Warum es wichtig ist, die Vergangenheit loszulassen

lebensmitte

Vor einiger Zeit ist mir ein Satz begegnet, den ich mir einfach aufschreiben musste. Er hat mich berührt und mich ins Nachdenken gebracht:

Vielleicht müssen wir das loslassen, was wir waren, um das zu werden, was wir sein werden.

Dieser Satz steht nicht in meinem Zitate-Kalender und er stammt auch nicht von Goethe, Charlotte Brontë oder einer anderen höchst angesehenen historischen Person. Carrie Bradshaw, die Hauptfigur in der Fernsehserie Sex and the City, sagt diesen Satz am Ende einer Folge.

Ich habe mich gefragt, wieso mir dieser Satz so nachgegangen ist. Im ersten Moment dachte ich: weil da was Wahres dran ist. Es stimmt für mich einfach. Ich kann nur diejenige werden, die ich sein werde, wenn ich etwas zurücklasse. So trenne ich mich z. B. immer mal von bestimmten Meinungen, Kleidungsstücken, Zielen, Vorlieben oder auch Menschen. Vielleicht, weil sie nicht mehr zu mir passen und weil ich meine Meinung geändert habe. Weil ich manche Kleidungsstücke nicht mehr mag, meine Ziele mir nicht mehr wichtig genug sind oder ich mich von bestimmten Menschen entfernt habe.

Die kalte Dusche

Aber als ich anfing, einen Beitrag über meine Gedanken zu diesem Zitat zu schreiben, wurde mir schlagartig etwas klar. Das Zitat berührte mich aus einem ganz anderen Grund.

Blitzartig erkannte ich nämlich: Das Zitat ruft dich dazu auf, deine Vergangenheit hinter dir zu lassen.

Diese Erkenntnis traf mich ein wenig wie eine kalte Dusche, die mir durch und durch ging. Kennst du dieses Gefühl? Wenn du auf etwas gestoßen wirst, das du vielleicht gar nicht so gerne sehen willst, es aber auf einmal glasklar vor dir liegt? Und du einfach nicht mehr daran vorbeischauen kannst? So ging es mir.

Mir fiel auf einmal auf, wie sehr ich an meiner Vergangenheit klebte. Nicht ständig und unentwegt, aber doch öfter, als es mir vielleicht guttat. Ich dachte z. B. immer mal über vergangene Entscheidungen nach. Meine eigenen und die anderer Menschen. Über Menschen, die mein Leben mit diesen Entscheidungen maßgeblich beeinflusst hatten.

An sich ist das ja auch gar nicht schlimm. Aber, wenn uns die Gedanken an die Vergangenheit davon abhalten, die zu werden, die wir sein können. Wenn die eigene Rückwärtsgewandtheit uns davon abhält, unser Potential zu entwickeln und das zu tun, was uns eigentlich doch wichtig ist. Ja, dann ist dieses Zurückblicken nicht gut für uns. Ich spürte: Diese Erkenntnis ist wichtig für mich. Zu sehr in die Vergangenheit zu blicken, hilft mir nicht weiter. Es bindet mich an sie. Und diese Fesseln möchte ich eigentlich gar nicht haben. Denn ich möchte nach vorne schauen. Ich möchte die Frau sein, die ich mit all meinen Möglichkeiten sein kann. Keine gebremste oder rückwärtsgewandte Version dieser Frau.

Loslassen, was war

Ich will mein Leben nach vorne leben. Die Vergangenheit liegt hinter mir und ich kann sie nicht mehr ändern. Ich kann mich aber entscheiden, sie hinter mir zu lassen. Vieles von dem loszulassen, was geschehen ist.

Loslassen, dass ich manche Entscheidung im Rückblick gerne anders getroffen hätte. Loslassen, dass andere für mich Entscheidungen getroffen haben, die ich mir anders gewünscht hätte. Loslassen, was ich alles nicht gemacht habe. Die Zeiten loslassen, die ich habe dahinplätschern lassen. Die Menschen loslassen, die in meinem Leben waren, mit denen ich mich aber auseinandergelebt hatte. Loslassen, dass ich nicht immer ein netter Mensch war. Loslassen, dass ich manchmal ein zu netter Mensch war.

Ich erkannte mit einem Mal: Nur, wenn ich das alles hinter mir lasse, kann ich mich voll und ganz auf das einlassen, was jetzt ist. Theoretisch war mir das vorher natürlich auch schon klar. Aber in diesem Moment ergriff es mich. Ganz tief innen berührte mich diese Erkenntnis.

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Wenn ich das schaffe. Wenn ich wirklich das, was war, loslassen kann. Wenn mir das gelingt. Dann kann etwas ganz Tolles passieren. Denn dann kann ich freier und ungebremster die sein, die ich werden kann.

In diesem „Werden-Können“ tun sich neue Möglichkeiten für mich auf. Ich wünsche mir einen unverstellten Blick auf diese Möglichkeiten. Unabhängig von dem, was war. Unabhängig von dem Leben, das hinter mir liegt. Trotz bestimmter Weichen, die ich oder andere für mich gestellt haben.

Ich möchte diese Möglichkeiten nicht nur sehen, ich möchte sie leben. Ich bin neugierig und gespannt auf die Frau, die ich sein werde. Und diese Frau kann ich leichter werden, wenn ich die Vergangenheit hinter mir lasse.

Wer bin ich jetzt?

Ich begann, mir ein paar Fragen zu stellen. Und ich stelle sie mir auch jetzt noch. Fragen, die mich in die Gegenwart führen. Die mich dazu zwingen, mich auf das Hier und Heute zu konzentrieren. Fragen wie z. B.:

  • Was möchte ich jetzt in diesem Moment?
  • Was ist mir wichtig?
  • Was möchte ich ausprobieren?
  • Mit wem möchte ich zusammen sein?
  • Was macht mich glücklich?
  • Was kann ich in diesem Moment tun, damit es mir gut geht?

Diese Fragen helfen mir, meine Vergangenheit ein wenig mehr hinter mir zu lassen. Mich auf das zu konzentrieren, was jetzt gerade – in diesem Moment – wichtig ist.

Ich weiß, dass die Frau, die ich sein werde, sehr viel mit der zu tun hat, die ich war und die ich bin. Ich will mich ja nicht abschaffen ;-). Aber hinter mir lassen, was mich bindet und fesselt. Was mich bremst und belastet. Und dann wie Carrie (nicht so schlank, nicht ganz so leichtfüßig und nicht so gestylt) in die Zukunft gehen. In eine lebendige und bunte Zukunft.

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Kommentare

  • authentisch werden und sein

  • Wer bin ich,ohne meine Vergangenheit? Zurück zu blicken und das was ich sehe zu bewerten heißt doch,zu reflektieren. Und das halte ich für eine großartige Kompetenz und nicht für Ballast. Ohne dies alles gibt es für mich kein jetzt,und erst recht kein morgen. Ich lerne dadurch und daraus. Ich würde das nicht ‚verteufeln‘ bzw.krampfhaft versuchen,es sein zu lassen.

    • Jürgen schreibt am 24. September 2016

      Niemand kann sich andauernd reflektieren. Das ist doch sicher auch nicht gesund. Es bedeutet schließlich nicht, sich niemals zu ändern oder immer wieder die gleichen Fehler nochmal zu machen, sondern zu werden was man sein kann, ohne den Ballast wie Selbstvorwürfe, oder das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben…

  • Gestern begegnete mir der Spruch: Etwas loslassen bedeutet:
    Es sein zu lassen.

    Du/ Es darf sein, und zwar so wie es war.
    Nimm es an, dann kann es auch gehen.

  • Das Zitat stammt wie ich gelesen habe von Meister Eckhart.

    Liebe Grüße
    Joachim

  • …erst jetzt komme ich zum Lesen dieses Artikels – auch mich trifft es wie ein Blitz…allerdings in die umgekehrte Richtung – aber warum?

    ich hänge nicht an der Vergangenheit, die war wunderschön und ist für mich tatsächlich vorbei (bis auf ein paar verklärte Momente :-)…die Zukunft lag jedoch nie so im Dunkeln wie jetzt, wo ich mich gerade selbständig mache/machen muss… meist sehe ich die zukunft rosig und angstfrei, nur manchmal kommt ein beklemmendes Gefühl durch, welches sich die Vergangenheit wünscht…

  • Guten Morgen! Ich finde den Artikel für mich gerade passend. Loslassen muss ja nicht unbedingt bedeuten, Dinge aus meinem aktuellen Leben rauszuschmeißen oder das, war war, zu vergessen. Jetzt, kurz bevor ich vierzig werde, denke ich auch oft über alles nach, was mein Leben und mich bisher geformt hat und unweigerlich ein Teil meines Lebens ist uns sein wird. Aber da sind auch viele Dinge, die ich hinter mir, aber nicht losgelassen habe, weil sie eigentlich schön waren und von denen ich dachte, ich muss sie wiedererlangen. Nur wie? Ich denke, ich muss sie loslassen und das Schöne wird auf andere Art und Weise in mein Leben kommen. Festhalten an etwas, das ich zurzeit nicht hinbekomme, aus welchen Gründen auch immer, blockiert mich nur.

