Die WOOP-Methode: Ziele erreichen in vier einfachen Schritten

WOOP

Was ist WOOP?

WOOP ist ein Akronym aus vier Begriffen, die für die einzelnen Schritte einer unglaublich wirksamen Methode stehen:

W = Wish (Wunsch)

O = Outcome (Ergebnis)

O = Obstacle (Hindernis)

P = Plan (Plan)

WOOP ist eine Methode, mit der du deine Ziele leichter erreichen kannst. Das Besondere an dieser Methode: WOOP nutzt die Funktionsweise unseres Gehirns optimal aus. WOOP ist wissenschaftlich gründlich erforscht und zigfach mit Erfolg getestet.

Ich habe in den letzten Wochen einen Selbstversuch gemacht und WOOP für alle möglichen Situationen und Ziele ausprobiert. Ich bin immer noch verblüfft von der starken positiven Wirkung.

Aber ich kann dir viel erzählen …

Den einzigen Test, auf den es ankommt, kannst nur du selbst machen. Also probier aus, ob die Methode für dich auch funktioniert.

Wofür kann ich WOOP einsetzen?

Zum Beispiel: Falls du dich mehr bewegen, besser ernähren, ordentlicher werden, effizienter arbeiten oder bessere Beziehungen haben willst … den Vorhaben, bei denen WOOP dir helfen kann, sind so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Dabei musst du nur folgende Voraussetzungen erfüllen:

Es vielleicht endlich angehen. Es ist vielleicht Zeit. Das Richtige zu tun. In kleinen Schritten ist es am einfachsten. Ernährung. Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Du kannst die Sache in die Hand nehmen und es in unserem Training in kleinen Schritten schmerzfrei angehen. Dein Erfolgserlebnis. (Start: Montag 25.9 – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 27.9.)
  1. Du möchtest ein grundsätzlich für dich machbares Ziel erreichen (also Astronaut oder Primaballerina wirst du auch mit WOOP nicht mehr, wenn du die 40 überschritten hast).
  2. Du kannst dir grundsätzlich auch vorstellen, dass dieses Ziel für dich erreichbar ist (Beispiel: Du glaubst daran, dass du die 5 Kilo auch wirklich abnehmen kannst, weil du ja schon mal schlanker warst. Vielleicht hast du es bislang auch noch nicht geschafft, aber im Grunde weißt du, dass es machbar wäre).

Ansonsten ist WOOP leicht erlernbar und einfach anzuwenden. Das haben zahlreiche Studien mit den unterschiedlichsten Personengruppen zu ganz verschiedenen Zielen in den letzten Jahren gezeigt.

Eine Revolution im Psycho-Bereich

WOOP wurde von der Wissenschaftlerin Gabriele Oettingen entwickelt. Als sie Anfang der 90er Jahre begann, zum Thema Zielerreichung zu forschen, galt die Prämisse des „positiven Denkens“.

Vielleicht erinnerst du dich. Fast überall begegnete einem solch ein aufmunternder Satz: „Du musst nur positiv denken, du musst an dein Ziel glauben, du musst dir dein Ziel so vorstellen, als wäre es bereits erreicht. Und dann … dann wirst du es leichter erreichen.“

Dies war eine Art Dogma. Kaum jemand stellte es in Frage.

Deswegen visualisierten im gesamten Persönlichkeitsentwicklungs- und Psycho-Bereich die Menschen ihre Ziele. Vielleicht erinnerst du dich an die Vision Boards, die viele erstellten. Womöglich hast du dein eigenes Vision Board gestaltet und deine Zukunftswünsche mit Bildern als Collage festgehalten. Oder du hast etwas von Bärbel Mohrs „Bestellungen beim Universum“ gehört oder gelesen. Auch die Sache mit „The Secret“ gehört in diese Richtung.

Ich erinnere mich noch gut. Auch ich habe einiges ausprobiert und hatte den Eindruck, dass ich meine Ziele auf diese Weise leichter erreichen konnte.

Gabriele Oettingen fand heraus, dass das „positive Phantasieren“, wie sie es nannte, in manchen Situationen hilfreich ist. Sie fand aber auch heraus, dass es gerade beim Erreichen von herausfordernden Zielen eher kontraproduktiv sein kann.

