Zurück- und vorwärtsschauen – 2016/2017

Unser Alltag wirbelt mit einer unglaublichen Geschwindigkeit um uns herum. So viele Dinge zu erledigen. So viele Informationen, die auf dich einprasseln. So viele Menschen, die an dir zerren und etwas wollen.

Deswegen ist es wichtig, ab und an die Zeit anzuhalten. So wie im Film, wenn der Zauberer mit dem Zauberstab wedelt und plötzlich bewegt sich niemand mehr.

Alles steht still. Es ist ruhig. Du hast Zeit, alles genau zu betrachten. Jedes Detail. Jede Nuance. Du siehst Zusammenhänge, die vorher nicht erkennbar waren. Dein Kopf kann plötzlich wieder klar denken.

Idealerweise ziehst du dich regelmäßig aus deinem Alltag heraus, um die Zeit anzuhalten und den Alltag zu stoppen. Vielleicht einmal im Monat. Oder alle 3 Monate.

Oder wie die meisten von uns: einmal am Jahresende.

Dann kannst du in Ruhe nachdenken. Über dein Leben. Über die vergangene Zeit. Über das, was du daraus gelernt hast. Aber auch über deine Pläne für deine Zukunft.

Ruhiger Ort – ruhiger Kopf

Was bei so einer Rück- und Vorbesinnung hilft, ist vor allem erst einmal Ruhe und Abgeschirmtheit. Ein Ort ohne Störungen und Ablenkungen.

Wobei wir hier wieder alle ganz unterschiedlich sind. Für den einen ist das Ideal die einsame Berghütte. Für den anderen ist es das Café, wo man mit dem Kopfhörer seinen Gedanken nachhängen kann.

Es ist halt nur wichtig, dass du einen Ort findest, wo dein Geist Luft zum Atmen hat.

Und dass es nichts gibt, was dich zu sehr ablenken kann. Denn Nachdenken ist nicht die leichteste Arbeit. Wenn es dann zu viele Ablenkungen gibt, gehe ich vielleicht lieber den Weg des geringsten Widerstands.

Ohne Struktur ist es schwer

Gut. Nun bist du so weit. Alles ist bereit. Das Nachdenken kann beginnen. Computer ist an. Oder Stift und Papier liegen bereit. Es kann losgehen.

Aber hier verlässt es die meisten dann. Weil sie nicht genau wissen, wie sie vorgehen sollen, bei so einer Jahresbesinnung.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Was hier hilft, ist eine Struktur, an der du dich langhangeln kannst. Matthias Büttner hat in einem Beitrag bei uns seine systematische und kopforientierte Struktur vorgestellt, die viele sehr nützlich finden. Wenn du ein Kopfmensch bist, der gerne ins Detail geht, wirst du mit dieser Struktur gut zurechtkommen.

Für die Bauchmenschen möchte ich hier eine andere Struktur vorstellen. Eine Struktur, die mit Begrifflichkeiten arbeitet, die Gefühle adressiert und somit besser für diesen Menschentyp geeignet ist.

Diese Struktur geht so:

Das letzte Jahr

Versetze dich gedanklich in das vergangene Jahr hinein.

Schritt 1: Gehe die einzelnen Monate im Kopf durch. Mache dir dafür am Computer oder auf dem Papier eine Skizze oder lade dir unser Formular für den Jahresrückblick herunter:

12monate

Schritt 2: Überlege dir dann für jeden Monat, was alles passiert ist.

Und dann wähle aus der folgenden Liste für jeden Monat 2 oder 3 Begriffe, die diesen Monat für dich am meisten beschreiben oder die zu diesem Monat passen.

Falls du dich bei einem Begriff nicht genau erinnern kannst, in welchem Monat es war, ist das nicht schlimm. Schreibe es dann zwischen die Monate.

Und wenn dir zu einem Monat gar nichts einfällt, dann lass ihn frei. Das ist keine Sache.

Wähle für die Monate Begriffe, die beschreiben, was dir Wichtiges passiert ist oder was für dich Wichtiges in der Welt passiert ist, was dich berührt oder geprägt hat.

