Zu viel Disziplin? 3 Tipps um wieder locker zu lassen

Disziplin

Weißt du, was es braucht, um deine Ziele zu erreichen? Es sind zweifellos mehrere Faktoren, aber es gibt einen wesentlichen, mit dem so ziemlich alles steht und fällt.

Ein Faktor, der es uns sehr leicht oder sehr schwer macht, unser Ziel zu erreichen. Und das ist unsere Fähigkeit zur Selbstregulation und Impulskontrolle.

Wer seine Ziele erreichen möchte, muss insbesondere den verlockenden Impulsen widerstehen können. Also seine Vernunft über die Verlockungen siegen lassen. Nur so kann man seine Pläne ja auch wirklich einhalten. Das heißt beispielsweise:

  • Statt spontan mit Freunden in den Biergarten zu gehen, doch noch das Projekt zu Ende bringen
  • Bei strahlendem Sonnenschein nicht mit dem Partner ein Eis essen gehen, sondern Sport machen
  • Statt einen gemütlichen Fernsehabend zu verbringen, sich doch noch an die Fortbildungsunterlagen setzen

Man braucht diese Fähigkeit zur Selbstregulation, um sich an seine Pläne zu halten und seine Ziele konsequent zu verfolgen. Wir alle kennen das. Wenn wir etwas erreichen möchten, zahlen wir dafür auch einen Preis. Sei es Anstrengung oder Zeit oder Verzicht. Man muss immer etwas investieren. Menschen mit einer hohen Fähigkeit zur Selbstregulation gelingt das. Deshalb werden sie ja auch von vielen für ihre Selbstdisziplin bewundert.

Unsere Impulse kontrollieren zu können bietet uns ganz handfeste Vorteile: Wenn man wirklich regelmäßig Sport treibt, bleibt man auch fit. Wenn man täglich eine halbe Stunde für die Fortbildung lernt, kommt man mit dem Lernstoff bis zur Prüfung auch wirklich gut voran. Wenn man es schafft, regelmäßig an seinen Zielen dranzubleiben, erreicht man sie meistens auch.

Das richtige Maß

Man könnte also denken, Selbstdisziplin ist etwas, wovon man eigentlich nie genug haben kann. Doch auch hierbei kann es des Guten zu viel geben. Wer immerzu nur an seine Ziele denkt und ständig seine Impulse kontrolliert, der befindet sich durchgängig in einem Selbstregulationsmodus. Für uns Menschen ist es aber enorm wichtig, auch mal Zeiten zu haben, wo man sich nicht regulieren muss. Denn nur so kann man sich auch mal wirklich entspannen und Energie auftanken.

Man kann also auch bei der Selbstdisziplin übers Ziel hinausschießen. Und zwar dann, wenn man glaubt, man müsse immer und jederzeit diszipliniert sein. Menschen, die in solch einem pausenlosen Selbstregulationsmodus stecken, stehen unter Dauerspannung. Sie können nicht mehr richtig ausgelassen sein und sich entspannen und erholen. Das äußert sich dann z. B. darin, dass sie so gut wie jede freie Minute für ihre Ziele verplanen und sich keine Muße-Zeiten mehr gönnen. Die eigentliche „Freizeit“ ist komplett durchgeplant. Dass man nach Feierabend mal spontan und ungeplant etwas Schönes unternimmt, wird zu einer großen Ausnahme.

Menschen, die so richtig im Selbstregulationsmodus festgefahren sind, müssen sich dann regelrecht dazu überwinden z. B. ein Eis essen zu gehen, statt ihren fest eingeplanten Sport zu treiben. Es fällt ihnen sehr schwer, einfach mal einer spontanen Eingebung zu folgen und von einem Plan auch mal abzuweichen. Denn die Vernunft hält ja ganz klar davon ab. Und wenn man es doch mal tut, dann hat man davon auch noch ein schlechtes Gewissen.