Wer positiv denkt, nimmt leichter ab. Wirklich?

Eine 1991 veröffentlichte Studie machte deutlich, dass Übergewichtige, die besonders positive Erfolgsphantasien kultiviert hatten, weniger gut abnahmen als Frauen, die weniger positiv an ihren Erfolg gedacht hatten.

Damit wurde die Prämisse des positiven Denkens in Frage gestellt. Von der Wissenschaftsgemeinschaft wurden Oettingens Untersuchungsergebnisse alles andere als begeistert aufgenommen. Es war schwierig, an einem so fest manifestierten Pfeiler, wie der Prämisse des positiven Phantasierens, zu rütteln.

Dies motivierte Gabriele Oettingen zu intensiveren Forschungen. Denn sie wollte sich genau anschauen, was denn nun dran war am positiven Phantasieren und am Erreichen von Zielen.

Eine Fülle wissenschaftlicher Studien

In der Folge befasste sich Gabriele Oettingen in sehr unterschiedlich konzipierten Studien mit dem Phänomen der Wirkung positiver Phantasien. Sie erforschte sie in sehr verschiedenen Kontexten. So zum Beispiel bei Lernleistungen von Studierenden oder bei Arthritis-Patienten, die nach einer Hüftoperation wieder beweglicher werden wollten.

In ihrem Buch „Die Psychologie des Gelingens“ beschreibt sie sehr viele dieser Studien. Für wissenschaftlich Interessierte ein unwahrscheinlich spannendes Buch, das glaubhaft zeigt: Gabriele Oettingen weiß, wovon sie spricht. Und die von ihr entwickelte Methode WOOP steht auf sicherem wissenschaftlichem Fundament.

Je mehr Studien durchgeführt wurden, desto klarer wurde ein Muster erkennbar. Es war nicht mehr zu leugnen:

„Positive Phantasien, Wünsche und Träume, die wenig Verbindung zu früheren Erfahrungen aufwiesen, motivierten nicht zu einem Handeln, das seinerseits zu einem Leben mit mehr Energie und Engagement führte. Das Gegenteil war der Fall.“ (Oettingen, 2015, S. 28)

Das, was so viele Menschen glaubten und was viele, viele in ihrem Alltag anwandten, führte gar nicht zu dem Erfolg, den sich alle davon versprachen. Positive Phantasien schienen die Menschen eher dazu zu bringen, genau das zu unterlassen, was eigentlich notwendig wäre.

Eine desillusionierende Erkenntnis, die viele neue Fragen aufwarf.

Zum Beispiel:

Wieso stellte sich das so hoch geschätzte positive Phantasieren als derartig kontraproduktiv heraus?

Was steckte wirklich dahinter?

Positives Phantasieren und Träumen von erreichten Zielen entspannt zu sehr

Oettingen ging den Zusammenhängen auf den Grund und fand heraus:

Wenn wir von dem Erreichen zukünftiger Ziele träumen, entspannen wir uns. Es fühlt sich in dem Moment quasi so an, als hätten wir unser Ziel bereits erreicht. Auf diese Weise führt das Träumen dazu, dass wir weniger Energie haben. Uns fehlt die Energie, die wir dringend bräuchten, um ins Handeln zu kommen. Das Träumen verhindert, dass wir das Notwendige für unser Ziel tun. (Oettingen, 2015, S. 66)

Dies klingt erst einmal ziemlich niederschmetternd. Denn was bleibt uns noch, wenn das, was viele von uns jahrelang taten, gar nicht so hilfreich war?

Sind positive Phantasien nun generell nicht förderlich für die Zielerreichung?

Nein, positive Phantasien sind nicht überflüssig. Wir brauchen sie sogar, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.

Aber sie reichen nicht aus.

Oettingen entdeckte mit ihrem Team, dass die positiven Phantasien durch etwas anderes ergänzt werden müssten, um wirklich nützlich sein zu können.

Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir zwei Dinge kombinieren:

Wir müssen positives Träumen mit den Hindernissen, die wir auf dem Weg zu unserem Ziel sehen, kombinieren.

