Das Unterbewusstsein versteht keine Verneinung

Unser Unterbewusstsein versteht keine Verneinung. Versuchen Sie doch mal, nicht an einen rosa Elefanten zu denken. Sehen Sie…

— Zu finden in hunderten Büchern über positives Denken und Mentaltraining.

Es gibt viele Experten des positiven Denkens und des Mentaltrainings, die behaupten Stein und Bein, unser Unterbewusstsein versteht kein “Nein” und das wird gerne mit dem legendären rosa Elefanten begründet.

Für mich ist das – mit Verlaub gesagt – Quatsch.

Warum?

Punkt 1: Erstens ist es ja ein entscheidendes Merkmal unseres Unterbewusstseins, dass es unbewusst ist.

Unser Unterbewusstsein entzieht sich dem Verstand und der bewussten Beobachtung. Wer will da also sagen, welche Wörter ein Unterbewusstsein versteht und welche nicht. So eine Behauptung aufzustellen, ist also schon etwas gewagt.

Punkt 2: Bei dem Beispiel mit dem rosa Elefanten muss ich – als von Zeit zu Zeit logisch denkender Mensch – wirklich die Augenbrauen hochziehen.

Weil ich es nicht schaffe, eine Verneinung in meinem bildhaften Vorstellungsvermögen abzubilden, versteht mein Unterbewusstsein kein “Nein”?

Aha!?

Diese Schlussfolgerung würde Sinn machen, wenn mein Unterbewusstsein einzig und allein aus meinem bildhaften Vorstellungsvermögen bestehen würde. Ist das so? Was ist mit unserer Sprache, mit Gefühlen, Tönen, Gerüchen oder unserem Körpergedächtnis? Alles kein Teil meines Unterbewusstseins? Ist mein Unterbewusstsein wirklich so eindimensional? Wissen kann ich es nicht (siehe Punkt 1). Aber ich halte es für eher für unwahrscheinlich.

Am dieser ganzen Sache werden für mich zwei Dinge deutlich:

  1. Wenn man versucht, gute Argumente für etwas zu finden, was man zwar fühlen oder auch manchmal beobachten, aber nur schwer beweisen kann, dann treibt das seltsame Blüten.
  2. Wenn man etwas nur lange genug wiederholt, halten wir Menschen nahezu alles irgendwann für wahr.

Deswegen sage ich meinem Unterbewusstsein immer: Ralf, du darfst nicht alles glauben… Oops, da war ja eine Verneinung drin :-)

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Kommentare

  • Liebe Freunde von Zeit-zu-leben (also NICHT die NICHT-Leser ;-)

    mit viel Spaß lese ich gerne alle Eure Beiträge und muß manchmal (über mich selbst) schmunzeln …

    Im Fahrsicherheitstraining gilt eine absolute Regel:

    wenn etwas am Fahrzeug versagt, z.B. die Bremsen, und Du bist auf einer Allee unterwegs, dann schaue und konzentriere Dich unbedingt nur auf den Bereich zwischen den Bäumen (also NICHT voller Panik auf einen Baum!)

    Eine gute Zeit (und immer rechtzeitig zur Inspektion),
    Clausius

  • Ein nicht unschöner Beitrag, vielen Dank! :-)

  • Hallo,

    wer von Euch kleine Kinder hat, kann ja folgendes “Experiment” mal nachmachen:
    Als mein Sohn 4Jahre alt war und mit völlig vermatschten Gummistiefeln hereinkam, sagte ich -mit Baby auf dem Arm und nicht ganz präsent – zu ihm: “Geh jetzt bloß nicht mit den matschigen Stiefeln auf die (mit Teppich belegte) Treppe!” Prompt saß er auf der Treppe, mit den Stiefeln. Natürlich erntete er dafür eine nicht so freundliche Anweisung von mir, wieder aufzustehen. Er schaute mich mit große Augen an und sagte: “Aber du hast doch gesagt, geh auf die Treppe!…”
    Wer das Thema unbedingt wissenschaftlich betrachten will, mache sich halt in der Welt der Neurowissenschaft schlau, es gibt mittlerweile gute Erkenntnisse.
    Fakt ist doch, dass Negationen den Fokus in ihre Richtung lenken, und das ist eben nur dann sinnvoll, wenn es um das Verdeutlichen genau dieser negativen Dinge geht.
    Meistens aber fehlt es uns in unserer Kommunikation – innerlich und äußerlich – gerade an einem nützlichen, positiven Fokus: WAS WILL ICH? Und dann sind Negationen hinderlich. Punktum.
    Und das bestätigt sich in meiner Arbeit bei kleinen UND bei großen Menschen immer wieder.

  • anscheinend bin ich von einem anderen Planeten: ich sehe nichts (denke also nie in Bildern, zumindest nicht in denen, die man sieht, eventuell in Sprachbildern, aber den rosa Elefanten kann ich mir einfach nicht vorstellen. Wenn ich etwas inszenieren will, muss ich eher ans Gegenteil denken, also: “hoffentlich oder bitte so n i c h t” denken und dann klappt es meistens. Sobald ich positiv denke, geht es schief und das nun schon seit über 50 Jahren…….Zum Glück sind Menschen verschieden. Ich meine, dass man überhaupt keine Regeln für jemand anderen aufstellen sollte. Seine eigenen sollte man auch ab und zu überprüfen.

  • also mich erinnert diese diskussion und die richtung abstrakte vorstellung von verneinung abgesehen vom “nicht und kein” an hopper bilder.
    es scheint da eine art negation zu geben, diese kommt mir jedoch mit tendenziell (einmal hin durch und weg ist wohl grundlage für das wahrnehmen der logik als solches, und deswegen-) definitions_befreiter_ perspektive in die welt tendenziell körperlich spürbarer vor.
    alles in allem ist eine definierte realität, die sich über das abkommen der berücksichtigten betrachtenden definiert, ja eine auswahl aus dem fundus an sachen die sein können oder auch nicht sein können. wir neigen dazu zu neigen, und ich denke mal die kindliche perspektive ist frei von den begrenzungen die eine über ins positive oder negative “geneigte” perspektive mit sich bringt.
    der yin und yan gedanke dabei ist wohl das jeder logische denkspruch den das menschliche wesen sich zu seiner realitätsbildung auferlegen zu scheint,
    in der gleichzeitigen annahme/nicht annahme von realitätszuständen seine mitte findet.
    drückt ein mensch einen solchen kontrast kommunikativ aus, hat das für mich etwas ironisches, wohingegen zynismus, durch eine implizierte herabwertung eine hierarchische struktur und damit gleichzeitig eine definierte realität erzeugt.
    ich sach jetzt mal rein als beispiel für die intervenierung einer eher reinen ironie auf sehr elementarer ebene.
    jaja, nicht.
    was machen die elektronen wenn wir wegschauen.

