Unbewusste Motive: Was treibt dich an?

unbewusste motive

„Ein guter Anfang braucht Begeisterung, ein gutes Ende Disziplin“ 

– Das Motto der deutschen Fußballnationalmannschaft während der WM 2014

Ein tolles Motto, mit einem sehr wahren Kern. Für die deutsche Fußballnationalmannschaft hat es zum Erfolg geführt. Doch da ist es wieder, das Reizwort Disziplin …

Warum „Reizwort“? Ganz einfach: weil sich beim Thema Disziplin oft die Geister scheiden.

Es gibt Menschen, die mit dem Thema Disziplin überhaupt kein Problem haben. Sie nehmen sich etwas vor und ziehen es einfach durch. Und das Wundersame dabei ist: Es kostet sie scheinbar kaum oder nur sehr wenig Überwindung, konstant an ihrem Ziel dranzubleiben.

Aber es gibt auch viele, viele Menschen, die häufig auf dem Weg zum Ziel ihren Faden verlieren. Und die deswegen immer wieder mit sich selbst hadern. Die frustriert sind. Für die Disziplin eher ein Reizwort ist, weil damit einfach schon zu viel frustrierende Erfahrungen verbunden sind.

Was unterscheidet diese Menschen voneinander? Warum können manche Menschen so gut „diszipliniert“ sein, ohne dass sie es überhaupt als großen Aufwand wahrnehmen, während andere ständig damit zu kämpfen haben?

Und es stellt sich natürlich die Frage: Machen Menschen, denen das mit der Disziplin so leicht von der Hand geht, vielleicht etwas anders? Gibt es da womöglich irgendein Geheimnis? Etwas, das diese Menschen vielleicht automatisch richtig machen, vielleicht sogar, ohne es selbst zu wissen?

Eine mögliche Antwort darauf könnten unsere unbewussten Motive sein.

Unbewusste Motive als innere Antreiber

Psychologen haben vor einiger Zeit eine sehr spannende Entdeckung gemacht: Jeder Mensch hat unbewusste Motive, die ihn innerlich antreiben. Und diese unbewussten Motive spielen eine ganz entscheidende Rolle dafür, wie motiviert wir bei der Sache sind.

Wenn ein Ziel mit unseren unbewussten Motiven übereinstimmt, dann spüren wir inneren Antrieb. Wir sind sozusagen von selbst motiviert und wir haben Lust auf das Ziel. Und wenn wir ein Ziel mit Freude verfolgen, dann geht es uns auch viel leichter von der Hand. Das ist von großem Vorteil, wenn wir länger an einem Ziel dranbleiben wollen.

Es gibt nur einen Haken an der Sache: Leider sind uns diese Motive nicht wirklich bewusst, d. h., wir wissen in der Regel nicht genau, was uns innerlich antreibt.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Und da wir unsere unbewussten Motive im Normalfall nicht kennen, kann es gut vorkommen, dass wir uns ständig „falsche Ziele“ setzen. Ziele, die wir eher von außen übernommen haben, die aber gar nicht mit unseren eigenen inneren Motiven übereinstimmen. Und wenn wir uns ein solches Ziel setzen, das nicht mit unseren Motiven übereinstimmt, dann fällt es uns auch viel schwerer, dieses Ziel langfristig zu verfolgen.

Manche Menschen wählen ihre Ziele aber auch automatisch so, dass sie gut zu ihren unbewussten Motiven passen. Und diesen Menschen fällt es dann auch viel leichter, diszipliniert zu sein, da sie dafür kaum innere Überwindung brauchen.

Je mehr wir also über unsere unbewussten Motive wissen, desto passendere Ziele können wir für uns formulieren. Und dadurch benötigen wir dann weniger Willenskraft und Disziplin.

Was sind solche unbewussten Motive?

Unbewusste Motive sind bildhafte Vorstellungen, die durch unsere Erfahrungen geprägt werden. Das fängt schon in früher Kindheit an.

Nach dem heutigen Stand der Forschung gibt es drei unbewusste Motive, die wir Menschen verfolgen:

1. Das Leistungsmotiv:

Das Leistungsmotiv treibt uns dazu an, möglichst gut sein zu wollen und uns stetig zu verbessern. Menschen mit einem ausgeprägten Leistungsmotiv setzen sich ehrgeizige Leistungsziele. Sie wollen wissen, wie gut sie in etwas sein können, und suchen nach Wegen, wie sie sich selbst noch verbessern können. Es geht dabei immer um die eigene Weiterentwicklung und nicht um den Vergleich mit anderen.

