Selbstfürsorge – Wie man gut auf sich aufpasst

Selbstfürsorge

Wer immer nur für andere da ist und nie für sich selbst sorgt, der zerstört sich selbst meistens seelisch und körperlich!

Nicht falsch verstehen: Es ist schön, sich um andere zu kümmern, und macht ja auch nachgewiesenermaßen glücklich. Aber eben nur, wenn man sich selbst nicht vergisst.

Wie sieht das denn bei Ihnen aus mit der Selbstfürsorge? Passen Sie gut auf sich selbst auf? Oder vernachlässigen Sie sich manchmal?

Wenn Sie sich selbst auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen sollten, wo würden Sie sich dann einsortieren? Wenn 1 die totale Selbstvernachlässigung wäre und 10 eine perfekte und umfassende Selbstfürsorge. Was wäre Ihre Zahl?

Falls Sie jetzt merken, dass Sie hier ein bisschen Handlungsbedarf haben, dann helfen Ihnen die folgenden Zeilen vielleicht weiter.

Die Grundannahme für Selbstfürsorge

Die wichtigste Voraussetzung für eine funktionierende Selbstfürsorge ist: Sie müssen sich selbst erlauben, überhaupt für sich zu sorgen. Klingt selbstverständlich? Ist es aber für viele Menschen nicht.

„Ich zähle. Meine Bedürfnisse zählen. Ich habe auch Gutes im Leben verdient. Ich bin nicht nur ein Dienstleister anderer Menschen.“

So oder ähnlich klingt es, wenn Sie sich selbst erlauben, gut für sich zu sorgen.

Wie ist das bei Ihnen? Erlauben Sie sich Selbstfürsorge?

Die Basis für Ihre Selbstfürsorge

Selbstfürsorge fängt bei den körperlichen Grundbedürfnissen an. Schlafen Sie genug? Essen Sie regelmäßig? Und vielleicht auch Nahrungsmittel, die gut für Sie sind? Trinken Sie ausreichend?

Oder sind Sie oft müde und kraftlos? Oder oft krank? Oder wiegen Sie mehr, als gut für Sie ist? Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Sie die Basis der Selbstfürsorge missachten.

Wie ist das hier bei Ihnen auf einer Skala von 1 bis 10?

Ruhe und Entspannung

Sorgen Sie für ausreichend Erholung? Also Zeiten, in denen Sie frei über Ihre Zeit verfügen können und nichts tun müssen. Spazieren gehen. Ein Nickerchen machen. In die Sauna gehen. Sich mit Freunden zwanglos auf ein Bier treffen.

Zur Selbstfürsorge gehören Auszeiten, bei denen Sie nicht funktionieren müssen. Wo Sie einfach tun können, was Ihnen Kraft gibt und was Ihre Batterien wieder auflädt.

Wie würden Sie sich hier auf der 10er-Skala einschätzen?

(Etwas anderes:  Haben Sie sich schon einmal unser Projekt: Tagebuch angeschaut? Für alle, die sich schreibend selbst coachen möchten. )

Druck und Belastung

Es gibt Situationen im Leben, die setzen uns unter Druck. Wenn wir Dinge tun sollen, die wir nicht tun wollen oder können. Wenn andere etwas von uns verlangen, was wir nicht mit uns selbst vereinbaren können. Wenn wir Dauerstreit mit jemandem haben. Wenn wir gemobbt werden. Oder wenn wir zu viel Leistung bringen sollen.

Diese Art von Druck ist für jeden von uns für eine gewisse Zeit verkraftbar. Aber wenn es zu lange dauert oder überhaupt kein Ende der belastenden Situation absehbar wird, dann kann uns Druck kaputt machen.

Zur Selbstfürsorge gehört es, dafür zu sorgen, dass der Druck und die Belastung kleiner wird.

Haben Sie überdurchschnittlichen Druck in Ihrem Leben? Ihre Einschätzung auf der Skala von 1 bis 10? Und falls der Druck über 5 ist: Was tun Sie dafür, um den Druck rauszunehmen?

Abwechslung

Wenn unser Leben zu eintönig wird, dann kann die Lebendigkeit und Lebensfreude aus unserem Alltag verschwinden. Wir brauchen Abwechslung und neue Impulse im Leben, damit wir nicht zu sehr in unserer Routine versacken.

Zur Selbstfürsorge gehört es auch, für Abwechslung, Zerstreuung, neue Impulse oder neue Lernfelder zu sorgen.

Wie spannend ist Ihr Leben? Wo würden Sie Ihr Leben im Augenblick in dieser Hinsicht auf der 10er-Skala bewerten?

Nähe und Miteinander

Nähe, Gemeinsamkeit, Austausch und Miteinander sind normale menschliche Bedürfnisse. Und wenn ich immer nur gebe, dann bleibt das Miteinander oft auf der Strecke.

Haben Sie genug gleichberechtigte Gemeinsamkeit und Austausch in Ihrem Leben? Austausch, bei dem Sie nicht nur geben, sondern auch etwas bekommen?

Bekommen Sie genug Zuspruch, Aufmerksamkeit, Liebe und Streicheleinheiten?

Zur Selbstfürsorge gehört es auch, für das eigene Bedürfnis nach Nähe zu sorgen. Dazu muss man manchmal unter Menschen gehen, Freundschaften pflegen, neue Menschen kennenlernen und neue Freunde gewinnen.

Sie sind es jetzt schon gewohnt: Ihre Selbsteinschätzung zum Thema Nähe zwischen 1 und 10? Wie sieht es hier bei Ihnen aus?

Selbstbestimmung

Zur Selbstfürsorge gehört für mich auch noch ein weiterer Punkt: die Selbstbestimmung. Das heißt, ich muss auch die Dinge tun können, die mir allein wichtig sind. In meinem Leben muss also auch Platz und Raum für die Tätigkeiten sein, die mir Freude machen und die mich erfüllen. Selbst wenn alle um mich herum das nicht verstehen oder sogar missbilligen.