  • Wer lügen säät wird Lügen ernten !

  • Hallo! Hätte eine Frage, auch wenn ich weiß das man bei diesem Thema nichts sicher wissen kann. Also wie nimmt das Unterbewusstsein Wöter wie zB wirkungslos, nutzlos , unangenehm, unhöflich auf? Sind das genauso Verneinungen wie NICHT und KEINE?

  • Die Sache ist ganz einfach zu erklären gönn dir mal einen klettertrip in 50 – 100 Meter Höhe. Wenn du bei 75 Metern angekommen bist schaust du nach unten und denkst dir dabei: Da will ich jetzt nicht runterfallen.
    Du wirst merken, das du ab dem moment als du das gedacht hast beginnen wirst zu Zittern, das Zittern entsteht dadurch das dein Bewusstsein im konflikt mit deinem Unterbewusstsein steht.

    Du sagst dir ich will nicht abstürzen, dein unterbewusstsein sagt dir aber ich will abstürzen, du fängst an zu zittern weil das eine nicht will und das andere will und wenn du nicht gesichert bist segnest du bald das zeitliche, oder warum denkst du ist die erste Regel beim klettern, oder beim überqueren von hohen Hängebrücken: Lauf und SIEH NICHT NACH UNTEN!!

  • Ralf Senftleben

    Der Schreiber dankt für diese interessante Analyse :-)

    Viele Grüße,
    Ralf

  • Ein wichtiger Text, allerdings hat der Schreiber nicht wirklich verstanden worum es geht. Die Ironie in seinem Geschreibsel deutet auf einen Charakter hin, den man bei Menschen vorfindet, die unbedingt mal ins fernsehen wollen.
    Wie dem auch sei. Der Schreiber hatte seinen Auftritt-Applaus

  • Ich bin Mentaltrainer und habe bereits mit 17 Jahren damit begonnen selbstprogrammierungen vorzunehmen und weiß daher aus eigener Erfahrung dass es tatsächlich im gesamten Bwusstsein des Menschen nichts gibt dass eine eindeutige Zuordnung des Wortes “Nein” zulässt. (außer evt. Einer Grundlegenden Haltung des “nicht akzeptieren Wollens des Lebens wie es nun mal eben ist”)

    Assoziationen zu diesem Wort (NEIN) sind niemals eindeutig sondern führen zu Verunsicherung und sind eng verknüpft mit Bestrafung und dem vermeiden wollen von Schmerz. Daher sind die Bilder und Reaktionen die zu diesem Wort im Unterbewusstsein entstehen oft destruktiv (Verbot – Strafe – Schmerz – vermeiden) und vor allem bedeuten sie einen unnötigen Umweg – Ergebnisse die immer auf Selbeinschränkung basieren (und das ist Gesundheitspsychologisch auf Dauer Krank machend)

    Denn ich “füttere” mein Unterbewusstsein mit 2 entgegen gesetzten Infos – nämlich:
    Beim Beispiel Rauchen z.B.:
    Zum einen mit dem Bild “Ich rauche”
    und zum anderen mit der Info “Ich habe keine Lust dazu”

    Diese 2 Infos hab ich durch eine solche Suggestion nun immer latent in mir
    Und je nach Momentaner Stärke (auch beeinflusst durch das was ich vorwiegend den ganzen Tag denke und zu hören bekomme zu diesem Thema) gewinnt nun mal der eine oder eben der andere Gedanke.

    Mentaltraining macht sich die Macht der Gedanken dadurch zu nutze, indem ich meine Gedanken ganz klar und vollkommen eindeutig “pole” –
    Nein und nicht dagegen erzeugt immer einen in sich geschlossenen Widerspruch in der Programmierung – und so “wüten” diese unbewussten Kämpfe im Klienten – ohne Ergebnis!

    Dass das Gehirn (das Leben das Unterbewusstsein) oder wie man sein Aktionspotential auch immer nennen will, kein Nein versteht – ist nur deshalb für viele nicht erkennbar, weil der Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Denkens und dem Zeitpunkt der Verwirklichung dieses Gedankens nicht erkannt wird. Viele sind leider noch nicht vorgedrungen in das Erkennen des schöpferischen Potentials der eigenen Gedanken und deren tatsächliche Tragweite- und meinen deswegen dass man die Reaktion auf solche Gedanken SOFORT erkennen muss. Das Leben braucht aber immer ein wenig Zeit bis sich Gedanken auch manifestiert haben. Und wenn ich DAS alles erkenne, und meine Gedanken als Schöpferischen “Samenkorn” begriffen habe – dann stellt sich die Frage gar nicht mehr ob ein NEIN Sinn macht oder nicht.

    Oder versuchen Sie doch mal in den Garten zu gehen und nur mit Radieschensamen ausgestattet – KEINE Radieschen zu sähen- Das geht NICHT – sie müssen schon statt dessen klar und eindeutige Samen kaufen die sie auch haben möchten. Sonst wächst gar nichts.

  • Hallo

    ein sehr dynamisches Thema ;-)

    ich denke eher, dass mit der Aussage der Vorstellung des Unbewussten gemeint ist, dass wir uns “NICHTs” nicht vorstellen können, da das Wort nicht gegenständlich ist.

    Positiv Denken bedeutet für mich eher: *in konstruktiven Lösungen zu denken*.

    Ich meine auch, dass es erfolgreicher ist, für etwas zu kämpfen, statt dagegen.

    Am Beispiel von Ralfs 100 Kg-Grenze:
    Ich will nicht 100 kg…

    Aus meiner Sicht ist die Formulierung: ich will 90 kg… konstruktiver, zielorientierter, positiver formuliert…

    Schlussendlich meine ich, dass hier eine Menge Verdröselungen in einen Sack geworfen wurden und einmal umgerührt…

    Die Thematik würde sicherlich leichter aufzudröseln sein, wenn die Punkte konkreter, eindeutiger und differenzierter betrachtet werden würden!

