Bis die Seele nachkommt

Wo wartet meine Seele?-2

Ein europäischer Biologe hatte für eine Himalaja- Expedition eine Gruppe indischer Träger angeheuert.

Der Forscher war in großer Eile, denn er wollte schnell an sein Ziel kommen. Nachdem die Gruppe den ersten großen Pass überschritten hatte, erlaubte er ihnen eine kurze Rast. Nach einigen Minuten rief er aber wieder zum Aufbruch.

Die indischen Träger blieben aber einfach auf dem Boden sitzen, als hätten sie ihn gar nicht gehört. Sie schwiegen und ihr Blick war zu Boden gerichtet.

Als der Forscher die Inder schärfer aufforderte, weiterzugehen, schauten ihn einige von ihnen verwundert an. Schließlich sagte einer: „Wir können nicht weitergehen. Wir müssen warten, bis unsere Seelen nachgekommen sind.“

(Indische Geschichte, gefunden in:
Gelassenwerden. – Herder, 1996,
leicht überarbeitet)

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Kommentare

  • Die Geschichte gefällt mir – und bestätigt mir mal wieder, dass immer etwas passiert, was mir guttut, wenn ich es brauche.
    Im Oktober 2008 habe ich mich nach gut 30 Jahren Beziehung von meinem Mann getrennt. Es war ein langer Weg bis zu diesem Entschluss und ich habe es nicht eine Nanosekunde bereut! Auch wenn manche Dinge anders gekommen sind als ich dachte, insbesondere das Verhältnis zu meinen beiden erwachsenen Söhnen.
    In letzter Zeit habe ich oft gedacht, dass ich doch langsam drüber weg sein müsste. Nun wäre morgen mein 30. Hochzeitstag – und ich bin sehr traurig – nicht weil ich meinen Ex-Mann vermisse, sondern weil meine Seele doch noch nicht so weit ist wie ich es gerne hätte. Und es ist ok so wie es jetzt ist, ich darf traurig sein. Danke für diese Geschichte.

    • Conny schreibt am 5. März 2017

      Danke Mia!
      Ich hätte identisch dasselbe schreiben können!
      Man weiß alles ist richtig wie es ist, aber die Seele braucht Zeit zu heilen!
      Bei deinen Zeilen habe ich das erste Mal spüren können- da ist jemand, der genau so empfindet und verarbeitet wie ich!
      Dir alles Gute, Conny

  • das kenne ich sehr gut, wenn ich auf reisen bin. wenn ich angekommen bin, habe ich immer das gefühl, noch nicht vollständig zu sein und es dauert eine ganze weile, bis offenbar meine seele nachgekommen ist. ich versuche daher nach möglichkeit, langsamer zu reisen, immer wieder pausen zu machen, auszusteigen, einen kaffee trinken, die landschaft anschauen, ein paar zeilen zu schreiben.
    aufs leben übertragen bedeutet es, mich erst zu sammeln, bevor ich einen schritt weitergehe. leider habe ich das in den letzten zwei jahren in einigen situationen nicht gemacht, ich habe mich hineingestürzt, um später schmerzhaft festzustellen, dass meine seele nicht dabei war.
    das wäre es klüger gewesen, zu leben, wie ich reise. mit bedacht und offenen sinnen.

  • Danke für diese Geschichte. Sie passt sehr gut zu meiner jetzigen Lebenssituation. Meine Seele ist noch längst nicht nachgekommen. Mein Verstand hat registriert was passiert ist und das Leben bzw. die Existenz muss ja weiter gehen, d.h. arbeiten, um Geld zu verdienen und die Dinge regeln, die zu regeln sind.
    Dann ab und zu beginne ich zu weinen und bemerke, dass ich mich mit meinem Seelenzustand nicht wirklich beschäftigt habe. Meine Seele ist noch nicht soweit, dass das Leben einfach weiter geht.
    Schöne Geschichte. Wie gerne würde ich einfach sitzen bleiben und warten bis die Seele nachkommt! :-)

  • Ich habe gerade meinen Partner verloren, weil meine Seele die Verletzungen aus der alten Beziehung noch nicht verarbeitet hat.

