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Was Sie als Mobbing-Opfer tun können (Seite 3 von 6)

Mobbing

Viele Mobbing-Opfer fühlen sich der Situation hilflos ausgeliefert. Selten genug finden sie Unterstützung bei ihren Vorgesetzen und müssen deshalb oft allein mit dem Problem klarkommen. Hier finden Sie eine Reihe von Tipps , mit denen Sie aktiv werden können – Ihre Ohnmacht macht die Situation nämlich nur schlimmer.

Eins vorweg: Sie können etwas tun!

Es wirkt schnell hart und unfair, bei einem Mobbing-Opfer an die Eigenverantwortlichkeit zu appellieren. Aber es gibt für Sie im Grunde keinen anderen Weg, um Ihre Situation zu verbessern. Jammern und Leiden hilft Ihnen leider nicht viel weiter. Sie können auch nicht erwarten, dass sich jemand anders Ihres Problems annimmt. Sie selbst müssen aktiv werden. Machen Sie sich klar, dass nur Sie selbst Ihre Situation verändern können.

Agieren, statt nur zu reagieren

Tipp

Reagieren Sie nicht nur, sondern tun Sie etwas.  Ergreifen Sie die Initiative. Dieser erste Schritt ist sehr wichtig.

Finden Sie heraus, wie es zu der Situation gekommen ist und was Sie selbst tun können, um aus der Situation herauszukommen. Dieser Weg ist nicht immer leicht, aber nur so können Sie aus Ihrer Leidensposition herauskommen.

Über Ihren Anteil an der Situation

Auch wenn es Ihnen vielleicht ungerecht erscheint, so sollten Sie sich einmal ehrlich die Frage beantworten, was Sie selbst zu dieser Situation beitragen. Nicht immer ist das etwas, das Ihnen bewusst sein muss . So senden wir alle z.B. unbewusst Botschaften aus, inform von Gestik, Mimik, Körpersprache, unseren Worten und unserem Verhalten. Diese Botschaften kommen z.T. tief aus unseren inneren Überzeugungen und Werten. Auch wenn Sie sich z.B. vom Kopf her vornehmen, selbstsicher aufzutreten, kann es gut sein, dass Sie statt dessen unsicher wirken. Es ist sehr nützlich sich einmal klarzumachen, wie wir auf andere Menschen wirken.

Haben Sie eine “Opfer-Ausstrahlung”?

Tipp

Es ist schwer, die eigene Ausstrahlung einzuschätzen. Vielleicht fragen Sie einmal einen guten Freund, wie Sie auf andere Menschen wirken.

Es scheint eine Art von Ausstrahlung zu geben, die anderen signalisiert “Mit mir könnt Ihr es machen – ich bin das geborene Opfer.” Vielleicht senden Sie selbst solche Signale aus oder Sie begünstigen eine Mobbing-Situation, indem Sie sich nicht wehren, sondern stumm leiden? Darüber hinaus sollten Sie einmal selbstkritisch überprüfen, ob Sie vielleicht tatsächlich etwas an sich haben, was andere provoziert. Vielleicht wirken Sie arrogant? Gerade unsichere Menschen verstecken sich oft hinter einer Fassade aus Arroganz. Vielleicht wollen Sie auch zu sehr, dass andere Sie mögen, so dass es so wirkt, als biedern Sie sich an? Dieses sogenannte “Schleimen” wirkt sehr negativ auf andere und wird Ihnen keine Freunde machen. Vielleicht leiden Sie unter Körpergeruch und haben es selbst noch nicht gemerkt?

Seien Sie bei solchen Fragen kritisch, aber nicht überkritisch. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht nur in Vermutungen begeben, sondern sich ein ehrliches Feedback von guten Freunden oder neutralen Fachleuten holen. Machen Sie sich mit möglichen Erkenntnissen nicht fertig – Sie sind trotzdem ein wundervoller Mensch!

Beenden Sie Ihr “Opferdasein”

Analysieren Sie die Situation - Nehmen Sie sich an einem Wochenende einmal in aller Ruhe Zeit und analysieren Sie systematisch die Situation. Tun Sie das schriftlich und schildern Sie auch Freunden das Problem. Schreiben Sie sich alle Bemerkungen und Hinweise Ihrer Freunde auf und durchdenken Sie sie. Wir haben Ihnen hier einmal eine Reihe von Fragen zusammengestellt, mit denen Sie die Situation gut durchdenken können:

Tipp

Vielleicht können Sie Ihre Ausstrahlung, Ihre Wirkung auf andere durch einen Kommunikations- oder NLP-Kurs verbessern?