    Nun ja, und dem Unterbewusstsein ist es sicherlich lieb, ihm näher zu kommen und mal da reinzugucken… :-)

    Alles Liebe

  • Hallo Ralf,

    ich hab schön geschmunzelt bei Deinem Beitrag. Genial, dass Du es “wagst” einfach mal das Gegenteil von dem sonst Üblichen auszusprechen.

    Es ist damit ja wirklich mal wieder bewiesen, dass jeder seine eigene Wahrheit besitzt. Das, was ich glauben will, glaube ich und es hat somit einen gewissen Placeboeffekt, selbst wenn meine Anschauung nicht durch irgendwelche Motivationstrainer unterstützt wird.

    Ich denke auch, dass es schon wichtig ist, zu wissen was man NICHT will. Dann sollte man natürlich weitermachen und zu der negativen Aussage auf der anderen Seite das formulieren, was ich daraus als positives “dafür will ich DAS” haben will !

    Danke für die Anregungen durch Deinen Artikel

    Gruß Nina

  • Natürlich :

    Bei der Vorbereitung eines Gedächtnistrainings habe ich mir heute unter der Dusche meine Gedanken über das Statement, wonach das Unterbewusstsein keine Negation versteht, Mumpiz sei.

    Sorry, es war doch noch zu früh.. so zwischen Duschen und Kaffee

  • Bei der Vorbereitung eines Gedächtnistrainings habe ich mir heute unter der Dusche meine Gedanken über das Statement “Wonach die Behauptung, das Unterbewusstsein keine Negation versteh” Mumpiz sei. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass das Unterbewusstsein resp. Unbewusstsein in den Einheiten der Sinnlichen Erfahrung speichert. IAm einfachsten speichert es sich Bilder, gefolgt von Düften, Hörbarem (wobei nur der Klang nicht die Bedeutung wesentlich ist – vgl. moll/dur mit ihrer internationalen Wirkung), Schmeckbarem und Tastbarem… Aus diesem Grund ist eine Negation dem Unterbewusstsein nicht zugänglich. Wir können uns kein Bild von einem “Nicht-Baum” machen, ein “Nicht-Rauchen” ist weder seh-, riech-, hör- oder fühlbar. Unser Denken (im Bewusstsein) versteht das Nein, das Unterbewusstsein mag es auch irgendwo speichern. Aber um digital zu sprechen: Wir können den Erinnerungs-pfad zum Speicher nicht aufbauen, weil dieser sinnlicher Natur ist. Denn mit den Sinnen begreifen wir die Welt, die Sinne nutzen uns zum Überleben. Was die Un-Sinne anrichten, sehen wir wenn wir aus dem Fenster sehen.

    Ich wünsche euch einen sinnlichen Tag !
    Eure Christina

  • zu Siegfried:
    “Ich glaube wir sollten uns von dem Glauben trennen, dass der Mensch aus vielen verschiedenen Anteilen besteht. Auch wenn z.B. im NLP “Teilearbeit” praktiziert wird.”

    Ich persönlich habe da andere Erfahrungen gemacht und mache die auch noch. Da gibt’s eine Methode “Voice Dialogue”, die genau mit diesen inneren Stimmen arbeitet. Ich habe das eine zeitlang gemacht und durchaus erfahren, welche und wieviele Stimmen es in einem gibt. Die Bücher von Hal Stone sind dazu zu empfehlen. “Embracing your Selves” oder auf deutsch “Ich bin viele”

    Und zum Ausgangsthema:
    Wie schon von vielen gesagt: das Unterbewusstsein hat noch keiner gesehen. Deshalb wundere ich mich über Argumentationen, die rein historisch argumentieren. Etwas überspitzt: “Der Mensch ist mal vor grossen Tieren davon gelaufen, deshalb funktioniert unser Unterbewusstsein heute noch so!” ich denke, wir haben heute ein ganz anderes Unterbewusstsein als z.B. ein Neandertaler; warum soll unser Unterbewusstsein nicht auch abstrakte Konzepte verstehen? Wir denken schon seit Jahrtausenden abstrakt!

    Und eins ist das Unterbewusstsein ganz bestimmt nicht: DUMM.

  • Zuerst einmal “schmunzel”……
    Mal schauen, was ich zusammenbringe (ohne Unterbewusstsein)..

    Über “Das Unbewusste” ist schon sehr viel geschrieben worden. Aber, was es versteht oder nicht versteht wissen wir nicht. Es gibt nur Übungen und Methoden, welche etwas im Menschen verändern können, sodass sich dieser besser fühlt. Meiner Meinung nach ist Verneinung etwas Angelerntes (“Du darfst nicht”) und erzeugt Stress. Der liebe Freud mit seinen Trennungen in mehrere “ichs” hat dieses Konstrukt als Denkmodell verwendet um komplexe Dinge handhaben zu können. Auch konnte medizinisch der Sitze des “Ichs” oder des “Unbewussten” nicht festgestellt werden. Soweit mir das halt bekannt ist.

    Ich glaube wir sollten uns von dem Glauben trennen, dass der Mensch aus vielen verschiedenen Anteilen besteht. Auch wenn z.B. im NLP “Teilearbeit” praktiziert wird.

    Wie wärs mit diesem Gedanken: Hinter jedem “nicht” steckt ein Bedürfniss welches unklar formuliert ist. Wenn ich dieses Bedürfniss äußere brauche ich das “nicht” nicht mehr. Das wäre doch ein “hinzu”.

    lg
    Siegfried

    PS: Danke für die Anregung, hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

  • Ich erlebe in meiner Praxis als Beraterin folgendes: Alles was ich NICHT will ist mit einem inneren Widerstand meinerseits verbunden. Ein Beispiel: Wenn ich keinen Hass auf meinen Bruder haben will, werde ich dieses Gefühl (meist unbewusst), nicht los. Also folgedessen muss ich meine Gefühle bejahen. Egal ob “gute” oder “schlechte”. In dem Moment wo mir klar wird, dass ich einen inneren Widerstand gegen den Hass habe und diesen Widerstand in Akzeptanz umwandle, wird er verschwinden. Und das ist so aus meiner Sicht das Beispiel mit dem Elefanten. Alles was ich NICHT will, bleibt mir erhalten, alles was ich erkenne und akzeptiere wird sich auflösen. So erlebe ich das täglich in meiner Arbeit mit meinen Klienten.

