mein Beitrag sollte Impulse setzen. Dass diese Impulse nicht für jede Lebenssituation gleich gut geeignet sind oder es einigen Lesern schwer fällt, die Fragen und Anregungen auf ihre momentane Situation anzuwenden, ist ganz natürlich.

    Wenn Sie möchten, kontaktieren Sie mich oder einen Coach in Ihrer Nähe direkt, denn ich bin überzeugt: “wer ein Problem hat, der kennt auch die Lösung.”

    Herzliche Grüße aus Köln
    Bernd Slaghuis

  • Einen wunderschönen guten Abend!

    Ich habe die Überschrift gelesen u mir gedacht, perfekt! Endlich eine ‘wegbeschreibung’ wie ich herausfinde, was ich wirklich machen möchte! Was mich erfüllt und mit dem man Geld verdienen kann!

    Allerdings sind es wirklich nur wegweise, wenn man schon weiß, was man kann und will!
    Und das weiß ich nicht!

    Ich werde bald 30 habe ein 2 jähriges Kind und arbeite seit 2 Tagen ‘fast’ in meinem alten Job…u seitdem bin ich nicht mehr ich…mir geht es nicht gut damit u ich weiß nicht, was ich machen soll/kann!
    Mich ‘stört’ der schichtdienst ( war früher überhaupt kein Problem für mich! Jetzt schon, meine ‘Chefs’ sind total unflexibel, was dienstpläne betrifft! Und alles irgendwie ungut! Dennoch weiß ich nicht wohin u was ich machen kann/soll!

    Wie findet man so etwas raus?
    Wie schafft man es, wenn man keine Ahnung von irgendwas Hat, rauszufinden, wer man ist was man will! (Und nixjt nur nen hungerslohn verdienen will/kann) Und glücklich zu werden!

    Im Moment noch etwas verzweifelt! Viele liebe Grüße susann

  • Sehr geehrter Herr Shaghuis,
    Bei mir ist das Problem leider andersherum:
    Ich hab seit wenigen Jahren eine Mission, ja eine Berufung.
    Eine innere Führung, die mir sagt was zu tun ist.
    In diesem Sinne hab ich eine Kochschule gegründet, aus meiner liebsten Beschäftigung meinen Beruf gemacht.
    Es fehlt nicht an Klarheit, nicht an Talent, nicht ums Bemühen, nicht an Genie…aber es fehlt an Erfolg, Aufträgen, finanziellem Wohlstand. Ich fühle mich wie all diejenigen in der Geschichte, besonders die, die große Künstler waren und am Hungertuch nagten. Und die Art und Weise wie ich meine Aufgabe ausführe, hat sehr viel mit Kunst, in diesem Falle Kochkunst zu tun.
    Dazu kommt, das ich nicht gerade einen leichten Stand habe, ich bin zurückgekomene Auswanderin, war Mutter von 4 Kindern, die jetzt unabhängig sind, bin gewissermaßen Einzelkämpferin ohne jeden Mentor und bin in einem Alter, wo andere schon an Rente denken. Ich aber kann nicht anders, mein Tun ist mein Leben und mein Ziel Erfolg und Anerkennung.
    Wer weiß Rat?
    Ich bin dankbar für jedes feedback, das mir weiterhilft.

    Grüße
    Alexandra de Leal

  • Sehr geehrter Herr Shaghuis,

    der Artikel ist grandios. Kurz und prägnant haben Sie alle wichtigen Fragen zusammengestellt, die bei einer Umorientierung notwendig sind zu klären. Beim Lesen merkte ich sofort, dass Sie verstehen was Sie schreiben und dies keine Phrasen sind. Ich freue mich schon auf den nächsten Artikel von Ihnen bei Zeit zu Leben.

    Vielen Dank!