Und zu meiner Selbstfürsorge gehört auch, dass ich mir diesen Raum für mich erkämpfe. Notfalls auch gegen der Widerstand meiner Familie. Und ich weiß, gerade wenn man kleine Kinder hat, ist das oft schwierig. Aber trotzdem möglich und wichtig, um nicht koppheister zu gehen.

Ich frag das letzte Mal, versprochen: Wie selbstbestimmt ist Ihr Leben? Wie gut sorgen Sie für Raum nur für sich?

Selbsttest Selbstfürsorge

Wie sieht nun Ihr kleiner Selbsttest zum Thema Selbstfürsorge aus:

  • Erlauben Sie sich Selbstfürsorge überhaupt?
  • Sorgen Sie für die körperlichen Grundlagen?
  • Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Entspannung?
  • Halten Sie den Druck und Stress in Ihrem Leben in Schach?
  • Geben Sie sich selbst genug Abwechslung und Inspiration?
  • Sorgen Sie für ein gesundes Maß an Nähe und Miteinander?
  • Und erlauben Sie sich den Raum für das, was nur Ihnen wichtig ist?

Sorgen Sie bitte gut für sich selbst. Niemand will, dass Sie sich kaputt machen. Denn wenn Sie krank werden, unglücklich sind oder durchdrehen, ist den Menschen um Sie herum auch nicht gedient.

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Kommentare

Sylvia schreibt am 10. Februar 2013

Ganz wunderbarer Artikel !!!

mathilde schreibt am 10. Februar 2013

danke, ich habe diesen artikel ganz notwendig, und sage allen…. schaut auf euch, sonst macht es keiner für euch und ihr werdet im alter krank und ungenießbar…
selbstliebe und dann nächstenliebe

danke für diesen beitrag !!!!!!!

Heidrun Irene Kirchner schreibt am 10. Februar 2013

WUNDERvoll auf den Punkt gebracht – klar und komplex! DANKE! <3

Für mich selbst bin ich bereits seit geraumer Zeit unterWEGs. Doch ist es eine große Aufgabe, Menschen – besonders Ältere – liebevoll und konsequent dahin zu führen, dass sie erkennen können, dass ein "gesunder Egoismus" nichts Zerstörerisches hat, sondern lebenserhaltend und eine Quelle der Freude ist.

Danke für Ihre fantastische Arbeit zum Wohle der Menschen!

Heinrich Reckweg schreibt am 10. Februar 2013

Ich kann das nur bestätigen. In der Bibel steht:
“Liebe Deinen Nächsten-…… wie Dich selbst”.

Gerrit Jessen schreibt am 10. Februar 2013

Vielen Dank für diesen und andere gute Ratschläge. Ich befolge die nicht immer ausreichend, aber durch die immer wiederkehrenden Impulse verliere ich es nicht vollends aus den Augen. Wie heisst es so schön? Das Leben ist eine Reise.

Anja schreibt am 10. Februar 2013

Ich merke beim Lesen des Artikels, dass ich daran arbeiten muss. Danke für die Denkanstöße.
Anja

Gretchen schreibt am 10. Februar 2013

Liebe Freunde Euer Selbst,

begebt Euch auf die Suche nach Eurem “inneren Kind”. Dies ist der Schlüssel, den ich gestern nach langer langer Zeit wieder gefunden habe und es tut so unglaublich gut, mich selbst, meine Bedürfnisse wiedergefunden zu haben. Ich werde nun sehr viel Zeit mit meinem inneren Kind verbringen und es nachträglich lieben, loben und trösten. Es gibt zu diesem Thema viele Bücher und ich bin mir sicher, dass bei vielen vielen Menschen hier, genau hier der Schlüssel vergraben ist. Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl seit gestern und ich fühle mich wohl, ich habe mich selbst wieder gefunden. Von Herzen

    Heide-Rose Decurtins schreibt am 10. Februar 2013

    Oh ja – das Innere Kind – ein unerschöpfliches Thema, das sich lohnt es anzugehen, darüber zu lesen, mal einen Kurs besuchen – und dann umzusetzen. LOSLASSEN ist überhaupt das Schlüsselwort. Als Kind wurde uns eingetrichtert lieb und nett zu sein, damit wir geliebt werden – und wenn wir älter werden, merken wir, dass wir so angepasst durchs Leben wandeln, dass es manchmal sehr weh tut. Als ich das erste Mal hörte egoistischer zu sein, verstand ich dies “unrichtig”, Egoismus hat ja einen negativen Touch – ist es aber nicht, wenn dieser richtig eingesetzt wird. Für mich gibt es heute Egomanen – Menschen, die nur sich sehen – mit Ellenbogen und Füssen andere treten um ihre egoistischen Bedürfnisse durchzusetzen – und Menschen – die erkennen, dass Grenzen gesetzt werden müssen – und dies ist ein gesunder Egoismus. Nein sagen zu lernen ist eine sehr harte Arbeit an sich. Abgrenzen ist da ein Schlüsselwort. Wenn ich keine Lust habe ein Telefon anzunehmen, tu ich es nicht, wenn ich lieber spazieren gehen möchte, als in einem Café mit Kollegen eine seichte Unterhaltung zu führen, sage ich NEIN, danke – und gehe raus spazieren. Ich kann für andere Menschen nur da sein, wenn es mir gut geht, ich es aus freiwilligen Stücken mache – und – nichts zurück erwarte. Warum vermeinen wir immer geliebt werden zu müssen, zuerst müssen wir uns lieben – denn wenn wir uns lieben ist das schon sehr viel. Ich habe in den letzten Jahren festgestellt: Liebe erhalte ich reichlich geschenkt – Neid jedoch, den musste ich mir hart verdienen ! Herzliche Grüsse – und DANKE für diesen sehr treffenden Artikel.

    silke schreibt am 22. Februar 2013

    das klingt immer so schön…aber ist das nicht reine theorie?? wo immer den unterschied finden zwischen selbstermutigung, verwöhnen, sich unterdrücken lassen von den bedürfnissen anderer? wie soll jemand gesunden egoismus lernen, der es nie gelernt hat? und wie seinen eigenen werten treu bleiben??
    und wenn man beruflich doch immer wieder ausgenutzt wird? weil man sich unbewusst solche stellen sucht, die andere niemals machen würden?
    ich finde inneres kind quatsch ich finde, man kann eigentlich nur von `gesund´egoistischen menschen lernen und muss seinen wunsch `ich werde geliebt wein ich brav, fleißig und angepasst bin`umwandeln in `ich werde von den menschen geliebt, die mich achten, weil ich bin wie ich bin und nicht, weil ich ihnen gefällig bin`.

