Der Besitzer des Bogens

Ein Coaching ist dir zu teuer? Dann sei clever und hilf dir selbst!

Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz, mit dem er sehr weit und sehr sicher schoss, und den er ungemein wert hielt.

Einst aber, als er ihn aufmerksam betrachtete, sprach er: “Ein wenig zu plump bist du doch! Alle deine Zierde ist die Glätte. Schade! Doch dem ist abzuhelfen.” fiel ihm ein. “Ich will hingehen und den besten Künstler Bilder in den Bogen schnitzen lassen.”

Er ging hin und der Künstler schnitzte eine ganze Jagd auf den Bogen und was hätte sich besser auf einem Bogen geschickt als eine Jagd?

Der Mann war voller Freude. “Du verdienest diese Zieraten, mein lieber Bogen!” Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen – zerbricht.

Gotthold Ephraim Lessing

Auch interessant?

Wie viele Sterne bekommt der Beitrag von dir?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (63)
Loading...
 

Teilen macht Freude und Freunde:

 

Das eigene Leben besser machen

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Kommentare

  • Mir fallen zwei Bemerkungen ein:
    … verschlimmbessern…. Und: “Der Tod des Guten ist das Noch-Bessere”!

  • Schöne Geschichte! Aber es heißt “Zierrat” bzw. hier “Zierraten”. :-)
    Ja, ja meine Frau nennt mich immer “mein Klugsch….lein”!

    • Peter

      ist ein “ZITAT”, das übernimmt man so wie es im Original steht…..

  • Ich glaube, es geht darum, in der Mitte , im Ausgleich, zu bleiben, sozusagen im guten Durchschnitt. Ohne falsche Perfektion…. Denn der glatte Bogen erfüllt seinen Zweck perfekt. Ich versuche auch “nur” eine gute Mutter zu sein, denn das reicht völlig. Das , was wir bewusst nicht können, nicht wollen oder übersehen, unser Schatten, wird unsere Kinder ebenso prägen, wie unsere Sonnenseite. Man kann nicht nicht kommunizieren, nach Watzlawick. Und Handeln ist Tun, Dulden und Unterlassen… Das bewegt mich seit ich 15 Jahre alt bin.

  • Äusserlichkeiten oder wahre Werte. Welch ein hoher Preis wir für Unwichtiges bezahlen. Tolle Geschichte und auf alles übertragbar.

  • Wenn man sich vom Allerhöchsten GELIEBT weiß sind alle Spatzen gefangen …
    Dann kann man schnell vergeben, kann man gut nein sagen lernen, muß man
    niemand mehr unbedingt gefallen, kann sich selbst so annehmen, wie man ist.
    Ist und bleibt gerne ein Lernender bis CHRISTUS wieder kommt …
    ER SEGNE uns Alle sooo, wie wir es aus SEINER Sicht gerade brauchen …
    Herzlich Rolf Mucke

  • phi hat recht! Es ist immer der Vergleich, der uns abwertet. Und das beginnt leider oft schon im Säuglingsalter. In der Krabbelgruppe werden oft Mütter bewertet, deren Nachwuchs nicht so schnell in der Entwicklung ist. Das verunsichert und macht nur unglücklich.

  • Viele Menschen erkennen und schätzen nicht ihren Wert (das Sein). Stattdessen investieren sie viel Energie in das Aufpolieren ihres “Scheines”. Es kann ein Wettlauf gegen sich selbst werden. So kann es dann schließlich zum “Zerbrechen” der Persönlichkeit kommen.

    • Ümit

      Rolanda, den Satz muss ich mir merken, ist nämlich wirklich so. :)

  • Dazu fällt mir Moritz Bleibtreu ein in dem Film Lammbock, der es derbe ausgedrückt mit dem Bild “Schwanzlutscher” benennt. Immer weiter, vielleicht ist der nächste Typ toller, besser passend zu mir oder oder oder.
    Selbstoptimierung noch und nöcher, ein anderes Thema.
    Und – wo gehobelt wird, da fallen Späne.
    Gibt viel Stoff für die Arbeitmit Glaubenssätzen, innerem Team (F.S.von Thun) etc.
    Danke.

  • Versteh ich nicht. Kann mir jemand helfen??

    • phi

      Wenn einem das Gute nie gut genug ist, es immer “noch besser”, noch schöner, noch perfekter sein muss, dann kann es passieren, dass man das Gute zerstört.

      Stell dir einen Menschen vor, der zu jedem Lob immer ein kleines “Aber” zu hören bekommt. Kinder, die daran zerbrechen, weil ihre Eltern sie immer mit anderen vergleichen und dem Kind immer etwas vorhalten, was angeblich fehlt, anstatt die Einzigartigkeit ihres Kindes aus vollem Herzen zu lieben.

    • Karina

      Wenn jemand eine Geschichte erzählt, die ebenso wunderbar wie treffend ist und zum Nachdenken über eigenes Verhalten anregt (was etwas Mühe macht),
      …und jemand kommt und möchte mehr dazu erklärt haben ….. so viel und so lange, bis sie zerredet ist und er sich selbst nicht die Mühe machen muss, darüber nachzudenken und den Sinn für sich zu erfühlen und zu erfassen ……
      dann ist die Geschichte, wie in der Metapher der Bogen, kaputt .

    • Kathrin

      Tut mir ja leid Karina, dass ich nicht so großartig bin wie du…
      Danke Phi, dein Kommentar war für mich sehr hilfreich.

 

Ralf Senftleben

Hallo! Schön, dass du da bist!

Ich bin Ralf und das hier ist meine Seite, Zeit zu leben. Seit 1998 schreibe und forsche ich darüber, wie wir unser Leben selbstbestimmt, kraftvoll und bewusst leben können. Wie wir herausfinden, was wir für unsere Zufriedenheit brauchen, und wie wir erreichen, was wir uns wünschen.

Aktuell lesen über 125.000 Menschen meinen wöchentlichen Newsletter, und rund 150.000 Menschen haben an meinen Selbstlernkursen und Online-Coachings teilgenommen.

Mehr über uns und unsere Philosophie gibt es hier