Ein Beispiel dazu: Du möchtest die italienische Sprache so gut beherrschen, dass du dich im Urlaub dort problemlos verständigen kannst und nahezu alles verstehst. Um dieses Ziel zu erreichen, besuchst du Sprachkurse oder kaufst dir Lernsoftware.

2. Das Machtmotiv:

Bei dem Machtmotiv geht es darum, Einfluss haben zu wollen. Menschen mit ausgeprägtem Machtmotiv haben gerne die Kontrolle. Sie gestalten gerne. Sie wollen wichtig sein und stehen gerne im Zentrum. Statussymbole sind ihnen wichtig.

Ein Beispiel dazu: Du willst bessere Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche in deinem Ort schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, lässt du dich zum Vorstand des Elternvereins wählen.

3. Das Anschlussmotiv:

Beim Anschlussmotiv geht es darum, gute Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Menschen mit einem ausgeprägten Anschlussmotiv ist es besonders wichtig, den richtigen Partner zu finden, eine Familie zu haben und gute Freundschaften zu schließen. Wichtig: Es geht dabei nicht darum, gute Beziehungen zu nutzen und andere Menschen für sich einzusetzen. Menschen mit ausgeprägtem Anschlussmotiv empfinden gute Beziehungen für sich als etwas Befriedigendes.

Ein Beispiel dazu: Du willst wieder mehr mit deinen Freunden unternehmen, da neben Beruf und Kindererziehung nicht mehr viel Zeit dafür bleibt. Um das zu erreichen, organisierst du gemeinsam mit einigen Freunden einen regelmäßigen Stammtisch.

Was treibt dich an?

Vielleicht hast du beim Lesen dieser Motive schon sofort eine kleine Einschätzung getroffen, welche Motive bei dir wohl stärker oder schwächer ausgeprägt sind. Normalerweise hat jeder Mensch eine Mischung von unterschiedlichen Motiven. Aber vielleicht ist eines davon auch etwas stärker ausgeprägt als die anderen.

Wie sich in Versuchen gezeigt hat, sind unsere unbewussten Motive aber leider nicht so einfach über eine Selbsteinschätzung herauszufinden. Unser Verstand gibt uns dabei nämlich eher „wünschenswerte“ Antworten und verzerrt dabei ein wenig das Bild.

Das gilt insbesondere beim Machtmotiv. Denn das Wort „Macht“ hat für viele eine negative Bedeutung. Einfluss oder Kontrolle haben zu wollen ist nicht unbedingt etwas, das viele Menschen gerne offen von sich zugeben.

Wie kann man seine unbewussten Motive herausfinden?

Ein guter Weg, um die eigenen Motive besser kennenzulernen, ist, sich selbst und seine Gefühle genauer zu beobachten. Denn Emotionen sind gewissermaßen die Sprache unserer Motive.

Um mehr über deine unbewussten Motive zu erfahren, kannst du dich mehrere Tage am Abend fragen:

  • Wann hatte ich heute starke Emotionen? Welche Situationen waren heute für mich irgendwie in irgendeiner Form bewegend? Wann habe ich z. B. Ärger, Freude, Trauer, Neugierde, Wut, Ekel, Angst, Scham oder andere Gefühle bewusst gespürt?
  • Woran lag das genau? Wie kam es dazu? Beschreibe diese Situation, so genau du kannst.
  • Worum ging es für dich in dieser Situation? Ging es darum, dass du Einfluss oder Kontrolle behalten willst? Ging es darum, dass du möglichst gut sein wolltest? Oder vielleicht darum, dass du jemand anderes von etwas ausgeschlossen hast?
  • Versuche zu analysieren: Welches Motiv wurde in dieser emotionalen Situation entweder erfüllt oder missachtet?

Sich selbst und seine Emotionen zu beobachten ist nicht ganz einfach. Erwarte also nicht, dass du von heute auf morgen deinen unbewussten Motiven auf die Schliche kommst. Aber bleibe konstant dabei, denn je mehr du beobachtest, umso achtsamer wirst du mit deinen Emotionen und umso genauer werden auch deine Beobachtungsergebnisse.