  • Vielen Dank erstmal für all die inspirierenden Gedanken. Ich beschäftige mich auch seit längere Zeit mit dem Thema Loslassen und habe am eigenen Leib gespürt, wie schwierig es ist zu erkennen, was man loslassen sollte und wie man das tun kann.

    Es gibt in unserer Gesellschaft eine Tendenz zur Radikalität im Sinne von alles oder nichts und diese Haltung erkenne ich auch in mir selbst. Alles loszulassen und als Hindesnis anzusehen, um das werden zu können, was in einem wirklich an Potenzial steckt, sehe ich als eine ungünstige Entscheidung (Das Wort „schlecht“ nehme ich seit langem nicht mehr in den Mund). Damit verleugnet man sich ein Stück selbst.

    Ich habe für mich erkannt, dass ich selektiv loslassen könnte, ich könnte die Erkenntnisse und die Erfahrungen mitnehmen, ohne jedoch an die Geschichte anzuhaften. Meiner Meinung nach hängt man zu oft an den Geschichten fest und verpasst dadurch die „Essenz“ des Erlebten. Die Geschichte selbst erachte ich als recht irrelevant, also brauche ich sei nicht ewig mitzuschleppen, sonst wird mein Rucksack immer schwerer und mein Rücken immer krummer…

    Man kann an einem herrlichen Ort sein, zum Besipiel in den Bergen und ein Naturspektakel berwundern. Man fühlt sich eins mit dem Sonnenuntergang, völlig losgelöst und im Einklang. Wenn die Hand sofort zu einer Kamera zuckt und man extrem bemüht ist, dieses als Bild festzuhalten, hat man eventuell einige Bilder für später, aber die Essenz des Augenblicks ist verpasst.

  • Wenn wir immer nur „loslassen“, wo finden wir uns dann selber ?
    Warum suchen Adoptivkiner oft ihre leiblichen Eltern, Nachkommen von Sklaven ihre Wurzeln? Wie oft überlegen wir was sich alles ändern sollte und wie oft denken wir darüber nach, was vorläufig so bleiben kann oder was wir mitnehmen sollten?
    Loslassen wird gerne definiert als, Aufhören sich an etwas zu klammern, was mir schadet? Schadet der Gedanke an das verstorbene Kind… oder warum sagt man so gerne bei Trauer „du musst loslassen“?
    Ich für meinen Teil nehme lieber meine Vergangenheit mit in meine Zukunft. Denn sie gehört zu mir, macht mich im guten wie im weniger guten aus.

    • Sylvia schreibt am 8. Januar 2017

      Sehe ich genauso! Wir sind keine unbeschriebenen Blätter. Die Vergangenheit ist das, was uns zu unserem Heute gemacht hat.
      Wir können nicht nur im Hier und Jetzt leben – oder leugnen wir unsere Vergangenheit? Dann leugnen wir auch ein Teil unseres Selbst.
      Sind Situationen aus der Vergangenheit zu belastend für unser Leben im Hier und Jetzt, dann hilft es mit Jemandem darüber zu reden und man kann diese Situationen aus einem neuen Blickwinkel betrachten, der die Situation nicht mehr belastend erscheinen lässt – und so macht man sich darüber keine (energieraubenden) Gedanken mehr.
      Da die zwischenmenschliche Kommunikation heutzutage aber nicht immer gegeben ist, kann es dauern, bis man diesen ersten Schritt machen kann. Sonst bitte jemanden zum Reden suchen.
      So können die Gedanken im Hier und Jetzt verweilen und belastende Gedanken an die Vergangenheit werden weniger, denn man konnte darüber reden.

      Ein Leben ohne die Erinnerungen an meine Vergangenheit sind auch für mich nicht vorstellbar!

    • Marie schreibt am 10. Januar 2017

      Jedes Leben hat eine eigene Vergangenheit!
      Ohne Vergangenheit keine Existenz! Morgen gehört heute schon zur Vergangenheit und kein Mensch kann das Leben eines anderen leben. Was unwichtig für den Einzelnen ist,, lässt dieser von alleine los, was jedoch nicht bedeutet, dass man nie mehr daran denkt. Jeder Mensch ist ein Unikat und jedes Leben verläuft anders. So wie man an Jahren wächst, wird auch die Vergangenheit kompakter. In vielen Leben gibt es Punkte, die man einfach nie vergessen kann und auch nicht vergessen muss. Sie gehören einfach zum jeweiligen Leben.
      DAs Wichtigste für mich ist, die Gegenwart so zu leben, wie ich sie leben möchte und leben KANN. Niemand kann beurteilen was richtig oder falsch im Leben eines Anderen ist, dazu gib es im eigenen Leben genug zu tun und Zukunft muss erst gelebt werden!

  • Der Artikel ist sehr gut. Ich habe einmal gelesen, beim Loslassen das alte würdigen und umwandeln in gute Energie wie z. B. Respekt, Liebe, … – damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.

  • Das einzige in unserem Leben, das unaufhaltsam wächst, ist unsere Vergangenheit. Ich mag das „Gebrabbel“ um die Vergangenheit, die man möglichst hinter sich lassen, loslassen etc. soll nicht mehr hören. Wir sollten unsere Vergangenheit wertschätzen und sie als Grundlage nehmen, wohin wir unsere Gegenwart gestalten wollen – und wohin es nicht gehen soll. Schlechte Erfahrungen sind gute Erfahrungen, wenn sie uns aufzeigen, es anders anzupacken. Gute Erfahrungen sind schlechte Erfahrungen, wenn es nur noch darum geht, sie zu konservieren. Es beginnt ganz direkt bei uns selber, ob wir uns nur als Opfer verstehen oder ob wir beginnen, die Vergangenheit als Fundus für eigene Möglichkeiten zu verstehen. Und hier geht es nicht nur um die eigene Vergangenheit, hier geht es auch darum, welche Vergangenheit unsere Gesellschaft mitträgt. Wir können Vergangenheit nicht loslassen, sie gehört zu uns. Wir können nur lernen immer wieder neu mit ihr umzugehen. Grundsätzlich basteln wir uns unsere Vergangenheit so zusammen, dass sie uns nützt ganz gleich, ob wir uns als Opfer oder als Gestalter sehen. Wer seine Vergangenheit vergisst, hört auf zu lernen und wesentlich zu werden. Ein Fussballer kann sich nur verbessern, wenn er das vergangene Spiel analysiert, sich nochmals anschaut, was gut und schlecht gelaufen ist und neue Varianten anpackt. So wird Zukunft gemacht. Mit wacher und ehrlicher Analyse des Vergangenen und mit Wertschätzung diesem Vergangenen gegenüber. Da ist es gut, wenn man ein paar Typinnen und Typen um sich hat, die den Mut haben dreinzureden, wenn man mal wieder etwas unter den Tisch kehren will. Ich plädiere für ein tägliches Vergangenheitsmanagement und ich plädiere für Dankbarkeit, dass überhaupt Vergangenheit entstehen darf. Ich nenne das marktwärts Leben, denn das Leben ist Austausch und Vergangenheit gehört dazu. Und der Markt beginnt bei mir. Auf einen guten Tag, der morgen um diese Zeit Vergangenheit ist – und vielen Dank für die anregenden Gedanken im Beitrag und in den Kommentaren!

  • Hallo Andrea,
    Danke dir für deine Zeilen.
    Du fragst, wie ich zum „Loslassen“ gekommen bin.
    Immer wieder ist mir dieses Thema begegnet, habe es auch verstanden (irgendwie), aber umsetzen? Im letzten Jahr habe ich in einem wunderschönen Haus in Bayern ein Quantenheilungsseminar besucht und dort, während einer Übung, „löste“ sich etwas Altes in mir, von dem ich dachte, dass dieses Thema eben nicht lösbar ist. Es war wie ein Wunder. Ich habe dann begonnen, für mich damit zu arbeiten und das Loslassen (nicht vergessen oder verdrängen) geht weiter.