  • Also, ich stimme mit dem Kommentar von Ralf S. nicht so ueberein. Das Beispiel vom rosa Elefanten, bedeutet nicht sprichwoertlich an eine Verneinung zu denken. Es heisst mehr: Wenn ich wirklich NICHT an etwas denken will, konzentriere ich mich aber auf dieses Thema-und denke automatisch daran( ziehe es also auch irgendwie an). Ich denke, was die Befuehrworter dieser These sagen wollen ist, dass man sich auf das konzentrieren sollte, was man wirklich will.

  • Hallöchen.

    ich denke, wenn es um gezielte selbstsuggestion geht, sollte man verneinungen vermeiden.

    denn wenn ich mir 50 Mal am Tag sage: ich bin nicht dumm, ich bin nicht dumm, ich…., Ohne sich dabei vorzustellen, wie man sich intelligent fühlt usw, besteht doch eine große gefahr, das sich die Worte ich und dumm ins Unterbewusstsein einbrennen. Daher bin ich der Meinung, dass da was dran ist. Ich vergleiche mein Unterbewusstsein gerne mit der Suchmaschine Google. Gebt da mal ein: nicht dumm. Da kommt mit sicherheit nichts, wo das Wort intelligent zu lesen ist.

  • Kann sich jemand von euch einen Nicht-Raucher vorstellen? Bei meiner Begegnung mit dem rosaroten Elefanten ging es stets um das Thema Zielsetzung. Wenn man sich beim Ziele setzen auf etwas konzentriert, was man nicht mehr will (z.B. nicht arm sein, nicht mehr krank sein), denkt man von einem Mangel aus und ist mit seiner Energie auf diesen Mangel konzentriert. Dieser ist meist mit negativen Gefühlen besetzt und bestärkt einem so nicht unbedingt. Zudem fehlt einem dabei dann die Orientierung, wo es hingehen soll, was einem auch nicht unbedingt weiterhelfen wird, sondern eher orientierungslos macht (das wurde weiter oben schon von jemand anderen so ähnlich beschrieben). Ich denke, dass es hilfreicher für unser Unterbewusstsein ist, sich auf etwas zu konzentrieren, das man haben will. Es hilft die Energie zu bündeln und sich mit Erstrebenswertem zu beschäftigen.
    Und wenn mir jemand sagt, ich solle nicht an einen rosaroten Elefanten denken, dann denke ich halt an ein grünes Krokodil.
    Ob unser Unterbewusstsein NICHT und KEIN verstehen oder nicht verstehen kann, vermag auch ich nicht zu sagen, aber eines ist gewiss: Wenn ihr über glühende Kohlen laufen wollt, ist es hilfreicher an kühles Moos zu denken, als daran, dass die GLut nicht heiss ist.

  • Provokation ist doch toll!

    Bringt hier – wie auch viele der Kommentare – die Gehirnzellen in Schwung.

    Ich persönlich denke, dass das Unterbewusstsein mit einem klaren “Nein” sehr wohl was anfangen kann. Und das das Unterbewusstsein nicht nur visuell ist. Es wurde ja schon erwähnt, dass ein Baby viel früher hört und fühlt als dass es sieht. Dazu empfehlenswert “Ich höre, also bin ich” von Joachim-Ernst Berendt.

  • In meinen Nichtraucherseminaren bemühe ich mich beispielsweise die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf eine neue gesundere und aktive Zukunft zu lenken.
    Würde ich den Ansatz ‘Weg von der Zigarette’ verfolgen, induziere ich erst einmal starke Verlustängste.

    Und wie soll dieses ‘Nichtrauchen’ denn aussehen? Wenn ich nicht rauche, muß ich doch etwas Anderes tun. Ich kann mir ‘Nichtrauchen’ ja noch nicht einmal als konkreten Akt vorstellen, weil es diesen einfach nicht gibt. Ich rauche ja in JEDER Situation NICHT, in der KEINE Zigarette, Pfeife oder Ähnliches in der Hand halte um daran zu ziehen.

  • Ralf Senftleben

    Hallo, liebe Leute,

    noch einmal kurz zur Klarstellung:

    Ich persönlich halte es meistens auch für nützlicher, ein Ziel oder eine Aufforderung positiv zu formulieren. Aber nicht immer.

    Ein starkes Nein, kann allerdings genauso eine große Kraft haben.

    Wenn ich zum Beispiel im Restaurant sage “Ich möchte *keine* Spagetti, hat der Kellner wahrscheinlich Schwierigkeiten, mir etwas zu bringen. Deswegen da lieber positiv.

    Wenn ich aber auf die Wage steige und merke, dass ich die 100 kg Grenze geknackt habe, dann kann ein kraftvolles:

    DAMIT IST JETZT SCHLUSS… DAS WILL ICH NICHT MEHR.

    genau das Richtige sein.

    Aber auch nicht für jeden, denn ich vermute, dass jeder andere Motivationsstrategien hat.

    Letztlich handelt es sich bei allem, was das Unbewusstsein angeht um Glaubensfragen. Wir wissen es nicht genau.

    Selbst die Gehirnforschung hilft uns hier nicht weiter, denn auch sie erklärt uns nicht, was das Unterbewusstsein wirklich ist.

    Viele Grüße,
    Ralf

    P.S. Und ja, ich wollte ein bisschen provozieren :-) Vor allem, weil ich dazu anregen möchte, das Wissen aus Büchern, Seminaren und auch von unserer Seite nicht ungefragt zu übernehmen, sondern sich seinen eigenen Reim drauf zu machen.

  • Ich glaube, dass es besser ist mit positiven
    Aussagen zu arbeiten. Verneinungen sind IMHO in der Gefahr vom Unbewussten missverstanden zu werden. Ich vermeide diese Gefahr eher.