Sonja schreibt am 10. Februar 2013

Lieber Ralf,

wieder einmal sehr schön auf den Punkt gebracht! : ) Danke für soo viele hilfreiche, ermutigende und wegweisende Beiträge.

“Zeit zu leben” ist eine echte Bereicherung für mein Leben (und ich denke für sehr viele andere auch). Eine tolle Arbeit, die Ihr hier leistet! DANKE!

Ich freue mich immer auf den Newsletter.

Liebe Grüße
Sonja

Monika Viesel schreibt am 10. Februar 2013

Guten Morgen!

Welch ein Beitrag – besser kann der Sonntag kaum eingeläutet werden – danke.-
An meinem Geburtstag im August vesprach ich symbolisch einer Freundin, aber vor allem mir selbst, mich vor meinen Tätigkeiten, Aktivitäten, dem Alltag etc., immer wieder erst zu fragen – tut MIR das gut, ist es das, was ICH tun möchte und – will ICH das überhaupt? In diesen Momenten der Überprüfung wurde mir erst einmal deutlich bewusst, wie automatisiert, auf Funktionalität begrenzt mein Leben ablief. Dass meine Zufriedenheit, mein Selbstwertgefühl sich auf das Gelingen all dieser “Notwendigkeiten” beschränkte-. Wo war die Balance zu der “anderen” Seite eines Lebens?” geblieben? Aber immer mehr schleicht sich seit diesem Vorsatz ein “mich gibt-es auch” hinein, auch, wenn dadurch Beziehungen, die auf der Selbstverständlichkeit meines Schulterns beruhten oder zum Zwecke der Selbstbestätigung des Gegenübers bestanden, zuende sind. Sich wahrnehmen, loslassen, mit sich und seinen Bedürfnissen eins werden, sich bewusst und mit Fug und Recht Auszeiten und kleine Extras gönnen gibt mir das Gefühl, dass auch ich auf diesem Planeten (einfach ich -) sein und mein Leben mitgestalten darf und kann.
Liebe Grüße
Monika

    Ursula Berger schreibt am 10. Februar 2013

    ganz herzlich für diesen kommentar, liebe
    monika. das sind genau die fragen, die es
    braucht, um uns unserer gedanken und
    unseres handelns bewußt zu werden…

    die nächsten schritte sind dann schon etwas
    schwieger: erkennung unserer automatisch
    ablaufenden prorammierungen,die uns ver-
    und behindern – und diese dann auch noch
    dauerhaft zu wandeln. das tolle: es ist möglich!!!

    ganz herzliche grüße
    ursula

    Ursula Berger schreibt am 13. Februar 2013

    korrektur: es sollte heißen “die nächsten schritte sind
    dann schon etwas schwieriger….”

Silke schreibt am 10. Februar 2013

Mal wieder ein ganzz toller Artikel, der präzise so wichtiges bereichernd auf den Punkt bringt.
Ihr macht eine ganz wunderbare Arbeit und ich bin immer wieder begeistert von euren Inspirationen!!
Viele liebe Gruesse und viel Freude, Gesundheit, Begeisterung, (Selbst-)Liebe und Zufriedenheit für euer Team! Silke

Petra schreibt am 10. Februar 2013

“In diesem Jahr, werde ich wirklich einmal an mich selbst denken”, diesen Vorsatz habe ich mir schon so oft am Anfang eines neuen Jahres vorgenommen und dann….. am Jahresende ist nichts davon übrig geblieben. Plötzlich aber streikte mein Körper, meine Gesundheit, viele Termine (auch die, die mir am Herzen liegen und nur für mich wichtig waren) mussten abgesagt werden. Ruhe war angesagt- ich konnte es am Anfang kaum aushalten, merkte dann aber, was mir wirklich fehlt. Das “An sich selbst denken” einfach so zwischendurch, der Plausch mit der Freundin ohne auf die Uhr zu schauen, einmal in den Tag hineinleben ohne ein schlechtes Gewissen. Nun gehen wir schon 6 Wochen durch das neue Jahr, ich merke, die Unruhe, die Hektik, die Termine holen mich ein, das schlechte Gewissen, nicht alles schaffen zu können, verfolgt mich. Der Artikel heute rüttelt mich wieder auf, ich drucke ihn mir aus und hänge ihn an meinen Kühlschrank mit der Überschrift–Denk mal an dich!!! Vielen Dank für die Anstöße zur Selbstfürsorge- vielleicht gelingt es mir damit, wenigstens ein Stück weit. Einen schönen Sonntag und viele Grüße.

Inna schreibt am 10. Februar 2013

Ganz besonders gilt das auch, wenn man Mutter geworden ist. Wenn man sich für das Kind aufopfert – weil man eben eine ganz besonders gute Mutter sein will – wird die Belastung früher oder später zuviel und das ist für das Kind dann viel schlechter, als wenn man rechtzeitig schaut, dass man auch Zeit für sich bekommt – Kind regelmäßig bei Mann, Eltern oder Freundin lassen und wenigstens 2 Stunden nur für sich selbst sorgen – auch wenns anfangs schwer fällt oder so wirkt als ginge das nicht.

