Mach dein Ding!

Sie war in eine Sackgasse geraten. Nach einem Jahr Ehe hatte sie ihren Mann verlassen, weil er sie geschlagen hatte. Jetzt lebte sie mit ihrem kleinen Baby von Sozialhilfe in einer Einzimmerwohnung. Arbeiten gehen konnte sie nicht, denn für ihre kleine Tochter bekam sie keinen Platz in der Kinderkrippe. Und eine private Tagesmutter konnte sie sich ohne Job leider nicht leisten.

Von außen betrachtet ist die Situation ziemlich aussichtslos. Alleinerziehende Mutter, kein Job, angewiesen auf Sozialhilfe …

Doch trotz dieser schwierigen Umstände hält sie an ihrem Weg fest. Sie nutzt die Zeit, um eine Geschichte zu schreiben, die ihr schon länger im Kopf herumschwirrt. Sie schreibt und schreibt und schreibt. Immer wenn sie die Zeit dafür findet. Sie folgt dabei ihrer inneren Stimme. Später wird sie mal sagen: „Ich schrieb das Buch wirklich für mich selbst.“

Die Frau, um die es hier geht, heißt Joanne K. Rowling. Und die Geschichte, die sie niedergeschrieben hat, ist die vom Zauberschüler Harry Potter.

Joanne Rowling hat mit den Harry-Potter-Büchern einige der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbücher aller Zeiten geschrieben. Sie hatte den Mut, der eigenen Stimme zu folgen. Und sie wurde dafür belohnt. Sie ist ein prominentes Beispiel für jemanden, der trotz widriger Umstände seinen eigenen Weg gegangen ist.

Doch sein Ding zu machen, seinen eigenen Weg zu gehen, das ist nicht leicht. Und das gilt nicht nur für eine so heikle Situation wie die, in der Joanne Rowling damals steckte. Viele Menschen verspüren vielleicht nur leichte Unzufriedenheit im Leben und schon da fällt Veränderung sehr schwer. Denn wenn wir unser eigenes Ding machen, dann sind uns dadurch nicht automatisch auch Erfolg und Zufriedenheit garantiert.

Seinen eigenen Weg zu gehen, dazu braucht es also eine gehörige Portion Mut. Mut, um die Zweifel zu überwinden, die uns auf dem Weg garantiert immer wieder begegnen. Mut, die Unsicherheit auszuhalten, ohne den Glauben an sich zu verlieren. Und Mut, uns selbst überhaupt zu erlauben, unser eigenes Ding zu machen.

Doch dieser Mut zahlt sich aus. Vielleicht kennen Sie auch den schönen Ausspruch von William Somerset Maugham:

„Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.“ 

Und da ist tatsächlich etwas dran. Zumindest wenn man der australischen Krankenschwester Bronnie Ware glauben mag.

Sie hat Interviews mit Menschen geführt, die kurz vorm Lebensende standen. Und darüber ein Buch mit dem Titel geschrieben: „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Am häufigsten bedauerten die Sterbenden demnach, das Gefühl zu haben: „Ich hätte mein eigenes Leben führen sollen anstatt ein Leben, das andere von mir erwarten.“

Sein eigenes Ding zu machen, das ist also ein ganz zentraler Faktor, wenn wir am Ende auf ein glückliches und erfülltes Leben zurückblicken wollen. 

Diese Erkenntnis kann jedem von uns unheimlichen Antrieb schenken. Besonders in den Momenten, wo es uns sehr schwerfällt, unseren Weg zu gehen.

Verantwortung für sich, sein Leben und sein eigenes Glück zu übernehmen, das ist ein großartiges Gefühl. Vielleicht haben Sie das auch schon mal erlebt. Es macht Sie einfach glücklich, das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein. Auch wenn Sie noch nicht da sind, wo Sie hinwollen. Aber es fühlt sich toll an. Ganz einfach, weil es Ihr eigener Weg ist.

