Zu ungeduldig? – Nutzen Sie kleine Gelegenheiten, um sich in Geduld zu üben!

"Ich möchte so gerne geduldiger und gelassener werden!" Viele Menschen, die sich persönlich weiterentwickeln und leichter durch’s (Arbeits)Leben gehen möchten, äußern sich so oder ähnlich.

Die gute Nachricht lautet: Ja, es ist möglich, geduldiger und gelassener zu werden! Die schlechte – und das ist schon die erste große Hürde für ungeduldige Menschen: Es geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langer und oft genug mühsamer Prozess. Und man sollte ganz klein anfangen, um sich nicht zu überfordern und um Erfolgserlebnisse auch möglich zu machen.

Den Alltag zum Üben nutzen

Am besten beginnen Sie Ihr Gedulds-Training in ganz alltäglichen und kleinen, ja vielleicht banal erscheinenden Situationen, in denen Sie leicht ungeduldig werden und innerlich auf Kohlen sitzen, wie z.B. in Folgenden:

  • der Aufzug fährt Ihrer Meinung nach nicht schnell genug,
  • die Internetverbindung baut sich nur schleppend auf,
  • das Teewasser will und will nicht kochen,
  • Ihr Partner erzählt ein Detail nach dem anderen und kommt nicht auf den Punkt,
  • die Ampel steht ewig auf Rot
  • usw.

Gehen Sie strategisch vor

Stürzen Sie sich nicht Hals über Kopf in Ihr Gedulds-Training und setzen Sie sich nicht mit – unrealistischen und schwammigen – Vorsätzen wie

"Ab morgen bin ich einfach etwas geduldiger und nehme die Dinge gelassener. Was andere schaffen, schaffe ich doch auch!"

unter Druck. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sehr schnell an Ihre Grenzen kommen und in Ihre üblichen Verhaltensmuster zurückfallen, ist enorm groß. Gehen Sie lieber geplant und diszipliniert an Ihr Projekt heran! Das erfordert zwar Aufwand und strapaziert auch gleich Ihren (noch) nicht so gut entwickelten "Geduldsmuskel", aber so geben Sie Ihrem Vorhaben und sich selbst eine echte Chance.

So können Sie vorgehen:

Tipp 1

Machen Sie ein Brainstorming in Sachen Ungeduld und erstellen Sie eine Liste Ihrer ganz persönlichen alltäglichen "Ungedulds-Auslöser". Bitte lassen Sie die richtig großen Themen außen vor und listen Sie möglichst kleine Situationen auf.

Tipp 2

Wählen Sie eine oder zwei ganz konkrete Situationen aus, mit denen Sie Ihr Training beginnen wollen. Das ist viel besser, als sich einfach nur allgemein vorzunehmen, geduldiger zu werden.

Tipp 3

Beschäftigen Sie sich erstmal nur theoretisch mit der Situation/den Situationen, die Sie ausgewählt haben. Rufen Sie sich ein entsprechendes Erlebnis vor Augen und gehen Sie es im Geiste durch. Machen Sie sich ganz klar, wie sich Ihre Ungeduld auswirkt – auf Ihren körperlichen und emotionalen Zustand, auf Ihr Verhalten, auf Ihre Umgangsformen und auf Ihr Image bei anderen. Erkennen Sie, wie wenig hilfreich, ja wie kontraproduktiv Ihre Ungeduld ist.

Natürlich bringt diese Erkenntnis alleine noch nicht sehr viel für die Praxis, kann aber ein sehr starker Motivator sein und Ihnen helfen, Ihr Training zu beginnen und durchzuhalten.

Tipp 4

Auch wenn Sie als ungeduldiger Mensch jetzt gleich loslegen möchten: Es kann sehr hilfreich sein, sich eine Zeitlang auf mentales Trainieren zu beschränken und erst später im "richtigen Leben" aktiv zu werden.

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Zum Beispiel so: Stellen Sie sich vor und erleben Sie möglichst intensiv, wie Sie in die vorher ausgewählte geduldstrapazierende Situation kommen – und, entgegen Ihrer Gewohnheit, ganz ruhig bleiben. Das klappt gut, wenn Sie Ihre Muskeln loslassen und körperlich entspannt bleiben. Erleben Sie ganz bewusst, wie anders und wie gut sich das anfühlt …

Tipp 5

Überlegen Sie sich Sätze, mit denen Sie sich selbst auf geduldigeres Verhalten polen können. Zum Beispiel:

"Wenn ich an der roten Ampel stehe, bleibe ich innerlich ruhig!"