    Loslassen ist für mich nicht, meine Vergangenheit auszuwischen, im Gegenteil, ich habe sie sehr genau angesehen und tue das noch. Aber belastende Dinge, die mich immer wieder am Weitergehen und mich leben hinderten, lasse ich in Liebe und – ganz wichtig – Dankbarkeit los.
    Ich übernehme dadurch auch wieder Eigenverantwortung für mich und mein Handeln, nicht mehr den Fokus darauf, was die Anderen getan haben oder tun, was mir geschadet hat oder schadet. Auch dies kann ich loslassen, es heilt.
    Mein nächstes Seminar, dass ich mit der wundervollen Kursleiterin machen werde ist Ho’oponopono, eine Methode aus Hawaii. Auch durch diese Arbeit erfahre ich Heilung in mir und kann loslassen.
    Schau mal unter http://www.unsereseminare.de
    HerzensGrüße an dich
    Iris

  • Ja, das wollt ich auch noch anmerken, wie beruhigend es ist,
    zu wissen,
    da gibt es Menschen, die sich auch Gedanken manchen,
    wesentlich leben wollen und das Gute fördern-
    besonders jetzt, wo in den Nachrichten
    fast ausschließlich von Brutalität und Hinterhältigkeiten berichtet wird .
    Sonst könnte man manchmal schon den Mut verlieren.
    Danke an das Team und an euch alle !
    Lieben Gruß
    Roswitha

  • Hallo zusammen,

    ich habe mal ein Buch gelesen mit dem Titel „Leben beginnt mit Loslassen“, darin ist ziemlich viel enthalten von dem, was hier von allen geschrieben wird. Als Fazit: Loslassen soll soviel heißen wie sich von Unnützem, Einengendem, Blockierendem und Deinnovativem zu trennen. Dies ist eigentlich eine ganz natürliche vorgebene Anlage eines jeden Menschen, um sich weiterentwickeln und verwirklichen zu können.

    Was ich noch als Anregung/Wunsch gerade zu so spannenden Themen äußern möchte, wäre hier auf der Internet-Seite eine Art Plattform, um vielleicht mit dem ein oder anderen Gleichdenkenden mal zu mailen und sich vielleicht auch kennenzulernen. Es ist heutzutage so schwierig, Menschen zu finden, die an diesen und anderen lebendigen Themen Interesse haben.

    Gruß von Andrea

    • Gabriele schreibt am 16. März 2015

      Liebe Andrea, danke für Deine Anregung an das Zeitzuleben- Team. Leider finde ich in meinem Leben auch keine Menschen mit so viel Tiefgang, wie auf diesen Seiten…

  • also das loslassen hat unsere gesellschaft extrem gut drauf. am besten noch ins kreuz treten. damit meine ich unsere ellbogengesellschaft. wenn kündigungen anstehen, dann wird den leuten heutzutage noch mächtig ins kreuz getreten. von den firmen UND oft auch von vermeintlichen freunden, die sich alle selbst die nächsten sind und keine schwierigkeiten haben zu sagen, „sorry, da kann ich jetzt auch nichts machen“ – und dann vielleicht noch mitleidig grinsen.
    und der staat tut sein übriges, die menschen alleine zu lassen mit ihrem schicksal. die politiker treten auch nochmal nach und drücken die „losgelassenen“ dann noch etwas mehr runter.

    ja, loslassen ist die neuste mode!
    immer schön so weitermachen.

    • Roswitha schreibt am 15. März 2015

      Hallo, liebe(r) Anonym,
      meinst du mit loslassen, den anderen im Stich lassen, zappeln lassen?
      Bist du verärgert und verletzt, weil du selbst ungute Erfahrungen gemacht hast und empfindest dich ungerecht behandelt?
      Wenn du aus dieser Situation das tägliche Geschehen betrachtest kann ich verstehn, dass du verbittert bist und vermutlich der ganzen Welt in den Allerwertesten treten möchtest.
      Aber wem ist damit gedient?
      Lass deinen Ärger heraus , schimpf und strampf auf …und wenn’s genug ist dann wünsch ich dir, dass du bald drüber lachen kannst und Freunde findest und viell. einen neuen Job …weil lachen und gute Laune nach meiner Erfahrung Menschen verbindet !
      Liebe Grüße
      Roswitha

  • Guten Tag,
    vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel, über den ich bereits heute viel nachgedacht habe und auch noch weiter nachdenken werde.
    Für mich hat es sich als gut erwiesen, belastende Situationen aus der Vergangenheit, die nicht mehr zu ändern sind, zu „begutachten“ und kritisch zu reflektieren und sie danach „abzulegen“. Vielleicht kann ich auch etwas aus der Vergangenheit und meinen Fehlern lernen. Daher mag ich es, noch einmal hinzuschauen und damit auch den Finger in die Wunde zu legen. Doch wenn die Vergangenheit mir nichts Gutes oder Neues bringt und mich nur belastet, versuche ich die Dinge dort zu lassen, wo sie hingehören. In die Vergangenheit. Wobei das natürlich in den wirklich schweren Dingen einfacher gesagt als getan ist und häufig auch ein wenig Zeit und Ausdauer fordert. Schöne Erinnerungen an Menschen und Situationen bleiben daneben dennoch bestehen. Doch wie Einstein sagte: Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
    Liebe Grüße an Euer gesamtes Team und alle Leser und natürlich einen schönen Sonntag
    Dagmar

  • Der Text berührt mich auch sehr.
    Morgen beginne ich meinen ersten Arbeitstag in meinem Traumberuf. Da ich in der Vergangenheit jedoch Vorgesetzte hatte, die aus keinem guten Willen und auch ohne helfender konstruktiver Kritik an meiner Kompetenz zweifelten und mich dadurch extrem verunsicherten, habe ich eine dauernde unterbewusste Sorge wieder auf dieses Phänomen zu stoßen.
    Die Gedanken der Autorin motivieren mich nun zu versuchen diese Vergangenheit hinter mich zu lassen. Ich weiß in meinem Inneren schon seit Jahren, dass ich die richtige für den Job bin. Ich denke erst durch das Hinter-sich-lassen, auch von negativen Erfahrungen, ist es erst möglich ohne Angst, die Person zu werden, die man sein kann und möchte.

  • Ein sehr schöner Beitrag denn Loslassen ist mein Aktuelles Thema da mir nicht mehr soviel Zeit bleibt.
    Ich tue mich schwer damit, liebgewonnene Menschen loszulassen oder Mißerfolge in der Vergangenheit zu akzeptieren.
    Es ist auch schwer Freunde loszulassen wenn sie einfach ohne Kommentar aus meinem Leben verschwinden.
    Es ist schwer meine Mutter loszulassen, zu der ich seit 12 Jahren keinen Kontakt mehr habe.
    Immer geistert in meinem Kopf der Wunsch, sie möge mich endlich akzeptieren und annehmen so wie ich bin.
    Die Erkenntnis daß es keinen Konsens mehr geben wird ist traurig,aber es hat seine Gründe.
    Wenn mich Kontakte nur belasten dann muß ich sie loslassen.
    Man muß manchmal auch akzeptieren daß es keine Antworten auf Fragen gibt.

  • Anders handeln heißt andere Fehler machen

  • Ein Spruch, der sehr gut in diesen Zusammenhang passt: „You can’t start the next chapter of your life while re-reading the last one“ LG! Peter

    • eba schreibt am 16. März 2015

      Danke, Peter, das bringt vieles auf den Punkt !

  • Danke Diana f. diesen wundervollen Spruch. Da steckt wirklich ganz viel Wahrheit darin. Gehe selbst seit 3 Monaten durch eine schwere Krise. Habe mich auf einen Mann eingelassen, der von heute auf morgen aus meinem Leben verschwunden ist. Darf jetzt diese Beziehung abschließen, aber habe nicht geglaubt, dass dies so schwierig sein wird. Loslassen heiß für mich jetzt auch u. a., mein Schicksal, so schwer es mir auch fällt, zu akzeptieren u. in d. Gegenwart zu leben, da man Vergangenes weder nochmals erleben noch vergegenwärtigen kann.
    Schönen Sonntag! :-)

  • Natürlich gehört zu dem hervorragenden Beitrag übers Loslassen auch die Reflexion darüber woher man kommt. Ich finde es wichtig, dass man sich auch zu seinen Wurzeln bekennt, sie bejahrt mit all ihren Schattierungen und daraus das Selbstvertrauen und den Mut nimmt, positiv zu denken und seine eigenen Chancen in der Zukunft zu bejahen.