Susanna Haller schreibt am 10. Februar 2013

Guten Morgen … und danke …
…manchmal ist es gar nicht so einfach, wenn man mit vollem Herzen liebt – und dann geschieht etwas, das von einem viel Hilfe und Zeit braucht.
Was haben wir gelernt in den letzten 15 Jahren, wo wir 6 Senioren aus der Familie bis zum Sterben begleitet haben, Wohnungen gepflegt, Umzüge ins Heim bewerkstelligt, Häuser geräumt, die eigenen Kinder ins Erwachsenenleben hineinbegleitet, selber mit chronischen Leiden umzugehen lernend?
Zuerst haben wir immer Ja gesagt und einfach getan … doch wir kamen an Grenzen – und verpassten fast die Zeit für die fplgenden wichtigen planenden Gespräche, damit wir selber nicht umfielen.
Mit dem Menschen, der unsere Hilfe benötigt in einem guten Gespräch herausfinden, was alles nötig ist und wer einen dabei von aussen < das ist eine der wichtigsten Fragen! .. unterstützen kann.
Dabei sich gemeinsam fragen, was ich selber ganz gewiss behalten möchte in meinem aktuellen Lebensablauf – und derjenige, der Hilfe braucht, sich öffnet, um die Hilfe von aussen, von Fremden, anzunehmen, sind ganz wichtige Voraussetzungen.
Dass sogar mit einem an Alzheimer erkrankten Menschen Momente des liebevollen Verstehens seinerseits geschehen kann eine kleine Geschichte mit der Mutter meines Mannes.
Bei unseren Besuchen im Heim, wo sie gut aufgehoben und liebevoll begleitet ihre letzten zwei Jahre lebte, kam es öfters vor, dass wir sie in ihrem Zimmer fanden, mit all ihren Siebensachen aus Schränken und Schubladen auf ihrem Bett bereit zum Verpacken. Strahlend kam sie jeweils auf meinen Mann zu: Wie schön, dass du kommst und mir umziehen hilfst ….
Das erste Mal wurde mein Mann fast vom Schlag getroffen :-) – doch bald erinnerte er sich an etwas, das bei Mutter immer geblieben ist, ihre liebevolle Fürsorglichkeit ihm und mir gegenüber. So lud er uns beide jeweils zuerst in die Caféteria ein, weil ich von der Reise noch etwas müde sei und zuerst etwas ruhen möchte. Da war ihre Aufmerksamkeit sofort bei mir und meinem Wohlbefinden.
Bis es dann Zeit wurde für Abschied und ihre Essenszeit, war für sie der "Umzug schon geschehen", beim Aufsuchen des Zimmers mussten wir nur noch gemeinsam die Sachen einräumen, so wie sie sich das vorstellte.
Da zu sein und Zeit zu haben, um einfach nur dazusein und zuzuhören, ist oft das allerwichtigste, alles andere können andere Helfer tun. Das war eine der wichtigsten Erfahrungen, die wir für unsere eigene Fürsorge lernten.
Wunderbare sonnige Grüsse
Susanna

hundefloh schreibt am 10. Februar 2013

bin gerade im Aufbruch zu einem neuen Leben , Vom Lebensgefährten getrennt, Haus verkaufen, Eigentumswohnung kaufen, daß mit 70 Jahren, ziemlich viel auf einmal, aber oich spürte, jetzt mußte es sein. Die größte Aufgabe für mich, loslassen, Vertrauen in das Neue finden, mich selbst finden, einen gesunden Egoismus leben. Ich freue mich darauf, habe aber auch manchmal Angst davor.

    mrtlbrnft schreibt am 10. Februar 2013

    Nur weiter, liebe/r Hundefloh! Es gehört manchmal mehr Mut dazu, nichts zu verändern.

    Marina schreibt am 10. Februar 2013

    Mein Lieber Schwan, solch eine Veränderung mit 70Jahren! Respekt!! Das erfordert sicher viel Mut oder Verzweiflung. da hat Jemand noch viel vor, oder.
    Viel Glück, Erfolg und Glauben an Dich selbst!
    Liebe Grüße, Marina

    Huhn schreibt am 2. März 2013

    Lieber Hundefloh,

    meine Anerkennung für den Mut, diese Veränderungen zu wagen und danke für die Bestätigung, dass es nie zu spät ist, die sicher auch anderen Mut macht! Alles Liebe und gutes Gelingen wünscht

    Huhn :-)

Janina schreibt am 10. Februar 2013

Das ABC der Selbstfürsorge wird von mir seit einigen Jahren erlernt, und manchmal erscheint es wie eine fremde Sprache. Es gibt blinde Flecken, weil man es nicht gewohnt ist oder sich nicht erlaubt und und und…
Da ist es ist sehr hilfreich, sich mal konkret damit zu beschäftigen, in welchen Teilbereichen Selbstfürsorge nötig und möglich ist. Die Aufteilung gefällt mir sehr gut.
Ich finde, das macht es viel leichter, bei sich zu schauen und danach zu handeln, in kleinen Schritten einer guten Selbstbehandlung immer näher zu kommen.
Danke!

Marilian schreibt am 10. Februar 2013

Herzlichen Dank für die Anregungen und Fragestellungen. Ich denke, es ist ein wichtiges Thema! Ja das Geben bereitet Freude sei dies im privaten, sowie im beruflichen Bereich aber, aber wenn man/frau sich dabei verliert, dann besteht die Gefahr, dass sich ein Burnout sich manifestiert. Und wenn dies da ist, ist man/frau zwangsläufig gezwungen gewisse Verhaltensmuster zu verändern. Dies ist ein langer und schwieriger Prozess. Hoffentlich ist dies nicht die einzige Möglichkeit zu lernen sich selbst zu lieben, sich gute Sachen zu erlauben, sich für sich einzusetzen und egoistisch zu werden (im guten Sinne)! Die Balance wieder herzustellen ist ein langer Weg aber durchaus machbar. Man/frau soll auch geduldig mit sich sein und evt sich Unterstützung von aussen holen. Nochmals herzlichen Dank!