Am Ende des Tages kann man so vielleicht all seine To-dos abhaken und seine Ziele schneller erreichen. Aber irgendwie hat man auf Dauer nur noch das Gefühl, zu „funktionieren“. Man steht unter Dauerspannung und findet da schwer wieder raus. Der Alltag wird dadurch manchmal etwas gleichförmig und uninspirierend. Es fehlt einfach an Leichtigkeit und Freude. Eine permanente Selbstregulation ohne gezielte Entspannungspausen ist auf Dauer nicht wirklich gesund für uns. Denn das Ziellose, Impulsive und Spontane gehören genauso zum Menschen wie das Vernünftige und Planerische. Wenn man aber immerzu versucht, diszipliniert zu sein, entsteht zwischen diesen beiden Teilen ein Ungleichgewicht, das nicht gut ist.

Freiraum ist ein Lebenselixier

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Freude, Spaß und Inspiration Dinge sind, die oft unerwartet und uneingeladen zu uns kommen. In ungeplanten und ganz zufälligen Momenten. Eben genau dann, wenn man auch mal seinen spontanen Impulsen folgt.

André Gide hat, wie ich finde, dazu einmal etwas sehr passendes gesagt:

„Ein gerader Weg führt immer nur ans Ziel.“

Wenn man sich also immer nur auf seinen Plan und seine Ziele fokussiert, ist man einfach kaum noch offen für das, was um einen herum passiert. Man ist auch nicht mehr offen für den Zufall. Man läuft wie mit Scheuklappen durch seinen Alltag und die Welt, immer von A nach B nach C usw. Ein solches „Zuviel“ an Zielstrebigkeit und Impulskontrolle verhindert den Freiraum, den man braucht, um Spaß und Freude zu haben.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Verstehe mich hier bitte nicht falsch: Ich möchte nicht grundsätzlich davon abraten, zielorientiert und diszipliniert zu sein. Diese Eigenschaften sind sehr hilfreich und wertvoll. Jedoch gilt es auch hier, das richtige Maß zu finden und regelmäßigen Ausgleich zu schaffen. Selbstregulation und Kontrolle sollten nicht zum Dauerzustand werden, weil man sonst seine Batterien nicht wieder richtig aufladen kann.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es eben auch noch eine andere  bedeutende Seite im Leben gibt, die spielerisch und spontan ist. Und diese hat einen sehr positiven Einfluss auf unsere Lebensqualität. Denn durch sie können wir unsere Energiespeicher wieder auftanken. Sie schenkt uns die Leichtigkeit, die uns vieles im Leben einfacher macht.

Es mag also im ersten Moment widersprüchlich klingen, doch wenn du dir auch mal Pausen von der Selbstdisziplin gönnst, hast du am Ende mehr Energie, um deine Ziele diszipliniert zu verfolgen, und dabei auch noch mehr Spaß. Die Kunst ist es, wie so oft, eine ausgewogene Balance zwischen Selbstregulation und dem Spielerischen für sich zu finden und zu erhalten. Sonst plagt uns ständig unser schlechtes Gewissen, wenn wir mal undiszipliniert waren, und unser Alltag besteht auf Dauer nur noch aus Disziplin und Anstrengung.

Lade das Spielerische wieder ein

Hast du manchmal das Gefühl, dass diese Balance bei dir vielleicht etwas ins Kippeln geraten sein könnte? Dass du gerne mal wieder so richtig abschalten würdest? Dass du etwas mehr Leichtigkeit, Spontanität und Freude in deinem Leben gebrauchen könntest? Wenn das der Fall ist, dann wird es Zeit, dass du das Spielerische mal wieder bewusst in dein Leben einlädst. Und das tust du, indem du ihm Raum gibst. Indem du ganz bewusst nichts steuerst und regulierst und deinen Impulsen auch mal nachgibst.

Solche Pausen sind sehr wichtig, um die Batterien wieder aufzuladen. Die Momente, in denen wir einfach genau das tun, wozu wir gerade Lust haben, schenken uns sehr viel Energie. Und diese können wir dann auch wieder nutzen, um mit voller Kraft und mit Spaß an unseren Zielen weiterzuarbeiten.

Doch wie kann man denn nun das Spielerische wieder mehr in sein Leben bringen, wenn man ein sehr disziplinierter Typ ist, dem genau das schwerfällt?