  • Loslassen – oder der Schritt sich von der Vergangenheit zu lösen:
    Der erste Konflikt der entsteht ist – „will ich mich von den guten, positiven Lebensabschnitten lösen? Soll ich aufhören daran zu denken das mein Leben schön war?“ – Der zweite scheinbar einfachere Konflikt ist sich von einem bisherigen Leben zu lösen, das hässlich war. Ab diesem Punkt bin ich von meinem EGO gezwungen, den „bequemeren“ Weg zu gehen, – zu verdrängen..zu beschönigen. Auch wenn ich gute ideale Lebensabschnitte hatte, so sind sie für mich, im heute, reine Informationsträger meines persönlichen Datenarchives. Ich muss mir klar machen das alles Gute und Schöne einige Schattenseiten hat, die, der unwiederbringlich gelebten Zeit; die, dass mich durch das Sponsoring von Protegés eine verengte Weltsicht blind werden liess? Diese wie auch die negativen Zeiten sind Daten die mir helfen mich zu informieren, warum es mir einmal „besser ging“ und einmal „schlechter“. Wenn ich diese Erinnerungen mir für das heute, – analytisch zugänglich mache, dann werde ich begreifen, dass ein morgen in Zufriedenheit nur aus dem folgen kann, das weder meine „guten Zeiten“ noch meine „schlechten Zeiten“ – Glück oder Unglück für mich sind, noch waren! Ich kann verstehen lernen, das viele meiner Entscheidungen für mein Leben, aus der Ansicht dieser Gesellschaft sind, wie angeblich mein Leben zu sein hat. Dass, was ich daraus gemacht oder „nicht“ – getan habe – ist eigentlich eine lebenslange Ungleichheit in der Balance der Hemissphären. Das Denken der Emotionen bleibt unterentwickelt, während das des Rationalen sich von „oben herab“ einem Geier gleich sich auf alles stürzt und zerreisst, was die Gesellschaft für nicht ausreichend leistungsorientiert entschieden hat.
    Die Vergangenheit sollte für mich nur ein riesiges Archiv sein; eines aus dem ich mich bedienen kann – um im heute für das morgen – die Wahrheit zu erkennen. Konflikte die emotional(affektiv) nicht zu „Ende“ gelebt sind, werden uns immer wieder verfolgen, sowie auch solche zu denen ich keine rationale(kognitive) Überlegung bereit war(bin) – zu treffen. Loslassen – sollte mir wie ein „Dienender“ sein, einer – oder etwas – das mir hilft die Welt und mein Leben immer mehr als dass zu verstehen, was und wie ich die Wahrheit lebe. Es gibt keine eigene Wahrheit. Dieser Trugschluss verhindert das ich ehrlich mit mir bin, und das ver(be)hindert meine freie Entscheidungsbildung. Eine freie Entscheidungsfähigkeit führt zu einer inneren Balance, zu einer Angleichung von emotionalem und rationalem Denken. Nur so komme „ich“ – in eine Zukunft des Loslassen. Dann lebe ich im „heute“ und bin bereit für morgen! Das ist glücklich werden im Loslassen..

    burkard

  • wundervoll!!! welch wundervolle gedanken!!
    danke.
    zukunftsverheißend. den blick auf den nach oben offenen himmel lenken. mutig sich auf die reise in das zukunftsland der möglichkeiten begeben…
    los geht’s!!

  • „Das Alte hinter sich lassen!“ —tja oft versucht und noch öfter davon eingeholt.
    Es sind meist Kleinigkeiten (Bemerkungen, Gerüche, Situationen) die einen immer wieder erinnern und in die Vergangenheit zurückholen.
    „Neu anfangen“ – würde ich gerne doch „wo anfangen?“
    ich bin jetzt 57 war mein und bin mein ganzes Berufsleben sozial tätig – und habe darüber offensichtlich vergessen zu Leben.
    Das ist nicht mehr aufzuholen. Und jetzt neues, anderes Leben beginnen?
    Wo anfangen? ich dreh mich im luftleeren Raum, es ist nichts da zum hingreifen und stoppen und das schlimmste ich weis das meine Familie am meisten meine Frau darunter leidet und sie trotzdem zu mir hält.
    Neu anfangen? ich denke das gibt in dem Hierseits für mich nie mehr.

    Gings jemanden genauso gibt es einen Weg aus dieser Abwärtsspirale?

    • Betina Graf-Deveci schreibt am 15. März 2015

      Hallo Roman,

      jetzt habe ich mir doch noch einmal die weiteren Kommentare durchgelesen, und sie rühren mich alle sehr an.

      Dir, Roman, möchte ich gerne persönlich antworten: „Neu anfangen“, das klingt nach grüner Wiese, wo man – endlich – sein eigenes Leben richtig beginnt. Aber diese grüne Wiese gibt es schon von der Entstehung her im Mutterleib her nicht.

      Wenn Du sagst, dass Du Dein ganzes Leben lang sozial tätig warst und bist – bezeichnest Du dies nicht als Leben? Selbst wenn es so wäre, und Du hättest in dieser Zeit vielleicht nicht Deine eigentliche „Berufung“ gefunden, hättest an Deinem eigenen Lebenssinn vorbeigelebt – selbst dann wäre es genau Dein Leben, und kein Anderes. Denn bestimmt hast Du zu jedem Zeitpunkt das Beste getan, was Dir möglich war.

      Wir denken oft, wir müssten etwas ganz Bestimmtes im Leben erreichen … das können verschiedene Maßstäbe sein: Geld, Erfolg, materielle Güter, Ansehen, soziale Anerkennung, Parties, gute Laune und vieles mehr. Das sind fremde Maßstäbe, und irgendetwas in unserem Leben zieht uns dennoch zu dem, wie und was wir vor-leben.

      Ich selber bin auch schon so einige Irrwege gegangen, habe mich streckenweise „abgequält“, aber mich auch immer inspirieren lassen, was das Leben mir an Geschenken bereit hält. Es sind oft die alltäglichen Dinge, die mir eine besondere Freude bereiten: ein liebes Gespräch mit einem alten Menschen, der denkt, dass dieses Jahr sein Letztes ist; eine Erzählung, die mir eine Nachbarin aus ihrer Kindheit schildert. Oder wenn ich einer Freundin bei einer kleinen Sache behilflich sein kann. Dies sind die Dinge, die meinem Leben einen Wert geben.

      Weißt Du, wie viele Menschen Dich um Deine Frau beneiden würden, die in schweren Zeiten zu Dir hält? Wie viele Menschen einsam sind und sich lange Strecken ihres Lebens sich selber genügen müssen … mit einem kleinen Brot zum Frühstück, die Tageszeitung dazu.

      Wir lernen kaum, Wertschätzung und Würdigung von anderen zu erfahren. Insbesondere die Arbeit im sozialen Bereich ist glaube ich in dieser Richtung besonders „undankbar“. Da kann man leicht den Blick für die Würdigung des eigenen Lebens verlieren, wenn man immer nur gibt und selten zurückbekommt … dabei ist es eine so besondere Leistung von Dir, Dich im sozialen Bereich anderen Menschen zu widmen.

      Liebe Grüße an Dich

    • Ulli schreibt am 16. März 2015

      Ich hoffe Du schaust noch einmal hier vorbei und liest meinen Kommentar.

      Zitat: „Wo soll ich anfangen?“

      Am besten fängst Du mit kleinen Dingen an. Jeder Versuch das Ruder hart herumzureißen, ist nach meiner Meinung nach zum scheitern verurteilt. Man erntet dabei nur Frust.

      Ich wollte einmal meine Vergangenheit über Bord werfen, und habe durch eine harte Ruderlage mein Kurs um 180 Grad geändert ( Abendschule, Abi und Studium auf dem zweiten Bildungsweg ). Ich war ein neuer Mensch.
      Aber ! Ich fühlte mich weder in der neuen Welt noch in der alten Welt zu Hause. Ich wurde immer verzweifelter und wusste nicht warum.
      Dann habe ich einfach eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Ich lernte das auch die alte Welt ganz schön war, und ich damals mit weniger auch sehr zufrieden war. Ich habe mich daran erinnert was ich gerne machte. Ich war ein Kind das immer das gemacht hat was ihm gefallen hat. Andere sind an mir verzweifelt.
      Als Kind mag man egoistisch sein, aber man weiß im Gegensatz zu dem Erwachsenen was man will und was einem gut tut.

      Vielleicht machst Du auch einmal die Entdeckungsreise in die Kindheit. Was hat Dir damals gefallen ?

      Es ist in Ordnung das Du auch einmal an Dich denkst, und Deinen Energiebrunnen füllst.
      Denn aus einem leeren Brunnen kann man kein Wasser schöpfen. Du wirst auch für Deine Mitmenschen eine Freude sein, wenn es Dir richtig gut geht.

      Ich weiß das man in den sozialen Berufen verzweifeln muss. Die Fehler der skrupellosen, unfähigen und dummen Politiker könnt ihr gar nicht ausgleichen. Das ist so als wollte man mit einem Eimer die Nordsee ausschöpfen.

      Also, spielerische kleine Schritte, und damit rechnen das man auch ab und zu scheitert.
      Beim Fußball muss man auch nicht gleich in der ersten Minute alle Tore schießen. Dann ist es ja nicht mehr spannend.

      Viel Glück !