Emriye schreibt am 10. Februar 2013

Vielen lieben Dank für diesen sehr hilfreichen, praktischen Beitrag.

Ja Mathilde – Selbstliebe und dann Nächstenliebe!
Nur, wie schafft man es sich selbst wertzuschätzen, wenn man es nie gelernt hat?
Für mich war es ein Schlüsselerlebnis, als ich mit Hilfe von Byron Katie mit “The Work” erkannt habe, dass ich nicht meine Gedanken (Ego) bin und all meinen bisherigen Gedanken von früher und heute keinen Glauben schenken muss. Ich kann sie alle überprüfen. Was für eine Befreiung!
(Wenn man unglücklich ist, dann weiß man im Grunde unterbewusst, dass mit den eigenen Gedanken etwas nicht stimmt:-))
So fiel es mir auch sehr leicht ENDLICH LOSZULASSEN.
Plötzlich wird man zuversichtlich und fängt an wirklich alle guten und gelernten Theorien auszuprobieren und umzusetzen (dafür überhaupt erst einmal Kraft zu finden) und mit sich selbst sogar geduldig zu sein. Jetzt schon fröhlich zu sein und sich gleichzeitig auf eine neue Zukunft freuen.
Keine inneren Widerstände mehr und mit Dankbarkeit erfülltes Herz.
Damit steigt auch das Selbstbewusstsein und das Leben beginnt spannend zu sein.:-)

Heute verstehe ich, dass wir uns alle in einem Prozess befinden und dass gerade deshalb alles wirklich alles seinen Sinn hat.
Ich wünsche uns allen weiterhin Bewusstsein auf unserer gemeinsamen Reise.

Petra schreibt am 10. Februar 2013

Ich bin jetzt 51 und habe mein ganzes Leben quasi die Sahara gegeben und war mit einem Sandkorn, das ich erhielt, zufrieden. Ich gehöre zu der Generation, die oft aus Angst vor Strafe, Schläge, Ignoranz oder Verlassen werden und nur um ein kleines Lob oder Anerkennung zu bekommen, meistens widerspruchslos funktioniert hat … immer und überall. Frauen, die gelernt haben, zu funktionieren, sind (im Außen) unglaublich stark und ertragen Unvorstellbares!

Vor 4 Jahren verliebte ich mich in einen Mann, für den Frauen wie ich das gefundene Fressen sind. Was ich nicht wusste: Er ist ein Psychopath. Ich glaube, dass Frauen mit einer gesunden Selbstliebe schnell die Flucht ergriffen hätten. Ich habe lange gar nicht bemerkt, dass da was nicht stimmt. Er hat mich bald immer öfter vorgeführt, verletzt, gedemütigt, angeschrien, belogen, acht- und respektlos behandelt und betrogen und mir davon erzählt … und ich gab “gewohnheitsmäßig” immer wieder mir die Schuld an seinem Verhalten. Im Juni 2012 zog ich die Reißleine. Mitten in Canada habe ich ihn stehen lassen und bin 3 Wochen früher zurückgeflogen als geplant. MEINE Seele hatte so laut nach MEINER Liebe geschrien, das ich es nicht mehr überhören konnte.

Inzwischen habe ich mich endlich (!!!!) mit mir selbst, der Psyche des Menschen, dem Gehirn, dem inneren Kind und auch mit der Bedeutung der Kommunikation auseinandergesetzt. Das ist nicht immer einfach und echte “Arbeit”. Doch ich weiß, dass es sich lohnt! Ich glaube sogar, dass ich schon ein bisschen in mich verliebt bin, denn ich spüre und beachte meine Bedürfnisse jetzt, ohne egoistisch zu sein, grenze mich ab und kann rechtzeitig “stopp” sagen.

Ich bin froh, diese Seite gefunden zu haben … die Beiträge und Kommentare bestärken und motivieren mich immer wieder, auf meinem “neuen” Weg zu bleiben.

Marietta schreibt am 10. Februar 2013

Danke für die Erinnerung an das wirklich Wichtige – “nur, wenn es mir gut geht, kann ich der Welt mein Bestes geben”, sagt meine Heilpraktikerin immer, wenn ich mich mal wieder für die anderen aufreibe.

Ein kleiner Haken bleibt bei der Sache: vieles kann ich für mich selbst tun, bei manchem bin ich aber auf andere angewiesen. Für Nähe, Kontakt und Miteinander kann ich nur Gelegenheiten schaffen (Rausgehen, Anrufen, Treffen, etwas unternehmen, mich attraktiv gestalten, offen und nicht allzu zimperlich sein), aber dann bin ich auf die Zuwendung des anderen angewiesen; wenn ich sie bekomme, ist es ein Geschenk, erzwingen oder kaufen kann ich sie nicht. Bleibt sie aus oder begegnet mir kein “williges” Gegenüber, muss ich die Ohnmacht akzeptieren, dass meine Selbstfürsorge hier eine Grenze hat.
Ich kenne so viele Singles und auch Menschen in Partnerschaften, die gern viel mehr Nähe hätten und alles tun, was in ihrer Macht steht, um Gelegenheiten dafür zu schaffen, und dennoch leiden sie großen Mangel am Miteinander, obwohl sie sich nicht erkennbar selbst im Wege stehen (was ja auch oft vorkommt: dass der innere Saboteur dafür sorgt, dass alle Chancen gleich wieder zugeschüttet werden). Ich sehe ihren engagierten, aber erfolglosen Einsatz und ihr großes Bedürfnis und frage mich, wie dieser Spagat zwischen der eigenen Verantwortung und der Abhängigkeit vom Vorhandensein bzw. Willen eines Gegenübers/Partners überbrückt werden kann.

