Vorgestellt: Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®)
Wie bunt sind Ihre grauen Zellen? – Denkstilanalyse mit dem Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®)
Von Jörg Petermann
Jeder Mensch besitzt Denk- und Verhaltenspräferenzen, die für ihn typisch sind und die er bevorzugt. Diese Dominanzen haben sich durch Vererbung, durch das Elternhaus, durch die Ausbildung und durch das soziale Umfeld eines Menschen entwickelt. Sie sind Ausdruck seiner Persönlichkeit und bestimmen, wie er
- kommuniziert,
- lernt,
- lehrt,
- wie er mit anderen Menschen zusammenarbeitet
- und Entscheidungen trifft.
Werden wir uns unserer Einzigartigkeit bewusst, lernen wir diese zugleich auch schätzen. Das hilft uns, unsere Einstellungen gegenüber anderen Menschen und deren Einmaligkeit zu überprüfen. Unsere Selbstachtung wächst ebenso wie der Respekt und die Toleranz anderen Menschen gegenüber. Wir werden besser zurechtkommen und erfolgreicher sein, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld.
Ein Instrument zur Denkstilanalyse
Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®) liefert uns wichtige Erkenntnisse zu den bevorzugten Denk- und Verhaltenstilen eines Menschen.
Das H.D.I.® ist kein Test. Es beruht auf einer Selbsteinschätzung. Es zeigt uns die relative Verteilung der bevorzugten Denk- und Verhaltensweisen so, wie ein Mensch sich selbst sieht. Die Sichtweise anderer Menschen gibt uns außerdem die Möglichkeit zu einem aufschlussreichen Feedback und zu einem tieferen gegenseitigen Verständnis. Das Instrument zur Denkstilanalyse wurde bisher über 1 Million Mal weltweit eingesetzt und durch wissenschaftliche Studien validiert.
Das Herrmann Dominanz-Modell
Der Amerikaner Ned Herrmann hat in den 70er Jahren eine Methode entwickelt, individuell unterschiedliche Denk- und Verhaltensstile sichtbar und damit vergleichbar zu machen. Die Basis seines Herrmann-Dominanz-Modells waren insbesondere die Erkenntnisse der zwei Gehirnforscher Roger Sperry und Paul D. MacLean, über die funktionalen Unterschiede der linken und rechten Gehirnhälfte sowie über die Dreiteilung des Gehirns in
- Großhirn,
- Zwischenhirn und
- Stammhirn.
Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®) ist die wichtigste Anwendung des Hermann-Dominanz-Modells. Die unterschiedliche Art, auf der Menschen Information wahrnehmen, denken und folglich auch kommunizieren hat ihren Ursprung in unterschiedlichen Teilen unseres Gehirns.
Was passiert in unserem Gehirn?
Die linke Hälfte des Großhirns ist bei den meisten Menschen u.a. führend für
- die Sprache,
- das logische Denken
- und die kritische Vernunft.
Die rechte Hälfte des Großhirns koordiniert Aufgaben, die mit
- Mustern,
- Bildern,
- Visionen
- und nonverbalen Ideen zu tun haben.
Dort arbeiten wir eher ganzheitlich, intuitiv, visuell, verarbeiten Emotionen und empfinden Musik. Auch unser Unterbewusstsein scheint sich eher dieser Gehirnhälfte zu bedienen.
Zwei- bis Dreihundert Millionen von Nervenfasern verbinden über einen so genannten "Balken" (Corpus Callosum) beide Gehirnhälften miteinander und sorgen somit für eine sehr schnelle Verknüpfung und Verarbeitung der Informationen.
Das unter dem Großhirn liegende limbische System ist eher handlungsorientiert und hat große Bedeutung für unser Gedächtnis und bei der Verarbeitung von Emotionen.
Das H.D.I.® – Unsere vier unterschiedlichen Ichs
Das Modell von Ned Herrmann berücksichtigt diese Erkenntnisse über den Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns.
Ned Herrmann entwarf ein Modell, das die Denk- und Verhaltensweisen in vier Kategorien unterteilt.
| Rationales ICH | Experimentelles ICH | |
| A analysiert | D spekuliert | |
| trifft Vorkehrungen B | ist mitfühlend C | |
| Sicherheitsbedürftiges ICH | Fühlendes ICH |
Jedem dieser vier Quadranten A, B, C und D ordnete er bestimmte Merkmale zu.
| Qua-drant | Fähigkeiten | Stil | Kann anderen | Besondere Interessen |
| A | Analyse | Rational | Rigide | Leisten |
| B | Organisation | Sorgfältig | Pedantisch | Qualität |
| C | Kunden-beziehung | Sozial | Übersensibel | Liebe |
| D | Innovation | Erforschend | Unfokussiert | Entdecken |
Die von Herrmann gefundene Einteilung bildet die komplexe Realität und die Arbeitsweise des Gehirns natürlich nur unvollständig ab. Sein Modell jedoch ist davon unabhängig gültig. Die Validität des Modells ist durch umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt.