Vielleicht haben Sie bereits den Mut dazu, wirklich Ihr Ding zu machen. Dann herzlichen Glückwunsch an Sie :-)

Vielleicht haben Sie aber auch das Gefühl: „Ja, ich möchte gerne etwas ändern, aber ich weiß nicht wie …“ Oder: „Ich will etwas ändern, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll …“

Ganz egal, an welcher Stelle Sie gerade festhängen. Oftmals brauchen wir einfach nur jemanden, der uns beim ersten Schritt ein wenig an die Hand nimmt. Und uns über die schwierigen Anfangshürden hilft. Jemand, der uns einen regelmäßigen kleinen Impuls gibt.

Geht es Ihnen vielleicht auch so?

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Kommentare

  • Meine Erfahrung zeigt, dass ich die wundervollsten Erlebnisse hatte als ich mich getraut habe mich auch mal in den Mittelpunkt stellen zu dürfen. Beispielsweise als ich mich für eine Rolle in einem Schauspiel bei einer privaten Veranstaltung gemeldet habe. Mein Gedanke hierbei ist oft: Ich möchte nicht, dass andere denken, dass ich mich in den Mittelpunkt dränge, da dies oft auch einen negativen Eindruck macht. Jedenfalls ist das so mein Empfinden. Hingegen warum soll man selbst mal nicht der Mittelpunkt sein, wenn man seinen Nächsten sonst als Mittelpunkt behandelt. Ich möchte versuchen mehr Mut zu zeigen ‘mein Ding’ zu machen auch, wenn andere im ersten Moment blöd schauen oder Urteilen. Im Endeffekt bekommt man meist positive Rückmeldung, weil in einem Schauspiel unterhält man schließlich auch andere und bereitet ihnen dadurch Freude.

    Ich finde diese Beispiel von der Buchautorin gibt Mut, dass man in jeder Lebenslage, egal wie schwierig sie ist, etwas positives ziehen kann. Man muss nur den ersten Schritt tun und an sich glauben.

    Alles Liebe

    Natalie

  • Ich glaube, dass man bei dem Thema Fremdbestimmung immer auch die “interne Fremdbestimmung” berücksichtigen muss, soll heißen unsere Glaubenssätze, Prinzipien und Gewohnheiten, denn auch diese sind normalerweise durch unser Umfeld entstanden oder zumindest stark beeinflusst. Aber vor allem bestimmen sie unser Denken und Handeln. Daran sollte man sich erinnern, wenn man SEIN DING durchziehen will.
    Ich habe Rosinchen aber eher so verstanden, dass es ihr um Respekt und Annahme geht und das hat zunächst mal nichts damit zu tun das eigene Ding durchzuziehen, sondern damit, dass ich mich nicht ständig dafür entschuldigen muss, wer, was und wie ich bin. Die “Anderen” müssen nicht alles gut finden, was ich tue, aber am richtigen Platz fühle ich mich doch dann, wenn ich davon unabhängig als wertvoller Mensch respektiert und anerkannt werde.

  • Danke, die Artikel sind immer wieder ein Verstärker für mich. Schreiben und große Zielverwirklichung Schritt für Schritt ist mein Ding. Arbeite gerade am 3. Buch.

  • Mut zur Veränderung
    Ja, das hatten wir, mein Mann und ich. Als wir uns entschieden ein neues Zuhause auf einem Wohnschiff auf zu bauen. Es war eigentlich keine richtige Entscheidung, sondern unser Leben hat uns zu diesem Weg geführt, das heisst, die Kinder wurden erwachsen, mein Mann wurde pensioniert, die Eltern verstorben, die wir Jahre lang betreuten, die Wohnung zu gross, eigentlich drängte sich die Entscheidung etwas zu ändern gerade wegs auf. Also wir setzten uns nicht hin und wollten jetzt darüber diskutieren was wir verändern müssen, es lag auf der Hand, wir waren offen, beide, wir wollten eine Veränderung. Da wir immer auch mit unseren Kindern Ferien in Frankreich auf einem Mietschiff machten, kam der Gedanke, dass wir unser “Materielles” Leben so reduziern wollten, dass alles nur noch auf einem Wohnschiff Platz hätte. Das klappte dann auch mit allen Hoch und Tiefs was wir durchmachten, und nun sind wir sehr glücklich seid mehr als 4 Jahren in unserem neuen Zuhause. Es brauchte eigentlich nicht viel Mut diese Entscheidung zu treffen, denn es war Entwicklung in unserem gemeindamen Leben. Dieser Schritt war für uns viel leichter, als dann es auch aus zu halten im neuen Leben. Die neuen Situationen , die neuen Sprachen, die wir immer lernten, im jeweiligen Land, die Kultur usw. Was uns zum Durchhalten trieb, war, dass wir das neue Zuhause mit vollem Herzen, Beide wollten – die Veränderungen, dass wir uns vorher Ziele setzten, nämlich gemeinsam die nächste Lebensphase zu durchgehen und nicht jedes in seinem Beruf in seiner Tätigkeit und nur immer die Türklinke einander in die Hand zu geben, das gemeinsame Ziel hat uns über viele Klippen hinweg geholfen und im Moment stimmt sehr viel und wir würden jederzeit diesen Schritt wieder machen.
    Ich wünsche euch allen eine für das Leben bejahende Weihnachtszeit