Also: positive Phantasien + Visualisieren von Hindernissen

Menschen, die abnehmen wollen, sollten sich also nicht nur vorstellen, wie toll sie sich fühlen werden, wenn sie abgenommen haben. Wie wunderbar es wäre, endlich wieder in die engere Jeans zu passen. Wie großartig sie sich fühlen würden, wenn sie sich im Spiegel betrachteten und ihnen gefiele, was sie dort sähen.

Menschen, die abnehmen wollen, sollten sich außerdem vorstellen, welche Hindernisse auf dem Weg der Abnahme auf sie warten. Zum Beispiel: das Süßigkeiten-Regal an der Kasse, die Leckereien in der Kantine, das Schlemmen am Wochenende vor dem Fernseher.

Wenn Menschen auf dem Weg zu ihrem Ziel beides machen:

positives Phantasieren UND Visualisieren der Hindernisse … dann erreichen sie eher ihre Ziele.

Diese Kombination aus positiven Träumen und dem Visualisieren von Hindernissen bezeichnet Oettingen als „mentales Kontrastieren“.

Mentales Kontrastieren wirkt unbewusst

Die genaue Wirkweise des mentalen Kontrastierens ist nicht bis ins Letzte untersucht. Aber man weiß, dass es funktioniert. Auch dazu hat Gabriele Oettingen viele Studien durchgeführt. Stets mit dem gleichen Ergebnis.

Studenten erreichen mit mentalem Kontrastieren bessere Noten. Patienten gelingt mit mentalem Kontrastieren eine bessere Rehabilitation. Eine gesündere Ernährung gelingt leichter mit mentalem Kontrastieren. Und auch Beziehungen lassen sich mit mentalem Kontrastieren verbessern.

Und zwar allein dadurch, dass man sich seinen positiven Träumen des Wunschzustandes hingibt und danach die Hindernisse auf dem Weg zu diesem Wunschzustand visualisiert.

Wie das mentale Kontrastieren genau wirkt? Das ist zum Teil noch ein Rätsel.

Aber dass es wirkt, ist unstrittig.

Fakt ist, dass die Wirkung des mentalen Kontrastierens vor allem unbewusst abläuft.

Reicht mentales Kontrastieren aus?

Mentales Kontrastieren bringt viel, wenn es um Zielerreichung geht.

Aber das mentale Kontrastieren ist nur ein Teil der WOOP-Methode.

Oettingen und Gollwitzer – ein Dreamteam der Wissenschaft

Hier kommen die Forschungen eines anderen Wissenschaftlers ins Spiel.

Peter M. Gollwitzer ist in der Motivationsforschung besonders durch das von ihm entwickelte Rubikon-Modell bekannt geworden.

In den 90er Jahren gewann er mit seinen Untersuchungen Erkenntnisse, die ihn zur Entwicklung der „implementation intentions” (Durchführungsintentionen) führten.

Durchführungsintentionen sind ganz konkrete und in einer bestimmten Weise erstellte Pläne, mit deren Hilfe sich Ziele leichter erreichen lassen.

Gollwitzer fasste diese Erkenntnisse in einem alltagstauglichen, einfach anzuwendenden Wenn-dann-Szenario zusammen.

Damit ist gemeint:

„Wenn die Situation x auftaucht, dann werde ich mit Verhalten y reagieren.“ (Oettingen, 2015, S. 167)

Zum Beispiel: „Wenn mir bei einer Geburtstagsfeier das zweite Stück Torte angeboten wird, dann sage ich ‚Nein, danke‘.“

Oder: „Wenn ich abends nach Hause komme, dann ziehe ich mir ohne Umwege meine Sportsachen an und gehe eine halbe Stunde laufen.“

Gollwitzers Forschungen ergaben, dass diese Wenn-dann-Pläne sehr wirksam sind und ebenfalls auf einer nicht bewussten Ebene funktionieren.

Ist der Plan einmal gefasst, kann er sozusagen im Verborgenen wirken.