  • Lieber Ralf,
    ich arbeite als Kommunikationstrainerin auch mit dem Bild des rosa Elefanten, auch wenn ich manchmal der Meinung bin, das sich das Bild trotz der Verneinung dem Bewusstsein deshalb aufdrängt, weil es nunmal ungewöhnlich ist, dass ein Elefant rosa ist, gibt es diverse Untersuchungen, die diese Aussage, die Du kritisiertst, begründen. Es hat etwas mit der anscheind besseren Verarbeitung innerhalb unseres Bewusstsein/Gehirn zu tun, wenn die Sätze positiv formuliert werden, was den Umkehrschluss, dass wir uns bei Verneinungen schwer tun, zulässt. Zum Beispiel wurde in einer großen Parkanlage in England das Schild “Rasen nicht betreten” gegen “Bitte benutzen Sie die Wege” gewechselt und und es wurde festgestellt, dassweitaus weniger Menschen über einen gleichen Zeitraum den Rasen nicht betreten haben. Mir selbst ist es schon oft passiert, wenn ich sagte “das ist gar kein Problem”, dass die Leute nachgefragt haben, wo denn das Problem sei – und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das öfters undeutlich gesprochen habe. Seitdem ich mit angewöhnt habe “geht klar” zu sagen, klappts besser mit den Mitmenschen.

  • Wer behauptet denn eigentlich, das unser “Unterbewusstsein” das “nicht” nicht versteht.
    Ich dachte immer unser Gehirn kann “nicht” nicht denken!
    Aber was heisst schon “denken”…

  • Ich hatte das eigentlich immer etwas indirekter verstanden. Etwa so: unser Unterbewußtsein ist unbewußt (s.o.), also können wir nicht mit ihm reden. Und nur im Reden kann ein “nicht” vorkommen. Das Unterbewußtsein beobachtet uns aber bei allem, was wir tun, sehen, riechen, hören, schmecken, fühlen. Also dem, was ist, nicht dem, was nicht ist. Wenn unser “geistiges Auge” also einen rosa Elefanten sieht, sieht unser Unterbewußtsein auch einen.
    Wär ja an sich nicht weiter schlimm. Die Frage ist nur, was es damit anfängt.
    Die weiterreichende Behauptung ist ja, daß das Unterbewußtsein diese Bilder sozusagen als Arbeitsauftrag auffaßt. Darauf bauen ja zum Beispiel Visualisierungsübungen bei der Zielsetzung. Nun ist da ein rosa Elefant vielleicht nicht so gefährlich, den erkennt bestimmt sogar mein Unterbewußtes als Unfug (obwohl, wer weiß…). Aber man weiß zum Beispiel vom Sport, daß positive Visualisierung wirkt. Da liegt es für mich nahe, daß auch negative wirkt. Also, wenn man sich immer wieder vornimmt, die Latte NICHT zu reißen und dabei den Unterbewußtsein immer wieder quasi als inneres Kino vorspielt, wie kurz vor dem Absprung die Knie nachgeben und der rechte Schwung fehlt. Kein Wunder, wenn einem dann im entscheidenden Moment die nötige Spannkraft fehlt.

  • Hallo lieber Ralf.

    Ich gehe davon aus, dass du mit dem Artikel einfach provozieren wolltest. Ob unser Unbwusstes “kein” versteht oder nicht, weiß “kein” Mensch. Es hat auch noch nie ein Mensch ein Unbewußtes gesehen, außer eine eigene Vorstellung davon. All diese Modelle dienen unserer Kreation von Wirklichkeit, die bei jedem Menschen anders ist. Die “rosa Elefanten Nummer” zeigt allerdings, dass unsere Innenstruktur sein Ergebnis hauptsächlich über das vorgestellte Bild in Verbindung mit dem zugekoppelten Gefühl repräasentiert. Auch ein Hinweis zur selektiven Wahrnehmung und paradoxen Intervention sei erlaubt.
    Also, Schwachsinn hat Sinn, wenn auch nur schwach, doch zu beurteilen, was Schwachsinn ist, ist wahrscheinlich Schwachsinn.

  • Der Tu-es-gleich Tipp darunter spricht genau von der Sache :-))))))

  • ist schon erstaunlich, wie viele von den Kommentaren hier sich entweder mit dem rosa oder zumindest mit Elefanten beschäftigen und festbeißen…….
    Für mich habe ich jedenfalls festgestellt, daß das weg von… weniger gut klappt als das hin zu…, einfach weil ich damit ein Ziel gesetzt habe und auf das Ziel zustrebe.
    Der “nicht rosa Elefant” ist für mich eine Metapher für das “weg von…”, aber da weiß ich eben nicht wohin, also warum soll ich dann weg????
    Sag was Du willst, damit Du es bekommst!
    Eine klare Ansage, an mein Gegenüber oder an mein Unterbewußtsein, erleichtert das Verstehen ungemein und verringert Mißverständnisse.

  • Vielleicht liegt ein Missverständnis vor.
    Wir können uns besser etwas vorstellen, was da ist, was wir mal gesehen oder erlebt haben. Dann denken wir in Bildern und haben Gefühle. Dies ist unser ursprüngliches Denken und ganz tief in unserem Stammhirn verankert, wenn ich das mal so nennen darf.
    Inzwischen sind wir zivilisiert – mehr oder weniger. Wir können denken, haben Intellekt. Das ist die zweite Stufe, die auf unserem uralten Stammhirn aufbaut.
    Und nun der kleine Unterschied:
    Wenn wir nicht im Stress sind, wenn alles in Ordnung ist und wir uns in sicherer Umgebung bewegen, dann können wir auch „Nein“ verarbeiten, wir haben überlegt. Wenn wir aber in Stress kommen, in Panik geraten, dann funktioniert nur unser Stammhirn zuverlässig.
    Beispiel:
    Ich gehe durch die Stadt. Die Sonne scheint, alles herrlich. Ich denken an meine Freundin und daran, dass ich sie gleich anrufen will. Ich male mir aus, was wir alles treiben. Dann klingelt es schrill, ich schrecke hoch, und sehe eine Straßenbahn auf mich zufahren – verdammt groß, verdammt nah, verdammt hässlich der große Scheinwerfer, der auf mich zuhält. Was mache ich? Bestimmt nicht feingeistig überlegen. Ich springe erschrocken nach vorne. Flucht. Nur weg. Überleben. Das ist mein Stammhirn. Ich habe keine Analyse angestellt, habe nicht nachgedacht, mein Panikzentrum, das meine Vorfahren all die Jahrhunderte geschützt hat, hat das nicht zugelassen.
    Nur schade:
    Als sich das Stammhirn meiner Vorfahren entwickelte, da gab es keine Straßenbahn. Da gab es nur große Tiere, vor denen ich sicherheitshalber geflüchtet bin. Es gab auch kein Taxi, das gerade auf der Gegenfahrbahn vorbeikommt und mich erfasst.
    Mein zivilisiertes Gehirn hätte das gewusst. Es hätte mir sagen können: „Nein, spring nicht nach vorne, das ist gefährlich!“ Ich wäre eine Schritt zurückgetreten und hätte den Straßenbahnfahrer in Ruhe randalieren lassen. Nichts wäre passiert.
    Ergebnis: Also ist Lernen und Denken ohne Verneinung sicherer, effektiver. Ich kann auf die Ergebnisse zurückgreifen, egal was kommt. In Prüfungen kann der Stress noch so groß sein, das, was ich positiv gelernt habe, das sitzt.
    Wer immer noch skeptisch ist, der sollte mal einen Piloten fragen, was funktioniert.