  • Bis die Seele nachkommt – ein gutes Stichwort. Wir mussten in 2012 unsere Heimatstadt verlassen – wegen einer Firmeninsolvenz und dann der neuen Arbeit wegen. Es ging alles sehr schnell, das Haus wurde verkauft und Eltern, Freunde sowie die Erwachsene Tochter blieben zurück. Wir waren ca. 2 Jahre in einem ganz anderen Bundesland – weit weg. Angekommen bin ich dort nie (meine Mann übrigens auch nicht) Wir fühlten uns wie“entwurzelt“ und „aus der Erde gerissen und trieben so dahin“. Wir fanden die Entscheidung zu der Zeit richtig – aber so war es nicht. Freiwillig einen anderen Weg einzuschlagen ist sicher gut und hilfreich – gezwungenermaßen nicht. Wir wir wieder zurück in der Heimat und es war, als wären wir nie weg gewesen. Unsere Seelen waren wohl noch hier und haben auf uns gewartet….Liebe Grüße, Susanne

  • Vielen Dank! Eine sehr schöne, passende Geschichte.
    Wenn man abends im Bett nicht zur Ruhe kommt, ist wahrscheinlich die Seele noch dabei die „wichtigen“ Dinge des Tages zu verarbeiten:).

    liebe Grüße
    Birgit

  • wir sind gerade gestern in unser Eigenheim eingezogen. es ist wunderschön und ich fühle mich wohl, aber ich spüre auch, dass ein Teil von mir noch nicht hier ist. ich BIN mit diesem Gefühl und so lasse ich mir die Zeit, die es braucht, um an einem neuen Ort anzukommen.
    Danke für die Geschichte.

    liebe Grüsse
    daniela

  • Was meint ihr eigentlich, wenn ihr über Seele sprecht?
    LG aus WIen

    • Karin W. schreibt am 12. Juli 2015

      Hallo Christian,
      ich weiß nicht, was die Anderen mit „Seele“ meinen. Ich verstehe, im Zusammenhang mit der Geschichte, darunter die eigenen Gefühle. Die meisten Menschen treiben sich selbst mit dem Kopf ständig an, weil sie glauben, Ziele erreichen zu MÜSSEN – und zwar in einer vom KOPF vorgegebenen Zeit. Es geht dabei, so habe ich es verstanden, nicht um vorgegebene Zeiten von außen, sondern um die, die wir uns selbst, mit unserem eigenen Kopf setzen, mit denen wir uns selbst antreiben – OHNE unsere Gefühle wahrzunehmen oder gar Rücksicht darauf zu nehmen.
      Liebe Grüße
      Karin

  • Im arabischen heisst es: Die Seele reist mit der Geschwindigkeit eines Kamels.

  • Ja….warten, dass die Seele nachkommt. Diese Geschichte erzähle ich meinen Teilnehmern immer wieder. Diese zeigt auf, wie wir durch das Leben hetzen – und – uns immer wieder vergessen. Es ist so wichtig, dass wir unser Leben entschleunigen und Körper – Geist und Seele im Einklang sind. Es brauchte lang bis auch ich damals die Bedeutung des Sprichworts erkannte: alles zu seiner Zeit, das mir meine Oma als Kind immer wieder sagte. Zeit zum Geniessen, Zei8t zum Lieben, Zeit zum Trauern – Zeit nehmen für alle die Dinge des Lebens – und – nicht im TGV-Tempo durchs Leben rasen. Dafür ist die knappe Lebenszeit zu kostbar. Danke – und sonnige Grüsse aus Basel