Mentales Kontrastieren und Wenn-dann-Pläne – eine unschlagbare Kombi

Oettingen und Gollwitzer führten eine Studie durch, in der sie untersuchten, wie wirkungsvoll die Kombination von mentalem Kontrastieren und Wenn-dann-Plänen ist.

Eine Studie, die viele interessieren wird. Geht es darin doch um ein Problem, das denn allermeisten aus persönlichen Erfahrungen bekannt ist: ungesunde Naschgewohnheiten.

Du weißt schon: mal ein Schokoriegel hier, dann wieder eine Handvoll Chips dort …

Für die Studie unterteilten die Forscher eine Gruppe von Studentinnen, die sich ungesunde Naschgewohnheiten abgewöhnen wollten, in drei Gruppen.

  • Eine Gruppe arbeitete mit dem mentalen Kontrastieren.
  • Eine zweite Gruppe entwickelte Wenn-dann-Pläne. Und:
  • Eine dritte Gruppe kombinierte beide Methoden miteinander: Zuerst wendeten sie das mentale Kontrastieren an und entwickelten anschließend Wenn-dann-Pläne zu ihren Zielen.

Das Ergebnis war erstaunlich: Die Anwenderinnen der Kombination beider Methoden zeigten gravierend größere Fortschritte.

Mentales Kontrastieren und Wenn-dann-Pläne zusammen genommen führten zu erstaunlichen Veränderungsprozessen.

WOOP war entstanden.

Denn WOOP enthält beides.

WOOP steht für: Wish (Wunsch), Outcome (Ergebnis), Obstacle (Hindernis), Plan (Plan).

„Wish“ und „Outcome“ stehen dabei für den Teil des mentalen Kontrastierens.

„Obstacle“ und „Plan“ für die Durchführungsintentionen, also die Wenn-dann-Pläne.

Eine griffige Methode, für jeden anwendbar

Oettingen und Gollwitzer hatten auf der Basis ihrer wissenschaftlichen Forschungen eine Methode entwickelt, die für jeden leicht anwendbar und vor allem wirksam ist.

Zahlreiche Studien beweisen, dass diese Methode wirklich auch im Alltag funktioniert.

Damit sie leichter umzusetzen ist, wurde inzwischen auch eine App für die gängigsten Smartphones erstellt, mit der man überall und in sehr kurzer Zeit einen WOOP-Prozess anwenden kann.

Ebenso gut kann man WOOP jedoch auch auf einem kleinen Zettel machen.

Wie funktioniert WOOP?

Es gibt eine unerlässliche, absolut notwendige Bedingung, die du erfüllen musst, damit WOOP auch für dich funktioniert …

Ahnst du, was es ist?

Genau. Du musst es tun.

Also probier es doch am besten gleich einmal aus.

Idealerweise nimmst du dir einen Zettel und einen Stift.

Schritt 1: Wish (Wunsch)

Denk an einen Wunsch, den du hast. Für den Testfall empfiehlt es sich, etwas zu nehmen, das nicht zu groß ist und dessen Erfüllung du dir für die nahe Zukunft wünschst. Denn dann kannst du relativ leicht überprüfen, ob WOOP für dich funktioniert.

Also: Was willst du heute unbedingt noch erledigen, fällt dir aber vielleicht etwas schwer? Ein wichtiges Telefonat führen, ein Buch zu Ende lesen, noch zum Sport gehen …

Entscheide dich für etwas …

  • das dir wichtig ist
  • das du grundsätzlich für erreichbar hältst

Schreib deinen Wunsch mit ein paar Worten auf deinen Zettel.

Schritt 2: Outcome (Ergebnis)

Denk an das Ergebnis, das du im besten Fall erreichen könntest.

Also: Du erledigst das wichtige Telefonat und es fühlt sich einfach nur großartig an, dass es endlich von deiner To-do-Liste verschwunden ist. Du liest das Buch zu Ende und kannst es, voller Stolz, dass du es zu Ende gelesen hast, ins Regal stellen. Du spürst, dass deine Rückenbeschwerden immer weniger werden und du morgens ohne Schmerzen aufwachst.

Stell dir das bestmögliche Ergebnis vor und schwelge für einen Moment so richtig darin. Schließe dabei ruhig die Augen. Wie fühlt es sich an, was siehst du vor deinem inneren Auge?