  • Prima der Gedanke. Es gibt im Seminarbusiness immer diese Moden und Sprüche, die dann sehr viele ungeprüft wiederkäuen und sich dabei sehr professionell vorkommen. Das ist Beeindruckungs-Lyrik.
    Beispiel: “Wir nutzen nur 5% unseres Gehirns.”
    Eben dieses “rosa Elefanten – nicht denken können”-Beispiel
    “Man kann nicht nicht kommunizieren”

    Zwei Gedanken zum rosa Elefanten. Die Vorgabe verblüfft erstmal und scheint unser logisches Verständnis aus den Angeln zu heben. Diesen Spaß haben sich aber auch schon die alten Griechen gemacht, z.B. mit dem Wettrennen zwischen dem Philosophen und der Schildkröte. Die Schildkröte hat einen Vorsprung. Beide rennen zur gleichen Zeit los. Nach einem Zeitraum x hat der Philosoph die Hälfte der Distanz zur Schildkröte geschafft, nach einem weitern Zeitraum y hat er wiederum die Hälfte des verbleibenden Abstandes geschafft usw. Er überholt mit dieser “Technik” die Schildkröte niemals, weil er ja immer damit beschäftigt ist, die jeweilige Hälfte des Abstandes zur Schildkröte zu überwinden. Der Sohn der Philosophen überholt die Schildkröte einfach fröhlich.

    Der Satz: “Stellen sie sich einmal keinen rosa Elefanten vor” ist ein Taschenspielertrick. Wenn ich den Satz hörte, dann taucht zwar die bildhafte Vorstellung auf, aber ich kann mir auch wiederum einen Raum, einen Zoo oder eine Welt vorstellen, wo genau so ein Elefant fehlt. Gerade unsere Vorstellungskraft, Phantasie erlaubt es uns doch ständig, Dinge zu erfinden, die es real nicht gibt: fliegende Lokomotiven, Harry Potter auf Gleis 9 3/4 oder grüne Marsmenschen.

    Letzte Bemerkung : Wie viele Menschen entwickeln Ängste vor Dingen, die Ihnen zukünftig fehlen könnten: Geld, Arbeit, Partner/in. Gerade die Idee “keine Arbeit” macht Leute panisch. Und hat hier nicht das sog. Unbewusste, die Emotionen das große Sagen bei diesen Befürchtungen?

  • Ich habe einen interessanten Aspekt aus der Gehirnforschung. Da wurde entdeckt, dass das Gehirn etwas absichtlich vergessen kann. Das Frontalhirn (der Verstand) hemmt dabei den Hippocampus (Kurzzeitgedächtnis) und es wird tatsächlich NICHT im Langzeitgedächtnis gespeichert obwohl man daran denkt.

    aus Geist & Gehirn, Folge 35 “Gewolltes Vergessen” mit Prof. Spitzer
    online abrufbar bei http://br-online.de/alpha/geistundgehirn/

  • als ich las, dass ich an einen rosa elefanten NICHT denken soll, habe ich daraufhin keineswegs automatisch an einen rosa elefanten gedacht bzw mir den vorgestellt. mein hirn hat nämlich probleme damit, das bild eines rosaroten elefanten zu erzeugen, da ich weiß, dass es diese nicht gibt, also kommen bei mir eher bilder von normalen elefanten auf und dann kommen assoziationen, die zum thema passen wie zum beispiel: dem elefant einen entsprechenden schlafanzug anziehen, in mit farbe anmalen, ihn hinter eine rosa scheibe stellen usw.

    das zweite ist, ich kann sehr wohl versuchen, mir einen rosa elefanten nicht vorzustellen, indem ich mir blaue, grüne, graue, gelbe oder gar schwarz-weiß gestreifte elefanten vorstelle, ich kann mir stattdessen auch stiere vorstellen oder das meer oder den mond … was ich damit sagen möchte ist, dass auf eine information, die von außen auf mich zukommt – egal wie auch immer diese geartet sein mag – bei mir bestimmte verarbeitungsprozesse in gang gesetzt werden, die natürlich vom inhalt der info nicht getrennt werden können (um an den elefanten nicht zu denken, muss irgendetwas in mir und ich weiß nicht, ob es das unterbewusstsein ist, das dieses tut, ja auch wissen, was ein elefant überhaupt ist, also wird es sich natürlich mit dem begriff „elefant“ beschäftigen, also den elefant als ausgangspunkt nehmen und abgleichen und dann alles, was kein elefant ist, auswählen – stellen sie sich doch einmal kein wubbsel vor)

    wenn aber jetzt jemand sagen würde, riechen sie keinen jasminduft, dann rieche ich natürlich keinen jasminduft, wenn mich dieser nicht umgibt, aber ich stelle mir vielleicht jasminblüten vor, oder grünen tee, den ich mag, oder griechenland, wo ein jasminbusch vor dem hotel stand usw. und wenn jemand jetzt sagte, fühlen sie sich nicht traurig, dann könnte ich doch, wenn ich gerade traurig wäre, versuchen, ob es möglich ist, mein gefühl zu ändern, zum beispiel, indem ich an situation denke, in denen ich sehr glücklich war oder mir logisch auseinandersetze, dass es gar keinen wirklichen grund gibt, traurig zu sein. oder es löst trotz in mir aus, ich bin jetzt aber traurig, verdammt noch mal. und wenn jemand sagte, seien sie glücklich, wenn ich es überhaupt nicht bin, dann kann ich das als anregung annehmen oder genau so dagegen trotzen. manchmal kann die vorstellung, nicht traurig sein zu wollen auch hilfreicher sein, als glücklich sein zu wollen, wenn das glücksein so weit entfernt ist, dass es unerreichbar erscheint, dann ist das „nicht mehr traurig zu sein wollen“ vielleicht ìn diesem moment die bessere alternative.