Arbeiten Sie an sich und zwar in einem positiven Sinne – Wenn Sie eine Mobbing-Situation beenden wollen, müssen Sie selbst an sich arbeiten. Das ist vielleicht anstrengend, aber es geht hier darum, dass Sie etwas Gutes für sich tun, um in Zukunft glücklicher und zufriedener zu sein. Finden Sie dafür zunächst heraus, welche Fähigkeiten, Einstellungen und Überzeugungen Sie brauchen, um sich aus Ihrer Opferrolle befreien zu können und was Sie daran hindert. Wenn Sie wissen, was Ihre unerwünschte Situation begünstigt, können Sie aktiv etwas tun. Vielleicht hilft eine systematische Beratung von professioneller Seite?

Vielleicht sollten Sie sich zunächst auch einmal eine Auszeit nehmen, um die ganze Sache aus einem Abstand heraus zu durchdenken?  Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um konstruktiv an sich zu arbeiten. Ihr Leben wird sich so ganz erheblich ändern und damit auch Ihre Arbeitssituation.

Alternativen finden – Finden Sie sich nicht länger mit der Situation ab, die Sie krank macht. Überlegen Sie sich, welche anderen Möglichkeiten Sie haben. Vielleicht können Sie mit jemandem das Zimmer tauschen, vielleicht die Abteilung wechseln? Vielleicht können Sie sich dem Mobber einmal ganz direkt stellen und einmal in Ruhe über Ihren verdeckten Konflikt reden? Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, sich einen anderen Job zu suchen?

Entscheidend ist, dass Sie selbst aktiv werden, bevor Sie zu sehr unter der Mobbing-Situation leiden. Handeln Sie, solange Sie Kraft dazu haben. Machen Sie mit Freunden ein Ideenbrainstorming zu allen Möglichkeiten, die Sie haben. Denken Sie auch über die herkömmlichen Wege hinaus. Finden Sie heraus, was Sie wollen und setzen Sie sich Ziele. Arbeiten Sie dann konsequent auf Ihre Ziel hin – ob mit oder ohne Mobber. Lassen Sie Ihr Leben nicht von einem Menschen gestalten, der Ihnen nur Böses will.

Das eigene Leben in die Hand nehmen – Abschließend raten wir Ihnen, einmal Ihre Grundeinstellungen zu überprüfen und ggf. zu ändern. Leben Sie eigenverantwortlich, indem Sie Ihr Leben aktiv gestalten und gut für sich selbst sorgen. Oder neigen Sie eher dazu, sich von anderen abhängig zu machen? Können Sie für sich und Ihre Bedürfnisse einstehen? Wenn nicht, dann nehmen Sie sich dieses Recht. Machen Sie sich klar, dass Sie Ihr Leben selbst führen und beeinflussen können. Werden Sie sich Ihrer Kraft und Ihrer Möglichkeiten bewusst.

Dies sind nur einige Tipps, die Ihnen weiterhelfen können. Für weitere Informationen finden Sie z.B. im Buchhandel verschiedene Bücher zum Thema. Schauen Sie doch mal hinein. Viele Organisationen, wie auch z.B. die DAG, bieten spezielle Mobbing-Seminare an. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe auch eine entsprechende Selbsthilfegruppe, die Sie besuchen können?

  1. Udo schreibt am 10. November 2011 um 21:03

    Ein Freund von mir wird gemobbt mit unzähligen kleinen Gehässigkeiten (mehrmals wird der Urlaub wird aus dem Urlaubsplaner gelöscht; man legt Betriebsfeste zu Terminen zu denen er bekanntermaßen nicht kann; unterstellt ihm er sei unkollegial, dabei muss er allein die Arbeit machen und die anderen Kollegen quatschen miteinander etc. pp) Und sein Vorgesetzter macht das Ganze mit, indem er in Berichte Unwahrheiten hineinschreibt, die er erst nach Hinzunahme des Betriebsrates korrigiert. Er hält das Klima fast nicht mehr aus, weil es so viel Energie kostet und er Angst hat, auch wirklich mal einen große Fehler zu machen. Die Personalabteilung hat ihn auch nicht ernst genommen und er ist ziemlich ratlos.

    Was also tun in einer solchen Situation?

    • Maria schreibt am 13. November 2011 um 07:19

      KÜNDIGEN!