Notier auf deinem Zettel, was dein bestmögliches Ergebnis ist.

Schritt 3: Obstacle (Hindernis)

Denk nun an ein Hindernis auf dem Weg zu deinem Wunsch-Ergebnis. Was hindert dich daran, dass du genau das, was du dir grad vorgestellt hast, verwirklichst? Was ist dein Haupt-Hinderungsgrund? Arbeite hier den einen Grund heraus, der dir am meisten im Weg steht.

Ist es die Angst, am Telefon nicht zu wissen, was du sagen sollst? Ist es, dass du denkst, du müsstest noch den Haushalt erledigen, bevor du überhaupt zum Lesen kommen könntest? Ist es ein Gedanke, der dich vom Sport abhält, so etwas wie: „Ich habe den ganzen Tag so viel geleistet, jetzt habe ich ein Recht auf Erholung. Ich will auf mein Sofa.“?

Denk an dein ganz persönliches Hindernis. Also an das, was dich in dir daran hindert, das zu tun, was du für dein Wunsch-Ergebnis tun müsstest.

Das innere Hindernis ist oft nicht so leicht zu entdecken. Denn wir führen uns selbst gern mal hinters Licht. Es sind dann oft die Umstände oder andere Menschen, die uns vermeintlich davon abhalten, das zu tun, was notwendig wäre.

Versuch deinem inneren zentralen Hindernis auf die Spur zu kommen. Denn das kann dir helfen, dein Verhalten zu verändern.

Stell dir dein Hindernis möglichst konkret vor. Schließe dazu ruhig wieder die Augen. Was siehst du, was fühlst du?

Notier dein Hindernis auf deinem Zettel.

Schritt 4: Plan (Plan)

Überleg dir nun, was du tun könntest, wenn dein Hindernis auftaucht. Was könnte dir helfen, das Notwendige für dein Wunsch-Ergebnis zu tun? Vielleicht ist es ein Satz, den du dir sagst, oder eine Handlung, die du ausführen müsstest.

Wenn du weißt, was du tun könntest, formulier einen Wenn-dann-Satz:

„Wenn ich die Angst vor dem Telefonat spüre, dann sage ich mir: ‚Wenn ich das hinter mich gebracht habe, geht es mir richtig gut.‘“

Oder:

„Wenn ich nach Hause komme und denke, dass ich erst den Haushalt machen muss, sage ich mir: ‚Du machst das alles später. Jetzt liest du dein Buch weiter.‘“

Oder:

„Wenn ich nach Hause komme und denke ‚Ich möchte nur aufs Sofa‘, dann sage ich mir: ‚Dir wird es besser gehen, wenn du zuvor noch eine halbe Stunde Sport machst. Die Zeit auf dem Sofa fühlt sich dann noch viel toller an.‘“

Notier deinen Wenn-dann-Satz auf deinem Zettel.

Wiederhole den Wenn-dann-Satz nochmal für dich. Vielleicht sprichst du ihn laut aus. Lass ihn ein wenig nachwirken.

Das ist alles. Mehr brauchst du nicht zu tun.

Dein Unbewusstes arbeitet für dich

Da WOOP im Unbewussten wirkt, musst du jetzt nicht dauernd daran denken, den Wenn-dann-Plan umzusetzen.

Natürlich wirkt ein Mal WOOP nicht für immer. Aber es wirkt mehr, als wenn du dich nur positiven Träumereien hingibst. Und wenn du WOOP regelmäßig machst, wirst du merken, dass du immer mehr und öfter etwas veränderst. Du wirst auch immer schneller darin, den Prozess zu durchlaufen. Sodass du den WOOP-Prozess ganz regelmäßig und natürlich in deinen Alltag einbaust.

Damit dir das leichter fällt, habe ich hier ein WOOP-Formular für dich gestaltet, mit dem du immer und überall WOOP machen kannst.

Das Einzige, was du dazu brauchst, ist ein Wunsch, den du verwirklichen möchtest, und ein bisschen Zeit für dich.

Probieren geht über Studieren

Ich habe mit WOOP in den letzten Wochen ein paar tolle Erfahrungen gemacht.