Was meint Ihr anderen Leser denn, wie eine gute Selbstfürsorge in diesem Punkt aussehen kann?

Nachdenkliche Grüße
Marietta

    Petra schreibt am 10. Februar 2013

    Ich kann Dich gut verstehen, liebe Marietta!!! Mir fehlt die Nähe eines Menschen, mit dem ich “teilen” kann … diese Art von Nähe wird auch die größte Selbstliebe niemals ersetzen können. Ich habe nicht nur keinen Partner, sondern auch keinen richtigen Freundeskreis, so dass ich mich oft einsam und alleine fühle. Dennoch: Ich kann weder zaubern noch etwas erzwingen für mein Leben. Und immer dann, wenn eine Stimme in mir seufzend und mit resignierender Stimme vermeldet hat “es ist eben so wie es ist … finde Dich damit ab”, traf ich auf neue Menschen. Das war übrigens schon mein ganzes Leben so. Schwanger wurde ich übrigens vor 23 Jahren auch erst, nachdem ich die Hoffnung endgültig aufgegeben hatte.

    Liebe Grüße – Petra

    Anna schreibt am 10. Februar 2013

    Ich finde den Artikel auch sehr gut, bin aber in der einen Frage genauso nachdenklich wie Marietta (danke dass ich mit meiner Ratlosigkeit nicht ganz alleine bin) und fühle mich auch wie Petra es beschrieben hat…

    Liebe Grüße an alle.

Moni schreibt am 10. Februar 2013

Danke für die tollen Anregungen. Ich muss noch viel lernen in Bezug “mich selbst zu lieben”. Die Erziehung lief darauf aus, zuerst die anderen, dann nochmal die anderen und irgendwann ich selbst. Das “Selbst” blieb bisher so ziemlich auf der Strecke. In der Ehe und auch in der Partnerschaft. Ich bewundere Hundefloh, dass sie es mit 70 noch in Angriff nimmt. Also ist es bei mir mit 60 nicht zu spät.
Es motiviert mich ungemein, auch wenn es schwierig sein wird, mich von meinem Partner zu trennen. denn er ist wie ein Bumerang, er kommt immer wieder mit Tricks ( bin bisher sehr hilfsbereit ohne wenn und aber) mich zu überreden mit ihm zusammen zu sein. Ich komme mir nun vor wie der Zauberlehrling, der nicht mehr weiter weiß.
Doch nun habe ich Mut gefasst und auch ich werde es schaffen, “egoistisch” zu sein.
Vor ca. zwei Jahren hat mir meine Tochter die Seiten von Zeit zu leben gezeigt. Seitdem hat es mir auf meinem bisherigen Weg sehr geholfen. Danke
Liebe Grüße
Moni

Beate schreibt am 11. Februar 2013

Liebe Marietta,

Dein Beitrag spricht mich sehr an. Ich habe in den letzten Jahren viel dazu gelernt im Bereich der Selbstfürsorge. Nachdem ich zuvor durch kleine und größere Krisen gegangen bin. Mein Wunsch nach Nähe und Verbindlichkeit ist auch vorhanden. Bisher war es so , daß ich Menschen anzog, die anfangs bereit waren dazu, nach einiger Zeit jedoch sich distanzierten. In Freundschafts- und Liebesbeziehungen. Da ich mich damit auseinandersetzte, wurde mir klar, dass diese Menschen oft eine unbewußte Angst vor Nähe haben. Das ist oft erst zu erkennen, wenn man sich schon tief eingelassen hat. Ich glaube wenn jeder für seine Gefühle die Verantwortung übernehmen würde und sie sich und dem Gegenüber eingestehen könnte, wäre viel mehr möglich in Beziehungen. Es hat einen Sinn, wenn man bestimmte Menschen anzieht, nämlich an oder durch sie bestimmte Lektionen zu lernen. Ist nicht immer leicht zu erkennen und es gilt für beide Seiten! Aneinander wachsen kann man nur, wenn man nicht sofort alles hinwirft.
Vielleicht ist ein Weg, wie Du schreibst auch für eine gewisse Zeit die Ohnmacht zu akzeptieren und anzunehmen. Es bleibt nicht so, denn mit Sicherheit gibt es neue Möglichkeiten, alles ist im Wandel. Wichtig ist sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und sich Gutes zu tun.

Liebe und verständnisvolle Grüße
Beate

    Katharina schreibt am 12. Februar 2013

    Liebe Beate, liebe Marietta, liebe Petra,

    Ihr sprecht mir so sehr aus der Seele. Ich habe so viel Selbstfürsorge gelernt und auch zur Selbstliebe gefunden, das hat mich ein ganzes Stück unabhängiger und stärker gemacht, außerdem findet man so auch eher zur Gelassenheit und tut sich nicht mehr alle Menschen an so nach dem Motto”lieber einen üblen Menschen als gar keinen”. Aber die Sehnsucht nach Nähe mit einem anderen Menschen, idealerweise einem, der einem guttut, das Bedürfnis auch zu teilen, das bleibt und Selbstfürsorge, so unerläßlich sie ist, hat ihre Grenzen. Du schreibst so ermutigend Beate, dass wir unsere Ohmacht eine zeitlang aushalten müssen und uns selbst in dieser Zeit viel Gutes tun müssen, Petra spricht vom völligen Loslassen, aber kann man diese Zeit auch noch resigniert und ohne Hoffnung aushalten. Ich bin seit Jahren in dieser Phase , jetzt ist auch noch mein Hund gestorben. Ich habe Neues aufgesucht, Neues gelernt, neue Leute kennengelernt, die aber Angst vor Nähe hatten. Nach all dem Tun, gibt es dann doch wieder nur Alleinsein, Einsamkeit und Selbstfürsorge. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch viel Arbeit an sich selbst und Veränderung nicht die Menschen bringt, nach denen man Sehnsucht hat. Kennt Ihr das auch? Das die Chancen nicht kommen, obwohl man aktiv, offen , neugierig und interessiert auf das Leben zugeht? Ich bin an meinen Grenzen, schon länger und spüre immer häufiger Resignation und Hoffnungslosigkeit. Stimmt da was nicht ? Für mich wird das langsam ein Phänomen, das ich nicht lösen kann.