  • Nur wer seinen eigenen Weg geht kann von niemanden überholt werden.

    Ich bin stolz auf mich da ich (43) vor 2 Jahren meine Wohnung aufgegeben habe und mir stattdessen ein Wohnmobil gekauft habe in welches ich ein “Tonstudio” oder besser gesagt eine Keyboard-Workstation eingebaut habe.
    Endlich mache ich mein Ding und trete demnächst das erste mal vor Publikum auf.

    facebook.com/christian.paddington existiert seit wenigen Tagen.

    Mit Kraft meiner ganzen Naivität bin ich optimistisch.

    Christian

  • Hallo zusammen,

    Erst mal danke für alle Eure Beiträge, welche mir auch Impulse verschaffen. Rosinchen hat sicher die Basis dafür gelegt, um zu zeigen, dass offensichtlich in vielen Beziehungen einiges im Argen liegt. Ich bin selber seit 18 Jahren verheiratet und habe mir viele ähnliche Gedanken gemacht. Ich möchte Euch nicht davon abbringen, Euer “Ding” durchzuziehen, aber ich hier noch ermutigen, Eurem Partner vorher noch eine Chance zu geben, indem Ihr eben, genauso offen, wei Rosinchen es tat, die Fakten auf den Tisch legt. Dazu gehört natürlich auch, dass wir überhaupt den Glauben aufbringen, dass sich etwas ändern könnte. Ich bin in meinem Fall überrascht worden, dass meine Partnerin sehr offen war für mein Anliegen und, obwohl der Weg noch weit ist, Haben wir wieder näher zu einander gefunden, weil wir jetzt gelernt haben, über unsere Gefühle offen zu sprechen, was vorher nicht, oder sehr oft nicht, der Fall war.
    Ich glaube, dass ich in keiner Beziehung nur “MEIN DING” durchziehen kann. So respektiere ich genau das nicht, was ich von meinem Partner in Bezug auf mich verlange. Aber wenn wir lernen, respektvoll MEIN DING, DEIN DING und UNSER DING zu unterscheiden und zuzulassen, dann sieht die Sache eventuell anders aus.

    Ich wünsche Euch alles Gute und eine erholsame Weihnachtszeit

  • ….ein interessanter Artikel. …da kommen mir Gedanken, –
    wie sehr bin ich fremdbestimmt oder lasse mich auch von außen bestimmen oder muss mich bestimmen lassen beispielsweise wenn ich als Angestellter für die Ziele und Vision des Firmeninhabers arbeite und das bis zur Rente und was kommt danach? Ist ein solcher Weg heute noch zeitgemäß, sollten wir unsere Kinder in jungen Jahren schon anleiten ‘ihr Ding zu machen’, dann könnten sie sich ‘Umwege’, wie sie aus den Kommentaren rauszuhören sind, ersparen. Dann könnten wir vielleicht in einer glücklicheren Gesellschaft leben….