So hat mir WOOP ganz konkret dabei geholfen:

  • bei einer Verabredung gelassen zu bleiben, bei der ich normalerweise genervt reagiert hätte
  • einige Telefonate zu erledigen, auf die ich überhaupt keine Lust hatte
  • meine Rückengymnastik regelmäßig zu machen
  • ein paar Haushaltsdinge zu erledigen, die seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner To-do-Liste standen
  • meine aufgewühlten Gefühle zu regulieren, wenn ich ruhig und entspannt sein wollte, und auch
  • diesen Artikel konsequent zu Ende zu schreiben

Aber das ist nun meine persönliche WOOP-Erfahrung. Ob WOOP für dich funktioniert oder nicht, kann dir nur ein Mensch wirklich sicher sagen. Und das bist du selbst. Und zwar nur, nachdem du es ausprobiert hast.

Also teste, ob dir WOOP liegt. Gibt dieser einfachen und doch so wirkungsvollen Methode eine Chance. Denn sie kann dein Leben enorm vereinfachen und verbessern.

Und schreib mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen. Ich bin gespannt, wie es dir damit ergeht.

Wenn du mehr über WOOP wissen möchtest, habe ich hier noch ein paar Empfehlungen für dich:

Interessantes zu WOOP

Oettingen, G. (2015). Die Psychologie des Gelingens. München: Pattloch (gebunden); seit 2017 auch als Taschenbuch erhältlich (München: Droemer).

Woop – Gewohnheiten überwinden: Ein kurzer und anschaulicher Film über WOOP

Dr. Gabriele Oettingen: Schlüsselfaktoren für die Zukunft. Ein sehr ausführlicher und interessanter Vortrag über WOOP

Gabriele Oettingens Website zu WOOP

Und hier gehts direkt zur App

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Die Abkürzung? Ist das realistisch? Schmerzfreie Veränderung (fast) ohne Willenskraft und Selbstdisziplin Gewicht. Gesundheit. Produktivität. Bewegung. Beweglichkeit. Was es auch ist: Mit unserer neuen Methode lernst du, wie es geht Dein Erfolgserlebnis. (100% Geld-Zurück-Garantie. Start: Montag 25.9 – letzte Anmeldemöglichkeit: Mittwoch 27.9.)

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Kommentare

  • Ich bin ja ein Meister der Prokrastination und habe schon vieles ausprobiert und bin meistens gescheitert. Wie immer gehe ich positiven Mutes an die Sache ran und hoffe, dass es sich hinterher nicht als WOOPI herausstellt (wobei das I für Illusion steht). Der Artikel liest sich jedenfalls gut und das Buch von G. Oettingen steht auch schon seit einigen Monaten auf meiner Bücherwunschliste.

    Was für mich in Teilbereichen schon funktioniert hat, war die Sache mit den Routinen, die ja hier auf Zeit zu leben auch schon mal von Ralf vorgestellt wurde (siehe https://www.zeitzuleben.de/guter-rhythmus/ und https://www.zeitzuleben.de/wie-sie-neue-gewohnheiten-schaffen-ihre-produktivitaet-steigern/). Nach einer gewissen Zeit der Selbstüberwindung war es dann irgendwann plötzlich so fest drin, dass ich mich sofort unbehaglich fühlte, wenn ich aufgrund von Terminen morgens einmal nicht meine Übungen machen konnte. Ich sehe da Parallelen zu den beschriebenen Regeln von Gollwitzer. Beispiel-Regel: Wenn mir ein zweites Stück Kuchen angeboten wird, lehne ich es ab. Wenn ich das oft genug mache, muss ich über die Regel gar nicht mehr nachdenken, es wird automatisch zur Routine, die Ablehnung kommt dann quasi automatisch und kostet mich null Überwindung bzw. Energie. Anfangs allerdings schon, solange es noch keine Routine ist.

