Zwei Mönche

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Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen Fluss.

Dort stand eine junge Frau mit wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.

Ohne zu zögern ging einer der Mönche auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab.

Nachdem der andere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort.

Nach etwa einer Stunde fing der eine Mönch an, den anderen zu kritisieren: ” Du weißt schon, dass das, was du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?”

Der Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: “Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?”

(frei nacherzählt, The Wisdom
of  Zen Masters)

 

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Kommentare

  • Für mich heißt es: Im JETZT leben und bleiben. Die Schöne könnte eine Kränkung, Beleidigung oder so was sein. Der Fluß überqueren: es annehmen, übersetzen und wieder loslassen. Komplett wieder loslassen und das “Ding” SEINEN Weg gehen lassen. In meinen Gedanken hat es kein Platz mehr ein zu nehmen.
    Ein wunderbare Metaphe. Ich habe diese in mir hineingezogen wie Zitronenlimo an ein heißen Tag. Danke der Verfasser.

  • Ich mag die Geschichte auch sehr, weil ich mich immer beim Nachgrübeln erwische. Was eigentlich absolut sinnlos ist. Die Geschichte ist schon Vergangenheit.
    Im Buddhismus ist die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit von großer Bedeutung. Bin ich gerade HIER und JETZ present? Weil das Leben findet gerade in jetztigem Moment statt! Nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Demnach war der alte Mönch im Moment present und der junge Mönch war auf die Vergangenheit verhaftet.
    Die Geschichte hat sicher noch viele andere Darlegungen, weil sie sehr vielseitig ist.
    Vielen Dank für die tolle Erinnerung!

  • Vielen Dank für diese wunderschöne Geschichte. Sie zeigt die enge Verbundenheit von Fritz Perls´ Gestalttherapie mit dem Zen: Die Gestalt “Mädchen” ist für den alten Mönch schon lange geschlossen, also erledigt, während der junge Mönch das Mädchen immer noch mit sich herumträgt, seine Gestalt mit ihr noch nicht abgeschlossen hat. Ich habe diese Geschichte vor einiger Zeit schonmal gelesen und mag sie sehr; es war aber schön, sie nochmals zu sehen.

  • Also, ich würde mir von niemandem das Denken verbieten lassen. Wer dies versucht bzw. dem Nachdenklichen das Gefühl vermittelt, daß sein Sich-Gedanken-machen falsch oder unnötig sei, der sollte mal selbst in sich gehen und sich fragen, warum er nicht bereit/fähig ist, den Denkenden in seiner individuellen Persönlichkeit und Andersartigkeit völlig bewertungsfrei so anzunehmen und einfach sein zu lassen, wie er ist. Umgekehrt würde ich ja auch nicht denjenigen kritisieren, der sich um nichts Gedanken macht, sondern so lebt, wie er es für sich für richtig hält.
    Rena

  • Liebe Katja, pssst…………………………………………………………………………………

    • Katja Brommund

      ?????

  • Ganz ganz wunderbar- diese Geschichte : ) Ich kenne Sie aus einem Buch von Thich Nhat Hahn, einem buddhistischem Mönch und Zen Meister, wir können uns Sie täglich vor Augen führen und lernen mutiger zu sein. Und wir können großzügiger und verständnisvoller mit unseren Mitmenschen umgehen und Ihnen Ihre Fehler vergeben und nicht “nachtragen”. Dankeschön & Tashi delek Esther

  • Heisst es, der zweite Mönch hätte einfach nur sofort was sagen sollen? Was ist, wenn der zweite Mönch eben erst nach einer Stunde den ‘Mut’ hatte, sich zu äußern?

    • Katja Brommund

      Liebe Anja,
      ich glaube, darum geht es hier nicht. Wenn der Verstand diese Geschichte nach erlernten Denkmustern analysiert und interpretiert, kommen genau diese Fragen dabei heraus… was sagt Dein Herz? Geht es hier wirklich um Mut oder das Einhalten von Regeln? Oder geht es darum, im Hier und Jetzt eine Entscheidung zu treffen (aus dem Mitgefühl ist es immer “richtig”!), in die Aktion zu gehen und sich danach eben keine Gedanken mehr darum zu machen, ob es richtig oder falsch war, den Verstand ruhen zu lassen und das Grübeln zu vermeiden.
      Es ist, wie es ist! Vergangen ist vergangen! Es zählt nur das Jetzt!
      Wenn wir lernen, “anders zu denken”, erschließen sich uns ganz andere Aspekte des Lebens, oft ist eine Analyse dann nicht mehr notwendig, das Herz sagt uns sehr klar, was die Essenz der Geschichte ist – und die kann natürlich auch individuell noch ganz anders aussehen, es gibt da kein “richtig” oder “falsch”…
      Liebe Grüße von
      Katja

  • Hübsch und hilfreich als Gedächtnisstütze! Oft hat man ja eine klare Vorstellung davon, wo es für einen selbst gut wäre, bestimmte Erfahrungen und Gedanken loszulassen. Ich lasse mich nun von meinem Smartphone an den Satz “Warum trägst du sie immer noch mit dir herum?” erinnern. Auf diese Weise wird mir das in dieser kleinen Geschichte gelieferte Bild helfen, an der richtigen Stelle ans Loslassen zu denken und es dann auch zu machen.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

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