Schau mal ...

„Wie ändert man etwas im eigenen Leben?“

Haben Sie auch schon mal versucht etwas in Ihrem Leben zu ändern? Und sind Ihre Versuche im Sande verlaufen? Dann sind Sie vielleicht an Ihren inneren Widerständen gescheitert. Wie kann man diese inneren Widerstände umschiffen?

 

Umgang mit Killerphrasen

Von Tania Konnerth

Killerphrasen! Bei diesem Wort zuckt die meisten von uns wohl allein beim Lesen zusammen. Auch Sie haben vielleicht schon Bekanntschaft gemacht, mit diesen dummen Sätzen, mit denen unser Gesprächspartner versucht, ein Thema abzuwürgen oder uns zu verwirren.

Wenn man mit einer Killerphrase abgefrühstückt wird, dann ist man meist so perplex, dass einem nichts einfällt. Und weil uns in der entsprechenden Situation selten eine spontane, sinnvolle und nützliche Reaktion einfällt, macht es Sinn, sich einmal in aller Ruhe mit dem Phänomen zu befassen und Strategien für den Umgang mit Killerphrasen zu entwickeln.

Was sind Killerphrasen?

Killerphrasen kennen Sie wahrscheinlich alle. Es sind z.B. Sätze wie:

  • "Sie sollten es ja eigentlich selbst wissen, aber das geht nun wirklich nicht."
  • "Das haben wir schon alles versucht, das geht nicht"
  • "Typisch Mann!" (Frau, Anfänger, Rentner usw.)
  • "Sammeln Sie erst einmal ein bisschen Berufserfahrung."
  • "Das funktioniert in der Praxis nicht."
  • "Du hast ja keine Ahnung."
  • "Sind Sie immer so empfindlich?"
  • "Wenn Sie sich besser vorbereitet hätten, wüssten Sie, dass ..."
  • "Du musst noch viel lernen."
  • "Da müssen Sie doch nicht rot werden."
  • "Naja, da musst du aber noch an dir arbeiten."

Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie

  • pauschal,
  • blockierend,
  • abwehrend und oft auch
  • abwertend sind.

Killerphrasen sind nicht sachlich, sondern emotional und wollen den anderen an einem wunden Punkt treffen – entweder, um ein Verhalten auszulösen oder meist um eines zu unterdrücken. So kann uns jemand durch eine entsprechende Bemerkung mundtot machen oder zur Weisglut treiben, frustrieren oder aus dem Konzept bringen, vom Thema ablenken oder uns in die Defensive bringen. Immer zielen sie darauf ab, dass derjenige, der sie einsetzt, davon einen Vorteil hat und der andere einen Nachteil.

Man könnte etwas zugespitzt sagen, dass Killerphrasen ein meist sehr wirkungsvolles Manipulationsmittel sind – zumindest solange der andere noch keine Strategie hat, mit ihnen konstruktiv umzugehen.

 

„Orientierungslos?“

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Wie Killerphrasen wirken

Killerphrasen können unterschiedliche Wirkungen erzielen, wie z.B.:

  • Verunsicherung – Mit am harmlosesten, aber dennoch unangenehm ist es, durch eine Killerphrase verunsichert zu werden. Beispiele: "Also, das hätte ich von dir nicht gedacht." oder "Na, da hätte ich nun aber wirklich mehr von dir erwartet." Wir halten dann in dem was wir tun, inne, verlieren den Faden, das Selbstbewusstein u.ä.
  • Verletzung – Verletzungen durch Killerphrasen können sehr unterschiedlich sein. Der andere kann uns durch Herabsetzung unserer Person ("Benimm dich nicht so kindisch."), durch Beleidigung ("Manchmal bist du dumm wie Bohnenstroh.") durch gezielte Attacken der wunden Punkte ("Kein Wunder, dass Sie so zickig sind, als Singlefrau fehlt Ihnen wohl einfach ein Mann.") und vieles mehr tief treffen.
  • Hilflosigkeit - Wir wissen nicht, wie wir reagieren sollen und haben das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Die Hilflosigkeit lähmt uns und unser Selbstbewusstsein sinkt.
  • Frust und Resignation - Wenn Killerphrasen Engagement dauerhaft blocken, hat das oft Rückzug und Resignation zur Folge. Beispiel: Ein junger Berufsanfänger äußert eine Reihe von Ideen, was alles anders gemacht werden könnte. Sein älterer Kollege lacht ihn aus und sagt "So jung und naiv war ich auch mal. Das gibt sich."
  • Wut - Manchmal werden wir auch zornig und aggressiv. Dann explodieren wir und sagen Dinge, die wir besser nicht gesagt hätten. Auch das kann exakt das Ziel der Person gewesen sein, die Sie mit einer Killerphrase provoziert hat.

Die Chance, die in den Killerphrasen liegt

Wie in allem liegt auch in Killerphrasen eine Chance. Eigentlich sogar zwei:

  1. Selbsterkenntnis - Killerphrasen treffen uns immer nur an unseren wunden Punkten. Ein dummer Spruch über etwas, mit dem wir selbst "rund" sind, können wir mit einem lockeren Achselzucken quittieren und er wird keine Wirkung haben. Wer mit sich selbst, seiner Figur, seinem Gehalt, seiner Position o.ä. zufrieden ist, dem kann eine Attacke darauf nicht berühren. Wer sich aber z.B. selbst nicht leiden kann, wird den Angriff auf seine Person sehr schmerzlich empfinden. Die Chance liegt nun darin, nach einem solchen verbalen Angriff ganz in Ruhe zu analysieren, was uns da eigentlich genau so sehr verletzt hat und wie wir uns damit für die Zukunft aussöhnen können.
  2. Kommunikationstraining - Wie alle anderen verbalen Konflikte ist auch jeder dumme Spruch eine Chance, die eigene Kommunikationsfähigkeit zu trainieren und zu verbessern. Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten, wie Sie auf Killerphrasen reagieren können. Trainieren Sie, flexibel und vielseitig zu kommunizieren.