Wie kann ich meine unbewussten Motive für mich einsetzen?

Doch wie kann man das Wissen um seine unbewussten Motive nun ganz konkret nutzen?

Wenn du besser über deine eigenen unbewussten Motive Bescheid weißt, kannst du deine Ziele so formulieren, dass sie besser zu deinen Motiven passen. Und im Optimalfall kannst du deine Ziele dann mit mehr Freude und Leichtigkeit verfolgen. Was es dir wiederum erleichtert, dauerhaft dabeizubleiben und „diszipliniert“ zu sein.

Frag dich also: Wie müsste mein Ziel formuliert sein, damit es meine unbewussten Motive am ehesten anspricht?

Hier mal ein ganz konkretes Beispiel, um das zu verdeutlichen. Für viele Menschen ist ja ein Neujahrsvorsatz, weniger Stress zu haben bzw. für mehr Ausgleich zu sorgen.

Wie könnte man also das Wissen um seine unbewussten Motive für sich nutzen, um diesen Vorsatz wirklich dauerhaft umzusetzen?

Beispiel Leistungsmotivation

Wenn du sehr leistungsmotiviert bist, dann ist dein Haupt-Antreiber, möglichst gut sein zu wollen und dich stetig zu verbessern.

Eine Möglichkeit, regelmäßig für mehr Ausgleich zu sorgen: Du könntest etwas tun, bei dem du eine neue Fähigkeit erlernst, beispielsweise progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Du könntest einen Kurs darin belegen und mit einer dieser Methoden versuchen, gut darin zu werden, dich gezielt zu entspannen.

Beispiel Machtmotivation

Wenn du sehr machtmotiviert bist, dann ist dein Haupt-Antreiber, Einfluss und Kontrolle haben zu wollen, zu gestalten, im Mittelpunkt zu stehen bzw. Status zu verkörpern.

Ein regelmäßiger Ausgleich könnte hier beispielsweise sein, sich ein entspannendes Hobby zu suchen, das diesen Kriterien gerecht wird. Du könntest dir z. B. einen Garten anlegen. Damit kannst du deinen Gestaltungswunsch ausleben. Oder du machst bei einer Schauspielgruppe mit. Dabei kannst du im Mittelpunkt stehen und auch gestalten.

Beispiel Anschlussmotivation

Wenn du sehr anschlussmotiviert sind, dann ist dein Haupt-Antreiber, eine gute Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen.

Hier wäre eine Möglichkeit, regelmäßigen Ausgleich zu haben, sich mit Freunden oder dem Partner zu gemeinsamen Feierabendaktivitäten zu verabreden. Entweder man geht gemeinsam etwas essen, man macht zusammen Sport oder man sitzt einfach nur zusammen und spielt Karten.

Je nachdem, welche Motivation bei dir vorherrscht, könntest du dein Ziel, weniger Stress und mehr Ausgleich zu haben, also über unterschiedliche Wege erreichen.

Mache es dir einfacher

Die eigenen unbewussten Motive zu kennen, kann jedem von uns dabei helfen, für sich passende Ziele zu setzen. Und wenn wir einen großen inneren Antrieb haben, dann verfolgen wir unsere Ziele, ohne viel Willenskraft oder Disziplin dafür aufbringen zu müssen.

Warum sollte man es sich also unnötig schwer machen? Es wäre doch eine sehr große Erleichterung, seine Ziele zu verfolgen, ohne immer das Gefühl zu haben, gegen sich selbst kämpfen zu müssen.

Vielleicht wünschst du dir das auch so. Dafür ist es schonmal ein guter Anfang, wenn du deine unbewussten Motive besser kennenlernst. Und dir so Ziele setzt, für die du weniger Willenskraft und Disziplin benötigst.

Ist das für dich ein Thema? Dann könnte unser Projekt Willenskraft vielleicht interessant für dich sein. Hier zeigen wir dir viele weitere gute Methoden, mit denen du es mit Leichtigkeit schaffst, die Dinge wirklich anzupacken, die dir wichtig sind.

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Kommentare

  • Hallo Mathias

    Der Artikel gefällt mir gut.