Es kann auch eine Kombination von Begriffen passen, wie beispielsweise: Orientierung/Stress.

Übrigens, wenn du keinen passenden Begriff findest, dann kannst du dir auch eigene Begriffe ausdenken, die das beschreiben, was passiert ist.

Nur bitte keine ganzen Sätze schreiben, weil wir mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf an die Sache herangehen wollen.

Beim Auswählen aus der Liste hat der Kopf Pause. Der Bauch soll ja arbeiten. Einfach nach Gefühl auswählen.

Die Liste: Abenteuer, Ablehnung, Abschied, Absurdität, Abwechslung, Aktivität, Anfang, Angst, Annahme, Auszeit, Begehren, Begeisterung, Beruf, Demut, Denken, Disziplin, Ehrlichkeit, Eigensinn, Einsamkeit, Eitelkeit, Ende, Entfernung, Entscheidung, Enttäuschung, Erfolgserlebnis, Erholung, Eskalation, Familie, Faulheit, Fortschritt, Freiheit, Freunde, Frieden, Fühlen, Geben, Geborgenheit, Gefängnis, Gegeneinander, Geiz, Gelassenheit, Geld, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Gesundheit, Gewinn, Gier, Hass, Heilung, Heimat, Hilfe, Hoffnung, Idee, Kaputtsein, Kontrolle, Krankheit, Kreativität, Krieg, Kultur, Langeweile, Lebensfreude, Leichtigkeit, Lernen, Leuchten, Liebe, Loslassen, Lösung, Lüge, Mangel, Maßlosigkeit, Missgunst, Miteinander, Mittelmaß, Motivation, Mut, Möglichkeit, Nehmen, Neuanfang, Nähe, Offenbarung, Offenheit, Ohnmacht, Ordnung, Orientierung, Patt, Pflicht, Problem, Reden, Reparatur, Respekt, Scheitern, Schmerz, Schutz, Schweigen, Schwäche, Schönheit, Sehnsucht, Selbstwert, Sex, Sicherheit, Sieg, Sinn, Sorgen, Spiel, Stolz, Stress, Stärke, Trennung, Unsicherheit, Verbindung, Verbissenheit, Vergessen, Verlust, Vernunft, Verschlossenheit, Verstehen, Verwirrung, Veränderung, Wachstum, Wahrheit, Wille, Wut, Zufriedenheit, Zuneigung, Zärtlichkeit, Ärger, Überfluss, Überragendes.

Wähle nun für die Monate jeweils 2–3 Begriffe oder Begriffskombinationen.

Schritt 3: Schreibe jetzt zu jedem der Begriffe in den Monaten noch 1–2 weitere Begriffe, die die Umstände der Erfahrung beschreiben.

Wenn dein Januar im Begriff von „Neuanfang/Hoffnung“ steht, weil du bei der Firma „Dreamteam“ angefangen hast, dann sieht das so aus:

monat1

Oder wenn ein Erbstreit in der Familie im Juli eskaliert ist, dann sieht das so aus:

monat7

Oder wenn ein Weltereignis dich komplett verunsichert hat, könnte das im Oktober so aussehen:

monat11

Und wenn du das für alle Monate gemacht hast, hast du einen Überblick über die letzten 12 Monate.

Ab in die Zukunft

Aber zu so einer richtigen Jahresend-Sitzung gehört auch ein Blick in die Zukunft. Was wünsche ich mir für das nächste Jahr? Was sind meine Pläne? Wovon will ich mehr? Wovon will ich weniger?

Auch hier helfen einem die Begriffe von oben wieder.

Schritt 1: Nimm dir die Liste mit den Begriffen vor und gehe sie in Ruhe durch. Während du das tust, bewegst du die ganze Zeit die Frage im Kopf:

„Wovon will ich im nächsten Jahr mehr?“

Und immer wenn du bei einem Begriff merkst: „Ja, davon will ich wirklich mehr“, dann schreibst du diesen Begriff auf.

Wenn dir beim Durchgehen ein zusätzlicher Begriff einfällt, der passt, dann schreibst du den natürlich auch auf.