    • Gabriele schreibt am 16. März 2015

      Lieber Roman, Deine Worte berühren mich zutiefst. Ich bin 52 und ebenfalls war mein Beruf als Sozialarbeiterin mein Lebensinhalt. Jetzt bin ich ausgebrannt, gekündigt und stelle fest, mir fehlt die Kraft weiterzumachen. Was tun? Die Eltern bereits gestorben, keine eigene Familie, Freundschaften vernachlässigt…

    • Silvia schreibt am 17. März 2015

      Hallo Roman,
      ich bin auch mein Leben lang sozial tätig, nämlich als Gestalttherapeutin u.a. in den letzten 15 Jahren. Ich kenne viele Kollegen denen es geht wie dir, sie sind ausgelaugt und haben Alles gegeben. Jetzt haben sie das Gefühl mit leeren Händen dazustehen. Für mich klingt das ein bischen nach Depression oder wenn sich das besser anhört für manche; Burnout. Ich glaube jeder, der so empfindet sollte sich therapeutische Unterstützung suchen, denn auch mit über 50 ist das Leben noch wandelbar und voller Lebensfreude, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Um die Lebensfreude zurück zu gewinnen lohnt es sich immer finde ich. Lass dich nicht unterkriegen und such dir Unterstützung.
      Liebe Grüße
      Silvia

  • Guten Morgen!

    Ein wunderbarer Artikel, der mich auch mal wieder angeregt hat, über meine Vergangenheit zu reflektieren. Früher hab ich sehr leicht, unbewusst und immer auf Vollgas gelebt, heute lebe ich das genaue Gegenteil davon. Auch wenn ich von außen wie um 180 Grad gedreht erscheine, bin ich in mir drin immer noch diesselbe. Die unbewusste Partymaus, immer in Bewegung, ist halt genauso in mir drin wie die ruhige zurückgezogene Ernsthafte. Alles hat seine Zeit. Ich habe üble Dinge erlebt, durch mich selbst oder andere verursacht. Aber ich kann und will die Vergangenheit gar nicht loslassen, weil sie ein Teil von mir ist. Ich habe einfach aufgehört darin zu leben. Ich erinnere mich immer mal wieder daran, an manche Dinge mit Freude, an manche mit Schmerz. Und dann schaue ich, ob ich etwas von den Erinnerungen mal wieder aufleben lassen will oder ob ich sie als abgeschlossene Erfahrung nehme und heute anders mit ähnlichen Situationen umgehen. Von daher sehe ich Vergangenheit einfach als einen reichhaltigen Fundus von Erfahrungen, egal wie sie waren. Sie haben mich zu der gemacht die ich heute bin und haben mir immer mehr Kraft und Weisheit gegeben. Es erfüllt mich auch immer wieder mit Freude und Stolz, dass und wie ich schwierige Situationen überstanden habe. Und gerade weil ich früher etwas erfahren habe, kann ich ja heute darauf basierend eine neue Entscheidung treffen und mit einer ähnlichen Situation anders umgehen. Also ich möchte kein Fitzelchen meiner Vergangenheit missen und bereue absolut gar nichts :-)

    Alles Liebe

  • Hallo an alle, das Team sowie die Leser

    Ich denke, ein „Loslassen“ von seiner eigenen “ Vor- und Frühgeschichte“ ist in vielen Fällen eher kontraproduktiv. Sicher, wenn ich an Dingen, Menschen oder Einstellungen festhalte, von denen ich das Gefühl habe oder sogar weiss, dass sie mir nicht gut tun, dann weg damit. Aber letztendlich hat mein „Vorleben“, wenn man mal von der Genetik absieht, mich geprägt und zu dem gemacht, was ich heute, hier und in diesem Moment bin.
    Ich halte es für eher wichtig, dass ich mich ganz bewusst an z.Bsp. eine Entscheidung erinnere, wenn eine ähnliche Entscheidung für’s hier und jetzt ansteht. Es ist mir dann bewusst, welches Ergebnis meine Entscheidung von früher zum Ergebnis hatte. Will ich nun ein anderes Ergebnis erziehlen, nehme ich die frühere Entscheidung heraus aus dem großen Blumenstrauß der möglichen Entscheidungen. Sicher, ich habe keine Ahnung, ob die dann neu herausgezogene Blume auf lange Sicht, ein, für mich, besseres Ergebnis zur Folge hat. Was ich aber sicher weiss, ist, dass sich das Ergebnis von früher ganz sicher nicht unter den möglichen Ergebnissen befinden wird.
    Geht man immer den selben Weg, so wird auch das Ziel immer das selbe sein. Ich muss mich also bewusst mit dem „Früher“ auseinandersetzten, um nicht wieder und wieder den selben Weg einzuschlagen, den selben Charakter kennenzulernen, die selben Dinge zu tun oder eben NICHT zu tun.

    Liebe Grüße an das Team und ich hoffe, nicht zu weit vom Thema abgeschweift zu sein.

    • Anita schreibt am 15. März 2015

      Ja genau, das seh ich auch so. Man kann die Vergangenheit super nutzen, um daraus zu lernen und neue Entscheidungen zu treffen!

  • Hallo und guten Morgen,

    loslassen kann ich gut, dachte ich. Aber mit zunehmendem Alter (65) denke ich oft an vergangenes. Gutes wie schlechtes, jedoch geht es mir dabei nicht gut. Es blockiert mich nach vorne zu schauen, da es mir immer wieder klar macht wie wenig Zeit noch bleibt im Gegensatz zu der die Vergangen ist. Es fällt mir dadurch schwer im hier und jetzt zu leben und zu sehen was noch alles auf mich wartet. Ich weiss ich sollte vergangenes loslassen- nicht vergessen- und voll Kraft darauf schauen, was mir das Leben noch zu bieten hat. Probiere es immer wieder, aber auch dabei erfahre ich wie schwierig es doch ist. Aber wer hat gesagt, dass Leben einfach ist:-)

    • Burkard schreibt am 15. März 2015

      Hallo herold,
      wenn ich den Glauben an mich selbst verliere, dann verliere ich tatsächlich mich. Dann bleiben mir nur Erinnerungen, weil ich nicht mehr den Mut habe, weil ich verzage. Wenn ich nicht akzeptiere, das mein „altern“ mich auffordert den Kopf hoch zu nehmen um über die Dinge im Leben, das ja gestern und heute ist, und hoffentlich morgen auch noch – nach.. zu denken. (ich will doch die Freude erleben morgens aufzuwachen um mir selbst zu sagen“wie schön mich so lebendig zu spüren, ich freue mich auf den neuen Tag“) Nicht das Leben hat mir zu bieten, sondern ich biete mir etwas im Leben an, für das Leben – oder? Dann kann ich noch viele Jahre voller Freude am Leben – leben. Gehe gedanklich in dein Herz, spüre still ohne Forderung hinein, erfahre wenn du plötzlich aufgeregt atmest, wie sich dein Herz erfreut. Das ist die Chance das Leben im Alter zu begreifen.. Herzlich – burkard

    • Burkard schreibt am 15. März 2015

      Entschuldigung, war eben zu doof um zu begreifen das Dagmar wohl Herold angeschrieben hatte – mein Kommentar ist dann für dich Dagmar-

  • Ich begleite intensiv unter anderem meine Freundin,die an Parkinson erkrankt ist. Ich versuche sie zu motivieren, dass sie nicht in der Krankheit leben soll, sondern in die Gesundung gehen möchte. Die ständigen Fragen, warum ich, dazu wird jede zusätzliche Tablette gedanklich verweigert und nur das Negative wird gesehen, was sie jetzt nicht mehr unternehmen und tun kann. Dies ist für mich selbst eine grosse Herausforderung, gerade weil ich mich mit dem Thema Loslassen beschäftige und dies auch weitergebe. Die Einstellung von Moni empfinde ich sehr wertvoll.
    Loslassen wird oft unangenehm oder als Zwang empfunden, ich empfinde jedoch, dass Loslassen befreit. Beginnen wir bei etwas einfachem, wie unserem Kleiderschrank, Dinge die unnötig in der Wohnung herumstehen, Bücher die nur verstauben und vielem mehr. Freundinnen die nur nerven, mit der Zeit nicht mehr die gleiche Sprache sprechen, weil man sich auseinander entwickelt hat. Wenn wir Enttäuschungen und vieles mehr in unserem Leben hatten, dies gehört dazu, doch dies ist in aller Liebe loszulassen, dazu gehört auch das Verzeihen und die Dankbarkeit. Was wir heute sind haben wir uns selbst erschaffen – Entscheidungen die wir früher getroffen haben – waren Lernprozesse für unser heutiges Leben denn wir sind Schöpfer unseres Lebens. Wir können entscheiden, was wir wollen, wie wir es wollen und uns in Liebe von Dingen/Sachen und Menschen verabschieden, die uns nicht gut tun. Manchmal warten wir zu lange, weil wir niemanden weh tun möchten, doch schlussendlich erkennen wir, dass es schon lang Zeit gewesen wäre. Unsere Zeit ist so kostbar, mit jedem Jahrzehnt kostbarer, darum möchte ich meine kostbare Zeit nicht mit unnötigen Dingen/Gedanken etc. vertrödeln.

