Zwei Samen

Es steckten einmal zwei Samen nebeneinander im Boden.

Der erste Samen sprach: “Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln tief in die Erde senden und ich will als kleines Pflänzchen die Erdkruste durchbrechen, um dann kräftig zu wachsen. Ich will meine Blätter entfalten und mit ihnen die Ankunft des Frühlings feiern. Ich will die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen und den Morgentau auf mir spüren. Ich will wachsen!”

Und so wuchs der Samen zu einer kräftigen Pflanze.

Der zweite Samen sprach: “Ich fürchte mich. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden sende, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass es mir wehtut oder dass mein Stamm Schaden nehmen könnte, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Ich weiß auch nicht, was dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann so viel geschehen, wenn ich wachse. Nein, ich bleibe lieber hier in Sicherheit und warte, bis es sicherer ist.”

Und so verblieb der Samen in der Erde und wartete.

Eines Morgens kam eine Henne vorbei. Sie scharrte mit ihren scharfen Krallen nach etwas Essbaren im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.

(gefunden in: “Chicken Soup
for the Soul”, 1993; frei übersetzt,
dt:  Hühnersuppe für die Seele)

 

Wie findest du diesen Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (41)
Loading...
 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.

Auch interessant?

Kommentare

  • Da drängte sich mir folgender Spruch auf:
    “Wer sich ‘zu spät bewegt’, den findet – und bestraft (selbst) – das (blindeste) Huhn.”
    ;-)

  • Wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch sich entwickeln, seine Fähigkeiten ausleben möchte, würde ich sagen, Samen Nr. 1 hat den besseren Teil gewählt.

  • Der eine Samen folgt seinem Traum, und der andere nicht….aus Angst und Ungewissheit. Der eine Samen entfaltet sich und wächst kräftig. Er kann die Sonne, den Frühling und Morgentau und Wind spüren.
    Der andere Samen empfindet zwar Sicherheit, aber wenig Lebensfreude und Sinnlichkeit. Schade. :-()

  • Ich verstehe nicht ganz. warum hört die Geschichte so apruppt auf???? Wie soll man da ein Faszit draus ziehn oder schlau draus werden?? Sich den Schluss selber ausdenken????

    • Thomas schreibt am 21. Juli 2017

      Du sollst keine angst haben etwas neues zu erleben, eine chance, ein ziel oder ein traum du sollstest den einen schritt wagen usw. Wenn du ein bestimmtes ziel hast dan wage dass, was anderen angst macht und lass dich von ihrer angst nicht beeinflussen und zieh dein ding durch und erfülle deine Träume

  • Tja…..
    da hat der Samen hat wohl nicht so ganz unrecht gehabt: Das Leben ist lebensgefährlich.

    Immerhin hat er aber seinen Beitrag zum Lebenserhalt auf diesem Globus geleistet,

    Ob es nun besser ist, als Samen oder als fertige Pflanze gefressen zu werden … ?
    Beide scheinen sich in ihren Positionen ja wohl gefühlt zu haben,

    Es scheint, dass jeder seinen Beitrag leistet. Der eine für scharrende Hühner, der andere für grasende Kühe.

    ;-)

    • Heinz schreibt am 21. Mai 2017

      Der eine Samen weiß was ihn erwartet und der andere nicht…

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Hausregeln: Wir lieben Kommentare :-) Auch kritische Anmerkungen. Solange sie respektvoll, fair, höflich und konstruktiv sind. • Und bitte, bitte, bitte kein Marketing in irgendwelcher Form (auch nicht für kostenlose Angebote) • Und bitte unter dem eigenen Namen schreiben (nicht als "Versicherungsvergleich" oder "Wasserbetten"). • Die Fotos neben den Kommentaren funktionieren übrigens über Gravatar. Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.