    Ich arbeite seit drei Jahren mit unbewussten Motiven im Coaching. Dabei ist ein viertes Motiv – das Freiheitsmotiv – hinzugekommen. Dies wurde vorher mit dem Machtmotiv codiert.

    Prof. Julius Kuhl (IMPART) hat es separiert um es vom Machtmotiv abzugrenzen.

    Spannend ist auch, mit welcher Affektlage Motive umgesetzt werden. Ich möchte es bei der Arbeit mit meinen Athleten (und Personen aus der Wirtschaft) nicht mehr missen.

    Den du siehst sehr schnell, woher ein Athlet / eine Person ihre Motivation her nimmt.

    Lieber Gruss

    Martin

  • Hallo, liebes ZEIT-ZU-LEBEN-TEAM,

    es ist nicht nur EIN Beitrag, denn jedesmal sind ALLE Beiträge für die unterschiedlichsten Lebens-
    bereiche interessant, und ich habe durch Sie schon viel Hilfe erfahren.
    Es gibt immer etwas, dass Sie antreibt! Das ist der Werbe-Slo-gan der Volksbanken – gefällt mir gut, aber MICH treibt meine Mutter an – eine reine Erzie-hungsfrage also! Ganz gleich, was ich mache, höre ich irgend-einen ihrer schlauen Sprüche: „Nimm was mit, wenn Du vom Tisch aufstehst und tue es gleich“ oder „Schau‘ Dich noch-mal um, ob Du auch nichts ver-gessen hast“, „Mach‘ den Ab-wasch sofort und gehe niemals zu Bett, ohne vorher alles weg-geräumt zu haben!“

    Versucht habe ich schon oft, dieser MOTIVATION nicht zu fol-
    gen, aber es steckt so tief in mir,
    dass ich mich einfach NICHT ver-
    weigern kann…. Ist das noch Motivation, Erziehung oder nur blinder Gehorsam?
    Jeder möchte doch nicht wie seine Mutter werden oder gar so aussehen…, und trotzdem mache ich noch mit 73 das, was sie von mir verlangt hat!
    Bin ich durch meine Mutter nun motiviert, oder ist’s Macht der Gewohnheit? VERWEIGERN HILFT NICHT!
    Allen wünsche ich ein gesundes 2015!
    Vielen Dank fürs Zuhören!
    Ihre Steffi Gössel

  • Liebe Karin, gefällt mir gut was Du zum Thema „Probieren“ sagst.
    Kann ich nur zustimmen. es ist o.k. zunächst zaghaft an eine Sache heranzugehen.
    Mir, als vorsichtiger, sensibler Mensch sind die allseits beliebten „Chaka“- Methoden, ja,…tu es…Du schaffst es…blabla inzwischen sehr suspekt. Der gesamte Finanzmarkt beruht auf solchen Methoden und was bringt er? Dekant superreiche, narzistische Menschen auf der einen Seite und größte Armut auf der anderen Seite. Mir gefällt das nicht.
    Je älter ich werde um so weniger will ich weil ich Vieles nicht mehr brauche, für mein „An – sehen/gesehen – werden“, mein Ego, bzw., zurück zum Thema, frage ich mehrfach: was brauche und will ich wirklich, um zufrieden zu sein? Woher kommt mein vermeintliches Wollen nach Etwas?
    Wie oben schon angesprochen. welches Wollen ist sozial anerzogen (Haus, Flottes Auto, Erfolg), welches Wollen entspricht meiner innersten Natur, obwohl es gar nicht dem „Mainstream – Wollen“ entspricht.
    Bsp.: habe kürzlich im TV ein Doku über einen Abenteurer/Aussteiger gesehen, der meinte, er wollte nie „Jemand/Etwas Besonderes“ sein; er wollte seine Grenzen kennenlernen. Sehr unkonventionell in Zeiten in denen Jede/r auf der Bühne, im Mittelpunkt, berühmt sein will. Das erfordert Mut zu sich selbst und große Ehrlichkeit.

  • Heide-Rose .Decurtins schreibt:
    „(….) als ich bei meiner Ausbildung eine Kollegin hatte, die damals den Dozenten mit der Ausssage nervte: ich probier’s. Am 2. Tag bat er sie freundlich, dass sie bitte diesen Kurs verlassen möge, da er es leid sei, sie nur “probieren” zu sehe.