  • Mein Vater ist vor 4 Wochen verstorben. Zuvor war er 4 Monate schwerkrank im Krankenhaus und meine Mutter und ich sind abwechselnd täglich für einige Stunden zu ihm gefahren. Es war ein ständiges Auf und Ab zwischen Hoffnung und Rückschlägen.
    Seit seinem Tod sind meine Mutter und ich damit beschäftigt, alles mögliche zu regeln: Beerdigung, Ämter, Versicherungen, Finanzen, Erbe, Rechnungen,…. Das muss halt alles möglichst zeitnah abgewickelt werden. Meine Mutter überträgt dieses „das muss alles jetzt passieren“ auf sich persönlich und setzt sich unter Druck, im gleichen Tempo die Sachen meines Vaters ausräumen zu müssen, vollständig begreifen zu müssen, dass der Mann, mit dem Sie 50 Jahre zusammen war, nie wieder nach Hause kommt und dass die plötzlichen Tränen beim Anblick bestimmter Dinge oder bei gedanklichen Erinnerungen doch mal weniger werden müssen.
    Jetzt weiß ich, was ich Ihr heute sagen kann, damit sie diesen inneren Druck loswerden und sich die Zeit nehmen kann, die belastenden Monate im Krankenhaus und den Tod ihres geliebten Mannes zu verarbeiten – bis die Seele nachkommt.

    • Lucy Pea schreibt am 12. Juli 2015

      Hallo LIebe Monica,

      ich kann sehr gut mit Ihrer Mutter mitfühlen. Ich habe vor 5 Jahren meinen Ehemann nach 22 Ehejahren innerhalb von 5 Wochen verloren.

      Rückblickend danke ich Mitmenschen, die mir geholfen hatten, mit Rat und Tat zur Seite standen.

      Viele Dinge sind da zu erledigen und mir ging es wie ihrer Mutter, es ging mir nicht schnell genug, die Dinge zu erledigen. Sie ist eine starke Frau, die nach vorne schauen will. Und Sie helfen ihr dabei.

      Wenn Ihre Frau Mama über den größten Schmerz hinweg gekommen ist, werden Sie beide vom Leben belohnt.

      Bei mir war es auch so. Zwei Jahre habe ich gekämpft und alles gemacht, damit meine Tochter und ich ein gutes Leben führen konnten. Wir haben uns gegenseitig geholfen, sie hat trotz ihrer Trauer ihr Abitur geschafft, und ich habe eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehr Arbeitsstunden gearbeitet.

      Nach zwei Jahren habe ich meinen lieben neuen Partner kennengelernt. Jetzt lebe ich mit meiner Tochter bei ihm. Sie studiert und ich arbeite wieder in meinem alten Beruf als Sekretärin in seinem Unternehmen.

      Es ist ein steiniger Weg der hinter mir liegt. Ich möchte ihn nicht missen, weil ich vieles gelernt habe.

      Ich habe irgendwann angefangen jeden Samstagsmorgens im Cafe zu sitzen Menschen zu beobachten und mir Gedanken gemacht, was ich gerne mit dem Rest meines Lebens anzufangen. Ich habe Notizen dort gemacht. Bin vor einem Schmuckgeschäft gestanden, habe mir Schmuck angesehen und fing an davon zu Träumen wieder einen Partner zu haben…

      „Es wird wieder schön, aber anders“, ein Buch für verwitwete Frauen hat mir eine Freundin geschenkt. Da habe ich erst ein Jahr nachdem mein Mann verstorben war drin lesen können. Es ist ein dünnes Buch ohne theoretische Erklärungen, sehr einfühlsam geschrieben.

      Es hat lange gedauert bis ich wieder „normal“ wurde. Manchmal überlege ich, was war in meinem alten Leben, was ist in meinem neuen Leben anders.

      Mein neues Leben ist wunderschön, aber tatsächlich anders. Manchmal vereise ich für zwei bis drei Tage in ein Schiff-Hotel mit Blick auf den Fluss. Dort gehe ich viel spazieren und etwas gutes Essen. Ich sehe kein fern und lasse das Handy ausgeschaltet in der Handtasche. Ich nenne das Krafttanken.

      Meine beste Freundin Monika, hat mich unterstützt in der schlimmsten Zeit. Sie ist vor Kurzem nach Schweden ausgewandert, sie kommt im September uns besucht mich. Vielleicht werde ich sie auf das Schiff einladen.

      Ihnen und Ihrer Mutter wünsche ich Kraft.

      Meine Bewunderung gilt Ihnen liebe Monica
      Lucy

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