    Gabriela Siekmann

  • Hallo,

    dieser Artikel kommt für mich wie gerufen.
    Ich übe seit jeher eine Bürotätigkeit aus.
    Schon lange beschäftigt mich der Gedanke, aus diesem Beruf auszusteigen und mich beruflich für Kinder einzusetzen. Ich bin schon ehrenamtlich tätig und betreue jeden Samstag ein Kind mit Migrationshintergrund. Einmal in der Woche bin ich als Tagesmutter tätig. Jeden Tag beschäftigt mich der Gedanke, wie ich das hinbekommen könnte, mein Leben beruflich umzukrempeln. Das finanzielle Risiko hält mich leider davon ab.
    Vielleicht hat jemand schon einmal die gleiche Erfahrung gemacht und kann mir Mut zusprechen oder auch sagen, lass es besser.
    Danke!

    • Martina schreibt am 5. Mai 2013

      Danke für diesen unterstützenden Artikel – auch für mich kommt er wie gerufen, denn ich bin mitten in einem Änderungsprozess, brauche aber noch die richtige “Initialzündung” um den für mich richtigen Weg einzuschlagen. Mit diesem Beitrag mache ich mich direkt daran – danke!

      Und für Ute Winkler: Dein Beitrag hätte nahezu 1:1 meiner sein können – vielleicht setzen wir uns zum Austausch mal in Verbindung?

  • Der Artikel ist klasse, keine Frage!
    Aber ich glaube, er ist für Menschen, die nicht wenigstens in etwa wissen, wo sie einmal beruflich hin wollen, ungeeignet. Mit den einzelnen Fragen kann man sicherlich überprüfen, ob ein bestimmter Beruf für einen geeignet ist, sofern man die Anforderungen genau kennt. Ein Brainstorming quasi, um sich selbst darüber klar zu werden, ob der Traumberuf nun wirklich Traum oder eher Alptraum bedeuten würde.
    Vorraussetzung ist dabei allerdings, dass man sich selbst sehr gut kennt, und vor allem auch richtig einschätzt. Das fällt gerade jungen Menschen noch sehr schwer. Mein persönlicher Wunsch wäre, dass einmal ein solcher Orientierungsfragebogen speziell für Berufsanfänger mit “Null Peilung” zusammengestellt würde, der ihnen wirklich weiter hilft. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich früher solche Tests und vermeintlichen Einstiegshilfen eher als verwirrend und belastend empfand. Vielleicht weil am Ende eh immer nur etwas wie “Werden Sie entweder Bankkauffrau oder Lehrerin” dabei herauskam. Die individuellen Stärken des Einzelnen wurden völlig ignoriert. Es war vielmehr eine Zurschaustellung der eigenen Defizite, was möglicherweise vorhandene Träume ganz schnell verblassen ließ.
    Dieser Fragebogen transportiert für mich schon eher eine positive Aussage – nämlich, dass jeder etwas kann. Man muss nur herausfinden, was. Ich denke, auf dieser Grundlage kann man auch eine Hilfestellung für junge Leute geben, damit diese wirklich ihre Berufung finden, und am Ende nicht nur “jobben” gehen.

    LG und einen schönen Sonntag wünscht
    Chiyo ^_^

    • Bernd Slaghuis schreibt am 5. Mai 2013

      Hallo Chiyo,
      danke für diesen auch zum Teil kritischen Kommentar. In den Gesprächen zur beruflichen Neuorientierung sind es häufig erst die Detailfragen zu den Antworten und Einschätzungen meiner Klienten, die andere Perspektiven und ein noch stärkeres Reflektieren ermöglichen – das kommt in einem Beitrag wie diesem sicher etwas zu kurz.