  • Zum Loslassen gehören meiner Ansicht nach 2 Schritte. Der erste ist die Erkenntnis, dass ich etwas verändern möchte. Und der zweite ist die Umsetzung. Aus meiner Erfahrung reicht die Erkenntnis allein nicht aus. Es folgt dann die harte Arbeit an sich selbst seine Gewohnheiten zu ändern. Dazu kann ein Tagebuch hilfreich sein.
    LG

  • Ich kann mit dem Begriff loslassen wenig anfangen, vielleicht auch deshalb weil ich es automatisch mache. Negative Dinge filtere ich schnell heraus, wenn ich sie analysiert habe.
    Darum bleiben mir eigentlich nur die schönen Dinge in Erinnerung. Ich denke gerne an die Vergangenheit zurück, das gibt mir sogar richtig Kraft. Zu meinem Wesen gehören nun einmal auch die Misserfolge und Niederlagen, daraus habe ich viel gelernt. Und mein Misstrauen bezeichne ich als nützliche Charaktereigenschaft.
    Man sollte meiner Meinung nach sehr vorsichtig sein, damit zu viel über Bord zu werfen. Auch die negativen Erfahrungen sind sehr wichtig. Wenn man diese gründlich analysiert hat, dann schmerzen sie auch nicht mehr.
    Wenn ich es mit einem Buch vergleiche, befinden sich die negativen Dinge bei mir im Anhang ganz hinten. Dort ist auch ein Inhaltsverzeichnis für die schlechten Dinge. Nur wenn ich etwas brauche schaue ich in das Inhaltsverzeichnis. Die wichtigen und schönen Dinge befindet sich im eigentlichen Teil des Buches. Und ich blicke dann ganz gerne einmal in das schöne Buch.
    Also, alles über Bord werfen und morgen ein neuer Mensch werden und mit Vollpower ins Leben zu starten wird sehr schnell ziemlich frustrierend. Es ist so, als wenn ein Boxer ohne Deckung und hoch motiviert auf den Gegner zu läuft. Der fängt sich ein Pfund ein, das er das Boxen ganz aufgibt.
    Das Leben ist hart, und der Alltag holt einen schnell ein. Je begeisterter ich vorstürme, umso schneller bin ich enttäuscht. Trotz aller Motivationshilfen, entscheidend ist das Fachwissen, und die geeigneten Mittel ( Geld, Ausdauer, Alter, Vitamin B etc. ) um ein Ziel zu erreichen. Also mit einer vernünftigen realistischen Planung kommt man weiter als mit übermäßiger Motivation.
    Das sollte einen jetzt aber nicht abhalten Ziele zu haben und zu verfolgen, und auch kalkulierbare Risiken einzugehen.

  • Guten Morgen,
    ein sehr zum Nachdenken anregender Artikel. Danke dafür.

    Auch wenn ich das etwas anders sehe.
    Für mich ist das Leben mit all seinen Stationen wie eine Leiter. Jede Sprosse ist ein Entwicklungsschritt. Wenn ich nun loslasse, dann fehlen mir die Erfahrungen der vorhergehenden Sprossen.
    Mir ist bewusst, das es auch anders gesehen werden kann. Alles hinter sich zu lassen heißt natürlich auch die Hände wieder frei zu haben für neues.
    Da es für mich keine Vergangenheit gibt (wir sind ja immer im JETZT, denn als das, was jetzt Vergangenheit ist, Gegenwart war, war JETZT) ist das Leben immer für mich im HIER, im gegenwärtigen Augenblick. Und damit immer ohne Vergangenheit, außer der Erfahrungen die mich geprägt haben. Und diese Erfahrungen möchte ich nicht missen.
    Loslassen von schweren Zeiten würde dann heißen, vielleicht diese Erfahrungen noch einmal machen zu müssen.
    Kleben bleiben an schlechten Zeiten, nein, das meine ich nicht. Denn jeder Mist den wir erleben ist auch Dünger für etwas neues.
    In diesem Sinne
    Allen einen schönen Sonntag

  • Hallo in die Runde,

    ich finde diesen Gedanken schön, zu sagen: „Ich lasse meine Vergangenheit los. Ich lasse das, was mich aus der Vergangenheit in der Gegenwart behindert, los.“ Es hat viel mit Leichtigkeit zu tun.

    Und doch ist es für manche Menschen nicht so einfach, wie es klingt. Ich möchte an die Menschen erinnern, die – in ihrer Kindheit oder später – tiefe Traumata erlebt haben. Diese Traumata lassen sich nicht einfach „loslassen“. Sie kommen, insbesondere in nahen Beziehungen, wie es Liebesbeziehungen darstellen, immer wieder ans Tageslicht.

    Der Satz „Lasse doch Deine Vergangenheit los“ kann für diese Menschen kein Trost sein, weil es für sie so nicht möglich ist. Für Menschen mit schweren Traumata bedeutet es jahrelange innere Arbeit, auch psychotherapeutische Begleitung, um tiefgreifende Erlebnisse aus der Vergangenheit so zu verarbeiten, dass sie ein gesundes und glückliches Leben führen können.

    Auch das gehört wertgeschätzt und respektiert.

    Deshalb möchte ich den Menschen hier, die das lesen, und für die das Loslassen nicht so einfach möglich ist, Mut machen. Denn es ist möglich, ein – ich möchte sagen „befriedetes“ – inneres Seelenleben zu erreichen. Es lohnt sich, sich hier im eigenen Tempo auf den Weg zu machen.

    Liebe Grüße in die Runde!

  • Die Begrifflichkeit „loslassen“ hat für mich etwas von „vergessen, ignorieren, verdrängen“. Besser wäre wohl zu sagen, die Vergangenheit und das, was geschehen ist, jede Entscheidung und jeden gewählten Weg zu akzeptieren. Wir sind uns sicher einig, dass wir hier immer nur von den nicht so glücklichen Zeiten sprechen, an die anderen erinnern wir uns schließlich immer wieder gerne! In Ermangelung eines Schalters, den ich einfach mal eben so umlegen kann, gebe ich jeden Tag auf’s Neue mein Bestes beim Nach-vorne-blicken und habe festgestellt, dass Veränderung und Akzeptanz eben seine Zeit hat und braucht.

    • Sarah Croé schreibt am 15. März 2015

      Wie schön, das dein Beitrag ein Gesicht hat.

  • Danke, für diesen Bericht, der mich gerade sehr nachdenklich macht. Seit 25 Jahren bin ich mit der Suche nach mir beschäftigt und habe dabei vieles entdeckt, wer oder was ich bin oder sein könnte.
    Gelebt habe ich vieles davon nicht, habe zwar manche Rahmenbedingungen verändert, bin trotzdem mehr geblieben „wie immer“. Zufrieden war ich selten, immer fehlte mir die Lebendigkeit und die Lebensfreude. Ich habe all meine Erkenntnisse über mein Leben brav „festgehalten in mir“.
    Seit kurzem beschäftige ich mit dem Loslassen und es verändert sich etwas in mir und auch im Außen.
    Der Bericht hat mir die Klarheit gegeben, ja, ich lasse das Alte endlich los, ich lasse es in Liebe und Dankbarkeit gehen. Alles war so wie es war für mich wichtig und richtig, aber jetzt lasse ich los. Ich weiß, nur wenn ich diese Schritte bewusst mache, kann ich die werden, die ich im Herzen schon bin. Und das fühlt sich sehr befreiend und wohltuend an.
    Nochmal danke, für den „Augenöffner“ eigentlich eher ein Herzöffner für mich.

    • Andrea schreibt am 15. März 2015

      Liebe Iris,
      Dein Kommentar hätte von mir sein können. lange auf der Suche nach dem richtigen Sein für mich…..
      Wie genau ging das Loslassen für dich. Kannst du eine bestimmte Literatur empfehlen oder war es das Bewusstwerden anzunehmen was ist und dann nach vorn zu schauen. Tu mir sehr schwer mit dem Umsetzen..
      Liebe Grüße, Andrea

  • Danke für die anregenden Sonntagmorgengedanken. Ich merke auch, wie wenig konstruktiv der Rückwärtsblick meist ist, mich eher hindert und traurig macht und trotzdem falle ich immer mal wieder dorthin zurück. Die Konzentration auf das hier und jetzt und auf mich, versuche ich mal anhand der Fragen bewusst(er) in die kommende Woche mit rüber zu nehmen.