Und auch hier sind wieder Kombinationen von Begriffen erlaubt. So etwas wie Heimat/Beruf (was bedeuten könnte, eine neue berufliche Heimat zu finden, also einen neuen Job, in dem ich mich zu Hause fühle).

Am Ende sieht die Liste vielleicht so aus:

mehr1

Schritt 2: Das Gleiche wie in Schritt 1 tust du mit der Frage:

„Wovon will ich weniger im nächsten Jahr?“

Auch hier gehst du die Liste mit den Begriffen durch, während du die Frage im Kopf wiederholst. Wenn du etwas erkennst, was du nicht mehr willst, schreibst du es auf.

weniger1

Schritt 3: Die Ergebnisse aus Schritt 1 und 2 sind deine Wünsche. Wovon willst du mehr und wovon weniger?

Aber es sind ja noch keine konkreten Wünsche. Nur Begriffe.

Deswegen kannst du jetzt zu jedem Wunsch dazuschreiben, wie genau du es am liebsten anstellen würdest, um den Wunsch zu erfüllen.

Du hast „Mehr Gemeinsamkeit“ auf deinem Zettel stehen?

Aber wie könnte das konkret aussehen?

Mit wem? Wann? Wo? In welcher Form? Auf welche Art?

Werde konkreter.

Mach deinen Wunsch fassbarer.

Und das schreibst du dann auf.

Aus „Mehr Gemeinsamkeit“ könnte zum Beispiel „2x im Monat eine Dinnerparty mit Freunden veranstalten“ werden.

konkret

Aber streich das „Mehr Gemeinsamkeit“ nicht durch oder lösche es. Vielleicht fallen dir ja später noch andere Umsetzungsmöglichkeiten dafür ein.

Das ist es auch schon. Du hast jetzt einen Jahresrückblick und eine kleine Wunschliste für das nächste Jahr erstellt. Indem du auf deinen Bauch gehört hast. Hier findest du den Jahresrückblick als Formular dazu.

Ich wünsch dir ein ganz wunderbares 2017.

Mögest du ganz viel von dem bekommen, was du dir wünschst.

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Kommentare

  • Hallo an Euch alle, auch euch erstmal alles gute fürs neue Jahr. Mir geht es ähnlich, es gab so vieles was
    wir leider nicht ändern konnten aber gerne ändern wollten.Aber liebe Doro wenn wir uns ändern,
    ändert sich die Welt doch noch lange nicht.!!!;-( Also9 was tun rebellieren????
    Ich find die Liste nicht schlecht .Ich hätte von vielen possitiven Vorschlägen mehr aber der Weg zu den Zielen noch weit ist. AM llebsten würde ich die ganze Welt verändern nach meiner Fasson!!!
    Liebe Doro Was ist Avaaz für eine Bewegung ?? Unid was macht die??
    In diesem Sinne euch allen viel Erfolg wo und wie auch immer Liebe Grüsse Ulrike

  • Éuch allen ein frohes neues Jahr! Ich habe mich seit gestern auch damit beschäftigt, was mir in diesem Jahr wichtiger sein sollte, da kam die Liste heute genau richtig.
    Das sind nicht meine sonst üblichen Vorsätze, die ich dieses Mal bewusst links liegen lasse. Viel Erfolg bei allen Dingen, die euch wichtig sind!
    Andrea

  • Hallo und ein frohes Neues Jahr Euch allen.
    Danke, dieser Artikel passt ausgezeichnet. Ich habe gestern Abend bereits mit meinem Jahresrück-/-vorblick begonnen und mir genau die genannten Fragen gestellt. Die Liste unterstützt mich sehr dabei. Vielen Dank. :D
    Doro

  • Hallo, ich wünsche allen ein frohes neues Jahr und dass eure Herzenswünsche wahr werden ;)

    Das mit den Listen ist eine gute Idee, bin gerade dabei, mir so eine zu machen. Insbesondere ist mir wichtig, die Ziele und Wünsche für das neue Jahr schriftlich festzuhalten.