    Viele Grüße an Euch
    Katharina

    Marietta schreibt am 12. Februar 2013

    Liebe Beate, liebe Katharina und andere Beitragende,

    es tut mir gut, dass Ihr auch diesen “wunden Punkt” spürt, denn die wertvollen Anregungen lesen sich immer so leicht und logisch, mit vielem stimmt man längst überein. Um so weniger ist dann oft verständlich, warum es in manchen Bereichen trotzdem leer bleibt, obwohl doch alles Menschenmögliche aktiv in die Hand genommen wird. Da tröstet es, dass es anderen ähnlich geht.

    Aber mir ist beim Lesen Eurer Beiträge etwas eingefallen, was ich noch aus der Schule, dem Mathematikunterricht, erinnere, und was uns hier weiterhelfen könnte:
    da gab es für Ereignisse NOTWENDIGE und HINREICHENDE Bedingungen. Eine notwendige Bedingung muss für ein Ereignis in jedem Fall erfüllt sein, ohne geht es nicht. Sie garantiert aber das Ereignis noch nicht, dafür braucht es die hinreichende Bedingung. Notwendige Bedingungen müssen immer alle erfüllt sein, bei den hinreichenden erfüllt schon eine davon den Zweck.

    Notwendige Bedingungen für die Selbstfürsorge wären also die oben von Ralf genannten Aktivitäten; hinreichend sind sie (in Bezug auf die Nähe) noch nicht, dazu bedarf es zusätzlich eines geeigneten Gegenübers.
    Nur das Gegenüber ohne die “Eigenleistung” könnte es aber auch nicht bringen, denn, wie Jutta weiter unten schreibt, kann einen niemand mehr lieben, als man selbst es sich gönnt.

    Das heißt, für das Ergebnis “eigenes Wohlbefinden” gehören sowohl
    (als notwendige Bedingungen) die Eigenleistungen Schlaf, Ernährung, Ruhe, Entspannung, Stressmanagement, Abwechslung, Kontaktaktivitäten, Selbstbestimmung wie auch die “Fremdleistung”, nämlich das Vorhandensein bzw. die Begegnung mit einem geeigneten Gegenüber, dazu.
    Erst das Vorhandensein all dieser Notwendigkeiten, die aber eben nicht alle in unserer Macht stehen, ist hinreichend für den Erfolg einer guten Selbstpflege.

    War das jetzt zu mathematisch, oder macht es die gegenseitigen Abhängigkeiten etwas klarer? Mir hat dieser Gedanke jedenfalls geholfen, aus der Verunsicherung wieder herauszukommen.

    Herzensverbundene Grüße
    Marietta

Beate schreibt am 11. Februar 2013

Lieber Ralf, liebes Team,

ein sehr gelungener Beitrag und spannendes Thema.
Es ist heute in vielen Bereichen eine ständige Überforderung vieler Menschen zu beobachten und zu spüren, dass dieses Thema der Selbstfürsorge für den einzelnen Menschen immer wichtiger wird und damit auch für die Gesellschaft an Bedeutung zunimmt. Schließlich besteht unser gesellschaftliches Leben aus vielen Persönlichkeiten. Wenn es der Mehrheit gut geht, hat es auch gesellschaftliche Auswirkungen.
Danke für Eure Anregungen!
Lieben Gruß
Beate

Jutta schreibt am 12. Februar 2013

DANKE für diesen guten Beitrag. Er passt – wie so oft bei den anregenden ZZL-Beiträgen – gerade exzellent in meine persönliche Themenbox für die nächste Zeit.

Der Partner oder Freunde können einen nicht mehr lieben als man sich selbst liebt. Umso mehr ich mich also selbst liebe, desto liebe- und respektvoller begegnen mir die Menschen. Je weniger ich mich selbst akzeptiere, umsorge und liebe, desto weniger werden es auch die Menschen um mich herum tun. Ich ernte im Außen, was ich im Inneren säe. Die Reise zu einer bedingungslosen Form von Liebe (für sich selbst und für andere) geht immer von Innen nach Außen, nicht andersherum. Selbstfürsorge und Selbstachtung sind der Anfang dieser wundervollen Reise. Ich selbst habe diese Reise erst vor Kurzem angetreten, aber es fühlt sich sehr, sehr rund & richtig an.

Dankbare, zuversichtliche Grüße an alle, die mit diesem Thema “kämpfen”. Passt gut auf Euch selbst auf! Jutta ∞

Michael S. schreibt am 13. Februar 2013

Wenn ich sehe, wer hier schreibt, frage ich mich: ist das ein Frauenthema, trauen die Männer sich nicht, sich dazu zu äußern, oder sind Männer in puncto Selbstliebe so blind, dass sie nichts dazu zu sagen haben?
Ich gebe zu, dass ich auch lange gebraucht habe, bis ich das für mich zulassen konnte – natürlich war ich der Meinung, mich zu lieben und selbstfürsorglich zu sein (indem ich manchmal sehr egozentrisch über die Bedürfnisse anderer weggebrettert bin), bis mir eine Ex-Partnerin schmerzhaft vor Augen führte, dass ich gar keine Ahnung hatte, was Liebe ist – dass ich sie nicht lieben konnte, weil ich über mich selbst hinwegging wie eine Dampfwalze. Eine mit Schalldämpfern, weil ich die Hilfeschreie meiner Seele (Warnsymptome des Körpers) auch noch unterdrückt hatte.