  • Loslassen. Das geht in meinen Augen nur, wenn wir uns GANZ auf uns beziehen und konzentrieren. Ich habe viele Monate eine beendete Beziehung und Frau gedanklich und emotional nicht loslassen können.

    Erst, als ich mich VÖLLIG auf mich selbst zurück besann, also mich ganz bewußt entschied, jetzt für eine gewisse, unbestimmte Zeit wirklich ALLEIN (nicht einsam;-) sein zu wollen, nur noch auf meine eigene innere Stimme und inneren Sehnsüchte, Wünsche und Lust hörte (und damit wirklich alles andere in den Hintergrund rückte), konnte ich loslassen.

    Loslassen folgt dem „Zu-sich-selbst-kommen“…

    Allen ein liebes Lächeln
    Der Oliver

    • Manuela schreibt am 15. März 2015

      Danke Oliver für das Lächeln und den bei mir „angekommenen“ Beitrag. Ich hab ähnliche Erfahrung – und da mein Leben ein Prozess ist, gelingt mir dies manchmal besser und zuweilen mühe ich mich mehr ab.

      Gute 24 Stunden

    • Andrea schreibt am 15. März 2015

      Danke Oliver….

    • Ann schreibt am 16. März 2015

      Danke Oliver für deine Worte. Ich als Schattenfrau habe auch so meine Mühe mich zu lösen und deine Worte helfen mir sehr . Und ich werde nur erst mal für heute mich auf mich besinnen, meine Wünsche und Sehnsüchte erforschen und anfangen mir selbst das alles schenken was ich da im außen suchte.
      Ein liebes Lächeln an dich zurück

  • Danke für den Beitrag Nicole, sehr schön und wachrüttelnd :-)

  • Toller Beitrag!!! Loslassen ist für mich im Moment sehr wichtig. Da hat sich doch einiges festgesetzt. Und es ist garnicht so einfach da mal ewtas genauer hinzuschauen. Ich befinde mich gerade beruflich in einer schwierigen Situation und habe das Gefühl nicht mehr so richtig mitzukommen….liegt vielleicht am „älter“ werden. Mir hat der Beitrag auf jeden Fall geholfen und die Fragen finde ich auch sehr gut. Gerne mehr davon :-)

    • Manuela schreibt am 15. März 2015

      Hallo Sören,
      loslassen ist für mich seit vielen Jahren sehr wichtig. Im Leben kommen für mich immer wieder Erfahrungen, Situationen und Herausforderungen bei denen ich unterscheiden will (muss): Was hab ich zu tun, was hab ich hinzunehmen und kann es nicht ändern. Die Herausforderung ist für mich Aktionen sein zu lassen und „los“ zu „lassen“. Trotz jahrelanger Übung und Training gelingt es mir mal besser und dann wieder nicht so gut.
      Viele liebe Grüße

  • Loslassen ist für mich ein zentrales Lebensthema. Ständig lassen wir los, sei es um Platz für Neues zu schaffen oder uns zu befreien aus einer Not. Für mich ist Loslassen immer mit Annehmen, Vergebung und Dankbarkeit verbunden. Ich nehme an was ist, schaue, meist mit zeitlichem Sicherheitsabstand drauf. Vergebe mir und anderen und scheue mich nicht, andere um Vergebung zu bitten. Dies ist ein unglaublich befreiender Akt. Dabei geht es gar nicht darum, demjenigen gegenüberzustehen oder sonst irgendwie in Kontakt zu gehen. Ich vergebe tief in mir. Tue das nur für mich. Und dann stellt sich optimalerweise ein Gefühl von Befriedung ein. Mit mir und anderen Menschen im Frieden, im Einklang fühlen. Automatisch stellt sich Dankbarkeit ein, echte, starke Dankbarkeit, die entspannt und löst. Loslassen hilft. Ich habe das selbst auch schon oft erlebt und bin sehr dankbar für diese Sichtweise. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass es nicht immer gelingt. Perfekt ist auch ein wenig langweilig. Und ich freue mich immer dann ganz besonders, wenn es gelingt. Ich freue mich sehr, dass dieses Thema so viele Menschen anspricht und beschäftigt.

  • Ich meine, dass man ein “ ja“ zu seiner Vergangenheit finden sollte, sie hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.
    Aber dabei auch nicht das aus den Augen verlieren was man sein möchte

  • Also, ich hab drüber nachgedacht und hab herausgefunden, dass ich mit meinen 58 Jahren die bin, die ich war und die ich bin und die ich sein werde. Liebevoll denke ich über das kleine Mädchen nach mit meinen Charaktereigenschaften und heute – bin ich’s noch – Nur ich kann wählen, ich bin frei, ich hab kein schechtes Gewissen mehr wie früher mal. Ich liebe das Leben, das alleinsein, Gesellschaften, mit und ohne Freunde zu sein.
    Ich bin neugierig, lerne immer noch etwas Neues dazu (sogar mit Prüfungen) und will mich bewußt einbringen für andere Menschen, auch beruflich. La vie est belle

    • Diana schreibt am 15. März 2015

      Liebe Anna
      Dein Kommentar könnte Wort für Wort von mir sein. Weihnachten habe ich einen Spruch bekommen, den ich nur sinngäss zurückgeben kann. „Man kann das Leben nur vorwärts leben und rückwärts verstehen!“
      Und da ich gerne mit Metaphern lebe:“ wenn ich Auto fahre, hindert mich das ständige in den Rückspiegel schauen. Ich will unfallfrei zum nächsten Stopp kommen und konzentriere mich auf die Fahrbahn.“

      Gute Grüsse

      Diana aus Bern

  • Loslassen kann ich nur, wenn ich Frieden mit dem geschlossen habe was war, mir meine Fehler verzeihen. Denn auch dadurch bin ich gewachsen. Weitergehen, mich weiter entwickeln, kann ich, wenn ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Meine Lebenserfahrung unterstützt mich in meiner Entwicklung. Eines der schwersten Dinge war es, dankbar zu sein. Dankbar nicht nur für Gutes, sondern auch für meine Fehler und meine negativen Erlebnisse. Denn nur so konnte ich werden, die ich bin. Und so kann ich mich entwickeln. Das Alter hat für mich auch vieles Gutes.

  • danke für den beitrag und die darin enthaltenen fragen, ich mag fragen, deren antworten mit mir und meinem leben zu tun haben, ich glaube ich antworte das erste mal auf einen artikel im internet, das loslassen beschäftigt eben auch mich, denn nach meiner trennung hörte ich das ständig, aber wie lässt man etwas los, was man liebt ? mir sind bei der aufzählung, was man loslassen sollte, die menschen zu dicht mit so simplen dingen wie alte klamotten oder meinungen verbunden, natürlich gibt es auch in meinem leben menschen, die irgendwann andere wege gegangen sind und dann war es ok, aber bei denen denkt man ja auch selten übers loslassen nach, da passiert es ganz selbstverständlich, ich hätte ehrlich gesagt auch lieber, wie doris es schreibt, wenn menschen trotz veränderung an meiner seite bleiben ;) aber auf jeden fall ist es ein gutes thema, danke

  • Während ich diesen Artikel gelesen habe, fiel mir „mein Augenöffner“ wieder ein: „Lass dich durch das, was du bist, nicht davon abhalten, das zu werden, was du sein kannst!“ Er hat mich dazu bewogen, weiter zu gehen und nicht im Jetzt stehen zu bleiben. Gleichzeitig jedoch auch die Vergangenheit anzunehmen und meinen Frieden damit zu machen. Denn sie hat mich zu dem gemacht, was ich jetzt bin! Ich denke loslassen ist wertvoll, doch mir fällt es nicht leicht. Wenn ich es schaffe, meinen Frieden mit den Entscheidungen von mir und anderen zu schließen (ich weiß ja auch gar nicht, wo ich jetzt mit anderen Entscheidungen wäre), löse ich mich ebenfalls davon und fühle mich freier, das zu werden, was ich sein kann.

  • Nach meiner Krebserkrankung mit Brustamputation habe ich sehr darunter gelitten, die unbeschwerte, sorgenfreie und gesunde Zeit davor nicht genug geschätzt und nicht bewußt genug gelebt zu haben. Es brauchte eine Weile, bis ich das, was war, hinter mich lassen konnte und mich auf den Weg nach vorne gemacht habe. Heute kann ich die Erkrankung als Chance und Geschenk sehen. Menschen (Freunde) haben sich von mir entfernt, aber ich habe neue Wegbegleiter gefunden. Ich selbst lebe viel intensiver, habe mehr Verständnis für meine Mitmenschen und bin sensibler geworden für die Nöte und Sorgen anderer.