  • Hallo, voller Freude lese ich eure Artikel und Kommentare, die überwiegend sehr wertschätzend sind. Ich glaube, dass es manchmal Zeiten im Leben gibt, die überzeichnet werden müsssen, ehe sie wieder in eine Balance kommen. So ist es meiner Meinung nach völlig normal, erst diese Zweifel zu spüren, wenn dann…und darf ich überhaupt…und was passiert etc? Jeder hat sein Tempo und ihre eigene Art mit dem Leben umzugehen. Für mich ist es wichtig, die Weckrufe nicht zu überhören, sondern hinzuhören. Herzenhören…und dann vertrauen. Mir selbst glauben! Und die Klippen und Steine und andere Stolperfallen, ja, die sind da und trotzdem ist es dann “nur” unsere Aufgabe einen Schritt vor den anderen zu setzen. ” In der Verantwortung für uns liegt die Liebe zu uns…” schön auf den Punkt gebracht von Christiane. Liebevolle Grüße an wertvolle Menschen sendet Kathrin

  • Lieber Andreas,

    Sie sind nicht glücklich. Sind die anderen in Ihrer Familie es ?

    Was macht Sie so sicher, dass Sie Ihre Familie ins Chaos stürzen, wenn Sie Ihren Weg gehen? Woher wissen !! (nicht glauben, vermuten) Sie das genau?
    Nehmen Sie mit diesem Ausharren im Elend, nicht jedem in Ihrer Familie auch die Chance, seinen eigenen Weg zu finden ?

    Noch nie ist etwas ohne Krise, ohne Schmerzen, ohne Leid, ohne dass etwas erst zerstört werden musste, ins Leben gekommen. Das beginnt bei unserer Geburt und setzt sich fort, es ist das Prinzip hier auf nserem Planeten. Erst muss etwas zerstört werden, damit es sich neu zusammen fügen kann – zu etwas besserem.
    Das ist so bei allen materiellen Dingen und auch was die Ereignisse in unserem Lebenslauf betrifft. Aber merken tut man das erst immer sehr viel später.

    Geben Sie sich und jedem in Ihrer Familie die Chance dazu.

    Zu “wissen”, was für andere gut/schlecht wäre, hat bei aller Fürsorge auch -sorry- etwas anmaßendes.

    Übrigens: es gibt im Leben immer!! nicht nur zwei Wege. Denen einen
    ODER den anderen. Es gibt immer auch mindestens einen Dritten, der
    beide anderen Wege und alle Beteiligten mit einbeschließt.

    Manchmal nicht von Anfang an und meistens nicht sofort -wie wir es so gerne und bequem hätten- sondern er findet sich.

  • ” In der Verantwortung für uns

    liegt die Liebe zu uns,

    die wie ein undurchdringbare Schutzmantel ist.”

    Karin A. M. Moisel

  • Hallo und einen schönen vierten Advent!
    Klare Worte von “Rosine” ;-) => doch ganz so “einfach” und linear empfinde ich diesen Weg nicht. Möglicherweise hat sie bewusst auf “Klippen dieses Weges” in der Darstellung verzichtet.
    Gut finde ich natürlich auch, überhaupt diese Klarheit entwickelt zu haben und ihr zu folgen. Das erzeugt und braucht Selbstbewusstsein und Entscheidungskraft. Meine Frage an dieser Stelle: selbst wenn ich weiß, was ich will, kann ich es doch nicht “immer” durchsetzen und bekommen, was mir vorschwebt oder “zusteht”. Da sind Umstände und andere Menschen mitten auf meinem Weg, die das Gleiche doch auch wollen und/0der diesem Wollen + Wünschen auch entggenstehen. Wie geht das also zusammen? Wie lassen sich win-win-Situationen herstellen, die BEIDEN Seiten ermöglichen, weiter “zu existieren”. Zu viele Verluste auf je einer Seite führen zu Ungleichgewichten, die sich im Endeffekt auch negativ auswirken. Es ist bedeutend arbeitsamer und anspruchvoller, sich mit beiden Seiten auseinanderzusetzen. Da braucht es Reflektion und Differenziertheit. Die Freiheit des “Meins-seins” auf Kosten von “Deins-sein” ist für mich keine Freiheit.
    Andererseits: es kann natürlich NICHT darum gehen, sich dominieren und bestimmen zu lassen. Abgrenzen + das “Ringen” um Lösungen, in denen möglichst viele Eigenheiten und Verständigung/Verständnis berücksichtigt werden/sind => ist für mich der Weg “zum eigenen Ding”, auf dem ich gemeinsam mit anderen unterwegs bin.
    Liebe Grüße von Nele