    Mit Verlaub, das war ein dummer Dozent oder einer, der seine Macht demonstrieren wollte.

    „ich probiere es“ heißt nichts anderes als: „Du hast mich nicht überzeugt. Ich kann jetzt nichts dagegen sagen (oder: ich trau mich nicht, dagegen zu argumentieren oder weitere Fragen zu stellen),
    aber ich zeige meinen guten Willen, ich werde es probieren und danach weitersehen“

    Jemand, der verlässlich probieren will, tut das, was ihm in der Situation am besten möglich ist, er lässt sich ein, er gibt ein Versprechen.

    Anders, wenn man spürt, dass der Probieren-Wollende es gar nicht ernst meint. Aber das ist dann ein anderes Thema …. und damit eine andere Aufgabe für einen guten Dozenten.

    Dem Dozenten täte es gut, sich bewusst zu machen, dass auch er bei
    jedem neuen Ausbildungsschritt es nur „probieren“ kann, sein Wissen,
    seine Erfahrungen zu transportieren.
    Es sei denn, er sieht Ausbildung als Einpauken und Dressur.
    Damit hat er dann einen bequemeren Job. Aber den Beweis, ein guter Dozent, ein fördernder und fordernder Ausbildungsbegleiter und eine gute Führungskraft zu sein, bleibt er schuldig.

    Mir ist einer, der es probieren will, allemal lieber als einer, der gehorsam, kritiklos Befehle ausführt oder mit unreflektierendem Übereifer einfach macht, was ihm gesagt wird.

  • Sorry, muss noch mal nachfragen und anmerken: mein Beitrag wird in „Kommentare“ nicht angezeigt. Deswegen habe ich versucht, ihn noch einmal loszuschicken ;-)
    Nele

  • Das angegebene Buch scheint nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Es gibt wohl eine reduzierte Ausgabe als eBook für 15,99 Euro. Da heißt der Titel dann: Authentisches Selbstmanagement.
    So viel zum Recherchieren. Ich finde es allerdings schade, dass auf einen emtionalen Beitrag (Frage) eine noch emotionalere Reaktion folgt. Es ist mir schon klar, dass hier das „Appell-Ohr“ aktiv ist (vier Seiten einer Nachricht ;-) ). Die Antwort des Autors finde ich angemessen und die von Stefan ganz besonders freundlich und informativ.
    Der Newsletter ist für mich jeden Sonntag eine Quelle der Inspiration und Information. Danke an das ganze Team!
    Einen schönen Sonntag an alle und liebe Grüße von Nele

  • Das angebene Buch scheint es nicht mehr im Buchhandel zu geben. Es gibt eine Folgeausgabe (2008) als eBook und heißt da: Authentisches Selbstmanagement und kostet 15,99 Euro.
    So viel zum Recherchieren. Ich finde es allerdings schade, dass auf einen emotionalen Beitrag (Frage) noch viel emotionaler reagiert wird. Es ist mir schon klar, dass hier das „Appell-Ohr“ (vier Seiten einer Nachricht ;-) ) aktiv ist. Die Reaktion des Autors finde ich angemessen und die von Stefan ganz besonders freundlich und hilfreich.
    Einen schönen Sonntag an alle
    – und für mich ist der Newsletter von Zzl eine Quelle an Inspiration und Information, auf die ich mich jeden Sonntag freue. Einen großen Dank an das ganze Team. Liebe Grüße Nele