    Grundsätzlich fällt mein Feedback zu diesem Artikel also positiv aus. Kritik im konstruktiven Sinne kommt wie bei den meisten Artikeln zum Thema Ziele und Zielerreichung in Form eines Ergänzungsvorschlags beim Wish. Und der Grund ist derselbe, den ich schon öfter angeführt habe: Die Methode ist ja auch für größere Wünsche bzw. Ziele geeignet, die Umsetzung kann u.U. eine Menge Energie erfordern. Andererseits sind nicht alle unsere Wünsche wirklich gut für uns (Zitat: “Bedenke gut, was du dir wünschst, es könnte wahr werden.”) – der Geist ist ja bekanntlich ein großer Geschichtenerzähler und setzt uns manche Flausen in den Kopf, über dir wir später im besten Fall herzhaft lachen (“Ich weiß wirklich nicht, was ich mir dabei gedacht habe”). Auch macht es für mich einen Unterschied, ob ein Wunsch spontan aus einem Gefühl oder Gedanken heraus entspringt, oder über längere Zeit herangereift ist.

    Konkret rege ich an, das mentale Konstrarieren bei größeren Zielen nicht nur auf die Zielerreichung (Weg vs. Hindernisse), sondern auch auf das Ziel selbst anzuwenden (aktuelle oder IST-Situation vs. angestrebte bzw. SOLL-Situation).

    – Ist das Ziel objektiv erstrebenswert, steht es im Einklang mit meinen Grundüberzeugungen und dem, was mir wichtig ist? (ja, da ist sie wieder, die Frage nach den Werten)
    – Welche Auswirkungen hat das Erreichen dieser Situation? Dabei auch gezielt nach möglichen unerwünschten Auswirkungen und Seiteneffekten schauen.
    – Sind mögliche unerwünschte Effekte vermeidbar oder akzeptabel? Kann ich ggf. das Ziel anders bzw. besser formulieren, so dass diese Effekte vermindert werden?
    – Entspringt das Ziel einer spontanen Eingebung oder wollte ich das eigentlich schon immer? Wie komme ich eigentlich darauf?
    – Ist es wichtig? Für mich selbst oder eigentlich für jemand anderen? Wenn letzteres, warum ist mir diese andere Person wichtig?
    – …

    Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Hinterfragen bei einer positiven Zielbewertung zu einer klaren Vision und damit auch maßgeblich zu einer höheren Motivation beiträgt.

    • Nicole Alps
      Nicole Alps schreibt am 20. September 2017

      Hallo Ismir,

      eine interessante Idee, den Gedanken des mentalen Kontrastierens auf Ist/Soll-Situationen zu übertragen.

      Wobei der Begriff des mentalen Kontrastierens von Oettingen ja speziell für die Art der Gegenüberstellung in WOOP formuliert wurde. Daher würde ich für deine Idee eher einen neuen Begriff wählen, wie z. B. Situations – Abgleich oder etwas ähnliches.

      Interessant vielleicht noch:
      WOOP kann einen wirkungsvollen Effekt auf die Wahl des Zieles haben. Denn gerade durch WOOP bekommt man eine echte Chance, sein Ziel zu überprüfen.

      So merkt man vielleicht: die Hindernisse sind mir zu groß. Oder: Der Wenn – dann – Plan ist mir zu schwer. Ich bin nicht bereit den “Preis” zu zahlen, den ich für dieses Ziel aufbringen müsste.

      So entsteht durch WOOP womöglich die Erkenntnis: Dieser Wunsch ist vielleicht gar nicht so erstrebenswert für mich. Ein schöner Effekt dieser Methode.

      Viele Grüße
      Nicole

  • Klingt als wäre es Stella-tauglich :-)

  • Toller Artikel. Vielen Dank dafür. Wie oft sollte man für langfristige Ziele das Formular ausfüllen? Früher habe ich mein Ziel in ein Notizbuch geschrieben und täglich 3 Ideen zu dem Ziel aufgeschrieben.
    Danke auch für das schöne Formular!!!

    • Nicole Alps
      Nicole Alps schreibt am 20. September 2017

      Hallo Gerrit,

      freut mich, dass dir das Formular gefällt.

      Zu deiner Frage: Ich würde es so machen: Ein langfristiges Ziel in Teilschritte runter brechen und dann zu den jeweiligen Schritten WOOP machen.

      Viele Grüße
      Nicole

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