  • Mein Ding zu machen bedeutet, Ängste aus der Kindheit/Jugend zu überwinden, widrige Lebensumstände zu verarbeiten. Daher ist es soooo herausfordernd, endlich sein Ding zu machen…

  • Wunderschönen guten Morgen an diesem 4.Advent..ich habe mich allen Zweiflern zum trotz habe ich mich nach 25 Jahren Ehe getrennt. Meine Freundinnen sagten :”Dir gehts doch eigentlich gut. Wieso? ” und nun, da ich mein Selbstbestimmtes Leben führe und sehr gut zurecht komme…das Glück und die Freiheit mir ansieht(ich strahle nur noch) höre ich genau, von diesen Frauen jetzt,”Mensch, du hast es geschafft”.es kostet Mut und eine Trennung hat ihren Preis…aber was man wiedererlangt ist fantastisch. Habt den Mut eurer Leben wieder selbstbestimmt zu Leben …es ist herrlich !!!
    Euch allen ein warmes Licht für die kommende Weihnachtszeit.

  • Hallo Rosinchen ich bin Stolz auf Dich genau richtig,einfach mal machen.Du wirst immer wieder neue Menschen treffen die dich so lieben wie du bist,sich immer wieder verbiegen bringt nichts geh Deinen Weg und du wirst sehr glücklich und zufrieden,genau das tue ich auch bleib dran es ist ein sehr gutes Gefühl ,so zu sein wie man ist .Liebe Grüße

  • Auch ich möchte mich herzlich für diese Worte bedanken

  • „Ich hätte mein eigenes Leben führen sollen anstatt ein Leben, das andere von mir erwarten.“

    Stimmt! Und genau deswegen werde ich – was mich und mein Leben betrifft – künftig auf etwas achten: Ich werde fortan darauf achten, dass ich am rechten Ort bin.

    Den für mich rechten Ort erkenne ich daran, dass ich (endlich) so sein darf, wie ich bin; dass ich die sein darf, die ich bin, auch mit meinen Macken und Fehlern. Mein Platz wird fortan dort sein, wo ich als Mensch geschätzt werde, wo meine Werte geschätzt werden und meine Fähigkeiten zur Entfaltung kommen dürfen. Dort, wo diese wirklich unterstützt und gefördert werden, damit sie allen Freude bringen.

    Ist das nicht möglich, wird mir das versagt, bin ich definitiv am falschen Ort. Für mich ist es keineswegs eine Erfüllung, wenn ich mich ausschließlich dem Willen und der Meinung eines anderen beugen muss, wenn ich mir selbst nicht treu sein darf, wenn ich nur zu funktionieren habe, ich mich klein machen lassen und auch noch an den Pranger stellen lassen muss und ich, als Mensch, auf der Strecke bleibe. Das würde ich auf dem Sterbebett mit Sicherheit bitterlich bereuen.

    Das ist mein Leben, und das lebe ich so, wie ich es für mich als richtig erachte. Und dazu gehört für mich, dass ich das, was ich tue, mit ganzer Freude und mit ganzem Herzen tue, weil ich Freude daran habe, und weil ich meine Freude mit anderen teilen mag. Und Freude habe ich nur dann, wenn ich meine Fähigkeiten wirklich leben, sie ausbauen und daran wachsen kann, wenn ich als Mensch so angenommen werde, wie ich gerade bin. Alles andere ist für mich nur noch reine Zeitverschwendung.

    Mein Lebensweg hat mir eines deutlich gezeigt: Ich habe mich viel zu lange aufhalten lassen, zugelassen, dass mein Vertrauen, meine Großzügigkeit, meine Gutmütigkeit ausgenutzt und ausgebeutet wurde. Damit ist jetzt Schluß. Ich dulde mir gegenüber keine Respektlosigkeiten und auch keine Unterdrückungen mehr. Auch werde ich keine Diskussionen mehr mit einem Ego führen, dass nur eines will: seinen Willen (auf meine Kosten).