  • Ich habe es vor einiger Zeit schon mal unter einen Artikel zum Thema „Willenskraft“ geschrieben, dass das Wichtigste der Wille ist, und nicht die Kraft. Soll heißen, die Motivation muss aus einem selbst kommen, was deckungsgleich mit den unbewussten Motiven wäre, also mit echtem Willen. So weit, so gut. Allerdings empfinde ich die drei aufgeführten Hauptmotive eher als Einfluss von außen, die ich dem Kraft-Teil zuordnen würde. Denn sie dienen irgendwie immer dazu, etwas nach außen hin zu demonstrieren, sei es nun Leistung, Macht, oder Anschluss an das soziale Umfeld. Damit zeigt man meines Erachtens letztlich nur „Ich funktioniere.“, oder „Ich bin normal.“ Man erfüllt Erwartungen, die häufig nicht die eigenen sind. Zumindest wäre das bei mir so. Würde ich danach leben, gelänge mir dies nur unter großem Aufwand von Kraft, ohne wirklichen Willen. Damit wäre jedes Projekt früher oder später zum Scheitern verurteilt. Womit wir wieder beim Ausgangsproblem wären. Natürlich habe ich mich auch schon oft gefragt, wie meine Motivation für manche Dinge zustande kommt, wo ich noch lange Zeit danach über meinen Enthusiasmus staune. Heute kann ich zumindest sagen, dass es nicht die drei genannten Gründe sind. Ich habe weder mir noch anderen etwas beweisen wollen. Beinahe möchte ich sagen, dass ich vieles einfach aus Liebe (oder auch Wohlwollen, Freundschaft, Hingabe usw.) zu anderen Menschen (und sonstigen Lebewesen), und auch zu mir selbst, getan habe. Über das Ergebnis und die Wirkung habe ich dabei eigentlich nie nachgedacht, und Druck von außen gab es auch keinen. Vor allem zählte für mich der Moment.
    Es stimmt eben doch, dass etwas dann am besten gelingt, wenn man mit ganzem Herzen bei der Sache ist.

    Einen schönen Sonntag wünscht
    Chiyo ^_^

  • Heide-Rose .Decurtins schreibt am 11. Januar 2015 Antworten

    Wenn ich kein Ziel habe – lebe ich so vor mich hin – und ist das wirklich lebenswert ? Will ich mich mal fragen müssen, warum hast du dies oder das nicht getan ? Warum nicht, war ich zu bequem – oder was ? Und dann nützt es nichts mehr sich zu fragen, warum ! Mir machte es „click“ als ich bei meiner Ausbildung eine Kollegin hatte, die damals den Dozenten mit der Ausssage nervte: ich probier’s. Am 2. Tag bat er sie freundlich, dass sie bitte diesen Kurs verlassen möge, da er es leid sei, sie nur „probieren“ zu sehe. Dies Erlebnis gab mir den Anstoss vermehrt in die Handlung zu gehen – und zu handeln, zu tun – egal was geschieht. Und dieses Handeln war für mich Ziel ! Wenn ich heute Menschen bei mir habe, die das Wort „probieren“ verwenden, bin ich achtsam – und bitte sie freundlich in die Handlung zu gehen, denn wenn ich wirklich will, dann handle ich und verfolge mein Ziel konsequent. Ich bin froh, dass es heute so viele Forschungsansätze gibt, die wir googeln können, oder abonnieren, die uns aufzeigen, wie der Mensch „tickt“, denn nur so können wir dann auch die Zusammenhänge besser erfassen und verstehen.
    P.S. liebe Annette „ärgern“ kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich irgendwo Ansätze von irgendwas lese, die ich nicht verstehe oder nicht nachvollziehen kann, oder das Thema für mich interessant ist, dann setze ich mich hin – tue etwas – indem ich die Suchmaschinen beschäftigt, mich schlau mache, mir dies ausdrucke etc. etc. Heute sind wir in der Lage im Internet so viel zu finden, auch wenn dies unsere kostbare Zeit kostet.

  • Guten Morgen,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag.Bewusste, unbewusste Motive zu Handeln? Ich denke bevor ich handle.Meine Handlung hat ein Ziel. Ich habe somit ein Motiv .Vieles, was ich tue führt zu meinem Ziel, nicht alles.Bewusst oder unbewusst! Ich bin es, die es beeinflussen kann, mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren,also motiviere ich mich erneut.Mein Hauptantrieb ist Anschluss. Alles ist bei mir diesem untergeordnet.

    • ellibelli schreibt am 11. Januar 2015

      Noch zur Ergänzung: “ Anschluss“ – auch darüber muss ich mir im Klaren sein,kann auch nach hinten losgehen.Das Zünglein an der Waage haben ist hier gefragt. Nicht nur bei diesem Leitmotiv , auch bei den anderen beiden.
      Ach,ich habe dazu so viele Ideen,die mir durch den Kopf gehen und……wir haben das Internet…mit so wunderbaren Nachschlagewerken wie den Euren!
      Vielen Dank!

  • Danke für die schnellen und kompetenten Antworten! Dann werde ich mal googeln bzw. lesen.

  • Hallo Annette,

    vielleicht kann auch ich noch etwas beitragen.