  • Ich finde diesen Beitrag sehr gut , er hat mir mal einen Gedanken-Anstoß gegeben. Ich beschäftige mich mit dem „Loslassen“ auch schon eine Weile und habe gemerkt das wenn ich etwas loswerden wollte es an mir kleben blieb und ich dieses Thema wieder und wieder vor mir hatte. Loslassen bedeutet daher nicht zwingend vergessen/verdrängen/gleichgültig sein sondern vielmehr in Freude und Liebe zu all den Dingen und Menschen zu sein die ich loslassen will.
    Mich nicht mehr an sie zu binden und sie auch nicht mehr zu nähren. Sie sind alle ein Teil meines Weges und haben ihre Berechtigung.

  • Ursula schreibt: …“ mache ich mir selbst Vorwürfe, meine Zeit vertan zu haben“..

    Ja, es ist schmerzhaft, wenn das, was man für das Stimmen der Instrumente hielt, schon das ganze Konzert war.

    Umso wichtiger ist es, die Zeit die noch bleibt nicht auch noch mit Selbstvorwürfen zu vertun.

    Es ist gut, überhaupt erkannt zu haben, Zeit vertan zu haben. Viele Menschen werden sich zeitlebens nicht darüber bewusst.

    Für mich war es wichtig die eigentlichen Ursachen herauszufinden, warum ich das Gefühl hatte, den größten Teil des Lebens „im falschen Zug“ gesessen zu haben.

    • Arnd schreibt am 10. März 2015

      „Viele Menschen werden sich zeitlebens nicht darüber bewusst.“ – Ist das denn dann überhaupt ein Problem ? Kommt es nicht genau nur auf die eigene Einschätzung an ?
      *kopkratz* 8-)

  • Loslassen – da ist auf jeden Fall viel Wahres dran. Und doch – je älter ich werde, desto mehr stelle ich fest, dass auch Festhalten und Durchstehen dazu gehört. Sonst stehe ich nämlich irgendwann allein da. Genauso wie ich hoffe, dass meine Freunde zu mir stehen, wenn ich mich verändere im Laufe des Lebens, so möchte auch ich nicht zu schnell sagen „Jetzt passt du nicht mehr in mein Leben“.

    Festhalten und durch Situationen durchgehen, bringt Stabilität. Und dabei offen sein für Neues. Ich habe mir vorgenommen, erst „dann vom Pferd zu steigen, wenn es wirklich tot ist“ :-)

    • Ulli schreibt am 15. März 2015

      Ich sehe das genauso. Meiner Meinung nach wird heute zu schnell losgelassen, oder sogar im Stich gelassen. Oder man gibt zu früh auf, und überlässt Anderen wichtige Entscheidungen.
      Und noch so ein modische Erscheinung ist, das jeder alles können will. Deshalb ist es sehr schwer Menschen zu finden die ihr Handwerk wirklich beherrschen.

    • Andrea schreibt am 15. März 2015

      Hallo Ulli, ich sehe es genauso wie du. Ich habe schon immer die Menschen bewundert, die sich einfach auf ihr Handwerk konzentrieren und darin aufgehen. Ich habe das Problem, mich nie richtig für eine Sache richtig entschieden zu haben. Das hätte bedeutet, sich gegen anderes entscheiden und loslassen zu müssen. Und so bin ich immer noch auf der Suche nach meiner Berufung.

    • Marlies schreibt am 15. März 2015

      Ich stimme Ulli zu. Die meisten Menschen lassen zu schnell los. Auch Freundschaften. Oder sind zu oberflächlich unterwegs, wollen nur den schönen Schein sehen, aber nicht an der Oberfläche kratzen.
      Ich habe nur wenige Freunde, die ich schon lange habe, alle anderen kommen und gehen. Zusammenhalt und einlassen schwindet offensichtlich …
      Mein Thema ist auch das Loslassen, spannend wird es nur, wenn es um den Arbeitsplatz und um finanzielle Themen geht.

    • A-M Kania schreibt am 15. März 2015

      Jaaaaaaaaaaa!!!
      Indem es mir gelingt- NICHT sofort ALLES in einenLebens-Mülleimer zu werfen, öffne ich mir die gr.Chance “ TIEFER ZU SCHAUEN “ –
      nicht zuletzt deshalb, weil ich zwischenzeitlich erfahren habe,
      daß das, was “ LOS-GELASSEN “ werden möchte, mir als
      Erfüllungshelfer dienen kann…
      Alles, womit ich tiefer in Resonanz gehe, hat “ GRÖSSTENTEILS “ mit mir zu tun…Hier beginnt der SCHATTENTANZ – und dieser Tanz schenkt dir Klarheit…Das SELBST stellt sich der VERDRÄNGUNG oder umgekehrt…
      Ich habe die Wahl: Weglaufen- oder in Dankbarkeit einen tieferen
      Blick bei mir selbst zu wagen…
      In LIEBE- beobachte ich was geschieht…
      Was nicht geschehen darf, ist: “ SELBSTAUFGABE “
      Gerne unterstreiche ich deinen Schlußsatz: Die GIER alles
      können zu wollen- ist in den letzten Jahren vehement angestiegen.
      Dabei ist ALLES sehr einfach…Unsere Welt- unsere Natur oder unser
      bewusstes SEIN – ist immer hier in diesem Moment- und schenkt uns die absolute Fülle
      A-M

  • ….das erinnert mich an das Kapitel im alten Testament von der Frau, die zurückblickte und zur Salzsäule erstarrte!
    Mit dem Thema setze ich mich auch gerade sehr auseinander, – da nicht mehr so viel Lebenszeit bleibt, mache ich mir selbst Vorwürfe, meine Zeit vertan zu haben…

    • Moni schreibt am 15. März 2015

      „mache ich mir selbst Vorwürfe, meine Zeit vertan zu haben…“ ….und vertue erneut Zeit damit, mir Vorwürfe zu machen.

      Ich bereue selten etwas. Eigentlich gar nicht. Denn alle Entscheidungen, alles was ich mal irgendwann gemacht, vielleicht auch falsch gemacht hab, macht mich zu der, die ich bin.
      Und wer sagt mir denn wie es ausgegangen wäre, hätte ich mich anders entschieden?

    • Ulli schreibt am 15. März 2015

      Das Leben bietet soviel Möglichkeiten, das man immer andere Entscheidungen treffen könnte. Deshalb wird immer auch die Frage bleiben, wie es gelaufen wäre, wenn man eine andere Entscheidung getroffen hätte.
      Moni hat vollkommen recht, wer weiß wie es ausgegangen wäre, wenn Du eine andere Entscheidung getroffen hättest. Wir Menschen stellen uns nämlich immer gerne vor, das der andere Weg besser wäre. Deshalb beneiden wir den Nachbarn, oder sogar den Schauspieler oder Musiker.
      Wenn man dann Gelegenheit hat den Nachbarn besser kennen zu lernen, oder selber einmal ein Instrument spielt und schon im Kreise der Familie am Lampenfieber scheitert, weiß man, das der Andere es auch nicht so leicht hat, oder der alte Weg doch der bessere ist.
      Es kommt ja auch hinzu, das Dir kaum jemand die Wahrheit sagt. Wenn man die Erfahrung, Ausbildung, und Lebenserfahrung hat, kann man schnell hinter die Kulissen blicken. Es ist ähnlich wie mit den schönen Bildern im Urlaubskatalog. Dort scheint nur die Sonne, und es laufen nur schöne, schlanke und nette Menschen herum.

    • Lisa von Linne schreibt am 19. März 2015

      Bronni Ware, eine australische Krankenschwester und Buchautorin stellt in einem Ranking eine Top Five auf, von dem, was Sterbende bereuen:
      Nicht die Dinge die sie getan haben, eher die Dinge die sie nicht getan haben werden hiernach zum Problem. Diese haben oft ihre eigenen Wünsche hinten angestellt und zu viel gearbeitet, zu wenig Zeit für Familie und Freunde genommen und – vor allem – sich nicht erlaubt haben, glücklich zu sein, sich selbst treu zu bleiben anstatt so zu leben wie andere es von einem erwarten.
      „Das mache ich wenn ich Alt bin“ oder „wenn ich in Rente gehe, oder später mal…“ Ich hoffe es erfüllt sich jeder seinen Wunsch glücklich zu sein. Mir selbst sagte mal eine sehr erfahrene Palliativschwester, dass ich mir für mein Recht auf Zufriedenheit keine Entschuldigung bereitlegen müsste. Hierzu ist die Aussage Marcus Aurelius evtl. zutreffend: „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.“
      Auch der jetzige Dalai Lama äußerte sich hierzu „Wenn wir also gut zu sterben wünschen, müssen wir lernen, gut zu leben: Wenn wir auf einen friedvollen Tod hoffen, dann müssen wir in unserem Geist und in unserer Lebensführung den Frieden kultivieren.“

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