Yoga bringt auch nichts, wenn …

Wie oft lese ich:

„Ich habe 10 kg zu viel drauf.“

Oder:

„Ich schaffe es einfach nicht, 3x die Woche Sport zu machen.“

Oder:

„Ich kriege es nicht mal hin, jeden Tag für 5 Minuten zu meditieren.“

Ja, wir wissen, was gut für uns wäre. Aber wir bekommen es nicht dauerhaft in unser Leben.

Vielleicht, weil dauerhafte Verhaltensänderung kein Fach in der Schule ist.

Aber dafür lernen wir in der Schule, welche Sedimentschichten die Anden haben.

Oder wie ich ein Gedicht analysiere.

Alles Dinge, die ich jeden Tag im Leben brauche.

Nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Fan davon, neue Dinge zu lernen.

Wege aus der Einsamkeit

Oder wie man es schafft, echte Freunde zu gewinnen und dadurch ehrliche Nähe und Miteinander zu spüren: Dein Projekt: Wege aus der Einsamkeit.

Aber das meiste gelernte Wissen ist halt nutzlos. Da darf man sich nichts vormachen.

Denn was nutzt es mir, wenn ich eine Yoga-Übung kenne?

Erst mal nicht viel.

Das Wissen um die Yoga-Übung macht mich nicht gesünder, nicht beweglicher, nicht entspannter oder gelassener.

Ich muss die Yoga-Übung auch machen, damit sie mir persönlich etwas bringt.

Das wissen wir natürlich alle. Vom Kopf her. Nicht vom Herzen.

Denn statt die eine gute Yoga-Übung anzuwenden, lesen wir lieber noch über eine zweite Übung. Oder über eine dritte.

Weil es halt einfacher und sicherer ist, Wissen nur anzusammeln.

Einfacher, als ins Handeln zu kommen.

Ich habe mir deswegen überlegt, dass ich in nächster Zeit eine Wissensdiät machen will.

Ich verzichte einen Monat lang darauf, neue Dinge zu lernen.

Oha. Bei dem Gedanken bekomme ich ein richtig flaues Gefühl im Bauch.

Aha: Angst.

Wie heißt es so schön? Wo die Angst ist, da geht es lang …

Also weiter.

Also einen Monat lang nichts Neues mehr lernen. Keine wissenschaftlichen Studien mehr lesen, keine Fachbücher, kein Surfen auf meinen Lieblings-Blogs und keine Podcasts mehr hören.

Oh, oh.

Wie fülle ich nur die ganze Zeit?

Vielleicht, indem ich das Wissen in meinem Kopf mal sortiere.

Indem ich mich frage:

„Was sind die wichtigsten, besten und wirksamsten Dinge, die ich weiß, die ich aber nicht aktiv anwende in meinem Leben?“

Und dann nutze ich meine freie Zeit, indem ich dieses Wissen dann verwende und benutze und in meinen Alltag einfließen lasse.

Weniger konsumieren.

Dafür mehr handeln, aktiver werden, mehr umsetzen.

Nutzen, was ich schon habe.

Ralf

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Kommentare

  • Der Beitrag spricht mir aus der Seele, suche ich doch ständig nach neuen Ratgebern, weil das LESEN der bisherigen nichts gebracht hat. Dabei besitze ich einen Werkzeugkasten, der für alles und jedes Problem die richtige Lösung hat, nur hab ich offensichtlich das Benutzen vergessen. :-(
    Also okay, auch ich versuche mal Diät zu halten, das ist schon fast eine Sucht geworden und ich verzettel und verbummel mich mehr als mir gut bekommt.
    Danke für den Weckruf! lg

  • Lieber Ralph,
    sehr spannend, zu sehen, wie verbandelt doch unsere beiden Seelen sind:
    Gerade ist mir gestern diese Einsicht wie Schuppen von den Augen gefallen –
    da lese ich heute Deinen Artikel.
    Schön, dass ich Dich gefunden habe!
    LG aus Ostbayern