    ich denke, das unbewusste reagiert in der art, dass es erst einmal überprüft, ob das, was das bewusstsein ihm liefert, überhaupt mit den bisher gemachten erfahrungen und erkenntnissen übereinstimmt und zu der situation passt. wenn ich mich in einer gefährlichen situation befinde und angst habe und mir dann suggeriere, „ich habe jetzt keine angst“ dann wird das unbewusste sicherlich dagegen protestieren, genauso wird es dagegen protestieren, wenn ich mir in derselben situation suggeriere, dass ich jetzt ganz mutig bin, obwohl das keine negation ist. der punkt ist, dass es einfach nicht stimmt.

    andererseits denke ich schon, dass es besser ist, nicht in negationen zu denken, denn damit ist ja meistens etwas verbunden, was wir nicht gerne haben möchten. es reicht ja schon, wenn man sich einmal worte wie „tod, leid, kummer …“ vorstellt und dann worte wie „meer, urlaub, liebe, lachen, glück“, da merkt man doch schon innerlich, wie sich das gefühl ändert, man beginnt sogar augenblicklich zu lächeln bei den angenehmeren vorstellungen.

    ich finde es für mich auf jeden fall besser, mich mehr mit positiven vorstellungen zu versehen und dazu gehört auch zu formulieren, was ich haben oder erreichen möchte und nicht, was ich vermeiden möchte, also ich sage lieber, „ich möchte gesund sein“ als „ich möchte nicht krank werden“.

  • Wird denn nicht Unbewusstes erst durch das Beurteilen bewusst? Unterbewusstes ist meiner Erfahrung nach radikal wertlos. Ich habe vor einiger Zeit mit Meditation begonnen, um just die unterbewussten Gedanken ins Bewusstsein zu schaufeln. Bei diesem Vorgang erst werden die bewertet. Das Wort ‘kein’ und ‘nicht’ sind aber erst eine Wertangabe, wenn sie relativ erfahren werden. Kein Regen ist ja wohl positiver als keine Sonne. Zumindest fuer den Teil der Menschen, der nicht in einer Trockenzone wohnt.

    Das Uebergehen vom Unbewussten ins Bewusstsein wertet. Davor sind die Gedanken radikal neutral.

  • Hallo,
    diese Meinung vertrete ich auch schon seit langem. Wenn man jemanden in Hypnose sagt, du kannst nicht aufstehen, dann wirkt es. Also versteht das Unterbewusstsein sehr wohl “Nein”.

    Ich denke wichtig ist das Bild was sich aus der Suggestion ergibt. Wenn es darum geht Ziele zu erreichen, ist es wichtig ein positves Bild zu finden!

  • Ich denke mal schon, daß das Unterbewußtsein mit Bildern arbeitet und diesen Bilder dann Gefühle zuordnet. Gefühle kommen schließlich von den Gedanken, und diese treten in Form von Bildern auf.

  • Ich hab ein Problem damit,mein Unterbewußtsein bewußt zu befragen. Ist es dann noch mein Unterbewußtsein? Nööö, ich hab vielleicht was daraus hervorgekramt.
    Unterbewußtsein heißt doch wohl: Ich bin mir dessen nicht bewußt, das es mich beschäftigt bzw. irgendwelchen Einfluß auf mich hat.
    Diesen rosa Elefanten stelle ich mir doch auch bewußt vor – sonst würde ich ja nicht den da in meinem Geiste herumspuken haben.
    Für mich ist Unterbewußtsein z.B. das, was Träume auslöst.

  • Wieso denkt ein Kind das noch keine Sprache kennt in Bildern und erst dann kommen Gefühle und Erfahrungen?

    Soll der Körper also erst den Sehsinn ausgebildet haben, dann die Hormone zur Gefühlsproduktion und dann vielleicht die restlichen Sinne?
    Im Mutterleib sieht ein Kind nicht viel, fängt jedoch an zu hören, Mami wie sie lacht, mit Papa redet, schimpft, mit der Freundin über Babyklamotten ins schwärmen gerät. Ein Kind erkennt die mütterliche Brust auch nciht anhand von Bildern sondern reagiert auf Berührungen mit dem Suchen(köpfchen wird seitlich bewegt) und Nuckeln.

    Da erschließt sich mir nicht warum die bildliche Vorstellungskraft es sein soll die am stärksten gewesen sein soll. Direkt nach der Geburt steht die Welt auch noch Kopf, also das was wir sehen müssen wir erstmal ins Rechte Licht Rücken, bzw. oben und Unten Identifizieren und von da ab, dreht usner Gehirn die Bilder auotmatisch um.

  • Hallo zusammen,

    Die Aussage ” Versuchen Sie doch mal, nicht an einen rosa Elefanten zu denken..” stellt für mich ein bildhaftes Beispiel dar, wie meine Vorstellung und Visualisierung auf eine Verneinung reagiert. Als Beispiel ist nicht besonders gut für einen Bezug auf zielorientiertes Denken & Handeln geeignet.
    Für das zielorientiertes Denken und Handeln gibt es, zumindest im Rahmen von NLP 2 Betrachtungsperspektiven: 1. von Etwas weg und 2. zu Etwas hin.
    Die erste Variante wird zu recht verpönt, da der Fakt, von dem ich weg will, also das Negative immer da sein muss, damit ich mich von ihm wegbewege :) Damit ist auch noch keine Absicht (Ziel) vorhanden – die “Bewegungsrichtung” wird beliebig. Bei der zweiten Variante dagegen definiere ich ein (positives) Ziel, zudem ich hin will; Weg und Handlungen sind darauf ausgerichtet. Der Fakt von dem ich weg will (Negativ) ist dabei nicht mehr im Vordergrund, sondern das Erreichen von Etwas konkreten.
    Zumindest so verstehe ich auch das Beispiel mit der Verneinung – eben nicht das Negative („Ich will etwas NICHT!“) steht im Vordergrund meiner Überlegung nach Handlungs- und Lösungsstrategien, sondern das Zeil, das ich erreichen will „Ich will dorthin!“ Also „aim for the top“ ;)
    Im Übrigen ist es doch unangenehm und verbreitet (für mich) schlechte Laune, sollte ich stets an das Schlechte denken, vor dem ich fliehe. ;)

    Ps. Eine tolle Internetseite!