Präferenzen und Kompetenzen
Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®) zeigt bevorzugte Denkweisen auf, die man auch als persönliche Talente, Potentiale oder Präferenzen bezeichnen kann. Kompetenzen entstehen dagegen erst durch den persönlichen Einsatz wie Studium, Lernen, Arbeit, Fleiß etc. Talent allein macht auch hier noch keinen Meister, genauso wie Fleiß bei der Arbeit nicht das fehlende Talent eines Menschen ersetzt. Erst die Kombination von Talent und Fleiß ist der Schlüssel zum Erfolg.
Diese Abhängigkeit kann auch mit folgender Formel veranschaulicht werden.
Kompetenz = Präferenz x Aufwand.
Wir werden in die Lage versetzt einzuschätzen, ob wir unser geistiges Potential bei den richtigen Aufgaben einsetzen und erfahren, welche Tätigkeiten unserem bevorzugten Denk- und Verhaltensstilen weniger gut entsprechen. So können wir gezielt entscheiden, ob und wie stark eine mögliche Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen zu einer Optimierung unserer Leistungen führen kann.
Persönlicher Nutzen
Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®) liefert eine sehr anschauliche Darstellung der Denk- und Verhaltenspräferenzen. Es ist flexibel sowohl bei Einzelpersonen, als auch bei Paaren und Gruppen einsetzbar. Das H.D.I.® ermöglicht jedem wertfrei den Vergleich mit der jeweiligen persönlichen Situation.
Das H.D.I.® befähigt Menschen, sich u.a. folgenden Fragen zu beantworten:
- Wer bin ich?
- Was kann ich?
- Was macht mich einmalig?
- Wo liegen daher meine Möglichkeiten, persönlich, beruflich wie privat?
- Welche Konsequenzen ergeben sich für den persönlichen, beruflichen wie privaten Lebensweg?
- Was will ich ggf. ändern?
Der Nutzen für jeden Einzelnen ist ein genaues und detailliertes Wissen über die eigenen Möglichkeiten und Begrenzungen. Daraus entstehen zahlreiche Chancen für Veränderungen in Teams, Organisationen und auch im privaten Umfeld, so z.B.:
- Selbsterkenntnis
- Tieferes Verständnis für sich selbst und andere
- Schärfere Wahrnehmung von Denkstilen
- Größeres Verständnis, Respekt und Toleranz anderen gegenüber
- Erkennen der besonderen persönlichen Talente, Fähigkeiten bzw. Präferenzen
- Erkennen, ob persönliche Präferenzen und berufliche Aufgaben übereinstimmen
- Möglichkeit zur Erweiterung der sozialen Kompetenz
- Schlussfolgerungen für die persönliche Karriereplanung
- Verständnisvollere Kommunikation
- Konfliktlösungen
Anwendung des H.D.I.®
Die Anwendung des H.D.I.® sind vielfältig, da alle menschlichen Aktivitäten von der individuellen Ausprägung unserer Denk- und Verhaltensstile bestimmt werden und sie andererseits durch kein vorgegebenes Konstrukt einschränkend wirkt.
Seit Beginn der 80er Jahre findet das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.®) u.a. in folgenden Bereichen Anwendung:
- Selbsterkenntnis / Coaching
- Berufszielfindung
- Berufsberatung
- Personalberatung
- Partnerschaftsberatung
- Lernstilanalyse
- Teamentwicklung
- Projektmanagement
- Seminarentwicklung
- Kreativitätstraining
- Verkaufstraining
- Führungskräftetraining
- Textanalyse
Das H.D.I.®-Profil
Das H.D.I.®-Profil wird aus einer Selbstanalyse ermittelt. Der Fragebogen besteht aus 120 Fragen und kann in ca. 20 Minuten ausgefüllt werden. Die Auswertung des Fragebogens erfolgt bei einer lizensierten Stelle mit Hilfe eines Computerprogrammes. Jeder Teilnehmer erhält das Ergebnis seiner Auswertung mit einer ausführlichen allgemeinen Erläuterung in einem persönlich adressierten und verschlossenen Umschlag.
Das H.D.I.®-Profil zeigt dem Teilnehmer grafisch und tabellarisch die Ausprägung der bevorzugten Denk- und Verhaltensstile. Zu den beiden farbigen Auswertungsblättern werden in einer Mappe vier Broschüren geliefert, die Informationen zur Interpretation der Ergebnisse liefern.
Das Ergebnis selbst ist wertneutral. Es gibt keine "schlechten" oder "guten", "positiven" oder "negativen" Ergebnisse. Am besten lässt sich das Instrument im Rahmen eines Coachings, einer Beratung oder eines Trainings einsetzen.
In einem persönliches Gespräch wird der Klient mit seinem H.D.I.®-Profil vertraut gemacht. Die Ergebnisse der Selbstanalyse werden durch den Klienten geprüft. Die Ergebnisse der Selbstanalyse werden von vielen Klienten meist als stimmig erlebt. Dennoch fällt vielen Menschen die Auswertung nicht immer leicht. Der H.D.I.®-Trainer kann in einem persönlichen Gespräch die Ergebnisse vielfach transparenter und verständlicher machen, als dies durch das alleinige Studium der Informationsbroschüren möglich wäre.
Link-Tipp
Für Fragen oder bei Interesse an einem H.D.I.®-Profil steht Ihnen der Autor Jörg Petermann gerne zur Verfügung.
Literatur zum Thema
© Jörg Petermann, H.D.I.®-Trainer, Karriere- und Strategieberatung,
www.strategie-B.de