    • Monika schreibt am 13. November 2011 um 07:42

      Ich bin auch für kündigen, denn warum soll man sich das Leben schwer machen lassen??
      Gleichzeitig bin ich für >Arbeit an mir selbstMutterthema< will endlich bearbeitet werden.
      Wie gesagt, hinter Mobbing steckt viel mehr.....
      Es trifft vor allem Menschen, die endlich aufwachen sollten und vor allem, die sich mit sich selbst auseinander setzen sollten. Schönen Sonntag!!!!

  2. Maria schreibt am 13. November 2011 um 07:23

    Ich habe gerade in diesen Tagen von einem Selbstmord erfahren, dessen Auslöser "auch" Mobbing war.

    Und es ist nicht das erste Mal: vor einigen Jahren hat sich ein guter Freund (*) von mir das leben genommen "auch" (in diesem fall vielleicht hauptsächlich!) wegen Mobbing!

    (*) verheiratet, mit zwei kleinen Kindern

  3. Susanne schreibt am 13. November 2011 um 09:31

    Hallo,

    ich war und bin aktuell zum Mobbing-"Opfer" geworden. Das schon jahrelang und zwar durch einen Kollegen, der sehr subtil vorgeht, immer zu jedem außerordentlich freundlich und hilfsbereit ist. Ich habe ihn einmal als "Aal" bezeichnet, weil er wirklich sehr schlecht greifbar ist.

    Eines kann ich mir selbst auf die Fahne schreiben, ich hätte schon sehr viel früher für mich sorgen und mich nach etwas Neuem umsehen sollen. Doch war ich mit den weiteren Umständen und meiner Arbeit "eigentlich" zufrieden. Ich habe versucht mich anzupassen, ohne mein Gesicht zu verlieren. Zeitweise ist mir das gelungen.

    Doch unter dem Strich habe ich verloren und habe zu viel, viel zuviel Energie in etwas gesteckt, was es nicht wert war. Oft ist es die Angst, die uns lähmt zu agieren und zwar in jeder Hinsicht. Ich kann nur jedem raten, in einer solchen Situation sich Verstärkung zu holen und rechtzeitig zu gehen. Aber zu gehen und auch bei sich zu schauen, was dazu geführt haben könnte und was ich selbst anders machen sollte.

    Interessant finde ich, und das möchte ich an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass andere Menschen ja unsere Spiegel sind...

    • Laura Bach schreibt am 14. November 2011 um 20:51

      Das schon süchtig zu nenende Verhalten des Mobbers hat folgenden Grund :
      er haut auf seinen Spiegel : das Opfer triggert seine Abwehr an/ bedroht deeren Stabilität - die Abwehr seiner eigenen Ohnmachtsgefühle/erfahrungen

      deswegen helfen auch all die gängigen, wenn auch noch so gut gemeinten Interventionen nicht : es ist ihm nicht bewusst!

      Opfer und Täter ( und auch die "Helfer" ) haben das gleiche Thema und alle drei kennen die Erfahrung von großer Hilflosigkeit / Ohnmacht - zumeist aus der Kindheit.
      Alle drei beschließen sehr schnell : daaaaaaas will ich nicht mehr fühlen und verdrängen :
      Das Opfer verdrängt oft mithilfe von besonders freundlich, engagiert, genau

      der Täter beschließt unbewusst " Nie wieder Opfer " und geht gern in den Angriff

      der Helfer hilft dem Opfer, um sein eigenes Ohnmachtsgefühl zu verdrängen

      All das unbewusst - deswegen nicht geheilt.

      In Deutschland bringen sich ca. 1000 Erwachsene/ pro Jahr wegen Mobbings um - die Duunkelziffer wird weit höher sein - über Kinder/Jugendliche gibt es überhaupt keine Zahlen!!

      Richtiges Mobbing ( der Begriff wird nicht immer zutreffend verwandt ) ist traumatisch - Kinder, die das erlwebt haben, werden oft später Täter oder wieder Opfer, in Ehe und Familie, Beruf.

      Wenn Eltern ihre Erfahrung nicht heilen, nimmt mindestens ein Kind das Thema wieder auf....