  • Ich weiß nicht, wer von den Leuten hier auf dieser Seite schon alles solche Kurse besucht hat. Ich habe schon viele besucht und auch schon mehrere Seminarleiter kennengelernt. Bücher habe ich genug gelesen, da mich dieses Thema über das Unterbewusstsein fasziniert. Ich habe auch schon viel “Misst” über das Unterbewusstsein gelesen und es existieren viele Aussagen über dieses Thema.

    Fakt ist aber mal eins. Ein Kind, was noch keine Sprache kennt und sie erst lernen muss, kann nur in Bildern denken. Dann kommen Gefühle und Erfahrungen usw. dazu, was alles im Unterbewusstsein abgespeichert wird. Aber komisch ist, das ein Mensch in seinem ersten Lebensjahr so viel lernt, wie später nie wieder innerhalb eines Jares. Dieses Bilderdenken im Unterbewusstsein bleibt uns ein Lebenlang erhalten, wird uns aber von unserer Umwelt aberzogen.

    Es gibt zwei Wörter, für die unser Unterbewusstsein die Bildr fehlen. Das eine ist das Wort “NICHT” und das andere Wort ist das Wort “KEIN”. Das aber das Unterbewusstsein für Verneinungen allgemein die Bilder fehlen, habe ich noch niergendwo gelesen, oder gehört. Das Unterbewusstsein mit allgemeinen Verneinungen zu beeinnflussen geht sogar sehr gut Auch hier habe ich schon eigene Erfahrungen gemacht.

    Jetzt greift das “Positive Denken”. Wenn ich positives Denken betreiben will, kann ich nur in “Bejahungen” denken. denn Verneinungen wären “negativ”. Denn positives Denken heißt ja, mir soll gutes widerfahren. Also muss ich mir etwas zutrauen. Bei Verneinungen traue ich mir aber nur wenig zu. Am besten denke ich positiv, in dem ich denke, das ganze mit Bildern versetze und dabei positive Gefühle entwickel, denn dann geht der Gedanke viel stärker ins Unterbewusstsein, als wenn ich nur Bejahungen denke.

    Wenn ich jetzt zu jemanden sage, “denk mal nicht an rosa Elefabten”, dann sieht derjenige sie mit sicherheit. Wenn ich jetzt aber sage, “denke mal an etwas anderes, als an rosa Elefanten”,hat derjenige eher die Chance etwas aneres zu sehen. Noch besser wäre es allerdings, die rosa Elefanten erst gar nicht zu erwähnen und einfach links liegen zu lassen.

    Gruß Dirk

  • Herrlich!
    Meine Gratulation zu diesen Ausführungen. Tatsächlich ist es recht absurd in vollem Bewußtsein das Unbewußte zu analysieren. Dabei kommt eine Menge heraus, Interessantes, Verrücktes, Lustiges, doch für wissenschaftliche Wahrheit sollte man es sicher nicht nehmen.
    Menschen lernen gerade, indem sie sich klar machen, was hinderlich für sie ist. Hindernisse kann man am besten überwinden, indem man sich eine genaue Vorstellung von ihnen macht, ihre Schwächen erkennt und dann mit gereiften Selbstvertauen überwindet.
    Das Unbewußte arbeitet, Achtung Hpypothese, mit Emotionen. Die Stärksten Emotionen entwickeln Menschen in Zusammenhang mit Negativem. Es ist evolutionär betrachtet sehr viel sinnvoller, konkrete Höllen zu fliehen, als abstrakte Paradiese anzustreben. Ein Kind lernt nicht, weil es sich vorstellt wie angenehme kühl eine nichtbetriebene Herdplatte ist, sondern wie unangenehm heiß eine auf hochtouren laufende ist.
    Also: Richtig, das Unbewußte könnte sehr wohl Negationen verstehen!

  • Herrlich, ich bin da nun schon so oft drüber gestolpert und offensichtlich nicht als einzige.
    Ich seh ja ein, dass ich mich mit dem beschäftige worüber ich spreche, ob ich das tue indem ich sage: “Ich gehe heute nacht um 3 an den Kühlschrank!” oder “Ich gehe heute nacht um 3 nicht an den Kühlschrank!”
    Was bleibt hängen? Na der Kühlschrank, ich und die 3 Stunde und wahrscheinlich halbes Pfund.

    Aber rosa Elefanten gibts nur wenn ich um diese oder andere Zeiten an die Bar gehe und wenn ich mir einen rosa Elefanten bild nicht vorstellen soll, dann nehm ich einen Grabstein her und schreibe rosa Elefant drauf.

    Ich glaube dass mein Unterbewusstsein nein als eine Art nicht “mehr” existenz durchaus verstehen kann, etwas zu haben oder nicht zu haben. Gewinn und Verlust. Verneinungen als solche meide ich meist oder lasse den Satz auch mal ohne Verneinung auf mich wirken, oft stelle ich fest dass nicht nur mein Unterbewusstsein damit ein Problem zu haben scheint. :)
    LG,
    Teresa

  • Also die Meinung, dass sich unser Unbewusstes dem Bewusstsein entzieht wage ich zu bezweifeln. Wie kann es denn sein, dass sich alleine durch Vorstellung sich gewisse Organe aktivieren lassen oder die Körpertemperatur geregelt werden kann.
    Ich bin erst am lernen und empfehle zu diesen Themen ein Besuch der Seite http://www.ipn.at
    Es gibt Leute, die sich inneren Operationen unterzogen haben und rein durch Körperkontrolle auf eine Narkose verzichten konnten und keine Schmerzen verspürten.

    Gruss
    Marcel

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