Tipp 1: zielfreie Zonen

Es widerspricht dem Wesen des Spielerischen und Spontanen, es zu planen. Deshalb können wir nichts anderes tun, als Freiraum dafür zu schaffen. Plane also in regelmäßigen Abständen sogenannte zielfreie Zonen ein. Das sind Zeitblöcke, in denen du dir nichts vornimmst. Kein To-do soll dort einen Platz finden. Du tust da einfach nur für einen bestimmten Zeitraum das, wozu du in dem Moment gerade Lust hast. Es gibt dafür keinen vorherigen Plan, sondern es geht darum, spontan entscheiden zu können. Solch eine zielfreie Zone ist der einfachste Weg, um auch mal aus dem Selbstregulationsmodus auszusteigen, wenn man darin „gefangen“ ist.

Auch wenn das bedeutet, dass du manchmal auf der Couch vor dem Fernseher versackst … Gib solch einer zielfreien Zone eine Chance. Es geht eben genau darum, dass du nicht 100 % deiner Lebenszeit kontrolliert und produktiv sein musst, sondern einfach auch nur mal „rumgammeln“ kannst, wenn es das ist, was du gerade willst. Muße, Faulheit und Nichtstun sind in der zielfreien Zone vollkommen o. k.

Baue dir solche zielfreien Zonen am besten alle 2–3 Tage für mindestens eine Stunde ein. Mindestens jedoch einmal pro Woche für 2–3 Stunden. Experimentiere ein wenig, was dir guttut und was für dich überhaupt machbar ist. Je mehr du beruflich und durch andere Verpflichtungen eingebunden bist, desto dringender solltest du solche Zeiten für dich einplanen.

Tipp 2: Übe dich zu begrenzen

Oft haben disziplinierte Menschen relativ hohe Ansprüche an sich selbst. Der Tag hat aber nur 24 Stunden und nur ganz wenige davon stehen uns im Normalfall zu unserer freien Verfügung. Gehe deshalb aktiv gegen unrealistisch hohe Ansprüche an dich selbst vor und frage dich einmal ganz bewusst: „Was muss ich alles an einem Tag tun, damit ich mir auch mal Entspannung verdient habe? Wann ist es genug?“ Denke für dich einmal darüber nach und schreibe dir deine Antworten dazu auf.

Mache es dir zur Gewohnheit, deine Antworten mit dem zu vergleichen, was du dir täglich vornimmst. Gibt es da einen großen Unterschied oder nicht? Nimmst du dir mehr vor, als du eigentlich müsstest? Stelle dir ruhig jeden Tag mehrmals die Frage: „Wann ist es genug?“ Und wenn du dann das Gefühl hast: „Ja, jetzt und für heute ist es genug“, dann nutze das als Zeichen, um dir jetzt selbst hier die Grenze zu setzen. Nimm dir dann also nichts weiteres mehr vor, sondern verbringe deine Zeit ruhig auch mal zielfrei und spontan.

Tipp 3: Verrückte Kleinigkeiten helfen

Wenn du schnell und ganz unkompliziert mal etwas mehr Spontanität und Spiel in deinen Alltag bringen willst, probiere doch Folgendes mal aus. Tue wenigstens einmal am Tag etwas Ausgefallenes. Etwas, was du sonst nicht so tun würdest:

  • Nimm spontan mal einen ganz anderen Weg als sonst
  • Erzähle jemandem einen Witz
  • Sprich einfach mal jemand Unbekanntes an
  • Singe ein schönes Lied einfach mal laut mit
  • Gehe irgendwohin, wo du vorher noch nie warst
  • Nimm morgens Elmex und abends Aronal … ;-)
  • usw.

Trainiere so immer mehr, auch mal aus dem Selbstregulationsmodus bewusst auszusteigen und auch deine spielerische Seite hervorzulocken. Damit kannst du eine gesunde Balance zwischen den beiden Seiten erhalten. Dadurch lädst du regelmäßig deine Batterien wieder auf und hast auch mehr Spaß und Abwechslung im Leben. So wird es dir mit Sicherheit auch leichter fallen, im richtigen Moment diszipliniert zu sein.

Vielleicht hast du selbst ja auch noch ein paar tolle Ideen, wie man das Spielerische mehr in sein Leben bringen kann. Probiere es unbedingt aus, du wirst es sicher nicht bereuen!

 

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (66)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.