      In einer inneren Arbeit kann das Opfer in der Begegnung mit seinem Täter die Verstrickung lösen, sich seine Macht zurückholen : am nächsten Tag hat der Täter kein Interesse mehr an der Person! Erklärung : s.o.!

      herzlichst ! Laura Bach

  4. Noiram schreibt am 13. November 2011 um 10:31

    Mobbing ist 'ne harte Sache. Wir sollten alle mithelfen und Unterstützung anbieten wenn wir ein Mobbingopfer kennen oder bei uns in der Arbeit jemand gemoppt wird. Es sind nicht nur die Mobber sondern auch all die die zusehen.
    Ist man Opfer bleibt leider oft wirklich nur die Kündigung. Dies ist je nach Lage natürlich schwierig. Dennoch Mobbing kann bleibenden Schaden hinterlassen. Das Vertrauen leidet sehr und die Persönlichkeit kann derart geschädigt werden das man an der neuen Stelle wieder gemobbt wird.
    Ursacheforschung finde ich nur bedingt sinnvoll. Es sollte klar sein wer Opfer und wer Täter ist denn jeder wirklich jeder kann von Mobbing betroffen werden.
    Eins noch: Wir müssen uns nicht immer alles gefallen lassen,
    " Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt"

  5. Morganne schreibt am 13. November 2011 um 12:16

    ja, auch ich möchte zu diesem Thema etwas schreiben, weil ich Mobbing in meinem Leben oft genug erlebt habe.
    Tania, vielen Dank dafür, dass du es erneut gewaagt hast, dieses Thema aufzugreifen. Aber ehrlich gesagt, ich glaube, ihr könntet jede Woche etwas darüber schreiben, so akut ist es mittlerweile in Deutschland!

    Ich bin selbst am überlegen, ob ich meinen noch Arbeitgeber auf diesen Link aufmerksam machen soll!

    Sich wehren? Ja ist gut, aber wenn die Kollegen über Leichen gehen und lügen, dann stehst du allein da, ohne Beweise ohne Zeugen!

    Und selbst kündigen? Dann hast du die A-KArte, weil du nämlich noch vom Arbeitsamt zusätzlich gesperrt wirst, als wohlverdiente Strafe für dein unartiges Verhalten!

    Nach dem Motto: "Wer anders ist, muss büßen!"

    Viele Grüße am Sonntag wüsncht Euch

    • Morganne schreibt am 13. November 2011 um 12:40

      Ach und noch was! In dem Augenblick paßt Albert Einsteins Spruch wunderbar hin:

      WER EIN TADELLOSES MITGLIED einer SCHAFHERDE SEIN WILL, MUSS SELBST EIN SCHAF SEIN!

      Viele Grüße einer nicht Schafstammenden und nicht Schafwerdenden Frau!

  6. Monika schreibt am 13. November 2011 um 12:46

    Morganne, danke für deinen Spruch, ich gehöre auch zu der nicht Schafwerdenden Rasse....:-))

  7. Monika schreibt am 13. November 2011 um 13:50

    Hallo zusammen
    und danke für das erneute Verlinken dieses Artikels. Er kam zur rechten Zeit, da ich seit Monaten erhebliche Angst davor habe, noch einmal gemobbt zu werden, nur gemerkt habe ich das so richtig erst heute durch den Artikel.

    Jetzt bin ich traurig, aber auch froh, über diese Erkenntnis und gleichzeitig dankbar für Eure Ideen dazu, was jeder der Beteiligten dagegen tun kann, was auch wichtig ist. Denn ein Konflikt zwischen zwei Personen ist lange nicht so schlimm, als wenn dann andere auf den Zug aufspringen und mitmachen, statt Farbe zu bekennen. Mir war mobben schon immer ein Graus, egal wie ungewöhnlich anders Menschen sind. Aber ich liebe ja auch die Vielfalt und fände es furchtbar, wenn alle gleich ticken würden. Aber genau das erwarten manche Mobber: dass andere sind wie sie.

    In einem Führungskurs vor ein paar Jahren wurde meinem früheren Chef beigebracht, dass jede Gruppe Ihren Sündenbock brauche und dass es der Gruppe gut täte, gegen jemanden zu sein, um Frust abzulassen. Nur zu sehr übertreiben sollte man das nicht und auch nett zu dem Sündenbock sein. Damals konnte ich mich nicht dagegen zur Wehr setzen. Mittlerweile bin ich wehrhafter, trotzdem sorgt der zunehmende Streß dafür, dass ich wieder merke, dass ich schwächer werde, aber es ist nicht mehr die gleiche Situation. Man lernt nie aus und es ist für mich wichtig, nie aufzuhören, anzufangen

    liebe Grüße
    Monika

    • Morganne schreibt am 13. November 2011 um 14:51

      hallo, zum thema Mobbing empfehle ich noch das Buch von Martin Wolmerath "Mobbing", das das Thema "Sündenbock" sehr ausführlich beschreibt...

      Määäää,määää, määäääää

      Morganne!

      P.S. Lachen ist auch eine sehr gute Anti-Mobbing-Therapie!