    Diese Frustquelle wird aus meinem Leben endgültig verbannt.
    Egal, was andere auch darüber denken. Das kostet Mut und hat auch seinen Preis, aber den Preis bin ich bereit zu zahlen. Meine Lebensfreude ist mir wichtiger als die Meinung und/oder der Wille anderer.

    • André schreibt am 17. Dezember 2014

      Vielen Dank für diese klaren Worte.

    • Muna schreibt am 21. Dezember 2014

      Liebe Rosinchen, Sie sprechen mir 100% aus dem Herzen. Bei mir ist jetzt auch endlich “Land in Sicht”.
      Danke

    • Liz schreibt am 21. Dezember 2014

      Vielen Dank für den Beitrag, ich finde mich wieder. Habe mehrere Jahrzehnte meines bewussten Lebens gebraucht, um zu erkennen, dass zu einem Gelingen von Beziehungen ein äquivalentes Geben von allen Seiten, nicht ein fast ausschliessliches (im Sinne von Funktionieren nach anderer Menschen Vorstellung) von der meinigen erforderlich ist. Zugegeben, es lag – zumindest bei mir- auch eine Scheu vor nicht voraussehbaren Konsequenzen, Stichwort Komfortzone, dahinter. Ich darf gerade lernen und dafür bin ich dankbar: es ist nie zu spät, die erforderlichen Schritte zu tun, selbst wenn sie primär erzwungen werden.

    • Iris schreibt am 21. Dezember 2014

      Liebe Rosinchen, auch ich kann Ihre Worte doppelt unterstreichen! Es ist, als würden Sie mir mein Leben erzählen. Und ja, jedes Verbiegen, Anpassen, Kleinmachen, Zurückstecken, nicht mutig sein – ist Zeitverschwendung, unnötiger Energieverbrauch und vor allen Dingen ein Verrat an sich selbst. Ich habe alles über Bord geworfen: Job, manche Freunde, nicht mehr passende Werte und laufe gerade los in MEINE neue Welt. Die Welt, die zu mir passt, die mich erfüllt, mir inneren Frieden schenkt und mich mit mir im Reinen sein lässt. Stück für Stück verändert sich alles. Job, Umfeld, Freunde, Interessen etc… Ja, es macht Angst, lässt immer mal wieder zweifeln – aber mein Herz zeigt mir immer wieder den Weg. Und je weiter ich gehe, je klarer und sicherer wird mein Weg. Neues und Hürden machen nicht mehr so viel Angst, sondern machen mich neugierig auf das, was wohl danach kommen mag …. Ich wünsche allen Lesern, dass auch Sie den Mut aufbringen den eigenen Weg zu gehen!! In diesem Sinne – frohe und mutige Feiertage!

    • Billa schreibt am 21. Dezember 2014

      Liebes Rosinchen, wenn du das so schaffst, bist du kein Rosinchen mehr, sondern eine Rosine. Ich wünsche dir viel Erfolg.
      Einen wundervollen 4. Advent wünscht dir, mir und uns allen
      Billa

    • Andreas schreibt am 21. Dezember 2014

      Sehr geehrte Rosinchen, Sie sprechen mir aus der Seele. Schon länger trage ich diese Gefühle in mir und Sie wachsen von Tag zu Tag. Aber ich finde den Mut noch nicht. Ich finde keinen Weg meinen Weg zu gehen, ohne meine Familie ins Chaos zu stürzen….
      Frohe Weihnachten und DANKE!

    • Regina schreibt am 21. Dezember 2014

      Liebes Rosinchen,

      Chapeau ! für diese Worte.
      Ich habe mich vor einiger Zeit für einen Ortswechsel entschieden, aus genau diesen Einsichten.
      Doch ich bin dem derzeitigen Ort auch dankbar, denn er hat mir verdeutlicht, was ich wirklich will, indem es nicht da war oder nur mangelhaft, und mich nicht ‘nährt’, sondern schwächt, zu Erstarrung meines eigenen Lebens führt.

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