Inzwischen habe ich mein eigenes inneres Königreich eingerichtet, in dem ich der Herrscher, Verwalter und Untertan zugleich bin und in dem für jeden königlich gesorgt wird. Ich halte es gut in Schuss, damit es der Königin, wenn sie eines Tages kommen möchte, würdig ist. Ob und wann sie kommt, weiß ich nicht, aber wenn, dann möchte ich gut vorbereitet sein.

Marietta, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen mit Deiner mathematischen Logik. Mir ist eine ganze Scheinwerfergalerie an Erkenntnis aufgegangen, als ich Deinen Beitrag mit den notwendigen und hinreichenden Bedingungen las.
Schlagartig wurde mir klar, warum so viel Bemühen, so viel Suche, so viel Offenheit, so viel Einsatz und Vorbereitung (noch?) nicht zum Erfolg (einer guten Partnerschaft oder wenigstens einer befriedigenden Beziehung) führte, obwohl ich doch im Sinne meiner Erkenntnisse, meiner Therapeuten und Supervisoren, der Ratgeberliteratur, The Work, der Transformationsarbeit usw. alles “richtig” machte. Ich hatte Raum geschaffen, Bestellungen beim Universum aufgegeben, meine Sehnsucht mit dem Herzen angeschaut und angenommen, hatte losgelassen, vertraut, bin ständig auf dem Grat zwischen eigenverantworteter Aktivität und schicksalsvertrauender Passivität herumbalanciert. Und trotzdem kam über Jahre keine Königin auch nur so nah an mein Reich, dass sie seine Reize und Schätze hätte erschnuppern können.

Ja, vieles an Selbstfürsorgemaßnahmen ist notwendig, ohne geht es gar nicht. Aber es reicht nicht allein, ich kann damit nichts erzwingen – es sind notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen. Dieser mathematisch-logische Blick auf die Abhängigkeiten von Nähe, Kontakt, Beziehungaufbau hat mir enorm geholfen, die Nützlichkeit und gleichzeitig Nutzlosigkeit meiner Anstrengungen zu erkennen.
Ja, es muss sein, und nein, es reicht nicht.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer werde ich, dass ich NUR die notwendigen Aspekte in meiner Macht habe, mir aber keine hinreichenden zur Verfügung stehen. Die hat wahrscheinlich nur das Schicksal, die Vorsehung, der Seelenwille, das Universum, der liebe Gott, die universelle Liebe oder wer auch immer “da oben” die Fäden zieht.
Jetzt kann ich ganz gelassen abwarten, in der Gewissheit, meine Hausaufgaben erledigt zu haben und gut vorbereitet zu sein, wenn mir vom “Himmel” das Hinreichende geschickt wird. Ein ganz großes Danke für Deinen Beitrag und Deine Gedanken, Marietta!

@ Jutta: wie gibt man so ein Unendlichkeitszeichen ein?

Aschermittwochsgrüße von
Michael

Regine Klein schreibt am 14. Februar 2013

Hallo

Vielen Dank für die hervorragenden Anregungen.

Katharina schreibt am 19. Februar 2013

Liebe Marietta, lieber Michael,

Eure Beiträge haben mich sehr berührt. Mein Herz versteht es nicht, dass Menschen sich so viel Mühe geben und Gedanken machen, und die “Belohnung” ist dann trotzdem weiter allein bleiben, also weiter eine notwendige Versorgung, aber keine ausreichende. Klar ist , dass auch in einer Partnerschaft die eigene Selbstfürsorge nicht aufhören darf, es ist ein kindliches Bedürfnis nur “so Sein” zu können und trotzdem Bedürfnisse erfüllt zubekommen, umso verständlicher die Sehnsucht bei einer mangelhaften Kindheit. Als Erwachsener muss man halt alles selbst machen, deshalb glaube ich , dass der richtige Mensch ein Geschenk ist und nicht alle bekommen dieses Geschenk, für dessen Erhaltung man dann gerne auch viel tut. Ich glaube man muss es doch weiter aushalten und durchhalten, wenn das Notwendige an einigen Tagen doch nicht ausreicht, das ist das Schwerste. Der Volksmund sagt “abwarten und Tee trinken”, ist auch wieder eine Notwendigkeit, nichts kann einen “echten, warmen und lebendigen “Menschen ersetzen, deswegen kommt jeder immer wieder an seine Grenzen. Da muss man sich dann doch wieder und wieder aufmachen und suchen, möglicherweise ein Leben lang, aber dann kann man sich zumindest beruhigt sagen, dass man alles, was einem möglich war, getan hat, jeder kann immer wieder “nur” sein Bestes geben und tun, mehr geht nicht. Trotz allem sich den inneren Frieden mit sich selbst erhalten.
In diesem Sinne grüße ich Euch von ganzem Herzen
Katharina

Jessica Peterka-Bonetta schreibt am 19. Februar 2013

Im Prinzip nichts vollkommen Neues, aber ein Inhalt, den ich mir aufgrund seines Wertes gar nicht oft genug durchlesen kann! Was würde wohl passieren, wenn wir so gut zu uns selbst wie zum Beispiel zu unseren Kindern wären? Als Eltern schenken wir unseren Kindern beinahe selbstverständlich Trost, sorgen uns stets um ihr körperliches wie psychisches Wohl, machen uns Gedanken darüber, was ihnen wohl eine Freude bereiten könnte usw. Diese Behandlung dürfen wir ruhig auch uns selbst schenken :)

Lilly T. schreibt am 21. Februar 2013

Schönen guten Tag an alle!
Die vielen Kommentare zeigen, dass dieses Thema wohl jeden betrifft.
Ich möchte mich einfach anschließen und ganz herzlich “Danke” sagen, dafür, dass Ihr immer wieder solche Superthemen habt.
Ich selbst hab mich total vergessen – immer geschaut, dass es allen um mich rum gut geht. Bis ich eine ernste Diagnose bekommen hab! Für diesen Stopp bin ich unendlich dankbar.