  • Soooo treffend!!! Damit hat Ralf den Nagel auf den Kopf getroffen. Seit Jahren hetze ich mich selbst. Suche in Ratgeberbüchern, Internet usw. nach Möglichkeiten, Lösungen etc. – dabei ist es so einfach: einfach machen! Also morgen fängt zufällig ein neuer Monat an. Ich werde jetzt mal einen Monat aktive Wissensdiät machen. Das wird mir wahnsinnig schwer fallen. Jedoch merke ich, dass ich unheimlich motiviert von dieser Idee bin. Wie ich jetzt gelesen habe, geht es vielen hier so. Bin mal gespannt, ob ich das durchhalte und stattdessen mehr in den Anwendermodus starte.

  • Oh ja, das kommt mir sehr bekannt vor :).
    Vor lauter Infos sammeln, vertrödele ich mich in ihnen und die praktische Ausübung kommt zu kurz. Danke für den wertvollen Artikel.

  • ertappt.. will mich bemühen es besser zu machen. Eines NACH dem anderen.. Treffender Beitrag

  • Oh, ja. So geht es mir auch. Und Nichts mache ich dann richtig.

  • Kann ich nichts mehr hinzufügen. ;)

  • Der Beitrag trifft bei mir ins Schwarze! Ich bin auch so eine Wissenssammlerin, einfach aus Neugier und weil die Welt so groß und interessant ist. Aber es ist mir auch schon bei mir aufgefallen, dass ich oft ins Wissensammeln (Fernsehen, Buch) flüchte, um konkrete Projekte, bei denen gerade was hakt, nicht weitermachen zu müssen. Aber nur das Tun bereichert mein Leben, nicht das Wissen allein. Danke für diesen Beitrag !

  • Ja, ja, ja!!! Genau, Input-Abstinenz müsste man immer mal wieder einplanen. Nach innen schauen, was alles da ist an Wissen und welches Wissen dann durch Tun erlebbar gemacht wird. Aber es ist schwierig, die Verlockungen immer wieder neues zu “sammeln” ist groß.
    Ich werde auf jeden Fall versuchen solche Phasen ab sofort einzuplanen, ich habe das Gefühl, es steckt unendlich Potenzial drin. Danke für diesen Impuls!

  • Es gibt so viele interessante und spannende Dinge, die ich gelernt und immer noch mehr lernen wollte, dass ich gar nicht mehr dazu kam sie auch praktisch anzuwenden. Dazu ein Gefühl, nur an der Oberfläche rumzukratzen und im hintersten Gehirnwinkel der Gedanke immer wieder neue Übungen zu suchen bewahrt mich davor, sie auch anwenden zu müssen. Irgendwann habe ich beschlossen, nichts Neues mehr zu lernen- vielleicht hatte ich mich mit Wissen überfressen – sondern bereits Vorhandenes zu vervolkommnen. So ganz funktioniert das natürlich nicht. Allein Vertiefung und praktische Anwendung führten schon zu neuem Wissen. Fazit: 1. habe ich gelernt, mich zu entscheiden, welche Übungen ich mache und 2. geduldig zu beobachten, welche Wirkungen dieses Tun auf mich hat. Zu spüren und zu sehen, wie sich meine Veränderung auf mein Umfeld auswirkt, ist einfach faszinierend.

    Vielen Dank für diesen prägnanten Beitrag.

  • Hallo
    Ich kann mich Simone nur anschließen alles ist so interessant… und spannend…und Mann / Frau kann ja nicht wissen… Und überhaupt… Und so weiter… und sofort…
    Danke Ralf für dieses Thema… Ich werde dieses Thema weiter geben und in meine Yoga- Kurse einfließen lassen und das bereits erlernte vertiefen. Es wird uns alle bereichern.
    Unser Wissen mal auf Grund gehen lassen, setzen lassen, ohne das was Neues nach kommt… Es ist so einfach… Es wäre so einfach… Schaun ma mal
    Ganz herzlichen Dank

  • Ich erkenne mich darin so gut wieder! Aber es ist alles so spannend… :-)
    Ich drücke die Daumen.

  • Bingo! Finde ich super! :-)

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