    Außerdem würde ich jedem empfehlen, diese Liste bzw. Listen gut sichtbar irgendwo aufzuhängen. Das hat den Vorteil, dass man im Alltag immer mal wieder einen Blick auf seine Wünsche und Ziele wirft. So wird man das ganze Jahr daran erinnert und tut wahrscheinlich mehr für seine Wünsche und Bedürfnisse.
    Ich denke, das ist immer das größte Problem, dass man oft seine Wünsche und Ziele aus den Augen verliert, weil man zu sehr mit seinem Alltag beschäftigt ist.
    Und so passiert es dann, dass das Jahr auf einmal um ist und man sich fragt: “Was ist eigentlich aus meinen Wünschen und Zielen geworden?” ^^

    In diesem Sinne wünsche ich allen, dass ihr eure wichtigsten ZIele, Wünsche, etc. immer im Blick habt ;)

    Grüße aus Neuss,

    Patrick

  • Leider ist Liste, was seit letztem Jahr als “postfaktisch” umschrieben wird, da die Aufzählung lediglich auf innere Zustände, Gefühle und Subjektivität zielt und die vorgeschlagenen Kombinationen diese sogar potenzieren können.
    So waren von vielen Ereignissen, die zwar für Betroffene real sind, in der Bevölkerung aber 99,999% nicht betroffen, wie beim Silvester in Köln 2015/6 oder Weihnachtsmarkt Berlin 2016. Da Flüchtlinge auch unterdurchschnittlich kriminell sind, die Polizei, Staatsanwaltschaften, Betreuung für Flüchtlinge durch den sog. “Schlanken Staat” der Neoliberalen und wirtschaftsgläubigen sog. Marktradikalen durch Finanzminister Schäuble kaputt gespart ist, den Überschuss der Bundesagentur für Arbeit zahlen Hartz IV-Empfänger und Allein-Erziehende mit zu niedrigen Regelsätzen, Zeitarbeiter und Freelancer=Kiosk Selbständige unter 15.000 Eur Jahresumsatz werden uns schärfere Gesetze, deren Durchführung und Einhaltung niemand überwachen nichts nützen.
    Zudem werden die Bundestagswahl das Mßtrauen gegenüber den Volksparteien, die sie schon lange nicht mehr sind, die CDU/CSU sind nicht christlich, die SPD ist nicht sozial, die Grünen sind die FDP auf Fahrrädern und die vermutlich wiedergewählte FDP mit Lindner hat ein neues Gesicht, aber nicht viel dazu gelernt. So ist der Weg für AfD und damit die Mohrenköpfe, Neger leider ganz weit offen.
    Eigentlich wäre es die gemeinsame Aufgabe, dass die jeder wieder mehr Gemeinschaft übt, tolerant wird, den Fakten traut und sich nicht den Vereinfachern und Verführern, wie Petry, Gauland, Trump, Le Pen, Wilders blind folgt, denn setzen diese ihre Programme um, dann”bange ich um Deutschland in der Nacht und bin um den Schlaf gebracht.” (Heinrich Heine)

    • Doro schreibt am 1. Januar 2017

      Hallo Thomas,

      ich finde die Liste trotzdem hilfreich, denn was du beschreibst, ist auch ein Zustand, ein Gefühl. Es könnte z.B. Hilflosigkeit oder ein Ohnmachtsgefühl sein. Du wünschst dir vielleicht mehr Solidarität, Zusammenhalt und Gemeinschaft. Daraus kannst du vielleicht etwas machen. Wir alle wissen, dass wir andere nicht ändern können, sondern nur uns selbst. Die Frage ist also: Was kannst du tun, um die Welt in deinem Sinne zu bereichern und lebenswerter zu machen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Bewegung Avaaz etwas für dich sein könnte. Schaus dir einfach mal an. Ich wünsche dir auf deinem Weg gutes Gelingen.
      Doro

    • Birte schreibt am 1. Januar 2017

      Was ist das denn für ein Kauderwelsch! “Mohrenköpfe Neger”- vielleicht solltest du dir eun anderes Forum für so einen Mist suchen, Thomas!

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