    Die o.g. drei Motive sind die sogenannten „Big – 3“ von McClelland.
    Er war einer der ersten Forscher, der zu diesen drei Motivkategorien entsprechende „Neurotransmitter-Aktivitäten“ im Gehirn nachweisen konnte, da Motive „Emotion“ sind.

    Wenn du nach „McClelland Big Three“ googelst findest du hier umfangreiches Material – nicht nur bei Wikipedia, sondern auch bei zahlreichen Universitäten.

    Begleitet von Frau Dr. Steiner vom Lehrstuhl von Prof. Dr. Kehr an der TU München ist vor drei Jahren – aufbauend auf den Big 3 nach McClelland – ein feiner differenziertes Motivkonzept entwickelt und überprüft wurden. Und dort findet sich dann tatsächlich auch ein Motivationspotenzial „Erkenntnis“ ;)

    Suchbegriffe : „Motivationspotenzialanalyse Steiner TU München“

    Noch ein letzter Kommentar zu „Genuss“.
    Es gibt auch Verfahren, die angeben ein Motiv Essen oder Sinnlichkeit/Eros zu messen.

    Wie Mathias schreibt, gibt es Stand heute keinerlei Grundlage für eine solche Einordnung – viel mehr handelt es sich bei diesen Aspekten nicht um Motive sondern wohl eher um „Werte“, d.h. Aspekte, die uns so wichtig sind, dass wir unser Verhalten danach ausrichten.

    Ein schönes Beispiel ist das Motiv „Kontakt“ – also „Streben nach emotionaler Nähe“.
    Wenn nun eine Person einen hohen Wert (!) „Freundschaft“ hat, dann wird sie versuchen, dieses Motiv entsprechend zu leben – also einen entsprechenden Freundeskreis pflegen.
    Während Motive jedoch sehr stabil sind, sind Werte dies weniger – d.h. diese Person könnte im weiteren Verlauf sukzessive den Wert „Familie“ für sich immer mehr entdecken – und beginnt nun Energien auch in diese Richtung zu lenken … bis möglicherweise zu einer vollkommenen Umkehr. Das Motiv ist stabil geblieben – die Energie wird nun jedoch zu großen Teilen in „Familie“ fließen … und weniger in Freunde.

    Hilft dir das weiter ?

    Stefan

  • „Psychologen haben vor einiger Zeit eine spannende Entdeckung gemacht“ und: „Nach dem heutigen Stand der Forschung gibt es drei unbewusste Motive“ – steht da.
    Mich würde interessieren, auf welche Forschungen sich diese Aussagen berufen. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass es nur drei Motive sein sollen, ich würde viel mehr erwarten. Mindestens z.B. ein Genussmotiv (manche Leute werden sicher davon bestimmt, dass sie das Leben genießen wollen). Ein Neugiermotiv? (Nicht unbedingt getrieben von Leistung, aber von „wissen wollen“).
    Es ärgert mich, dass nicht etwas konkreter angegeben wird, wo ich nachlesen könnte, ob die gemachten Aussagen Hand und Fuß haben, auf welcher Art von Forschung sie basieren etc.

    • Mathias Rudolph
      Mathias Rudolph schreibt am 9. Januar 2015

      Hallo Annette,

      kein Grund zum Ärger – wer fragt, dem wird auch geantwortet ;-)

      Diese Aussagen basieren auf den Forschungsergebnissen des Motivationsforschers Prof. Dr. Hugo Kehr. In folgendem Buch kannst du alles darüber nachlesen:
      „Souveränes Selbstmanagement: Ein wirksames Konzept zur Förderung von Motivation und Willensstärke“

      „Nur 3 Motive“, ja damit hast du einen wesentlichen Punkt getroffen. Das sind die 3 Grundmotive auf die sich Psychologen bisher einigen konnten. Alles andere ist sozusagen noch Gegenstand der Diskussion. Es kann sehr gut sein, dass es da noch viel mehr gibt. Aber deshalb habe ich bewusst „nach dem heutigen Stand der Forschung“ geschrieben.

      Unsere Artikel sind ja keine wissenschaftlichen Abhandlungen und deshalb versuchen wir solche Sachverhalte immer in der gebotenen Kürze zu formulieren ;-)

      Viele Grüße

      Mathias

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