Wichtig ist, dass Sie das wirklich wollen, was Sie sich vornehmen, und diese Selbstsuggestionen regelmäßig wiederholen (z. B. jeden Abend vor dem Einschlafen).

Tipp 6

Es ist sehr wichtig, dass Sie sich im "Ernstfall" an die eigenen Vorsätze und Pläne erinnern und die gewohnheitsmäßige Ungeduldsreaktion verhindern oder unterbrechen. Am besten wählen Sie etwas aus und legen ein Signal für sich selbst fest. Zum Beispiel: sich selbst innerlich "Stopp!" sagen, sich in den Oberschenkel kneifen, den Ring oder eine Perle, die Sie für diesen Zweck immer in der Hosentasche haben, anfassen usw.

Üben Sie ganz bewusst und immer wieder

Sobald Sie sich fit genug und bereit fühlen, beginnen Sie ganz bewusst und gezielt, im Alltag zu üben. Rufen Sie sich jeden Morgen die von Ihnen ausgewählten Übungs-Situationen vor Augen und stimmen Sie sich darauf ein.

Wenn der "Ernstfall" eintritt, gehen Sie am besten so vor:

Schritt 1

Machen Sie sich bewusst, dass jetzt Ihr Gedulds-Training beginnt und verhindern oder unterbrechen Sie Ihre gewohnheitsmäßige Reaktion durch das Signal, das Sie im Vorfeld festgelegt haben.

Schritt 2

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen und achten Sie intensiv darauf, was in Ihrem Kopf und in Ihrem Körper vor sich geht. Nehmen Sie Ihre Gedanken wahr und kommentieren Sie sie für sich.

Zum Beispiel: "Aha, jetzt denke ich ‚Mann, wann wird diese Ampel endlich grün? Ich habe es eilig!". Erleben Sie ganz bewusst, wie sich Ihre Gedanken auf Ihren emotionalen und körperlichen Zustand auswirken, wie Sie verspannen und verkrampfen …

Schritt 3

Machen Sie sich dann in der Situation selbst noch mal klar, wie wenig Sie sich mit Ihren ungeduldigen Gedanken und der Anspannung helfen und wie nutzlos sie sind.

Aber: Bitte schimpfen Sie nicht mit sich selbst, weil schon wieder Ungeduld in Ihnen aufsteigt! Am besten und entspannendsten wäre, wenn Sie über sich selbst schmunzeln und sich innerlich etwas Nettes sagen könnten wie "Aha, da bist du ja wieder, meine Ungeduld! Das ist in Ordnung, aber ich steigere mich nicht hinein." Nehmen Sie wahr, wie es sich auf Sie auswirkt, wenn Sie gelassener mit sich selbst umgehen.

Schritt 4

Nutzen Sie Ihren Körper, um sich weiterhin zu beruhigen und Ihrer Geduld auf die Sprünge zu helfen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, atmen Sie möglichst ruhig, gleichmäßig und tief. Achten Sie vor allem darauf, intensiv und langsam auszuatmen. Nehmen Sie so gut wie möglich wahr, wie Anspannung und Ungeduld sich langsam aber sicher auflösen …

Nehmen Sie Erfolge und Misserfolge bewusst wahr

Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Fortschritte wirklich wahrnehmen und sich bewusst machen – so klein sie am Anfang auch sein mögen. Lassen Sie die Erlebnisse Revue passieren und machen Sie sich ganz klar, was besser gelaufen ist als früher. Genießen Sie das Gefühl, sich diesmal etwas weniger unter Druck gesetzt oder sich schneller aus der Ungedulds-Spirale befreit zu haben – und motivieren Sie sich zum Weitermachen.

Beschäftigen Sie sich dann mit dem, was noch nicht so gut gelaufen ist und womit Sie nicht zufrieden sind. Und beginnen Sie den nächsten Trainingszyklus, indem Sie wieder mit einer guten Vorbereitung starten.

Bitte überfordern Sie Ihren "Geduldsmuskel" nicht, sondern bauen Sie ihn gezielt und Schritt für Schritt auf. Üben Sie in verschiedensten kleinen und "einfachen" Situationen und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad erst, wenn Sie diese wirklich mit Geduld und innerer Gelassenheit meistern können. So legen Sie starke Grundlagen, um auch in den heikelsten Situationen nicht mehr von Anspannung und Ungeduld übermannt zu werden.

© Christine Öttl www.selbstmarketing.de

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