      Sie haben Recht, dass gerade junge Menschen, die am Beginn ihres beruflichen Lebens stehen, diese 5 Schritte anders angehen werden als Berufserfahrene. Trotzdem haben auch Jugendliche schon viele Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, gute Entscheidungen getroffen und wissen, was sie gut können, gerne machen oder worauf sie stolz sind. Sie haben eigene Ziele und Visionen zu ihrer Zukunft – es geht nicht darum zu wissen, was sie in 20 Jahren tun werden, solche Fragen, wie sie immer noch in Vorstellungsgesprächen gefragt werden, sind aus meiner Sicht vollkommener Quatsch und erzeugen nur nicht hilfreichen Entscheidungsdruck.

      Mit 18 die Berufung zu finden, wird wenigen Orientierung Suchenden gelingen. Aber mit 18 etwas zu finden, was aktuell und in den nächsten Jahren zum Leben, zur eigenen Persönlichkeit und den momentanen eigenen (!) Werten und Lebens-Zielen passt, das ist für jeden möglich.

    • Mitzi schreibt am 6. Mai 2013

      Ja sehr gut!
      Es geht aber auch hier nicht immer um junge Menschen mit Null Plan, wie der Auto als Antwort hier schrieb.
      Es gibt auch Leute um die 40, die grade aufwachen und merken, dass sie 20 Jahre gegen sich selbst gearbeitet haben quasi. Das Hamsterrad per excellence sozusagen.
      SO gehts mir grade und ich habe auch Null Plan was ich tun soll.
      Da ist die Antwort von Herrn Slaghuis nicht sehr hilfreich hierzu für mich.
      Denn hier geht es um “Berufung”, die mich aber auch ernähren soll und ich weiß überhaupt nicht was ich eigentlich gerne tue.
      Ich bin ein Workoholic // gewesen und stehe nun da und ..weiß nichts von mir.
      Any Tips? :)

  • Das ist eine sehr gute Zusammenfassung der Analysephase im Zielfindungsprozess. Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Outplacementberatung sind diese Fragen der Grundstock für eine erfolgreiche Berufsentscheidung. Herzlichen Glückwunsch für Ihre gute Arbeit Herr Dr. Slahuis.

    • Bernd Slaghuis schreibt am 5. Mai 2013

      Lieber Herr Walder, vieleln Dank für Ihr tolles Feedback. Herzliche Grüße nach Bayreuth!

  • Sehr guter inhaltvoller helfender Beitrag für alle Altersstufen…auch besonders der Abschnitt: “Trotzdem gibt es im Leben Blockaden, die Sie zurückhalten. Dieser Blockierer konnten Sie sich mit dem 4. Schritt bewusst werden. Es geht nicht darum, die Blockierer zu eliminieren, denn sie gehören zu Ihrem Leben dazu. Bewusstsein und Klarheit über die Blockierer hilft Ihnen vielmehr, mit diesen umzugehen und selbst entscheiden zu können, ob sie Sie auf Ihrem Weg behindern dürfen.”

    Ja, die Blockierer zu eliminieren würde einen auch nicht wirklich weiterbringen, höchstens ins Gefängnis ;-) *Scherz* Auch in diesem Bereich die Blockaden als Herausforderung sehen und nicht als Behinderung! Sehr guter Beitrag von Herrn Dr. Slaghuis!

    • Bernd Slaghuis schreibt am 5. Mai 2013

      Hallo Alina, vielen Dank! Ja, diese Fragen helfen sowohl Schülern weiter, die nach dem Abi nach Orientierung suchen als auch langjährig Berufserfahrenen, die vielleicht irgendwann an den Punkt kommen, beruflich etwas verändern zu wollen.

      Viele Menschen wollen ihre Blockierer am liebsten erst einmal eliminieren, denn sie stören ja. Wenn ich im Gespräch für jeden dieser Blockierer hinterfrage, ob er möglicherweise auch etwas Gutes hat oder früher einmal nützlich war, jemanden zum Beispiel vor zu schnellen Entscheidungen und Fehlern beschützt, wandelt sich die Sichtweise um und die Blockierer werden auf einmal meist sogar ilfreich – in bestimmten Situationen.

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